Evelyn Drewes | Galerie

Seit Jahren arbeiten Kristina Fiand und Ernst Groß mit dem Medium Holz. Obwohl jeder sein eigenes Atelier hat, bevorzugen sie es, in einem Raum gemeinsam ihren kreativen Arbeitsprozess zu gestalten. Das ist mehr als künstlerischer Austausch, denn die beiden leben eine praktische Arbeitsteilung. Wie funktioniert so eine Arbeitsteilung im Künstleralltag? Ernst Groß schneidet den Lindenstamm mit der Kettensäge zu Kanthölzern und sägt nach gemeinsamer Absprache die große Form zu. Kristina Fiand bearbeitet dann den Rohling manuell mit Schnitzwerkzeugen. Ist der Körper mit dem Sockel fertig, schnitzt Ernst Groß die Hände. Mit der Feinarbeit, dem modellieren des Gesichts und der abschließenden farbigen Gestaltung haucht die Künstlerin den Edekafrauen Leben ein.

 

An den Arbeite von Ernst Groß ist Kristina Fiand beteiligt, in dem sie seine fertigen Skulpturen bemalt. Für das Künstlerpaar sind diese Form der Zusammenarbeit und der kreativen Ergänzung enorm wichtig. Der Entstehungsprozess mit seinen verschiedenen Arbeitsschritten ist relevanter Bestandteil des fertigen Werkes. Auch die gemeinsame Kommunikation und die Konfl ikte in der Werkfi ndung spielen für sie eine zentrale Rolle. Obwohl die Werke in Teamarbeit entstanden sind, ist dem Paar dennoch die Abgrenzung voneinander wichtig. Schließlich stellt jeder unter seinem eigenem Namen aus. Die Werke sind einerseits Ergebnisse einer klar definierten Arbeitsteilung. Andererseits oszilieren sie zwischen künstlerischer Einzelposition und kollektivem schöpferischen Prozess. Das ist sowohl für die Künstler selbst als auch für den Betrachter eine spannende Konstellation. Die beiden Künstler müssen sich in ihrer Gemeinsamkeit immer wieder neu erfinden, aber sich gleichzeitig voneinander abgrenzen. Der Betrachter kann nun in den fertigen Arbeiten versuchen, das Rätsel eigenständig zu lösen, wie viel Fiand wohl in einem Groß oder umgekehrt stecken mag?

Kristina Fiand & Ernst Groß
Das Leben ist kein Ponyhof
13.05.11  -  24.06.11

Anna Fiegens malerische Bebauung zeit- und ortloser Terrains zeigt Landschaften und Bauten der Leere. Damit wird sie zur pointierten Chronistin der uns als Solitär kaum noch auffallenden Alltagsarchitektur. Stillgelegte Industriebauten, Häuser, modernistische Konstruktionen erscheinen obwohl allgegenwärtig als wunderschöne Fremdkörper.

Anna Fiegen
"entschleunigung"
04.05.12  -  30.06.12

Sarah Kliegel bietet dem Betrachter Projektionsflächen für die eigenen, ungelebten Wünsche. Mit dieser Darstellungsart hat sich die Künstlerin erstmals anhand von Werbeplakaten aus dem Bereich Mode auseinandergesetzt. Die üblicherweise von der Werbung evozierten Identifikationen mit makelloser Schönheit, Sexappeal und Unwiderstehlichkeit - kurz einer perfekten Hülle - treten in den Hintergrund, werden ganz und gar unwichtig. Die packende Wirkung von Kliegels Werken beruht auf der Kombination von Großformat und kleinem Darstellungsausschnitt. Die Acrylfarbe wird allein mit dem Spachtel auf die Leinwand aufgetragen. Besonders anziehend, gar nicht auf den allerersten Blick auffallend, wirken die typischen "Schetterstreifen" in ihren Bildern. Sarah Kliegel ist 1982 in Werne an der Lippe geboren worden, sie lebt und arbeitet in Münster. Seit 2002 studierte sie an der Kunstakademie Münster, erhielt 2007 den Akademiebrief und war dann ein Jahr Meisterschülerin bei Guillaume Bijl.

Joanna Jesse zeigt in ihren Arbeiten Szenen und Ausschnitte aus dem alltäglichen Leben. Die Motive erinnern an Kindheit und an eine Zeit, die wir nur aus Erzählungen oder aus Fotoalben kennen. Es sind Szenen aus einem erinnerten Alltagsleben, die bei Joanna Jesse zu Zeitdokumenten werden. Oft mit Konzentration auf Details, die das Auge zunächst anziehen, dann aber auf Stimmung und Atmosphäre der Motivumgebung neugierig machen. Im Mittelpunkt steht immer die figurative Malerei. Meist sind es Auseinandersetzungen mit Raum, Perspektive und Licht. Jesse gelingt es mit ihren Bildern die Wirklichkeit entsprechend unserer sinnlichen Wahrnehmung darzustellen. Joanna Jesse ist 1975 in Posen, Polen geboren, sie lebt und arbeitet derzeit in Düsseldorf.1995 machte sie in Posen ihren Abschluss, an der Kunstoberschule in Posen. Seit 2006 studiert sie an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Herbert Brandl. Joanna Jesse ist   auf dem Kunstmarkt sehr erfolgreich, mit zahlreichen Ausstellungen und Messebeteiligungen.

 

Sarah Kliegel und Joanna Jesse
"my private diary"
15.06.12  -  27.07.12

Das dritte Jahr in Folge präsentiert die Evelyn Drewes Galerie über die Sommermonate Werke junger Künstler, aus einer ausgewählten Bildhauerklasse einer deutschen Kunstakademie. Nach erfolgreichen Ausstellungen mit den Studenten der Klasse Ayse Erkmens (Kunstakademie Münster) und der  Klasse Ottmar Hörls (Akademie der Bildenden Künste Nürnberg) schließen sich nun die Studenten des renommierten Künstlers und Akademieprofessors Stephan Balkenhol an. Die jungen Künstlerinnen und Künstler der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe werden diese Sommerausstellung mit ihrem Professor Stephan Balkenhol eigenständig kuratieren. Von der Planung bis zur Umsetzung kann sich die Bildhauerklasse mit ihren künstlerischen Positionen ganz frei und unabhängig vom üblichen Akademie-Kontext verwirklichen.

Klasse Stephan Balkenhol
"veni, vidi"
02.07.16  -  31.08.16

Aktuelle Informationen in Vorbereitung.

Kuenstlername
Ausstellungsname
01.01.70  -  01.01.70

Andreas Flügel wendet sich in seinen mittel- bis großformatigen Leinwandbildern der gegenständlichen Malerei zu. Vielen Bildern ist der Charakter einer kurzen filmischen Szene eigen, bei denen der flüchtige Augenblick zwischen zwei Gesten oder Handlungen bildlich erfasst wird.

 

Je länger der Betrachter vor den Bildern verweilt, desto reicher tritt die Vielzahl an malerischen Techniken hervor. Beim Zusammentreffen von Lacken und Dispersionsfarben entstehen überraschende Formgebilde, die der Künstler nur begrenzt lenken kann und will. Diese "Läufer” auf großen Teilen der Bildfläche erzeugen einen magisch-illusionistischen Effekt der Tiefenwirkung.

 

Vernissage am Freitag, den 12. März ab 18.00 Uhr

Andreas Flügel
Lack und Läufer
12.03.10  -  23.04.10

Im Zentrum der Gruppenausstellung "no country for old men" steht die Auseinandersetzung junger Künstler mit dem klassischen Medium der Malerei. Jonas Grubelnik, Diego Sindbert und Robert Vellekoop erweitern mit unterschiedlichen Ansätzen das klassische Definitionsspektrum dieser Darstellungsform. Elementare Grundpfeiler wie Farbe, Form und Materialität werden neu gedacht und mit modernen Mitteln umgesetzt. Dabei sind ihre Ansätze weder als radikale Infragestellung   klassischer Malerei noch als Revolte gegen die traditionelle Leinwand zu verstehen. Vielmehr bezwecken die drei Künstler eine Weiterentwicklung und Veränderung des Mediums. Das traditionelle Tafelbild gilt längst nicht mehr als Status Quo der klassischen Malerei. Die Überwindung des zweidimensionalen Bildes ist in der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst nicht mehr als revolutionärer Befreiungsschlag zu verstehen. Vielmehr hat sich das Aufbrechen bekannter Ausdrucksformen zu einer Selbstverständlichkeit in der Beschäftigung mit moderner Malerei entwickelt. Die neu errungene Freiheit der Selbstverständlichkeit nutzen die Drei mit verschiedenen Techniken, diversen Materialien, individuellen Herangehensweisen und Ansprüchen. Eine klare Trennlinie zwischen Malerei, Objekt und Installation ist weder erkenntlich noch impliziert. Mittels der direkten Gegenüberstellung und Zusammenführung der künstlerischen Positionen, wird das breite Spektrum der zeitgenössischen Malerei ersichtlich und neuartige Konzepte erfahrbar.

Jonas Grubelnik, Diego Sindbert, Robert Vellekoop
"no country for old men"
10.04.16  -  21.06.16

Die Münchner Künstler Ingrid Floss und Christian Muscheid zeigen in einer gemeinsamen Ausstellung neue Arbeiten. Beide haben an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert (Ingrid Floss von 1997 bis 2004; Christian Muscheid von 2004 bis 2010) und waren Meisterschüler von Jerry Zeniuk.

Verfolgt man das Schaffen von Ingrid Floss über die Jahre seit 2004 so lassen sich ihre Arbeiten trotz der eindeutigen Handschrift - unschwer einer bestimmten Schaffensphase zuordnen. Floss sieht ihre Arbeiten als Parallele zu ihrem eigenen Leben. Sie versucht die Wünsche und Sehnsüchte, die Schwierigkeiten und Lösungsmöglichkeiten, alles was in ihrem Inneren brennt und arbeitet, zum Ausdruck zu bringen und hat dafür ihre eigene Sprache entwickelt. Jedes Bild hat durch den ihm eigenen Farbklang, die räumliche Tiefe, den Pinselduktus, seinen ganz eigenen Platz im Werk der Künstlerin. Man kann die Dinge nicht ablesen, wie bei einer Illustration oder einer gegenständlichen Malerei. Aber es steckt trotzdem alles, was sie erlebt hat, womit sie sich auseinandersetzt, was sie hört und aufnimmt, in den Bildern - widergespiegelt in den Farben, in ihrer Dunkelheit und Helligkeit, in ihrer Intensität, in den Spannungen und harmonischen Zusammenklängen.

Christian Muscheids Malerei überrascht in ihrer Bestimmtheit, Klarheit und Heiterkeit. Farbfelder werden zu schwerelosen Raumkörpern, zu einer Vielheit der Dinge, die rivalisch kommunizieren, die das Individuum Farbe nach allen Winden auseinanderstreuen das Hingeworfene und argonale Farbräume öffnen. So und nicht anders; Muscheid gibt den Farben einen klaren, reinen, hellen Klang; seine Großformate verführen in Klangwelten und lassen an Jazz, Igor oder an Luigi Nono denken. Spirituelle Erfahrungen des Künstlers in Zeichen gesetzt? Oder auf dem Weg zu einer erheiternden Heiterkeit (Nietzsche) oder freundlicher Anleitung leggerezzadellessere Leichtigkeit des Seins (Milan Kundera). Farbe wird etwas lebendiges.

Ingrid Floss und Christian Muscheid
"fly color fly"
04.05.12  -  14.06.12

Blechspielzeug, Puppen, Kreisel, Kuscheltiere - das sind Robert Sturmhoevels bevorzugten Bildmotive und zugleich thematischer Schwerpunkt seiner Arbeit. Spielzeug als Attribut für vergangene Zeiten, Erinnerungen an die Kindheit, Erwartungen an die einst dagewesene Zukunft, Projektionen auf das jetzige Selbst, die eingetroffene Realität, sowie enttäuschte oder erreichte Wünsche. Imaginierte Rückblicke an die Kindheit werden in Sturmhoevels Werk hervorgeholt und mit idealisierten Illusionen angereichert.Eine blitzblank aufpolierte Auswahl an Spielsachen, platziert auf monochromen, pastelartigen oder dunklen Bildgrund, zeigen liebevoll das Facettenreichtum längst vergangener Zeiten. Robert Sturmhoevel greift die materielle Kultur der Spielsachen aus und stellt das Objekt in den Mittelpunkt der Betrachtung. Losgelöst von den Grenzen der Leinwand schwebt das Erinnerungsfragment frei im abstrakten Raum. Ausschließlich ein farbiger Schlagschatten, der durch einen markanten Pinselstrich geführt ist, ebnet das Objekt in einen gewissen Umraum. Die glänzende Oberfläche der Malerei verbindet sich mit einer rostigen Kruste oder schmierigem Dreck, der sich auf den Objekten niedergelassen hat. Die idealisierten Werte des materiellen Objekts "Spielzeug" werden aufgelöst und in eine zeitliche Dimension der Benutzung sowie des Stillstandes manövriert.Für den Künstler selbst steht die Möglichkeit einer narrativen Bildsprache im Fokus seines Schaffens. In fragmentarischen Arbeitsprozessen entwirft er diese großen Szenarien und kleineren Bildserien, die in Ebenen geschichtet sind und denen eine hohe atmosphärische Dichte inne wohnt. Provoziert wird eine beklemmende Stimmung zwischen Vertraut- und Fremdheit. Durch eine vorrangig freundlich, kitschige und simple Darstellungsweise, die im starken Kontrast zum offenen unheilschwangeren Erzählstrang steht, wird der Aspekt einer zweideutigen Bildsprache verstärkt. Die traditionell-figurative Malerei dient ihm dabei als formaler Einstieg in ambivalente Bildwelten.

Robert Sturmhoevel
"peccadillo [frame] tales"
04.03.16  -  01.04.16

Der Himmel mag ja anderswo blauer sein - sicher aber nicht monochromer. Durch die Refuktion zur Fläche verlieren er und andere Realobjekte augenblicklich ihre Gegenständlichkeit, Größe und wechselseitigen Bezüge. Nach außen ohne Kontext, nach innen mehr Komposition als Körper büßen die Gegenstände auch ihre Inhaltlichkeit ein und bleiben zunächst als Farbfläche zurück. Hat man Gelegenheit Johannes Kersting bei seinen Aufnahmen beizuwohnen, so muss man sich stets rückversichern, ob die abgebildete Szene auch wirklich am aktuellen Standort zu finden ist. Die Wirklichkeit der Aufnahme und die Wirklichkeit in der Aufnahme - das ist die Gratwanderung zwischen Dokumentation und Konstruktion, die sich in Kerstings Bildern ereignet. Kersting fühlt sich dabei keiner Seite verpflichtet, sondern erkundet vielmehr Mittel und Methoden, die für beide Bereiche den Ausschlag geben können. Tatsächlich dokumentieren manche Bilder auch die Freude an der kontrollierten Ambivalenz, etwa wenn wieder einmal alle Referenzen und Maßstäbe ausgeknipst werden konnten, aber die sachliche Gliederung eine leichte Lesbarkeit suggeriert, oder andersherum, wenn ein kleiner Vogel das sublime geometrische Ensemble aufbricht und es durch seine bloße Anwesenheit mit Größenverhältnissen, Räumlichkeit und Faktizität versorgt. Neben einem solchen Augenzwinkern findet sich aber auch die ehrliche und ruhige Faszination vor der schieren Auflösbarkeit der Realität in reine Komposition und Ordnung. Hier erübrigt sich dann auch die Frage nach dem Abgebildeten.

Johannes Kersting
"Watchlist I/2016"
03.03.16  -  01.04.16

 

Licht - Farbe Materialität: das sind die treibenden Kräfte in Lev Khesins künstlerischem Schaffen. Das Licht durchdringt transparentes Material: Farbige Schichten scheinen hindurch, flimmern und leuchten. Sie vermischen sich und changieren in ihren vielfältigen Schattierungen je nach Standpunkt des Betrachters.

Ein einziger Lichtstrahl kann eine tiefer liegende Farbe zum Glühen bringen, sie geheimnisvoll schimmern lassen oder diffus zerstreuen. Die Grenzen zwischen den einzelnen Farbfeldern sind nie deutlich wahrzunehmen, denn es sind keine Flächen, sondern Tiefen, aus denen ein Farbton heraufsteigt. Erst an den zerfransten Ränder, an wird die Intensität des Schaffensprozesses ablesbar und gibt Aufschluss über die Vielschichtigkeit von Farbe und Materialität.

Lev Khesin arbeitet ausschließlich mit dem Material Silikon, das dem Bild durch seine hohe Lichtdurchlässigkeit, die Variabilität der Schichtdicke und dem eigentümlichen Glanz, eine besondere Aura verleiht. Die Eigenschaften des Silikons beeinflusst und verändert Khesin durch verschiedene Zusatzmittel und die Zusammen- oder Wechselwirkung von verschiedenen Formaten, Untergründen, Pigmenten, Trägern, Werkzeugen und Methoden.

Lev Khesin
"Neon Black"
23.01.16  -  26.02.16

Ein spannendes Kunstjahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Nach acht erfolgreichen Ausstellungen und vielen spannenden Projekten lässt es die Evelyn Drewes Galerie zum Jahresende noch einmal richtig krachen. In Nachtschichten haben die insgesamt 14 Künstler der Galerie noch einmal Alles in ihren Ateliers gegeben um in dieser Gruppenausstellung ihre aktuellen Werke zu präsentieren. Der Titel der Ausstellung "Nachts allein im Atelier" knüpft an die gleichnamige Ausstellung von 2011 an, bei der die Galerie schon damals eine Art "Best-of" ihres Künstler-Portfolios präsentierte. Auch in diesem Jahr wird mit der abschließenden Ausstellung die Bandbreite der verschiedenen künstlerischen Positionen von Malerei, Zeichnungen, Editionen und Objekten verdeutlicht. Zum Abend der Vernissage werden erstmals alle Künstler gemeinsam in der Galerie anzutreffen sein.

Künstler der Galerie
"Nachts allein im Atelier"
28.11.15  -  15.01.16

So unterschiedlich Tobias Köbschs malerische und plastische Arbeiten auch erscheinen, thematisieren sie doch immer wieder dieselben Beobachtungen und Mechanismen: die Verschränkung von Medialität und Realität im gegenwärtigen Leben und daraus resultierend die Frage nach den Kernbestandteilen heutiger Identität und Weltgewissheit. Mit seiner fotografischen bzw. filmischen Bildästhetik spielt er, wie andere Künstlergenerationen vor ihm, mit dem Prinzip Illusionismus, dem trügerischen Wirklichkeitsanschein. Doch zielt die technische Brillanz seiner gemalten oder plastizierten Tableaus nie auf täuschende Verführung in imaginäre Welten, sondern auf eine kritische Momentaufnahme des aktuellen Verhältnisses von Bild- und Weltbewusstsein.

Anders als die medienreflexive Malerei in den 1970er und 1980er Jahren interessiert Köbsch nicht der gemeinsam Abbildungscharakter von Fotografie, Film und Leinwandmalerei. Vielmehr versucht er die ästhetischen Codierungsformen, insbesondere die emotionalisierende Qualität aktueller Zeichenproduktion darzustellen. Auf den ersten Blick wirken seine Werke wie die eines Großmeisters der Katastrophe. Der Schauwert der dargestellten natürlich bedingten oder künstlich erzeugten Spektakel dient ihm jedoch dazu, den mythologischen Kern der aktuellen humanen Existenz sichtbar werden zu lassen. Angst und Schrecken sind zentrale Grunderfahrungen des menschlichen Daseins. Sie ordnen das persönliche und soziale Leben und werden folglich in einer total vernetzten Kommunikationsgesellschaft auch als aufmerksamkeitsbindende und sinnsetzende Instanzen genutzt. Die Frage, ob es sich bei den alltäglichen gesendeten Kriseninformationen um Wirklichkeit oder um Täuschungen, also um ntv oder um Hollywood handelt, spielt keine Rolle mehr, weil das Leben selbst einer medialen Choreografie zu gehorchen scheint. Deren ästhetische Programmstrukturwird in den Werken von Tobias Köbsch dekonstruiert.

Wenn er mit bedrohlichen Rissen und Schnitten in seinen Bildwelten arbeitet, so sind diese neben ihrem szenischen Charakter auch als analytische Werkzeuge zu verstehen, um das unter der gesellschaftlichen Oberfläche liegende Konflikt- und Gewaltpotential offenzulegen. In vergleichbarer Weise nutzt er Graffiti pieces doppeldeutig - sie zitieren einerseits die gegenwärtige von ästhetischer und symbolischer Aggressivität bestimmte Großstadtkultur, dienen andererseits aber auch als konzeptuelle Schriftelemente, mit denen innerhalb der dargestellten Bildorte etablierte soziale Bedeutungen in Frage gestellt werde. So gleichen seine unterschiedlichen Gemäldeserien und Skulpturengruppen der letzten Jahre einen verstörenden Panoptikum, das schlaglichtartige Einblicke in die kollektivpsychologische Grundverfassung der Gegenwartsgesellschaft ermöglicht.

Tobias Köbsch
"S O G"
17.10.15  -  24.11.15

Sofort erfasst man eine gegenständliche Situation, einen ruhenden Körper vor einem Hintergrund, einen Horizont wie bei einer Landschaft, einen fensterartigen Durchblick. Und doch lässt sich die Darstellung nicht begreifen, sie löst sich in Pinselspuren und Wischern von Farbe auf. Alles wirkt transparent und ohne feste Oberfläche, mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gemalt - glatt und langgezogen, kurz und geballt, weich ansetzend oder auch als herabfließende Tropfenspuren. Damit lösen sich die angedeuteten Körper und räumlichen Situationen vollkommen auf. Unwillkürlich ergänzt man die skizzierten Angaben zu naturhaften Vorstellungen, zu Landschaften, irrealen Traumgebilden und ungezügelten Projektionen, die sich jedoch gleich wieder in die reale, aufgestrichene Farbe verwandeln. Diese entwickelt selbst einen sicheren Rhythmus und eine expressive Dynamik, die sich aber ebenfalls auflösen und zerfasern. Verena Gründels Bilder entziehen dem Betrachter das, was sie ihm zeigen, sowohl den Gegenstand wie auch den malerischen Farbauftrag. Sie verflüssigen nicht nur die malerischen Formen, sondern auch ihre Wahrnehmung. Diese Bilder behaupten nichts, sie legen weder ein Motiv fest noch eine Struktur. Ihre Aussage entsteht aus der gleichwertigen Balance von unvereinbaren Sehweisen, die sich zu keinem Vorstellungsbild verfestigen lassen: eine präzise Flüchtigkeit und eine sich ständig erneuernde spielerische und unfixierbare Offenheit. (Text: Erich Franz)

Verena Gründel
"Watchlist II/2015"
17.10.15  -  24.11.15

In Sandra Langes Bildern gibt es viel zu entdecken. Farbintensiv, kontrastreich und komplex entführen sie uns in Raumwelten, die den Betrachter zum verweilen einladen und eine Vielzahl von Assoziationen ermöglichen, ohne Geschichten eines spezifischen Ortes zu erzählen. Vielleicht sind es menschenleere Landschaften mit architektonischen Überbleibseln, zugewucherte Innenräume, vibrierende Straßenszenen oder gar galaktische Explosionen? Die einzelnen Elemente sind als Anregungen zu verstehen, das Bild mit eigenen Sehgewohnheiten zu ergänzen. Verschiedene Eindrücke und konträre Ansichten werden überlagert, Ordnung und Chaos verbinden sich.Die Erfahrbarkeit des Bildes als Ganzes hat für die Künstlerin eine große Bedeutung. Ebenso mit den visuellen Illusionen wie mit den Materialeigenschaften selbt. Ihre Bildwelten entstehen in einem aufwändigen und vielschichtigen Schaffensprozess, ohne vorherige Skizzen, durch Verfremdung, Auflösen, Zersetzen und anschließendem Verbinden. Ähnlich wie beim abstrakten Expressionismus steht das Sinnliche des Malprozesses im Vordergrund. Die einzelnen Farbschichten stehen in einem engen Dialog, reagieren aufeinander und konstruieren so eine ganz eigene Raumwirkung. In einander verzahnt werden die einzelnen Arbeitsschritte kaum noch ablesbar. Organische Strukturen, die sich aus dem Schütten, Laufen und Schmieren der Farbe ergeben, stehen im Gegegnsatz zu strengen, geometrischen Formen und Linien. Durch sie scheint der wilde Farbauftrag eine Begrenzung zu finden. Das Organische wird technisch strukturiert, das Geometrische malerisch überformt.Sandra Langes Bilder unterscheiden sich in Nah- und Fernwirkung fundamental. Während uns due gewaltige Farbkraft und die perspektivischen Elemente zurücktreten lassen, um das Gesamte zu erfassen, locken uns die malerischen Spuren ganz nah heran. Delikate Oberflächenbeschaffenheit von glatt-glänzend bis stumpf-spröde, sahnig-pastos bis aquarelluerend-verlaufen geben den Bildern einen besonderen Reiz. Die weitgehende Abwesenheit von Pinselstrichen verschleiert dabei die Spur der malenden Hand ebendso wie dir Größendimensionen der Bildwelten.

 

Sandra Lange
"Der Himmel färbt sich rot-blau kariert"
12.09.15  -  14.10.15

Inspirieren lässt sich Hirofumi Fujiwara von der Vielfalt der Menschen, die ihm in seinem alltäglichen Leben begegnen und ihm in seinen Werken als Motiv dienen. Beim Beobachten dieser facettenreichen Persönlichkeiten geht es ihm weniger um das konkrete Einprägen und die akkurate Reproduktion optischer Merkmale. Der Künstler ist vielmehr auf der Suche nach unterschiedlichen Typen, Charakteren und Persönlichkeitsmerkmalen, die jeden Menschen individuell auszeichnen und welche wiederum aus verschiedenen Perspektiven vielfältig rezipiert und wahrgenommen werden. Jede der naturalistischen Skulpturen aus Ton und Kunststoff stellt eine individuelle Persönlichkeit dar, unterscheidet sich in kleinen Details von den Anderen und ist demnach in zweifacher Hinsicht ein Unikat.Konzeptueller Leitfaden und ein besonderes Anliegen des Künstlers stellt die Möglichkeit einer Vielzahl von Interpretationsansätzen dar. Genau wie beim Menschen selbst sollen auch die Figuren in einem gewissen Maß unergründlich bleiben. Das Vielschichtige und Geheimnisvolle einer jeden Persönlichkeit ist es, was Hirofumi Fujiwara beim Arbeiten mit der Figur Mensch fasziniert. Jeder Betrachter wird in den Skulpturen eine andere Gestalt erkennen, Geschichten konstruieren und Deutungen vornehmen. Dabei thematisiert der Künstler das Mit- und Gegeneinander von inneren und äußeren Qualitäten des Menschen. Auch wenn das Innere einer starren, leblosen Figur unergründlich scheint, ist es umso spannender das Äußere der Skulptur zu einer Geschichte zu entwickeln und das vollkommen unabhängig und losgelöst von den Gedanken des Künstlers.

Hirofumi Fujiwara
"Utopia"
12.09.15  -  14.10.15

Auch diesen Sommer unterzieht sich die Evelyn Drewes Galerie einem innovativen Experiment und mischt mit diesem jungen, frischen Projekt die Hamburger Kunstwelt auf. Die Galerie, die bereits seit acht Jahren für die intensive Begleitung und Unterstützung junger Absolventen deutscher Kunstakademien steht, bietet im zweiten Sommer in Folge der Klasse einer rennomierten Kunstakademie eine Plattform zur Präsentation ihrer Kunst. In einem Zeitraum von zwei Monaten werden die gesamten Galerie-Räumlichkeiten den jungen Künstlern und ihren kreativen Ideen überlassen.Bewusst wählt die Galerie als Kontrast zu ihrem gewohnten Programm zeitgenössischer Malerei Positionen junger Bildhauerklassen. Im letzten Jahr bespielten die Studenten der Bildhauerklasse Ayse Erkmens von der Kunstakademie Münster die Galerie-Fläche mit großem Erfolg.In diesem Jahr nehmen nun Ottmar Hörl und seine 25 Studierenden der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg die rund 300 qm der Galerie mit ihrer "Klassenfahrt" ein. Für die meisten unter Ihnen handelt es sich bei diesem Projekt um ein Ausstellungs-Debüt, unabhängig und außerhalb des bekannten Terrains der Kunstakademie. Beim Kuratieren der Ausstellung werden den Studenten große Gestaltungsspielräume gelassen, welche sie eigenverantwortlich mit ihrem kreativen Knowhow befüllen können. Im Voraus wird das Ausstellungskonzept im Klassenverbund erarbeitet und die Planung in Zusammenarbeit mit ihrem Professor Ottmar Hörl und der Evelyn Drewes Galerie organisiert.

Künstler: Gabriel Bethlen, Jutta Bock von Wülfingen, Sandra Böhme, Steve Braun, Federico Braunschweig, Philip Eyrich, Sarah Frawley, Josepha Hartmann, Ottmar Hörl, Angelika Huber, Barbara Huber, Ji Young Kim, Joachim Kircher, Katharina Kiupel, Christopher Mau, Joanna Maxellon, Jennifer Romina Sarah Mayer, Dagmara Nast, Antonio Nastelli, Waldemar Scheck, Kristin Schierz, Josefa Schundau, Heidrun Seiboth, Diego Kai Sindbert, Vincent Walter, Rainer Jeremy Wegscheider, Elisabeth Thallauer

 

Klasse Ottmar Hörl (Akademie der Bildenden Künste Nürnberg)
"Klassenfahrt"
03.07.15  -  28.08.15

Zur "Triennale der Photographie Hamburg" eingalden, zeigt die Evelyn Drewes Galerie Werke des Künstlers Boris Becker, ein Hochkaräter der deutschen Fotografie-Szene. Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Galerie Heinz Holtmann aus Köln statt.der Fotograf Boris Becker bezeichnet sich selbst als Bildfinder. Der 1961 in Köln geborene Meisterschüler der Becher-Klasse zählt heute zu den einflussreichsten Fotokünstlern. Weniger die Symbolkraft des Motives als vielmehr die optische Wirkungskraft der Gebäude und Landschaften stehen im Fokus seines Schaffens. Becker fotografiert das Gegebene, weg von jeglicher Inszenierung, allerdings ohne dokumentarisch zu agieren. Die Bilder entwickeln sich aus neutralen Lichtverhältnissen, speziellen Perspektiven und dem Prinzip der Reihung. Mittels dieser Reihung einzelner Bilder in Serien mit annähernd identischen Lichtverhältnissen, gleicher Perspektivwahl und der Einhaltung eines immer wiederkehrenden Abstandes zwischen Kamera und Motiv erfolgt eine Art Katalogisierung, oder doch eine Variation architektonischer Sujets wie Bunker und Brücken. Doch was sollen uns diese Serien in ihrer Neutralität erzählen? Diese Serien sind viel mehr als nur die Summer ihrer Teile. Jedes Bild für sich erzählt noch keine Geschichte, gemeinsam entfalten sie allerdings eine immense Wirkungskraft.Die Ausstellung zeigt Auszüge seiner Arbeiten von 1978 - 2014 aus den Werkserien Hochbunker und Konstruktionen. Insbesondere die zahlreichen Hochbunker der Stadt Hamburg sowie Brückenbauten, Häuserfronten und symbolträchtige Bauten Berlins stehen im Fokus der Soloausstellung.Boris Becker wurde 1961 in Köln geboren und absolvierte sein Fotografie-Studium an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschüler in der Klasse Bern Bechers. Becker erhielt 2004 eine Gastprofessur an der Hochschule für Künste Bremen sowie im Jahr 2010 an der Kunsthochschule für Medien Köln. Heute lebt und arbeitet der Künstler in seiner Heimatstadt Köln

Boris Becker
"Konstruktion - | Arbeiten 1978 - 2014"
09.05.15  -  30.06.15

 

Elvis, Marilyn, Amy - die Vornamen genügen, schon werden vertraute Bilder aus dem kollektiven Gedächtnis abgerufen. Marilyn, die Blondine mit flatterndem Rock, Amy, die abgestürzte Soulqueen. Aber lassen die medialen Bilder, die Mythen konstruieren, tatsächlich auf das Wesen eines Menschen schließen? Die malerische Antwort von Janina Roider ist eindeutig: Nein. Die junge Münchner Malerin beschäftigt sich ausschließlich mit der klassischsten Gattung der Bildenden Kunst: dem Portrait. Ihre Motive sind schillernde Berühmtheiten aus Film und Fernsehen, prominente Musiker sowie bekannte Politiker.Janina Roider versucht keineswegs naturalistische Abbilder ihrer Vorlagen zu schaffen. Im Gegenteil: Die Künstlerin abstrahiert die dargestellten Charaktere, inszeniert sie ikonografisch in einer intensiven Mischung aus Abstraktion und Konkretheit. Eine wilde, fast willkürlich scheinende Pinselführung, der explosive, lauta Farbauftrag sowie die Auswahl intensiver, leuchtender Farben verfremden Gesichtsausdruck und Mimik der abgebildeten Persönlichkeiten. Gleichzeitig schafft Janina Roider konkrete Momente in ihren Bildern. Kleine Details mit starker Symbolkraft, wie die blonde Lockenmähne Marilyns geben Aufschluss über die Identität der portraitierten Gestalt. Mit dieser ganz eigenen Form des Portraitierens gelingt es Janina Roider die Beschränktheit des klassisch naturalistischen Portraits zu überwinden und die Komplexität und Vielschichtigkeit des Seins aufzuzeigen.Die Evelyn Drewes | Galerie zeigt zum ersten Mal Arbeiten der jungen Künstlerin, die gerade erst ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München als Meisterschülerin von Prof. Günther Förg absolvierte.

Janina Roider
"What you see is what you get"
20.02.15  -  02.05.15

Ekkehard Tischendorf schafft Bildwelten in einem Spannungsfeld zwischen Traum und Fiktion, gespenstischen Momenten und romantischen Motiven. Für den Künstler geht es dabei nicht um den Anspruch einer realistischen Abbildung der Alltagswirklichkeit. Statt die Realität abzubilden, schafft er eine ganz neue, seiner Imagination entsprungene Welt, mit eigenen Gesetzmäßigkeiten, wenn auch in Anlehnung an die Lebenswelt des Betrachters. Die Bilder zeigen unbekannte, fast unberührte Landschaften und Szenerien in einer Kombination aus skurrilen und geheimnisvollen Objekten und Figuren. Er abstrahiert diese weltlichen Motive farblich wie auch in ihrer bekannten Formgebung und setzt Figuren und Landschaften in unbekannte, verfremdete Kontexte.

Ekkehard Tischendorf
"Falb Bis Blond"
07.02.15  -  19.03.15

Viele kleine, schnelle optische Botschaften stapeln und drängeln sich aufeinander und zusammen ergeben sie ein großes buntes Bild. Obwohl diese bunten Kisten in jedem Supermarkt zu finden sind, werden sich nur Wenige mit ihrer Gestaltung bewusst auseinandersetzen. Für den Künstler sind sie eine wahre Goldgrube: Aus den dort gefundenen Nuggets prägt er seine eigene, poppige Währung.

Die bunte Welt der "BRANDS" erinnert an eine choreographische Bühnenshow, in der "Pink Lady", "Pambo" oder "Fabio Antonelli" zu finden sind, eine Zusammenstellung von Namen, die einer Playlist von Popsongs oder Hollywoodfilmen würdig wäre. Aus dem was eigentlich nur Mittel ist - Transportkiste mit Werbe Aufdruck-, wird im Kunstwerk Selbstzweck.(Text: Jochen Meister)

Jens-Ole Remmers
"Watchlist 1/15"
07.02.15  -  19.03.15

Mit seiner neuen Werkserie von Filmstills in der Evelyn Drewes Galerie hält Michael Peltzer (37) isolierte Szenen aus Kinofilmen malerisch auf der Leinwand fest. Ihm geht es dabei nicht um eine genaue Wiedergabe der Vorlage. Insbesondere die Bildhintergründe sind typischerweise bis zur Unkenntlichkeit abstrahiert. Peltzer spielt, wie viele andere Künstler gerade seiner Generation, mit Motiven aus dieser ganz offenbar so faszinierenden Welt des Films. Es ist das Spiel mit Bild und Abbild. Auf die Spitze getrieben wurde dieses Spiel des sich aneignens oder zitierens eines bekannten Motives - manche sagen plagierens schon 1983 von Richard Prince (65) mit seinem inzwischen über eine Million EUR teuren Photo "Untitled (Cowboy)". Prince fotografierte den Ausschnitt einer Marlboro-Anzeige mit einem aus dem Bild reitenden, lassoschwingenden Cowboy und stellte das Werk, in Gold gerahmt, in einem sonst leeren Laden auf der Lower East Side in New York aus. "Gestohlen, aber original, ikonisch, aber aufrichtig, illusionär, aber real", wie es Guggenheim-Chefkuratorin Nancy Spector formulierte. Bei Peltzer hingegen schreitet Clint Eastwood als Dirty Harry (Bildtitel "Last Cowboy") dem Betrachter entgegen. Dies aber im auch sonst typischen Mal-Stil des Künstlers, mit einer expressiven Farbwahl, intensiven Kontrasten und einer willkürlich scheinenden Formgebung anhand verschmolzener, in einander verlaufener Farben. Können andere Motive (z. B. Darth Vader) eindeutig mit einem Film in Verbindung gebracht werden, so ist dies hier ohne Kenntnis der Vorlage unmöglich. Beim Schütten seiner Farben lässt sich Michael Peltzer ebenso vom zufälligen Erscheinungsbild der Farbkontraste wie auch von seinen ästhetischen Vorstellungen zu Farbe und Form leiten. Denn so zufällig manch ein Farbverlauf auch scheinen mag, geht es dem Künstler immer um ein beabsichtigtes Gesamtkonzept der Farben, ein Zusammenspiel welches durch den kleinsten Fehler aus dem Gleichgewicht geraten kann. Neben den Filmstills werden im Rahmen der Ausstellung ein Teil der Werkserie "Monster Invasion" sowie ausgewählte Collagen des Künstlers gezeigt." Michael Peltzer lebt und arbeitet in Köln. Er war Meisterschüler bei Prof. Michael van Ofen an der Kunstakademie Münster.

Michael Peltzer
"KINTOP"
22.11.14  -  31.01.15

"Sein ehemaliger Lehrer an der Kunstakademie Düsseldorf, Herbert Brandl, bezeichnet ihn als seinen "expressivsten" Schüler und bescheinigt ihm "eine tolle Entwicklung". Jetzt zeigt Julian Khol (35) neue Arbeiten In der Evelyn Drewes Galerie im Kontorhausviertel.

Impulsgeber für den gezeigten Werkblock des jungen österreichischen Malers Julian Khol war ein Ahornbäumchen am Parkplatz vor seinem Atelier, das er an einem verregneten Tag fotografiert hatte. Eine verwaschene Ausgangssituation, die der Künstler in seinem Vorgehen aufgriff. Die Leinwand auf den Boden gelegt, ging er ans Werk, nass in nass - ein schwimmendes Malen der Leinölfarbe. Im Trocknungsprozess bildeten sich runzelige Häute als Inseln auf dem malerischen Film. Die grafischen Strukturen des Bäumchens lösten sich in freie Malerei auf, so als hätte soeben das ölbetrunkene Bild ein Aspirin zur Blutverdünnung eingeworfen. Fluss, Prozess, Abstraktion anstelle von statischer Motivik - das Bild lässt sich nicht festzurren und einzementieren, es bleibt ein offener Organismus, der einen malerischen Raum öffnet. Dieser Raum verschluckt und spielt zugleich das vorgegebene Image wieder aus - für die Malerei.

Die Bildvordergründe hat Julian Khol mit herab rinnenden Farbzonen gestaltet, aus deren Spuren sich Pflanzen formen, illusionäre Elemente aufblitzen, ohne dass ein allzu starker Drang an einer direkten Abbildung der Natur im Vordergrund steht. Denn alles entsteht hier aus der Malerei, aus einem intuitiven Setzen des Pinsels auf der Leinwand. Nur lässt der Künstler in diesem Werk das Bild auch mitmalen, indem er der Farbe in manchen Bereichen freien Lauf lässt, aber auch bewusst steuert. Khol geht dabei immer von etwas Konkretem aus. Das unbewusste Drauflosmalen würde ihn, so sagt er "in eine Sackgasse führen"."

 

Julian Khol
Wer steht, wenn alle sitzen
11.10.14  -  20.11.14

Mit dem extrovertierten Markus Lüpertz, der für die Pflege des Kults um das eigene Genie ebenso bekannt ist wie für sein umfangreiches und vielschichtiges Werk und mit Arnulf Rainer, einem der wichtigsten und umstrittensten zeitgenössischen Künstler Österreichs, dem schon zu Lebzeiten ein eigenes Museum errichtet wurde, präsentiert die Galerie zwei Großmeister, deren jeweiliges Werk alleine Garant für immer wieder spannende und spektakuläre Einzelausstellungen ist. Doch diesen Titanen der Kunst stellt die Galerie auch noch den vergleichsweise jungen und weit weniger bekannten Künstler Mike MacKeldey selbstbewusst und auf Augenhöhe an die Seite, und spätestens jetzt stellt sich die (erwünschte) Frage: Funktioniert das? Sind nicht allein Rainer und Lüpertz schon jeweils zu groß und zu unterschiedlich für eine Show? Droht der junge MacKeldey nicht   zwischen ihnen unterzugehen? Nein, es funktioniert ganz hervorragend. Denn bei allen Unterschieden in   Persönlichkeit und Werk, so gibt es doch verblüffende inhaltliche Parallelen und Gemeinsamkeiten, die die Drei verbinden und dazu führen, dass sich ihre Arbeiten zu einer stimmigen Ausstellung ergänzen.

Markus Lüpertz etwa ist mit kleinformatigen Skulpturen vertreten. Die ohnehin schon abstrahierten, teilweise grotesk proportionierten und manchmal nur an Details identifizierbaren (etwa die Fortuna durch ihr Füllhorn) Plastiken, in denen sich Merkmale kubistischer, expressionistischer und afrikanischer Kunst finden lassen, verfremdet Lüpertz zusätzlich durch eine grobe, oft grelle Übermalung. Arnulf Rainer ging ganz ähnlich bei seinen "Face Farces" vor vor, nur dass es hier Fotografien, oftmals Selbstbildnisse sind, die der Künstler übermalte und   überzeichnet und sie so mit neuen Inhalten und Kontexten auflud. Hier reihen sich beinahe nahtlos die surreal bis grotesk anmutenden Bilder Mike MacKeldeys ein. Auch er beschäftigt sich, ähnlich wie Rainer, mit dem Gesicht, dem Porträt, das bei ihm aber zum oft albtraumhaften Zerrbild wird. Die pastos aufgetragene Farbe, verwischt, zerstört und übermalt bis sich beinahe abstrakt anmutende Gesichter formen. Oftmals ritzt oder kritzelt der Künstler intuitiv entsonnene Texte oder Zeichnungen in die noch feuchte Farbe, die sich auf ironische Weise mit dem Werk beschäftigen.

Weniger in einem Dialog als in einer Gegenüberstellung zeigt die Ausstellung wie die Verfremdung des eigentlichen Gegenstandes die Arbeiten der so unterschiedlichen Künstler verbindet. Zugleich stehen die drei Positionen exemplarisch für den künstlerischen Gewinn, der durch das Verschmelzen unterschiedlicher Medien und Ausdrucksformen (Lüpertz: Skulptur, Grafik,Malerei; Rainer: Fotografie, Zeichnung, Malerei ; MacKeldey: Malerei, Text), sowie durch das Durchbrechen gattungsspezifischen Denkens entstehen kann.  

 

 

Markus Lüpertz, Mike MacKeldey, Arnulf Rainer
Der Hase im Laufhaus
06.09.14  -  08.10.14

mit: Melanie Bisping, Stephanie Gudra, Jiwon Han, Jonas Hohnke, Anselm Kotschi, Jaroslaw Kudla, Sun-Hwa Lee, Esther Mittermeier, Yoora Park, Nadia Pereira Benavente, David Rauer, Stephanie Regenbrecht, Kachina Schanz, Alexandra Searle, Denis Shankey-Smith, Ji Young Son, Jihun Song, Anne Staab, Dino Steinhof, Samuel Treindl, Birgit Wichern, Sophie Wilberg-Laursen

Nach dem Song- und Albumtitel von Prince, erschienen am 1. Oktober 1991 bei dem Label Warner Bros. Records / Paisley Park Records, ist die Gruppenausstellung mit "Diamonds and Pearls" benannt. Zu sehen sind einzelne Titel junger Künstlerinnen und Künstler, ein Album, eine Schmuckkiste. Die Bildhauerklasse von AyÅŸe Erkmen aus Münster ist zu Gast in den Ausstellungsräumen von Evelyn Drewes. Das erste Mal werden in der Galerie, die sich sonst auf Malereipositionen spezialisiert hat, skulpturale Arbeiten junger Künstlerinnen und Künstler zu sehen sein, die sich im zwei bis dreidimensionalen Raum bewegen oder stehen bleiben. Dabei arbeiten die Künstler_innen mit unterschiedlichsten Medien und bedienen sich verschiedensten Bildquellen aus allen Lebensbereichen. Skulptur wird mal Bildraum, mal Sound. Floorfillers sind Lieder, die Gäste zum Tanzen bringen sollen. Angeregt von dem spiegelglatten Boden der Galerie, eigenen Klischeebildern von Hamburg und einer ironischen Selbstwahrnehmung, die es auch erlaubt, die eigenen Arbeit als eine Perle auf der Kette vieler Perlen zu sehen, kam der Titel der Show zustande.

Schein und Blendung und die Hinterfragung des Werts der teuren Klunker stellen sich, es ist nicht alles Gold, was glänzt, doch alles was glänzt kann Gold sein. Illusion und zurückhaltendes Spektakel: Benennen wir es, dann wird es wertvoll!

(Die versteckte Kapitalismuskritik befindet sich auf der anderen Seite der Medaille. Glas ist scharfkantig, Mineralien können giftig sein. Verlinkung zur Malerei: Der Azurit ist gesundheitsschädlich, er wurde bis ins 17. Jahrhundert zur Herstellung von Azurblau verwendet.)

 

 

 

Klasse AyÅŸe Erkmen - Kunstakademie Münster
Diamonds and Pearls
03.07.14  -  15.08.14

Globale, gesellschaftliche und/oder private Ausnahmesituationen bilden den thematischen Ausgangspunkt. Das können Naturkatastrophen, Unfälle aber auch kriegerische Auseinandersetzungen sein.

Achim Riethmann verwendet Pressebilder, Bilder aus dem Internet oder eigene Fotos, von denen er sich bestimmte Ausschnitte aneignet und diese als Vorlage für seine Malerei verwende. Dabei achtet er darauf, dass der Ausschnitt nicht nur eine konkrete Situation, sondern etwas allgemeines darstellt. Bei menschlichen Figuren z. B. geht es ihm in der Regel um die Rolle, die diese Figur in einer Krisensituation erfüllt. Die   verwendeten Fragmente schaffen im Kontrast   zu nicht dargestellten Bildelementen sowohl inhaltlich als auch formell ein Spannungsfeld für thematische sowie räumliche Interpretationen.

Ausnahmesituationen stellen in Ihrer Dramatik oft auch einen Wandel dar, von einem Zustand in einen anderen. Dieser Wechsel, dieser Moment des Entstehens aus etwas altem fasziniert Riethmann. In seinen Arbeiten spielt diese Spannung zwischen dem Auflösen, dem Verschwinden und dem Kreieren die zentrale Rolle, sowohl in der Wahl seiner Motive, als auch in der Art der Darstellung.

Achim Riethmann
"seltene Erden"
09.05.14  -  26.06.14

Es ist im ersten Moment meist das Anekdotische oder Erzählerische an einem gefundenen Objekt, was der Auslöser für Verena Waldmüllers Aufmerksamkeit ist. Sammler/ innen oder Aufsammler/innen brauchen immer ein »Punktum «, wie Roland Barthes das in »Die helle Kammer « nennt, ein bestechendes, unerklärliches Angesprochen-Sein. Interessanterweise ist das kein Detail, das in die jeweiligen Zusammenhänge passt, sondern eher eines, das stört. Aber das gerade ist der Motor, ein produktives Netz an Wahrnehmung, Denken und Initiative anzustoßen und auszubilden. So ziehen ihre »Ausgangsobjekte « andere an, finden Ergänzungen und weitere Irritationen, bis sich ein plausibles Gebilde gebildet hat.

Verena Waldmüller versteht sich in erster Linie als Bildhauerin. Sie hat mit einer klassischen Holzbildhauerausbildung begonnen, gelernt also, wie man aus einem Stück Holz eine Figur herausschneidet. Das dann folgende Kunststudium hat sie verändert, sie arbeitet jetzt mit vorgefundenem Material und dementsprechend mit anderem Handwerkszeug. Aber das ist nicht nur eine andere Technik, die wieder zu einer [nur anders aussehenden] »Figur « führt. Die Collage/ Montage ist auch eine andere Denk- und Handlungsform, weil sie in ihrer Bildsprache nicht zu einer Einheit in Form und Bedeutung führt, sondern das Anderssein und die Herkunft der Einzelteile in ihrer Andersartigkeit und Widersprüchlichkeit erhält.

 

 

 

Verena Waldmüller
"Watchlist 1/14"
09.05.14  -  26.06.14

YOLO. "you only live once"   es ist das Jugendwort der so genannten Generation Y und Nadine Wölk selbst zu dieser Generation gehörend ist deren Chronistin. Sie malt immer wieder Gleichgesinnte. Keiner ihrer Freunde ist vor ihr sicher, egal, ob er Kette raucht, besoffen lallt, hysterisch kichert oder hilflos durch die Gegend zieht. Ob die Porträtierten sich immer in den Bildern und Zeichnungen von Nadine Wölk wieder finden? Will man sich wirklich so sehen, mit schiefem Blick, mit grölendem Mund, mit fahrigen Händen? Unbedingt! Ihre Porträts machen glauben, als wäre, was erzählt wird, längst Gegenwart und somit vergangen. Was fast wie eine Hoffnung wirkte, wenn das nicht die Zeit wäre, die aus den Fugen gerät. Vielleicht kann man auch mit Schnappschüssen die Zeit nicht festhalten. Vielleicht zählt nur die Idee, nicht das wirkliche Leben.

Nadine Wölk
"YOLO"
28.03.14  -  07.05.14

Atmosphäre und Stimmung entstehen in den Gemälden von Anna Fiegen durch malerische und zugleich mimetische Reduktion. Im Grenzbereich von Stadt- und Naturlandschaft changieren ihre Bilder zwischen Klarheit und Unbestimmtheit. Die Reduktion des Motivischen bewirkt eine Steigerung des Atmosphärischen und Geheimnisvollen. Dies ist die Konsequenz des malerischen Zugriffs auf das Motiv, das nicht in seiner Detailgenauigkeit von Interesse ist, sondern als unverzichtbares Versatzstück einer ganzheitlichen Stimmung.

Von Bedeutung ist das Licht, der Übergang von Hell und Dunkel, von Tag und Nacht. Für das Gemälde wird die Szene von allen nebensächlichen Details bereinigt. Der illusionistische Landschaftsraum wird zugleich zu einem bloß abstrakten Bildfeld mit einfacher Flächenproportion.

Die konsequente Abwesenheit des Menschen in einer zivilisatorisch geprägten Landschaft schafft jene Stimmung von Einsamkeit und romantischer Weltverlorenheit. So wirkt das überstrahlende Gegenlicht nicht zuletzt auch im Betrachter selbst. Er fügt sich ein in ein Ganzheitsgefühl, das seine illusionistische Wirkung ganz den Möglichkeiten der Malerei verdankt changierend zwischen Fläche und Raum, Farbe und Licht.

Text: Prof. Dr. Ferdinand Ullrich

 

 

 

 

Anna Fiegen
"transit"
07.02.14  -  22.03.14

Schrift, Text, Wörter, Buchstaben sind in der Kunst der Malerei keine Unbekannten. Von den Schriftbändern auf mittelalterlichen Altartafeln bis zu den Wortfragmenten in kubistischen Bildkompositionen, von den Schmuckinitialen romanischer Buchmalerei bis zur Collagenkunst Kurt Schwitters’, um nur einige wenige Fundstellen in der Geschichte der Kunst zu nennen, reicht die Spannweite, in der sich die Künstler mit den Materialien der Schrift und der Typographie auseinandersetzten. Moderne Klassiker wie Jasper Johns oder Cy Twombly führen bis in unsere Tage diese Linie fort.

Grund genug für die Maler und Kuratoren dieser Ausstellung, Michel Carmantrand und Wolfgang Schröder, ihre Kolleginnen und Kollegen um Auskunft zu bitten, wie sie es mit diesem sperrigen Material in ihrer eigenen Kunst halten. Und, zugespitzt auf das kleinste Element, die Letter, die Frage zu stellen: Wie malt man, wie malt Ihr einen Buchstaben? Kann denn überhaupt bei all den Zwängen und Einschränkungen durch die Vorgaben der Form die freie künstlerische Auseinandersetzung mit dem einzelnen Buchstaben dennoch eine lohnende Herausforderung sein?

Eingeladen wurden, der Anzahl der Buchstaben unseres Alphabets entsprechend, 26 Künstlerinnen und Künstler aus München, Köln, Berlin und Hamburg. Nach der ersten Station in Berlin zeigt nun die Hamburger Galerie Evelyn Drewes die Ergebnisse: Das Alphabet, gesehen durch sechsundzwanzig unterschiedlichste künstlerische Temperamente, ein veritables ABC der Malerei.

Teilnehmende Künstler:

Michael BAUCH:A - Heiner BINDING:B - Michel CARMANTRAND:C -Mateo COHEN:D- Gregor CÜRTEN:E- Ruprecht DREHER:F- Isabelle DYCKERHOFF:G-Ingrid FLOSS:H - Laurence GRAVE:I- Manfred HOLTFRERICH:J - Susanne JUNG:K -Dittmar KRÜGER:L - Javis LAUVA:M - Bärbel MESSMANN:N - Paola A. NEUMANN:O- Jürgen PAAS:P - Wolfgang SCHRÖDER:Q-Rolf ROSE:R - Stefan SCHRÖTER:S -Elisabeth SONNECK:T- Regine SPANGENTHAL:U- Rainer SPLITT:V-Angela STAUBER:W Michael BAUSE:X - James GECCELLI:Y - Uli ZWERENZ:Z

Gruppenausstellung
Viktor
08.11.13  -  20.12.13

Scheinbar ungesteuert prallen hier Bilder in einer unüberschaubaren Vielfalt in expressiver Farbgebung, künstlicher Perfektion und reicher Themenauswahl aufeinander. Die wie Puzzleteile zusammengesetzten Motive spielen mit inhaltlichen Kontrasten von Fiktion und Wirklichkeit, Ekel und Anmut, Unschuld und Verbrechen, Hass und Liebe. Sie kommen aus den Bereichen der Politik und Natur, des Kinos, der Technik und Alltagskultur.

Büsen hat an der Hochschule für Künste in Bremen bei dem Fotografen Peter Bialobrzeski studiert. Seine Arbeiten erscheinen hingegen eher wie Malerei und hin und wieder findet sich in ihnen tatsächlich auch ein Pinselstrich. Sie entstehen aber ganz überwiegend am Computer und werden per Digitaldruck auf die Leinwand gebannt.

Der Computer dient Johann Büsen auch als Archiv, als Reservoir für seine Kunst. Unzählige Vorlagen sind in den Ordnern gespeichert. In der digitalen Bearbeitung werden die ursprünglichen Motive und ihre damit verbundene Identität dann auseinander genommen, verdreht,   überlagert und collagiert. Standpunkte werden aufgegeben und neu verknüpft, der Betrachter wird im Sog der Elemente in das Bildgeschehen verwickelt.

Ihren Ursprung haben die Arbeiten in der Street-Art. Büsen war Sprayer und fertigte Schablonen am Computer. Aus den Vorlagen entstanden dann immer komplexere Bilder, die sich schließlich für die Street-Art nicht mehr eigneten, für den Künstler Büsen aber in den Vordergrund seines Schaffens rückten.

 

Johann Büsen
"CoExistence"
30.08.13  -  05.11.13

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Khesins geheimnisvolle Bilder aus eingefärbtem Silikon oszillieren kühn und selbstbewusst zwischen den Impressionisten, den amerikanischen Farbfeldmalern und Lichtkünstlern der Nachkriegsmoderne. Er changiert zwischen Monet und Rothko, als gelte es, diese Hohepriester des Lichtspiels und der Farbfeldmalerei zu ehren und zugleich herauszufordern. Der junge Künstler malt nicht im traditionellen Sinne. "Mein Ziel ist es, Sichtbares zu schaffen, dass sich nicht mit den Begriffen und Bezeichnungen von Gegenständen und Phänomenen kategorisieren lässt", erklärt er. "Eindeutigkeit soll vermieden werden zugunsten haptischer und farblicher Qualitäten." Bei Khesin "wachsen" die Bilder durch das sukzessive Aufschichten von Material.   Es ist, also wolle er auf die Weise, mit diesen mystischen pulvrigen leuchtenden, vibrierenden Oberflächen nach den letzten Dingen der Existenz fragen. Und als wolle er auch mit der Alchemie aus Farbe, Licht und ungewöhnlichem Material von Lebensgier und Todesahnungen erzählen, ohne dass auch nur ein einziger Gegenstand oder Körper real zu sehen wäre. Schicht für Schicht, den farbigen irritierenden Schlieren folgend, steigt der Betrachter herab, um dann rücksichtslos wieder zur Oberfläche hinaus gestoßen zu werden. Khesin (32) studierte in Pensa/Russland, in den USA und an der Universität der Künste in Berlin bei Prof. Frank Badur. Er malt nicht im eigentlichen Sinne, sondern baut Schicht für Schicht eingefärbtes Silikon aufeinander, so dass sich auf der Oberfläche ein vibrierend dichtes Farbspektrum ergibt Objekte aus Material und Farbe, oszillierend, reflektierend, wie ein Blick ins tiefe Wasser!

Lev Khesin
"Klärt sich das Wasser, werden Fische sichtbar!"
07.06.13  -  03.08.13

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Die Künstlerin erhielt gerade im Februar den mit 7.000 EUR dotierten Kunstpreis der Stadt Hamm. Die Jury begründete dies wie folgt: "Die Künstlerin schafft den Spagat, eine Ikone der Kunstgeschichte in unsere Zeit zu adaptieren. Sie beleuchtet den historisch politischen Moment und reflektiert ihn durch sensible Veränderung für die heutige Zeit. Die Arbeit zeugt, neben großem handwerklichem Können, von überlegter technischer Umsetzung und künstlerisch freiem Geist. Sie ist ein Stück Kunst oder Kunst-Stück, das nicht nur sich selbst genügt. Das Bild als Neuzugang für die Sammlung hat die Kraft, auf Dauer den Betrachter einzufangen und anzuregen, über Geschichte, Kunstgeschichte und Gegenwart und über deren Zusammenhänge zu reflektieren."  

 

Lena von Gödeke
"Watchlist 1/13"
22.03.13  -  25.04.13