Galerie Commeter

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Makarov provoziert die Grenzen der Wahrnehmungsfähigkeit und täuscht die Sinne, indem er seine Sujets in einen transparent-nebligen Schleier hüllt. Reales verschmilzt mit dem Irrealen; es geht ihm darum, visuell Erfassbares zu vermitteln, zugleich die Wirklichkeit zu verschleiern und die Szenerien atmosphärisch zu verändern. Sujets werden zugunsten der Suggestivkraft entfremdet.  Je weiter sich die Darstellung vom stets nachvollziehbaren Realitätsgehalt entfernt und die persönliche Impression obsiegt, vermag sie heterogene, auch illusionistische Assoziationsmöglichkeiten zu vermitteln.

Nikolai Makarov, geboren 1952 in Moskau, machte seinen Meisterschülerabschluß bei Prof. W. Klemke  an der Akademie der Künste Berlin, ist seitdem freischaffender Künstler und in verschiedenen Stiftungen und Vereinen als Vorstandsmitglied  aktiv.

 

Nikolai Makarov
Spuren des Lichts
31.03.16  -  30.05.16

... Das Licht hat dann eine Kraft, wenn es die Farbe wachruft. Minjung Kim zeigt uns die Leuchtkraft der Tusche. Es sind Tiefenräume, die uns mit Staunen, vor allem aber mit Sehnsucht erfüllen. Es ist die Sehnsucht nach der Weite. Da wir nicht fliegen können, nagelt uns diese Sehnsucht in der Betrachtung fest. Ja, es gibt solche Gegenden auf der Welt, da möchte man in Ewigkeit verharren, sich von Licht nähren, in die Erde gerammt der Sehnsucht frönen, sich in ihr auflösen wollen. Die Weite in den Aquarellen von Minjung Kim ist ein Klangraum. Die sich lichtenden Hügellinien sind eine Melodie. Jedes dieser Aquarelle ist ähnlich und verschieden. Es ist, als gäbe es nichts zu erfinden, weil alles schon da ist. Welch eine Ruhe, Eine sinkende, schwebende, leichte Ruhe. Auch wenn die Sehnsucht an uns zerrt, erfüllt uns der Blick in die Ferne mit Ruhe.

Minjung Kim löst Gegensätze auf, ohne die Antagonismen aufzuheben. Ein Paradox! Das ist das ungewöhnliche dieser Arbeiten. Zum einen stehen wir nicht vor diesen Aquarellen. Wir erleben sie als Realität und Welt. Wir sind Teil dieser Realität, dieser Welt. Wir sind der Betrachter im Bild. Wir schauen uns über die eigene Schulter. Sind mit dem Licht, der Weite und der Ferne osmotisch verbunden. Zum anderen erfasst unser Blick ein Aquarell, ein Kunstwerk, das uns auf Distanz hält, über das unser Augen wandern, wir nehmen es erkenntnishaft wahr. Und in dem Moment kehrt die Ruhe in uns ein, als ein Klingen, Aufklingen, und Verklingen, als eine Ausdehnung, die sich in der Tiefe des Raumes verliert, als eine Ausweitung unser selbst. Diese wunderbare Schattierung des Lichts, die alles zulässt, was die Mystische Ruhe nicht stört.

 

Jean-Christophe Ammann - Kurator

Minjung Kim
Der Klang des Lichts
06.11.14  -  10.01.15

 

Stephan Heggelkes japanische Motive sind Hinweise auf die Art und Weise, wie die

Westliche Kunst seit dem Impressionismus auf die asiatische Ästhetik reagiert hat.

Die japanische Formensprache in den Bildern ist weniger die der Japaner, sondern die der

Postimpressionisten und anderer westlicher Künstler.

 

 

Stephan Heggelke
Neue Arbeiten
09.09.09  -  03.10.09

 

"Funk is about what you don"t play.” Mit diesem Zitat des amerikanischen Saxophonisten Marceo Parker umschreibt Stephan Heggelke sein künstlerisches Schaffen - Gemälde die ihren großen Zauber im Nicht-Sichtbaren entfalten und gleichzeitig hoch dekorative Portraits betörend schöner Frauen sind, japanischer Geishas. Heggelke lockt uns damit auf die Spur einer Japanbegeisterung, die sich in der Moderne immer wieder in die europäische Kunst eingebrannt hat und auch in der Gegenwartskunst ungebrochen weiter wirkt. Die Frauen in ihren farbenprächtigen Kimonos bleiben in diesen Bildern Verheißung und Verlockung zugleich. Ihre Schönheit und Anmut ist der Ausdruck einer perfekten Illusion, die sich aber nur in unserer Phantasie vollenden kann, denn sie haben sich uns ab- und einer Welt zugewandt, die wir für uns selbst entdecken müssen. Sie öffnen uns dadurch den Blick für das Verborgene, das Geheimnis, die Stille, einen Ort, der auf uns selbst zurückweist, einen Ort, an dem die Zweifelsfälle des Lebens aufgehoben sind in der Gewissheit, dass es keine Gewissheit gibt, noch nicht einmal für einen Augenblick. Die Form ist sichtbar, doch das Erhabene, das uns Anrührende und Bewegende können wir, frei nach Kant, in diesen Bildern für uns selbst finden. Und das ist doch eine große Freiheit.  Stephan Heggelke, 1963 in Hamburg geboren, studierte an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und erhielt 1992 den Xaver Fuhr Preis. Er wird seit 1996 durch die Galerie Commeter in Hamburg vertreten.  

Stephan Heggelke
Reiz des Verborgenen
18.02.15  -  28.03.15

"Da kann man stundenlang hinausschauen das Meer schaut doch nie zurück!"

Nichts geringeres als die Erhabenheit der Natur ist das Thema des 1960 in Husum geborenen Jochen Hein. "Der Wunsch des Menschen, mit etwas Größerem als sich selbst in Kontakt zu treten, ist der Anstoß für meine Bilder und fortwährender Motor meiner Arbeit", sagt Hein über seine Werke, die heimische Landschaft zeigen. Nicht anachronistisch, sondern zeitlos sind diese Naturstudien, die in ihrer Genauigkeit und Brillanz an deutsche Romantiker erinnern, und in ihrer atmosphärischen Dichte wie das Kondensat eines Augenblicks wirken. Manche seiner Bilder sind kaum größer als ein Schulheft, andere füllen eine ganze Museumswand. Doch gleich welchen Formats: Sie zeigen Kraft, Weite und Rätselhaftigkeit einer Natur, die der Mensch zwar berühren und gestalten kann, die jedoch ebenso gut ohne den Menschen auskommt.

Jochen Heins Bilder eröffnen dem Auge des Betrachters eine Tiefe, einen Reichtum an Details und Strukturen, deren Qualität über jede technische Reproduktion hinausreicht. Heins Motive sind kollektive Urbilder - wie Baum, Gras, Meer - , die er in aufwendigem Malprozeß in dünnen Farbhäuten auf kompakten, geradezu plastischen Leinwänden umsetzt. "Die Spannung zwischen der Raumwirkung der Bilder, aus der Ferne, und ihrer banalen materiellen Beschaffenheit, aus der Nähe betrachtet, spiegelt die Spannung, die zwischen Erwartung und Wirklichkeit liegt."

Heins Gemälde, die wir in unserer Reihe Standpunkt zeigen, sind funkelnde Objekte von großem malerischen Reiz und zugleich Fenster, die in eine uns scheinbar vertraute, doch nie zu ergründende Natur führen.

Dr. Christoph Heinrich, Leiter der Galerie der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle  

Jochen Hein
Die Zeit anhalten
11.09.14  -  31.10.14

Klaus Schweier, geb. 1956 in Heidenheim, studierte von 1977 bis 1983 an der HdK Berlin bei Professor Bergmann. Nach einem Studienaufenthalt in Paris, unterrichtete er von 1992 bis 1994 an der Hochschule der Künste und lebt seitdem als freier Künstler in Berlin. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

 

Klaus Schweier
Wenn Gedanken Reisen
22.05.14  -  19.07.14

"Funk is about what you don"t play.” Mit diesem Zitat des amerikanischen Saxophonisten Marceo Parker umschreibt Stephan Heggelke sein künstlerisches Schaffen - Gemälde die ihren großen Zauber im Nicht-Sichtbaren entfalten und gleichzeitig hoch dekorative Portraits betörend schöner Frauen sind, japanischer Geishas. Heggelke lockt uns damit auf die Spur einer Japanbegeisterung, die sich in der Moderne immer wieder in die europäische Kunst eingebrannt hat und auch in der Gegenwartskunst ungebrochen weiter wirkt. Die Frauen in ihren farbenprächtigen Kimonos bleiben in diesen Bildern Verheißung und Verlockung zugleich. Ihre Schönheit und Anmut ist der Ausdruck einer perfekten Illusion, die sich aber nur in unserer Phantasie vollenden kann, denn sie haben sich uns ab- und einer Welt zugewandt, die wir für uns selbst entdecken müssen. Sie öffnen uns dadurch den Blick für das Verborgene, das Geheimnis, die Stille, einen Ort, der auf uns selbst zurückweist, einen Ort, an dem die Zweifelsfälle des Lebens aufgehoben sind in der Gewissheit, dass es keine Gewissheit gibt, noch nicht einmal für einen Augenblick. Die Form ist sichtbar, doch das Erhabene, das uns Anrührende und Bewegende können wir, frei nach Kant, in diesen Bildern für uns selbst finden. Und das ist doch eine große Freiheit.   Stephan Heggelke, 1963 in Hamburg geboren, studierte an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und erhielt 1992 den Xaver Fuhr Preis. Er wird seit 1996 durch die Galerie Commeter in Hamburg vertreten.

Stephan Heggelke
Reiz der Stille
15.08.12  -  15.09.12

Die Materialität und Spiritualität von Farben ist der Ausgangspunkt für die Malerei von Sybille Hermanns. Sie hat mehrere Projekte sakraler Kunst realisiert, Kirchenwände und Fenster in intensiven Farbwelten gestaltet und ist dafür 2002 auch ausgezeichnet worden. Heute zeigen ihre auratischen Farbräume meist Motive des Himmels und des Meeres. Es sind malerische "Farblandschaften", die zwar keinen Naturausschnitt im engeren Sinn wiedergeben, aber doch unsere Vorstellungen und Erfahrungen nachvollziehen. Die Weite und Leichtigkeit des Horizonts, die Direktheit und Unmittelbarkeit des Meeres übersetzt Hermanns aus einem Innenraum heraus für ein "rauschendes Fest" der Farben, wie die Kunsthistorikerin Dr. A. Otte schrieb, und für Bilder, die für uns dadurch zum "Ort einer so sinnlichen wie sublimen Seherfahrung" werden.

Sybille Hermanns, geb. 1963 in Osnabrück, studierte an der heimischen Universität Kunst- und Religionswissenschaften und ist seitdem freischaffende Künstlerin. Lehraufträge an verschieden internationalen Akademien für Kunst und Gestaltung. Ihre Bilder wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt.  

Sybille Hermanns
weite Himmel und so nah
16.05.12  -  16.06.12

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", schrieb einst Hermann Hesse. Als die Commeter sche Kunsthandlung vor 190 Jahren, im Oktober 1821, in der Johannisstraße ihr erstes Domizil bezog, war es das erste Unternehmen seiner Art in Hamburg. Die Anfänge der Galerie überstrahlen die kommenden Jahrzehnte jedoch vor allem auch, weil sie eine viel größere Bedeutung in ihrer Zeit hatte, als es das makeln mit "Gemälden und Kunstsachen", wie man damals sagte, heute je haben könnte.

Ernst Georg Harzen (1790-1862) und Matthias Commeter (1791-1969), die beiden Gründerväter, haben das Kunstleben in Hamburg bis 1847 wesentlich mitbestimmt und geprägt. Zudem erhielt die Hansestadt mit dem Vermächtnis der beiden international renommierten Händler und Kunstsammler 30.000 Druckgraphiken und Zeichnungen u.a. von Dürer, Rembrandt und Raffael, die den Weltruhm des Kupferstichkabinetts der Kunsthalle begründeten. "Ohne Harzen und Commeter", schrieb Alfred Lichtwark, der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle später, sei "eine tiefere künstlerische Bildung in Hamburg nicht zu erwerben".

Eine bestimmende Institution im Hamburger Kunstleben ist die Galerie auch nach der Gründerzeit geblieben: 1847 übernahmen Wilhelm Becker und Christian Meyer, langjährige Mitarbeiter, die inzwischen am Neuen Wall 29 residierende Kunsthandlung. Auf sie folgte 1878 Wilhelm Suhr, der Nachkomme einer alten Hamburger Malerfamilie. Er verlegte die Geschäftsräume in die Hermannstraße, bot den von Alfred Lichtwark geförderten Hamburger Realisten und Impressionisten ein Forum und führte die Galerie in die Aufbruchszeit der Moderne. In dieser bedeutenden Ära war Commeter die erste Galerie, die Munch, Nolde und die Expressionisten der "Brücke" in Hamburg zeigte. Schon 1897 hatte Wilhelm Suhr seinen Sohn als Teilhaber einbezogen. Unter der Leitung von Wilhelm Suhr Junior fanden die Galerie und der damals angeschlossene Kunstverlag 1908 eine neue Heimat in einem prächtigen Jugendstilhaus in der Hermannstraße direkt am Hamburger Rathaus. Ein großes Geschäftshaus in der Innenstadt, das allein dem Kunsthandel diente! Heute wäre das undenkbar. Kein Wunder, dass Gustav Pauli, Lichtwarks Nachfolger in der Kunsthalle, seinem Vorwort zur Jubiläumspublikation1921 den Titel "Der Kunsthandel im Dienst der Kultur" gab.

1952 übernahm, für eine nur kurze Episode, Andreas Suhr die Galerie. Auf ihn folgte 1969 seine Tochter Hella Suhr zusammen mit ihrem Mann Bernd Sommer, die ihre beiden ersten Ausstellungen Dali und Hrdlicka widmeten, aber auch die alten Kontakte der Galerie zu den "Brücke"-Malern pflegten. Von Hella Suhr wurde das Zepter der Geschäftsführung 1997 weitergereicht, natürlich in der Familie: Carola Persiehl, deren Ur-Urgroßvater Wilhelm die Commert sche Kunsthandlung einst übernommen hatte, leitet die Geschäfte bis heute. Und mit ihr ist die Galerie im Zentrum der Kunst der Gegenwart angekommen: In der Galerie Commeter sind Künstler wie Zoyt, Stephan Heggelke, Klaus Schweier oder Jonas Kötz mit Malerei und Bildhauerei zu Hause, 2007 hat Carola Persiehl zudem zusammen mit Oliver Heine die Schwestergalerie Persiehl und Heine gegründet, die sich auf Fotografien zeitgenössischer Künstler spezialisiert hat, u.a. wurden Ausstellungen mit Werken von Matthias Bothor, Kenro Izu, Doug & Mike Stam und Gregor Törzs gezeigt. Für ihr Programm gilt eine Haltung, die von Beginn an prägend für die Galerie war: "Man muss sich in ein Bild verlieben, wenn man es empfehlen will", sagt Carola Persiehl über ihre Arbeit. Und fügt hinzu, dass das Wissen über Gegenwartskunst und Kunstgeschichte, aber auch viele Geschäftskontakte natürlich auch wichtig seien. Aber das liegt ja (fast) in der Familie.

Der Zauber, der allem Anfang innewohnt, hat sich damit bis in die Gegenwart erhalten: Kunstbegeisterung und Geschäftssinn, die Verbindung von Idealismus und Wissen mit der pragmatischen Maxime, dass auch das Gute, Wahre und Schöne seinen Preis hat, das ist das Erbe von Harzen und Commeter. Es hat sich durch all die Wechselfälle der Geschichte erhalten und bildet das solide Fundament für all die "Kunstsachen", die wir in der Commert schen auch in Zukunft entdecken dürfen.

 

190 Jahre Galerie Commeter
Künstler der Galerie
28.09.11  -  11.11.11

Traum, Zeit und Ewigkeit, das sind, in Abwandlung der bekannten physikalischen Größen, die allzu menschlichen Bezugssysteme, in denen Klaus Schweier die großen Themen der Menschheitsgeschichte findet und neu interpretiert. Der Traum vom Fliegen, der Schöpfungsmythos, das Werden und Vergehen, der Mensch als Jäger und Gejagter, als anthropomorphes oder als göttlich inspiriertes Wesen erscheinen in seinen Bildern in so offenen wie assoziationsreichen Erzählungen. Dabei geht er formal ganz neue Wege: Er hat Techniken im Bereich der Malerei, Zeichnung und Radierung entwickelt, die es ihm erlauben, auch mit anderen Bildträgern als der Leinwand zu arbeiten, sich mit Hinterglasmalerei und Spiegelätzung beschäftigt und Colanyl-Farben verarbeitet, die je nach Wasseranteil den Charakter von Ölfarben, Tempera oder Aquarell annehmen können. Schweier malt wie ein Hexenmeister. Im sukzessiven Prozess der Bildentstehung verwendet er auch Materialien wie Teer, Kreide und Lack. Und zu all dem kommen Stoffe, die sich nicht einfach miteinander verbinden lassen, etwa Spiritus, Terpentin und Schellack. Schon in seinen frühen Arbeiten hat er innovative Techniken genutzt, um uralte archaische Formen und Zeichen in einen gegenwärtigen Kontext zu bringen. Inzwischen hat er die Methodik perfektioniert und ein kleines Universum geschaffen, das von den Masken des Daseins erzählt, von Mythen und Legenden, von Menschen im Urzustand und in einer fröhlichen Liaison mit Tieren, mit Hunden, Hirschen, Vögeln, Fischschwärmen, aber auch Pflanzen, Blumen und Sternen. Dabei geht es immer um das Ganze, um die großen Antipoden des Daseins, um Leben und Tod, Himmel und Hölle, Angst und Glück.

 

Klaus Schweier
Das kleine Universum
24.02.11  -  27.04.11

Kenro Izu begann als Teenager damit, die Landschaft seiner Heimat Osaka, Japan, zu fotografieren und studierte dann Fotografie an der Nippon University of Art in Tokyo. 1972, im Alter von 21, ging Izu nach New York und eröffnete dort 1975 sein eigenes Studio. 1979 begann Izu damit, die Pyramiden und die Landschaften Ägyptens zu fotografieren. 1984 wurde ihm vom National Endowment of the Arts ein Stipendium verliehen, das es ihm ermöglichte, mit der Arbeit an seiner Serie über heilige Orte auf der ganzen Welt zu beginnen. Ägypten, Syrien, Jordanien, England, Schottland, Mexiko, Frankreich und die Osterinsel. Zuletzt hat er sich auf buddhistische und hinduistische Monumente in Süd-Ost-Asien konzentriert: Kambodscha, Burma, Indonesien, Vietnam und Indien. Izu arbeitet sehr hart daran, sicherzustellen, daß seine Fotografien die spirituelle Essenz dieser Stätten, die seit Jahrtausenden Menschen vieler Glaubensrichtungen berühren, zu übermitteln.

Viele dieser Orte sind heute durch Vernachlässigung, Umweltschäden oder dadurch, das sie übermäßiger menschlicher Präsenz ausgesetzt sind, gefährdet. Izu ist oft wochenlang durch Gegenden weit entfernt der Zivilisation gereist mit einer eigens hergestellten 300 Pfund schweren Kamera für Großaufnahmen und einer sehr begrenzten Anzahl von Negativen im Format 36 x 51cm. Nach seiner Ankunft, suchte er nach der idealen Perspektive wartete manchmal stundenlang auf die idealen Lichtverhältnisse und Luftdichte.

Im Studio druckt Izu die Negative auf Aquarellpapier, das er per Hand mit einer lichtempfindlichen Lösung beschichtet, die Platinchlorid enthält, um der Abbildung eine glänzende Tiefe zu verleihen. Er ist einer der sehr wenigen Fotografen, die das Platinprintverfahren verwenden und er hat sein Leben der Fotografie sowie der Perfektionierung des Platin Prints gewidmet.

Kenro Izus Arbeiten sind in den Sammlungen des Metropolitan Museum of Art, The Boston Museum of Fine Art, The San Francisco Museum of Modern Art und The Museum of Fine Arts in Houston vertreten, sowie in zahlreichen weiteren öffentlichen und privaten Sammlungen.

Kenro Izu
sacred India
18.11.10  -  12.01.11

Galerie Commeter zu Gast im Stilwerk

 

Für die Monate Oktober, November und Dezember zeigen wir im Stilwerk Hamburg, Große Elbstrasse 68 in 22767 Hamburg die neusten Skulpturen von Jonas Kötz

 

Meine Jungs

Sie machen nichts und sind doch so viel. Dabei stehen sie starr und still und stumm.

Also, was ist es, was sie so beliebt macht? Sind es die sprechenden Augen und dieser

"Ich-weiß-auch-nicht-mehr-als-du-Blick". Und dann diese Haltung. Nie überheblich

oder gar unterwürfig. Und doch sind sie etwas entrückt und verträumt es sollte ihnen entgegen gegangen werden: allein dabei kommt gute Laune auf.

Sie hören zu mit unendlicher Geduld, nimmermüdem Verständnis und liebevoller Vertrautheit. Sie haben immer Zeit, sind nie in Eile. Sie machen keine Moden mit, weder beim Anziehen noch beim Aussehen, sie sind nur sie selbst. Und so erinnern und mahnen uns die Kerle auch. Das muss sein, was ankommt. Die Jungs sind nicht Prahleprotz, sondern die Bescheidenheit in Eiche oder Bongossi.

Denn eins wollen wir gewiss nicht haben: Besserwisser weder aus Holz noch in Echt.

Andy Rausch

Freie Journalistin, Berlin

Jonas Kötz
zu Gast im Stilwerk
01.10.10  -  31.12.10

In seiner neuen Ausstellung in der Galerie Commeter zeigt Zoyt neue Skulpturen, die er in ernster bildhauerischer Arbeit aus dem Holz gesägt, geklopft, geschnitten, geraspelt, geschliffen , geölt und teilweise bemalt hat sowie einige Bilder in Öl , die teilweise auf Holz oder Leinwand autonom- figurative Geschichten erzählen.

 

In der Tradition des frühen Aristide Maillol lässt Zoyt seinen Phantasien Gestalt annehmen. Meistens arbeitet er ohne Modell und es gelingt ihm trotzdem anatomisch korrekt zu arbeiten ohne sich die Freiheit nehmen zu lassen mit den Proportionen zu spielen, sie zu stauchen oder zu dehnen. Wenn eine gute Zeichnung ein passendes Stück Holz findet, wächst aus dem Material ein von ihm bestimmtes Wesen.

Wenn ich auch bei jeder Holzskulptur, fast bei Null anfange und mich frage, wie das gut gehen soll, so weiß ich auch aus Erfahrung, dass ein konzentriertes und entspanntes Vorgehen zu einem Ergebnis führen wird, dass dann mein Scheitern für mich erträglich macht. Die Kompromisse, auf die ich eingehen muss, schulde ich Respekt und wenn der Widerstand zu groß ist, weiß ich auch den zeitlichen Abstand zu nehmen um irgendwann später, einen neuen Anlauf zu unternehmen. So beharrlich wie ein Holzwurm reduziere ich das Material nach einem freien und doch fest gefügten Plan.

 

 

Zoyt
Neue Arbeiten
01.09.10  -  06.10.10

"Prominentenportraits, jedoch nicht im herkömmlichen Sinne. Der Prominente selbst steht in diesem Falle hinter der Kamera, entspringend aus der Idee eines Seitenwechsels. Während er normalerweise stets vor der Linse steht und inszeniert wird (insbesondere Schauspieler), darf er hier Regisseur bzw. Fotograf sein und ein Portrait nach eigenen Vorstellungen kreieren.

Konsequenterweise habe ich mich als Fotografin auf die andere Seite begeben und mich als Modell zur Verfügung gestellt, Requisite, Kostüm und Umgebung nach der Idee der jeweiligen fotografierenden Person vorbereitet - Vorschläge gab es von beiden Seiten - , habe mich um die Technik gekümmert und

vor der Kamera agiert.   So entstand ein gemeinsames Werk." - Beba Lindhorst

 

 

"Wie herrlich, für Hundertstelsekunden die Macht zu besitzen, ein bleibendes Bild zu bestimmen!" - Peter Lohmeyer

 

 

Foto: Beba Lindhorst/ Peter Lohmeyer

Beba Lindhorst
Verkehrt Inszenierte Portraits
03.06.10  -  14.07.10

Galerie Commeter zu Gast im Stilwerk

 

Für die Monate Oktober, November und Dezember zeigen wir im Stilwerk Hamburg, Große Elbstrasse 68 in 22767 Hamburg eine Auswahl aus unserem laufenden Programm.

Malerei von Dorothee Bachem, Klaus Fußmann, Stephan Heggelke, Sybille Hermanns, Klaus Schweier und Frank-Michael Zeidler. Skulpturen von Jonas Kötz (Bild links) und Zoyt sowie Fotografien von Mathias Bothor und Gregor Törzs.

Künstler der Galerie
Galerie Commeter zu Gast im Stilwerk
01.10.09  -  30.12.09

Stephan Heggelke

 

1963 in Hamburg geboren

1991 Studium an der Hochschule für angewandte Wissenschaften

1991 Xaver-Fuhr Preisträger

Seit 1996 vertreten durch Galerie Commeter, Hamburg

 

Stephan Heggelkes japanische Motive sind Hinweise auf die Art und Weise, wie die

Westliche Kunst seit dem Impressionismus auf die asiatische Ästhetik reagiert hat.

Die japanische Formensprache in den Bildern ist weniger die der Japaner, sondern die der

Postimpressionisten und anderer westlicher Künstler.

 

 

Stephan Heggelke
Neue Arbeiten
09.09.09  -  03.10.09

Ciel Lourd

 

Manche unserer Träume stellen eine wundervolle Symbiose aus gelebter Realität und aus unseren Wünschen, Hoffnungen und verborgenen Intentionen dar. Und sie sind so intensiv, dass wir sie als Empfindung lange mit uns herumtragen, ob als Verstörung, als Beklemmung oder als heimliches Glück. Jeder kennt das, wenn man nachts und im Traum zu einem Anderen wird, sich in einer der Facetten wiederfindet, die Identität auszeichnet und für uns alle so widersprüchlich wie spannend macht. In

Erinnerung bleibt uns dieses Zwischenreich, in dem alle realen Begrenzungen im Blick auf uns selbst und auf unsere Welt scheinbar mühelos aufgehoben sind, meist jedoch nur als Emotion. Mein großer Wunsch war es, genau diese emotionale Erfahrung visuell nachzuvollziehen. "Ciel Lourd" schwerer Himmel ist die Reise

eines Menschen, der Dinge gesehen und erlebt hat, die ihn tief berührten, vielleicht war es ein altes Flugzeug, vielleicht ein verwunschenes Tor zu einem Park, vielleicht war er selbst ein Taucher in den frühen 1950er Jahren… Immer verschmelzen auf dieser Reise die Wirklichkeit, Wünsche und Träume zu einer eigenen, neuen Wahrheit.

Wie schon meine letzte Serie Boy on Safari kennzeichnet auch die Realisierung von Ciel Lourd mehrere radikale Vorgaben: Die unkontrollierbare Unterwasserwelt und ihr Leben, der große technische Aufwand und die körperliche Anstrengung dabei über längere Zeit unter Wasser zu arbeiten, war schon für sich betrachtet mit vielen

Unwägbarkeiten verbunden, die mir als Fotograf enge Grenzen setzten. Mein Unterwasser-Equipment habe ich inspiriert von den atemberaubenden fotografischen Arbeiten des Unterwasserforschers Hans Hass entwickelt und um eine Besonderheit

ergänzt: Die Fotos sind mit einer sehr lichtschwachen sechzig Jahre alten anaolgen Kamera und einem eigens dazu konzipierten Gehäuse entstanden. Für die Realisierung habe ich schließlich elf Matte Paintings benutzt die Motive werden auf Glasscheiben gedruckt, durch die hindurch fotografiert wird, um sie mit dem Hintergrund zu kombinieren. All das hat mich als Fotograf dazu gezwungen, sehr genau zu arbeiten, Stellung zu beziehen über etwas, das wir möglicherweise als

perfekten Ort wahrnehmen, das sich uns jedoch entzieht, sich uns nur in seiner eigenen inneren Wahrheit zeigt. Nach 250 Stunden unter Wasser und ca. 2000 gemachten Fotos, stellt Ciel Lourd nun eine Auswahl von 26 Bildern vor. Auf hauchdünnem Negativ gebannt tragen sie gerade noch genug Informationen, um unsere Gefühle zu inspirieren, und uns dazu zu verführen, die fehlenden Bildinformationen mit unseren eigenen Gedanken aufzufüllen.

Gregor Törzs
Ciel Lourd
26.03.09  -  16.05.09