MIKIKO SATO GALLERY
Adresse: Klosterwall 13 20095 Hamburg
Telefon: 040-32901980
Telefax:
Öffnungszeiten: Di-Fr: 14.00 - 19.00 Sa: 13.00 - 18.00
Rikuo Ueda, Motoi Yamamoto, Aiko Tezuka, Toshifumi Hirose, Nobuyuki Osaki
Disegno - Japanische Zeichenkunst der Gegenwart
09.04.2016
-
28.05.2016
Disegno - Japanische Zeichenkunst der Gegenwart

Vernissage Fr.08. Apri. 2016 18:00 

01.01.1970
-
01.01.1970
Miyuki Tsugami, Masanori Suzuki, Kenichiro Taniguchi
Land-Scape / Land-Mark / Land-Schape
05.02.2016
-
26.03.2016
Land-Scape / Land-Mark / Land-Schape

 

Gruppenausstellung

Gruppe Ausstellu 

 Zum ersten Mal widmet sich die Miko Sato Gallery mit einer Gruppenausstellung dem Thema Landschaft. Unter dem Titel „Land-Scape - Land-Mark - Land-Shape” zeigt sie ausgewählte Arbeiten von Miyuki Tsugami, Masanori Suzuki und Kenichiro Taniguchi. Ihren Einstand als neue Künstlerin der Galerie feiert dabei Miyuki Tsugami. Ihre sowie die Arbeiten von Suzuki und Taniguchi eröffnen ein beeindruckendes Landschaftsspektrum. Urbane Landschaften bringen Kenichiro Taniguchis klappbare Skulpturen ins Spiel, Landschaften als philosophische Räume und Orte von Erinnerung bestimmen die dreidimensionalen Arbeiten von Masanori Suzuki. Miyuki Tsugamis farbenfreudige Gemälde wiederum resultieren aus feinfühligen, unmittelbar vor Ort angefertigten Natur- und Landschaftsskizzen. Die Künstlerin, die sich selbst als „zeitgenössische Landschaftsmalerin“ bezeichnet, geht dabei weit über traditionelle Landschaftsmalerei hinaus. In der Landschaft erblickt sie ihr vielschichtiges Werden, Vergehen und Verändern, erspürt „den Lebensraum der dort ansässigen Menschen, der zugleich ihre Geschichte atmet und Gedächtnisort unzähliger gelebter Leben ist."





 

Miyuki Tsugami, geb. 1973

Die in Tokyo geborene und in Osaka aufgewachsene Künstlerin blickt bereits heute auf eine erfolgreiche Karriere zurück. Nach Abschluss des Masterkurses an der Kyoto University of Art and Design erhielt sie mehrere Preise und Förderungen. Unter anderem wurde sie 2003 als VOCA-Preisträgerin (The Vision of Contemporary Art) mit der höchsten Auszeichnung des Ueno Royal Museum in Tokio geehrt. Mehrere Förderungen, eine vom japanischen Amt für kulturelle Angelegenheiten ermöglichten ihr 2015 einen Aufenthalt in Prenzlau. Im Rahmen eines vom Land Brandenburg durchgeführten Kultur-Projektes entstanden dort zahlreiche neue Gemälde.




 

Masanori Suzuki, geb. 1976

Nach dem Studium an der Zoukei University Nagoya, der Carnegie Mellon University, Pittsburg/USA sowie an der Düsseldorfer Kunstakademie zeigte Masanori Suzuki mit seiner ersten Einzelausstellung (2002) ein wandfüllendes Objekt mit Natur- und Stadtlandschaften. Bis heute ist er diesem Format treu geblieben: Räume aus gestaffelten und mit Motiven eingravierten Plexiglasplatten, die Durch- und Einblicke in poetische Landschaften schaffen. Wie ein Resonanzraum rufen sie Erinnerungen wach, spielen metaphernreich auf den Kreislauf des Lebens an, oder, so Suzuki auf die Ungewissheit der „sich wandelnden Ereignisse, Formen, Gefühle und Gedanken.“


 

Kenichiro Taniguchi, geb. 1976

Die Arbeit des in Berlin lebenden und arbeitenden, mehrfach ausgezeichneten Künstlers (u.a. mit dem 1st Hongo Shin Memorial Sculpture Award), bestimmt der Begriff des HECOMI. Das japanische Wort bedeutet soviel wie Einkerbung oder Vertiefung. Es gibt Hinweis auf das dominante Motiv in Taniguchis Kunst, das er in Form von Rissen in Strassenbelägen oder Furchen in Mauern im urbanen Raum findet. Ihre Formen überträgt Taniguchi auf Skultpuren, die sich vielfältig auf- wie zuklappen lassen. Mit ihnen entfalten sich nicht nur die materiellen, sondern im übertragenen Sinn auch andere Furchen und Risse, die heute quer durch die heutigen Metro- wie Megalopolen verlaufen.


Yuki Yamamoto
Multifaceted Acts
13.11.2015
-
17.12.2015
Multifaceted Acts

Wortwörtlich in die Tiefe gehen die Bilder des japanischen Künstlers Yuki Yamamoto. Mit einer Gruppe neuer Bilder eröffnet die Mikiko Sato Gallery in diesem Herbst seine zweite Einzelausstellung in Deutschland. Nach den „Parallel Circles" in ihren Räumen vor drei Jahren, präsentiert er diesmal „multifaceted acts". Kreise, große und kleine, von transparent bis undurchsichtig, als weiße Leerform oder farbige Scheibe gestaltet dominieren seine vielschichtigen Bilder. Sie liefern Haupt- und Nebenmotive eines künstlerischen Kosmos', der im Kreis sowohl seinen Ursprung als auch seine Erweiterung findet.

 

In handwerklich aufwändigem und zeitraubendem Verfahren stellt Yamamoto seine teils großformatigen Bilder her. Das größte dieser Werkgruppe, zugleich sein größtes Bild dieses Jahres misst 1,78 mal 1,55 Meter (HxB). Schicht auf Schicht legt er bis zu zehn Lagen aus Acryl auf Hartfaserplatten, um sie abschließend mit einer Glanzglasur zu versiegeln. Die Unterschiede der einzelnen Schichten und Kreise, von transparent bis milchig-trüb verleihen jedem einzelnen Bild individuellen Charakter mit erstaunlich variierender Tiefenwirkung. „Aufgrund der transparenten Schichten", beschreibt sie der Künstler, „empfindet der Zuschauer die tatsächliche Tiefe des Werkes."

 

Neben dieser Tiefenwirkung überrascht vor allem die Anordnung der Kreise in jedem einzelnen Bild. Dabei handelt es sich weniger um Variationen, vielmehr um unterschiedliche Konzeptionen, in denen der Kreis als philosophischer Spielball auftaucht. „Die Wiederholungen von undurchsichtigen und halbtransparenten Kreisen," so Yamamoto, „von undurchlässigen sowie membranähnlichen und leer anmutenden Kreisen lassen die Grenze zwischen Sein und Nichtsein verschwimmen." Innerhalb dieses Existenz-Kontextes eröffnet der Künstler ein Spiel mit zahlreichen und immer wieder neuen Konfigurationen. Geometrische Figuren, mathematische Anordnungen, Farbmischungen durch Überlappungen, unterschiedliche Größen und Rythmen oder trompe-l'œil-Effekte liefern den reichen Wortschatz einer Bildsprache, deren Alphabet nur einen einzigen Buchstaben, den Kreis kennt. Aus dessen scheinbarer Eindeutigkeit wie Einfachheit entsteht eine beabsichtigte Uneindeutigkeit des Bildgeschehens. „Die Unsicherheit", so der Künstler, „nicht genau zu wissen, was man beobachtet, zusammen mit dem Wohlbefinden, das durch den Farbrhythmus und der konkreten Materialialität der Bilder entsteht, macht sein Ganzes aus. Alle drei Elemente existieren stets gleichzeitig."

Yuki Yamamoto wurde 1981 in Obihiro, Japan geboren. 2007 schloss er sein Studium der Malerei an der Hokkaidō Universität in Sapporo ab. Der Künstler lebt und arbeitet in Sapporo. Seine Arbeiten wurden in mehreren Einzelausstellungen in Sapporo, Tochigi, Tokyo und zahlreichen Gruppenausstellungen, u.a. im Ueno Royal Museum (VOCA 2014), im O Museum, beide Tokyo und im Miyanomori Museum, Sapporo gezeigt. Bilder von ihm befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen in Japan, u.a. in der Nayoro City University Gallery und der DIAplace Mansion in Sapporo.

Nobuyuki Osaki
HAMBURG ON HAMBURG
12.09.2015
-
30.10.2015
HAMBURG ON HAMBURG

Nobuyuki Osaki sucht nach der Darstellung der „Ungenauigkeiten der Realität“,

weil er sich sehr für die Welt und wie sie wahrgenommen wird interessiert.

Mit verschiedenen Mitteln erschafft er Bilder, Installationen, Fotografien und Skulpturen. In seiner aktuelleren Videokunst verschwindet ein Gemälde, in dem es schmilzt, oder das Muster der Tapete zerfließt und wird dann von einer Farbfläche überdeckt.

Das Verschwinden der Zeichnung ist eine Metapher, sie hinterfragt die Fiktionalität des Gemäldes und seine Realität gegenüber der Gesellschaft. Das Video, das in einer Endlosschleife die Rekonstruktion und Demontage wiederholt, lässt den Betrachter über das Wesen und die Möglichkeiten der Welt nachdenken.

 

 Osaki denkt seit der Naturkatastrophe in Japan im Jahr 2011 intensiv über „Erinnerung“ oder „Aufzeichnung“ nach und versucht, diese während dieser Ausstellung „ HAMBURG ON HAMBURG „  mit dem Thema „Großstadt“ zu rekonstruieren.

Bei jedem Hamburg-Besuch beobachtet Osaki mehrere Wände. Keine besonderen Wände, sondern ganz gewöhnlichen Wände und Mauern, auf denen Tagging oder Graffitis zu finden sind. Aus diesen scheinbar bedeutungslosen Graffitis sucht er nach der „Zeit und Geschichte“ und den „Erinnerungen der Menschen“ in der Großstadt, die er bei jedem Deutschlandbesuch fotografiert hat. Bei dieser Ausstellung nimmt er die Hamburger Graffitis als Grundlage, die er zwischen 2011 und 2014 aufgenommen hatte. Daraus zeigt er eine Installation mit Mauern, die die Stadt bilden. Sie zerfließen und hinterlassen den Eindruck, als würde der ganze Raum davon gespült.

Die aus Hamburg herauskristallisierten Bilder werden in einer Hamburger Galerie ausgestellt. Das hat eine duale Struktur: Die Stadt als Raum, in dem wir leben, und das städtische Image, das in uns wohnt.

Die Ausstellung lässt uns über diese Welt und unsere Stadt ganz neu nachdenken.

 

 

Holly Coulis, Christine Fenzl, Jochen Flinzer, Torben Giehler, Nan Goldin, Susanne A. Homann, Michael Lange, Mariella Mosler und Piotr Nathan
YESTERDAY IS TOMORROW
20.06.2015
-
31.07.2015
YESTERDAY IS TOMORROW

Seit 13 Jahren repräsentiert die Mikiko Sato Gallery in Hamburg ausschließlich japanische Gegenwartskunst. Mit der Ausstellung “YESTERDAY IS TOMORROW” macht die Galerie im Rahmen der 6.Triennale der Fotografie eine besondere Ausnahme: Nina Venus, die Kuratorin dieser Sonderausstellung hat ein Gedicht aus Gedicht aus dem außergewöhnlichen Werk des mittelalterlichen Zen Mönches, Dichters und Kalligraphen Ikkyū Sōjun (1394-1481) ausgewählt und 9 internationale Künstler eingeladen, es zu interpretieren:

‘you me when I think really think about it
are the same’

Das Leben und Werk von Ikkyū war komplex, exzentrisch, kontrovers, brilliant und unkonventionell. Seiner Zeit schon damals voraus, lesen sich seine Verse auch heute noch wie zeitgenössische Dichtung. Auf der Suche nach den verbindenden, zeitlosen Fäden, die sich durch das kulturelle Geflecht von Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und Moderne ziehen und die nationalen und historischen Grenzen überwinden sind eigens geschaffene Arbeiten folgender herausragender Künstler zu sehen:

 

Holly Coulis, Christine Fenzl, Jochen Flinzer, Torben Giehler, Nan Goldin, Susanne A. Homann, Michael Lange, Mariella Mosler und Piotr Nathan.

Kuratiert von Nina Venus


Foto Credit: Michael Lange, R8953 aus der Serie “FLUSS”, 2014

 Copyright: © Michael Lange

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hiroshi Takeda
Utopia MoMo-Iro 9
09.05.2015
-
12.06.2015
Utopia MoMo-Iro 9

 Die eigene Kindheit in seinem Werk widerspiegeln: Europäisch geschulten Augen mag solches Ansinnen vertraut in den Ohren klingen. Wir sind daran gewohnt unser Selbst im Kindesalter heranreifen zu sehen, und ebenso daran, dorthin fragend zurückzukehren, wenn wir wissen wollen warum wir sind wie wir sind. Umso mehr überrascht, dass Hiroshi Takeda mit seinen pastellfarbenen, von zarten bis grellen Tönen gezeichneten Porträts eine vergleichbare Reise in die Kindheit unternimmt. Auch seine dreidimensionalen Objekte aus übereinander gesetzten, mehr improvisierten, als passgenau geformten Kästen aus Abfallhölzern und Platten bergen Erinnerungen an seine Kindheit. Indirekt spricht der Titel der Ausstellung von ihr: MoMo-Iro. Das heißt „pfirsichfarben, rosa". Farben, die den Künstler schmerzlich darin erinnern, dass er als kleiner Junge Kleidung in diesen Farben tragen musste. Farben, die eigentlich Mädchen zugedacht sind.

 

 

 

Vielleicht legte Hiroshi Takeda bereits mit seinen betont anonym gehaltenen Porträts den Grundstock für diese Reise zum Ich. Sie alle unterlagen willentlichen Konstruktionen. Ihre Gestik und Mimik setzen sich aus Farben, Mustern und Schichten zusammen. Das Gesicht bleibt stets verborgen, auch deswegen, da sich diese über 200 Porträts auf keine reale Person beziehen. Erst später fertigt der Künstler ein persönliches Porträt an, ein Selbstbildnis. So beginnt seine Reise ins eigene Innere mit der Vorstellung, dass sich das Individuum aus vorgefertigten Komponenten zusammensetzt, dessen Gesicht erst mit der Zeit erscheint. Diese ersten Porträts stellen „Hitogata“, die Form (= Gata) des Menschen (= Hito) dar. In den dreidimensionalen Objekten von Hiroshi Takeda, den „Palästen" oder „Tempeln“ hingegen wird der Raum der Erinnerung intimer. Und heiliger, für das Selbst schutzbedürftiger. Nicht nur ihr Name, auch ihr Aufbau in Form der gestapelten Räume erinnert an heilige Orte, an die Stufenform einer Pagode, während in ihrem Inneren ein gedimmtes Licht leuchtet, der Reflex aus den Tagen der Kindheit. Die Materialien dieser Objekte, behaftet mit Erinnerungen des Künstlers, gestalten nun „Iegata“, die Form (= Gata) des Hauses  (= Ie).

 

Im vergangenen Jahr nahm Hiroshi Takeda am International Art Festival 2014 in Sapporo teil. Entlang der Wand eines 500 Meter langen Fußgängertunnels konnten die eingeladenen Künstler ihre Werke präsentieren. Die jetzt, im Rahmen des Hamburger Architektursommers gezeigte Schau in der Mikiko Sato Gallery setzt sich überwiegend aus Hiroshi Takedas dort ausgestellten Werken zusammen. In diesem Jahr gelang es dem Künstler darüber hinaus für die VOCA Exhibition 2015 nominiert zu werden. Der renommierte Wettbewerb für zweidimensionale Kunst findet alljährlich im Ueno Royal Museum in Tokio statt. Mit ihm wird der künstlerische Nachwuchs aller japanischen Provinzen gefördert.

 

Wolf Jahn

 

Foto Credit: Andreas Weiss 

Keníchiro Taniguchi / Rikuo Ueda
New works
20.03.2015
-
18.04.2015
New works

Mit neuen Arbeiten von Rikuo Ueda und Ken´Ichiro Taniguchi startet die Galerie in den Frühling. Erstmals werden dabei Windzeichnungen von Rikuo Ueda auf neuen Bildträgern, Geldnoten unterschiedlicher Herkunft gezeigt. Mit der paper money-Serie liess er unter anderem den Wind, für den Künstler Symbol uneingeschränkter Freiheit, auf chinesischen Renminbi-Scheinen zeichnen. Absicht des Künstlers war, mit ihnen den Kampf der Studenten für den Erhalt demokratischer Wahlverfahren in Hongkong zu unterstützen. Von Ken´Ichiro Taniguchi, erwarten wir neue „Hekomi"-Skulpturen, Abgüsse von Furchen und Rissen in Asphalt, die er anschliessend zu dreidimensionalen Skupturen entfaltet. In Hamburg wird Ken´Ichiro Taniguchi die Basedowstraße nach geeigneten „Rissen" aufsuchen, um daraus Skulpturen unterschiedlicher Größe anzufertigen. Wir freuen uns auf diese skulpturale „Entfaltung" einer Hamburger Strasse in der Galerie! Mehr Informationen zu Ken´Ichiro Taniguchi und Rikuo Ueda.

Akihiro Higuchi
Mitate - Museum
08.11.2014
-
13.12.2014
Mitate - Museum

Seit Menschengedenken besteht zwischen ihnen und der Kreatur ein konfliktreiches Liebesverhältnis. Der Mensch liebt sie aufgrund ihrer Kraft und Instinkte, ihrer Produkte und ihres Fleisches. Das Tier wiederum folgt ihnen auf den Fährten ihrer Kultur. Und als zoon politikon, als politisch handelndes Wesen und Tier erkennt sich der Mensch als Verwandter seines animalischen Gegenübers. Akihiro Higuchi verleiht diesem prekär ungleichen Liebesverhältnis zwischen Mensch und Tier eine besondere Note, indem er das Tier ebenso vielschichtig wie mehrdeutig um kulturelle Errungenschaften bereichert. Nicht am lebenden Tier, sondern am toten, präparierten oder nachgeformten Leib ergreift Higuchi seine Kultivierungsmassnahmen. Viel Aufwand und Liebe steckt der Künstler in die Bemalung von Motten, der Ausschmückung ihrer unscheinbaren Flügel mit feinsten Miniaturen, schillernden Motiven zarter Blüten, eines Pfaus oder eines Pin-Ups. Ähnlich verfährt Higuchi mit anderen Tieren, Hirschkäfern etwa, deren schwarze Panzer sich zur Bemalung anbieten. Auch hier setzt er erneut filigrane Miniatur-Motive aus dem Fundus fernöstlicher Malerei, von klassisch bis Manga. Anders verfährt Akihiro Higuchi mit Nachbildungen von Säugetieren und Reptilien, die er modisch einkleidet. Mit einer Art Schal-Strumpf für Giraffen, einem Leibchen für Schlangen, dicker Winterwolle und Ohrenschützer für ein Erdmännchen oder einem Pulli für Eisbären.

 

Das fein inszenierte Spiel mit Kultur, Natur und Kreatur zeugt von einer ästhetisch anspielungsreichen Raffinesse, die in Japan in der Tradition des Mitate, einer ursprünglichen literarischen Form der Beschreibung steht. Unter Mitate versteht man auch das Spiel mit assoziativen Stellvertretern vorgegebener Formen. Berühmte Meister der Teezeremonie aus dem 16. Jahrhundert etwa ersetzten wertvolle Teeschalen durch formverwandte, jedoch minderwertige, nicht für den Teegenuss vorgesehene Gefässe. Ein zu dynastischen Zeiten nicht ungefährliches Unterfangen, das manch einen Zeremonienmeister in den Freitod trieb. Ähnlich verfährt Higuchi mit bunten und populären Spielzeugfiguren, die er neben klassische Götterdarstellungen platziert. Die Figuren aus den gegensätzlichen Welten von Hi and Low haben jedoch eines gemeinsam: ihre Körperhaltung, die sich nach einem tradierten Kanon ausrichtet. Der Kulturhistoriker Aby Warburg hat für solche formelhaften Ähnlichkeiten von Gestik und Mimik den Begriff der Pathosformel geprägt.

 

Die Kunst des Mitate zeigt sich ebenso in den animalischen Werken von Akihiro Higuchi. Etwa darin, dass der Künstler mit dem schelllackähnlichen Glanz der Käfer auf den glänzenden Lackhintergrund von Schalen und anderen Gefässen anspielt. Oder mit wappenähnlichen Bemalungen die Käfer ihrer Form und Beschriftung nach in Samurai-Krieger verwandelt. In doppelter Hinsicht ersetzt Natur damit den kulturellen Hintergrund, als materieller Bildträger sowie als perfekter Ersatz für einen malerisch erzeugten Untergrund. In der künstlerischen Geste Kultur auf das Tier zu projizieren, ist deshalb auch immer die Gegenbewegung enthalten, nämlich menschliche Erzeugnisse durch animalische Natur zu überbieten. Das ungleiche Liebesverhältnis zwischen Mensch und Tier spricht im selben Maße von übertriebener Tierliebe bis zur Idealisierung des Tiers als besserer Mensch wie es umgekehrt von dessen Nutzung und Ausbeutung erzählt. Es ist ein Verhältnis von stets wechselnder Parteinahme. Text: Wolf Jahn

AIKO TEZUKA
CERTAINTY / ENTROPY
12.09.2014
-
25.10.2014
CERTAINTY / ENTROPY

Vernissage Fr. 12.Sept 2014 / 18 Uhr 

Galleryweekend Kontorhausviertel 

12.-14. Sept.2014 

www.galerienimkontorhausviertel.de

 

Bild: Rewoven, 2005 

Photo: Takeru Koroda 

on der Malerei fand Aiko Tezuka  zum textilen Stoff, von der Leinwand zur Wirklichkeit der verwobenen Fäden. Käufliche Stoffe, oft industrielle Massenwaren, aber auch in Auftrag gegebene Textilien liefern das lebendige Material der Künstlerin. Seinen Mustern, modernen und historischen, östlichen wie westlichen zieht sie die Fäden, um sie anschließend neu zu arrangieren - zu Kordeln, Bildern, Arrangements oder Installationen. Textilen Metamorphosen gleich verwandeln sie sich dabei, ohne ihnen etwas zu nehmen oder hinzuzufügen. Und sie beginnen zu erzählen, werden gesprächig, manchmal laut, manchmal leise. Die verwobene Geschichte der Herkunft ihrer Muster, Farben und Fertigung wechselt über in eine neue Geschichte mit textiler Matrix. Jeder Schuss eine Minute, jede Kette eine Stunde ergibt Jahrhunderte einer komplexen Zeit-Geschichte zwischen gestern und heute, zwischen Auflösung und Neubildung, zwischen Feudalwesen und kapitalistischer Wirtschaftsordnung.

In ihrer Arbeit „Rewowen” (2005) verknüpft Aiko Tezuka  zwei verschiedene und getrennte Stoffe miteinander, in dem sie ihre offen gelegten Fäden neu verwebt. An der linken wie rechten Seite zeigen sich noch ihre ursprünglichen Muster, die sich bald nach kurzer Strecke in ihre einzelnen Fäden auflösen und zu einem fest verwobenen Stoff in der Mitte verdichten. „Rewowen” gleicht einem stabilen Mischling, einer gediegenen Kreuzung, einem nobilitierten Bastard zweier Eltern unterschiedlicher Herkunft.

In den vier Arbeiten der Serie Certainty/Entropy wiederholt und potenziert sich das Motiv von Hybridisierung und Kreuzung. Mit ihr entwarf Aiko Tezuka zum erstenmal eigene Stoffe. Dabei griff sie auf historische indische, englische und japanische Vorbilder zurück, ebenso auf Entwürfe von Peranakan-Ethnien, die sich aus interkulturellen Ehen gleicher Herkunftsländer zusammensetzen. Singapur, wo der Künstlerin die Idee zu diesen Entwürfen kam, ist traditionell von Beziehungen zu diesen Ländern als auch von Peranakan-Ethnien geprägt. In die Gewebe fügte sie zudem ein zweites, mehr untergründiges Gewebe ein, jedoch mit aktuellen Motiven in Form von Piktogrammen oder Outline-Zeichnungen.  Sie zeigen gegensätzliche Motive wie Uterus und Radioaktivitäts-Zeichen, den Schriftzug einer Kreditkarte oder ein Bio-Siegel. Mehrere Ethnien und Zeiten, historische wie aktuelle Gegensätze, Widersprüche und Ambivalenzen werden dadurch mit- , in- und übereinander zu einer einzigen Wirklichkeit verwoben. Ein letzter Eingriff löst das Gewebe in seiner Mitte zu runden bis ovalen Formen erneut auf. Gleich Wassertropfen mit ihrem Vergrößerungseffekt holen sie das Gewebe nah ans Auge, indem sie es gleichzeitig mit Unschärfe „verwässern”. Sie dekonstruieren, was zuvor rekonstruiert wurde und folgen darin den generellen Vorgaben des Konzepts der Künstlerin.

Dekonstruktion und Rekonstruktion nicht nur materiell, sondern auch ideell vorgenommen zeichnet ebenso die beiden Arbeiten der Serie „Lessons for Restauration” aus. Bei ihnen handelt es sich um textile Massenware für touristische Zwecke, bedruckt mit Ikonen, populären Meisterwerken der jeweiligen Kultur, unter anderem der italienischen Renaissance. Es sind Stoffe, die sich Japaner gerne von ihrer Europa-Reise mit nachhause nehmen. Diesem Kulturexport verleiht  Aiko Tezuka seine hybride Pointe, indem sie erneut ihre Mitte zu optischen Linsen ähnlichen Flächen auflöst. Die farbige Tiefe einer Renaissance-Zentralperspektive in der Mitte „versperrt” nun das flächige Schwarz-Weiss-Muster des aufgelösten Stoffes. Als hätten sich mitten in der Renaissance vage Spuren fernöstlicher Kalligraphie eingeschlichen.

Aiko Tezuka lebt und arbeitet in Berlin,  2013 war sie Stipendiatin des dortigen Künstlerhauses Bethanien. Text: Wolf Jahn

 

Rikuo Ueda
Wind - Alles Fliesst - U.tsu.ro.u
10.05.2014
-
24.07.2014
Wind - Alles Fliesst - U.tsu.ro.u

Wind in der Dose
Der japanische Künstler Rikuo Ueda jagt das Unsichtbare. Wir stellen seine luftige Beute aus. Vom 10. Mai bis 24. Juni am Klosterwall 13.

Das Nichts ist es nicht, das da in klare Plastikdosen verpackt, per Paket aus Japan in unserer Galerie angekommen ist. Zwar ist die Substanz unsichtbar, doch ihre Herkunft wird in der aktuellen Installation gut dokumentiert. Rikuo Ueda hat sich beim Einfangen des Windes auf dem Biwako, dem größten See Japans, filmen lassen. Videos und Karten sind Teil der Ausstellung. An genau festgelegten Positionen konservierte der Künstler eine Dosis des Grenzenlosen. Aber er bannte die Naturkraft auch erneut auf Papier.

 

Kalligrafisch anmutende Zeichnungen, für die er sich der Bewegungen der Äste von Bäumen und Sträuchern im Wind bedient, haben Rikuo Ueda international bekannt gemacht. Sicher habt Ihr einige seiner Bilder ihnen deutlich vor Augen. In der Ausstellung „WIND – ALLES FLIESST – U.TSU.RO.U“ sind vom 10. Mai bis 24. Juni am Klosterwall 13 seine neuesten Werke zu sehen. Darunter eine knapp dosierte Portion Grenzen überschreitenden Windes aus Jerusalem. Die Vernissage findet am 9. Mai ab 18 Uhr während des Gallery Weekends statt, das die Galerien im Kontorhausviertel ausrichten. Rikuo Ueda wird bei der Ausstellungseröffnung anwesend sein.

 

Hamburg kennt der in Osaka geborene Jäger leiser Lüftchen und heftiger Stürme seit 2002. Mit einer Ausstellung seiner „wind drawings“ haben wir unsere Galerie eröffnet. Das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft von Osaka und Hamburg war uns ein willkommener Anlass, Rikuo Ueda nach Ausstellungen im Barlach-Haus, der St.-Nikolai-Kirche und während des Architektursommers zum sechsten Mal in die Hansestadt einzuladen. Dass er auch dem Hamburger Wind nachstellen wird, ist sehr wahrscheinlich. 

 

 

YOSHIAKI KAIHATSU
11.3 15.3 15.6 11.9
07.03.2014
-
19.04.2014
11.3 15.3 15.6 11.9

11.3 15.3 15.6 11.9

Yoshiaki Kaihatsu

 

Hinter diesem kryptischen Titel verbirgt sich die Ausstellung mit den aktuellen Arbeiten von Yoshiaki Kaihatsu. Die vier Zahlenkombinationen des Titels stehen für Daten. Daten, die einschneidende, tragische Ereignisse der jüngeren Geschichte markieren. Dies wird deutlicher, sieht man sich den zweiten, untergeordneten Titel an: Naturkatastrophe, Atomenergie, Disput, Terrorismus.

 

Der 11. März 2011 ist der Tag des großen Erdbebens vor der Küste Japan und der davon ausgehenden Tsunami, die weite Teile der japanischen Ostküste überrollt hat. Am 15. März kam es in der Folge zu der Katastrophe im Atomkraftwerk von Fukushima. Am 15. Juni 2000 wurde zwischen Nord- und Süd-Korea die Übereinkunft getroffen, die Vereinigung in einem föderalen System anzustreben. Und schließlich steht im öffentlichen Bewusstsein der 11. September 2001 als Symbol für den internationalen Terrorismus.

 

All diese Daten werfen in Kaihatsu Fragen über den Zustand, in dem sich unsere Welt befindet, auf. Politisch, ökologisch, soziokulturell. Anhand des Schicksals des kleinen Dorfes Idate, welches vom Tsunami noch relativ verschont worden war, aber auf Grund der Katastrophe und der unabsehbaren Folgen im Atomkraftwerk von Fukushima evakuiert wurde und welches - einem Mahnmal gleich - auf Jahre, Jahrzehnte hinweg nun verlassen, leer und einsam daliegen wird, verarbeitet er seine eigene tiefsitzende Traurigkeit und Wut, dokumentiert die Veränderung, die er als Künstler durchlebt hat, und erzählt den Betrachtern über die Situation, in dem sich das jetzige Japan und in vielen Dingen vielleicht sogar die Welt befinden. In Minamisoma, 20 km entfernt vom Atomkraftwerk Fukushima und 400 m von der evakuierten und für die Bewohner gesperrten Zone, öffnete er sein sogenanntes "House of Politician". Ein vier Tatami (ca. 7,2qm) grosser Raum, in dem Politiker, die Kaihatsu's Meinung nach dieses Gebiet besuchen müssen, einkehren können, um mit ihren Gedanken alleine zu sein. Yoshiaki Kaihatsu beschäftigt sich nicht erst seit Fukushima mit den Gefahren, Auswirkungen und dem Umgang mit atomarer Energie. Japan, wie viele entwickelte Länder, hat eine Tradition, Störfälle u.ä. in der Öffentlichkeit zu verharmlosen und herunterzuspielen. Wie am 08.12.1995 in Monju oder 30.09.1999 in Tokaimura. Schon damals fanden diese Ereignisse Eingang in Kaihatsu's Werk und spielen auch jetzt bei der aktuellen Ausstellung ein wichtige Rolle. Er  verändert den Blickwinkel auf das Geschehene und wirft somit Fragen auf, für die eine Lösung erst noch gefunden werden muss.

 Yoshiaki Kaihatsu wurde 1966 in Yamanashi in der gleichnamigen Präfektur westlich von Tokyo in Japan geboren. Sein Studium und seinen Abschluss machte Kaihatsu an der Tama Art University in Tokyo. Es folgten etliche Ausstellungen und Auszeichnungen, die ihn und sein Werk um die ganze Welt führen sollten. Darunter die USA, Canada und auch Deutschland, in welchen er jeweils längere Zeit als Artist in Resident verbrachte, lebte und arbeitete. Ausstellungen wie z.B. 2006 die Gruppenausstellung "Berlin-Tokyo/Tokyo-Berlin" in der Neue Nationalgalerie in Berlin und 2007 "Making a Home: Japanese Contemporary Artist in New York" der Japan Society in New York.

 

Die Mikiko Sato Gallery verbindet mit Yoshikai Kaihatsu eine lange, enge und sehr erfolgreiche Geschichte miteinander, welche nicht nur direkte Ausstellungen in unseren Räumen, sondern auch zahlreiche Projekte umfasst, die gemeinsam erarbeitet wurden. Zum Zeitpunkt der Tsunami Katastrophe von 2011 zeigten wir gerade Kaihatsu Ausstellung "The Year We Make Contact 2011". Um so glücklicher sind wir nun, diese neue und sehr persönliche Ausstellung einem Publikum hier in Deutschland präsentieren zu können.

 

 

Yoshiaki Kaihatsu

11.3 15.3 15.6 11.9

- Naturkatastrophe, Atomenergie, Disput, Terrorismus

Vernissage: Freitag 07. März 2014 / 19.00 Uhr

Artist-Talk: Sonntag 09. März 2014 / 15.00 Uhr  (Anmeldung erforderlich)

Ausstellung: 11. März -19. April 2014

 

 

 

 

Aiko Tezuka, Yo Okada, Nobuko Watabiki, Shinsaku Horita, Nobuyuki Osaki
Japanische Gegenwartskunst & Textil
23.01.2014
-
22.02.2014
Japanische Gegenwartskunst & Textil

VERNISSAGE: DO 23.01.2014 / 18.00

Abbildung: Aiko Tezuka / Two Identical Fabrics Extracted Threads 1, 2011

250x300 cm (fabric 182x72 cm each) 

The materials of this work are indentical scarves from the "fast-fashion" brand H&M.

Photo / Takeru Koroda

Nobuyuki Osaki
Trance Trip, Time Capsule
09.11.2013
-
18.12.2013
Trance Trip, Time Capsule

Nobuyuki Osaki - Trace Trip, Time capsule                         

Nobuyuki Osaki hat in den letzten Jahren seine unverwechselbare Kunstwerke – Gemälde, die zerfließen und sich auflösen – in internationalen Museen und Galerien präsentiert. Mit seiner Kunst der sich auflösenden Bilder offenbart er die Unwirklichkeit des Gemäldes. Er benutzt diese Unwirklichkeit als Metapher und produziert so diverse Kunstwerke mit dem Thema des Hinterfragens der „Realität“, seiner eigenen Wahrnehmung und der der Gesellschaft.

„Informationen von ‚Freunden’ werden bei Twitter und Facebook ständig aktualisiert. Sie vermischen sich unbewusst mit Ereignissen, die bei echten Gesprächen geschehen sind. In unserer heutigen Welt sind Erfahrungen eine Mischung aus realen Erlebnissen und imaginären Erlebnissen.“ (Nobuyuki Osaka in „Position 2012“, Nagoya City Art Museum) Osaki möchte, wie dieser Auszug besagt, die „Realität der Ungewissheit“, die er wahrnimmt, als Ungewisses dieser Welt visualisieren.

In dieser Ausstellung zeigt er seine neuesten Werke, die aus Erinnerungen oder aus Gegenständen von fremden Menschen entstanden sind. Mit Interviews, älteren Fotos und Erinnerungen folgte er den Spuren der fremden Vergangenheit. Dafür hat er die Orte besucht, die damit einen Zusammenhang hatten oder im Internet recherchiert. Durch die Neu-Interpretation und Rekonstruktion der Erinnerungen hat er eine Geschichte geschaffen. Die Bilder fließen hin und her zwischen Aufzeichnungen, Erinnerungen, Vorstellungen und Tagträumen. Sie werden miteinander verbunden und kehren wieder ins Unbewusstsein zurück.

Er hinterfragt die Wahrnehmung, dass die Realität seit der großen Katastrophe vom 11. März 2011 künstlich hergestellt wird. Dazu empfindet er die Unsicherheit, dass unsere Zukunft unter den heutigen Umständen unvorhersehbar ist. Er versucht herauszufinden, ob die Darstellung dieser „Erinnerung“ als Kunstwerk nicht die Funktion einer Zeitkapsel übernehmen kann, im Falle des nächsten Ereignisses.

Seit der Katastrophe wird nicht nur politisch oder gesellschaftlich über dieses Thema diskutiert, sondern auch über die zusammenhängende künstlerische Darstellungen und Kritiken. Dabei hat Osaki sich auch erneut Gedanken über das nächste „große Erdbeben“ in der Region Tokai, in der er lebt, gemacht, das seit mehr als zehn Jahren vorhergesagt wird. Das war für ihn der Anlass, um mit der Arbeit an seinen Kunstwerken zu beginnen. Laut Experten droht in den nächsten dreißig Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 Prozent in Japan das Tokai-Erdbeben, das vergleichbar mit dem Erdbeben vom 11.03.2011 oder sogar noch stärker sein dürfte. Viel wurde in den Medien über diese Katastrophe berichtet, über das ganze Ausmaß der Katastrophe, Menschen, die in ihren weggespülten Häusern nach Fotoalben suchen oder auch die freiwilligen Helfer, die diese Fotos wieder restauriert haben. Osaki hat nach diesen Berichten „Erinnerungen“ seiner Freunde für die „demnächst kommende Katastrophe“ konstruiert, um sich mit diesen Problemen und Ereignissen zu befassen.

Sich Gedanken über das unbesiegbare Etwas, das große Erdbeben, zu machen – Er versucht die persönlichen „Erinnerungen“ der Individuen künstlerisch als Paradigma darzustellen, um sich damit zu beschäftigen. Dabei hat er mehrere Editionen produziert (deutsche und japanische Version) und diese in Japan und im Ausland verteilt, als Vorbereitung für die Zukunft, die er erwartet.

Zu seinen Werken fügt er auch Fiktives hinzu und dazu noch ein weiteres Element – die Vorstellungen der Betrachter, die seine Werke gesehen haben. Seine Methodik, die Arbeit mit den Fotoalben und Interviews von Freunden zu beginnen, basiert auf einer vielschichtigen Fiktion. In dieser Methodik zeigt sich außerdem die Wahrnehmung, dass die Realität ein künstliches Konstrukt sei, also auch die Eindrücke, die wir nach der großen Katastrophe durch skeptische Medienberichte bekommen haben. Mit seiner Aneinanderreihung der Fiktionen stellt Osaki die Wahrnehmung des künstlichen Konstrukts und die „Ungewissheit“ dieser Welt dar.

 

 

 

                                                          

 

 

 

 

 

 

                                                          

 

Motoi Yamamoto
Floating Garden - Drawing
07.09.2013
-
18.10.2013
Floating Garden - Drawing

Floating Garden - Installation 

1.Set . 13. Okt 2013

Ernst Barlach Haus, Jenischpark

www.barlach.haus

Kenìchiro Taniguchi
Hecomi Study#25
18.05.2013
-
29.06.2013
Hecomi Study#25

Vom Zufallszeichen zur filigranen Skulptur

Das japanische Wort für kleine Mauerschäden, Abnutzungsrisse und feine Materialbrüche ist Hecomi. Weltweit sucht Kenichiro Taniguchi an Wänden und auf Böden nach diesen Rissen und macht daraus seine Kunst. In seinem Hecomi-Projekt legt Ken’ichiro Taniguchi einen Atlas dieser gefundenen Formen an und arbeitet einige davon nach. Wie extrem passgenau seine aufwändig erstellten Kopien sind, zeigen die in Photo und Film dokumentierten Wiedereinfügungen in die originalen Bruchstellen vor Ort. Doch die inspirierende Fundsache wird nicht nur sehend gefunden, sondern spielerisch weiter erforscht. Dazu werden die Hecomi kombiniert und vergrößert oder verkleinert und erhalten kleine Scharniere und werden gefaltet. Ken’ichiro Taniguchi überträgt das in der japanischen Tradition angelegte Prinzip der Faltungen auf sein Material und wendet es solange an, bis er eine neue skulpturale Form gefunden hat. Diese wird dann neuerdings auch auf Dauer fixiert. Der Umfang dieser Arbeiten reicht von einer 9,30 x 6,60 x 6,45 Meter großen, in einem Atrium in Leeuwarden aufgehängten Skulptur bis zu kleinen, geradezu schmuckstückhaften Faltungen.

Der Künstler: Der 1976 in Sapporo  geborene Kenichiro Taniguchi lebt seit 2006 in Berlin. Mit seinem seit 12 Jahren verfolgten Hekomi-Projekt hatte er Einzelausstellungen u.a. in Barcelona, Berlin, Chicago, Rotterdam, Sapporo und Tokyo sowie zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen weltweit.

Die Objekte: Die meisten Hecomi sind aus einem gelben, aus Japan importieren Kunststoff geschnitten, wenige auch aus Messing oder Stahl. Dazu kommen einzelne Akzente in anderen Farben. In den gefalteten Hecomi sind die Farben mitunter nur am Rand zu erkennen oder schimmern wie von Ferne durch die zahlreichen Lagen. Solche geschichteten Arbeiten sind nicht mehr bespielbar, sie sind aber der Imagination zugänglich. Alle diese feingliedrigen Hecomi-Objekte sind ausschließlich Handarbeit. Trotz des international anwendbaren Konzeptes und des modernen Materials ist diese Arbeit auf den zweiten Blick in Haltung und Idee alten japanischen Idealen verbunden.

Die Ausstellung: Die Präsentation in der Galerie Mikiko Sato ist die dritte hier in Hamburg und die 25. des Hekomi-Projekts. Gezeigt werden neue kompakte und teils mehrfarbige Hekomi-Skulpturen sowie  Zeichnungen und malerische Umsetzungen des Themas. Dazu am Eröffnungswochenende auch ein Film über die Arbeitsweise von Kenichiro Taniguchi und die Wiedereinpassungen der leuchtend gelben Hekomis in die gefunden Risse und Abbröckelungen vor Ort.

Aiko Tezuka
Ghost - Suspended Organs
23.03.2013
-
09.05.2013
Ghost - Suspended Organs

Stoffe sind häufig das Endprodukt eines Produktionsprozesses, bei Aiko Tezuka bilden Ready-Mades jedoch nur den Anfang einer langwierigen Auseinandersetzung. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten können dabei sowohl industriell vorgefertigte „Fast-Fashion“ Textilien sein als auch historische Muster, die sie in vielfacher Überlagerung zu modernen Geweben kollagiert. In filigraner Handarbeit de- und rekonstruiert sie Textilien, legt einzelne Fäden frei und, ohne dem Grundmaterial etwas hinzuzufügen, kreiert sie Neues, Verblüffendes. 

 

Die Künstlerin. Aiko Tezuka wurde 1976 in Tokyo geboren. Bis 1999 studierte sie Malerei an der Musashino Art University bevor sie 2005 ihren Doktor am Art Research Department der Kyôto City University erlangte. In Japan wurden ihre Werke schon in zahlreichen Gruppen- und Solo-Ausstellungen gezeigt und große Museen, wie das Museum of Contemporary Art Tokyo und das Contemporary Art Museum in Kumamoto, oder Sammlungen, wie die der TOYOTA MOTOR CORPORATION, haben ihre Arbeiten in ihre Kollektionen aufgenommen. Sie ist derzeit Stipendiatin des Fellowship Under the Japan Government Overseas Study Programme und arbeitet in Berlin.

Im Laufe der Zeit faszinierten sie besonders historische Stoffe immer mehr. Da inzwischen viele kunsthandwerklichen Techniken verloren gegangen sind, sei es heute sogar mit modernster Technik nahezu unmöglich, japanische Stoffe des 8. Jahrhunderts wieder herzustellen, sagt Aiko Tezuka.

YUKI YAMAMOTO
PARALLEL CIRCLES
20.11.2012
-
20.12.2012
PARALLEL CIRCLES

Vielschichtig transparent liegen die bunten und unterschiedlich großen Kreise übereinander und nebeneinander. Gleichzeitig scheinen sich die Kreise in immer neuen Kompositionen umeinander, miteinander und ineinander zu drehen und erzeugen beim Betrachten eine magische Tiefe. Die sensible und verspielte Farbgebung verleiht diesen Gemälden ein Leuchten, das altmeisterlich anmutet.

 

Die Ausstellung. Yuki Yamamoto zeigt mit „Parallel Circles“ seine erste Einzelausstellung in Europa und ist erstmals durch die Mikiko Sato Gallery vertreten. „Parallel Circles“ zeigt den neuen Werkzyklus, den Yuki Yamamoto, der eigens um diese Ausstellung vorzubereiten Anfang des Jahres nach Berlin gezogen ist, größtenteils im Spannungsfeld seiner neuen Umgebung erarbeitet hat. Das Sujet seiner Arbeiten ist der Kreis, der zum symbolischen und abstrakten Motiv wird. „Die medialen Komplexität des Alltags verstellt zugleich den Blick auf die einfachen und wichtigen Dinge des Lebens.“

 

Die Parallelität der Ereignisse, die Gleichzeitigkeit und Überschneidung des Erlebens und Erinnerns, des Sehens und Phantasierens klingt im Titel der Ausstellung an und bezieht sich zugleich auch auf Yamamotos Arbeitsweise. Nicht nur arbeitet er simultan an mehreren Gemälden, Schicht für Schicht baut Yamamoto jedes einzelne seiner Gemälde langsam auf, bis die Oberfläche mehrere Zentimeter dick ist. 

Das Licht scheint so eingefangen in den vielen Schichten und untermalt die visuelle Tiefe und das Farbenleuchten seiner Gemälde. Die formellen und farblichen Kompositionen der Kreise, die immer den gesamten Bildraum ausfüllen, sind vielfältig und unterschiedlich.

 

Die Anordnung der Kreise auf jeder sich überlagernden Fläche, wächst zu einer dichten narrativen Komposition, jedes Gemälde erzeugt in Farbe und Form Gefühl. 

Yamamoto geht es bei der Überlagerung vornehmlich um die Differenz und den Raum zwischen den sich malerisch umlagernden und überschneidenden Kreisen, die inhaltlich auch die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt beschreiben. 

Individuelles Erleben verläuft parallel und simultan - die Kreise in Yamamotos Bildern beschreiben ebenso konkret und abstrakt Flächen, Räume und Inhalte, die sich sowohl überschneiden und überlagern, als auch voneinander abgrenzen und von Nähe und Distanz berichten.

 

Der Künstler. Yuki Yamamoto wurde 1981 in Obihiro, Japan geboren und schloss 2007 sein Studium der Malerei an der Hokkaido Universität in Sapporo ab. Seit Anfang dieses Jahres lebt und arbeitet Yamamoto in Berlin. 

Seine Arbeiten wurden in mehreren Einzelausstellungen in Sapporo, Tochigi und Tokyo und zahlreichen Gruppenausstellungen, u.a. im O Museum,Tokyo und im Miyanomori Museum, Sapporo, gezeigt und der Künstler ist in privaten und öffentlichen Sammlungen in Japan, u.a. in der Nayoro City University Gallery und der DIAplace Mansion in Sapporo, vertreten.

In den letzten Jahren ist Yamamoto mehrfach ausgezeichnet worden, so 2011 mit dem Asian Art Way Award in Shanghai und 2010 im Wettbewerb „Daikokuya Comtemporary Art“, der in der Branche in Japan eine zunehmend wichtigere Rolle spielt, insbesondere wegen der Beteiligung von namenhaften Juroren wie Taro Amano (Yokohama Museum of Art) oder Tomio Koyama (Tomio Koyama Gallery). 

SHINSAKU HORITA
DAS UNSICHTBARE SEHEN
07.09.2012
-
31.10.2012
DAS UNSICHTBARE SEHEN

VERNISSAGE - DO 06.SEP 2012 /  18 -23 Uhr


Widersprüchlich. Dies ist wohl eines der entscheidenden Merkmale, wel- ches die Werke von Shinsaku Horita betreffen. Betrachtet man diese zum ersten Mal, könnte man beinahe in ihnen die kalten, häufig unwirtlichen klimatischen Bedingungen seiner Heimat Hokkaido spüren. Gleichzeitig aber sind sie von einer geradezu brennenden Leidenschaft erfüllt, deren Ursprünglichkeit die Materialien formt.

Der Künstler. Horita wurde im Südosten von Hokkaido geboren. In einem Gebiet am pa- zifischen Ozean. In einem Gebiet, dessen kli- matische Bedingungen außergewöhnlich, intensiv und radikal sind. Kalte, scharfe Win- de zerschneiden die Luft und toben über das Land. Somit ist es nur nachvollziehbar, dass diese Bedingungen und Horitas Werke in eine - auch nicht abstreitbare - Verbindung gesetzt werden. Betrachtet man aber das Aluminium, aus dem er seine Bilder formt und erschafft, so erfährt man, dass der Wind - und somit auch seine Werke - nicht nur kalt und schneidend ist, sondern auch wild und leidenschaftlich über die Landschaft tanzt. Es ist diese Spannung, dieser Gegensatz, welcher die Arbeiten von Shinsaku Horita so außergewöhnlich macht. Das kalte Industriematerial wurde in der Ver- gangenheit schon mit der Klinge eines Schwer- tes gleichgesetzt. Aber eben diesem Schwerte gleich wütet eine starke Leidenschaft bei der Gestaltung seiner Werke.


Das Auge ist blind, wenn der Geist nicht zugegen ist. Unter diesem Gedanken präsentiert uns Horita nun seine neuesten Werke. Und es ist eine neue Entwicklung, eine neue Form in seiner Darstellung erkennbar. Die Werke leben von ei- ner neuen Spannung, neuen Ebenen und einer größeren Tiefe.


Auch gibt uns Horita mit dem Satz ein Werkzeug an die Hand, um uns seinen Werken zu nähern. Das reine Sehen oder besser Betrachten reicht nicht aus. Möchte man wirklich verstehen und sehen, was nicht zu sehen ist, so muss man sich vollständig mit dem eigenen Bewusstsein öff- nen und sich auf diese Bilder einlassen.


Die Ausstellung. Die Arbeiten, die gezeigt werden, sind paar-weise konzipiert. Diese Dar- stellungsform ist typisch für Horita, ein Bild hört nicht einfach auf bei den Begrenzungen, die das Format ihm gibt; es wird fortgeführt in das zweite hinein. Durch diese Dyptichons führt Horita den Betrachter noch weiter hinein in sein Werk, lockt ihn und fordert die Sehge- wohnheiten heraus. Eine bedeutende Weiter- entwicklung liegt in der Formgebung der ein- zelnen Werke. Bestanden die Bilder bisher aus vertikalen Aluminium-Streifen, welche von ihm geschliffen und bemalt wurden und auf diese Weise Landschaften entstehen ließen, so set- zen sie sich nun aus einer Vielzahl komplexer Formen zusammen, die ineinander greifen. Die Formen-Vielfalt begrenzt sich aber nicht nur auf die Darstellung, Horita hat nun auch die äußere Gestalt der Bilder geändert und führt Viel-Ecke, Trapeze u.a. in sein Werk ein, wodurch neue fremdartige Spannungselemente aufgebaut werden.

 

Hiroshi Takeda
Utopia: MoMo Iro 5
11.05.2012
-
29.06.2012
Utopia: MoMo Iro 5

Hiroshi Takeda verwendet für seine Arbeiten den Begriff Porträts. Diese Bezeichnung mag den Betrachter im ersten Moment verwirren, vielleicht sogar verunsichern, sieht man die Werke, die der 1978 in Sapporo, Japan, geborene und lebende Künstler Hiroshi Takeda in den vergangenen Jahren unter dieser Prämisse kreiert hat.

Für was steht also das Porträt für Takeda? Er begann diese Werke zu kreieren als Experiment. Ohne eine bestimmte Person darstellen zu wollen, nahm Takeda die menschliche Form, um seine persönlichen Ausdrucksformen zu schulen, zu analysieren und zu entwickeln. Er übte in diesem Rahmen unterschiedliche Techniken, um Neues zu  probieren und bereits Erlerntes zu perfektionieren.

Auf diese Weise ergibt sich im Rückblick aus diesen Werken eine Art von visuellem, künstlerischem Tagebuch, in dem sich sowohl Techniken wie auch Stimmungen und zum damaligen Zeitpunkt aktuellen Themen oder Emotionen wieder finden.

Auffällig ist darüber hinaus das Fehlen von Gesichtszügen in diesen Porträts. Es ist schwierig, hierfür einen einzelnen Grund darzulegen, sind doch die Themen, welche ihn zu dem jeweiligen einzelnen Bild antrieben, sehr vielfältig und bieten kaum einen roten Faden. So möchte er eine Ausdrucksform finden, die er selber noch nie gesehen hat. Takeda möchte etwas wirklich Neues schaffen. Ein anderer Aspekt, der ihn beschäftigt und hier auch mit einfließt, ist das Erzeugen einer bestimmten Stimmung. Die meisten Menschen haben eine schwache Erinnerung daran, wie es als Kind war, etwas außergewöhnliches zum ersten Mal zu erleben. Sei es nun etwas so Grandioses wie ein Feuerwerk oder aber auch eine banale Angelegenheit, wie die Wirkung von Klebstoff. Solche Dinge versetzten einen jeden ins Staunen. Mit der Zeit aber verblasst dieses Staunen und auch die Erinnerung daran. Daher ist es Takedas Anliegen, dieses Staunen wieder hervorzubringen und von neuem zu erleben.

Aber warum verfolgt er dieses Thema über einen so langen Zeitraum? Um dies vollständig zu erklären, müsste man wohl weit ausholen und tief eindringen in japanische Kunsthistorie.

In einem Lehrsatz der Tuschemalerei heißt es: "Male tausende Male Bambus, werde der Bambus und vergiss den Bambus dann vollkommen, wenn du ihn malst." Dieses "Eins-werden" mit dem Werk musste auch in Takeda reifen. Er musste aufhören, über das zu Malende nachzudenken, um dem Unbewussten Ausdruck verleihen zu können. Aber Takeda selbst störte sich an dieser Wiederholung, an der wiederkehrenden Form.

 Diese Porträts, begonnen als Übung der eigenen Technik und als Experiment, waren zu seinem Hauptwerk geworden. Die einzelnen Bilder unterschieden sich kaum noch voneinander und Takeda selber sah keinen Fortschritt mehr. Seine Kunst stand still und entwickelte sich nicht weiter. So begann Takeda mit der De-Konstruktion, mit der Auflösung der Form. Dennoch, in der Art, wie sich die Porträts auflösen, lassen sich Muster erkennen. Wenn man sich vielleicht schon einmal mit klassisch japanischer Kunst beschäftigt hat, glaubt man, einige der Muster wieder zu erkennen. Und dieses Erkennen kommt nicht von ungefähr, Takeda entlieh sich Muster, Formen, Darstellung und Techniken aus den Werken von Ôgata Korin (1658 - 1716), einem Künstler der sogenannten Rimpa-Schule, berühmt für seine Malerei auf Wandschirmen und Lackarbeiten. In Korin's Werken sieht Takeda eine zeitlose Schönheit, die Jahrhunderte überdauert und nichts von ihrer Schönheit einbüßt. Aber es ist nicht nur die Schönheit von Korin's Arbeiten, die ihn inspirierte, auch die Technik, die dieser benutze und erfand, um spezielle Wirkungen zu erzielen, wie das Erzeugen von Unregelmäßigkeiten, von Blasen in den Farben oder das Nutzen von glänzenden Lacken zwischen anderen Farben und das damit entstehende harmonische Zusammenspiel. Aber auch seine Darstellungsformen fanden Aufnahme in Takeda's Bilder. Erinnerte ihn doch die Art, wie sich die Darstellung einiger seiner Porträts auflösten, an Wasser, so dass er Korin's Darstellungen von Wasser aufgriff, übernahm und in seine eigenen Bilder konvertierte. Diese Inspiration und Übernahme der Formen führte er solange weiter, variierte diese, bis etwas vollkommen Eigenes und Neues entstanden ist. Verwurzelt in der Tradition und dennoch einzigartig.

 

Yan Michel

Toshifumi Hirose
Himmelszelt 2010
23.03.2012
-
27.04.2012
Himmelszelt 2010
Die Künstler aus dem Kalender 2012
03.02.2012
-
09.03.2012
Die Künstler aus dem Kalender 2012

Vernissage — FR 03. Feb 2012 / 19.00 - Thank You Art 09. März — 11. März 2012 www.39art.com - Kalender 2012 / 18€ - Erhältlich in der Galerie. Solange der Vorrat reicht.

Nobuyuki Osaki
Climbing the world
03.09.2011
-
28.10.2011
Climbing the world
Tomohiro Hatori- Kadoh (avantgardistisches Ikebana) + Kowa Ikeuchi - Photograhy
PANANUFA
24.06.2011
-
23.07.2011
PANANUFA

Das Wort "Pananufa" ist dem Dialekt der Inselgruppe von Okinawa entnommen. Direkt übersetzt würde es "Blumenkind" bedeuten. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Ikebana der Ausgangspunkt für die Werke der "Pananufa"-Reihe der beiden Künstler Ikeuchi Kowa und Tomohiro Hatori ist. Die Ausstellung ist eine Symbiose verschiedener künstlerischer Disziplinen. So sind die von Tomohiro Hatori gestalteten Personen Kunstwerke des Ikebana selbst. In einer Mischung aus traditioneller Blumensteck-Kunst und Performance lässt er die Menschen mit den Blumen, die diese darstellen, verschmelzen. Die Körper gleichen Zweigen, Ästen, Wurzeln. Ihre Arme, Köpfe verwandeln sich in Blüten. Diese Blumen und Pflanzen sind nun aber nicht wie in der Natur zu finden. Sie wurden kunstvoll mit Überbleibseln und Gegenständen unserer Zivilisation arrangiert, bleiben aber zu gleichen Teilen Mensch wie Blume. Diese zerbrechliche Symbiose wird von Ikeuchi Kowa in strengen, kontrastreichen Photographien eingefangen, die trotz oder gerade wegen ihren formalen Gesetzen und harten Linien eine grosse Wärme und Intimität zulassen.

Yoshiaki Kaihatsu
The year we make contakt 2011
18.02.2011
-
01.04.2011
The year we make contakt 2011

Verpackungsmodule aus Styropor sind vielgestaltig und erscheinen verwechselbar, doch wirken ihre Formen für sich betrachtet einzigartig und manchmal bizarr. In seinen Installationen akkumuliert Yoshiaki Kaihatsu sie zu Weltrauminseln. Sein modulares Bauen wird die Mikiko Sato Gallery in eine mit Video animierte Raumstation verwandeln, in der analoge Astronauten die Möglichkeiten der Schwerelosigkeit testen.

Der Ausstellungstitel spielt auf den gleichnamigen Film von Peter Hyans an, der 1984, Kaihatsu war 18, als Fortsetzung von Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum von 1968 gedreht wurde. Die Zukunft, in der beide Filme spielen, ist jetzt Geschichte und versetzt uns in die Lage, zurück in die Zeit der Science Fiction zu blicken. Diese Historisierung der Zukunft fordert den Künstler heraus, der nach Erfolgen u.a. 2006 am ZMK in Karlsruhe und in der Neuen Nationalgalerie Berlin in der Ausstellung Berlin-Tokyo/Tokyo-Berlin im Februar erneut nach Deutschland kommt.

Auch dieses Mal stehen auf dem Eröffnungsprogramm am 18. Februar Performances. Wer diesen einfallsreichen Künstler noch nicht kennt, wird von seinen zahlreichen humorvollen Performances überrascht sein, in denen er Spiele sowie ihre Sets und Utensilien nach seinen Vorstellungen variiert. Unbedingt sehenswert sind die Videos in der Installation und das Video des legendären „Coffee&Milk&Sugar“ eine Art Caffé-Latte-Tisch-Tennis à la Kaihatsu! Dieser Name, der im Japanischen ‚Entwicklung’ bedeutet, ist sein Programm, das die Eröffnung am 18. Februar zu einem Ereignis macht. Die Ergebnisse sind ab 22. Februar im Galeriehaus am Klosterwall zu besichtigen.

 

 

 

 

01.01.1970
-
01.01.1970
Rikuo Ueda
Wind Drawing
02.07.2010
-
27.08.2010
Wind Drawing

Wir sind sehr stolz, ein weiteres Mal die aktuellen Werke von Rikuo Ueda hier in Hamburg präsentieren zu können. Rikiuo Ueda erhielt bereits 2001 während der Osaka-Trienale in Japan einen Preis, den das Goethe Institut in Osaka und die Freie und Hansestadt Hamburg ausgeschrieben hatten. Im darauf folgenden Jahr wurde Ueda als Artist-in-Residence hier nach Hamburg eingeladen, dies im Zusammenhang der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Osaka. Die neue Ausstellung ist diesmal verknüpft mit einer mobilen Work in Progress Wind-Installation, die in der Umgebung der Mikiko Sato Gallery stattfinden wird.

In seinem Werk versucht Rikuo Ueda, die Verbindung zwischen dem Menschen und der Natur, in der er lebt und von der er nicht zu trennen ist, deutlich zumachen. Er möchte die ursprüngliche und aufregende Kraft des Windes konservieren. Die durch Wind oder gar Sturm in Bewegung versetzten Zweige lässt er ihre Wege mit an ihnen befestigten Stiften oder eigenen Beeren auf Papier übertragen. Oder Ueda baut kleine Häuser bzw. Hütten, in welchen grosse mechanische Ruder die Stimme des Windes in das Innere transportieren und auf Papier bringen. So wie bei seiner Windhaus-Installation, welche 2006 hier in Hamburg im Jenisch Park beim Ernst Balach Haus stattfand. Mit seinen Werken gibt er eine Form dem, was im Grunde keine Form hat.

Die Bilder, die entstehen, sind sowohl tief in der japanischen Kunst-Tradition wie auch in den Traditionen des Zen und dessen Verständnis von Natur und Kunst verwurzelt. Augenblicklich fühlt man sich an expressionistische Kaligraphien erinnert oder gar an die monochrome Tuschemalerei mit ihrem buddhistischen Hintergrund, welcher auch für Ueda bei seiner Arbeit eine bedeutende Rolle spielt.

Die spontane, ungeplante und ursprüngliche Form, die die Bilder annehmen, entspricht dem japanischen Zen-Ideal, Schönheit im "Unperfekten" zu finden. Ob man nun die Tee-Zeremonie, die Gartenbaukunst, die Töpferei oder irgendeine andere Art des künstlerischen Ausdrucks nimmt, die Schönheit liegt nicht in der Perfektion, sondern in der Asymetrie, im Riss einer Vase oder der Delle in einer Teeschale oder in der ungeraden Anzahl von Gegenständen oder Blumen. Wie in der Natur gleicht auch kein Werk Uedas einem anderen, alles ist einzigartig. So spiegelt sich die Natur und damit auch der Kosmos sowie der Mensch als Teil dieses in seinem Werk wieder.

Diese Behandlung des Sujet des Windes, der sich Ueda in seinen Werken widmet, ist eng verbunden mit seinem eigenen Leben. Nach dem Abschluss des Studiums der Technik liess sich Ueda vom Wind um die Welt tragen, um Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln und der Enge der industriellen Gesellschaft zu entgehen. Auf dieser entbehrungsvollen Reise traf Ueda auch bewusst auf die vielseitige, unberechenbare Kraft des Windes, deren besondere Bedeutung sich durch sämtliche Kulturen zieht. Auch fand Ueda auf diese Weise zurück zu seinen eigenen japanischen kulturellen Wurzeln, die einen starken Einfluss auf sein Werk bekamen.

Während die Natur bzw. der Wind die Werke entstehen lassen, zeigen die von Ueda konstruierten Apparaturen die andere Seite Japans. In diesem Zusammenspiel zeigen sich die beiden Aspekte Japans, die im Einklang miteinander harmonieren. Naturverbundenheit und Technologie.

 

Vernissage: 01. Juli 2010 / 19.00 Uhr

Shinsaku Horita
Ein Wasser, vier Sichtweisen
13.04.2010
-
28.05.2010
Ein Wasser, vier Sichtweisen

Das Material Aluminium strahlt die trockene und silberne Atmosphäre aus. Hinzu kommen die wirbelförmigen Windungen und ungestüm rasende Linien. Sie erinnern uns an den Winter im Norden, an einen Schneesturm.

 

Im Südosten der nördlichen Insel Hokkaido liegt die Stadt Obihiro, die einst von den Ainu-Ureinwohnern Tukapchi (Übersetzt: Geist) genannt wurde. Heute heißt die Unterpräfektur, in der Obihiro liegt, Tokachi. Shinsaku Horita wurde in diesem reichen Flachland am pazifischen Ozean geboren und ist dort aufgewachsen.

Nobuyuki Osaki
Phantom Water Drawing
15.09.2009
-
03.11.2009
Phantom Water Drawing

Gemeinschaftseröffnung mit Shuttleservice

 

Zum Saisonstart am 11. September eröffnen 13 Galerien im Kontorhausviertel ihre Herbst-Ausstellungen.

 

weitere infos unter www.mikikosatogallery.com/upcoming

TOSHIFUMI HIROSE
SONO - UTOPIA GARDEN
24.07.2009
-
04.09.2009
SONO - UTOPIA GARDEN

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie bunte dreidimensionale Puzzles. Die Skulpturen des 1971 in Gifu/Japan geborenen Künstlers Toshifumi Hirose, die Ende Juli 2009 in der Mikiko Sato Gallery gezeigt werden, kommen verspielt daher und erweitern dabei gewohnte Seherfahrungen und Gewissheiten der Wahrnehmung.

 

Die Motive der Skulpturen von Toshifumi Hirose entstammen der urbanen Umgebung, bevorzugte Sujets sind Architektur und der Mensch in ihr. Insbesondere gewöhnliche Gebäude wie Einkaufszentren und Freizeitparks wecken Hiroses Interesse. Orte, wo Menschen für kurze Zeit zusammenkommen und schon bald wieder auseinander gehen. Orte, deren Ganzes erst dadurch entsteht, dass sich die verschiedenen Wege der Menschen kreuzen und sich miteinander zu komplexen Raum-Zeit-Gefügen verweben.

 

Die Herausarbeitung dieser Gefüge bedeutet für Hirose die Transformation der urbanen Motive: Zunächst fotografisch festgehalten, werden die Motive zeichnerisch vereinfacht, in einzelne Flächen zerlegt, in dreidimensionale farbige Formen übersetzt, dabei in ihrer Tiefenerstreckung verändert, perspektivisch verzerrt. Die Skulpturen erscheinen so als in den Raum gebrachte, plastische Malerei und sind doch mehr: Sie ermöglichen eine ungewohnte Perspektive auf die Ausgangsmotive.

Hirose spricht von der Erzeugung eines "Paradox-artigen Raums, der unter der Oberfläche kompliziert verwickelt ist". Räumliche Tiefe wird zur bildhaften Oberfläche, Perspektivlinien erweisen sich als irreführend, der Blick in verborgene Tiefen der Oberflächen scheint möglich. Der Künstler bezieht sich dabei auf alltägliche Erfahrungen von Wahrnehmungsverschiebungen: Ein Gebäude erscheint einem bei nächtlicher Beleuchtung als ein flaches Schild, ein Baum davor wird zum Schatten.

Der Blick in die verborgenen Tiefen der Oberflächen ist dabei auch ein Blick auf die Zeitachsen der Körper. So zum Beispiel bei einer sitzenden, wartenden Figur, deren Verweilen sich räumlich aufgestaut zu haben scheint, sichtbare Form und raumplastisches Gebilde geworden ist.

 

All diese elementaren Befragungen von Raum- und Zeitwahrnehmung finden in einem Ensemble statt, das Erinnerungen an Puzzles, Suchbilder und an das Spiel mit Bauklötzen evoziert und eine spielerische Auseinandersetzung nahe legt. Der Name "Utopia Garden" verweist auf diesen freien Raum der Befragung und Spiegelung, der Projektion und Vision, der Umwandlung und Formgebung. In den Worten von Hirose: "Es geht mir nicht darum, wie der Gegenstand aussieht " mich interessiert viel mehr die Luft zwischen mir und der Landschaft vor mir." - eine Luft voller Möglichkeiten zur Veränderung und Ahnungen auf das Kommende.

 

Text:Anika Heusermann

Masanori Suzuki
PEACE PARK
24.03.2009
-
08.05.2009
PEACE PARK

Vernissage

Freitag, 20.März 2009, 19:00 - 22:00 Uhr

Der Künstler wird anwesend sein.

Ken´ichiro Taniguchi
HECOMI STUDY #14
13.09.2008
-
31.10.2008
HECOMI STUDY #14

Vernissage

Samstag,13.Sept.2008, 19:00 - 22:00 Uhr

Der Künstler wird anwesend sein.

Musik-Performance von Satoshi Okamoto(sub-tle.):

ab 22:00 Uhr im Restaurant PANE E TULIPANI,

Klosterwall 23 (2 min Fuβweg)

Motoi Yamamoto
Ssakura / Cherry Blossom
19.05.2009
-
03.07.2009
Ssakura / Cherry Blossom
Akihiro Higuchi
DRESS
09.11.2008
-
30.01.2009
DRESS

Auf die Serie "Collection (Schmetterlinge)" von Akihiro Higuchi passt das japanische Sprichwort »Chiisana Shinsetsu Ookina Osewa« ,dass übersetzt etwa lautet: "Kleine Nettigkeit, große Nerverei". Denn der 1969 in Tokyo geborene Künstler gibt dem unscheinbaren,doch oft als Todessymbol erschreckenden oder zumindest lästigen Nachtfalter mit Wasserfarben ein neues, nettes Design. So nimmt der Nachtfalter große Mühen auf sich und macht sich schön wie ein im Sonnenlicht funkelnder Schmetterling, nur um dem Menschen zu gefallen. Denn das übergroße Ego des Menschen glaubt ja, alle Pracht sei nur zu seiner Freude da. Doch des Sammlers Lust an Farbe und Form ist nur zu haben um den Preis des Todes der aufgespießten Tiere. So steckt hinter der Nettigkeit dieses Hobbys eine verborgene Bosheit.

 

Mehr menschliche Freundlichkeit gegenüber dem Tier findet sich auf den ersten Blick bei Akihiro Higuchis Serie "Ausgestopfte Tiere". Puma mit Safari-Kleidung, Schlange in Wolle, Zebra im Streifengewand, Schaf im Pullover: Nicht zärtlich verhätschelte Haustiere werden hier durch modische Kleidung zu kulturgerecht designten Zwitterwesen vermenschlicht, sondern Nutz- und Wildtiere, deren sich der Mensch sonst für seine Kleidung bedient und die er bis auf die Haut ausplündert. Vor einigen Jahren, als er in Stuttgart studierte, hat Akihiro Higuchi in der Schweiz im Naturhistorischen Museum in Bern eine Fotodokumentation über den Beruf des Tierpräparators gesehen und war beeindruckt: Je nach anatomischer Bildung, Hilfsmitteln und Fähigkeit des Präparators entsteht dabei hohe Kunst oder ein eher grausliches Gebilde. Inzwischen arbeitet er selbst mit den Basiskörpern aus dem Zubehörhandel der Taxidermisten. Aber er versetzt die Kopien der nackten Tierkörper nicht mit Pelz wieder inden scheinbaren Naturzustand, er macht aus Naturmodellen Denkobjekte.

 

Akihiro Higuchis Anliegen sind nicht oberflächliche Tierschutzideen. Er hat nichts gegen die Nutzung der Tiere, hat er doch gar Handtaschen aus Dinosaurierhaut gestaltet. Die Geste, dem Tier einen Teil seiner vorher geraubten "Originalverpackung" aus schön gemusterter Haut oder weichem Pelz umdesignt zurückzugeben ist ein ironisches Spiel mit den Erwartungen und Gewohnheiten im Umgang mit aller Natur. Und so steht hinter der scheinbaren, vielleicht asientypisch empfundenen Nettigkeit dieser Tiermode eine Kritik an der Selbstüberschätzung des Menschen, die Natur, koste es was es wolle, nach seinen Vorstellungen zu formen. Text - Hajo Schiff

 

(c) Mikiko Sato Gallery