Adresse:
Hopfensack 19 |
20457
Hamburg - Innenstadt
Telefon:
+49 - 40 - 38 89 88
Telefax:
Öffnungszeiten:
Di-Fr 12-18, Sa 11-16 h
Clemencia Labin und Lucia Madriz
TIES
10.09.2010
-
13.11.2010

Clemencia Labin schafft “Abstraktionen” im wahrsten Sinne. Ihre Objekte bestehen aus gepolstertem Lycra. Das dehnbare und geschmeidig-weiche Material verleiht ihren Arbeiten eine organische Qualität. Die Kreationen wechseln in Format und Idee. Mit ihrer körperhaftigkeit verlassen sie die traditionelle Malerei in ihrer zweidimensionalen Beschränkung und werden als Plastiken begreifbar.
Die Künstlerin Lucía Madriz wählt für ihre vergänglichen Bodeninstallationen organische Materialien wie Samen, Gras und Erde. Einige von ihnen ähneln wertvollen Teppichen und werden beispielsweise aus Bohnen, Reis und Mais geschaffen. Andere hingegen wirken wie deplatzierte Landschaften, die gerade deshalb einen verstärkten Reiz auslösen.
Die Ausstellung wird in Gegenwart der Künstlerinnen und mit der Performance TIES von Clemencia Labin eröffnet.
Es erscheint ein ausstellungsbegleitendes Booklet mit Texten (d/e) von Frau Dr. Karin Schulze.
Die Ausstellung wird am Freitag, 10.09.10 um 19 Uhr im Rahmen des gemeinsamen Saisonstarts der Galerien im Kontorhausviertel Hamburg eröffnet.
Die Künstlerin Lucía Madriz wählt für ihre vergänglichen Bodeninstallationen organische Materialien wie Samen, Gras und Erde. Einige von ihnen ähneln wertvollen Teppichen und werden beispielsweise aus Bohnen, Reis und Mais geschaffen. Andere hingegen wirken wie deplatzierte Landschaften, die gerade deshalb einen verstärkten Reiz auslösen.
Die Ausstellung wird in Gegenwart der Künstlerinnen und mit der Performance TIES von Clemencia Labin eröffnet.
Es erscheint ein ausstellungsbegleitendes Booklet mit Texten (d/e) von Frau Dr. Karin Schulze.
Die Ausstellung wird am Freitag, 10.09.10 um 19 Uhr im Rahmen des gemeinsamen Saisonstarts der Galerien im Kontorhausviertel Hamburg eröffnet.
Rolf Bergmeier + Toshiya Kobayashi
infinite expansion
04.06.2010
-
03.09.2010

Der gemeinsame Nenner beider hier gezeigten Werkzyklen ist die Frage nach der Überwindbarkeit menschlicher Wahrnehmungsbeschränkungen. Es begegnen sich zwei Bildauffassungen, von denen die eine in der Naturbeobachtung (Kobayashi), und die andere in einer philosophischen Wirklichkeitsauffassung (Bergmeier) verwurzelt ist. Auf überraschende Weise begegnen sich beide Künstler auf einer kontemplativen Ebene.
HEIKO ZAHLMANN
von der wand in den raum in den himmel
27.03.2010
-
29.05.2010

(Abbildung: H. Zahlmann, 100 x 100 x 10 cm, 2010, Beton gefräst)
9.4.10 ab 19 Uhr: Sonderveranstaltung anläßlich einer Gemeinschaftseröffnung der Galerien im Kontorhausviertel:
Präsentation der Künstlerdokumentation „3D“
Der Filmemacher Boris Castro thematisiert mit der Dokumentation „3D“ die künstlerische Entwicklung des Hamburgers Heiko Zahlmann, der sich zunächst als Graffiti-Writer international einen Namen machte und vielerorts mit seinen Projekten im öffentlichen Raum für Aufmerksamkeit sorgte. So beispielsweise mit dem „höchsten Graffiti der Welt“, das ihm einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde brachte, oder einem 2.000-Quadratmeter-Bild am Dock 10 von Blohm & Voss im Hamburger Hafen - dem weltweit größten dieser Art - welches er in dreijähriger Arbeit mit zahlreichen befreundeten Künstlern realisierte.
Im Jahr 2005 trifft er dann für sich den Entschluss, Graffiti im herkömmlichen Sinne – bei dem die Dreidimensionalität häufig durch Malerei nur imitiert wird – weiter zu entwickeln. Statt monumentaler Wandbilder entstehen nun tatsächlich plastische Objekte, Skulpturen. Eine gestalterische Innovation, die sich schnell im Stadtbild bemerkbar macht und trotz ihrer zunehmenden Konzeptionalität nicht die Energie und Schnelligkeit des Graffiti verloren hat, sondern sich gleichzeitig noch deutlicher mit Architektur und dem Stadtraum auseinandersetzt.
„3D“ zeigt diese jüngste Entwicklung Heiko Zahlmanns, ohne dabei eine klassische Dokumentation zu sein. Der Film von Boris Castro ist als eigenständiges Werk zu verstehen und erweitert die Ausstellung „Von der Wand in den Raum in den Himmel“ um eine weitere Dimension.
_________
Aus Katalog: „Von der Wand in den Raum in den Himmel“, erschienen im Verlag GUDBERG, 2009
„Von der Wand in den Raum in den Himmel" – ein Titel, der die künstlerische Entwicklung des Hamburgers Heiko Zahlmann (*1973) exakt beschreibt. Dessen gestalterische Wurzeln liegen unverkennbar im Graffiti, mit dem er einst abweisendem Beton Farbe verlieh und der Tristesse der Stadt Leben einhauchte. Schon zu Beginn seiner Laufbahn als Graffiti Writer, 1989, beschäftigte sich Zahlmann intensiv mit Strukturen und Oberflächen – zunächst durch den Gebrauch von Farben und der Sprühdose, mit deren Hilfe er ganze Stadtteile gestaltete und vielerorts mit seinen Projekten im öffentlichen Raum für Aufmerksamkeit sorgte. So beispielsweise mit dem „höchsten Graffiti der Welt“, das ihm einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde brachte. Oder aber als Teil des Künstler-Kombinats „getting-up“ sowie Mitveranstalter der legendären „Urban Discipline“-Ausstellungen. Und sicherlich auch aufgrund eines 2.000-Quadratmeter großen Bildes am Dock 10 von Blohm & Voss im Hamburger Hafen - dem weltweit größten dieser Art - welches in dreijähriger Arbeit mit zahlreichen befreundeten Künstlern realisiert wurde.
Genau dort, in der Stadtwüste, hat Heiko Zahlmann seine Beobachtungsgabe für den urbanen Alltag, aber auch das schnelle Arbeiten im öffentlichen Raum gelernt. Eine Arbeitsweise, die er sich bis heute erhalten hat, wenngleich seine heutigen Werke deutlich konzeptioneller und minimalistischer wirken. Bereits um 2005 herum begann Zahlmann, mehr und mehr auf Farben und gemalte Effekte – bei denen Dreidimensionalität häufig nur imitiert wird – zu verzichten. Neuer Fokus seiner Kunst wurde die Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum und seiner Architektur, der Oberfläche des Urbanen. Statt monumentaler Wandbilder entstanden nun tatsächlich plastische Objekte: Skulpturen aus Holz, Beton und Kunststoffen sowie raumfüllende Wandreliefs, die anders als 3D-Graffiti den öffentlichen Raum endgültig für sich eroberten.
Doch leugnet Heiko Zahlmann seine Geschichte auch nach zahlreichen Ausstellungsprojekten in renommierten Galerien und Museen nicht, denn seine grenzüberschreitenden Werke wären ohne seine Sprayervergangenheit kaum möglich und denkbar. Dieses wird beispielsweise deutlich, wenn er alte Graffiti-Gesten in rudimentärer Form in der Wüste der Vereinigten Arabischen Emirate unter freiem Himmel und in einer ganz neuen Form von öffentlichem Raum entstehen läßt. Oder aber, wenn er rustikal-anmutende Betonwürfel mit Farbe übergießt, MDF-Tafeln mit seiner ihm eigenen Ritz- und Kratztechnik bearbeitet oder monochrom wirkenden Kuben eine zusätzliche Oberfläche verleiht, die mehr geschrieben als gemalt erscheint.
Seine Affinität zur Architektur und die verstärkte Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum verband Heiko Zahlmann schnell mit der Galerie Borchardt. Nach zwei gemeinsamen Gruppenausstellungen und der intensiven Zusammenarbeit von Galerie, Künstler und dem befreundeten Architekturbüro BN Architekten zum Thema „Kunst am Bau“, findet nun mit „Von der Wand in den Raum in den Himmel“ die erste Einzelausstellung Zahlmanns in Hamburg statt. Neben Betonarbeiten, freistehenden Skulpturen und MDF-Arbeiten werden erstmals auch zwei Filme von Boris Castro gezeigt: „20357concrete“ und „3D“ beschreiben die jüngste Entwicklung Heiko Zahlmanns, ohne dabei eine klassische Dokumentation zu sein. Die Filme Castros könnten vielmehr als eigenständiges Werk aufgefaßt werden und erweitern die Ausstellung um eine weitere Dimension: Bewegung.
Zusätzlich zu den jüngsten Arbeiten Zahlmanns erscheinen zwei besondere Editionen: Neben einer Auflage an hochwertigen Drucken (limitiert auf 33 Stück) veröffentlicht der Künstler gemeinsam mit dem Verlag GUDBERG und Paperlux ein sehr aufwendig produziertes Künstlerbuch, bei dem dank Laser- und Siebdrucktechnik das plastische Moment von Zahlmanns 3D-Werken widergespiegelt wird.
Darüber hinaus präsentiert Heiko Zahlmann – selbst ein erklärter Sneaker-Sammler – gemeinsam mit NIKE seine eigene Interpretation des legendären Dunk High Laser mit dem Titel „20357“ (voraussichtliche Auflage von zehn Stück).
Ob Kunstwerk, Buch, Edition oder filmischer Beitrag – mit „Von der Wand in den Raum in den Himmel“ steht Heiko Zahlmann mit seiner heutigen Arbeit für die stetige Weiterentwicklung des Ursprung-Mediums Graffiti und für ungebändigten Innovationsdrang. Indem er Grenzen der Gestaltung und Ästhetik immer wieder bricht und erweitert, zeigt uns Heiko Zahlmann bereits jetzt, wie die Tags einer fernen Zukunft aussehen könnten und wie Graffiti es schaffen kann, dem Zeitgeist immer noch einen Schritt voraus sein zu können.
9.4.10 ab 19 Uhr: Sonderveranstaltung anläßlich einer Gemeinschaftseröffnung der Galerien im Kontorhausviertel:
Präsentation der Künstlerdokumentation „3D“
Der Filmemacher Boris Castro thematisiert mit der Dokumentation „3D“ die künstlerische Entwicklung des Hamburgers Heiko Zahlmann, der sich zunächst als Graffiti-Writer international einen Namen machte und vielerorts mit seinen Projekten im öffentlichen Raum für Aufmerksamkeit sorgte. So beispielsweise mit dem „höchsten Graffiti der Welt“, das ihm einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde brachte, oder einem 2.000-Quadratmeter-Bild am Dock 10 von Blohm & Voss im Hamburger Hafen - dem weltweit größten dieser Art - welches er in dreijähriger Arbeit mit zahlreichen befreundeten Künstlern realisierte.
Im Jahr 2005 trifft er dann für sich den Entschluss, Graffiti im herkömmlichen Sinne – bei dem die Dreidimensionalität häufig durch Malerei nur imitiert wird – weiter zu entwickeln. Statt monumentaler Wandbilder entstehen nun tatsächlich plastische Objekte, Skulpturen. Eine gestalterische Innovation, die sich schnell im Stadtbild bemerkbar macht und trotz ihrer zunehmenden Konzeptionalität nicht die Energie und Schnelligkeit des Graffiti verloren hat, sondern sich gleichzeitig noch deutlicher mit Architektur und dem Stadtraum auseinandersetzt.
„3D“ zeigt diese jüngste Entwicklung Heiko Zahlmanns, ohne dabei eine klassische Dokumentation zu sein. Der Film von Boris Castro ist als eigenständiges Werk zu verstehen und erweitert die Ausstellung „Von der Wand in den Raum in den Himmel“ um eine weitere Dimension.
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Aus Katalog: „Von der Wand in den Raum in den Himmel“, erschienen im Verlag GUDBERG, 2009
„Von der Wand in den Raum in den Himmel" – ein Titel, der die künstlerische Entwicklung des Hamburgers Heiko Zahlmann (*1973) exakt beschreibt. Dessen gestalterische Wurzeln liegen unverkennbar im Graffiti, mit dem er einst abweisendem Beton Farbe verlieh und der Tristesse der Stadt Leben einhauchte. Schon zu Beginn seiner Laufbahn als Graffiti Writer, 1989, beschäftigte sich Zahlmann intensiv mit Strukturen und Oberflächen – zunächst durch den Gebrauch von Farben und der Sprühdose, mit deren Hilfe er ganze Stadtteile gestaltete und vielerorts mit seinen Projekten im öffentlichen Raum für Aufmerksamkeit sorgte. So beispielsweise mit dem „höchsten Graffiti der Welt“, das ihm einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde brachte. Oder aber als Teil des Künstler-Kombinats „getting-up“ sowie Mitveranstalter der legendären „Urban Discipline“-Ausstellungen. Und sicherlich auch aufgrund eines 2.000-Quadratmeter großen Bildes am Dock 10 von Blohm & Voss im Hamburger Hafen - dem weltweit größten dieser Art - welches in dreijähriger Arbeit mit zahlreichen befreundeten Künstlern realisiert wurde.
Genau dort, in der Stadtwüste, hat Heiko Zahlmann seine Beobachtungsgabe für den urbanen Alltag, aber auch das schnelle Arbeiten im öffentlichen Raum gelernt. Eine Arbeitsweise, die er sich bis heute erhalten hat, wenngleich seine heutigen Werke deutlich konzeptioneller und minimalistischer wirken. Bereits um 2005 herum begann Zahlmann, mehr und mehr auf Farben und gemalte Effekte – bei denen Dreidimensionalität häufig nur imitiert wird – zu verzichten. Neuer Fokus seiner Kunst wurde die Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum und seiner Architektur, der Oberfläche des Urbanen. Statt monumentaler Wandbilder entstanden nun tatsächlich plastische Objekte: Skulpturen aus Holz, Beton und Kunststoffen sowie raumfüllende Wandreliefs, die anders als 3D-Graffiti den öffentlichen Raum endgültig für sich eroberten.
Doch leugnet Heiko Zahlmann seine Geschichte auch nach zahlreichen Ausstellungsprojekten in renommierten Galerien und Museen nicht, denn seine grenzüberschreitenden Werke wären ohne seine Sprayervergangenheit kaum möglich und denkbar. Dieses wird beispielsweise deutlich, wenn er alte Graffiti-Gesten in rudimentärer Form in der Wüste der Vereinigten Arabischen Emirate unter freiem Himmel und in einer ganz neuen Form von öffentlichem Raum entstehen läßt. Oder aber, wenn er rustikal-anmutende Betonwürfel mit Farbe übergießt, MDF-Tafeln mit seiner ihm eigenen Ritz- und Kratztechnik bearbeitet oder monochrom wirkenden Kuben eine zusätzliche Oberfläche verleiht, die mehr geschrieben als gemalt erscheint.
Seine Affinität zur Architektur und die verstärkte Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum verband Heiko Zahlmann schnell mit der Galerie Borchardt. Nach zwei gemeinsamen Gruppenausstellungen und der intensiven Zusammenarbeit von Galerie, Künstler und dem befreundeten Architekturbüro BN Architekten zum Thema „Kunst am Bau“, findet nun mit „Von der Wand in den Raum in den Himmel“ die erste Einzelausstellung Zahlmanns in Hamburg statt. Neben Betonarbeiten, freistehenden Skulpturen und MDF-Arbeiten werden erstmals auch zwei Filme von Boris Castro gezeigt: „20357concrete“ und „3D“ beschreiben die jüngste Entwicklung Heiko Zahlmanns, ohne dabei eine klassische Dokumentation zu sein. Die Filme Castros könnten vielmehr als eigenständiges Werk aufgefaßt werden und erweitern die Ausstellung um eine weitere Dimension: Bewegung.
Zusätzlich zu den jüngsten Arbeiten Zahlmanns erscheinen zwei besondere Editionen: Neben einer Auflage an hochwertigen Drucken (limitiert auf 33 Stück) veröffentlicht der Künstler gemeinsam mit dem Verlag GUDBERG und Paperlux ein sehr aufwendig produziertes Künstlerbuch, bei dem dank Laser- und Siebdrucktechnik das plastische Moment von Zahlmanns 3D-Werken widergespiegelt wird.
Darüber hinaus präsentiert Heiko Zahlmann – selbst ein erklärter Sneaker-Sammler – gemeinsam mit NIKE seine eigene Interpretation des legendären Dunk High Laser mit dem Titel „20357“ (voraussichtliche Auflage von zehn Stück).
Ob Kunstwerk, Buch, Edition oder filmischer Beitrag – mit „Von der Wand in den Raum in den Himmel“ steht Heiko Zahlmann mit seiner heutigen Arbeit für die stetige Weiterentwicklung des Ursprung-Mediums Graffiti und für ungebändigten Innovationsdrang. Indem er Grenzen der Gestaltung und Ästhetik immer wieder bricht und erweitert, zeigt uns Heiko Zahlmann bereits jetzt, wie die Tags einer fernen Zukunft aussehen könnten und wie Graffiti es schaffen kann, dem Zeitgeist immer noch einen Schritt voraus sein zu können.
TRAK WENDISCH | thicket
Bildobjekte und Skulpturen
20.01.2010
-
13.03.2010

Der Wald im Kopf
Was für ein Furcht erregendes Dickicht! Lange blauschwarze Dornen stechen aus dem Untergrund empor, bereit jeden aufzuspießen, der sich heranwagt. Ein aussichtsloses Unterfangen, dieses Gestrüpp durchdringen zu wollen. Es scheint unendlich, auch wenn der Lichtstreifen am Horizont Hoffnung verspricht.
Trak Wendisch hat den meisten seiner Strukturbilder, die aus mehr oder weniger fein verwobenen Liniennetzen bestehen, keine Titel gegeben. Inoffiziell spricht er jedoch von seinen 'Waldbildern' - und in der Tat ist diese Deutung naheliegend.
Obwohl der Berliner Maler und Bildhauer vor allem als Menschenbildner bekannt ist, befasst er sich seit früher Jugend mit Landschaft. Während seines Studiums bei Bernhard Heisig in Leipzig eher nebenbei und versteckt, da an den Ostdeutschen Kunsthochschulen ähnlich restriktive Vorstellungen von zeitgemäßer Kunst herrschten, wie an den West-Akademien. Seit Mitte der 90er Jahre jedoch immer offensiver und selbstbewusster. Die Leuchtkraft in den Bildern des Deutsch-Römers Hans von Marées beflügelt ihn dabei ebenso, wie Olafur Eliassons „Weather Project“ in der Tate Modern. Die Sonne, die der Däne in die Londoner Turbinenhalle sperrte, findet seine Entsprechung in der großen goldenen Scheibe, die Trak Wendisch machen musste, ohne genau zu wissen, warum. Alles, was den Künstler in den Bann zieht, fließt unweigerlich in seine Arbeit ein. So verwundert es auch nicht, dass die Lichtstimmungen inmitten eines Rapsfeldes, eines umgepflügten Ackers oder fallender Herbstblätter die emotionale Tonlage der zum Teil stark gestischen Gemälde vorgeben.
Die Verästelungen und Gespinste hingegen schöpfen ihre Suggestionskraft aus der Ambivalenz: Der reale Wald lässt sich ebenso gut als 'Wald im Web' oder 'Wald im Kopf' lesen. Als Ausschnitt eines hunderttausendfach vergrößerten Gefühls- und Informations-Dschungels, dessen Datenfluss gleichermaßen unkontrollierbar und beängstigend erscheint.
In der zweiten Hälfte der 90er Jahre, als auch die letzten Privathaushalte des wiedervereinten Deutschlands verkabelt waren, entstanden die Vorläufer der heutigen Strukturbilder: Zarte, reduzierte Netzbilder, die so gar nicht zu den rußgeschwärzten Archetypen passen wollten, denen der „Junge Wilde der DDR“ in den 80er und Anfang der 90er Jahre mit Axt und Kettensäge zu Leibe rückte. Bis zur Erschöpfung hatte sich Trak Wendisch mit dem Holz gemessen; dem Stamm immer gestrecktere, immer schlankere Skulpturen entrungen, die Schwerkraft überlistet und die Körper entmaterialisiert. Mitte der 90er Jahre war das expressive Figurenrepertoire im wahrsten Sinne des Wortes überspannt, die Grenzen des Machbaren ausgereizt. Zwangsläufig setzte hier eine Zäsur- und Besinnungsphase ein.
Sicher kein Zufall, dass die Informationstechnologie zu diesem Zeitpunkt seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Die digitale Revolution gab den Impuls zu einer völlig neuen Sichtweise der Landschaft und zu mathematisch-strengen Bildern, die in der Folge einem Befreiungsschlag gleichkamen.
Der Künstler fand zurück zu seiner Authentizität. Zurück zu den geometrischen Grundformen plastischer Gestaltung – und einem Fingerspitzengefühl für die weichen Materialien Wachs und Gips, mit denen er das in den Fokus geratene Spannungsverhältnis von Außen- und Innenwelt grandios umsetzte.
Doch ein Naturell wie Wendisch begnügt sich auf Dauer nicht mit dem Reiz formaler Kontraste. Auch wenn das haptische Erlebnis unterschiedlicher Oberflächen noch so erotisch ist – seine Kunst entspringt immer auch einer Art Notwendigkeit. Nur aus der inneren Befindlichkeit heraus, einer bislang unbekannten Ruhe und Kontemplation, konnten nun aus Kugeln und Kuben neue Bildwelten erwachsen.
Wie extrem die Ergebnisse ausfallen, zeigt diese Ausstellung: Einerseits zarte Drahtplastiken, „Schwinger" genannnt, die wie Baumschößlinge anmuten und an die figürlichen Raumzeichnungen anknüpfen. Andererseits kompakte Formen wie die 'Schenkel-Plastik', die sich ebenso als Sinnbild für den Schöpfungsakt deuten lassen, wie die raumgreifenden Brunnen mit ihren vegetativen Labyrinthen, die im auf- und abschwellenden Wasser ihre Erscheinungsform variieren.
Dazwischen eine ganze Reihe aufgeschnittener, aufgebrochener oder eingestülpter Objekte, die tatsächlich nichts anderes als Pollen darstellen. Pflanzliche Spermien, wie sie millionenfach auf Feld und Flur umher schwirren.
Mikrokosmos und Makrokosmos, Hülle und Kern, Monumentalität und Molekül – das sind die Parameter, zwischen denen Trak Wendisch sein komplexes Netz-Werk gespannt hat. Auch wenn sich Gemälde, Plastiken und Skulpturen in Material, Oberflächenbehandlung und Formgebung stark unterscheiden – sie entspringen derselben ganzheitlichen Ordnung, in der alles mit allem verknüpft ist: Der Natur.
Isabelle Hofmann, November 2009
Zur Ausstellung sind zwei Booklets erschienen:
'Thicket' - ausstellungsbegleitend, mit einem Text von Isabelle Hofmann, 32 Seiten
'Projekte' - eine Auswahl seiner Projekte im Außenraum und im Kontext mit Architektur, 28 Seiten
Was für ein Furcht erregendes Dickicht! Lange blauschwarze Dornen stechen aus dem Untergrund empor, bereit jeden aufzuspießen, der sich heranwagt. Ein aussichtsloses Unterfangen, dieses Gestrüpp durchdringen zu wollen. Es scheint unendlich, auch wenn der Lichtstreifen am Horizont Hoffnung verspricht.
Trak Wendisch hat den meisten seiner Strukturbilder, die aus mehr oder weniger fein verwobenen Liniennetzen bestehen, keine Titel gegeben. Inoffiziell spricht er jedoch von seinen 'Waldbildern' - und in der Tat ist diese Deutung naheliegend.
Obwohl der Berliner Maler und Bildhauer vor allem als Menschenbildner bekannt ist, befasst er sich seit früher Jugend mit Landschaft. Während seines Studiums bei Bernhard Heisig in Leipzig eher nebenbei und versteckt, da an den Ostdeutschen Kunsthochschulen ähnlich restriktive Vorstellungen von zeitgemäßer Kunst herrschten, wie an den West-Akademien. Seit Mitte der 90er Jahre jedoch immer offensiver und selbstbewusster. Die Leuchtkraft in den Bildern des Deutsch-Römers Hans von Marées beflügelt ihn dabei ebenso, wie Olafur Eliassons „Weather Project“ in der Tate Modern. Die Sonne, die der Däne in die Londoner Turbinenhalle sperrte, findet seine Entsprechung in der großen goldenen Scheibe, die Trak Wendisch machen musste, ohne genau zu wissen, warum. Alles, was den Künstler in den Bann zieht, fließt unweigerlich in seine Arbeit ein. So verwundert es auch nicht, dass die Lichtstimmungen inmitten eines Rapsfeldes, eines umgepflügten Ackers oder fallender Herbstblätter die emotionale Tonlage der zum Teil stark gestischen Gemälde vorgeben.
Die Verästelungen und Gespinste hingegen schöpfen ihre Suggestionskraft aus der Ambivalenz: Der reale Wald lässt sich ebenso gut als 'Wald im Web' oder 'Wald im Kopf' lesen. Als Ausschnitt eines hunderttausendfach vergrößerten Gefühls- und Informations-Dschungels, dessen Datenfluss gleichermaßen unkontrollierbar und beängstigend erscheint.
In der zweiten Hälfte der 90er Jahre, als auch die letzten Privathaushalte des wiedervereinten Deutschlands verkabelt waren, entstanden die Vorläufer der heutigen Strukturbilder: Zarte, reduzierte Netzbilder, die so gar nicht zu den rußgeschwärzten Archetypen passen wollten, denen der „Junge Wilde der DDR“ in den 80er und Anfang der 90er Jahre mit Axt und Kettensäge zu Leibe rückte. Bis zur Erschöpfung hatte sich Trak Wendisch mit dem Holz gemessen; dem Stamm immer gestrecktere, immer schlankere Skulpturen entrungen, die Schwerkraft überlistet und die Körper entmaterialisiert. Mitte der 90er Jahre war das expressive Figurenrepertoire im wahrsten Sinne des Wortes überspannt, die Grenzen des Machbaren ausgereizt. Zwangsläufig setzte hier eine Zäsur- und Besinnungsphase ein.
Sicher kein Zufall, dass die Informationstechnologie zu diesem Zeitpunkt seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Die digitale Revolution gab den Impuls zu einer völlig neuen Sichtweise der Landschaft und zu mathematisch-strengen Bildern, die in der Folge einem Befreiungsschlag gleichkamen.
Der Künstler fand zurück zu seiner Authentizität. Zurück zu den geometrischen Grundformen plastischer Gestaltung – und einem Fingerspitzengefühl für die weichen Materialien Wachs und Gips, mit denen er das in den Fokus geratene Spannungsverhältnis von Außen- und Innenwelt grandios umsetzte.
Doch ein Naturell wie Wendisch begnügt sich auf Dauer nicht mit dem Reiz formaler Kontraste. Auch wenn das haptische Erlebnis unterschiedlicher Oberflächen noch so erotisch ist – seine Kunst entspringt immer auch einer Art Notwendigkeit. Nur aus der inneren Befindlichkeit heraus, einer bislang unbekannten Ruhe und Kontemplation, konnten nun aus Kugeln und Kuben neue Bildwelten erwachsen.
Wie extrem die Ergebnisse ausfallen, zeigt diese Ausstellung: Einerseits zarte Drahtplastiken, „Schwinger" genannnt, die wie Baumschößlinge anmuten und an die figürlichen Raumzeichnungen anknüpfen. Andererseits kompakte Formen wie die 'Schenkel-Plastik', die sich ebenso als Sinnbild für den Schöpfungsakt deuten lassen, wie die raumgreifenden Brunnen mit ihren vegetativen Labyrinthen, die im auf- und abschwellenden Wasser ihre Erscheinungsform variieren.
Dazwischen eine ganze Reihe aufgeschnittener, aufgebrochener oder eingestülpter Objekte, die tatsächlich nichts anderes als Pollen darstellen. Pflanzliche Spermien, wie sie millionenfach auf Feld und Flur umher schwirren.
Mikrokosmos und Makrokosmos, Hülle und Kern, Monumentalität und Molekül – das sind die Parameter, zwischen denen Trak Wendisch sein komplexes Netz-Werk gespannt hat. Auch wenn sich Gemälde, Plastiken und Skulpturen in Material, Oberflächenbehandlung und Formgebung stark unterscheiden – sie entspringen derselben ganzheitlichen Ordnung, in der alles mit allem verknüpft ist: Der Natur.
Isabelle Hofmann, November 2009
Zur Ausstellung sind zwei Booklets erschienen:
'Thicket' - ausstellungsbegleitend, mit einem Text von Isabelle Hofmann, 32 Seiten
'Projekte' - eine Auswahl seiner Projekte im Außenraum und im Kontext mit Architektur, 28 Seiten
Repetition - Paintwork #3
Pop Musik und Kunst - The Fall
30.10.2009
-
21.11.2009

ANKÜNDIGUNG: Paintwork #3 | Pop Musik und Kunst - The Fall | 30.10.09 - 21.11.09
Die Band > The Fall < hat nicht nur unzählige Künstler inspiriert, sondern wurde umgekehrt auch von bildenden Künstlern beeinflusst. PAINTWORK #3 zeigt nach zwei vorhergehenden Gruppenausstellungen neue Arbeiten aus diesem Kontext.
Eröffnung Freitag, 30.10.09, 19 Uhr
KONZERT im Uebel & Gefährlich:
'The Fall'
Donnerstag, 05.11.09, 20 Uhr
www.uebelundgefaehrlich.com
PRESSETEXT:
Die Gruppe um den Sänger Mark.E. Smith war zwar nie eine Art-Rock Band, beeinflusste aber unzählige Zeitgenossen, darunter viele bildende Künstler. Sie wurde 1976, zu Zeiten der 'punk explosion' in Manchester gegründet und gilt bis heute als Avantgarde-Rock-Band. Bisher sind nahezu 90 Alben veröffentlicht worden. Zahlreiche prominente Förderer haben die Band auf ihrem Weg unterstützt und bilden ein weltumspannendes Netzwerk treuer Anhänger.
In der Ausstellung 'Repetition - Paintwork #3' stellen Künstler aus, die entweder Plattencover für The Fall gestaltet haben, oder ihre Arbeiten eng mit der Musik und Haltung der Gruppe verknüpfen. Oder die sie als eine Art Code benutzen, ein kulturelles Phänomen, eine Standortbestimmung.
Die Künstler dieser Ausstellung sind in ihren künstlerischen Ausdrucksmitteln und Sujets sehr verschieden, aber in einem für sie wesentlichen Punkt auch wieder gleich: Sie alle beziehen sich in ihren Arbeiten auf Musik. Und sie setzen dieses Verhältnis zur Musik in Malerei, Zeichnungen, Videos, Skulpturen und Performances um. Eine Fall-Platte für die Augen Vinyl, Öl und Acryl.
The Fall als morphisches Feld. Künstler der verschiedensten Richtungen verstehen diese Musik. Die kompromisslose Haltung der Band ist auch der gemeinsame Code der Künstler und dieser Ausstellung Repetition, Repetition, Repetition!
Nach zwei vorangegangenen Ausstellungen in Berlin (2006) und London (Frühjahr 2009) zeigen die Künstler in Hamburg neue Werke.
Anlässlich der Ausstellung gibt The Fall aus Großbritannien, mit ihrem legendären band leader Mark E. Smith, am Donnerstag, 05.11.09, ein Konzert presented by Rolling Stone Magazin. Veranstaltungsort ist einer der angesagtesten Clubs Deutschlands, das 'Uebel & Gefährlich' im Medienbunker. Gerade im Februar dieses Jahres konnte der Club den Live Entertainment Award als bester Club Deutschlands entgegennehmen. Uebel & Gefährlich, Feldstr. 66, 20359 Hamburg, www.uebelundgefaehrlich.com
Die Band > The Fall < hat nicht nur unzählige Künstler inspiriert, sondern wurde umgekehrt auch von bildenden Künstlern beeinflusst. PAINTWORK #3 zeigt nach zwei vorhergehenden Gruppenausstellungen neue Arbeiten aus diesem Kontext.
Eröffnung Freitag, 30.10.09, 19 Uhr
KONZERT im Uebel & Gefährlich:
'The Fall'
Donnerstag, 05.11.09, 20 Uhr
www.uebelundgefaehrlich.com
PRESSETEXT:
Die Gruppe um den Sänger Mark.E. Smith war zwar nie eine Art-Rock Band, beeinflusste aber unzählige Zeitgenossen, darunter viele bildende Künstler. Sie wurde 1976, zu Zeiten der 'punk explosion' in Manchester gegründet und gilt bis heute als Avantgarde-Rock-Band. Bisher sind nahezu 90 Alben veröffentlicht worden. Zahlreiche prominente Förderer haben die Band auf ihrem Weg unterstützt und bilden ein weltumspannendes Netzwerk treuer Anhänger.
In der Ausstellung 'Repetition - Paintwork #3' stellen Künstler aus, die entweder Plattencover für The Fall gestaltet haben, oder ihre Arbeiten eng mit der Musik und Haltung der Gruppe verknüpfen. Oder die sie als eine Art Code benutzen, ein kulturelles Phänomen, eine Standortbestimmung.
Die Künstler dieser Ausstellung sind in ihren künstlerischen Ausdrucksmitteln und Sujets sehr verschieden, aber in einem für sie wesentlichen Punkt auch wieder gleich: Sie alle beziehen sich in ihren Arbeiten auf Musik. Und sie setzen dieses Verhältnis zur Musik in Malerei, Zeichnungen, Videos, Skulpturen und Performances um. Eine Fall-Platte für die Augen Vinyl, Öl und Acryl.
The Fall als morphisches Feld. Künstler der verschiedensten Richtungen verstehen diese Musik. Die kompromisslose Haltung der Band ist auch der gemeinsame Code der Künstler und dieser Ausstellung Repetition, Repetition, Repetition!
Nach zwei vorangegangenen Ausstellungen in Berlin (2006) und London (Frühjahr 2009) zeigen die Künstler in Hamburg neue Werke.
Anlässlich der Ausstellung gibt The Fall aus Großbritannien, mit ihrem legendären band leader Mark E. Smith, am Donnerstag, 05.11.09, ein Konzert presented by Rolling Stone Magazin. Veranstaltungsort ist einer der angesagtesten Clubs Deutschlands, das 'Uebel & Gefährlich' im Medienbunker. Gerade im Februar dieses Jahres konnte der Club den Live Entertainment Award als bester Club Deutschlands entgegennehmen. Uebel & Gefährlich, Feldstr. 66, 20359 Hamburg, www.uebelundgefaehrlich.com
VIVIAN KAHRA
tempo giusto
11.09.2009
-
24.10.2009

AKTUELLE AUSSTELLUNG:
Zum zweiten Mal nach 2007 widmet die Galerie Borchardt der in New York lebenden und arbeitenden Künstlerin Vivian Kahra eine Einzelausstellung. In ihren neuen Räumen am Hopfensack 19 eröffnet sie am Abend des 11. September Vivian Kahras Schau 'tempo giusto' mit neuer Malerei und Zeichnungen. Die Vernissage ist eingebettet in den Saisonstart von 12 weiteren Galerien des Kontorhausviertels, in der Hamburger Innenstadt. Ein Shuttleservice wird am Eröffnungsabend die Gäste zu den verschiedenen Veranstaltungsorten bringen.
Sich im Aussenraum bewegen und das Gesehene anschließend im Rückblick zu erinnern, liefert den vielschichtigen Motivationsgrund für die Bilder von Vivian Kahra. Ausgangspunkt ihrer oft von dominantem Weiss und zarten, leicht fluoriszierenden Sujets geprägten Gemälde und Zeichnungen sind Expeditionen in die 'äußere' Wirklichkeit. Regelmäßig begibt sich Vivian Kahra in Landschaften des Aussen, in reale Gelände der Natur, der städtischen Parks, gelegentlich auch in die virtuellen der neuen Medien.
Primär dienen Vivian Kahras Ausflüge allerdings nicht der Malerei, vielmehr ihrer Lust an der Bewegung, am Erleben unterschiedlichster Landschaften und am Abtauchen aus dem Alltag. Das Motiv des Tauchers findet sich so auch in etlichen Arbeiten der aktuellen Ausstellung wieder. Eine kleine Kamera dient ihr dabei für die Bildnotizen. Das dabei zahlreich gewonnene Erinnerungsmaterial wird später, manchmal Jahre später einer Art entschleunigter Zeitwahrnehmung unterzogen. Der Prozess der Bildherstellung, behutsam in verschiedenen Techniken wie Bleistift, Aquarell, Öl, Lack, Folie ausgeführt, gleicht einer sorgfältigen Erinnerungsarbeit, mit der Vivian Kahra Bilder der Aussenwelt in die Innenwelt überführt. “Es bilden sich", so die Künstlerin, “Gedächtnisräume, in denen keine Gesetze der Schwerkraft oder Perspektive gelten." Die Bilder sind in einem permanenten Wechsel von motivischer Verdichtung und Auflösung begriffen.
Vivian Kahras Bilder gleichen Momenten, in denen das Aussen zwar aufgehoben, aber nicht dokumentiert wird. Dieses liefert nur den optischen Vorwand, um den Prozess der Erinnerung im Bild festzuhalten. Wahrnehmungen verschieben sich, Bilder fliessen ineinander über oder lösen sich an ihren Rändern auf. Die Welt verwandelt sich in eine Zeichnung, in der Gefühl und Poesie im Prozess ihrer permanenten Bewegung für einen kurzen Moment zum Stillstand kommen. Oder wie es der Ausstellungstitel 'tempo giusto' nahelegt: sich im angemessenen Tempo bewegen.
Vivian Kahra, geboren 1971 in Braunschweig, studierte an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig, der CA-University und der Muthesius Kunsthochschule, beide Kiel. Vivian Kahra lebt und arbeitet seit 2005 in New York.
Zum zweiten Mal nach 2007 widmet die Galerie Borchardt der in New York lebenden und arbeitenden Künstlerin Vivian Kahra eine Einzelausstellung. In ihren neuen Räumen am Hopfensack 19 eröffnet sie am Abend des 11. September Vivian Kahras Schau 'tempo giusto' mit neuer Malerei und Zeichnungen. Die Vernissage ist eingebettet in den Saisonstart von 12 weiteren Galerien des Kontorhausviertels, in der Hamburger Innenstadt. Ein Shuttleservice wird am Eröffnungsabend die Gäste zu den verschiedenen Veranstaltungsorten bringen.
Sich im Aussenraum bewegen und das Gesehene anschließend im Rückblick zu erinnern, liefert den vielschichtigen Motivationsgrund für die Bilder von Vivian Kahra. Ausgangspunkt ihrer oft von dominantem Weiss und zarten, leicht fluoriszierenden Sujets geprägten Gemälde und Zeichnungen sind Expeditionen in die 'äußere' Wirklichkeit. Regelmäßig begibt sich Vivian Kahra in Landschaften des Aussen, in reale Gelände der Natur, der städtischen Parks, gelegentlich auch in die virtuellen der neuen Medien.
Primär dienen Vivian Kahras Ausflüge allerdings nicht der Malerei, vielmehr ihrer Lust an der Bewegung, am Erleben unterschiedlichster Landschaften und am Abtauchen aus dem Alltag. Das Motiv des Tauchers findet sich so auch in etlichen Arbeiten der aktuellen Ausstellung wieder. Eine kleine Kamera dient ihr dabei für die Bildnotizen. Das dabei zahlreich gewonnene Erinnerungsmaterial wird später, manchmal Jahre später einer Art entschleunigter Zeitwahrnehmung unterzogen. Der Prozess der Bildherstellung, behutsam in verschiedenen Techniken wie Bleistift, Aquarell, Öl, Lack, Folie ausgeführt, gleicht einer sorgfältigen Erinnerungsarbeit, mit der Vivian Kahra Bilder der Aussenwelt in die Innenwelt überführt. “Es bilden sich", so die Künstlerin, “Gedächtnisräume, in denen keine Gesetze der Schwerkraft oder Perspektive gelten." Die Bilder sind in einem permanenten Wechsel von motivischer Verdichtung und Auflösung begriffen.
Vivian Kahras Bilder gleichen Momenten, in denen das Aussen zwar aufgehoben, aber nicht dokumentiert wird. Dieses liefert nur den optischen Vorwand, um den Prozess der Erinnerung im Bild festzuhalten. Wahrnehmungen verschieben sich, Bilder fliessen ineinander über oder lösen sich an ihren Rändern auf. Die Welt verwandelt sich in eine Zeichnung, in der Gefühl und Poesie im Prozess ihrer permanenten Bewegung für einen kurzen Moment zum Stillstand kommen. Oder wie es der Ausstellungstitel 'tempo giusto' nahelegt: sich im angemessenen Tempo bewegen.
Vivian Kahra, geboren 1971 in Braunschweig, studierte an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig, der CA-University und der Muthesius Kunsthochschule, beide Kiel. Vivian Kahra lebt und arbeitet seit 2005 in New York.
Künstler der Galerie
BANDE | REOPENING AUSSTELLUNG AM NEUEN STANDORT
08.05.2009
-
05.09.2009

BANDE | reopening exhibition
Im Mai hat die Galerie Borchardt, gemeinsam mit dem Partnerbüro BN Architekten, neue Räume im Hopfensack 19, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Chilehaus, der Kunstmeile und der Hafencity bezogen.
Auf einer Fläche von mehr als 400 Quadratmetern werden sie dort verbindende Schwerpunkt in Architektur und Kunst ausloten und gemeinsame Projekte realisieren. Bereits in der Vergangenheit war ein erklärter Schwerpunkt der Galeriearbeit die gegenseitige Verbindung dieser beiden Bereiche. So wurden für private und öffentliche Gebäude zahlreiche Kunstkonzepte erdacht, geplant und realisiert. Darüber hinaus konnten Großprojekte, wie 2006 sculpture@CityNord, zusammen mit dem Sammler und Kurator Rik Reinking und nahezu 40 Künstlern, für ein halbes Jahr im Außenraum veranstaltet werden.
Die passenden Flächen für den gemeinsamen Standort wurden in Hamburgs Altstadt, im Erdgeschoß des gerade aufwendig renovierten, historischen Kontorhauses, der Hopfen-Burg, gefunden. Der Ausstellungsbetrieb beginnt am Freitag, 8. Mai, um 18 Uhr mit einer großen reopening Party und der Ausstellungseröffnung BANDE.
Teilnehmende Künstler:
Rolf Bergmeier, D
Helle Jetzig, D
Vivian Kahra, USA
Chikako Kato, Japan
Toshiya Kobayashi, Japan
Bodo Korsig, D, USA
Seamus Nicolson, GB
Udo Noeger, USA
Sarah Oppenheimer, USA
Andrew Schoultz, USA
Claudia Spielmann, D
Rik van Iersel, NL
Trak Wendisch, D
Heiko Zahlmann, D
Im Mai hat die Galerie Borchardt, gemeinsam mit dem Partnerbüro BN Architekten, neue Räume im Hopfensack 19, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Chilehaus, der Kunstmeile und der Hafencity bezogen.
Auf einer Fläche von mehr als 400 Quadratmetern werden sie dort verbindende Schwerpunkt in Architektur und Kunst ausloten und gemeinsame Projekte realisieren. Bereits in der Vergangenheit war ein erklärter Schwerpunkt der Galeriearbeit die gegenseitige Verbindung dieser beiden Bereiche. So wurden für private und öffentliche Gebäude zahlreiche Kunstkonzepte erdacht, geplant und realisiert. Darüber hinaus konnten Großprojekte, wie 2006 sculpture@CityNord, zusammen mit dem Sammler und Kurator Rik Reinking und nahezu 40 Künstlern, für ein halbes Jahr im Außenraum veranstaltet werden.
Die passenden Flächen für den gemeinsamen Standort wurden in Hamburgs Altstadt, im Erdgeschoß des gerade aufwendig renovierten, historischen Kontorhauses, der Hopfen-Burg, gefunden. Der Ausstellungsbetrieb beginnt am Freitag, 8. Mai, um 18 Uhr mit einer großen reopening Party und der Ausstellungseröffnung BANDE.
Teilnehmende Künstler:
Rolf Bergmeier, D
Helle Jetzig, D
Vivian Kahra, USA
Chikako Kato, Japan
Toshiya Kobayashi, Japan
Bodo Korsig, D, USA
Seamus Nicolson, GB
Udo Noeger, USA
Sarah Oppenheimer, USA
Andrew Schoultz, USA
Claudia Spielmann, D
Rik van Iersel, NL
Trak Wendisch, D
Heiko Zahlmann, D
Bodo Korsig
no more excuses
11.11.2008
-
20.12.2008

Wir zeigen Bilder, Skulpturen und Objekte von Bodo Korsig.