FLO PETERS GALLERY
Adresse: Chilehaus C, Pumpen 8 20095 Hamburg
Telefon: +49 40 3037 4686
Telefax: +49 40 3037 4688
Öffnungszeiten: Mo-Fr 12-18 Sa 11-15
Mat Hennek
WOODLANDS and beyond...
02.07.2010
-
28.08.2010
Die kommende Ausstellung in der Flo Peters Gallery zeigt ab dem 2. Juli 2010 Arbeiten des deutschen Fotografen Mat Hennek. Unter dem Titel Woodlands and beyond... werden rund 40 großformatige Werke aus seiner Serie Woodlands und der Reihe Alpenpässe sowie Künstlerporträts im Chilehaus präsentiert.

Mat Hennek, geboren 1969 in Freiburg im Breisgau, genoss eine Ausbildung an der europäischen Akademie für Bildende Kunst Trier und im Lette-Verein Berlin und arbeitete ab 1995 zunächst als Assistent von Prof. Hermann Stamm und Uwe Arens und seit 1998 als selbständiger Fotograf. Der erfolgreichen kommerziellen Arbeit u.a. für Rolex oder Montblanc und Magazinen wie Vogue, STERN, Cosmopolitan oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu Beginn seiner Karriere folgte bald eine rein künstlerische Tätigkeit. Seit 2006 widmet er sich in seinem fotografischen Werk weitgehend der Landschaft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Porträt. Fotografierte er anfangs vor allem Künstler der Pop-Musik wie Sting, Tracy Chapman oder Rammstein, wandte er sich in den Jahren von 2004 bis 2009 ausschließlich Künstlern der klassischen Musik zu.

Seine Arbeiten aus der Reihe Woodlands zeigen dem Betrachter die Ergebnisse zahlreicher Streifzüge durch unterschiedliches Gehölz - „Waldeinblicke“ mit verzaubernder Atmosphäre. Sorgfältig ausgewählte Ausschnitte prägen sakral aufstrebende Baumlandschaften, meist ohne Horizont und Boden, die einen verblüffend beruhigenden, nahezu meditativen Effekt auf den Betrachter ausüben. Die Werke werden glaslos auf hochvolumigem Kupferdruckkarton präsentiert. Durch die samtweiche Oberfläche und die feine Struktur des Papiers wird eine gewisse dreidimensionale Wirkung erzielt. Ein erstaunlicher Effekt: Man möchte in die Bilder oder Wälder eintauchen und sich dort verlieren. Die naturbelassenen Rahmenhölzer unterstreichen dieses emotionale Empfinden.

Die Serie Alpenpässe stellt eine konsequente Fortführung des Aufnahmeprinzips dar, das auch bei den Woodlands Anwendung findet. Wir sehen Ausblicke von diversen Alpenpässen der Schweiz. Grandiose Monumentalaufnahmen, die ebenfalls auf einen Ausschnitt festgelegt sind, der weder Horizont noch Boden oder Himmel zeigt. Die Fotografien wirken wie Luftaufnahmen, aussagekräftig im Detail und klar grafischen Parametern untergeordnet. Trotzdem scheint auch bei diesen Arbeiten eine gewisse Sogwirkung den Betrachter in die Landschaft „hineinzuziehen“ und so die Grenze zwischen Realität und Bild aufzulösen. Die genaue und sorgfältige Komposition der groß angelegten Landschaftsfotografien und die außerordentliche Schärfewiedergabe durch die Verwendung hochwertiger Objektive und die Ausarbeitung auf dem o.g. Kupferdruckkarton zeigt, was dem menschlichen Auge normalerweise verborgen bleibt.

Neben Landschaften präsentiert die Galerie auch eine Auswahl von Porträts. Darunter finden sich Persönlichkeiten aus der Pop-Musik so wie aus der klassischen Musik wie z.B. Dirigent Sir Simon Rattle, die Pianisten Nelson Freire und Hélène Grimaud oder den Tenor Rolando Villazón. Dabei geben die Porträts den Blick des Fotografen auf Menschen und dessen Art über Menschen zu erzählen, preis. Durch die Präsentation der Arbeiten ohne Glasscheibe entsteht eine außerordentliche Nähe zu den portraitierten Künstlern, sodass die Portraits unvoreingenommen, nicht inszeniert, sondern subtil herbeigeführt wirken.

Neue Information in Vorbereitung.

Please call for information.

David Parker; Jan C. Schlegel; Brami Andreae
EARTHSCAPES
11.05.2010
-
26.06.2010
Zum Frühjahr präsentiert die Flo Peters Gallery unter dem Titel EARTHSCAPES eine spannende Ausstellung mit zeitgenössischen Arbeiten des Briten David Parker sowie der beiden deutschen Photographen Jan C. Schlegel und Brami Andreae. Ab dem 12. Mai sind in den Galerieräumen im Hamburger Chilehaus Wüstenpanoramen aus David Parkers Serie New Desert Myths sowie Porträts aus Jan C. Schlegels Projekts Pain and Beauty zu sehen. Einen Eindruck von Afghanistan, seiner landschaftlichen Schönheit und dem Leben seiner Bewohner zeigen die Arbeiten von Brami Andreae.

In seinem Werk widmet sich der Brite David Parker (*1949) einer extremen Landschaft. In panoramagroßen, getönten Silbergelatineabzügen von ungeheuerer Detailtreue zeigt er beeindruckende Wüstenlandschaften mit grotesken Felsformationen. Es sind die gemeinhin weniger mit der Wüste in Verbindung gebrachten Er-scheinungen, denen David Parker in seiner Arbeit den Vorzug gibt: Monolithen, Höhlen, Gewölbe, Klippen, Bergkämme oder sogar Flüsse und Seen – Morphologien, die von Urgewalten und verborgenen Geschichten zu erzählen scheinen.

Für seine Aufnahmen verwendet Parker eine eigens hergestellte, rotierende, großformatige Panoramakamera, die nicht weniger als 180° aufzunehmen im Stande ist. Den feinkörnigen, für militärische Zwecke bestimmten Aufklärungsfilm belichtet Parker im Schnitt bis zu acht Minuten und erzielt so eine vorzügliche Präzision in seinen Bildern. Vollendung finden seine Arbeiten in der Dunkelkammer, wo er von seinen Bildern in akribischer Handarbeit großformatige, getönte Silber-Gelatineabzüge in geringer Auflage herstellt.

Bereits vor über 20 Jahren, nachdem David Parker bereits als Illustrator, dann als archäologischer, ethnografischer und wissenschaftlicher Photograph gearbeitet hatte, hat er sich der künstlerischen Photographie verschrieben. Eine seiner früheren Serien A Phenomenal World wurde bereits in führenden Galerien in Zürich, London und San Francisco gezeigt und von Steidl in einem Bildband publiziert. Eine jüngere Serie mit dem Titel Sirens fand ihren Weg in Galerien in Paris und London – eine weitere Publikation ist auch hier geplant. David Parker lebt und arbeitet in England.

Die Arbeit Pain & Beauty des deutschen Photographen Jan C. Schlegel (*1965) widmet sich dem Porträt. Schon seit 1998 verfolgt er dieses Projekt und reist regelmäßig nach Asien und Afrika, um dort Volksgruppen und –Stämme zu photographieren. Um der Authentizität der Porträtierten in seinen Bildern gerecht zu werden, verbringt Schlegel im Vorfeld mehrere Wochen bei ihnen und photographiert sie stets in ihrem ureigenen Habit – auf dem Markt, auf der Straße oder einfach auf dem Dorfplatz. Wobei der unmittelbaren Umgebung oder den Lebensumständen in seinen Aufnahmen keine Bedeutung zukomme, so Schlegel. Der neutrale Hintergrund soll es dem Betrachter vielmehr ermöglichen, den Menschen im Bild in seiner Einzigartigkeit zu erkennen und zu schätzen.

Für jedes seiner Bilder nimmt sich Schlegel in zweierlei Hinsicht viel Zeit: Er verbringt nicht nur Wochen im Umfeld der Porträtierten, bevor er seine Photos macht, sondern stellt jedes einzelne seiner Photos als getönten Silber-Gelatineabzug in mehrstündiger Arbeit von Hand her. Jeder Abzug wird so zu einem Unikat. Als Finalist der Hasselblad Master Awards und durch Präsentation seiner Arbeiten in Paris, Antwerpen und Zürich hat Schlegel bereits international Aufmerksamkeit erlangt. In der Flo Peters Gallery werden nun erstmals rund 30 Porträts aus Afghanistan, Pakistan, Äthiopien, Indien, Algerien, Ägypten und Nepal in einer eigenen Ausstellung gezeigt.

Das Leben von Brami Andreae (*1951) ist geprägt von Reisen in die ganze Welt. Nachdem er mit 18 Jahren eine Photolehre bei einem Werbephotographen absolvierte, führte ihn eine seiner ersten Reisen 1974 nach Afghanistan. Von Anfang an begeisterten ihn die Menschen mit ihrer ursprünglichen, selbst-verständlichen und zurückhaltenden Art – visuell übte die karge, spröde Schönheit des Landes eine ebenso große Faszination auf ihn aus. Mit seiner Kamera fing er monumental anmutende Bergmassive, Wüsten-eindrücke und Seen von tiefem Blau ein, die zusammen mit Aufnahmen aus dem alltäglichen Leben auf Afghanistans Straßen einen Eindruck dieses Landes vermitteln. Nach seinem ersten Besuch kehrte Andreae 2005 in das zerstörte Land zurück. „Auf den ersten Blick sah alles aus wie vor 30 Jahren“, beschreibt der Photograph seine Eindrücke, „doch unter der Oberfläche sind tiefe Wunden in der Natur und bei den Menschen zurückgeblieben“. Nur eines sei unverändert, so Andreae, die Gastfreundschaft. Erstmals werden im Kontext der Ausstellung Earthscapes rund 20 Aufnahmen aus den Jahren 1974 und 2005 von Brami Andreae in der Flo Peters Gallery gezeigt.