artfinder Galerie | Mathias Güntner
Adresse: Admiralitätstr. 71 20459 Hamburg
Telefon: +49.(0)40. 41 91 95 90
Telefax: +49.(0)40. 280 560 87
Öffnungszeiten: Mi. - Fr. 12 -18 h, Sa. 12 - 15 h
Alexandra Ranner
Nebenmeer
10.09.2010
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23.10.2010
Alexandra Ranner (*1967 in Osterhofen, lebt in Berlin) arbeitet mit doppeltem Boden. Sie stellt real begehbare Großskulpturen oder kleinere Raummodelle her, schafft fotografische Abbildungen von selbst gebauten Räumen, spielt mit einer Realitätsebene, für die das Modell selbst die Vorlage bietet. Man könnte in ihrer Arbeit auch von einer „Raum-Umkehr-Situation“ sprechen. Verdoppelungen, Verzerrungen, Spiegelungen sind Teil ihrer künstlerischen Strategie.
Die Video-Arbeiten von Alexandra Ranner sind seltsam verrätselt und unterlaufen herkömmliche Erzählstrukturen. In ihrem aktuellen Video Silencio Súbito (Mann), das den Ausstellungsraum der Galerie dominiert, lauscht ein Mann angestrengt in die absolute Stille hinein. Der Raum ist karg ausgestattet. Ein Vorhang, der seitlich zu erkennen ist, bläht sich skulptural auf. Plötzlich und unerwartet wird die über dieser Szene lastende Stille zerrissen. Ranner spielt auch hier mit der diffusen Erwartungshaltung des Betrachters und führt eine Art leer laufende Suspense vor.
Alexandra Ranner ist seit 2007 Professorin für bildende Kunst an der UdK Berlin. Ihre Arbeiten wurden u. a. in folgenden Institutionen gezeigt: Arsenale (49. Biennale in Venedig), Statements (Förderkoje Art Basel), 1. International Triennale of Contemporary Art Yokohama, Kunstmuseum Wolfsburg, Kunsthalle Münster, Kunstmuseum Bochum, Kunstverein Hannover, Museo de Bellas Artes de Santander, MUMOK Wien... Aktuell ist ihre Arbeit auch im MARTa Herford, in der Ausstellung „Unsichtbare Schatten – Bilder der Verunsicherung“, zu sehen.
Isabelle von Schilcher
I dont't mind if you love me
30.05.2009
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28.08.2010
ISABELLE VON SCHILCHER (*1983 in Hilden, lebt in Berlin) besinnt sich in ihrer Arbeit auf das, womit sie sich zumindest einigermaßen auskennt: Sich selbst. In der Rolle der Frau, in der Rolle der Künstlerin, in der Rolle der Ich-Beobachterin, die auch die Fremdperspektive beherrscht. Bei ihren Selbsterkundungen montiert die Künstlerin den Spiegelschrank aus dem heimischen Badezimmer ab, um ihn als Lichtkasten für ein erotisch aufgeladenes, photographisches Selbstporträt zu benutzen. Aber: Ein Fussel im Dekolleté zerstört das perfekte Bild und treibt die Aussage der Arbeit in eine andere Richtung. In der Schönheit ist die Hässlichkeit verborgen, in der exhibitionistischen Geste die Scheu, etwas von sich selbst preiszugeben, in dem Wunsch nach hundertprozentiger Identifikation die gnadenlos kritische Distanz.
Und der Humor: Eine Photographie zeigt zwei Ponys, die auf einer schwedischen Waldlichtung grasen. Sie tragen Satteldecken. Auf der einen steht „love“, auf der anderen „hate“. Wie immer man dieses Spiel mit sprachlichen Zeichen und Bezeichnungen auch lesen mag, es bleibt eine merkwürdige Addition: „Wenn man die Liebe hasst und den Hass liebt, hasst man“, sagt Isabelle von Schilcher. Und das ist keinesfalls zynisch gemeint – Ambivalenz ist für diese Künstlerin ein Dauerzustand. In ihrer Arbeit kollidieren Mädchenphantasien von Pferdchen und rosa Kleidchen (in ihrem Examens-Video posiert sie als Ballerina auf einer überdimensionierten Spieluhr und versucht vergeblich, die Ballett-Position zu halten) mit dem alltäglichen Scheitern in der Erwachsenenwelt. Samuel Becketts Aufforderung „Fail better!“ erfährt bei Isabelle von Schilcher jedoch die Leichtigkeit, die sie verdient – Scheitern: Ja! Daraus Lernen: Ja! Unverbiestert mit der Frauenrolle spielen: Auf jeden Fall! Und dabei ruhig auf einem Grat wandern, der über Abgründe namens Kitsch und Sentimentalität hinweg führt – wenn es denn der Geschichte dient, die erzählt werden muss. (Dagrun Hintze)
Thorsten Brinkmann
Milkymaid im Upperfloor
30.01.2010
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15.05.2010
Thorsten Brinkmann (*1971 in Herne, lebt in Hamburg) zeigt bei seiner dritten Einzelausstellung in der artfinder Galerie neue Arbeiten, die explizit das Verhältnis von Subjekt und Objekt, von Mensch und Ding untersuchen.
Figurative Skulpturen zeigen sich als Kombination aus Ding und Körperfragmenten. Die Grenzen zwischen Objekt und Subjekt werden aufgeweicht. Den Gegenständen wächst eine organische Qualität zu, während Körperteile gegenständlich erscheinen.
In seinen Fotografien hat Brinkmann das Sujet „Stillleben“ neu entdeckt. Sie lassen ein assoziatives Spiel mit kunsthistorischen Referenzen zu, wie bereits seine Selbstportraits. In den Bildern ist die ursprüngliche Funktion der Objekte oftmals nicht mehr zu identifizieren. Ihre Bedeutung hat sich verschoben. Die Beziehung zwischen Signifikant und Signifikat wird dem Betrachter als eine brüchige vorgeführt.
Die Arbeiten von Thorsten Brinkmann wurden bis Anfang des Jahres im ICP New York gezeigt und sind aktuell in der Museumsausstellung „Das Fundament der Kunst – Die Skulptur und ihr Sockel in der Moderne“ in Heilbronn vertreten. 2010 werden seine Arbeiten u.a. in folgenden Institutionen zu sehen sein: Gerhard Marcks Museum Bremen, Arp Museum Remagen, Columbus University Ohio, Fotofestival Knokke, Fotofestival Lüttich. Im Herbst 2010 würdigt das Kolbe Museum in Berlin Thorsten Brinkmann mit einer Einzelausstellung.
Boran Burchhardt, Jacob Dahlgren, Joachim Grommek, Ola Kolehmainen, Gerold Tagwerker
COLOUR URBAN STRUCTURES
14.11.2009
-
23.01.2010
Boran Burchhardt (*1973 in Hamburg) beschäftigt die Frage nach dem Rest von Performances. Dabei hinterfragen seine Werke die Verzichtbarkeit dieses Prozesses. Eine Plastik ruft die Erinnerung an eine Performance wach, ohne dass diese für den Betrachter stattgefunden hat.

Jacob Dahlgren (*1970 in Stockholm) untersucht die Formen malerischer Abstraktion, die im Alltag zu entdecken sind. Seine Materialien sind häufig triviale Gebrauchs- und Alltagsgegenstände, die er spielerisch komponiert. Die Formensprache rekurriert auf Seherfahrungen, die an Konstruktivismus, Op Art, Minimal Art und Pop Art erinnern.

Joachim Grommek (*1957 Wolfsburg, lebt in Berlin) nimmt Spanplatte, grundiert diese weiß, und nutzt nun ein Repertoire verblüffender Trompe-l’œil-Effekte: Durch die malerisch perfekte Illusion von Spanplattenoberflächen und verschiedenfarbiger Klebebänder stellt er Kompositionen her, die einst „ungegenständlich“ genannt wurden.

Ola Kolehmainen (*1964 Helsinki, lebt in Berlin) ist einer der prominentesten Vertreter der „Helsinki School“. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Auseinandersetzung mit der Grundstruktur von Architekturfassaden: Raster, Symmetrie und Serialität. Diese minimalistische Formensprache unterläuft Kolehmainen mit „störenden“ Details.

Gerold Tagwerkers (*1965 in Feldkirch, lebt in Wien) zentrale Motive Licht, Raster und Spiegel stehen gemeinhin für die Ausübung von Kontrolle. Mit Hilfe ästhetischer Interventionen gelingt es dem Künstler, Licht, Raster und Spiegel als Agenten der Kontrolle und Ordnung vorzuführen und gleichzeitig auszuhebeln.
Jan Köchermann
Krakerts Keller
05.09.2009
-
07.11.2009
Jan Köchermann (*1967, lebt in Hamburg) beschäftigt sich seit 1996 mit dem skulpturalen Element Schacht. In den letzten Jahren hat Köchermann diverse Groß-Installationen im öffentlichen Raum realisiert, zwei davon in Hamburg: Im Kaispeicher A in der Hamburger Hafencity brach er mit einem sieben Meter langen Schacht den Ausstellungsraum zur Elbe hin auf (2002); 2006 baute er eine reale Fußgängerunterführung an der Außenalster in der City Nord als Skulptur nach.

Jan Köchermann inszeniert Risse in der Wirklichkeit und spielt mit den herkömmlichen Realitätserfahrungen des Betrachters. Dabei entstehen immer wieder neue, unerwartete Räume bzw. Raumsituationen: Sei es die mit Wasser geflutete Galerie mit den schwebenden Hochhäusern im dritten Stock der Admiralitätstraße (2007) oder der
Nachbau eines 26 Meter langen Fahrradtunnels, an dessen Ende ein riesiges Leuchtkastenbild dem Betrachter suggerierte, er befände sich eigentlich an der Hamburger Außenalster und nicht im Kunstraum Düsseldorf (2004).

Neben den klaren und durchaus harten skulpturalen Setzungen arbeitet Köchermann auch in kleineren Formaten und entwickelt modellhafte Räume mit Filmprojektionen oder irritierenden Rauminszenierungen. In „Krakerts Keller“, seiner dritten Einzelausstellung in der Galerie, konfrontiert er den Betrachter u.a. mit atmosphärisch-ambivalenten Innenräumen, die ihn dazu einladen, die Geschichte im Kopf zu Ende zu erzählen.

Anlässlich der Ausstellungen in der artfinder Galerie und im Kunstverein Braunschweig erscheint ein Katalog mit Texten von Dagrun Hintze, Prof. Michael Lingner, Hilke Wagner und Florian Waldvogel.
Bernhard Fruehwirth, Inge Krause, Roland Schappert
BLACK TO BLACK
08.05.2009
-
25.07.2009
BLACK TO BLACK
Bernhard Fruehwirth (*1968, lebt in Wien) sucht immer wieder Kontextverschiebungen auf, Umbesetzungen von Funktion und Bedeutung. Er ermöglicht unterschiedliche Lesarten von zeitgenössischen Phänomenen, die er symbolisch und psychologisch auflädt und in ein eigenes, spielerisches System stellt.

Inge Krauses (lebt in Hamburg) Interesse gilt den Bildern der Massenmedien. Sie benutzt Fotografien aus Zeitungen, Magazinen, Katalogen u.s.w. als Vorlage, reproduziert diese in einem speziellen zeichnerisch-malerischen Verfahren und stellt durch konzeptuelle Eingriffe in die so entstandenen Bilder eine (kritische) Distanz zum Gezeigten her.

Roland Schapperts (*1965, lebt in Köln/Berlin) Arbeiten erproben mediale Transformationen. Der Künstler erforscht die Möglichkeiten einer Erzählstruktur bei stillstehenden und bewegten Bildern, hinterfragt die Autonomie des Einzelbildes und untersucht die Wechselwirkungen verschiedener Medien untereinander.
Christoph Faulhaber
UNBILD - PICTURES AND NON-PICTURES
18.04.2009
-
02.05.2009
UNBILD - PICTURES AND NON-PICTURES


Der aus der Mode gekommene Begriff Unbild bezeichnet in alten Lexika eine Monstrosität.

In seiner ersten artfinder Ausstellung stellt der in Hamburg lebende Künstler Christoph Faulhaber drei Projekte vor:
In Ich wie es wirklich war berichtet Faulhaber über die Folgen des Projektes Mister Security. Der Ausgangspunkt für Mister Security ist die Frage, ob es verboten ist, die amerikanische Botschaft zu fotografieren. Verkleidet als Angestellter einer Sicherheitsfirma observierte Faulhaber mit seinem Künstlerkollegen Lukasz Chobrok verschiedene Botschaften und gab auf Nachfrage an, den öffentlichen Raum zu überwachen, um die Sicherheit zu erhöhen. Tatsächlich führte die erhöhte Sicherheit zu großen Verunsicherungen. Sie wurde gar als Bedrohung wahrgenommen, wie die Ausweisung des Künstlers aus den USA, mit der das Projekt einen vorläufigen Höhepunkt erlebte, zeigt.
Fidelity Real Estate ist wie ein Ausflug in das Schaufenster eines Immobilienhändlers. Bei näherer Betrachtung korrespondieren die Abbildungen und Beschreibungen der vorgestellten Objekte jedoch nicht miteinander. Heruntergekommene und verfallene Häuser werden von einer Agentur in Florida als luxuriöse und begehrenswerte Immobilien in "Boomtown" Havanna angepriesen. Ist das die Zukunft, die uns nach geplatzten Immobilienblasen oder bevorstehenden politischen Veränderungen in Cuba erwartet?
Auch Guantanamo Auffanglager Hamburg hebt eine Immobilie in einen neuen Kontext. Nachgebildet ist ein Verhörraum von Camp X-Ray, der nun als provisorisches Auffanglager für die
(Ex-)Häftlinge des Militärgefängnisses Guantanamo Bay dienen soll. Es knüpft damit an die Diskussion um die Aufnahme der ehemaligen Insassen in Deutschland an. Nach der Ausstellung wird die Kiste an verschiedenen Standorten, u.a. in Hamburg und Berlin, aufgestellt.

Alle drei Projekte verweisen auf monströse Folgen gesellschaftlicher und ökonomischer Entwicklungen, wie den mit der Angst vor dem Terror einhergehenden Freiheitsverlust, die durch Spekulationswut ausgelöste Finanzkrise oder der Verlust der Humanität, für den Guantanamo steht.
Christoph Faulhaber bezieht mit seinen fragenden, konzeptionellen Annäherungen an gesellschaftliche Prozesse aber nicht allein eine kritische Position. Er erreicht durch seine Intervention eine Verselbständigung der Prozesse, wird dabei selbst vom Provokateur zum Spielball und entlarvt so auch die Nicht-Greifbarkeit der Phänomene.
Die politische Dimension seiner Arbeiten wirft die Frage nach dem ihnen innewohnenden Kunstbegriff auf. Faulhaber laboriert zwischen Kunst und Wirklichkeit, Bildern und Nicht-Bildern, zwischen Einflussnahme und Ohnmacht.
Joachim Grommek - Rolf Rose
Joachim Grommek - Rolf Rose
31.01.2009
-
21.03.2009
Joachim Grommeks Malerei lässt sich nicht ohne das Verhältnis zur Moderne, ohne das Spiel mit den Referenzen denken. Grommek benutzt handelsübliche Spanplatte, grundiert diese weiß, und nutzt nun ein Repertoire verblüffender Trompe-l’œil-Effekte: Durch die malerisch perfekte Illusion von Spanplattenoberflächen und verschiedenfarbiger Klebebänder stellt er Kompositionen her, die einst "ungegenständlich" genannt wurden. Joachim Grommek wurde 1957 geboren und lebt in Berlin.

Rolf Roses Arbeit steht in der Tradition von Farbfeldmalerei und Minimal Art und verlängert die Geschichte der amerikanischen Malerei in die Gegenwart hinein. Mit Hilfe mehrerer Farbschichten baut Rose oszillierende Farbräume, die ihre Lebendigkeit aus der Struktur des mit einem Spachtel aufgetragenen Farbmaterial beziehen. Diese Farbräume weisen einen Bezug zu russischen Ikonen auf und auch zu den vom Goldgrund geprägten Hintergründen in der Malerei der Gotik. Rolf Rose wurde 1933 geboren und lebt in Hamburg.
Roland Schappert
THE SHADE OF THE DARK IS ANGRY
29.11.2008
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24.01.2009
Roland Schappert (*1965, lebt in Köln) „führt in seinen Arbeiten klassische Medien an ihre Grenzen, dehnt ihren Erfahrungsraum durch das ‚Verstreichen’ von Zeit. Diese zeitliche Erfahrung bestimmt wesentlich den Wahrnehmungshorizont der Werke. Malerei, Zeichnung und Skulptur werden mit zeitbasierten Medien – Video, Klang, Lichtinstallationen ... – zusammengeführt und an ihren Berührungspunkten zu grundlegenden, erkenntnistheoretischen Fragestellungen verdichtet." Stefanie Kreuzer, in: À rebours

„Höchstens einzelne Buchstaben sind noch zu erkennen, der Rest ist Geste und Wink, Bild und Struktur. Indem diese Auslöschungen auf das Auftragen von Firnis zurückzuführen sind, kehrt sich die Intention des Bewahrens um. Der schützende Überzug verwandelt sich hier in ein zerstörerisches und zersetzendes Element." Arne Zerbst, in: Das helle Dunkel

Zur Ausstellung erscheint das Künstlerbuch Reflect me the light von Roland Schappert im Salon Verlag, Köln. 96 Seiten mit 113 Abb. und Texten von Stefanie Kreuzer, Annette Tietenberg, Thomas Wulffen und Arne Zerbst.

Eröffnung: Freitag, den 28. November, 18 Uhr

Roland Schappert
Geboren 1965 in Köln. Ende der 80er Jahre Arbeit an einem "Kunsttheater", einer literarisch ausgerichteten Art der Performance. Studium der Literaturwissenschaften, Kunstgeschichte und Philosophie. Seit Mitte der 90er Jahre Ausstellungen mit analoger und digitaler Fotografie, Zeichnung und Video, Musikperformances. Lebt und arbeitet als freischaffender Künstler, Autor und Musiker in Köln und Berlin.
Roland Schapperts Arbeiten erproben mediale Transformationen. Hierbei erforscht er die Möglichkeiten der Erzählstruktur bei stillstehenden und bewegten Bildern sowie Fragen nach der Autonomie und den Wechselwirkungen zwischen den Medien.

Preise
2005 Preisträger der Videonale 10, Kunstmuseum Bonn

Einzelausstellungen (Auswahl)
2007 „Eine Prinzessin darf nicht müde werden“, Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M.
2006 „Besprochene Bilder“, Kunstraum Marion Scharmann, Köln
2005 “Alleinunterhalter“, artfinder Galerie, Hamburg
2003 “Sounds im Auge“ und “Mallorca“, Schaulager Falckenberg/Art & Culture, Hamburg
2002 “Mallorca“ Landschaften, pepperprojects, Berlin
2002 “Mallorca. Schöne Bilder, nette Gedichte“, Thomas Rehbein Galerie, Köln
2001/2002 “Kunst als Revision“, hierzu “GOLDMEDIA Projekt“, Berlin
2000 “Mord im Hochformat“, Pavillon Schloss Molsberg
2000 “Abschied“ mit den Videos “Ehrenstr. (1)“ und “86-00“, Thomas Rehbein Galerie, Köln
2000 Projekte “Comic im Styrohaus“ und “artvideo-stills“, art cologne, Köln
Christoph Faulhaber
Unbild - Pictures and Non-Pictures
18.04.2009
-
02.05.2009
Der aus der Mode gekommene Begriff Unbild bezeichnet in alten Lexika eine Monstrosität.

In seiner ersten artfinder Ausstellung stellt der in Hamburg lebende Künstler Christoph Faulhaber drei Projekte vor:
In Ich wie es wirklich war berichtet Faulhaber über die Folgen des Projektes Mister Security. „Der Ausgangspunkt für Mister Security ist die Frage, ob es verboten ist, die amerikanische Botschaft zu fotografieren.“ Verkleidet als Angestellter einer Sicherheitsfirma observierte Faulhaber mit seinem Künstlerkollegen Lukasz Chobrok verschiedene Botschaften und gab auf Nachfrage an, den öffentlichen Raum zu überwachen, um die Sicherheit zu erhöhen. Tatsächlich führte die erhöhte Sicherheit zu großen Verunsicherungen. Sie wurde gar als Bedrohung wahrgenommen, wie die Ausweisung des Künstlers aus den USA, mit der das Projekt einen vorläufigen Höhepunkt erlebte, zeigt.
Fidelity Real Estate ist wie ein Ausflug in das Schaufenster eines Immobilienhändlers. Bei näherer Betrachtung korrespondieren die Abbildungen und Beschreibungen der vorgestellten Objekte jedoch nicht miteinander. Heruntergekommene und verfallene Häuser werden von einer Agentur in Florida als luxuriöse und begehrenswerte Immobilien in „Boomtown“ Havanna angepriesen. Ist das die Zukunft, die uns nach geplatzten Immobilienblasen oder bevorstehenden politischen Veränderungen in Cuba erwartet?
Auch Guantanamo Auffanglager Hamburg hebt eine Immobilie in einen neuen Kontext. Nachgebildet ist ein Verhörraum von Camp X-Ray, der nun als provisorisches Auffanglager für die
(Ex-)Häftlinge des Militärgefängnisses Guantanamo Bay dienen soll. Es knüpft damit an die Diskussion um die Aufnahme der ehemaligen Insassen in Deutschland an. Nach der Ausstellung wird die Kiste an verschiedenen Standorten, u.a. in Hamburg und Berlin, aufgestellt.

Alle drei Projekte verweisen auf monströse Folgen gesellschaftlicher und ökonomischer Entwicklungen, wie den mit der Angst vor dem Terror einhergehenden Freiheitsverlust, die durch Spekulationswut ausgelöste Finanzkrise oder der Verlust der Humanität, für den Guantanamo steht.
Christoph Faulhaber bezieht mit seinen fragenden, konzeptionellen Annäherungen an gesellschaftliche Prozesse aber nicht allein eine kritische Position. Er erreicht durch seine Intervention eine Verselbständigung der Prozesse, wird dabei selbst vom Provokateur zum Spielball und entlarvt so auch die Nicht-Greifbarkeit der Phänomene.
Die politische Dimension seiner Arbeiten wirft die Frage nach dem ihnen innewohnenden Kunstbegriff auf. Faulhaber laboriert zwischen Kunst und Wirklichkeit, Bildern und Nicht-Bildern, zwischen Einflussnahme und Ohnmacht.