Galerie Melike Bilir

Eröffnung am Donnerstag, 23. Juni 2016, ab 18 Uhr

Die Galerie Melike Bilir zeigt mit »STAY ROMANTIC « die raumbezogenen Arbeiten der in Hamburg und Berlin lebenden Künstlerin Lily Wittenburg.

Das Material, das projizierte Licht, der Ausstellungsraum, die Zeit (die Bewegung), Formen und Techniken werden dabei von Wittenburg nicht nur durchdrungen, sondern auch in einen installativen Gesamtkontext gebracht. Die abgedunkelten Fenster verleihen der Galerie dabei unmittelbar eine zwielichtige Atmosphäre, in der sich installierte Lichtquellen treffen und Flüssigkeiten auf Glasplatten miteinander in Kontakt treten. In dieser kontrastierenden Dunkelheit wird der Betrachter dazu angeregt, Spekulationen darüber anzustellen, was sich alles in den Schatten, Brechungen und Aufspaltungen verbirgt. Die nicht sichtbare Seite der Dinge, an deren Rändern sich Wittenburg mit ihren Messwerkzeugen und Versuchsanordnungen bewegt, sind dabei in der Lage objektive Sachverhalte in Frage zu stellen.

Zu sehen sind Zeichnungen und Spuren auf Papier sowie Installationen die mit selbstgebauten optischen Apparaten Licht zerlegen, chemische Reaktionen auf die Wände Projizieren und die sich vollziehenden Entwicklungen als einen sehr langsamen Film behaupten.

Lily Wittenburg
Stay Romantic
23.06.16  -  31.07.16

Eröffnung am Donnerstag, 7. April 2016, ab 18 Uhr

Abbildung: Andrea Tippel, DIE STIFTE HATTEN DAS WORT: (Vorderseite), Buntstift und Bleistift auf Papier, 21 x 29,5 cm, 28.10.94

Andrea Tippel
Die Stifte hatten das Wort
07.04.16  -  20.05.16

Performance: 11. Februar 2016, ab 19 Uhr

Afterworkoutparty ab 21 Uhr im Central Congress / Steinstraße 5

Im Rahmen der Gemeinschaftseröffnung auf der Fleetinsel

JOHANNES WILDE
EMOTION, BODY & MIND
11.02.16  -  28.02.16

MULTITUDE* Die "richtige" Aneignung einer fremden Kultur erscheint als poiesis, verstanden als "kreativer Prozess", weil mimetisches Verhalten von vorneherein als minderwertige "Nachahmung" verworfen wird. Es ist nützlich sich daran zu erinnern, das die Kunst, solange sie als techne galt, Mimesis der Natur sein sollte. Mimesis als einen Inbegriff des "Irrationalen", in dem sich kein Widerspruch zwischen "Kreativität" und "Besessenheit" einstellt.

*Zitat F. Kramer "R. Fees"

Das koreanische Generalkonsulat und die Kulturbehörde Hamburg wollen mit dem Projekt "Korea hautnah in Hamburg erleben" Hamburger BürgerInnen die koreanische Kunst und Kultur näher bringen. Daran sind auch  Hamburger Kultureinrichtungen beteiligt. Die Galerie Melike Bilir zeigt in diesem Zusammenhang vier koreanische und drei deutsche KünstlerInnen, die sich im Rahmen eines Künstleraustausches zwischen den Partnerstädten Hamburg und Busan kennengelernt haben: Verena Issel, Gemini Kim, Sejin Kim, Sohyun Jung, Stefan Marx, Dirk Meinzer und InYoung Yeo.

Ein derartiger Austausch bringt viele zwischenmenschliche Erlebnisse mit sich, denn kulturelle Unterschiede werden dabei sichtbar: Es entsteht ein Kontrast zwischen Eigenem und Fremden, aber es wird auch deutlich, dass viele Merkmale zeitgenössischer Kunst sich international immer mehr annähern. Worin bestehen also die Differenzen? Vorurteile, Kommunikationsprobleme, generelle Einordnungen und Sprachbarrieren lassen sich auch vielfältig thematisieren. Das Erlebnis von kulturellen Unterschieden soll bereichern! Das Motto lautet:  Freude am Neuen und dem Unbekannten entgegenlächeln.

*The multitude is a network, an open network of relationships, a field of singularities, which is identical or not homogeneous with it.

VERENA ISSEL, GEMINI KIM, SEJIN KIM, SOHYUN JUNG, STEFAN MARXIN, YOUNG YEO
MULTITUDE
20.11.15  -  10.01.16

ERÖFFNUNG: DIENSTAG, 3. NOVEMBER 2015, AB 19 UHR

SPECIAL: FREITAG, 6. NOVEMBER   2015, AB 20 UHR

AUSSTELLUNGSDAUER: 4. - 8. NOVEMBER 2015

WAVGOESINDIA.WORDPRESS.COM

IM RAHMEN DER INDIA WEEK 2015

MARC EINSIEDEL & FELIX JUNG - WE ARE VISUAL
WHERE ARE YOU FROM
03.11.15  -  08.11.15

Eröffnung: 5. Oktober 2015, ab 18 Uhr

Kunstlicht ist überall: Ob an Straßenlaternen, Leuchtreklameschildern oder im Wohnzimmer -  wer nachts unterwegs ist, der wird selten von den Sternen angefunkelt.  Die moderne Elektrifizierung der Welt macht auch in der Kunstgalerie keinen Halt, denn gerade hier ist man vor dem Kunstlicht nicht sicher. Pardon, in diesem Fall jetzt meinen wir natürlich: Lichtkunst.

Am Montag, 5. Oktober 2015 (Tageslicht: 11 Stunden und 21 Minuten) zeigt der Hamburger Künstler Oliver Ross in der Galerie Melike Bilir neue Bilder, die er selbst Gegenstände mit integrierter Selbsterleuchtung nennt. Aber wo die Quasi-Aura leuchtet, da bleibt immer auch etwas verborgen: Blendwerk. Das Rätsel um das Wesen des Lichts wurde zwar 1905 von Albert Einstein mit der Welle-Teilchen-Dualität naturwissenschaftlich gelöst und Beleuchtungsstärke wird in Lux gemessen und Lumen bezeichnet den Lichtstrom bzw. die Lichtmenge, die von einer Lichtquelle ausgeht. Bei Ross geht es aber nicht nur um messbare Erleuchtung, sondern um die Dia-Eckelektik der transparenten Aufklärung: Eine seiner säkuralisierten Skulpturen nennt sich daher auch  Transluminator, sie wirkt wie ein abstraktes Menschenbild, das sich laut Ross um die opaken Ecken kantet: Senf im Dreieck, Kaffee im Organo-Ornament und Wundpflaster in der Kurve. Bunt erleuchteter Post-Konstruktivismus im Konflikt mit leiblichen Formen...  

Lumen est Omen! Amen!

Abbildung: Oliver Ross, Translumen

OLIVER ROSS
TRANSLUMINISMUS
06.10.15  -  22.10.15


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SOMMERPAUSE
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Nino Kvrivishvili"s exhibition titled "Ширина 126 ± 2 см" at Galerie Melike Bilir presents an installation with handmade textiles. The works executed in a wool, linen and hemp are based on the textile making traditions in Georgia and former Soviet countries. They represent the   old patterns from   the soviet textile industry   as the historical data, they are the evidence of the soviet textile producing sample and in whole show the artist’s vision to the surrounding environment. Starting with hand weaving textile technique and later continuing with it’s industrialization era textile production had a significant influence on the development of the light industry in Georgia. In the mid of 20th century the Soviet period machines which made the manufacturing processes more efficient and faster developed new perspectives of textiles striving to evolve different techniques and styles. Thus, inspired by the narratives of the surrounding textiles, mill stories, feminine work that occupied a specific place in the political economy of Georgia, Nino Kvrivishvili came up to her hand-woven works made in old technique where images depict the characteristics of the Soviet period light industry, as a tool for contemporary textile making process. The title of the exhibition "ширина" ( width) is one of the characteristics she uses for measuring the size of the work to indicate how fabric could have been increased or reduced during the production. Patterns from the textile industrial history woven into her works describe the weight, quantity of produced pieces , date of production and fixed price - which had been officially set by the economic policies of the Soviet government. Accordingly in her installation the artist shows us the works with these symbols, and as a result expose her approach to past soviet textile production as an art.

Abbildung: NINO KVRIVISHVILI, ширина   126 ± 2   см.

 

NINO KVRIVISHVILI
ширина 126 ± 2 см.
11.08.15  -  31.08.15

Die Ausstellung STYLE FILE: MISSION OF TRADITION spielt mit zwei Disziplinen und Perspektiven: Mode und Kunst, Tradition und Gegenwart. Die beiden bildnerischen Bereiche Mode und Kunst haben nicht nur im Sinne eines Dekors miteinander zu tun, sondern in der Tradition ihrer Form- und Farbgebung viele gemeinsame Bezugspunkte: Hat deren Tradition gemeinsame Quellen und wie lassen sich diese den ausgestellten Exponaten ablesen? Ist Stil nicht immer auch eine Folge des bewussten Umgangs mit dieser Tradition? Um diesen Fragen näher zu kommen, wird in der Show folgendes gezeigt: Mode ausgewählter Designer des Africa Fashion Day Berlin, traditionelle afrikanische Stammeskunst aus einer Hamburger Sammlung und zeitgenössische Kunst von Dirk Meinzer, der sich mit seinen Exponaten auf die sogenannten Shoowa aus der Textilkunst der Kuba in Zentralafrika bezieht. Warum dieser Bezug zu Afrika? Wir denken, dass diese Fragen nach Tradition, Stil und Aktualität umso interessanter werden, wenn sich unterschiedliche Kulturkreise austauschen und damit anfangen, sich gegenseitig etwas zu geben…so, wie es schon lange auf vielen Ebenen geschieht!

Beteiligte Designer: AAks - Acc. Deji George - Acc. BSB Braima Sori Ba Hamburg Studio1981 Bisrat Negassi Alexandra Tamele Africa Fashion Day Berlin: www.africafashiondayberlin.com

AFRIKA FASHION DAY BERLIN - DIRK MEINZER - AFRIKANISCHE STAMMESKUNST-EXPONATE AUS EINER HAMBURGER SAMMLUNG
STYLE FILE: MISSION OF TRADITION
27.03.15  -  15.04.15

MIT: ASIEDU, BÜTTNER, BLUMENTHAL, CALL, DANY, EINSTEIN, FURMANIAK, GOSEWITZ, GRÜNFELDER, HELGOLAND, ISSEL, KRESS, LESNIEWSKI, MAHNS-TECHAU, NEUMEISTER, OEL-FRÜH GALERIE, PUSCAS, PETZET, QUASTENFLOSSER, ROSSES, SCHNELLMANN, SEILER, SEMPEL, STEHLE, TIPPEL, UNRAU, VON DÜCKERHOFF, VORDERMEIER, WILDE, X-RAY SPEX, YPS, ZONOUZI

DIE WELT IST GANZ: VON A - Z - ENZYKLOPIDÄISCHE GRUB SCHAU DER SCHEINHEITEN
30.01.15  -  28.02.15
SIMON STARKE
ECHT - VOLL - IRGENDWIE
21.11.14  -  21.12.14
WE ARE VISUAL - MARC EINSIEDEL & FELIX JUNG
BALLON - ERFORSCHUNG UND ERSPIELEN VON DEMONSTRATIONSKULTUR
06.09.14  -  12.10.14
MARCO P. SCHÄFER
LIGHT BULB FICTION 2
17.05.14  -  14.06.14
Fidel Morf - Johannes Wilde
INFORMATION INSPIRATION
29.03.14  -  04.05.14
HANS HARTUNG - GEORG HEROLD - IMI KNOEBEL - THOMAS KOHL - HERBERT LINDEN - PAUL MCCARTHY - PETER PILLER - RITA ROHLFING - MARIA SOARES - ANDREA TIPPEL
DIE ROTE FORM UND DAS NICHTS
31.01.14  -  07.03.14
Mika Neu
TRANCE TURBINE
02.11.13  -  05.12.13
Michael Buthe, Oliver Ross
BUTHISMUS ROSSOLOGY
06.09.13  -  10.10.13

 

 

Jivan Frenster, Dorothy Iannone, Clemencia Labin, Hans-Christian Saylors und Andrea Tippel
O.T.
07.06.13  -  22.09.13
Bastien Aubry / Dimitri Broquard, Claus Böhmler, Fernando de Brito, Andreas Dobler, Oliver Ross, Wolfgang Stehle, Hans-Christian Saylors, Jan Voss, Henriëtte van Egten
FUCKED-UP FIGURATION
12.04.13  -  22.05.13
TT-Center #8
23.01.09  -  15.02.13

Eröffnung: Freitag, 9. November 2012 von 19 - 22 Uhr

Abbildung: WE ARE VISUAL, FELIX JUNG & MARC EINSIEDEL, ZAUN, Photo, 2012

www.wearevisual.org

WE ARE VISUAL - FELIX JUNG & MARC EINSIEDEL
ZAUN
10.11.12  -  06.01.13

Eröffnung: Donnerstag, 6. September 2012 ab 18 Uhr

 Abbildung: A.C. Kupper, RAW SI REVO, Fahne, groß, 2001, Sammlung Kerim Seiler

KERIM SEILER
FREAK MAGNET
07.09.12  -  13.10.12

Eröffnung: Samstag, 5. Mai 2012 von 19 - 22 Uhr

Mit einer Erinnerung von Prof. Dr. Hans-Joachim Lenger (19:30 Uhr)

Abbildung: Andrea Tippel, "Ich Fliege", 1971, Bleistift auf Papier, 10,6 x 11,9 cm

 

 

Andrea Tippel
Zeichnungen aus den 70ern
06.05.12  -  10.06.12

Eröffnung: Freitag, 23. März 2012

Vorbeischreitend wahrgenommene Gebilde sind Halbwahrheiten. Im Eröffnungs-Aufmarsch der Rezipienten geht manches unter, aber hat nicht auch ein flüchtiges Sehen Vorteile? Und was heisst hier Wahrheit? So oder so: Die hier gezeigten Bilder, Zeichnungen und Objekte verdienen eine genaue Betrachtung und trotz ihrer Bemühung um Aufmerksamkeit wirken sie nicht angestrengt: Wer das feststellen will, darf sich mit ins Gedränge stürzen und auch gerne genauer vorbeischauen...  

Abbildung: Simon Starke 2012

VERENA ISSEL, MIKA NEU, OLIVER ROSS, PHILIPP SCHEWE, SIMON STARKE, ANDRE WNENDT
DEFILE
24.03.12  -  13.04.12

Philipp Schewe will es nicht wahr haben: Die zeitgenössische Verwahrlosung der Symbole scheint seinen Wunsch nach Spiritualität zu durchkreuzen. Um sich nicht in hysterischer Bedeutungslosigkeit zu verlieren, organisiert er mit großem Aufwand für ihn relevantes Bildmater...ial: Es entstehen großformatige Foto-Tableaus mit alptraumhaften Rettungsaktionen verunglückter Pferde oder problemdurchrsetzte Portraits seiner Residenzstadt Hamburg. Sie folgen, nicht ohne Humor, einer Bildsprache, deren Symptome sich nicht ästhetisch beschwichtigen lassen.

Abbildung: Philipp Schewe, ENEMIES OF RECREATION COME IN FEMANIMAL FORM, (Detail), 12 x 3,70m, 2012

Philipp Schewe
ENEMIES OF RECREATION COME IN FEMANIMAL FORM
21.01.12  -  04.03.12

Umso mehr Leute kommen, umso enger wird es. Umso größer der Aufwand, umso höher die Kosten. Es ist umso besser, je weniger du redest. Umso drückt eine proportionale Verstärkung aus.

Hamburg hat eine lange Tradition im Handel mit Teppichen. Umso erstaunlicher also, dass in der Galerieausstellung "Umso" mit einem Mal eine ganz neue Variante von so genannten emblematischen Bildteppichen zu sehen ist. Nicht geknüpft, nicht gewirkt, sondern geklebt.

Das, worauf Angestellte gemeinhin in ihren billigen Büros herumlaufen - Nadelfilzteppichfliesen - wird für die konzeptuelle Installation von Simon Starke als Intarsienarbeiten an die Wand gebracht oder auf bildförmige Holztafeln. Das Emblem, laut Wikipedia eine Kunstform, deren Ursprung auf die Humanisten der Renaissance zurückgeht, meint "Eingesetztes, eingelegte Arbeit". Man unterscheidet politische, religiöse, moralische und die weltliche Liebe betreffende Hintergründe. Sechs Farben bloß umfasst das Farbspektrum der Filzplatten, umso erstaunlicher, wie sich daraus malerische Abstraktionen und Worte, Graffitiartiges und perspektivische Illusionen, amerikanische Avantgarde und asiatischer Humor bilden lassen. In gedämpfter Atmosphäre wird dem Betrachter Zeit gegeben, dem Zusammenbruch der intellektuellen Abgrenzungen nachzuspüren. Komm raus und finde rein.

Abbildung: Simon Starke

Simon Starke
Umso
12.11.11  -  13.01.12

Knallbunt blühen nicht nur die Neurosen, wenn Oliver Ross seine hypotransparente Malerei durch die Galerieräume wuchern lässt. Hier scheinen die Formen und Kräfte ums Licht der Erkenntnis zu kämpfen und folgen dabei höchst differenzierten Techniken und Methoden. Die sind "natürlich" geschichtlich codiert, auch wenn sich ihre Ordnungen und Strukturen extrem überlagern. Der Kunstentwurf fliegt einem quasi um die Ohren, wer kennt sich da noch aus? Wo findet man Leuterung, geht es hier überhaupt um Heilsversprechen? Oder fordert das Ganze eher einen Kahlschlag, um auf eine Lichtung zu gelangen? Mitten drin und doch: "Ich fühle mich so leer..." Auf jeden Fall geht es in diesem Dschungel humorvoll zu, sodass derartige existentielle Fragestellungen einen hoffentlich nicht zu Boden ziehen! Come in and find out! (Text: Galerie Melike Bilir)

 

Abbildung: Oliver Ross, Hypotransparenz und Ontoloch, 2010, Environment, Les Urbaines, Lausanne, Schweiz (Foto: Greg Clement)

 

Oliver Ross
NEUROSENGARTENREAKTOR
03.09.11  -  15.10.11

Wo kommen Kunstbegriffe her? Wer bestimmt ihre Aufzeichnung und Überlieferung, was hat sich in der Geschichte diesbezüglich geändert? Gehören Kunstbegriffe in den Werkprozessen der Künstler einer Meta-Ebene an oder sind sie nicht viel eher ein integrativer Bestandteil des Kunstprozesses selbst? Entstammen die Kunstbegriffe nicht auch den Werkprozessen der Künstler, werden und wurden sie also nicht auch durch Künstler entwickelt? Die jüngere Kunstgeschichte hat vielleicht gezeigt, dass bestehende Grenzen zwischen der Geschichtsschreibung und der Kunstpraxis diskursiv durchlässiger geworden sind.

Die Ausstellung KUNSTBEGRIFFE wird sich rein aus Begriffen von Künstlern zusammensetzen. Dabei spielt folgender Leitgedanke die zentrale Rolle: Jeder künstlerische Werkprozess weist neben seiner wie auch immer gearteten ästhetischen Erscheinung auch begriffliche Implikationen auf. Wir wollen den Versuch unternehmen, als Rekurs auf die Entstehung und Entwicklung der Conceptart, dieser Tatsache Raum zu geben. Die zehn ausgewählten Künstler werden daher dazu eingeladen, "nur" Begriffe, die in ihren aktuellen Werkprozessen eine Bedeutung haben, auszustellen. Schliesslich lässt sich immer noch fragen, ob neben der Geschichtsschreibung nicht auch die Künstler selbst schon immer Begriffe entwickelt haben und ob einige dieser Begriffe, neben ihrer individuellen Bedeutung, auch allgemeine Relevanz erlangt haben.

Die Ausstellung will eine neutrale, quasi-wissenschaftliche Vergleichssituation herstellen. Daher werden die Beiträge von unserer Grafikerin Sarah Cords typografisch gesetzt und die "Hängung" der Beiträge, d.h. die Anbringung der Begriffe an die Wände der Galerie, wird von uns vorgenommen. Die Künstler liefern "nur" die Begriffe, ohne typografische Gestaltung und ohne diese in der Ausstellung zu positionieren.

 Es geht in diesem Experiment ausschliesslich darum, die Inhalte der Werkansätze der beteiligten Künstler mittels einer reduzierten Auswahl ihrer Begriffe zu kommunizieren.

 

A.C. Kupper - Anna und Bernhard Johannes Blume - Andrea Winkler - Nana Petzet - Mika Neu - Simon Starke - Andrea Tippel - Kyung-hwa Choi-ahoi - Kerim Seiler
KUNSTBEGRIFFE
26.03.11  -  30.04.11

END OF PSÜCH

Psycho-Pest! Die Menschen sind verseucht von Eurer Vorstellung dessen, was es

gar nicht gibt! Wir sind seelenlos, mutterseelenallein und der Papa schert sich auch

nicht mehr! Wir lieben unsere Eltern, daher lassen wir sie frei! Gefühle sind keine

Privatsachen! Wir brauchen das nicht, Eure ewige Psychologisierung der

sogenannten Innenwelt, lasst uns endlich in Ruhe damit! Immer diese Depriseuche,

Ihr habt die Melancholia abgeschafft, das ist Euer grösstes Verbrechen! Nur, damit

Ihr wer seid, damit Ihr in Zeiten ohne Religion auf dem Priesterstuhl sitzen dürft,

sollen wir uns alle ständig diesen Kram introjizieren lassen...

Scheiss Seelen-Salon-Kunst-Quatsch! Aufhören! Heulsusen! Ich, du, er, sie, es, toller

Trick, schon in der Grundschule geht’s los, oder wie habt Ihr Euch das gedacht!? Ihr

habt zuviel Einfluss, wie konnte das passieren, ihr zerschneidet die Ströme, ihr

schafft es sogar, dass Künstler zu Euch kommen! Künstler beim Psychotest, da

lachen ja die Hühner! Die Künstlerkrankheit ist das Gesündeste, was es überhaupt

gibt, aber sag’ das mal einem Seelen-Ökonom...pah! Ja, ja, das lässt tief blicken, wir

kennen Eure Sprüche. Wehe, Ihr kommt zu uns! Was habt Ihr aus Freud gemacht,

Ihr habt aus einem interessanten Romanciere des 20.Jhrds einen kleinkarierten

Provinzarzt gemacht! Doch wir haben Mitleid mit Euch, aber nur, wenn Ihr Euch nur

noch gegenseitig therapiert. Und wenn Ihr nicht mehr weiter wisst, dann dürft Ihr zu

uns kommen, gratis. Kunst ist nicht Therapie, ist nicht psychologisch, Kunst ist Sinn

und Paradox zugleich, wir verteidigen die Phantasmen-Wut! Wir sind’s, Ihr nicht!

(Text: Oliver Ross)

 

Antonia Puscas - Sascha Schäfke - Ingrid Scherr - Matthias Tedjasukmana - Manuel Zonouzi
END OF PSÜCH
04.02.11  -  12.03.11

Fotografie vollzieht sich auf der Grundlage folgender, selten ausgesprochener Voraussetzung: Die technische Aufnahme von Bildern sei eine ästhetische Wiederholung von "Wirklichkeit". Unterstützt also die Fotografie ein gewisses Realitätsprinzip? Jedenfalls folgt das Medium meistens der scheinbar verlässlichen Tatsache, dass sich überhaupt etwas "realistisch" abbilden lässt. Malerei ist prozesshaft, Fotografie fixiert mit hoher Geschwindigkeit Ausschnitte. Damit entsteht der Eindruck, "Welt" sei als etwas "Vorgefundenes" gegeben. Aber wird in der Fotografie "Welt" nicht schon allein durch die Wahl des Aufnahme Standpunktes konstruiert? Fragen der Identifizierbarkeit treten auf, wenn Fotografie als losgelöst von ihrem "Gegenstand" betrachtet wird. Ein Bild ist in erster Linie ein Bild. Bleibt der scheinbar selbstverständliche Verweischarakter eines Mediums unreflektiert, wird es ideologisch verwendet. So kann gerade Fotografie dazu genutzt werden, einen unhinterfragten Weltzusammenhang zu stabilisieren. Aber erst im Bruch mit sich selbst zeigt ein Medium seine Grenzen auf und hinterfragt seinen Bezug zur Welt als situative Instabilität.

Bertrachtet man die noch junge Geschichte der Fotografie, so fallen radikale Schnitte in ihrem Werdegang auf, z. B. ist der Umgang mit ihrer Ausschnitthaftigkeit in den 20er Jahren stark radikalisiert worden, was das avantgardistische Spiel der Fotografie bis ins Dekonstruktive erweiterte. Einer derart radikalisierten Fotografie wurde von reaktionär-konservativer Seite aus auch vorgeworfen, sie gefährde stabile Ordnungen. In Portraits, die z.B. das Gesicht einer Frau nur halb zeigten, sah man die Gesundheit des Menschenbildes zerstört. Heute sind derartige Kompositionen an der Tagesordnung und so wird in Folge dieser Tradition eine Flut fotografischer Bilder, etwa als Werbung, produziert, die mittels z.B. skuriler Motivwahl und/oder eines pseudo-experimentellen Umgangs mit Perspektive und Schärfe kreativ wirken soll.

Auch die Beispiele in der Ausstellung "Fotografie Ideologie der Abbildlichkeit" stehen in Zusammenhang mit der Tradition ihres Mediums. Aber jeder dieser Werkversuche reflektiert seine Möglichkeiten, indem er die Grenzen von Abbildlichkeit und ihrer "bedeutungsrelevanten" Bezüge thematisiert. Keine der ausgestellten Positionen verweist allein auf vorgefundene Situationen, es geht ihnen nicht um anekdotische Stimulanz oder darum, vorzuführen, wie verrückt, schön oder kaputt die Welt ist. Vielmehr geht es darum, die Bildnahme selbst als in sich gebrochene Konstruktion in ihrem virulenten Zusammenhang mit nicht zu beschwichtigenden Fragestellungen zuzulassen: Die Ver wahr losung von Bedeutsamkeiten bricht allein in den Medien und der Art ihrer Verwendung auf. (Text. Oliver Ross)

 

 

 

 

A. C. KUPPER | HEIKO NEUMEISTER | WOLFGANG OELZE | PHILIPP SCHEWE | SIMON STARKE
FOTOGRAFIE IDEOLOGIE DER ABBILDLICHKEIT
05.11.10  -  19.12.10

Regen aus Wolle, Wolfsburg aus Pappe, Ameisenfussball und Gute Nacht. Verena Issel kultiviert die gesamte Galerie mit ihrem Environment "Wege, Acker, Garten, Schutt". Unverkrampft kombiniert die Collage-Fachfrau Fundstücke, z.B. aus dem Künstlermüll der HfBK Hamburg, zu allumfassenden Werkgebinden. Ihr umfangreicher Materialfundus erweitert sich in den Raum, womit der Betrachter mitten in den Werkansatz gerät. Die Ästhetik wirkt dabei rudimentär, als ob jemand etwas "Ursprüngliches" versucht, denn der Zugang zur Welt kann einem heute bisweilen verdeckt vorkommen. Darum muss gespielt werden, mit Bedeutungszuweisungen, Assoziationen und Interpretations-Sackgassen. Man täusche sich nicht: Die scheinbar spontane Einfachheit des materialen Reichtums der Verena Issel birgt systematische Geheimnisse und will bedachtsam wahrgenommen werden, sonst entgeht einem, bei all der herrlich "armen" Poesie, der offensichtliche Hintersinn...

Abbildung: Reisepalme, Sitzpalme, Instantpalme (Wegwerfpalme)/ Detail aus der Installation: "Traurige Tropen", ca. 4m x 4m x 2,5m, verschiedene Materialien, 2009.

 

Verena Issel
Wege, Acker, Garten, Schutt
11.09.10  -  24.10.10

Die Ausstellung "Der Mensch als Zeichen" zeigt eine installative Anordnung als Möglichkeit einer Herleitung der Suche des Menschen nach Identität und Identifikation "seiner" Welt.

Die Ausstellungsarchitektur bildet einen gedachten Geschichtskreis, welcher um ein sarkophagähnliches Objekt angelegt ist. Den Anfang machen dabei Kopien des Lebensgrundmaterials Fleisch und eine "Urform", welche in den Objekten der gesamten Ausstellung immer wieder aufgenommen wird.

Im Verlauf des Geschichtskreises folgen Überlegungen zu Besitz und Eigentum. Verkörpert werden diese unter anderem durch lebendige Ziegen, welche an eine Wand der Galerie angebunden sind. Ziegen gelten nicht nur als die ersten domestizierten Tiere überhaupt, sondern gehören auch zu den ersten Opfergaben der Menschheit.

Mit Objekten zu Liturgie und Aberglaube vom Künstler "Neoikonosphie" genannt und Objekten zum Feld der Wissenschaften findet der Geschichtskreis seinen Weg in die Wissensgesellschaft. Er endet schließlich mit "Entkopplungen" aus dem "Transentivismus", einer kunstphilosophischen Theorie zur Neukonstruktion des uns Umgebenden; vielleicht eine Möglichkeit zum Ausstieg aus einer tradiert kollektiven Identifikation bzw. dem den Menschen eigenen Streben danach.

Abbildung: Mika Neu: Urform nach Vorform - Teil der Installation "Pneuma/Konsolidation, 2010, 50x80 cm, Acryl, Farbspray auf Spiegelglas

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mika Neu
Der Mensch als Zeichen - Neoikonosophie Pansemiotik Transentivismus
03.06.10  -  23.07.10

Mit der Ausstellung OHNE ZEICHNUNG IST NICHTS UND ZWAR FÜR KEINEN will die Galerie Melike Bilir beweisen, dass die Zeichnung alles andere und viel mehr als eine nur vorgeordnete Disziplin ist. Dazu sind die für diese Ausstellung ausgewählten Künstler hervorragend geeignet: Die Zeichnung spielt bei jedem von ihnen eine unentbehrliche Rolle im Leben, ohne dabei nur biografisch konnotiert zu sein. Für die Künstler selbst wäre also ohne Zeichnung nichts, aber auch für alle anderen nicht. Denn diese künstlerische Disziplin legt die Welt nicht nur aus, sondern erfindet sie regelrecht in ihren verschiedenen Erscheinungsformen. Dabei kann es grundlegend und spontan, ernst und albern, eitel und selbstlos zugehen. Wenn man sich fragt, was ohne Zeichnung übrig bliebe, wovon "man" ohne Zeichnung etwas wissen könnte, wenn man alle möglichen konstruktiven oder poetischen Tätigkeiten wie Wissenschaft, Architektur, Medizin, Musik und bildende Kunst genau betrachtet, so kommt man tatsächlich zu dem Schluss, dass ohne Zeichnung, mindestens für den Menschen, gar nichts wäre.

ALEKSANDAR KOLENC / GÜNTHER ROST / ANDREA TIPPEL / JAN VOSS
OHNE ZEICHNUNG IST NICHTS UND ZWAR FÜR KEINEN
10.04.10  -  21.05.10
Hector Kirschtal
EGGY WAX
20.02.10  -  26.03.10

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