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Helmut Dorner
Neue Arbeiten
19.10.2010
-
22.12.2010

Helmut Dorner wurde erstmals bekannt durch zwei Ausstellungen, die um 1990 im Krefelder Haus Lange und in der Kunsthalle Bern stattfanden. In Erinnerung sind diese Auftritte durch die Spannweite der darin formulierten Fragen, die ausdrücklich um Probleme der malerischen Organisation kreisten, sich jeder oberflächlichen Referenz an den Zeitgeist enthielten. Dadurch wirkten diese Bilder im Kontext einer neoexpressiven Malerei deutscher Provenienz, die damals noch reüssierte, überraschend und fremd.
Helmut Dorner war in den achtziger Jahren an der Düsseldorfer Kunstakademie Schüler von Gerhard Richter. Auch wenn er in seiner Malerei schon früh Eigenständigkeit erreichte, so ist das geistige Erbe des Lehrers doch in einer gewissen ge-meinsamen Grunddisposition bis heute spürbar.
Am Beginn Dorners künstlerischen Wegs standen kleinformatige, in dicken Schichten von Ölfarbe gemalte Bilder neben größeren, glatten Lacktafeln, deren Oberflächen anonyme geometrische Muster zeigten, die nicht gemalt, sondern wie eingelassen in die Lackschicht erschienen.
Spontaneität und Sinnlichkeit der Ölbilder schienen einer Anonymität und Unnahbarkeit der Lacktafeln gegenüber zu ste-hen. Auch die malerische Sprache schien in verschiedene Richtungen zu weisen. Die Ölbilder ließen Formen und Figuren nur erahnen, ihre Konkretion schien durch den Prozess der Vermalung der Ölfarbe nach vorne getrieben und zugleich wie-der ausgelöscht. Die glatten Lacktafeln wirken hingegen wie ein ungreifbarer Spiegel, der das Licht zurückwirft. Sie zeigen keine Gesten, sondern mechanisch wiederholte Formen ohne persönlichen Bezug.
Die Galerie Vera Munro zeigt ab Oktober nun eine ganz neue Werkgruppe von Dorner, in denen er erstmalig mit Acryl, Öl und Lack auf Holz arbeitet. In den Arbeiten, die aus der Zeichnung entstanden sind, zeigt sich ein Fortschreiten, das sich in unterschiedlichen Materialien und Formaten ausdrückt. Zugleich wird aber auch eine Kontinuität sichtbar: eben jene Grunddisposition einer Gebrochenheit der Malerei, in der Schönheit und Bedeutung formuliert und zugleich hinterfragend perspektiviert wird.
Zur Person: Helmut Dorner (geboren 1952), ist seit 1989 Professor an der Kunstakademie Karlsruhe. 1997 wurde ihm der Prix Eliette von Karajan verliehen, 2001 der Hans-Thoma Preis. Er war Teilnehmer der documenta IX (1992) und hatte weltweit Einzelausstellungen, darunter das Kunstmuseum Winterthur, das Museum Haus Lange Krefeld, das Josef Albers Museum Bottrop und das Saarland Museum Saarbrücken.
Helmut Dorner war in den achtziger Jahren an der Düsseldorfer Kunstakademie Schüler von Gerhard Richter. Auch wenn er in seiner Malerei schon früh Eigenständigkeit erreichte, so ist das geistige Erbe des Lehrers doch in einer gewissen ge-meinsamen Grunddisposition bis heute spürbar.
Am Beginn Dorners künstlerischen Wegs standen kleinformatige, in dicken Schichten von Ölfarbe gemalte Bilder neben größeren, glatten Lacktafeln, deren Oberflächen anonyme geometrische Muster zeigten, die nicht gemalt, sondern wie eingelassen in die Lackschicht erschienen.
Spontaneität und Sinnlichkeit der Ölbilder schienen einer Anonymität und Unnahbarkeit der Lacktafeln gegenüber zu ste-hen. Auch die malerische Sprache schien in verschiedene Richtungen zu weisen. Die Ölbilder ließen Formen und Figuren nur erahnen, ihre Konkretion schien durch den Prozess der Vermalung der Ölfarbe nach vorne getrieben und zugleich wie-der ausgelöscht. Die glatten Lacktafeln wirken hingegen wie ein ungreifbarer Spiegel, der das Licht zurückwirft. Sie zeigen keine Gesten, sondern mechanisch wiederholte Formen ohne persönlichen Bezug.
Die Galerie Vera Munro zeigt ab Oktober nun eine ganz neue Werkgruppe von Dorner, in denen er erstmalig mit Acryl, Öl und Lack auf Holz arbeitet. In den Arbeiten, die aus der Zeichnung entstanden sind, zeigt sich ein Fortschreiten, das sich in unterschiedlichen Materialien und Formaten ausdrückt. Zugleich wird aber auch eine Kontinuität sichtbar: eben jene Grunddisposition einer Gebrochenheit der Malerei, in der Schönheit und Bedeutung formuliert und zugleich hinterfragend perspektiviert wird.
Zur Person: Helmut Dorner (geboren 1952), ist seit 1989 Professor an der Kunstakademie Karlsruhe. 1997 wurde ihm der Prix Eliette von Karajan verliehen, 2001 der Hans-Thoma Preis. Er war Teilnehmer der documenta IX (1992) und hatte weltweit Einzelausstellungen, darunter das Kunstmuseum Winterthur, das Museum Haus Lange Krefeld, das Josef Albers Museum Bottrop und das Saarland Museum Saarbrücken.
HIGH IDEALS & CRAZY DREAMS - Gruppenausstellung zusammengestellt von Gerwald Rockenschaub
20.05.2010
-
30.09.2010

Normalerweise gibt man bei einer kuratierten Gruppenausstellung ein Thema vor und sucht dann dazu passende Arbeiten.
Bei HIGH IDEALS & CRAZY DREAMS geschieht dies in umgekehrter Reihenfolge.
Gerwald Rockenschaub, der in diesem Fall einmal nicht aus-, sondern zusammenstellt, hat nach ganz besonderen Arbeiten gesucht, die ihn in seiner Arbeit inspiriert und weitergebracht haben. Herausgekommen ist ein Dialog seiner künstlerischen
Heros wie u.a. Ellsworth Kelly, Gerhard Richter, Ad Reinhardt, Richard Artschwager, Blinky Palermo, Imi Knoebel und Mary Heilmann mit der mittleren Generation (u.a. John Armleder, Herbert Brandl, Thomas Demand, Filschli/Weiss, Silvie
Fleury, Rosemarie Trockel) und ganz jungen Kunstentwürfen wie u.a. Tomma Abts, Saadane Afif, Mai-Thu Perret, Florian Pumhösl, Anselm Reyle oder Katja Strunz.
Die Idee zu der Ausstellung entstand in einem Gespräch mit der Galeristin Vera Munro, die 1984 die überhaupt erste Rockenschaub-Ausstellung in Deutschland machte. „Mir war es wichtig, dass ein Künstler meine persönliche Kunsthaltung einmal vollkommen in Frage stellt und mir eine neue Sicht auf bestimmte Künstler eröffnet“, sagt Munro rückblickend. „In der Diskussion über die Ausstellung und die teilnehmenden Künstler stellten wir jedoch fest, dass wir in keiner einzigen Position unterschiedlicher Meinung waren. Dies war eine positive Erkenntnis, da wir schon so lange zusammenarbeiten und
uns viel über Kunst ausgetauscht haben.“ Während bei den Heros der gesamte Kunstentwurf entscheidend war, entschied bei den jüngeren Künstlern jeweils die
einzelne Arbeit. „Ich habe in der Folge einfach in meinem Umfeld geschaut, was mich an Arbeiten interessiert und diese dann zusammengetragen“, sagt Rockenschaub. Deswegen spricht Rockenschaub auch absichtlich nicht von einer kuratierten
Ausstellung, sondern – in Anlehnung an die Zusammenstellung unterschiedlicher Lieder auf einer CD – von einer Compilation.
Den Titel lieferte dann auch der britische Post-Punk-Musikers Mark Stewart. „HIGH IDEALS & CRAZY DREAMS fasst diese Ausstellung sehr gut zusammen“, sagt Rockenschaub. „Weil Kunst sich einem hohen Ideal verschreibt, ihren Anfang aber immer in der geträumten Idee hat.“ Und weil es so gut das Spannungsfeld zwischen etablierten Positionen und junger Dynamik beschreibt. Und das kann, trotz aller Gegensätzlichkeiten, sehr gut zusammen passen. „Das spannende an so einer Ausstellung ist, dass Qualität eben immer zusammen stark ist“, ergänzt Vera Munro. „Egal aus welcher Epoche.“
Zur Person Gerwald Rockenschaub:
Die farbintensiven Bilder, Rauminstallationen, Objekte und Animationen des renommierten österreichischen Künstlers Gerwald Rockenschaub (*1952) kennzeichnet eine bewusste Konzentration auf Formen und Farben. Anfang der achtziger Jahre malte Rockenschaub, der in Wien an der Hochschule für angewandte Kunst studierte und als Musiker und DJ bekannt wurde, zunächst Piktogramme und signethafte Ölbilder, die in die Kunstströmung des sogenannten Neo-Geo eingeordnet
werden. Es folgen Installationen und Skulpturen, in denen der in Berlin lebende Künstler den Ausstellungsraum in sein künstlerisches Konzept einbezieht. 1993 repräsentierte er Österreich auf der Biennale Venedig. 2007 erhielt Rockenschaub
den Fred-Thieler-Preis und stellte auf der Documenta 12 aus. Die erste Fassade der Temporären Kunsthalle Berlin, eine in Pixeln gerasterte Woke, wurde von ihm gestaltet. Die Arbeiten von Rockenschaub wurden in Einzelausstellungen
u.a. im Kunstmuseum Luzern, in der Kunsthalle Bern, im Kunstmuseum Ludwig in Wien und der Kunsthalle Nürnberg gezeigt. 2011 zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg Rockenschaub in einer großen Einzel-Ausstellung.
Bei HIGH IDEALS & CRAZY DREAMS geschieht dies in umgekehrter Reihenfolge.
Gerwald Rockenschaub, der in diesem Fall einmal nicht aus-, sondern zusammenstellt, hat nach ganz besonderen Arbeiten gesucht, die ihn in seiner Arbeit inspiriert und weitergebracht haben. Herausgekommen ist ein Dialog seiner künstlerischen
Heros wie u.a. Ellsworth Kelly, Gerhard Richter, Ad Reinhardt, Richard Artschwager, Blinky Palermo, Imi Knoebel und Mary Heilmann mit der mittleren Generation (u.a. John Armleder, Herbert Brandl, Thomas Demand, Filschli/Weiss, Silvie
Fleury, Rosemarie Trockel) und ganz jungen Kunstentwürfen wie u.a. Tomma Abts, Saadane Afif, Mai-Thu Perret, Florian Pumhösl, Anselm Reyle oder Katja Strunz.
Die Idee zu der Ausstellung entstand in einem Gespräch mit der Galeristin Vera Munro, die 1984 die überhaupt erste Rockenschaub-Ausstellung in Deutschland machte. „Mir war es wichtig, dass ein Künstler meine persönliche Kunsthaltung einmal vollkommen in Frage stellt und mir eine neue Sicht auf bestimmte Künstler eröffnet“, sagt Munro rückblickend. „In der Diskussion über die Ausstellung und die teilnehmenden Künstler stellten wir jedoch fest, dass wir in keiner einzigen Position unterschiedlicher Meinung waren. Dies war eine positive Erkenntnis, da wir schon so lange zusammenarbeiten und
uns viel über Kunst ausgetauscht haben.“ Während bei den Heros der gesamte Kunstentwurf entscheidend war, entschied bei den jüngeren Künstlern jeweils die
einzelne Arbeit. „Ich habe in der Folge einfach in meinem Umfeld geschaut, was mich an Arbeiten interessiert und diese dann zusammengetragen“, sagt Rockenschaub. Deswegen spricht Rockenschaub auch absichtlich nicht von einer kuratierten
Ausstellung, sondern – in Anlehnung an die Zusammenstellung unterschiedlicher Lieder auf einer CD – von einer Compilation.
Den Titel lieferte dann auch der britische Post-Punk-Musikers Mark Stewart. „HIGH IDEALS & CRAZY DREAMS fasst diese Ausstellung sehr gut zusammen“, sagt Rockenschaub. „Weil Kunst sich einem hohen Ideal verschreibt, ihren Anfang aber immer in der geträumten Idee hat.“ Und weil es so gut das Spannungsfeld zwischen etablierten Positionen und junger Dynamik beschreibt. Und das kann, trotz aller Gegensätzlichkeiten, sehr gut zusammen passen. „Das spannende an so einer Ausstellung ist, dass Qualität eben immer zusammen stark ist“, ergänzt Vera Munro. „Egal aus welcher Epoche.“
Zur Person Gerwald Rockenschaub:
Die farbintensiven Bilder, Rauminstallationen, Objekte und Animationen des renommierten österreichischen Künstlers Gerwald Rockenschaub (*1952) kennzeichnet eine bewusste Konzentration auf Formen und Farben. Anfang der achtziger Jahre malte Rockenschaub, der in Wien an der Hochschule für angewandte Kunst studierte und als Musiker und DJ bekannt wurde, zunächst Piktogramme und signethafte Ölbilder, die in die Kunstströmung des sogenannten Neo-Geo eingeordnet
werden. Es folgen Installationen und Skulpturen, in denen der in Berlin lebende Künstler den Ausstellungsraum in sein künstlerisches Konzept einbezieht. 1993 repräsentierte er Österreich auf der Biennale Venedig. 2007 erhielt Rockenschaub
den Fred-Thieler-Preis und stellte auf der Documenta 12 aus. Die erste Fassade der Temporären Kunsthalle Berlin, eine in Pixeln gerasterte Woke, wurde von ihm gestaltet. Die Arbeiten von Rockenschaub wurden in Einzelausstellungen
u.a. im Kunstmuseum Luzern, in der Kunsthalle Bern, im Kunstmuseum Ludwig in Wien und der Kunsthalle Nürnberg gezeigt. 2011 zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg Rockenschaub in einer großen Einzel-Ausstellung.
Günther Förg
Wandmalerei und Fotografien
15.04.2010
-
12.05.2010

Die Galerie Vera Munro präsentiert ein Ausstellungsprojekt von Günther Förg (geb. 1952), das aus Wandmalerei und Fotografien besteht. In der stringenten Bildinszenierung, die Förg geschaffen hat, erfüllt die Farbigkeit der Wandmalerei den Raum mit einer intensiven Stimmung aus konkurrierenden warmen und kalten Farbtönen. In den großformatigen Architekturaufnahmen arbeitet Förg zum ersten Mal mit einer Negativbelichtung. In dem er die Lichtverhältnisse der Bilder von Treppen und Fenstern auf den Kopf stellt, werden diese zu vagen Traumbildern, in denen sich die Klarheit der modernen Architektur in melancholisch unterlegte Spekulationen auflöst.
Förg war in zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten, wie z. B. Documenta IX, Metropolis, Bilder-streit, Von hier aus etc. Wichtige Einzelausstellungen in Europa und Übersee erhielt er u. a. im Stedelijk Museum Amsterdam, Gent, Leipzig, München, Fridericianum Kassel, Bregenz, Hannover, Reina Sofia Madrid, Museum Haus Lange, Krefeld etc. Seine Arbeiten befinden sich in international wichtigen Museen und Sammlungen. Er ist einer der bedeutendsten Maler seiner Generation in Deutschland.
Förg ist Professor an der Kunstakademie in München, lebt und arbeitet in Deutschland und der Schweiz.
Förg war in zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten, wie z. B. Documenta IX, Metropolis, Bilder-streit, Von hier aus etc. Wichtige Einzelausstellungen in Europa und Übersee erhielt er u. a. im Stedelijk Museum Amsterdam, Gent, Leipzig, München, Fridericianum Kassel, Bregenz, Hannover, Reina Sofia Madrid, Museum Haus Lange, Krefeld etc. Seine Arbeiten befinden sich in international wichtigen Museen und Sammlungen. Er ist einer der bedeutendsten Maler seiner Generation in Deutschland.
Förg ist Professor an der Kunstakademie in München, lebt und arbeitet in Deutschland und der Schweiz.
Group show: Armleder, Bustamante, Dorner, Förg, Ketter, Knoebel, Nawa, Palermo, Polke, Rockenschaub, Roeth, Tokarski
MONOCHROME
20.01.2010
-
07.04.2010

Paul Winstanley
LUX
22.10.2009
-
23.12.2009

Die Gemälde von Paul Winstanley entstehen auf der Grundlage von selbst geschaffenen Aufnahmen, die in einer akribischen Methode auf die Leinwand übertragen und verändert werden. Ähnlich den Bildern von Gerhard Richter wird hier das zeitgenössische Medium der Fotografie mit der tradierten Bildsprache seiner Motive konfrontiert.
Der Blick aus Augenhöhe fällt auf eine menschenleere Seenlandschaft, über die sich wie aus dem Dunst auftauchend ein verschwommener Film legt. Die Farbgebung ist sehr zurückgenommen, eine Schutzschicht aus sakraler Melancholie scheint das Bild zu verhüllen. Erst auf den zweiten Blick erkennt man den Schleier als Gardine, die dem Betrachter den
Ausblick verhängt. Innen und außen, Nähe und Weite verschwimmen dadurch plötzlich und entwickeln sich zu einem spannungsgeladenen Widerstreit, der sich auf psychische Befindlichkeiten beziehen lässt und in dem sich auch ein Geschehen vorbereiten mag. So wird nicht ein konkretes Ereignis dargestellt, sondern in fast kriminalistischer Dramaturgie die Erwartung oder Ahnung eines solchen. Denn trotz des Ausblicks, der atmosphärisch allein durch die Empfindung von Leere bestimmt wird, ist durch die Gardine eine menschliche Gegenwart spürbar. Durch das Anschneiden des Bildes und das Weglassen des Gardinenrahmens entzieht Winstanley dem Betrachter die Umgebung und damit das Bewusstsein, wo er sich befindet. Ihm bleibt nur ein verschwommener Ausblick aus dem Fenster; wer oder was sich neben und hinter ihm befindet kann er nicht sehen, nur fühlen.
Winstanley sucht solche Orte mit einem kollektiven Gedächtnis und mit einem, wie er es nennt, "Potential für menschliches Drama". Dabei ist es nicht wichtig, wo genau diese Orte liegen, sondern welches Gefühl sie vermitteln. LUX, die Einheit für Beleuchtungsstärke, kann in dieser Hinsicht auch stellvertretend für einen willkürlichen anonymen Ort verstanden werden, ähnlich der internationalen Kürzeln von Flughäfen.
Paul Winstanley ist in weltweit wichtigen Sammlungen und Museen vertreten, u.a. der Tate Collection London, des Museum of Contemporary Art Los Angeles und des FNAC Paris.
Der Blick aus Augenhöhe fällt auf eine menschenleere Seenlandschaft, über die sich wie aus dem Dunst auftauchend ein verschwommener Film legt. Die Farbgebung ist sehr zurückgenommen, eine Schutzschicht aus sakraler Melancholie scheint das Bild zu verhüllen. Erst auf den zweiten Blick erkennt man den Schleier als Gardine, die dem Betrachter den
Ausblick verhängt. Innen und außen, Nähe und Weite verschwimmen dadurch plötzlich und entwickeln sich zu einem spannungsgeladenen Widerstreit, der sich auf psychische Befindlichkeiten beziehen lässt und in dem sich auch ein Geschehen vorbereiten mag. So wird nicht ein konkretes Ereignis dargestellt, sondern in fast kriminalistischer Dramaturgie die Erwartung oder Ahnung eines solchen. Denn trotz des Ausblicks, der atmosphärisch allein durch die Empfindung von Leere bestimmt wird, ist durch die Gardine eine menschliche Gegenwart spürbar. Durch das Anschneiden des Bildes und das Weglassen des Gardinenrahmens entzieht Winstanley dem Betrachter die Umgebung und damit das Bewusstsein, wo er sich befindet. Ihm bleibt nur ein verschwommener Ausblick aus dem Fenster; wer oder was sich neben und hinter ihm befindet kann er nicht sehen, nur fühlen.
Winstanley sucht solche Orte mit einem kollektiven Gedächtnis und mit einem, wie er es nennt, "Potential für menschliches Drama". Dabei ist es nicht wichtig, wo genau diese Orte liegen, sondern welches Gefühl sie vermitteln. LUX, die Einheit für Beleuchtungsstärke, kann in dieser Hinsicht auch stellvertretend für einen willkürlichen anonymen Ort verstanden werden, ähnlich der internationalen Kürzeln von Flughäfen.
Paul Winstanley ist in weltweit wichtigen Sammlungen und Museen vertreten, u.a. der Tate Collection London, des Museum of Contemporary Art Los Angeles und des FNAC Paris.
Wawrzyniec Tokarski
0815
26.05.2009
-
15.10.2009

Logos und Slogans der Warenwelt bilden das zentrale Moment in den Arbeiten von Wawrzyniec Tokarski (geboren 1968 in Danzig). Ähnlich der Praxis des Cultural Jamming, das seit den 1990er Jahren Werbezeichen
und andere Embleme aus der Produktwerbung übernimmt und umdeutet, trennt Tokarski dominante Bilder und Slogans aus ihrem Zusammenhang, um sie innerhalb der Malerei auf ihr Selbstverständnis hin zu
überprüfen. Dabei beschäftigt er sich neben konsumkritischen und kulturskeptischen Tendenzen auch mit der zunehmenden Umweltzerstörung. Neben zeichenhaften Bildformeln wie Wappentieren, Werbemotiven oder Firmenlogos, setzt Tokarski gleichberechtigt Textelemente in seine Gemälde. Der sarkastischskeptische
Grundton verweist darauf, dass er gegen alle Vernunft fast trotzig versucht, dem abgebrühten, durch Medienbilder abgestumpften Betrachter eine Reaktion zu entlocken, ihn vielleicht zum Widerstand
zu bewegen. So entstehen plakative Botschaften, welche die Sprache der Werbeindustrie perfekt beherrschen, ihre Aussage jedoch komplett umkehren. Nicht zuletzt ist es aber auch das Ideal des autonomen Künstlers - denn nicht das eigene Schöpfertum steht im Vordergrund, sondern die Eingriffe in die bestehende visuelle Grammatik der Gegenwart. Tokarski schafft mit seinen Leinwänden Orte der (Ver-)Handlung, an denen er sich zeitweise radikal subjektiv positioniert.
Wawrzyniec Tokarski ist in weltweit wichtigen Sammlungen und Museen vertreten. Anlässlich seiner Ausstellung im Saarlandmuseum Saarbrücken 2007 erschien ein Katalog im Hatje Cantz Verlag.
und andere Embleme aus der Produktwerbung übernimmt und umdeutet, trennt Tokarski dominante Bilder und Slogans aus ihrem Zusammenhang, um sie innerhalb der Malerei auf ihr Selbstverständnis hin zu
überprüfen. Dabei beschäftigt er sich neben konsumkritischen und kulturskeptischen Tendenzen auch mit der zunehmenden Umweltzerstörung. Neben zeichenhaften Bildformeln wie Wappentieren, Werbemotiven oder Firmenlogos, setzt Tokarski gleichberechtigt Textelemente in seine Gemälde. Der sarkastischskeptische
Grundton verweist darauf, dass er gegen alle Vernunft fast trotzig versucht, dem abgebrühten, durch Medienbilder abgestumpften Betrachter eine Reaktion zu entlocken, ihn vielleicht zum Widerstand
zu bewegen. So entstehen plakative Botschaften, welche die Sprache der Werbeindustrie perfekt beherrschen, ihre Aussage jedoch komplett umkehren. Nicht zuletzt ist es aber auch das Ideal des autonomen Künstlers - denn nicht das eigene Schöpfertum steht im Vordergrund, sondern die Eingriffe in die bestehende visuelle Grammatik der Gegenwart. Tokarski schafft mit seinen Leinwänden Orte der (Ver-)Handlung, an denen er sich zeitweise radikal subjektiv positioniert.
Wawrzyniec Tokarski ist in weltweit wichtigen Sammlungen und Museen vertreten. Anlässlich seiner Ausstellung im Saarlandmuseum Saarbrücken 2007 erschien ein Katalog im Hatje Cantz Verlag.
Kohei Nawa
CELL - NEUE SKULPTUREN UND ZEICHNUNGEN
13.03.2009
-
14.05.2009

Aus Alltäglichem Außergewöhnliches machen
Kohei Nawa (Osaka, 1975) lebt und arbeitet in Kyoto. Mit seinen Skulpturen, Zeichnungen und Installa-tionen spielt Nawa mit der Wahrnehmung des Betrachters. Bilder erscheinen verändert, wenn Nawa sie auf Wasser projiziert, und gewöhnliche Dinge wie Spielzeug oder ausgestopfte Tiere wirken plötzlich überirdisch, wenn sie in einen Mantel durchsichtiger Glasperlen eingehüllt werden.
Hinter allem steht die Frage, was es eigentlich bedeutet: Dinge zu sehen. Den Ursprung bildete hierfür die Glasperlen-Serie der PixCells. Seit seiner Zeit als Kunststudent in Kyoto kauft Nawa Dinge im Internet und erhebt sie mit einer neuen Haut aus Glasperlen zu einem abstrakten Etwas, mit dem sich der Be-trachter plötzlich näher beschäftigen muss, um es zu erkennen. Es ist ein Zustand zwischen Illusion und Wirklichkeit - die Gestalt des Objektes, seine Farbe und seine Konsistenz werden mehr gefühlt als wirk-lich gesehen. Mit dem veränderten Aussehen verschleiert Nawa die eigentliche Existenz des Objektes und kreiert eine völlig neue distanzierte Wahrnehmung der Realität. Aus Alltäglichem wird Außerge-wöhnliches, aus Gegenständlichem etwas fast Virtuelles.
Gleichzeitig bewirkt das Auftragen von hunderten Glasperlen auch eine Rückführung in den Pixel-Zustand, in dem Nawa die Objekte am Monitor auf den Internetauktionsportalen zum ersten Mal sah und ersteigerte. So werden Abbildung und Gegenstand verschmolzen aus Pixel (dem kleinsten Ele-ment eines digitalen Bildes) und Cells (dem kleinsten Element des Körpers) werden PixCells.
Kohei Nawas Arbeit wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Sakuya-Konohana-Preis der Stadt Osaka und dem Förderpreis ART SCOPE der DaimlerChrysler-Stiftung. Nach seiner Soloausstellung in der Miró-Fundacíon, Barcelona, wird er bei uns seine erste eigene Galerieaus-stellung in Europa haben.
Kohei Nawa (Osaka, 1975) lebt und arbeitet in Kyoto. Mit seinen Skulpturen, Zeichnungen und Installa-tionen spielt Nawa mit der Wahrnehmung des Betrachters. Bilder erscheinen verändert, wenn Nawa sie auf Wasser projiziert, und gewöhnliche Dinge wie Spielzeug oder ausgestopfte Tiere wirken plötzlich überirdisch, wenn sie in einen Mantel durchsichtiger Glasperlen eingehüllt werden.
Hinter allem steht die Frage, was es eigentlich bedeutet: Dinge zu sehen. Den Ursprung bildete hierfür die Glasperlen-Serie der PixCells. Seit seiner Zeit als Kunststudent in Kyoto kauft Nawa Dinge im Internet und erhebt sie mit einer neuen Haut aus Glasperlen zu einem abstrakten Etwas, mit dem sich der Be-trachter plötzlich näher beschäftigen muss, um es zu erkennen. Es ist ein Zustand zwischen Illusion und Wirklichkeit - die Gestalt des Objektes, seine Farbe und seine Konsistenz werden mehr gefühlt als wirk-lich gesehen. Mit dem veränderten Aussehen verschleiert Nawa die eigentliche Existenz des Objektes und kreiert eine völlig neue distanzierte Wahrnehmung der Realität. Aus Alltäglichem wird Außerge-wöhnliches, aus Gegenständlichem etwas fast Virtuelles.
Gleichzeitig bewirkt das Auftragen von hunderten Glasperlen auch eine Rückführung in den Pixel-Zustand, in dem Nawa die Objekte am Monitor auf den Internetauktionsportalen zum ersten Mal sah und ersteigerte. So werden Abbildung und Gegenstand verschmolzen aus Pixel (dem kleinsten Ele-ment eines digitalen Bildes) und Cells (dem kleinsten Element des Körpers) werden PixCells.
Kohei Nawas Arbeit wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Sakuya-Konohana-Preis der Stadt Osaka und dem Förderpreis ART SCOPE der DaimlerChrysler-Stiftung. Nach seiner Soloausstellung in der Miró-Fundacíon, Barcelona, wird er bei uns seine erste eigene Galerieaus-stellung in Europa haben.
Miwa Ogasawara
Windhauch - Neue Arbeiten
15.01.2009
-
09.03.2009

Die Künstlerin Miwa Ogasawara wurde 1973 in Kyoto geboren und studierte bis 2007 in Hamburg an der HfBK. Direkt nach ihrem Diplom hatte sie ihre erste große Ausstellung in der Galerie Vera Munro. Seitdem geht alles sehr schnell: einem eigenen Art Kabinett auf der Art Basel Miami Beach 07 folgten 2008 Einzelausstellungen in der renommierten japanischen Galerie Scai the Bathhouse in Tokio und in der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Inzwischen befinden sich Ogasawaras Arbeiten schon in welt-weit bedeutenden Sammlungen, darunter das Centre Pompidou Paris und die Bundeskunstsammlung sowie wichtige Privatsammlungen.
Wie durch Milchglas oder eine verregnete Fensterscheibe erkennt man in den Bildern von Ogasawara alltägliche, unspektakuläre Motive, die trotz ihrer zurückgenommen Farbigkeit wirken, als seien sie von Licht durchflutet. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten steht in der Tradition japanischer Schat-tenästhetik, entzieht sich dieser aber im gleichen Moment souverän. „Ohne Schatten ist der Mensch see-lenlos“ sagt Ogasawara. „Bei mir endet die Suche nach der Klarheit immer in der diffusen Zone, in der Ambivalenz.“
Diese Ambivalenz wird dadurch hervorgerufen, dass die Grenzen zwischen Wahrheit und Wirklichkeit in den Bildern scheinbar verschwimmen. Dabei hört die Künstlerin immer diesen entscheidenden Moment mit der Arbeit auf, bevor die grundlegende Ästhetik und die geometrische Proportionierung der Motive zu perfekt werden. „Die perfekte Welt ist unreal und künstlich“ sagt Ogasawara. „Die Wirklichkeit ist nie fertig, nie komplett, nie perfekt.“
Wie durch Milchglas oder eine verregnete Fensterscheibe erkennt man in den Bildern von Ogasawara alltägliche, unspektakuläre Motive, die trotz ihrer zurückgenommen Farbigkeit wirken, als seien sie von Licht durchflutet. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten steht in der Tradition japanischer Schat-tenästhetik, entzieht sich dieser aber im gleichen Moment souverän. „Ohne Schatten ist der Mensch see-lenlos“ sagt Ogasawara. „Bei mir endet die Suche nach der Klarheit immer in der diffusen Zone, in der Ambivalenz.“
Diese Ambivalenz wird dadurch hervorgerufen, dass die Grenzen zwischen Wahrheit und Wirklichkeit in den Bildern scheinbar verschwimmen. Dabei hört die Künstlerin immer diesen entscheidenden Moment mit der Arbeit auf, bevor die grundlegende Ästhetik und die geometrische Proportionierung der Motive zu perfekt werden. „Die perfekte Welt ist unreal und künstlich“ sagt Ogasawara. „Die Wirklichkeit ist nie fertig, nie komplett, nie perfekt.“
John M Armleder & Gerwald Rockenschaub
just next - Neue Raumarbeiten und Bilder
30.09.2008
-
22.12.2008

Ab dem 30. September 2008 ist in der Galerie Vera Munro die Ausstellung Just Next – Raumarbeiten, Skulpturen und Bilder der Künstler Gerwald Rockenschaub und John M Armleder zu sehen. Sie sind die Hauptprotagonisten der Neo-Geo-Malerei der achtziger Jahre. Die Künstler entwerfen ihre Arbeiten meist gezielt in der Auseinandersetzung mit den Räumlichkeiten, in denen Sie ausstellen, um so das Erlebnis des Besuchers aktiv zu beeinflussen und zu steuern. Beide verbindet eine jahrzehntelange persönliche Freundschaft, zum ersten Mal stellen sie zu zweit in einer Galerie aus und reagieren auf die Arbeiten des anderen. Diese werden spontan und kurzfristig hier in Hamburg entstehen. Beide Künstler stellten in weltweit bedeutenden Museen, Galerien und wichtigen Gruppenausstellungen aus. Rockenschaub bespielte den österreichischen Pavillon der 45. Biennale Venedig in 1993, Armleder den Schweizer Pavillon 1986.