Galerie Commeter

 

mit Sarah Moon, Lars Zech, Gregor Törzs, Alex Timmermanns und Li Trieb

Messe " Positions" Berlin
14.09.17  -  17.07.17

 

 

Traum, Zeit und Ewigkeit, das sind, in Abwandlung der bekannten physikalischen Größen, die allzu menschlichen Bezugssysteme, in denen Klaus Schweier die großen Themen der Menschheitsgeschichte findet und neu interpretiert. Der Traum vom Fliegen, der Schöpfungsmythos, das Werden und Vergehen, der Mensch als Jäger und Gejagter, als anthropomorphes oder als göttlich inspiriertes Wesen erscheinen in seinen Bildern in so offenen wie assoziationsreichen Erzählungen. Dabei geht er formal ganz neue Wege: Er hat Techniken im Bereich der Malerei, Zeichnung und Radierung entwickelt, die es ihm erlauben, auch mit anderen Bildträgern als der Leinwand zu arbeiten, sich mit Hinterglasmalerei und Spiegelätzung beschäftigt und Colanyl-Farben verarbeitet, die je nach Wasseranteil den Charakter von Ölfarben, Tempera oder Aquarell annehmen können. Schweier malt wie ein Hexenmeister. Im sukzessiven Prozess der Bildentstehung verwendet er auch Materialien wie Teer, Kreide und Lack. Und zu all dem kommen Stoffe, die sich nicht einfach miteinander verbinden lassen, etwa Spiritus, Terpentin und Schellack.

 

Schon in seinen frühen Arbeiten hat er innovative Techniken genutzt, um uralte archaische Formen und Zeichen in einen gegenwärtigen Kontext zu bringen. Inzwischen hat er die Methodik perfektioniert und ein kleines Universum geschaffen, das von den Masken des Daseins erzählt, von Mythen und Legenden, von Menschen im Urzustand und in einer fröhlichen Liaison mit Tieren, mit Hunden, Hirschen, Vögeln, Fischschwärmen, aber auch Pflanzen, Blumen und Sternen. Dabei geht es immer um das Ganze, um die großen Antipoden des Daseins, um Leben und Tod, Himmel und Hölle, Angst und Glück. Klaus Schweier, geb. 1956 in Heidenheim, studierte von 1977 bis 1983 an der HdK Berlin bei Professor Bergmann. Nach einem Studienaufenthalt in Paris, unterrichtete er von 1992 bis 1994 an der Hochschule der Künste und lebt seitdem als freier Künstler in Berlin. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

Klaus Schweier
Reden ist silber...
02.06.17  -  15.07.17

 

 

Im Zentrum von Li Triebs künstlerischem Schaffen steht die Auseinandersetzung mit der Zeiterfahrung. Unter dem Titel „Archiv der Augenblicke” untersucht sie in zentralen Werkgruppen verschiedene Möglichkeiten von erfahrener und gemessener, von subjektiv erlebter und objektiv beobachteter Zeit. Seit 01. 01. 2000 arbeitet sie an Serien, die durch ein äusserst konsequentes Lebens- und Gestaltungskonzept entstehen. So definiert sie jeden Morgen die Himmelsfarbe in Worte und fertigt eine Photographie an. Mit reinen Pigmenten zeichnet sie schliesslich Wolkenformationen, deren Vergänglichkeit sich in der ephemeren Technik der unfixierten Zeichnung spiegelt. Auch der Zyklus der Graphitzeichnungen “Wasser” spielt mit dem Faktor Zeit, indem die Künstlerin die sinnliche Erfahrung einer sich stetig bewegenden Wasseroberfläche in vielen Schichten feinster Strichlagen zu einer scheinbaren Momentaufnahme verdichtet. Insgesamt ergibt sich aus den einzelnen Facetten eine konzeptuell beeindruckend dichte, künstlerisch sensible und vielschichtige Gesamtinstallation zum Thema Zeit.               Elke Kania

 

Sie untersucht in unterschiedlichen Werkgruppen, inspiriert von Himmel und Wasser in all seinen Erscheinungsformen, verschiedene Möglichkeiten von erfahrener und gemessener, von subjektiv erlebter und objektiv beobachteter Zeit. Li Trieb hierzu: „Meine Arbeiten sind gebannte Momente der Aufmerksamkeit. Jeder Augenblick verweist auf vergangene und kommende Augenblicke. Jeder Moment des Erkennens und Durchdringens erscheint als etwas, das sich immer nur ankündigt und doch nie ganz Gegenstand werden kann. Was immer ich erlebe, was mir Gegenstand der Betrachtung wird, ist nur ein Gegenstand unter unendlich vielen, nur ein Augenblick Zeit in einer endlos scheinenden Aufeinanderfolge von Augenblicken."

Li Trieb
Archiv der Augenblicke
29.03.17  -  13.05.17

 

 

best of all artists

alle Künstler der Galerie
bright days ahead - best of all artists
07.12.16  -  15.02.17

 

 

Makarov provoziert die Grenzen der Wahrnehmungsfähigkeit und täuscht die Sinne, indem er seine Sujets in einen transparent-nebligen Schleier hüllt. Reales verschmilzt mit dem Irrealen; es geht ihm darum, visuell Erfassbares zu vermitteln, zugleich die Wirklichkeit zu verschleiern und die Szenerien atmosphärisch zu verändern. Sujets werden zugunsten der Suggestivkraft entfremdet.  

Je weiter sich die Darstellung vom stets nachvollziehbaren Realitätsgehalt entfernt und die persönliche Impression obsiegt, vermag sie heterogene, auch illusionistische Assoziationsmöglichkeiten zu vermitteln.

Nikolai Makarov, geboren 1952 in Moskau, machte seinen Meisterschülerabschluß bei Prof. W. Klemke  an der Akademie der Künste Berlin, ist seitdem freischaffender Künstler und in verschiedenen Stiftungen und Vereinen als Vorstandsmitglied  aktiv.

 

Nikolai Makarov
Spuren des Lichts
31.03.16  -  30.05.16

 

 

... Das Licht hat dann eine Kraft, wenn es die Farbe wachruft. Minjung Kim zeigt uns die Leuchtkraft der Tusche. Es sind Tiefenräume, die uns mit Staunen, vor allem aber mit Sehnsucht erfüllen. Es ist die Sehnsucht nach der Weite. Da wir nicht fliegen können, nagelt uns diese Sehnsucht in der Betrachtung fest. Ja, es gibt solche Gegenden auf der Welt, da möchte man in Ewigkeit verharren, sich von Licht nähren, in die Erde gerammt der Sehnsucht frönen, sich in ihr auflösen wollen. Die Weite in den Aquarellen von Minjung Kim ist ein Klangraum. Die sich lichtenden Hügellinien sind eine Melodie. Jedes dieser Aquarelle ist ähnlich und verschieden. Es ist, als gäbe es nichts zu erfinden, weil alles schon da ist. Welch eine Ruhe, Eine sinkende, schwebende, leichte Ruhe. Auch wenn die Sehnsucht an uns zerrt, erfüllt uns der Blick in die Ferne mit Ruhe.

Minjung Kim löst Gegensätze auf, ohne die Antagonismen aufzuheben. Ein Paradox! Das ist das ungewöhnliche dieser Arbeiten. Zum einen stehen wir nicht vor diesen Aquarellen. Wir erleben sie als Realität und Welt. Wir sind Teil dieser Realität, dieser Welt. Wir sind der Betrachter im Bild. Wir schauen uns über die eigene Schulter. Sind mit dem Licht, der Weite und der Ferne osmotisch verbunden. Zum anderen erfasst unser Blick ein Aquarell, ein Kunstwerk, das uns auf Distanz hält, über das unser Augen wandern, wir nehmen es erkenntnishaft wahr. Und in dem Moment kehrt die Ruhe in uns ein, als ein Klingen, Aufklingen, und Verklingen, als eine Ausdehnung, die sich in der Tiefe des Raumes verliert, als eine Ausweitung unser selbst. Diese wunderbare Schattierung des Lichts, die alles zulässt, was die Mystische Ruhe nicht stört.

 

Jean-Christophe Ammann - Kurator

Minjung Kim
Der Klang des Lichts
06.11.14  -  10.01.15

 

 

"Funk is about what you don"t play.” Mit diesem Zitat des amerikanischen Saxophonisten Marceo Parker umschreibt Stephan Heggelke sein künstlerisches Schaffen - Gemälde die ihren großen Zauber im Nicht-Sichtbaren entfalten und gleichzeitig hoch dekorative Portraits betörend schöner Frauen sind, japanischer Geishas. Heggelke lockt uns damit auf die Spur einer Japanbegeisterung, die sich in der Moderne immer wieder in die europäische Kunst eingebrannt hat und auch in der Gegenwartskunst ungebrochen weiter wirkt. Die Frauen in ihren farbenprächtigen Kimonos bleiben in diesen Bildern Verheißung und Verlockung zugleich. Ihre Schönheit und Anmut ist der Ausdruck einer perfekten Illusion, die sich aber nur in unserer Phantasie vollenden kann, denn sie haben sich uns ab- und einer Welt zugewandt, die wir für uns selbst entdecken müssen. Sie öffnen uns dadurch den Blick für das Verborgene, das Geheimnis, die Stille, einen Ort, der auf uns selbst zurückweist, einen Ort, an dem die Zweifelsfälle des Lebens aufgehoben sind in der Gewissheit, dass es keine Gewissheit gibt, noch nicht einmal für einen Augenblick. Die Form ist sichtbar, doch das Erhabene, das uns Anrührende und Bewegende können wir, frei nach Kant, in diesen Bildern für uns selbst finden. Und das ist doch eine große Freiheit.  Stephan Heggelke, 1963 in Hamburg geboren, studierte an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und erhielt 1992 den Xaver Fuhr Preis. Er wird seit 1996 durch die Galerie Commeter in Hamburg vertreten.  

Stephan Heggelke
Reiz des Verborgenen
18.02.15  -  28.03.15

 

 

"Da kann man stundenlang hinausschauen das Meer schaut doch nie zurück!"

Nichts geringeres als die Erhabenheit der Natur ist das Thema des 1960 in Husum geborenen Jochen Hein. "Der Wunsch des Menschen, mit etwas Größerem als sich selbst in Kontakt zu treten, ist der Anstoß für meine Bilder und fortwährender Motor meiner Arbeit", sagt Hein über seine Werke, die heimische Landschaft zeigen. Nicht anachronistisch, sondern zeitlos sind diese Naturstudien, die in ihrer Genauigkeit und Brillanz an deutsche Romantiker erinnern, und in ihrer atmosphärischen Dichte wie das Kondensat eines Augenblicks wirken. Manche seiner Bilder sind kaum größer als ein Schulheft, andere füllen eine ganze Museumswand. Doch gleich welchen Formats: Sie zeigen Kraft, Weite und Rätselhaftigkeit einer Natur, die der Mensch zwar berühren und gestalten kann, die jedoch ebenso gut ohne den Menschen auskommt.

Jochen Heins Bilder eröffnen dem Auge des Betrachters eine Tiefe, einen Reichtum an Details und Strukturen, deren Qualität über jede technische Reproduktion hinausreicht. Heins Motive sind kollektive Urbilder - wie Baum, Gras, Meer - , die er in aufwendigem Malprozeß in dünnen Farbhäuten auf kompakten, geradezu plastischen Leinwänden umsetzt. "Die Spannung zwischen der Raumwirkung der Bilder, aus der Ferne, und ihrer banalen materiellen Beschaffenheit, aus der Nähe betrachtet, spiegelt die Spannung, die zwischen Erwartung und Wirklichkeit liegt."

Heins Gemälde, die wir in unserer Reihe Standpunkt zeigen, sind funkelnde Objekte von großem malerischen Reiz und zugleich Fenster, die in eine uns scheinbar vertraute, doch nie zu ergründende Natur führen.

Dr. Christoph Heinrich, Leiter der Galerie der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle  

Jochen Hein
Die Zeit anhalten
11.09.14  -  31.10.14

 

 

Klaus Schweier, geb. 1956 in Heidenheim, studierte von 1977 bis 1983 an der HdK Berlin bei Professor Bergmann. Nach einem Studienaufenthalt in Paris, unterrichtete er von 1992 bis 1994 an der Hochschule der Künste und lebt seitdem als freier Künstler in Berlin. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

 

Klaus Schweier
Wenn Gedanken Reisen
22.05.14  -  19.07.14

 

 

"Funk is about what you don"t play.” Mit diesem Zitat des amerikanischen Saxophonisten Marceo Parker umschreibt Stephan Heggelke sein künstlerisches Schaffen - Gemälde die ihren großen Zauber im Nicht-Sichtbaren entfalten und gleichzeitig hoch dekorative Portraits betörend schöner Frauen sind, japanischer Geishas. Heggelke lockt uns damit auf die Spur einer Japanbegeisterung, die sich in der Moderne immer wieder in die europäische Kunst eingebrannt hat und auch in der Gegenwartskunst ungebrochen weiter wirkt. Die Frauen in ihren farbenprächtigen Kimonos bleiben in diesen Bildern Verheißung und Verlockung zugleich. Ihre Schönheit und Anmut ist der Ausdruck einer perfekten Illusion, die sich aber nur in unserer Phantasie vollenden kann, denn sie haben sich uns ab- und einer Welt zugewandt, die wir für uns selbst entdecken müssen. Sie öffnen uns dadurch den Blick für das Verborgene, das Geheimnis, die Stille, einen Ort, der auf uns selbst zurückweist, einen Ort, an dem die Zweifelsfälle des Lebens aufgehoben sind in der Gewissheit, dass es keine Gewissheit gibt, noch nicht einmal für einen Augenblick. Die Form ist sichtbar, doch das Erhabene, das uns Anrührende und Bewegende können wir, frei nach Kant, in diesen Bildern für uns selbst finden. Und das ist doch eine große Freiheit.   Stephan Heggelke, 1963 in Hamburg geboren, studierte an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und erhielt 1992 den Xaver Fuhr Preis. Er wird seit 1996 durch die Galerie Commeter in Hamburg vertreten.

Stephan Heggelke
Reiz der Stille
15.08.12  -  15.09.12

 

 

Die Materialität und Spiritualität von Farben ist der Ausgangspunkt für die Malerei von Sybille Hermanns. Sie hat mehrere Projekte sakraler Kunst realisiert, Kirchenwände und Fenster in intensiven Farbwelten gestaltet und ist dafür 2002 auch ausgezeichnet worden. Heute zeigen ihre auratischen Farbräume meist Motive des Himmels und des Meeres. Es sind malerische "Farblandschaften", die zwar keinen Naturausschnitt im engeren Sinn wiedergeben, aber doch unsere Vorstellungen und Erfahrungen nachvollziehen. Die Weite und Leichtigkeit des Horizonts, die Direktheit und Unmittelbarkeit des Meeres übersetzt Hermanns aus einem Innenraum heraus für ein "rauschendes Fest" der Farben, wie die Kunsthistorikerin Dr. A. Otte schrieb, und für Bilder, die für uns dadurch zum "Ort einer so sinnlichen wie sublimen Seherfahrung" werden.

Sybille Hermanns, geb. 1963 in Osnabrück, studierte an der heimischen Universität Kunst- und Religionswissenschaften und ist seitdem freischaffende Künstlerin. Lehraufträge an verschieden internationalen Akademien für Kunst und Gestaltung. Ihre Bilder wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt.  

Sybille Hermanns
weite Himmel und so nah
16.05.12  -  16.06.12

 

 

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", schrieb einst Hermann Hesse. Als die Commeter sche Kunsthandlung vor 190 Jahren, im Oktober 1821, in der Johannisstraße ihr erstes Domizil bezog, war es das erste Unternehmen seiner Art in Hamburg. Die Anfänge der Galerie überstrahlen die kommenden Jahrzehnte jedoch vor allem auch, weil sie eine viel größere Bedeutung in ihrer Zeit hatte, als es das makeln mit "Gemälden und Kunstsachen", wie man damals sagte, heute je haben könnte.

Ernst Georg Harzen (1790-1862) und Matthias Commeter (1791-1969), die beiden Gründerväter, haben das Kunstleben in Hamburg bis 1847 wesentlich mitbestimmt und geprägt. Zudem erhielt die Hansestadt mit dem Vermächtnis der beiden international renommierten Händler und Kunstsammler 30.000 Druckgraphiken und Zeichnungen u.a. von Dürer, Rembrandt und Raffael, die den Weltruhm des Kupferstichkabinetts der Kunsthalle begründeten. "Ohne Harzen und Commeter", schrieb Alfred Lichtwark, der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle später, sei "eine tiefere künstlerische Bildung in Hamburg nicht zu erwerben".

Eine bestimmende Institution im Hamburger Kunstleben ist die Galerie auch nach der Gründerzeit geblieben: 1847 übernahmen Wilhelm Becker und Christian Meyer, langjährige Mitarbeiter, die inzwischen am Neuen Wall 29 residierende Kunsthandlung. Auf sie folgte 1878 Wilhelm Suhr, der Nachkomme einer alten Hamburger Malerfamilie. Er verlegte die Geschäftsräume in die Hermannstraße, bot den von Alfred Lichtwark geförderten Hamburger Realisten und Impressionisten ein Forum und führte die Galerie in die Aufbruchszeit der Moderne. In dieser bedeutenden Ära war Commeter die erste Galerie, die Munch, Nolde und die Expressionisten der "Brücke" in Hamburg zeigte. Schon 1897 hatte Wilhelm Suhr seinen Sohn als Teilhaber einbezogen. Unter der Leitung von Wilhelm Suhr Junior fanden die Galerie und der damals angeschlossene Kunstverlag 1908 eine neue Heimat in einem prächtigen Jugendstilhaus in der Hermannstraße direkt am Hamburger Rathaus. Ein großes Geschäftshaus in der Innenstadt, das allein dem Kunsthandel diente! Heute wäre das undenkbar. Kein Wunder, dass Gustav Pauli, Lichtwarks Nachfolger in der Kunsthalle, seinem Vorwort zur Jubiläumspublikation1921 den Titel "Der Kunsthandel im Dienst der Kultur" gab.

1952 übernahm, für eine nur kurze Episode, Andreas Suhr die Galerie. Auf ihn folgte 1969 seine Tochter Hella Suhr zusammen mit ihrem Mann Bernd Sommer, die ihre beiden ersten Ausstellungen Dali und Hrdlicka widmeten, aber auch die alten Kontakte der Galerie zu den "Brücke"-Malern pflegten. Von Hella Suhr wurde das Zepter der Geschäftsführung 1997 weitergereicht, natürlich in der Familie: Carola Persiehl, deren Ur-Urgroßvater Wilhelm die Commert sche Kunsthandlung einst übernommen hatte, leitet die Geschäfte bis heute. Und mit ihr ist die Galerie im Zentrum der Kunst der Gegenwart angekommen: In der Galerie Commeter sind Künstler wie Zoyt, Stephan Heggelke, Klaus Schweier oder Jonas Kötz mit Malerei und Bildhauerei zu Hause, 2007 hat Carola Persiehl zudem zusammen mit Oliver Heine die Schwestergalerie Persiehl und Heine gegründet, die sich auf Fotografien zeitgenössischer Künstler spezialisiert hat, u.a. wurden Ausstellungen mit Werken von Matthias Bothor, Kenro Izu, Doug & Mike Stam und Gregor Törzs gezeigt. Für ihr Programm gilt eine Haltung, die von Beginn an prägend für die Galerie war: "Man muss sich in ein Bild verlieben, wenn man es empfehlen will", sagt Carola Persiehl über ihre Arbeit. Und fügt hinzu, dass das Wissen über Gegenwartskunst und Kunstgeschichte, aber auch viele Geschäftskontakte natürlich auch wichtig seien. Aber das liegt ja (fast) in der Familie.

Der Zauber, der allem Anfang innewohnt, hat sich damit bis in die Gegenwart erhalten: Kunstbegeisterung und Geschäftssinn, die Verbindung von Idealismus und Wissen mit der pragmatischen Maxime, dass auch das Gute, Wahre und Schöne seinen Preis hat, das ist das Erbe von Harzen und Commeter. Es hat sich durch all die Wechselfälle der Geschichte erhalten und bildet das solide Fundament für all die "Kunstsachen", die wir in der Commert schen auch in Zukunft entdecken dürfen.

190 Jahre Galerie Commeter
Künstler der Galerie
28.09.11  -  11.11.11

 

 

Traum, Zeit und Ewigkeit, das sind, in Abwandlung der bekannten physikalischen Größen, die allzu menschlichen Bezugssysteme, in denen Klaus Schweier die großen Themen der Menschheitsgeschichte findet und neu interpretiert. Der Traum vom Fliegen, der Schöpfungsmythos, das Werden und Vergehen, der Mensch als Jäger und Gejagter, als anthropomorphes oder als göttlich inspiriertes Wesen erscheinen in seinen Bildern in so offenen wie assoziationsreichen Erzählungen. Dabei geht er formal ganz neue Wege: Er hat Techniken im Bereich der Malerei, Zeichnung und Radierung entwickelt, die es ihm erlauben, auch mit anderen Bildträgern als der Leinwand zu arbeiten, sich mit Hinterglasmalerei und Spiegelätzung beschäftigt und Colanyl-Farben verarbeitet, die je nach Wasseranteil den Charakter von Ölfarben, Tempera oder Aquarell annehmen können. Schweier malt wie ein Hexenmeister. Im sukzessiven Prozess der Bildentstehung verwendet er auch Materialien wie Teer, Kreide und Lack. Und zu all dem kommen Stoffe, die sich nicht einfach miteinander verbinden lassen, etwa Spiritus, Terpentin und Schellack. Schon in seinen frühen Arbeiten hat er innovative Techniken genutzt, um uralte archaische Formen und Zeichen in einen gegenwärtigen Kontext zu bringen. Inzwischen hat er die Methodik perfektioniert und ein kleines Universum geschaffen, das von den Masken des Daseins erzählt, von Mythen und Legenden, von Menschen im Urzustand und in einer fröhlichen Liaison mit Tieren, mit Hunden, Hirschen, Vögeln, Fischschwärmen, aber auch Pflanzen, Blumen und Sternen. Dabei geht es immer um das Ganze, um die großen Antipoden des Daseins, um Leben und Tod, Himmel und Hölle, Angst und Glück.

Klaus Schweier
Das kleine Universum
24.02.11  -  27.04.11

 

 

In seiner neuen Ausstellung in der Galerie Commeter zeigt Zoyt neue Skulpturen, die er in ernster bildhauerischer Arbeit aus dem Holz gesägt, geklopft, geschnitten, geraspelt, geschliffen , geölt und teilweise bemalt hat sowie einige Bilder in Öl , die teilweise auf Holz oder Leinwand autonom- figurative Geschichten erzählen.

 

In der Tradition des frühen Aristide Maillol lässt Zoyt seinen Phantasien Gestalt annehmen. Meistens arbeitet er ohne Modell und es gelingt ihm trotzdem anatomisch korrekt zu arbeiten ohne sich die Freiheit nehmen zu lassen mit den Proportionen zu spielen, sie zu stauchen oder zu dehnen. Wenn eine gute Zeichnung ein passendes Stück Holz findet, wächst aus dem Material ein von ihm bestimmtes Wesen.

Wenn ich auch bei jeder Holzskulptur, fast bei Null anfange und mich frage, wie das gut gehen soll, so weiß ich auch aus Erfahrung, dass ein konzentriertes und entspanntes Vorgehen zu einem Ergebnis führen wird, dass dann mein Scheitern für mich erträglich macht. Die Kompromisse, auf die ich eingehen muss, schulde ich Respekt und wenn der Widerstand zu groß ist, weiß ich auch den zeitlichen Abstand zu nehmen um irgendwann später, einen neuen Anlauf zu unternehmen. So beharrlich wie ein Holzwurm reduziere ich das Material nach einem freien und doch fest gefügten Plan.

Zoyt
Neue Arbeiten
01.09.10  -  06.10.10

 

 

Stephan Heggelke

 

1963 in Hamburg geboren

1991 Studium an der Hochschule für angewandte Wissenschaften

1991 Xaver-Fuhr Preisträger

Seit 1996 vertreten durch Galerie Commeter, Hamburg

 

Stephan Heggelkes japanische Motive sind Hinweise auf die Art und Weise, wie die

Westliche Kunst seit dem Impressionismus auf die asiatische Ästhetik reagiert hat.

Die japanische Formensprache in den Bildern ist weniger die der Japaner, sondern die der

Postimpressionisten und anderer westlicher Künstler.

 

 

Stephan Heggelke
Neue Arbeiten
09.09.09  -  03.10.09