Ruth Sachse

In der Kleinen Reichenstraße 1, Hamburg zeigt Claudia Hoffmann vom 07. bis 13. Juni neue Arbeiten.

 

Zum Empfang am Donnerstag, 08. Juni ab 19 Uhr sind Sie herzlich eingeladen.

 

Alle Informationen und Öffnungszeiten unter 0171 - 6442703

 

 

 

 

Abb.: Claudia Hoffmann, SEED HEAD, 2016, Mischtechnik auf Bütten, 120 x 90 cm

Claudia Hoffmann
Claudia Hoffmann
07.06.17  -  13.06.17

Die Ausstellung in der Kleinen Reichenstraße 1, 20457 Hamburg, präsentiert neue Arbeiten von Peter Riek.

 

Zum Empfang sind Sie herzlich eingeladen:

Donnerstag, 27. April 2017 um 19 Uhr

 

Wir freuen uns auf Sie!

 

 

 

 

Abb.: Peter Riek, "Aff", 1995/2017, Ölpastellkreide auf Papier, 45 x 62 cm

Peter Riek
Peter Riek
26.04.17  -  03.05.17

Florian Borkenhagen zeigt neue Arbeiten

 

Sie sind herzlich zum Empfang in der Ausstellung eingeladen:

Donnerstag, 6. April um 19 Uhr

Kleine Reichenstraße 1, 20457 Hamburg

 

 

 

 

 

Abb.: Florian Borkenhagen, versteckte Botschaften, 2016, Fotografie

Florian Borkenhagen
Versteckte Botschaften
07.04.17  -  13.04.17

In der Kleinen Reichenstraße 1, Hamburg zeigt Vanessa von Wendt vom 24. bis 28. Februar neue Arbeiten.

 

Zur Vernissage am Donnerstag, 23. Februar von 19 bis 21 Uhr sind Sie herzlich eingeladen.

 

 

 

 

 

Abb.: Vanessa von Wendt, Alles gut IV, 162 x 114 cm, Acryl auf Leinwand, 2016

Vanessa von Wendt
Vanessa von Wendt
24.02.17  -  28.02.17

Bastian Raiss zeigt vom 30. Dezember 2016 bis 05. Januar 2017 neue Arbeiten in der Kleinen Reichenstraße 1, Hamburg

 

 

 

 

Abb.: Feng-Shui Schlafgemach, 2014, Acryl/Leinwand, 85 x 70 cm

Bastian Raiss
30.12.16  -  05.01.17

Die 3 Galerien der Kleinen Reichenstraße 1, Galerie Carolyn Heinz, Cristine Janssen Galerie und Ruth Sachse laden Sie herzlich ein zu ihrer letzten gemeinsamen Ausstellung in diesem Jahr:

 

Das Runde und das Eckige am Baum

Eröffnung: 14. Dezember 2016 ab 18 Uhr

15. -18. Dezember

Do-So 12-18 Uhr

Kleine Reichenstraße 1, 20457 Hamburg

 

Unsere Künstler haben Weihnachtskugeln für Sie gestaltet und kleine Formate ausgewählt.

Das Runde und das Eckige am Baum
15.12.16  -  18.12.16

Wolf von Waldow präsentiert vom 18. November bis 24. November 2016 neue Arbeiten in Berlin Mitte, Schröderstraße 3

Sie sind am 18. November ab 19.00 Uhr herzlich zur Eröffnung eingeladen.

 

 

 

 

 

Abb.: Wolf von Waldow, Narrativ 1, 2016, 120 x 100 cm, Stahl, lasergeschnitten

Wolf von Waldow
NARRATIVE
18.11.16  -  24.11.16

In der Kleinen Reichenstraße 1, Hamburg zeigt Wolf von Waldow vom 6. Dezember bis 12. Dezember neue Arbeiten.

Sie sind herzlich zum Empfang am 8. Dezember 2016 ab 19 Uhr eingeladen.

 

 

 

 

 

Abb.: Wolf von Waldow, Narrativ 1, 2016, 120 x 100 cm, Stahl, lasergeschnitten

Wolf von Waldow
NARRATIVE
06.12.16  -  12.12.16

Herbert Lammers zeigt vom 24. Oktober bis 01. November 2016 neue Arbeiten in der Schröderstr. 3, Berlin Mitte

Sie sind am 27. Oktober ab 19.00 Uhr herzlich zum Empfang eingeladen. ...

 

 

 

 

 

Abb.: Herbert Lammers, Silbergrau_Weinglas, 2016, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Herbert Lammers
Neue Arbeiten
24.10.16  -  01.11.16

Martin Praska zeigt vom 06. bis 13. Oktober neue Arbeiten in Hamburg, Kleine Reichenstraße 1.

Am 11. Oktober sind Sie herzlich ab 19.00 Uhr zum Empfang geladen. ...

 

 

 

 

Abb.: Martin Praska, Wie ein Ast aussieht und wie nicht, 2016, 120 x 150 cm, Acryl/Öl auf Leinwand

Martin Praska
Neue Arbeiten
06.10.16  -  13.10.16

Drei Galerien stellen sich vor. Sie werden temporär die Räume in der Kleinen Reichenstr. 1, 20457 Hamburg bespielen.

Am 9.9.2016 werden Carolyn Heinz, Cristine Janssen und Ruth Sachse ihr Programm ab 18.00 Uhr exemplarisch vorstellen.

Inbetriebnahme
09.09.16  -  17.09.16

Abb. Martin Praska, Dschungel Camp,  2016, Öl, Acryl/Segeltuch, 150 x 180 cm

Martin Praska wird im September in Berlin in der Schröderstr. 3 neue Arbeiten präsentieren. Informationen zeitnah hier oder nach Abfrage.

Martin Praska
Dschungel Camp
09.09.16  -  17.09.16

Abb. Bastian Rais, we have a right to know, 2015, Acryl auf Leinwand, 90 x 110 cm

Zur Eröffnung sind Sie am 4.September ab 19.00 Uhr herzlich eingeladen in die Schröderstr. 3, 10115 Berlin Mitte

Bastian Raiss
We have a right to know
04.08.16  -  13.08.16

Vanessa von Wendt Atelieransicht 2016

Vanessa von Wendt in der Schröderstr. 3, Berlin Mitte

Vanessa von Wendt
Neue Bilder
08.06.16  -  15.06.16

Abb. Peter Riek, Straßenzeichnung, Siebdruck, 2014

 

Die Ausstellung ist zu sehen im

Berenberg Gossler Haus

Niendorfer Kirchenweg 17,  22459 Hamburg


Öffnungszeiten:  Mo. - Fr. 10.00 - 13.00 Uhr,  Mo. - Do. 15.00 - 18.00 Uhr

Einschränkungen durch laufende Kurse oder Veranstaltungen möglich.  

Peter Riek
Nachrichten aus der Stille
15.11.14  -  16.01.15

Abb. Marnie Moldenhauer, Kohlmeisen, 2014, Tapetenscherenschnitt

 

Eröffnung am 22. August 2014 19.00 - 21.00 Uhr

Die Ausstellung ist zu sehen im

Berenberg Gossler Haus

Niendorfer Kirchenweg 17,  22459 Hamburg


Öffnungszeiten:  Mo. - Fr. 10.00 - 13.00 Uhr,  Mo. - Do. 15.00 - 18.00 Uhr

Einschränkungen durch laufende Kurse oder Veranstaltungen möglich.  

Marnie Moldenhauer
"ES IST NICHT SO, WIE DU DENKST"
22.08.14  -  25.10.14

"Light Yellow", 2014, Wasserfarbe und Grafit auf Papier, 40 x 40 cm

Temporäre Ausstellung im Sprinkenhof, Burchardstraße 14, 20095 Hamburg

Öffnungszeiten: Di-Fr 11 bis 18 Uhr, Sa + So 14 bis 18 Uhr

 

Artist Statement

Small Universes

Our ability to analyze a single image, to interpret and understand it, or to find meaning within it, is fading. Everyone has a camera, everyone has a website, nothing is private. Every image is followed immediately by another and then another. We are increasingly told what we can see and why it matters. Detail, texture and the time to find deeper or layered meaning is becoming lost. We can look harder.

In my recent paintings, I attempt to transform modest, often discarded ephemeral and inconsequential man-made materials, to find a simple truth. These fragments and objects seem to me to have a beauty or potential, beyond the obvious and by adding marks or space, I attempt to create a new meaning from the relationship between them. Sometimes the result is quiet and modest, or perhaps grandiose and ‘universal’.

With the prints, I have played upon the authenticity of the photograph and the strange beauty of landscape. The images are altered and this time make a huge leap of faith, that is more suggestive than concrete.  

Recently, an amazing book, ‘Gorgeous Nothings’, * about the 19th century American poet, Emily Dickinson, has been a thrilling new inspiration. It encapsulates a new visual as well as literary interpretation of Emily Dickinson’s work, which relates to many themes that run through these new pieces.  

Tim Hadfield
It`s good to see
27.03.14  -  05.04.14

"Spaziergänger" (2013) Öl auf Leinen  90 x 120cm

 

Die Ausstellung mit neuen Arbeiten von Matthias Oppermann ist zu sehen im Berenberg-Gossler-Haus am Niendorfer Kirchenweg 17.

 

Matthias Oppermann
Landschaften und mehr
17.01.13  -  14.03.14

Anja Grosse, 2011, Acryl auf Leinwand, 120 x 160 cm

 

Zu sehen im Bürgerhaus in Niendorf e.V.

Niendorfer Kirchenweg 17

22459 Hamburg

Öffnungszeiten:

Mo.-Fr. 10.00 - 13.00 Uhr

Mo.-Fr. 15.00 - 18.00 Uhr

Anja Grosse
Landschaften für einen Freund
08.11.13  -  22.02.14

Simon Waßermann, Würdenträger, 2013, Rohstahl (Blechstärke 3 mm), gelasert, gewachst, Edition 15, 71 x 45 cm

 

Zur Eröffnung am 30. August 2013, 18.00 - 22.00 Uhr sind Sie herzlich eingeladen in das temporäre Galeriehaus Sprinkenhof, Burchardstr. 14, 4. Stock.

5 Galerien präsentieren 5 künstlerische Positionen.

Am 1. September stehen die Künstler von 14.00 - 17.00 Uhr zu Gesprächen zur Verfügung.

Gruppenausstellung mit Arbeiten von Simon Waßermann
UP, UP AND AWAY!
31.08.13  -  15.09.13

Der Maler am Polarkreis, 1999, 60 x 80 cm, Acryl auf Leinwand

 

Zur Eröffnung am 10.05.2013 19.00 Uhr sind Sie herzlich eingeladen ins BERENBERG-GOSSLER-HAUS am Niendorfer Kirchenweg 17

Heinrich Schilinzky
Schöne Aussichten
11.05.13  -  28.06.13

Nemocón heißt das Kunstwerk, das 2012 im Rahmen des durch Ruth Sachse durchgeführten Wettbewerbes  Kunst am Bau  Tesdorpfstr. 8 (SAP Gebäude) von der Jury prämiert und dann 2013 vom Bauherrn zur Realisierung ausgewählt wurde. Am 17.04. wurde es vorgestellt.  Der aus Columbien stammende Künstler hat seiner Wandarbeit den Namen eines in etwa 2.700 Meter Höhe gelegenen Salzminen-Ortes gegeben, der rund 65 km von Bogota entfernt ist. In seiner Kindheit hat er dort oft gespielt und mit dem Luftgewehr herumgeballert eine Erinnerung, die den Künstler mit dazu gebracht hat, die wilde Energie von Schüssen in Ton aufzufangen. Doch es ist auch nicht unwichtig, dass der Name der kolonialen Kleinstadt aus der Sprache der Ureinwohner kommt und etwa "das Klagen des Kriegers" bedeutet. Denn Nemocón war vor der spanischen Eroberung ein Versammlungs- und Begräbnisplatz der Muisca an dem sie ihre gottgleichen Führer beweinten. So gibt es zwischen Spiel und Politik, Krieg und Ökonomie etliche Assoziationen zu dieser keramischen Wandgestaltung.  Hoch ästhetisch im Kontrast von schwarzem Ton und Edelstahl, ist sie im Detail schrundig wie die Oberfläche fremder Sterne. Es ist die Kraft der im weichen Ton gebremsten Projektile, die solche Formen generiert. Die Spur eines rasend schnellen Vorgangs wird für die Dauer dokumentiert, gebrannt und gerahmt. Das wüste Material wird strikt geometrisch geordnet, in ein dreieckig-strahlenförmiges Raster gebracht. So wird rohe Gewalt in eine Form überführt, möglicher Schrecken gefasst und ornamental zivilisiert. Der Zufall wird durch Regeln gebändigt und in eine Gestaltung überführt.  In der Kunstproduktion sind eigentlich destruktive Aktionen spätestens seit Lucio Fontana bekannt: Er begann 1949/50 in Italien, physisch reale Dreidimensionalität eines Bildes durch das Aufschlitzen der benutzten Leinwand zu erzeugen. Zeitgleich kamen in Japan die Künstler der "Gutai"-Bewegung zu ähnlichen Ergebnissen. Ein Interesse an der Form der Verletzung bezeugt aber schon die Darstellung des "ungläubigen Thomas". Statt blind zu glauben oder sich abzuwenden, legt er forschend den Finger in die Seitenwunde Christi Caravaggio hat das 1602 dramatisch gemalt.  Auch wenn es den Betrachtern freigestellt ist, den rein formalen Reiz dieser ungegenständlichen Kunst zu genießen, lassen sich an den Herstellungsprozess in einem performativen Akt, an die Künstlerbiographie und den damit zusammenhängenden Titel mehr als südamerikanische Erzählungen binden. Im weitesten Sinne geht es darum, sich den Zufall dienstbar zu machen, dem Ungestalten eine Form zu geben und die Strategien des Militärischen im zivilen Alltag und in der Wirtschaft zu nutzen. So ist diese Arbeit an dieser Stelle deutlich mehr als ein Zufallstreffer.(Text: Hajo Schiff, Kunstmittler Hamburg)

 

Nicolás Osorno
Nemocón
17.04.13  -  17.04.13

Vanessa von Wendt, Mesokosmos, 2013, 30 x 40 cm, Acryl auf Leinwand

 

Die Ausstellung ist zu sehen im Rahmen des Saisonstarts Hamburger Galerien im Kontorhausviertel - Burchardstr. 14, 3. Stock, 20095 Hamburg, M. 0171-6442703

Vanessa von Wendt
Arbeiten 2012/13
22.03.13  -  30.03.13

Anja Grosse, Turbulenzen, 2010, Acryl auf Leinwand, 9ß x 120 cm

 

Die Ausstellung ist zu sehen im Rahmen des Saisonstarts Hamburger Galerien im Kontorhausviertel - Burchardstr. 14, 3. Stock, 20095 Hamburg, M. 0171-6442703

Anja Grosse
Ausgewählte neue Arbeiten
22.03.13  -  30.03.13

BRIDGET 2 Am Rande der Vernunft

 

Eröffnung am Freitag, 26. Oktober 2012, 19 - 24 Uhr

 

Öffnungszeiten:

An den Sonntagen von 13 - 18 Uhr

Montag bis Sonnabend von 12 - 19 Uhr

Veranstaltunsort: Große Bleichen 34, Hamburg

 

Im Frühsommer 2012 konnte man unter dem Titel "BRIDGET Am Rande der Vernunft" über eine Woche lang künstlerische Arbeiten aus den Bereichen Video, Malerei und Bildhauerei bestaunen. Warum nicht fortsetzen, das allen Beteiligten Spaß gemacht hat - sowohl Publikum, als auch Machern.  BRIDGET 2 Am Rande der Vernunft  ist daher der zweite Teil einer Verkaufsausstellung,  für die sich, in leicht veränderter Besetzung, sechs Hamburger Galerien zusammentun und jeweils einen der bei ihnen vertretenen Künstler ausstellen.

In diesem Herbst hat sich die Gruppe eine 380 qm große  Rohbaufläche in Hamburgs feinster Innenstadtlage in den Großen Bleichen 34 ausgesucht. Unter dieser Adresse fand man über Jahrzehnte den Kunstsalon Louis Bock & Sohn.

Heute werden an diesem Ort sechs zeitgenössische Positionen gezeigt, die von Medientapisserien, Aquarellen, über Bleistift- und  Tuschezeichnungen, bis hin  zu Malerei reichen. Ein reizvolles Experiment an einem außergewöhnlichen Ort.

 

 

 

 

 

 

Galerie Carolyn Heinz präsentiert

Margret Eicher, Digitale Tapisserien

 

Galerie Renate Kammer präsentiert

Klaus Kumrow, Aquarelle

 

Galerie Kramer Fine Art präsentiert

Patricia Huck, Zeichnung

 

Feinkunst Krüger präsentiert

Gosia Machon, Tusche auf Papier

 

Ruth Sachse I Kunst der Gegenwart präsentiert

Martin Praska, Malerei

 

Niklas Schechinger Fine Art präsentiert

Lisa Herfeldt, Wandobjekte zwischen Malerei und Konzept

 

 

Über die Künstler

 

Margret Eicher

 

Margret Eicher erarbeitet ihre großformatigen Tapisserien als digitale Montagen aus vorgefundenem medialem Bildmaterial, in dem sie die Muster trivialer Bildsprache untersucht. Die Motive zeigen figurative Szenen von    typisierender Gültigkeit und gleichzeitig flüchtiger Trivialität. Im Zitat der höfischen Tapisserie als Kommunikationsmedium geht es um die allgegenwärtige Macht der Bilder über unser Meinen, Fühlen, Wollen. // 1955 geboren in Viersen, Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, lebt und arbeitet in Ladenburg.

 

Lisa Herfeldt

 

Die von Lisa Herfeldt gezeigten Wandobjekte bewegen sich im Grenzbereich von Malerei und Konzept. Es handelt sich dabei um historische Filmplakate, aus welchen durch fast vollflächige Übermalung verborgene Informationen und Strukturen herauskristallisiert wurden. Die für sie typische klare Farb- und Formensprache kontrastiert dabei mit der Rätselhaftigkeit der Motive. // 1976 in München geboren, Studium Illustration an der HAW Hamburg. Lisa Herfeldt lebt und arbeitet in Berlin.

 

 Patricia Huck

 

Die abgebildete Ereignislosigkeit der Zeichnungen scheint bei erster Betrachtung banal. Schaut man genauer hin, wendet sich diese Ereignislosigkeit aber zumzeichnerischen  Versuch, von den Widrigkeiten  und Widersprüchen  des Lebens zu erzählen, die für unser „Mensch sein “ nicht nur entscheidend, sondern mit denen wir unausweichlich konfrontiert sind. Ob hierbei Geschichten von Tragik und Zufall, oder Geschichten von Komik und Schicksal erzählt werden, kann man sehen, wie man will. // 1982 geboren in Bremen. Studium der Freien Kunst an der HfBK Hamburg bei Achim Hoops und Dr. Chup Friemert. Huck lebt und arbeitet als Freie Künstlerin in Hamburg

 

 

Klaus Kumrow

 

Kumrow, der 1987 als jüngster Teilnehmer zur documenta VIII eingeladen war, gehörte zu den renommiertesten deutschen Künstlern. Gezeigt werden bei BRIDGET 2 seine kraftvollen Aquarelle, die einen engen Bezug zu seinen skulpturalen Arbeiten aufweisen.    // Klaus Kumrow,1959 in Hannover geboren, studierte von 1980 -1984 an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Er starb 2010 in Hamburg.

 Gosia Machon

 

In einer neuen Serie zeigt Gosia Machon Malereien auf Papier, welche wie Fragmente und Einzelstücke eines Museums anmuten.  Die Grenze zwischen wissenschaftlichem Archiv, musealen Kunstobjekten und einer privaten Sammlung wird hier bewusst verwischt, ähnlich wie in einer Kollektion ethnologischer Objekte.  Die teils detailreichen Bilder stehen im Kontrast zu der einfachen Darstellung von Gegenständen, die einem selbst in der Nah-Aufnahme fraglich erscheinen.  Sie sollen jedoch nicht entschlüsselt werden, sie möchten dastehen, als das was sie sind: inszenierte Objekte, die einzig durch ihre Schönheit, ihr Dasein und ihre Hässlichkeit anmuten. //geboren 1979 in Polen, lebt und arbeitet in Hamburg, diverse Arbeitsaufenthalte im Ausland, u.a. Istanbul und Tel Aviv, rege Ausstellungsbeteiligung im In- und Ausland. Sie arbeitet im Bereich Malerei, Zeichnung und Buch und beschäftigt sich in umfangreichen Bildserien mit inszenierten Räumen, wie z.B. Gärten, Hotels, Bühnen und Museen.

 

 

Martin Praska

 

„Nicht, dass ich jemandem dafür eine besondere Veranlassung unterstellte! Aber es kann ja nicht schaden, bei allem, was wir schon mitgemacht haben und bei allem, was uns noch bevorsteht, prophylaktisch gewissermaßen ein malerisches Antidepressivum zu verabreichen. Ich male lustige Bilder, und ich verstehe keinen Spaß dabei. Wie das passieren kann, erscheint zwar nicht so offensichtlich, ist aber deswegen umso spannender. Und ich freue mich, wenn sich ein paar Connaisseure finden, die das Lustige mit dem Lustvollen zu verbinden wissen und die Dinge ernst nehmen: Nippesfiguren, Sonnenbrillen und eine hochprozentige Frauenquote. “ Martin Praska // 1963 in Wiesloch bei Heidelberg geboren, 1985-1990 Studium an der Akademie der bildenden Künste, Wien.

 

Martin Praska
Bridget 2 - Am Rande der Vernunft
26.10.12  -  04.11.12

Martin Praska im InterviewJohanna Hofleitner Warum malst du?Weil ich nichts anderes gelernt habe. (Lacht.)Was reizt dich an der Malerei?Die Malerei ist ein sehr unmittelbares und einfaches Medium. Ich brauche dafür nicht mehr als Pinsel, Farbe und einen Malgrund. Kein großes Equipment. Ich kann relativ schnell, einfach und ohne großen Aufwand Kunst machen. Auch haben mich Bilder immer interessiert. So sehr, dass ich selbst welche produzieren wollte. Die einfachste Art, Bilder zu produzieren, ist die Malerei. Sie ist, rein technisch gesehen, noch leichter als die Fotografie.Ermöglicht die Malerei Freiräume gegenüber der Fotografie?Ja, alle Tricks der Fotografie kann man genauso in der Malerei machen plus zusätzliche! Die Fotografie lässt sich in den Malprozess wunderbar integrieren. Umgekehrt ist das schon schwieriger. Bei der Produktion von Bildern kommt einerseits immer auch die Fantasie zum Tragen. Andererseits aber geht es auch um die Entscheidung für Themen. Welche Impulse spielen für dich die größere Rolle?Man hat eine Sehnsucht nach einem gewissen Bild und will bestimmte Dinge gerne sehen. Wenn ich diese Dinge nirgends sehen kann, dann schaffe ich sie mir. Das versuche ich zumindest.Ein interessanter Gedankengang! Mir kommt vor, als gelte dieser Ansatz, sich die Bilder des Begehrens selbst zu schaffen, um so mehr noch für diese neuen Arbeiten von dir. Wie ein roter Faden vom ewigen Thema des "Bildes der Frau" durchzogen und zwar aus einer bekennend maskulinen Sicht?Ja, sicher. Zugleich aber ist das vom Thema auch ganz unabhängig. Ein Landschaftsmaler ist erst mal ein leidenschaftlicher Liebhaber von Landschaften. Die versucht er dann zu visualisieren. Er sitzt vielleicht gerade im trüben Wien, darüber die Dunstglocke, Hochnebel. Er sieht nicht viel weiter als bis zur nächsten Straßenkreuzung und stellt sich vor, wie der letzte Urlaub war. Palmen, Meer, blauer Himmel und so weiter. Das kann man dann sehr schnell malen, wohin gegen man mit dem Fotoapparat nicht sehr weit käme, weil es hier weit und breit kein Meer gibt. Da ich nun alles Mögliche malen kann, kann ich natürlich auch Frauen malen. Warum nicht? Wenn ich also die weibliche Schönheit im Sinn habe und das passiert einem heterosexuellen Mann ja gelegentlich dann male ich sie mir eben von der Seele. So simpel ist der künstlerische Auslösemechanismus seit der Venus von Willendorf. Malerei als Fetisch? Als Fetisch und als Ersatzhandlung.Hieße das, auf die Malerei bezogen, dass ein reeller Zusammenhang zwischen Inspirationen und Begehren besteht?Ja, das ist das eine. Aber dazu kommt dann auch das künstlerische Moment. Was mache ich, um ein zunächst vielleicht banales Thema, das mich in irgendeiner Weise bedrängt, zu sublimieren, zu verfremden und ihm seine Unmittelbarkeit zu nehmen?Was bedrängt dich, wenn du an den Urlaub denkst?Die Sehnsucht nach einer Landschaft zum Beispiel. Wenn ich sie male, bleibe ich diesem Gefühl verhaftet. Es wird fürs erste dadurch nicht leichter, dass ich sie visualisiere. Der nächste Schritt ist dann die Kunst, das ist, sich wieder davon zu befreien. Deshalb hinterfrage ich die Landschaft und alle damit verbundene Sentimentalität. Welche Wichtigkeit nimmt diese Landschaft für mich ein? Oder ein bestimmtes Interieur … Oder eine bestimmte Frau … Soll man sich einem Sinneseindruck vollkommen ausliefern? Oder gibt es Gegenstimmen? Ich setze der vermeintlichen Eindeutigkeit gerne etwas entgegen, was das Thema konterkariert.Denkst du dabei in irgendeiner Weise auch an den Betrachter, oder geht der außen vor?Ich denke natürlich auch an den Betrachter. Dabei stelle ich wie jeder Künstler das gerne zur Schau, was ich mache und was mir eben durch den Kopf geht. Doch will da ich als ertappter Voyeur nicht blöd stehen bleiben. Ich gebe es ja zu, finde mich damit aber nicht ab und versuche aus diesen Affekten herauszukommen.Als Künstler hast du ein Repertoire an Möglichkeiten, um die Affekte nicht nur zu thematisieren, sondern auch zu visualisieren. Könnte man sagen, dass du auf diese Weise Bedürfnisse, Sehnsüchte und ein emotionell-visuelles Begehren, die in der Kultur und der Gesellschaft stecken, interpretierst und damit auch als eine Art durchlässiges Medium fungierst?Ganz sicher sogar. Man wird in unserer Gesellschaft ständig mit Bildern bombardiert sowohl durch die Realität als auch durch die Virtualität. Die Massenmedien feuern ständig Bilder auf einen ab. Wie soll man damit umgehen? Es gibt verschiedene Strategien. Als Künstler habe ich die Möglichkeit, diese Bilder in mein Schaffen zu integrieren, abzuarbeiten, um sie danach wieder loszuwerden und befreit zur Seite zu legen. So mache ich aus den pornografischen Bildern, die mir allerorten entgegen springen, etwas, was Kunst ist und keine Pornografie mehr. Pornografie ist dann nur noch ein Material, ein Ausgangsmaterial wie etwa der Früchtekorb für ein Stillleben.Wenn du Pornografie sagst, an welche Art von Bildern denkst du dabei?Jedes Bild, das sexuell stimulieren will, ist Pornografie. Angefangen von Werbung über Fernsehmagazine bis hin zu Autozeitschriften. Überall wird der Kaufreiz als sexuelle Stimulanz formuliert. Dabei ist Pornografie nicht unbedingt die Darstellung von Nacktheit oder sexuellen Handlungen an sich. Das muss ja nicht unbedingt stimulierend gemeint sein denk nur an ein Schulbuch aus dem Sexualkundeunterricht oder an den letzten Saunabesuch! Aber natürlich soll man vielerorts stimuliert werden wozu auch immer. In diesem Sinn ist unsere Medien- und Konsumgesellschaft durch und durch sexualisiert und besteht zum großen Teil aus blanker Pornografie. Ich begegne dieser Tatsache aber nicht mit Verleugnung und neuer Prüderie, sondern mit Ironie und Sublimierung.Abgesehen von der Erinnerungs- und Fantasiefunktion, sind Bilder immer auch ein Resultat einer Bilderflut. Beschränkt sich dieses Angebot für dich auf Bilder mit kommerziellem Hintergrund?Nun ja, die Werbung ist doch auch wieder nur ein Teilaspekt unserer Wirklichkeit, insofern sie etwas widerspiegelt, was tatsächlich auf der Straße so stattfindet. Denn die Frauen ziehen sich so an, wie sie es im Magazin sehen und das Magazin wiederum stellt es auch nur so dar, wie man es auf der Straße zu sehen erwartet. Da gibt es also eine Wechselwirkung. Natürlich macht es einen Unterschied, ob ich auf der Wiener Kärntner Straße spazieren gehe oder in Ost-Anatolien ...Warum bringst du gerade Anatolien ins Spiel?Weil ich schon einmal dort war und weiß, dass es eine sehr karge Landschaft ist mit wenigen Menschen, die recht verhüllt durch die Gegend gehen.Dein Blick ist dennoch ein westlicher geblieben.Tja, weil ich hier lebe. Ich kann der Wiener Innenstadt nicht entfliehen.Der Maler, der Filter, durch den die Wiener Innenstadt rinnt?… und heraus kommt ein Mysterium. Etwas anmaßend könnte ich behaupten, ich stecke Trivialität und Alltäglichkeit hinein und hole die heilige Margarete heraus. Die Außenwelt erfährt auf diese Weise eine Transzendierung etwas Mystisches, eine Erhöhung so wie die schöne Frau durch den Katholizismus hindurchmarschiert und als Madonna wieder herauskommt, zur Heiligkeit erstarrt und unberührbar wird. Wenn man in Italien von einer Kirche zur anderen spaziert, trifft man auf lauter Mannequins in blauen Mänteln mit Heiligenschein. Das hat man seit der Renaissance so gemacht: Eine schöne Frau gemalt und als Madonna bemäntelt. Das Problem, eine attraktive junge Frau darzustellen und gleichzeitig sein Begehren zu verschleiern, kann man lösen, indem man sie zu einer Heiligen macht.Sind die Heiligen von heute die Pin-Ups?Die Heiligen von heute werden genauso als Ikonen stilisiert wie früher. Vielleicht sind sie Dessousmodels, halb- oder ganz nackt, aber genauso unberührbar mit dem Unterschied, dass die artifizielle Ästhetik der Fotografie und der verklärte Blick der Models den blauen Mantel ersetzen.Was nun die Heiligen deiner Bilder betrifft, greifst du allerdings nicht direkt auf Models und Starlets zurück, sondern ironisierst vielmehr deren Rollenspiel. Anstatt auf Individualität hinzuarbeiten, unterstreichst du weibliche Attribute klischeehaft.Wenn ich eine Frau male, soll sie auch als solche zu erkennen sein. Das Frauenbild, wie es die Medien heute vermitteln, schwingt exemplarisch zwischen Pin-Ups und Ikonen. Das eine ist ein Bild, das man verschämt in einen Spind hineinhängt, das andere eines, das man andachtsvoll in einen Altar integriert. Also da die verehrte Heilige, dort die begehrte Hure. Wir spielen mit Klischees und Polaritäten, um unsere eigene Position immer wieder neu zu bestimmen. Die Männerrolle oszilliert zwischen Krieger und Familienvater. Aber manchmal ist auch er eine Hure, seltener ein Heiliger. Wir sind verstrickt in ein permanentes Rollenspiel.Ergibt sich aus diesen Rollen auch die Position, aus der du als Künstler agierst?Unsere Rollen wurden in der menschlichen Urgeschichte geschrieben. Im Tagesverlauf der Anthropologie blitzen in den letzten Sekunden vor Mitternacht Zivilisation, Kultur und Demokratie auf. Davor waren wir im Wesentlichen Affen. Das prägt. Die Schimpansen sind aggressiv, die Schimpansinnen präsentieren ihren rosa Hintern. Daran hat sich beim Menschen nichts Grundlegendes geändert. Und weil ich als Künstler mehr an der Schönheit interessiert bin als an der Kriegführung, male ich lieber Frauen als Männer. Ich bin nicht Soziologe, sondern Ästhet.Was unterscheidet den Maler vom Soziologen?Der Maler ist kein rein analytischer Mensch, sondern er ist sich durchaus bewusst, dass er Affekten unterworfen ist und diese Affekte in der Kunst auch auslebt dass er aber diese Affekte darin auch wieder sublimieren kann und muss, während der Wissenschaftler von vornherein danach trachtet, jede Subjektivität auszuschalten.Aber will man nicht als Maler auch etwas Bestimmtes formulieren? Und jemanden zu erreichen, über die reine Selbstbetrachtung hinaus?Die Frage ist, welche Strategie man dazu anwendet. Das einzige Mittel, das mir adäquat erscheint, ist die Ästhetik. Das Bild soll gefallen, gar keine Frage. Allerdings interessiert dabei den Künstler die Schönheit, die als solche schon lang allgemein akzeptiert ist, gar nicht. Er will immer einen Schritt weiter gehen. Er sucht nach der Schönheit an ungewöhnlichen, noch unentdeckten, vielleicht sogar unschönen Orten. Am Ende hat er womöglich ein ganz wüstes Bild gefunden, das aber seine Reize umso mehr noch entfalten kann.Das zielt aber auch darauf hin, dass das Bild mehr ist als die Abbildung von schönen Dingen. Womit wir zu den malerischen Qualitäten kommen.Ja, ein naturalistisches Abbild wird plötzlich eingebunden in einen abstrakten, ornamentalen Zusammenhang. Und damit kippt plötzlich das Naturalistische selbst ins Abstrakte. Ein Bildmechanismus geht in einen anderen über. Ich komme von der sinnvollen Darstellung weg zu einer Sinnhaftigkeit per se. Nicht mehr das Dargestellte, sondern das Bild ist Wirklichkeit geworden.Eine Strategie deiner Bilder ist, dass du diesen Naturalismus durchkreuzt und verschiedene bildhafte Elemente und Zitate einbaust.Wobei ich selber auch aus der Malerei heraus zitiere aus verschiedensten Strömungen der Malerei, vom realistischen Geschichtenerzählen über Dadaismus, Popart, Fluxus, Expressionismus und natürlich auch aus dem abstrakten Expressionismus als traditionellem Gegenspieler der figurativen Malerei.Hast du dabei Stil-Präferenzen? Schlägst du dich auf eine bestimmte Seite mehr als auf andere?Nein, gar nicht. Der blanke Naturalismus ist für mich, auch wenn er jetzt wieder in Mode ist, genauso platt wie der nackte Expressionismus. Beides war schon da, ist ausformuliert worden, also muss ich es nicht wiederkäuen. Aber ich kann natürlich die Ergebnisse, die uns die Kunstgeschichte liefert, neu vermengen und etwas Neues daraus machen. Ich bin ständig auf der Suche nach Neuem. Die Frage ist, wie finde ich es? Beim Ausmisten und Aufmischen von Altem.Ist es dir dabei wichtig, gewisse Strategien aufzugreifen und zu zitieren: die dadaistische, die poppige et cetera?Es ist all das auch. Natürlich sind mir gewisse Phasen der Kunstgeschichte sympathischer als andere. Mir ist der Dadaismus sympathisch, weil er ganz radikal und respektlos alles, was die Kunst mit Sinn und Zweck aufgeladen oder umgekehrt der Kunst eine Bedeutung verliehen hat, hinterfragen wollte. Diese Art der Hinterfragung ist für mich sehr wichtig. Deswegen will ich auch nicht Partei ergreifen für eine bestimmte historische Stilrichtung mit Ismus-Endung. Mir ist etwa sehr viel an der expressionistischen Art von Malerei sympathisch so wie auch an jeder anderen Art. Ich kann mich darin verlieren, ich finde sie teilweise irrsinnig schön gemalt! Toll zum Anschauen! Aber es wäre mir zuwenig, den expressionistischen Bildern, die es gibt, von meiner Seite aus noch welche hinzuzufügen.Was konkret fasziniert dich am Expressionismus?Die Darstellung von Malerei an sich, die Farbe, der Pinselstrich, das Sichtbarmachen von Farbe, wie sich die Farbe verhält und wie der Pinselstrich, die haptische Qualität alles das ist mir wichtig. Der Expressionismus hat eigentlich die Malerei unters Mikroskop gelegt, um den Pinselstrich sichtbar zu vergrößern.Der Expressionismus hat aber auch eine radikale inhaltliche Seite eine psychische Komponente, wenn du so willst.Mich persönlich interessiert die reine Befindlichkeit eines Malers überhaupt nicht. Interessant wird es erst dann, wenn er über sich selbst hinausgehend etwas formuliert, was alle auch im Kollektiv angeht. Ich versuche mich von der dezidierten Subjektivität zu lösen. Die Innenschau allein überlasse ich den Esoterikverkäufern und Gurus. Jeder trägt Verantwortung, und das bedeutet Orientierung nach außen.Speziell in der Malerei heute scheint das alles nebeneinander zu existieren.Es gibt unterschiedliche Auffassungen von Authentizität. Die eine erschöpft sich in einem zur so genannten "Handschrift des Künstlers" erstarrten Psychogramm. Ein Fall für die Graphologen und Therapeuten, wenn du mich fragst. Aber es gibt noch ein anderes, für mich zeitgemäßeres Verständnis von Authentizität. Das schließt die Anteilnahme am Gegenüber mit ein, die Reflexion und den Zweifel. Die künstlerische Verarbeitung bleibt so einem Entwicklungsprozess unterworfen. Und der verläuft durchaus nicht immer linear.Nichtsdestotrotz würde ich sagen, dass auch du eine Handschrift entwickelt hast ...Ja, aber nicht über den Pinselstrich. Entscheidend erscheint mir vielmehr der Gegensatz von Subjektivismus und Objektivität. Es gibt Parallelen in der Musik, die mich interessieren: Glenn Gould sagt man nach, dass er in seinem Klavierspiel eine gewisse Objektivität angestrebt hat eine unverkünstelte, geradlinige Interpretation. Er hat interpretiert, ohne interpretieren zu wollen. Um das geht es auch mir: klar, strikt, streng und präzise zu sein. Eventuelle Wildheiten sind dabei kalkuliert und wohl platziert.Arbeitest du darauf hin, indem du verschiedene Bildebenen einziehst?Ja, denn eine Bildebene erschiene mir zu monumental, zu totalitär, um sie allein stehen zu lassen.Kein Pathos?Auf gar keinen Fall.Johanna Hofleitner, geboren 1963 in Tulln. Lebt und arbeitet als Kunstkritikerin in Wien. Schreibt aktuell u.a. für Die Presse, www.artmagazine.cc, Eikon, European Photography.

Martin Praska
BRIDES AND BRIDGES
06.06.12  -  30.07.12

Im Stützgurt, 2010, Sperrholz und Leisten bemalt, 70 x 83 x 14 cm

 

Sägen im Wald der ErkenntnisNils JockelSeinem begehbaren Großobjekt ROTUNDE gibt Peter F. Piening den nicht enden wollenden Untertitel "Ein Bild-Wort-Labor, hergestellt zwecks im Belieben des Benutzers stehender Zusammenstellung von Versuchsanordnungen zur forschenden Annäherung an erdenkliche Wirklichkeitsformen". Die verschmitzt umständliche Gebrauchsanleitung könnte über allen Kunstgehäusen stehen, die der Künstler seit 1992 baut, seit er sich mit dieser Art von künstlerischen Schutzräumen beschäftigt.Der erste von ihnen war VOLVOX. Die eiförmige Hülle, die an ein U-Boot erinnert und ihr alltagstauglicher Inhalt weckten die Vermutung, es ginge um das Ab oder Untertauchen. Dabei markierte VOLVOX nur den Anfang eines jahrzehntelangen künstlerischen Tauchgangs in die Tiefen und Abgründe menschlicher Erkenntnis, in die tragisch-komischen Verwerfungen innerer Einkehr, der letztlich nur eines zum Ziel hat: nicht unter zu tauchen, sondern sich und seine Betrachter seelisch über Wasser zu halten.Mit seinen künstlerischen Schutzräumen (EREMITORIUM 2002, TURM 2003, ROTUNDE 2004, UMBRACULUM 2004/05, MAGAZIN 2006, PARAVENT 2006, UNTERSTAND 2008, LATERNE 2009, KARUSSELL 2010/11) schafft Piening Orte, an denen ein jeder seinen archaischen Bedürfnissen nach Schutz und innerer Sammlung, nach Erkenntnis und Selbst-Vergewisserung, nach Spiel und Ordnung nachgehen kann. Da Humor bekanntlich einer der besten Schutzschirme gegen existentielle Verunsicherung ist, gibt es davon reichlich in Pienings Kapseln für seelisches Überleben.Wie Diderot im 18. Jahrhundert mit seiner Encyclopédie das gesamte Wissen seiner Zeit in gelehrten Texten und Stichen zusammentrug, so stellt Piening in seinen Gehäusen sein höchst persönliches, "unsägliches" Universum an Kunst und Bildzitaten, Alltagsgegenständen, Sachzeichnungen oder großen Gedanken mit feinem Gespür für grafische Wirkungen als gelaubsägte schwarz-weiße und schwarz-bunte Schemen zusammen. Wer in diesen Erkenntnishöhlen nach Orientierung sucht, dem sägt Piening einen Satz von Elias Canetti: "Deute nichts. Erkläre nichts. Gib denen etwas zu tun, die sich den Kopf zerbrechen möchten." (gesägt in ROTUNDE)Als gelte es, einem drohenden Gedächtnisverlust vorzubeugen ordnet Piening mit geradezu manischer Energie die gelaubsägten Lebensdinge von Autos in Längsansicht und Querschnitt bis zur Stubenfliege (mit nahen und ferneren Verwandten, zusammengetragen aus Ordnungsliebe), von Kleinanzeigen (Wir suchen Spülkräfte) bis zu kopulierenden Paaren über den eigenen Augenpaaren (Wer beobachten will, darf nicht mitspielen). Dabei schafft er fein säuberlich und sehr ästhetisch horizontal und vertikal gegliedert eine Ordnung, die in Wahrheit keine ist, weil sie gelernte Bewertungshierarchien egalisiert und am Ende neue, vielfach absurde Bedeutungszusammenhänge schafft. Die Collage als Gegenphilosophie.Mit der vorgetragenen Unschuld eines heimwerkelnden Schulmeisters, in der Eindringlichkeit einer Schulfibel und dem Charme historischer Schattenspiele sortiert Piening die Dinge um den Betrachter: Druckkochtöpfe zu Dichterköpfen, Weisheiten zu Comic-Welten, Wund-Verbände zu Wortverbindungen, Schriftstücke zu Fundstücken. Als gelte es, nach einer riesigen, zerstörerischen Welle im Hafen des Alltagswissens Magazine des Gedächtnisses zu schaffen, in denen der tiefere Sinn der Dinge und ihr Zusammenhang mit dem Dasein erneut reflektiert wird. Was von dem Gelernten und Erfahrenen braucht man zum physischen, was zum geistigen oder gar seelischen (Über-)Leben? Und braucht es gar Mut, sich mit den Lebensdingen noch auseinander zu setzen? Und wenn: welchen? Piening sägt jede Form von Mut, von der "Anmut" bis zum "Unmut" mit viel "Gleichmut".Die Angst vor Gedächtnisverlust, die unsere Zivilisation zunehmend beschleicht, fällt nicht zufällig in eine Zeit, in der mancher Zeitgenosse sein Leben den externen Speichern der neuen Weltmaschine Computer so weit übereignet hat, dass er sich die täglichen Fragen nach dem "Wo bin ich?" und mehr noch "Wer bin ich?" ohne ihn kaum noch beantworten könnte. Wenn schon nicht richtig da sein, schon gar nicht hier und jetzt sein, dann doch wenigstens irgendwie dabeisein.Welches Material könnte denen unserer heutigen Gedächtnisspeicher ferner sein, als das Schicht-, Treib- und andere Holz, das geflissentlich übersehen wird.Billige Verbrauchshölzer, die jeden tapferen Möbelschreiner aus der Schürze hauen und dieselbe an den Nagel hängen ließen, sind es, mit denen Piening seine Innenwelten nachsägt. Sie sind für ihn ein schnelles Material, wie für andere Environmentkünstler Metall, Polyester oder Pappmaschee. Zudem kommt Holz besonders harmlos daher, wie eine Schulfibel eben oder wie die scheinbar einfachen, tatsächlich höchst listigen Bilder von Rene Magritte auf dass niemand Piening dabei erwischen möge, dass er an dünnen Brettern an Größerem sägt. Denn gerade das Große, Sinn stiftende könnte erneut in den Strudel der Entfremdung von den wirklich wichtigen Dingen geraten. Lieber Unterholz als Edelholz.Piening möchte sich "im Alltäglichen auf die Spur kommen," sich "selbst verständlich werden im scheinbar Selbstverständlichen." Seine Spur ist der (Sperr-)Holzweg, der in den Wald hinein führt, aber nicht hinaus, weil er der Weg der Waldarbeiter und des Holzes, nicht aber der der Flaneure ist. Sie, die ihre Wahrheiten in der Tasche zu haben glaubten, müssen auf Holzwegen neu denken. Deshalb hat Piening den profanen Holzweg zu seiner Spezialstrecke gemacht. "Das Schwerste:", sägt er mit Canetti in seine LATERNE: "immer wieder entdecken, was man ohnehin weiß."Piening will nichts aussagen. Er will aussägen das ganz alltägliche Leben im Wald der Erkenntnis. Als Philosoph der Unvollkommenheit hat er das lebenslange Scheitern längst akzeptiert und kommentiert es stattdessen lakonisch und (selbst)ironisch in seinen hölzernen Collagen. Holz ist seine Tinte. Im Unsinn entdeckt er noch genügend spannende Wirklichkeit, deren Abbilder es aufzusammeln und auszustellen gilt. "Darf sich die Wahrheit alles erlauben?" sägt Piening (die Frage von Peter Fischli und David Weiss) in gespieltem, letzten Widerstand.Wer schon nicht dem Sinn, so doch wenigstens einem intelligenten Unsinn gebührenden Respekt verschaffen möchte, der muss sich vor allem mit dessen Inszenierung beschäftigen. Das tut Piening, indem er sich in seinen Bildobjekten seit geraumer Zeit mit Rahmen beschäftigt, mit verspielten, aufwendigen, redseligen, in jedem Fall dominierenden Rahmen, wie sie ein freier Künstlergeist sonst nur sprengen wollen kann. Aber Rahmen gewinnen immer mehr an Bedeutung in einer Zivilisation, die ihr Tempo besinnungslos beschleunigt, während sie letzte Überlebensziele endgültig aus den Augen verliert. Hauptsache, der Unsinn hat Rahmen und Namen. Das hat schon manchem Schnappschuss, mancher nackter Wahrheit und verkleideter Ratlosigkeit zu großem Auftritt verholfen. Bei Piening wird handgeschriebener Menschenfleiss von mächtig sinnlosem Rankenwerk umspielt, wird das gesägte Bild einer banalen technischen Feder von Rosen und Signaturen eingerahmt und "abgefedert" und ein waffenstarrender vermummter Ordnungshüter sehr ordentlich im Rahmen umschrieben. (Abb. S.77)Auch Pienings Selbstportrait erscheint in Rahmen. Mal schaut er durch die Zeilen "Es ist nicht das Erlernte, das ich hasse. Was ich hasse ist, dass ich darin wohne." (Abb. S.56), mal erscheint der Künstler als "Peter Effpunkt und alle seine Freunde" in variierenden Gesichtsausdrücken als Schachbrettmuster im Wechsel mit dem Wortbild HANS WURST. (Abb. S.81)Wie alle Komiker hat es auch dieser Hans Wurst mit der Ordnung. Er sucht sie vergeblich und während er sich noch gegen die Unordnung stemmt wie Sisyphos gegen den unausweichlich herab rollenden Stein ahnt er sein sinnloses Tun. Hätte Piening eine solche Philosophie, die Ordnung verheisst, begäbe er sich nicht in die Rolle eines tragikkomischen Hans Wurst, der sich seiner Existenz vergewissert, indem er seine Dingwelt in Worten, Schemen und Schatten nachsägt. So schiebt dieser Peter Eff. Sisyphos die Brocken seiner Welterfahrung die Wirklichkeitsschräge hinauf und hofft, so nicht mit dem Sinn unseres Daseins konfrontiert zu werden."Auf dieser Welt halte ich zwei Beschäftigungen für besonders nutzlos: Laubsägearbeiten und die Fotografie" sagt Anton Tschechow 1893 und Piening macht daraus 2008 unverdrossen ein gelaubsägtes Zitat und setzt das hölzerne Abbild eines photographierten Photoapparates gleich noch dazu. In gleicher selbst distanzierender Weise wählt er Laubsäge und Hammer zu seinem Markenzeichen und bildet daraus sein "Firmen"- Logo.Wer wie Peter F. Piening den Baum der Erkenntnis schon zu so einem riesigen Sperrholz-Universum zersägt hat, der scheint der Erkenntnis buddhistischer Mönche sehr nahe zu sein: "Vor der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser tragen. Nach der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser tragen."Nils Jockel

 

 

Peter F. Piening
blickdicht
02.05.12  -  28.05.12

In der Stadt von Mauern beschränkt, ist der Horizont auf dem Meer so weit wie die Sicht eben ist. Es gibt Tage, an denen verschwimmt die Grenze zwischen Wasser und Himmel wie die zwischen Greifbarem und Unbegreiflichem.

In Anja Grosses Bildern verschwindet die gegenständliche Landschaft bisweilen in der Bewegung der Farbe, es bleibt allenfalls eine Ahnung von so etwas wie einem Horizont zurück. Dann wieder treten Baumreihen und Kirchen als Zeichen geistiger Horizonte als klare einfache Formen hervor.

Das Balancieren auf der Grenzlinie zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, zwischen Verstehen und Fallenlassen, ist ein zutiefst kulturschaffender und entwicklungsfördernder Prozess. Im Kontext des Albertinenkrankenhauses und im Zusammenhang mit den Zyklen von Krankheit und Genesung entfalten die Arbeiten der Serie Horizont ihre Bedeutung auch in diesem Sinne auf besondere Weise.

Die Ausstellung ist im Albertinen-Krankenhaus

Haupteingang: Hogenfelder Str. 22, Süntelstraße 11a, 22457 Hamburg zu sehen.

Anja Grosse
Horizonte
30.01.11  -  30.09.11

Abb. Galeriewagen von Florian Borkenhagen am Vasco-Da-Gama-Platz in der Hafencity.

 

Die Galerie Ruth Sachse zeigt seit 15 Jahren herausragende Positionen zeitgenössischer Kunst. 2011 verändert sich die Galerie räumlich. In dieser Situation nutzt sie ein Werk des Künstlers Florian Borkenhagen, um am Vasco-Da-Gama-Platz im Rahmen der Hamburg Art Week Präsenz zu zeigen.

Der Künstler Florian Borkenhagen entwarf den am Vasco-Da-Gama-Platz installierten Wagen, um herumzuziehen, Zeichnungen und Fotos zu machen und dann sogleich auszustellen.

Für den Künstler ist der Wagen so etwas wie eine Künstler-Galerie-Maschine, eine romantisch reale Straßen-Galerie, in der man auch eine Nacht verbringen kann. Ideal für Reisen zur Rückverbindung von Kunst und Leben. Im Wagen zeigt Martin Conrad einige neue Papierarbeiten.

 

Florian Borkenhagen
Künstler-Galerie-Maschine
17.06.11  -  26.06.11

Abb. Martin Conrad, Hof der Zeichen, 70 x 50 cm, Öl, Zeichnung, Papier auf Papier montiert, 2011

 

Martin Conrad zeigt mit der Galerie Ruth Sachse anlässlich des artwalk in der Hafencity zur Hamburg Art Week neue Arbeiten auf und aus Papier im Galeriewagen von Florian Borkenhagen.

Martin Conrad
Hof der Zeichen
17.06.11  -  26.06.11

Abb. Simon Waßermann, She is only playing, MdF, Acrylfarbe, 36 x 50 x 13 cm, 2010

 

Simon Waßermann stellt mit seinen meisterhaft gefertigten Objekten alltägliche Dinge auf eine hintersinnige Weise auf den Prüfstand. "Eindeutigkeit ist langweilig", sagt er. Unsere festen Vorstellungen seien unser Problem. "Wir müssen uns mit Widersprüchen und Paradoxien anfreunden, sonst verbauen wir uns alle Geheimnisse und Erkenntnisse." "Wer," fragt er z.B. irritierend, "ist Kitty wirklich?" So enthüllen sich erst auf den zweiten Blick das Vorstellungsmögliche und der Aberwitz seiner Figuren.

Die Arbeiten sind während der Hamburg ART WEEK zu sehen bei:

belle vue! Avantgarde Optic

Bleichenbrücke 1-7

20354 Hamburg

 

Simon Waßermann
Kitty im Belle Vue!
17.06.11  -  26.06.11

Hildegard Elma, o.T., 2009, 200 x 160 cm, Aquarell

Zur Eröffnung am 04.06. ab 19.00 Uhr sind Sie herzlich eingeladen!

 

Zentrales Thema der Malerin Hildegard Elma ist die transparente, Licht reflektierende Qualität des Aquarells. Dabei geht es ihr auch immer darum, seine im Material liegenden Möglichkeiten zu ergründen. Elma setzt sich in ihren Bildern mit ausschließlich vier Farbtönen auseinander - Indigo, Ultramarinblau, Magenta und Alizarin-Karmesin.

Erst während des Malprozesses, bei dem die Künstlerin die Farbe mit kräftigen Borstenpinseln auf senkrecht fixiertes Papier aufträgt, entsteht durch Überlagerung und Überschneidung der transparenten Farbschichten ein reiches Spektrum an Nuancen eines Farbtons sowie vielfältige Mischtöne. Immer wieder wird sie dabei mit Unwägbarkeiten wie dem Fließen der Farbe konfrontiert. Gleichzeitig wird mit dem Änderungsprozess der Farbstrukturen beim Trocknen auch Zeit zur Anschauung gebracht. Das Ergebnis sind Werke von ungeheurer Lebendigkeit, intensiver Leuchtkraft und Tiefe.

Elma schränkt die formalen Bedingungen auf das absolut notwendige Minimum ein, um sich ganz auf die Darstellung der Farbe in ihrer körperlichen Erscheinung zu konzentrieren. Ganz bewusst bezieht die Malerin die materiellen Eigenschaften des Papiers in ihre Arbeit mit ein, das durch den Prozess des Nässens und Trocknens Verformungen erfährt. Bildträger und Farbe bilden gleichsam ein dreidimensionales Objekt.

 

Hildegard Elma
Neue Aquarelle
05.06.10  -  20.08.10

Abb.: Martin Conrad, Seines Steigens Ausdruck I, 2009, 115 x 95 cm, Öl auf Leinwand

 

Präsenz und Verzögerung

Martin Conrad zeichnet sich durch eine vielschichtige und unverwechselbare Bildgestaltung aus, in der sich zeichnerische Elemente über expressiv gemalte Farbflächen legen. Dabei entsteht ein Zwischenraum, in dem sich Realität, Imagination und Erinnerung überschneiden und in dem der Blick des Betrachters auf eine lohnende Reise geschickt wird.

Der Ausstellungstitel spielt auf die beiden Zeitcharakteristika von Präsenz und Verzögerung an, die sich in den Arbeiten in der Umkehrung herkömmlicher Sehgewohnheiten widerspiegeln. So fällt die Farbe, das Spiel mit Kontrasten und Harmonien in der Bildtiefe unmittelbar ins Auge, während sich die linearen Formen der Bildoberfläche nur allmählich erschließen lassen.

Conrad schöpft sein Zeichnungsvokabular aus einem über die Jahre zusammengetragenem Bildarchiv, das als biologischer, ethnologischer und geografischer Gedächtnisspeicher fungiert. Seine Bilder hinterfragen Wahrnehmung und imaginative Deutungen von Natur und Kultur und verwickeln den Betrachter in einen visuellen Dialog über kulturelle Identität.

Die aktuelle Ausstellung zeigt Arbeiten aus dem neuesten Werkzyklus des Künstlers, die bei gleicher Komposition Farbnuancen und zeichnerische Formen variieren. "Vergleichbar einem Madrigal, einem mehrstimmigen vorgetragenen Vokalstück, zeigt die neue Bildserie Seines Steigens Ausdruck vibrierende Farbschichten und Zeichnungsebenen auf unterschiedliche Weise gleichzeitig in Aktion."(Martin Conrad). Indem die Bilder simultan auf den Ausstellungsbesucher einwirken, fordern sie das Wahrnehmungsvermögen des Betrachters heraus und schärfen den Blick für ein denkendes Sehen.

 

Martin Conrad
Präsenz und Verzögerung * Malerei und Zeichnung
10.04.10  -  28.05.10

Johanes Zechner, Audimax, 2010, Digiprint und Acryl auf Leinwand, 70 x 50 cm, Text: Inger Christensen

 

"Wienneu" ist der Titel der neuesten Werkgruppe des österreichischen Künstlers Johanes Zechner, der hier zum ersten Mal mit dem Medium Fotografie arbeitet. Zu sehen ist keine

Auseinandersetzung mit touristisch allbekannten Ansichten Wiens. Zechners Interesse gilt vielmehr der Frage nach der Eigenart, ja dem Wesen der Stadt, die er nach seiner Rückkehr von einem langen Auslandsaufenthalt stark verändert vorfand und erlebte.

Im Focus der fotografischen Erkundungen stehen Menschen an mehr oder weniger bekannten Plätzen und Orten Wiens, die er in Situationen ihres jeweiligen Lebensalltags festhält - wie etwa protestierende Studentinnen an der Universität, Kinder auf der Donauinsel, eine Touristin in Schönbrunn, weinlesende Wanderarbeiter in einer Wiener Nobellage oder ein schwules Paar am Falco-Grab im Zentralfriedhof. An diesen Schnittstellen scheinen für einen kurzen Augenblick die Eigenarten der Stadt auf und werden erfahrbar.

Wie schon in früheren Arbeiten, in denen der Künstler bewusst Texte in seine Malerei einbezog, verknüpft Zechner in den aktuellen "Wienneu"- Diptychen diese Fotos mit Zitaten aus dem Lang- bzw. Großgedicht "det/das" der dänischen Dichterin Inger Christensen - einer Art lyrischem Schöpfungsbericht über die Entstehung von Sprache und Welt. "Der Versuch einer Synopsis scheinbar disparater Einzelteile zu einem neuen Ganzen", so Johanes Zechner, bestimmt schon seit längerer Zeit seine künstlerische Arbeit. Die Werkserie "Wienneu" ist der Versuch aus unterschiedlicher Perspektive mit einem Blick für das Fremde und gleichzeitig Vertraute, und mittels verschiedener Medien wie Fotografie, Malerei und Sprache eine Bildform zu entwickeln, die das Wesen einer Stadt einzufangen vermag.

Die Ausstellung bei Ruth Sachse I Kunst der Gegenwart lädt ein, mit Johanes Zechner ein anderes Wien zu erkunden.

Johanes Zechner
WIENNEU * Fotografie und Malerei
03.03.10  -  04.04.10

Abb. Martin Praska, Collier Rustical, 09, 95 x 70 cm, Öl / Nessel

 

 

"Nicht, dass ich jemandem dafür eine besondere Veranlassung unterstellte! Aber es kann ja nicht schaden, bei allem, was wir schon mitgemacht haben und bei allem, was uns noch bevorsteht, prophylaktisch gewissermaßen ein malerisches Antidepressivum zu verabreichen. Ich male lustige Bilder, und ich verstehe keinen Spaß dabei. Wie das passieren kann, erscheint zwar nicht so offensichtlich, ist aber deswegen umso spannender. Und ich freue mich, wenn sich ein paar Connaisseure finden, die das Lustige mit dem Lustvollen zu verbinden wissen und die Dinge ernst nehmen: Nippesfiguren, Sonnenbrillen und eine hochprozentige Frauenquote." Martin Praska

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Martin Praska
Jetzt bloß nicht weinen!
28.11.09  -  20.01.10

O.T., 2008, Acryl auf Nessel, 130 / 120 / 2 cm

 

Am 30. Oktober sind Sie herzlich eingeladen ab 19.00 Uhr zum Künstlergespräch in der Ausstellung.

 

Jaakov Blumas’ charakteristische Herangehensweise - das Spiel mit streng geometrischen Formen und malerisch eingesetzter Farbe - wirbelt die Seherfahrungen des Betrachters durcheinander.

Der Künstler stellt der Wahrnehmung gleichsam Fallen und nutzt dazu komplex konstruierte Bildräume, scheinbare Symmetrien und Mehrdeutigkeiten. Die Austauschbarkeit der Bedeutungshierarchien in der Komposition irritiert den Betrachter und zwingt ihn zu einer weiteren Prüfung. Vor allem "die Überlagerung unterschiedlicher Wahrnehmungsgeschwindigkeiten" (Jaakov Blumas), zum einen das schnelle Erfassen klarer, zeichnerischer Strukturen und zum anderen das sich nur langsame Erschließen der malerischen Elemente, provoziert einen anderen Blick auf die Bilder.

Die Arbeiten Jaakov Blumas’ machen widerstreitende Sinneseindrücke bewusst. Sie decken die subjektive Bewertung des Wahrgenommenen auf, indem sie scheinbar unumstößliche Sehgewohnheiten in Frage stellen. So erweist sich Jaakov Blumas als ein Künstler-Wissenschaftler, der in seiner Malerei die Wahrnehmung untersucht.

 

Jaakov Blumas
DAS WAHRE * DAS FALSCHE * DIE LÜGE * DER IRRTUM
28.08.09  -  15.11.09

Anja Grosse, o.T., 2009, Acryl auf Leinwand, 120 x 160 cm, Ausschnitt

 

Turbulenzen als Synonym für dynamische Prozesse und Wandel sind das Thema der neuen Arbeiten Anja Grosses. Die großformatigen Bilder nehmen den Betrachter durch ihre expressive Vitalität und die Intensität samtartig wirkender Farben, die die Künstlerin mit reinen Farbpigmenten selbst herstellt, unmittelbar gefangen. Charakteristisch für Grosses Werke ist die Beziehung zu Naturphänomenen wie z.B. Luft- und Wasserverwirbelungen, zu Gesehenem und Erlebtem.

Wie Turbulenzen gleichzeitig bedrohlich und harmonisierend sind und sich zwischen der Störung bestehender Ordnungsstrukturen und dem Ausgleich vorhandener Gegensätze bewegen, so sucht Anja Grosse während des Malprozesses im Wechsel zwischen Abbild und Abstraktion den einen Moment der Balance, an dem das Bild für sie beendet ist und die Arbeit an ihm abgeschlossen werden kann. Dabei entsteht ein nuancenreiches "Dazwischen", das den Betrachter zu eigenen Interpretationen auffordert.

Im Rahmen der Ausstellung zeigt die Künstlerin ihre Installation "Jetzt - in diesem Moment"

 

 

Anja Grosse
Turbulenzen - Malerei
28.02.09  -  24.03.09

Peter Riek, Zeichnungen und Räume, Installation

 

Peter Riek, geboren 1960 in Süddeutschland, beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Zeichnung in ihren verschiedensten Spielarten. Neben Zeichnungen auf Papier oder Holz stehen Wandzeichnungen, Eisenzeichnungen und Straßenzeichnungen, sowie raumbezogene Installationen. Gemeinsam ist allen Arbeiten ein abstrakt organischer Formenkanon, der sich über die Jahre langsam entwickelt. Die stillen poetischen Zeichnungen die von Vergänglichkeit und Melancholie handeln, zeugen gleichzeitig von geglückten Momenten abstrakter Schönheit. In der neuen Ausstellung mit Peter Riek in unserer Galerie werden die reduzierten Zeichnungen -mit schwarzer Fettkreide auf weißem Grund- den Straßenzeichnungen -mit weißer Kreide auf Asphalt- gegenüber gestellt. Die Arbeiten "schattenwandern" - provisorische Architekturen aus Wellpappe und Leuchtkästen ergänzen die Präsentation, die einen spannenden Einblick in die Welt dieses Zeichners gibt. Peter Riek studierte an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, wurde unter anderem mit der Kunststiftung, der Cité des Arts Paris und dem Elsass-Stipendium des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland machten ihn als Zeichner auch überregional bekannt.

Peter Riek
schattenwandern
24.01.09  -  22.02.09

Matthias Oppermann, DAS NAHE UND DAS FERNE, Malerei- und Fotografitoinstallation auf Wandzeichnung

 

Punsch in der Ausstellung am 13.12.08, ab 16.00 Uhr - Sie sind willkommen!

 

Die neuen Landschaftsarbeiten von Matthias Oppermann sind hochaktuelle Auseinandersetzungen mit den Polen Nähe und Ferne in einer Zeit, die ganz wesentlich durch die Aufhebung räumlicher und zeitlicher Distanzen geprägt sind. Für den Künstler ist "das eine ohne das andere nicht zu denken oder überhaupt erlebbar. In der Ferne kann die Nähe und in der Nähe die Ferne eine Notwendigkeit bekommen". In seinen Natur- und Stadtlandschaften verknüpft Oppermann die Frage nach einem zeitgenössischen Verständnis von Entfernung und Präsenz mit ganz neuen Fragen an unsere Wahrnehmung. Sein Interesse gilt dabei vor allem der Transparenz des Wahrnehmungsprozesses. So werden erste Empfindungen oder Eindrücke in Bezug zu früheren Bildern, Erinnerungen, Assoziationen oder Erwartungen gesetzt und schließlich in einem Bild zusammengeführt. Oppermann entwickelt hierzu eine ganz eigene Bildsprache. Er bekratzt oder übermalt z.B. in seinen "Fotografitos" mehrfachbelichtete Negative der heimatlichen Umgebung mit Gebirgslinien, wodurch Bildebenen entstehen, die auf oder hinter der Bildoberfläche zu liegen scheinen. Ferne und Nähe sind Kategorien des Raumes, die erst durch Bewegung erlebbar werden. Während in einigen Arbeiten das Auge des Betrachters ständig zwischen den verschiedenen Bildschichten wandern muss und in Bewegung bleibt, greift Oppermann das Thema in anderen Arbeiten dadurch auf, dass er einen Software-Filter, der digitale Farbbilder in diagonale Farbstriche auflöst und neu zusammenfügt, in Malerei überführt. In einer Videoarbeit schließlich sind Bilder von Bergpanoramen akustisch mit dem Verkehrslärm Hamburger Straßen unterlegt der Betrachter wird hier, ganz im Sinne von Goethes Feststellung der "hörenden Augen" auf die Assoziationskraft der verschiedenen Sinne untereinander im Wahrnehmungsvorgang verwiesen. "Matthias Oppermann gibt sich als ein Suchender zu erkennen, wenn er sagt: ‚Ich liebe die scheinbare Sinnlosigkeit meiner künstlerischen Experimente.’ Was er dabei oft unbewusst findet, sind visuelle Strategien, das vertraute Nahe mit dem ersehnten Fernen zu verbinden und den Betrachter am Prozess der Aneignung zu beteiligen" (Charlotte Brinkmann).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

 

 

Matthias Oppermann
DAS NAHE UND DAS FERNE
04.12.08  -  15.01.09

Johanes Zechner, Farbkur - violett

 

In seiner fast 30jährigen Tätigkeit als Maler hat die Verwendung reiner Farbe bei Johanes Zechner einen besonderen Stellenwert. Einerseits ist sie ihm ein professionelles "Lebensmittel"- andererseits birgt sie für ihn psychologisch die Utopie einer (Selbst-) Heilung. Die Idee, mittels der Malerei, der Farbwirkung, Heilung zu erlangen ist so alt wie die aufgezeichnete Geschichte. Schon im alten Ägypten ließ man Farbtempel mit sieben Räumen errichten, die jeweils in einer anderen Farbe gehalten waren. Je nachdem, welche Farbe der Kranke benötigte, wurde er in einen dieser Räume gebracht, um dort ein heilsames Farbbad zu nehmen.

 

Geistig motiviertes Verhalten nennen wir Intuition, sie ist allen Menschen zu Eigen. Und diese Intuition lässt uns unwillkürlich zur richtigen Frucht greifen, zu jener, die der Körper im Moment benötigt. Die äußeren Farben der Früchte verraten meist auch ihre Eigenschaften: Die zart- gelborange Melone ist innen süß, die scharf- gelbe Zitrone ist innen sauer.

 

In den Erschließungshallen der einzelnen Etagen des Krankenhauses wird jeweils ein farb-komplementäres Paar großformatiger Bilder gehängt. Diese behandeln jeweils eine Grundfarbe und bilden ein- in vielen Einzelpanelen angeordnetes ganzes Bildwerk. Die Farbvariationen jeweils einer Grundfarbe sind sehr vielfältig und jeder Benutzer des "gelben Bildes" findet "sein Gelb" aus vielleicht 12 vorhandenen Gelbs an den Einzelpanelen. Da die in Frage kommenden Wände der Erschließungshallen leicht diagonal versetzt sind, gibt es kaum "Überstrahlungen" der Komplementärfarben im selben Raum.

 

Die Tafeln sind monochrom- bis leicht verlaufend gearbeitet und gerieren sich als pure, ästhetische Flächenmalerei, ohne weiteren Bildinhalt- nur die reine Farbe ist ihr autonomer Inhalt! Im Verständnis des Künstlers geht es bei der Installation folgerichtig nicht um Bildbetrachtung durch die PatientInnen und Betrachter. Das Ziel ist vielmehr, dass sich die BenutzerInnen der strahlenden Kraft dieser "Farbwände" meditativ aussetzen und subjektiv-individuell eine geistige Farbkur erfahren, die möglicherweise psychosomatisch zu ihrem Wohlbefinden beitragen kann.

 

Die Farbkuren sind durchgängig wahrzunehmen im

Albertinen Krankenhaus

Süntelstr. 11

22457 Hamburg

 

 

Johanes Zechner
Farbkuren - Reihe kunstgesund im Albertinen Diakoniewerk
27.10.08  -  30.04.09