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Klosterwall 13
20095
Hamburg
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Öffnungszeiten:
Di-Fr 14-19 h, außerhalb der Öffnungszeiten nur nach Vereinbarung
Rikuo Ueda
Wind Drawing
02.07.2010
-
27.08.2010

Wir sind sehr stolz, ein weiteres Mal die aktuellen Werke von Rikuo Ueda hier in Hamburg präsentieren zu können. Rikiuo Ueda erhielt bereits 2001 während der Osaka-Trienale in Japan einen Preis, den das Goethe Institut in Osaka und die Freie und Hansestadt Hamburg ausgeschrieben hatten. Im darauf folgenden Jahr wurde Ueda als Artist-in-Residence hier nach Hamburg eingeladen, dies im Zusammenhang der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Osaka. Die neue Ausstellung ist diesmal verknüpft mit einer mobilen Work in Progress Wind-Installation, die in der Umgebung der Mikiko Sato Gallery stattfinden wird.
In seinem Werk versucht Rikuo Ueda, die Verbindung zwischen dem Menschen und der Natur, in der er lebt und von der er nicht zu trennen ist, deutlich zumachen. Er möchte die ursprüngliche und aufregende Kraft des Windes konservieren. Die durch Wind oder gar Sturm in Bewegung versetzten Zweige lässt er ihre Wege mit an ihnen befestigten Stiften oder eigenen Beeren auf Papier übertragen. Oder Ueda baut kleine Häuser bzw. Hütten, in welchen grosse mechanische Ruder die Stimme des Windes in das Innere transportieren und auf Papier bringen. So wie bei seiner Windhaus-Installation, welche 2006 hier in Hamburg im Jenisch Park beim Ernst Balach Haus stattfand. Mit seinen Werken gibt er eine Form dem, was im Grunde keine Form hat.
Die Bilder, die entstehen, sind sowohl tief in der japanischen Kunst-Tradition wie auch in den Traditionen des Zen und dessen Verständnis von Natur und Kunst verwurzelt. Augenblicklich fühlt man sich an expressionistische Kaligraphien erinnert oder gar an die monochrome Tuschemalerei mit ihrem buddhistischen Hintergrund, welcher auch für Ueda bei seiner Arbeit eine bedeutende Rolle spielt.
Die spontane, ungeplante und ursprüngliche Form, die die Bilder annehmen, entspricht dem japanischen Zen-Ideal, Schönheit im "Unperfekten" zu finden. Ob man nun die Tee-Zeremonie, die Gartenbaukunst, die Töpferei oder irgendeine andere Art des künstlerischen Ausdrucks nimmt, die Schönheit liegt nicht in der Perfektion, sondern in der Asymetrie, im Riss einer Vase oder der Delle in einer Teeschale oder in der ungeraden Anzahl von Gegenständen oder Blumen. Wie in der Natur gleicht auch kein Werk Uedas einem anderen, alles ist einzigartig. So spiegelt sich die Natur und damit auch der Kosmos sowie der Mensch als Teil dieses in seinem Werk wieder.
Diese Behandlung des Sujet des Windes, der sich Ueda in seinen Werken widmet, ist eng verbunden mit seinem eigenen Leben. Nach dem Abschluss des Studiums der Technik liess sich Ueda vom Wind um die Welt tragen, um Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln und der Enge der industriellen Gesellschaft zu entgehen. Auf dieser entbehrungsvollen Reise traf Ueda auch bewusst auf die vielseitige, unberechenbare Kraft des Windes, deren besondere Bedeutung sich durch sämtliche Kulturen zieht. Auch fand Ueda auf diese Weise zurück zu seinen eigenen japanischen kulturellen Wurzeln, die einen starken Einfluss auf sein Werk bekamen.
Während die Natur bzw. der Wind die Werke entstehen lassen, zeigen die von Ueda konstruierten Apparaturen die andere Seite Japans. In diesem Zusammenspiel zeigen sich die beiden Aspekte Japans, die im Einklang miteinander harmonieren. Naturverbundenheit und Technologie.
Vernissage: 01. Juli 2010 / 19.00 Uhr
In seinem Werk versucht Rikuo Ueda, die Verbindung zwischen dem Menschen und der Natur, in der er lebt und von der er nicht zu trennen ist, deutlich zumachen. Er möchte die ursprüngliche und aufregende Kraft des Windes konservieren. Die durch Wind oder gar Sturm in Bewegung versetzten Zweige lässt er ihre Wege mit an ihnen befestigten Stiften oder eigenen Beeren auf Papier übertragen. Oder Ueda baut kleine Häuser bzw. Hütten, in welchen grosse mechanische Ruder die Stimme des Windes in das Innere transportieren und auf Papier bringen. So wie bei seiner Windhaus-Installation, welche 2006 hier in Hamburg im Jenisch Park beim Ernst Balach Haus stattfand. Mit seinen Werken gibt er eine Form dem, was im Grunde keine Form hat.
Die Bilder, die entstehen, sind sowohl tief in der japanischen Kunst-Tradition wie auch in den Traditionen des Zen und dessen Verständnis von Natur und Kunst verwurzelt. Augenblicklich fühlt man sich an expressionistische Kaligraphien erinnert oder gar an die monochrome Tuschemalerei mit ihrem buddhistischen Hintergrund, welcher auch für Ueda bei seiner Arbeit eine bedeutende Rolle spielt.
Die spontane, ungeplante und ursprüngliche Form, die die Bilder annehmen, entspricht dem japanischen Zen-Ideal, Schönheit im "Unperfekten" zu finden. Ob man nun die Tee-Zeremonie, die Gartenbaukunst, die Töpferei oder irgendeine andere Art des künstlerischen Ausdrucks nimmt, die Schönheit liegt nicht in der Perfektion, sondern in der Asymetrie, im Riss einer Vase oder der Delle in einer Teeschale oder in der ungeraden Anzahl von Gegenständen oder Blumen. Wie in der Natur gleicht auch kein Werk Uedas einem anderen, alles ist einzigartig. So spiegelt sich die Natur und damit auch der Kosmos sowie der Mensch als Teil dieses in seinem Werk wieder.
Diese Behandlung des Sujet des Windes, der sich Ueda in seinen Werken widmet, ist eng verbunden mit seinem eigenen Leben. Nach dem Abschluss des Studiums der Technik liess sich Ueda vom Wind um die Welt tragen, um Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln und der Enge der industriellen Gesellschaft zu entgehen. Auf dieser entbehrungsvollen Reise traf Ueda auch bewusst auf die vielseitige, unberechenbare Kraft des Windes, deren besondere Bedeutung sich durch sämtliche Kulturen zieht. Auch fand Ueda auf diese Weise zurück zu seinen eigenen japanischen kulturellen Wurzeln, die einen starken Einfluss auf sein Werk bekamen.
Während die Natur bzw. der Wind die Werke entstehen lassen, zeigen die von Ueda konstruierten Apparaturen die andere Seite Japans. In diesem Zusammenspiel zeigen sich die beiden Aspekte Japans, die im Einklang miteinander harmonieren. Naturverbundenheit und Technologie.
Vernissage: 01. Juli 2010 / 19.00 Uhr
Shinsaku Horita
Ein Wasser, vier Sichtweisen
13.04.2010
-
28.05.2010

Das Material Aluminium strahlt die trockene und silberne Atmosphäre aus. Hinzu kommen die wirbelförmigen Windungen und ungestüm rasende Linien. Sie erinnern uns an den Winter im Norden, an einen Schneesturm.
Im Südosten der nördlichen Insel Hokkaido liegt die Stadt Obihiro, die einst von den Ainu-Ureinwohnern Tukapchi (Übersetzt: Geist) genannt wurde. Heute heißt die Unterpräfektur, in der Obihiro liegt, Tokachi. Shinsaku Horita wurde in diesem reichen Flachland am pazifischen Ozean geboren und ist dort aufgewachsen.
Im Südosten der nördlichen Insel Hokkaido liegt die Stadt Obihiro, die einst von den Ainu-Ureinwohnern Tukapchi (Übersetzt: Geist) genannt wurde. Heute heißt die Unterpräfektur, in der Obihiro liegt, Tokachi. Shinsaku Horita wurde in diesem reichen Flachland am pazifischen Ozean geboren und ist dort aufgewachsen.
Nobuyuki Osaki
Phantom Water Drawing
15.09.2009
-
03.11.2009

Gemeinschaftseröffnung mit Shuttleservice
Zum Saisonstart am 11. September eröffnen 13 Galerien im Kontorhausviertel ihre Herbst-Ausstellungen.
weitere infos unter www.mikikosatogallery.com/upcoming
Zum Saisonstart am 11. September eröffnen 13 Galerien im Kontorhausviertel ihre Herbst-Ausstellungen.
weitere infos unter www.mikikosatogallery.com/upcoming
TOSHIFUMI HIROSE
SONO - UTOPIA GARDEN
24.07.2009
-
04.09.2009

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie bunte dreidimensionale Puzzles. Die Skulpturen des 1971 in Gifu/Japan geborenen Künstlers Toshifumi Hirose, die Ende Juli 2009 in der Mikiko Sato Gallery gezeigt werden, kommen verspielt daher und erweitern dabei gewohnte Seherfahrungen und Gewissheiten der Wahrnehmung.
Die Motive der Skulpturen von Toshifumi Hirose entstammen der urbanen Umgebung, bevorzugte Sujets sind Architektur und der Mensch in ihr. Insbesondere gewöhnliche Gebäude wie Einkaufszentren und Freizeitparks wecken Hiroses Interesse. Orte, wo Menschen für kurze Zeit zusammenkommen und schon bald wieder auseinander gehen. Orte, deren Ganzes erst dadurch entsteht, dass sich die verschiedenen Wege der Menschen kreuzen und sich miteinander zu komplexen Raum-Zeit-Gefügen verweben.
Die Herausarbeitung dieser Gefüge bedeutet für Hirose die Transformation der urbanen Motive: Zunächst fotografisch festgehalten, werden die Motive zeichnerisch vereinfacht, in einzelne Flächen zerlegt, in dreidimensionale farbige Formen übersetzt, dabei in ihrer Tiefenerstreckung verändert, perspektivisch verzerrt. Die Skulpturen erscheinen so als in den Raum gebrachte, plastische Malerei und sind doch mehr: Sie ermöglichen eine ungewohnte Perspektive auf die Ausgangsmotive.
Hirose spricht von der Erzeugung eines "Paradox-artigen Raums, der unter der Oberfläche kompliziert verwickelt ist". Räumliche Tiefe wird zur bildhaften Oberfläche, Perspektivlinien erweisen sich als irreführend, der Blick in verborgene Tiefen der Oberflächen scheint möglich. Der Künstler bezieht sich dabei auf alltägliche Erfahrungen von Wahrnehmungsverschiebungen: Ein Gebäude erscheint einem bei nächtlicher Beleuchtung als ein flaches Schild, ein Baum davor wird zum Schatten.
Der Blick in die verborgenen Tiefen der Oberflächen ist dabei auch ein Blick auf die Zeitachsen der Körper. So zum Beispiel bei einer sitzenden, wartenden Figur, deren Verweilen sich räumlich aufgestaut zu haben scheint, sichtbare Form und raumplastisches Gebilde geworden ist.
All diese elementaren Befragungen von Raum- und Zeitwahrnehmung finden in einem Ensemble statt, das Erinnerungen an Puzzles, Suchbilder und an das Spiel mit Bauklötzen evoziert und eine spielerische Auseinandersetzung nahe legt. Der Name "Utopia Garden" verweist auf diesen freien Raum der Befragung und Spiegelung, der Projektion und Vision, der Umwandlung und Formgebung. In den Worten von Hirose: "Es geht mir nicht darum, wie der Gegenstand aussieht " mich interessiert viel mehr die Luft zwischen mir und der Landschaft vor mir." - eine Luft voller Möglichkeiten zur Veränderung und Ahnungen auf das Kommende.
Text:Anika Heusermann
Die Motive der Skulpturen von Toshifumi Hirose entstammen der urbanen Umgebung, bevorzugte Sujets sind Architektur und der Mensch in ihr. Insbesondere gewöhnliche Gebäude wie Einkaufszentren und Freizeitparks wecken Hiroses Interesse. Orte, wo Menschen für kurze Zeit zusammenkommen und schon bald wieder auseinander gehen. Orte, deren Ganzes erst dadurch entsteht, dass sich die verschiedenen Wege der Menschen kreuzen und sich miteinander zu komplexen Raum-Zeit-Gefügen verweben.
Die Herausarbeitung dieser Gefüge bedeutet für Hirose die Transformation der urbanen Motive: Zunächst fotografisch festgehalten, werden die Motive zeichnerisch vereinfacht, in einzelne Flächen zerlegt, in dreidimensionale farbige Formen übersetzt, dabei in ihrer Tiefenerstreckung verändert, perspektivisch verzerrt. Die Skulpturen erscheinen so als in den Raum gebrachte, plastische Malerei und sind doch mehr: Sie ermöglichen eine ungewohnte Perspektive auf die Ausgangsmotive.
Hirose spricht von der Erzeugung eines "Paradox-artigen Raums, der unter der Oberfläche kompliziert verwickelt ist". Räumliche Tiefe wird zur bildhaften Oberfläche, Perspektivlinien erweisen sich als irreführend, der Blick in verborgene Tiefen der Oberflächen scheint möglich. Der Künstler bezieht sich dabei auf alltägliche Erfahrungen von Wahrnehmungsverschiebungen: Ein Gebäude erscheint einem bei nächtlicher Beleuchtung als ein flaches Schild, ein Baum davor wird zum Schatten.
Der Blick in die verborgenen Tiefen der Oberflächen ist dabei auch ein Blick auf die Zeitachsen der Körper. So zum Beispiel bei einer sitzenden, wartenden Figur, deren Verweilen sich räumlich aufgestaut zu haben scheint, sichtbare Form und raumplastisches Gebilde geworden ist.
All diese elementaren Befragungen von Raum- und Zeitwahrnehmung finden in einem Ensemble statt, das Erinnerungen an Puzzles, Suchbilder und an das Spiel mit Bauklötzen evoziert und eine spielerische Auseinandersetzung nahe legt. Der Name "Utopia Garden" verweist auf diesen freien Raum der Befragung und Spiegelung, der Projektion und Vision, der Umwandlung und Formgebung. In den Worten von Hirose: "Es geht mir nicht darum, wie der Gegenstand aussieht " mich interessiert viel mehr die Luft zwischen mir und der Landschaft vor mir." - eine Luft voller Möglichkeiten zur Veränderung und Ahnungen auf das Kommende.
Text:Anika Heusermann
Masanori Suzuki
PEACE PARK
24.03.2009
-
08.05.2009

Vernissage
Freitag, 20.März 2009, 19:00 - 22:00 Uhr
Der Künstler wird anwesend sein.
Freitag, 20.März 2009, 19:00 - 22:00 Uhr
Der Künstler wird anwesend sein.
KenŽichiro Taniguchi
HECOMI STUDY #14
13.09.2008
-
31.10.2008

Vernissage
Samstag,13.Sept.2008, 19:00 - 22:00 Uhr
Der Künstler wird anwesend sein.
Musik-Performance von Satoshi Okamoto(sub-tle.):
ab 22:00 Uhr im Restaurant PANE E TULIPANI,
Klosterwall 23 (2 min Fuβweg)
Samstag,13.Sept.2008, 19:00 - 22:00 Uhr
Der Künstler wird anwesend sein.
Musik-Performance von Satoshi Okamoto(sub-tle.):
ab 22:00 Uhr im Restaurant PANE E TULIPANI,
Klosterwall 23 (2 min Fuβweg)
Rikuo Ueda (neue Werke 2008, Windzeichnungen) Ryo Hamada (Fotoarbeiten) Kenji Hirata (Malerei)
GRUPPENAUSSTELLUNG
06.05.2008
-
06.06.2008

Schaun Sie doch mal vorbei!
(c) Mikiko Sato Gallery
(c) Mikiko Sato Gallery
Akihiro Higuchi
DRESS
09.11.2008
-
30.01.2009

Auf die Serie "Collection (Schmetterlinge)" von Akihiro Higuchi passt das japanische Sprichwort »Chiisana Shinsetsu Ookina Osewa« ,dass übersetzt etwa lautet: "Kleine Nettigkeit, große Nerverei". Denn der 1969 in Tokyo geborene Künstler gibt dem unscheinbaren,doch oft als Todessymbol erschreckenden oder zumindest lästigen Nachtfalter mit Wasserfarben ein neues, nettes Design. So nimmt der Nachtfalter große Mühen auf sich und macht sich schön wie ein im Sonnenlicht funkelnder Schmetterling, nur um dem Menschen zu gefallen. Denn das übergroße Ego des Menschen glaubt ja, alle Pracht sei nur zu seiner Freude da. Doch des Sammlers Lust an Farbe und Form ist nur zu haben um den Preis des Todes der aufgespießten Tiere. So steckt hinter der Nettigkeit dieses Hobbys eine verborgene Bosheit.
Mehr menschliche Freundlichkeit gegenüber dem Tier findet sich auf den ersten Blick bei Akihiro Higuchis Serie "Ausgestopfte Tiere". Puma mit Safari-Kleidung, Schlange in Wolle, Zebra im Streifengewand, Schaf im Pullover: Nicht zärtlich verhätschelte Haustiere werden hier durch modische Kleidung zu kulturgerecht designten Zwitterwesen vermenschlicht, sondern Nutz- und Wildtiere, deren sich der Mensch sonst für seine Kleidung bedient und die er bis auf die Haut ausplündert. Vor einigen Jahren, als er in Stuttgart studierte, hat Akihiro Higuchi in der Schweiz im Naturhistorischen Museum in Bern eine Fotodokumentation über den Beruf des Tierpräparators gesehen und war beeindruckt: Je nach anatomischer Bildung, Hilfsmitteln und Fähigkeit des Präparators entsteht dabei hohe Kunst oder ein eher grausliches Gebilde. Inzwischen arbeitet er selbst mit den Basiskörpern aus dem Zubehörhandel der Taxidermisten. Aber er versetzt die Kopien der nackten Tierkörper nicht mit Pelz wieder inden scheinbaren Naturzustand, er macht aus Naturmodellen Denkobjekte.
Akihiro Higuchis Anliegen sind nicht oberflächliche Tierschutzideen. Er hat nichts gegen die Nutzung der Tiere, hat er doch gar Handtaschen aus Dinosaurierhaut gestaltet. Die Geste, dem Tier einen Teil seiner vorher geraubten "Originalverpackung" aus schön gemusterter Haut oder weichem Pelz umdesignt zurückzugeben ist ein ironisches Spiel mit den Erwartungen und Gewohnheiten im Umgang mit aller Natur. Und so steht hinter der scheinbaren, vielleicht asientypisch empfundenen Nettigkeit dieser Tiermode eine Kritik an der Selbstüberschätzung des Menschen, die Natur, koste es was es wolle, nach seinen Vorstellungen zu formen. Text - Hajo Schiff
(c) Mikiko Sato Gallery
Mehr menschliche Freundlichkeit gegenüber dem Tier findet sich auf den ersten Blick bei Akihiro Higuchis Serie "Ausgestopfte Tiere". Puma mit Safari-Kleidung, Schlange in Wolle, Zebra im Streifengewand, Schaf im Pullover: Nicht zärtlich verhätschelte Haustiere werden hier durch modische Kleidung zu kulturgerecht designten Zwitterwesen vermenschlicht, sondern Nutz- und Wildtiere, deren sich der Mensch sonst für seine Kleidung bedient und die er bis auf die Haut ausplündert. Vor einigen Jahren, als er in Stuttgart studierte, hat Akihiro Higuchi in der Schweiz im Naturhistorischen Museum in Bern eine Fotodokumentation über den Beruf des Tierpräparators gesehen und war beeindruckt: Je nach anatomischer Bildung, Hilfsmitteln und Fähigkeit des Präparators entsteht dabei hohe Kunst oder ein eher grausliches Gebilde. Inzwischen arbeitet er selbst mit den Basiskörpern aus dem Zubehörhandel der Taxidermisten. Aber er versetzt die Kopien der nackten Tierkörper nicht mit Pelz wieder inden scheinbaren Naturzustand, er macht aus Naturmodellen Denkobjekte.
Akihiro Higuchis Anliegen sind nicht oberflächliche Tierschutzideen. Er hat nichts gegen die Nutzung der Tiere, hat er doch gar Handtaschen aus Dinosaurierhaut gestaltet. Die Geste, dem Tier einen Teil seiner vorher geraubten "Originalverpackung" aus schön gemusterter Haut oder weichem Pelz umdesignt zurückzugeben ist ein ironisches Spiel mit den Erwartungen und Gewohnheiten im Umgang mit aller Natur. Und so steht hinter der scheinbaren, vielleicht asientypisch empfundenen Nettigkeit dieser Tiermode eine Kritik an der Selbstüberschätzung des Menschen, die Natur, koste es was es wolle, nach seinen Vorstellungen zu formen. Text - Hajo Schiff
(c) Mikiko Sato Gallery