Galerie Nanna Preußners

Eröffnung zur Langen Nacht der Galerien im Kontorhausviertel am Samstag, 22. April, 18-24 Uhr, in der Barlach Halle K und Galerie Nanna Preußners.

Um 18 Uhr führt Dr. Belinda Grace Gardner durch die Ausstellungen im Galeriehaus und interviewt Rolf Rose.

Am Sonntag, 23. April, ist die Ausstellung von 13-18 Uhr geöffnet.

 

Ausstellungsdauer Barlach Halle K bis 29. April 2017.

Ausstellungsdauer Galerie Nanna Preußners bis 20. Mai 2017.

 

Rolf Roses früher Entschluss, die figürliche Malerei zu verlassen und somit auf jedes Abbild zu verzichten, brachte ihn dazu, die Farbe selbst zum Gegenstand seiner Bilder zu machen. So hat der Maler seine eigene Form einer auf den ersten Blick „monochromen“ Malerei erschaffen, in der er Farbe auf Wirkungen und Interaktionen mit dem Licht untersucht. In einer der stetig fortgesetzten Werkserien trägt Rose das Farbmaterial in mehreren Lagen pastos auf die Leinwände oder Holzblöcke auf und bearbeitet die Fläche anschließend mit unterschiedlichen Spachteln. Indem er diese durch die feuchte Farbe zieht, entstehen reliefhafte, lineare Strukturen, deren horizontal, vertikal oder auch gekurvt gezogenen Furchen den gesamten Bildträger einnehmen und die Bildfläche lebhaft gliedern. In den leichten Wellen und Unregelmäßigkeiten der Oberfläche breitet sich das Licht aus und bringt Farbschichten zum Leuchten, die Oberflächen werden regelrecht plastisch. Was auf den ersten Blick vielleicht monochrom anmutet, entpuppt sich bei genauerer Auseinandersetzung als polychrom und zeigt, wie Farbe, Licht, Körper und Raum einander bedingen. Häufig klingen in den Arbeiten Farben auf, die den Grundton der ersten Wahrnehmung allmählich verändern. An den Seitenkanten vieler Bildträger offenbaren sich die farbigen Schichtungen und verweisen auf den mannigfaltigen Arbeitsprozess. Durch minimale Variationen sowie den Einsatz von Graphitstaub erzeugt Rose innerhalb seiner Farbfelder ein Spiel von Licht und Schatten. Oberflächen, bei denen wolkige und glänzende Partien in ein Wechselspiel treten, changieren unterschiedlich mit dem Licht, was den räumlichen Eindruck der Bilder noch verstärkt. In einer weiteren Werkserie verwendet der Künstler Lacke und erschafft damit pulsierende, leuchtende Farbkörper mit räumlicher Tiefe. Hier geben die glänzenden Oberflächen das Licht so unmittelbar wie eine Spiegelfläche wieder ab, während die matten Acrylbilder es in sich aufnehmen und indirekter, körperhafter auf die Umgebung ausstrahlen. Über die Materialität und Oberflächenstruktur hinausgehend, das rein Gesehene weit hinter sich lassend, kommt es dem Maler vor allem auf das Erfahren des Immateriellen an, des Numinosen, das seinen Bildern innewohnt.

Für die Ausstellung hat Rose Bilder aus verschiedenen Werkgruppen von den frühen 1990er Jahren bis heute ausgewählt: Großformatige Spachtelbilder, kleinere Werken mit glänzenden Oberflächen, mehrteilige Arbeiten sowie Aquarelle.

Rolf Roses Werke sind den Hamburgern seit Langem bekannt und haben seit 1978 in der Kunsthalle einen festen Platz.Er wurde 1933 in Halberstadt geboren und lebt in Krempe in der Nähe von Hamburg. Seine Arbeiten finden sich in verschiedenen öffentlichen Sammlungen, in Hamburg in der Kunsthalle und der Sammlung Falckenberg;  aber auch im Kunstmuseum Bonn; Museum Weserburg, Bremen; Osthaus Museum, Hagen; Neue Galerie, Kassel; Kieler Kunsthalle; Museum der bildenden Künste, Leipzig; Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; Lenbachhaus, München.

 

Rolf Rose
CANTUS FIRMUS
22.04.17  -  20.05.17

Eröffnung und Neujahrsempfang im Galeriehaus am

Freitag, 3. Februar, 18-21 Uhr

19 Uhr Einführung

Nikola Irmer erarbeitet in ihren Werkgruppen über lange Zeiträume spezifische Themen, die von umfassenden Recherchen zu intellektuellem Hintergrund und Historie begleitet werden. Sie versteht ihre Malerei als facettenreichen Prozess, in dem figürlich Konkretes durch die Abstraktion gehen muss, in dem die Motive aus Kompositionen und Farbklängen entwickelt werden und in dem Ordnung und Chaos immer wieder neu in Balance gebracht werden müssen. Eine Konstante in ihrer Malerei bildet dabei das Interesse für Dinge, deren augenscheinlicher Nutzwert erloschen ist und die ihr somit Möglichkeiten für alternative Sichtweisen eröffnen.

Bei den Bildern zu naturkundlichen Sammlungen bilden häufig Studien in Depots den Ausgangspunkt – jene Bereiche also, in denen taxidermische Exponate am Rande des Vergessens bisweilen ein befremdliches Eigenleben entfalten. In veränderten Perspektiven, Ausschnitten und Fokussierungen auf Details einzelner Tiere zeigen die Bilder Regale und Kabinettschränke gefüllt mit ausgestopften Vögeln, Lemuren und Fischen, Gläser mit Chamäleons, Echsen und Fröschen. In den mit Flüssigkeit gefüllten Behältnissen führen die Spiegelungen der nahen Umgebung und die Aufhebung des Hintergrunds zu einer stark abstrahierten Wiedergabe des Gesehenen. Irmers Faszination gilt hier vor allem der Beschäftigung mit dem Übersehenen, Vergessenen, dem sie mit ihren Bildern ein neues Leben zu geben vermag.In der jüngsten Werkgruppe „Playpens” hingegen durchforscht die Künstlerin Miniaturwelten und deren formale wie psychologische Assoziationsräume. Die Bilder zeigen parallele Universen von Puppenhäusern, deren Interieurs mit Spielzeugen, die für gewöhnlich mit Unschuld und häuslichem Komfort assoziiert werden. Kinder spielen sich ins Leben und nicht zuletzt in geschlechtsspezifische Rollen. Diese auf den ersten Blick so harmlose Welt der Miniaturen dient Irmer als ein Möglichkeitsraum für andere, unbehagliche Phantasien, versteckte Heimlichkeiten, Schattenzonen und plötzlich einbrechendes Chaos. Abrupte Sprünge in den Größenverhältnissen, surreales Nebeneinander von Unvereinbarem und bizarre Farbdissonanzen stören die Idylle, kehren sie in ihr Gegenteil. Nikola Irmer, 1970 in Starnberg geboren, lebt und arbeitet in Berlin.1992 begann sie ihr Studium am San Francisco Art Institute, das sie 1993 an der Glasgow School of Art fortsetzte und 1995 mit dem Bachelor of Fine Arts abschloss. Ein im Anschluss absolviertes Studium am Hunter College, City University New York, schloss sie 1998 mit dem Master of Fine Arts ab. 2003 erhielt Irmer ein Stipendium der Stiftung Kulturfonds. Seit 1999 stellt sie im In- und Ausland in Einzel- und Gruppenausstellungen aus. 2012 nahm Irmer an der dOCUMENTA (13) in Kassel teil. Im Rahmen der Ausstellung „The Worldly House. An Archive Inspired by Donna Haraway’s Writings on Multi-Species Co-Evolution“ zeigte sie ihr Projekt „Promethean Boldness“, das sich an die ambivalente Natur der Sammlungen von Naturkundemuseen richtet. 

Nikola Irmer
UNRULY STILLNESS
03.02.17  -  11.03.17

Eröffnung am Freitag, 4. November, 18-21 Uhr

19 Uhr Einführung durch Dr. Guido Schlimbach, Kunst-Station Sankt Peter Köln

Rupert Eder ist ein Maler im traditionellen Sinne. Fasziniert von den Möglichkeiten und Bedingungen der Malerei, verleiht er den verwendeten Materialien Wert und Bedeutung. Die Herstellung seiner Farben ist sehr zeitintensiv, da es sich um eigene Mischungen aus einer Vielzahl an Pigmenten und verschiedenen Beimischungen von Metallpulver, Perlmutt, Ruß und Kreiden handelt. Das bildet jenen Körper der Farben, der unter Verzicht auf jede figürliche Darstellung und Narration als Farbmaterial in vollster Intensität und Sattheit in Erscheinung tritt.Das Wissen um die Geschichte der Malerei, um das Mischen der Farben, deren Wirkungen und Bedeutungen, bildet das Fundament und einen historisch weit zurückreichenden Resonanzraum für Eders Werk. Seine Arbeiten stehen aber auch im Verhältnis zur jüngeren Kunst, insbesondere der Farbfeldmalerei des 20. Jahrhunderts, die er aufgreift und auf eigene Weise fortsetzt.Seinen Bildern der letzten Jahre liegt ein klarer, fast rasterförmiger Bildaufbau zugrunde, der aus Kombinationen von vertikalen und horizontalen Farbbahnen entsteht. Breite Farbfelder fügen sich häufig aus mehreren nebeneinander gesetzten Pinselstrichen zusammen, die sich an den Eckpunkten überlagern und dort zu neuen Farbmischungen und -wirkungen führen. Während der Künstler bisher aus jeweils vier Farbbalken rechtwinklige Binnenformen entstehen lassen hat, deren Mitte ausgespart ist und die den Blick auf das Material des Bildträgers freigeben, wird in den aktuellen Arbeiten der gesamte Bildgrund von einer rasterförmigen Flächenanordnung bestimmt. Der Pinselduktus ist auf der Bildoberfläche immer sichtbar. Indem mehrere Farbschichten übereinander gelegt werden, entsteht eine reiche, durchscheinende, in ihren Nuancen changierende Farbigkeit. Somit bekommt die Oberfläche eine haptische Qualität, die Kanten der einzelnen Farbflächen sind weich und lassen untere Farbschichten erahnen. Der Betrachter kann deutlich den physischen Einsatz des Malers und den Entstehungsprozess erkennen.Während diese Bilder eher einer formalen Strenge folgen, tritt in der neuen Werkgruppe der „Raumpräparate“ ein spielerischer Umgang mit den Formen auf, indem der Bildraum in der Bewegung für sich eingenommen wird und so ein Liniengeflecht entsteht.Seine künstlerische Entwicklung führt Eder mit beeindruckender Konsequenz und stetiger Erweiterung fort. So ist über die Jahre ein reich verzweigter Werkkosmos entstanden, in dem sich malerische Interessen mit dem Erleben der Natur und des Lichts vermengen. Stillstand gibt es in seinem Schaffen ebenso wenig wie in seinen Arbeiten selbst, und so lassen Lebendigkeit, Dynamik und Farbfreude das Betrachten der Bilder zu einem sinnlichen Ereignis werden.Rupert Eder, 1968 in Bad Aibling geboren, studierte von 1991 bis 1995 an der Philosophischen Hochschule der Jesuiten in München (M.A.). Er lebt und arbeitet in Dießen am Ammersee. Seine Arbeiten sind zahlreich in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. 2017 widmet ihm das Museum Rudolf Wachter, Neues Schloss, Kißlegg, eine umfangreiche Ausstellung.

Rupert Eder
IMAGO
04.11.16  -  17.12.16

Eröffnung am Freitag, 9. September, 18 Uhr

Das Werk des Hamburger Künstlers Christian F. Kintz zeigt eindrucksvoll die Lebendigkeit von Monochromer Malerei, Minimal Art und Abstraktem Expressionismus, in deren Traditionen er steht und die er auf eigenständige Weise weiterführt. Die in jüngster Zeit neu entstandenen Glasarbeiten greifen die Technik der Hinterglasmalerei auf, deren Geschichte sich bis in die Antike zurückverfolgen lässt. Die Werke bewegen sich im Grenzbereich zwischen Malerei, Relief und Objekt. Dabei treffen industriell gefertigte, linsenförmige Gläser auf häufig mehrere gestisch-expressiv geschichtete Farben. Gelenkt durch Menge und verschiedene Techniken des Auftragens sucht sich die Farbe ihren Weg und häuft sich teilweise zu organischen Ansammlungen sich vermischender Farbmassen an.Seit ein paar Jahren dienen dem Künstler auch Wände, Decken und Böden als Bild tragende und Raum begrenzende Flächen und erlauben ihm eine unmittelbare Umsetzung ortsspezifischer Strategien. Dabei arbeitet Kintz mit dem einfallenden Licht, hält dessen Silhouette in einem bestimmten Moment fest und lässt sich mit diesen farbig ausgemalten Lichtfeldern auf das Zusammenspiel von architektonischen Strukturen, Licht und Schatten ein.In seinen Leinwandbildern löst sich der monochrome Farbeindruck der Oberflächen erst bei näherer Betrachtung auf. Vielmehr offenbaren sich zahlreiche übereinander liegende und mit einem zurück genommenen Duktus aufgetragene Schichten von immer unterschiedlichen Farbmischungen, die die spezielle Tonigkeit der letzten Schicht, dem Gesicht des Bildes, ergeben. Am Bildrand wird der Blick auf das pastos hervortretende Farbmaterial freigegeben und so die Entstehung des Bildes als Prozess des kontinuierlichen Auftragens sichtbar gemacht. Der Künstler arrangiert seine Bilder unterschiedlicher Formate und Farbgebung zu wandfüllenden Gruppierungen, Reihungen und Gegenüberstellungen und setzt ihre reduzierten, aber von einer starken Präsenz charakterisierten Oberflächen zueinander in Beziehung. Dabei arbeitet Kintz mit der gegebenen Architektur und greift in diese ein.Die Farbe ist in allen Werkgruppen gleichermaßen Träger, Material, Inhalt und eine Konsistenz, der eine körperliche Präsenz und Ausstrahlung im Raum innewohnt.1968 in Freiburg i. Breisgau geboren, studierte Kintz zunächst in Freiburg (1989-93 Freie Akademie für Bildende Kunst) und anschließend in Hamburg (1993-98 Hochschule für Bildende Künste), u. a. bei Prof. Franz Erhard Walther.Seine Werke, zu denen neben Leinwandbildern, Objekten und Wallpaintings auch Fotografien und Prints zählen, werden international ausgestellt und befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen (u. a. Haus Konstruktiv/Zürich, Konst pa Andersen/Stockholm, Museum gegenstandsfreier Kunst/Otterndorf, Ege Kunst- und Kulturstiftung/Freiburg).

Christian F. Kintz
ALL YOU CAN SEE
09.09.16  -  15.10.16

Eröffnung am Mittwoch, 29. Juni 2016, 18-21 Uhr.Kuratiert von Prof. Dietmar Guderian.

Mit einer feinen Auswahl an Arbeiten von fünf Künstlern sollen am Beispiel des Zufalls zumindest Teile eines historischen Entwicklungsstrangs zwischen Mathematik und Kunst aufgezeigt werden.Die Gruppenausstellung wird von Prof. Dietmar Guderian kuratiert. Sie entsteht im Zusammenhang mit dem diesjährigen International Congress on Mathematical Education (ICME13, Hamburg, 24.-31. Juli 2016) und in Zusammenarbeit mit einer "Discussion-Group", die Prof. Guderian dort leitet. Er untersucht seit vielen Jahren in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen das Thema "Kunst und Mathematik".Werner Dorsch, 1952 in Heilbronn geboren, lebt in Leingarten. Der Maler spielt in seinen Werken mit optischen Täuschungen, die den Betrachter irritieren und verunsichern sollen. Durch die präzise Anordnung geometrischer Formen entstehen Flächen und Körper, die die zweidimensionale Leinwand dreidimensional erscheinen lassen. Dieser optische Effekt ist häufig vom Betrachterstandpunkt abhängig. Direkt vor den Bildern wirken diese noch flach, erst ab einer gewissen Entfernung dehnen sich die Formen in den Raum aus und wirken dreidimensional. Dem Betrachter wird so bewusst, wie leicht das visuelle Empfinden zu täuschen ist, gleichzeitig wird er in seiner sinnlichen und räumlichen Sehfähigkeit gefordert.Gerhard Hotter, 1954 in Nürnberg geboren, lebt in Nürnberg und Paris. In seinen Bildern erkundet Hotter das bildnerisch-poetische Potenzial in mathematischen Strukturen. Dabei liegt ein Schwerpunkt in der Verwendung ders. g. Langfordschen Zahlenreihen. Sie bilden das Material für umfangreiche und vielschichtige, teils serielle, teils solitäre Bildwerke, ganz im Sinne der konkreten Malerei. In der Komposition wirken die Elemente zufällig gesetzt, sind aber streng systematisch angeordnet. Rhythmisierungen, Überlagerungen und Farbgeflechte öffnen den Blick auf eine klare Schönheit der Mathematik und kreieren einen meditativen Gegenpol zur immer deutlicher wahrgenommenen Flüchtigkeit des täglichen Lebens.Michel Jouet, 1943 in Cholet, Frankreich, geboren, wo er heute noch lebt, ist ein Vertreter der kinetischen Kunst. In seinen geometrischen Abstraktionen bevorzugt er stets Weiß und Schwarz; Farben empfindet er als Störfaktor. Da er mit dem Zufall spielt und mathematische Gesetze konterkariert, gibt es immer irgendeine kleine Unausgewogenheit zu entdecken. Seine Quadrate, Kreise und Linien spielen dem Betrachter dabei einen optischen Streich. Sie erschaffen neue Räume, neue Perspektiven und sind zugleich solide und humorvolle Konstruktionen.Jo Schöpfer, 1951 in Coburg geboren, lebt in Berlin. Schöpfer beschäftigt sich in seinen bildhauerischen Arbeiten mit Masse, Raum und Volumen. Dabei baut er transparente Körper und lichte Kompositionen mit einer klaren, der minimal art verpflichteten Formensprache. Seine Werke sind meist aus Aluminium oder Bronze gefertigt und es ist deutlich zu erkennen, dass die gitterartigen Objekte stark an Architektur angelehnt sind. In der hier gezeigten Bronzearbeit stecken Anzeichen mathematischer Phänomene, die Salvador Dalí und der Mathematiker René Thom gemeinsam erforscht haben. Wissenschaftler nennen sie Katastrophen, populär spricht man von Kippbildern.herman de vries, 1931 in Alkmaar geboren, lebt seit 1970 in Knetzgau (Eschenau). 2015 hat er mit großem Erfolg die Niederlande auf der Biennale in Venedig vertreten.de vries gehörte zunächst der ZERO nahestehenden niederländischen NUL-Bewegung an, änderte aber bereits Ende der 1950er Jahre sein künstlerisches Konzept, das sich seitdem an der Ganzheit und Sinnhaftigkeit der Natur orientiert, die auf den zunächst widersprüchlich erscheinenden Prinzipien von Ordnung und Chaos gründet. Zeit und Zufall, Veränderung und Prozess sind weitere bestimmende Momente seiner vielgestaltigen künstlerischen Arbeiten.Das Zufällige, das in seinem Werk von großer Bedeutung ist, behandelt der Künstler in den hier ausgestellten Arbeiten auf Papier in ausgefeilter, subtiler Weise: Auf allen drei Blättern sind viele handgeschriebene Worte zu sehen. In einem Bild wiederholt er das gleiche Wort in aleatorisch bestimmten Farben. Im Bilderpaar macht de vries dem Betrachter bewusst, dass vom Menschen selbst erzeugter Zufall praktisch unmöglich ist.

Foto: Gerhard Hotter, PHANGOR, 2016, Acryl/Leinwand, 180 x 180 cm

SYSTEM und/oder/mit ZUFALL
Werner Dorsch, Gerhard Hotter, Michel Jouet, Jo Schöpfer, herman de vries
29.06.16  -  06.08.16

Eröffnung am Freitag, 27. Mai 2016, 18-21 Uhr.

Daniela Wesenberg gestaltet feine, fragile, teilweise zerbrechlich erscheinende Skulpturen, Installationen und Zeichnungen. In Erkundung verschiedener Materialien und Gegenstände, ihrer statischen, haptischen und ästhetischen Eigenschaften, untersucht die Künstlerin Beschaffenheit und kulturell bedingte Unterschiede in der Wahrnehmung und Erinnerung von Landschaften. Dabei ist sie an der Landschaft als System interessiert, an der Struktur und Form ihrer Elemente, deren vermeintliche Stabilität und das fragile Gleichgewicht, in denen sich Landschaften und die Räume darin befinden.Filigrane Stäbe aus Holz, Messing und weiteren Materialien, verbunden mit feinen Hülsen, ergeben minimalistische Raumzeichnungen oder wachsen zu architektonischen Konstrukten zusammen.Bei den in Serien und Variationen angefertigten Zeichnungen auf Papier erzählen die zarten, mit hoher Konzentration gesetzten Linien ihre eigenen Geschichten. Immer wieder neben- und aneinandergesetzt verdichten sich hunderte feine Linien und suggerieren, es könne dabei um Annäherung, Berührung, Ballung und Überschneidung gehen. Durch Wiederholung und Vervielfachung graphischer oder organischer Formen entstehen fantastische Landschaftsräume, kristalline Formen und Organisches.Die an sich eigenständigen Objekte und Zeichnungen setzt Wesenberg in ihren Ausstellungen räumlich so zu einander in Beziehung, dass sie den Raum aufteilen, gliedern, strukturieren und definieren. So bleiben sie keine einzelnen Arbeiten, sondern stehen gleichberechtigt nebeneinander und verweben sich zuweilen zu einem Ganzen.Daniela Wesenberg, 1973 in Gotha, Thüringen, geboren, hat an der HFBK Hamburg und der Facultad de Bellas Artes in Cuenca, Spanien, bildende Kunst studiert, u.a. bei Cosima von Bonin und Marie José Burki, Theorie bei Sabeth Buchmann und Wolfgang Ullrich.Seit ihrem Diplom 2007 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Hamburg.Wir zeigen erstmalig eine Auswahl an Zeichnungen und Installationen der Künstlerin.

Foto: o.T., 2014/15, Tuschestift auf Papier, 29,7 x 42 cm

ZEICHNUNG UND INSTALLATION
Daniela Wesenberg
27.05.16  -  25.06.16

Eröffnung am Freitag, 8. April, 18-21 Uhr

Ringe entwickelt in seiner Malerei eine prägnante Bildsprache, die auf wenige Formelemente reduziert ist und damit Struktur und Klarheit schafft. Auf einem aus vielen Farbschichten aufgebauten Untergrund laufen breite Pinselstriche diagonal in alle Richtungen und bilden dabei eine Netzstruktur ohne Ausgangs- und Endpunkt, so als gäbe es keine festgelegten Ränder. In der Nahansicht werden die Kompositions-punkte erkennbar, die der Künstler nach gestalterischen Prinzipien setzt, bevor er sie spontan im Moment des Malens miteinander verbindet. So entstehen die Netzstrukturen fast wie ein All-over, ein sich in alle Richtungen über die physischen Bildgrenzen hinaus ausdehnendes Raster. In einigen Bildern formieren sich die Strukturen zu einer geschlossenen, diamantartigen Gestalt und verwandeln sich in ein nahezu dreidimensionales Gebilde. Im impulsiven Gestus zeigt sich eine Spontaneität und Energie, die den Betrachter fesselt und in den umliegenden Raum hineinwirkt.

Die Arbeiten seiner aktuellen Werkreihe "Fields" werden durch geometrische, geschlossene Formen bestimmt, die mit scharfen Konturen und großen Farbfeldern das Bild dominieren. Mit Trapezen und nicht-rechtwinkligen Vierecken rückt Ringe seine neuen Arbeiten in die Nähe der Hard Edge-Malerei und zeigt sein besonderes Interesse an den Proportionen in der Malerei und den Schwingungsverhältnissen der Farben zueinander. Beim genauen Hinsehen entpuppen sich die Farben als fein austarierte Mischungen vieler Pigmente. So entsteht nicht selten eine vermeintlich schwarze Fläche aus dem Nebeneinander vieler Dunkelblau- und Violett-Töne. In einem Weiß sind häufig bis zu sechs verschiedene weiße Flächen übereinander gesetzt.Linie, Fläche, Struktur - Ringes Kunstwerke sind reduziert und pur und weisen eine erstaunliche Vielfalt an Variationen auf. Sie sind "Forschungen und Untersuchungen im Gedächtnisfeld der Konkreten Kunst", wie es der Künstler formuliert, und bereichern diese, indem er ihnen die Rationalität und Strenge nimmt und sie durch sinnliche Qualitäten belebt.

Ivo Ringe, 1951 in Bonn geboren, lebt und arbeitet in Köln. In den 1970er Jahren hat er an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Joseph Beuys Bildhauerei studiert, im Anschluss daran freie Grafik als Meisterschüler bei Rolf Sackenheim.2015 widmete ihm das Institut für Konstruktive Kunst und Konkrete Poesie (IKKP), Kunsthaus Rehau, eine umfangreiche Werkschau.

 

DIE PROPORTIONEN DER DINGE
Ivo Ringe
08.04.16  -  14.05.16

Eröffnung am Freitag, 5. Februar, 18-21 Uhr

In seinen monochromen Bildern und Objekten vereint Mats Bergquist alte, traditionelle Techniken mit einer zeitgenössischen Formensprache und kreiert einen einzigartigen Ort der Stille.Der Künstler führt seine vorwiegend weißen und schwarzen Werke in einem aufwändigen und disziplinierten Verfahren aus, das die über 1.000 Jahre alte Tradition der russischen Ikonenmalerei aufgreift. Dabei werden die Bildträger aus Holz mit einem rauen Leinengewebe bespannt, das erst mit Leim und dann mit vielen Schichten Kalk bedeckt wird. Wieder und wieder werden die Oberflächen glatt geschliffen und erneut bestrichen. Erst am Schluss trägt Bergquist den Farbträger aus einer Mischung von Pigmenten und flüssigem Wachs auf. Auch dieser wird geschliffen und poliert, bis die Bilder ihre teilweise opaken, teilweise wolkigen und fein glänzenden Oberflächen erlangen. Durch diese individuelle Technik der Enkaustik/Wachsmalerei enstehen so zuvor noch nicht gesehene Oberflächenstrukturen. Entscheidend für die Wirkung und Intensität der Werke ist neben dem Wechselspiel der konkav und konvex geformten Holzkörper auch die Erschaffung verschiedener haptischer Oberflächen. Die weich reflektierenden Wachsmembranen, die aus sich selbst heraus zu leuchten scheinen, treten in Kontrast zu den stark pigmentierten, das Licht völlig absorbierenden Oberflächen.Eine weitere traditionelle Technik, derer sich der Künstler bedient, ist die Raku-Keramik. Raku ist eine spezielle Brenntechnik keramischer Massen, die im 16. Jahrhundert in Japan entwickelt wurde und in der er seine unterschiedlich geformten Daruma-Objekte herstellt.Mit diesen für die heutige Kunstproduktion ungewöhnlichen, aber traditionellen Techniken gelangt Bergquist zu einer eigenen künstlerischen Position und macht Weiß und Schwarz in seinen vielfältigen möglichen Schattierungen, farbigen Nuancen und lichtbedingten Veränderungen für den Betrachter erlebbar.Mats Bergquist, 1960 in Stockholm geboren, lebt und arbeitet im italienischen Bassano del Grappa und im schwedischen Nyköping. Zwischen 1978 und 1987 hat er in Stockholm und Paris Kunst und Kunstgeschichte studiert.Bergquist wuchs in verschiedenen Ländern der Welt auf, darunter in Russland, Polen und China. Das Interesse und die Offenheit an den vielseitigen kulturellen Einflüssen sowie das meditative und kontemplative Arbeiten finden Eingang in seine minimalistische Kunst, die von poetischer Sensibilität ist und auf den Betrachter eine große Faszination ausübt.Foto: DARUMA, 2015, Raku-Keramik, 40 cm

THOU HAST BEHELD THYSELF IN WHAT THOU SEEST
Mats Bergquist
05.02.16  -  12.03.16

Eröffnung am Freitag, 6. November, 18 Uhr

Joe Barnes hat sich der monochromen Malerei verschrieben und zählt auf diesem Gebiet zu den Künstlern der ersten Generation. In seiner Reduktion, Klarheit und Konsequenz schafft Barnes ein Werk, das sich ganz der Auseinandersetzung mit der Farbe widmet. Die Farbe ist das wichtigste Element seiner Malerei, ist zugleich Thema und Motiv, denn er löst sie aus dem Dienst der Form und bringt sie als autonomen Wert zur Geltung. Durch die Ausdruckskraft einer einzigen, flächendeckenden Farbe erschafft Barnes Bilder von einer höchst eindringlichen Präsenz. Die vielen lasierenden Schichten auf quadratischen oder rechteckigen Bildträgern steigern den Farbwert zu einer außergewöhnlichen Intensität und beginnen bei längerer Betrachtung zu vibrieren. Diese Vibration erzeugt sowohl eine meditative Ruhe als auch eine emotionale Kraft.Barnes wurde in Detroit, Michigan, geboren und lebt in New York City.Seit Beginn seines künstlerischen Schaffens erfährt er große Aufmerksamkeit und Anerkennung (Emily Lowe Foundation Award, Pollock-Krasner Foundation Grant, Adolph and Ester Gottlieb Foundation Grant). Seine Arbeiten werden umfassend in Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, in anderen europäischen Ländern sowie den Vereinigten Staaten gezeigt, und befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, einschließlich Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, New York, und Osthaus Museum, Hagen.  Rolf Roses Arbeiten sind den Hamburgern seit Langem bekannt und haben in der Kunsthalle einen festen Platz, denn bereits 1978 wurde das erste Bild für die Sammlung erworben.Roses Entschluss, auf jedes Abbild zu verzichten und die Farbe selbst zum Gegenstand eines Bildes zu machen, ist eine deutliche Parallele zu Joe Barnes. Alles Subjektive verschwindet so auch bei ihm von der Bildfläche und selbst in der Technik sucht er nach Distanz durch das Arbeiten mit dem Spachtel statt mit dem Pinsel. So entstehen reliefhafte Strukturen, deren horizontal oder vertikal gezogenen Furchen den gesamten Bildträger überziehen. Rose erschafft mit seiner markanten künstlerischen Handschrift Bilder von hoher Komplexität, die die Grundbedingungen von Malerei untersuchen: Farbe, Licht, Raum und Dichte.Rose wurde in Haberstadt geboren und lebt in Krempe in der Nähe von Hamburg.Seine Arbeiten finden sich in verschiedenen öffentlichen Sammlungen, so z. B. im Kunstmuseum Bonn; Museum Weserburg, Bremen; Osthaus Museum, Hagen; Hamburger Kunsthalle; Sammlung Falckenberg, Hamburg; Neue Galerie, Kassel; Kieler Kunsthalle; Museum der bildenden Künste, Leipzig; Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; Lenbachhaus, München.  Die Ausstellung zeigt eine Gegenüberstellung der beiden Künstler mit Arbeiten auf Papier.

Foto: Rolf Rose, ohne Titel, 2000, Acryl auf Bütten, 57 x 77 cm

     

JOE BARNES - ROLF ROSE
WORKS ON PAPER
06.11.15  -  19.12.15

Eröffnung am Freitag, 11. September, 18 UhrVerlängerte Öffnungszeiten am gallery weekend,12./13. September, 12-17 Uhr.

Die iranische Künstlerin Mojé Assefjah entwickelt in ihrer Malerei eine unverwechselbare Bildsprache von außergewöhnlicher Anmut. Teils breite, geschwungene Farbbänder erschließen den Bildraum in alle Richtungen. Dabei winden sich die Pinselzüge mit ihrer spezifischen Farbigkeit und feinen Struktur in dynamischer Gestik über den Bildträger, verdichten und überlappen sich und lenken den Blick des Betrachters in tiefer liegende Ebenen. Die Verwendung der fast in Vergessenheit geratenen Eitempera-Technik und Tusche in vielen dünnen Lasuren ermöglicht der Künstlerin Farbwirkungen, die an die italienische Freskomalerei der Frührenaissance erinnern. Die dunkleren, meist farbintensiven Schlaufen im Bildvordergrund kontrastieren mit der kreidigen Tonalität des Hintergrunds. Manchmal hinterlässt eine Aussparung ein Stück Leinwand unbemalt und erzeugt so einen Lichtstrahl im Dunklen. Obwohl sich die Künstlerin der nicht-abbildhaften Malerei verschrieben hat, vermitteln die Bilder eine Idee von Räumlichkeit und rufen Assoziationen an Landschaften, pflanzliche Formen und Stoffdraperien hervor. Die Flexibilität der Bewegungen und Pinselstriche erinnert an persische Kalligrafie. Leichtigkeit und strukturelle Dichte sowie der Wechsel von Transparenz und Opazität, Licht und Dunkelheit, Nähe und Ferne kennzeichnen Assefjahs Bildwelten, die eine geheimnisvolle Tiefe und atmosphärische Qualität in sich bergen.Mojé Assefjah wurde 1970 in Teheran geboren, ihre Familie siedelte 1986 nach Deutschland über. Sie lebt und arbeitet in München. Von 1992-98 hat sie an der Akademie der Bildenden Künste in München Malerei studiert, ab 1997 als Meisterschülerin von Prof. Jerry Zeniuk. 1999 erhielt sie den Förderpreis für Bildende Künste des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie das DAAD-Jahresstipendium für einen Rom-Aufenthalt. 2013 war sie im Zuge des Residency Program at the International Studio & Curatorial Program (ISCP) in New York. Seit 1999 werden ihre Arbeiten regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa und im Vorderen Orient gezeigt. Ihre Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, der Schweiz und in China (darunter Städtische Galerie im Lenbachhaus/München; Pinakothek der Moderne, Bayerische Staatsgemäldesammlung/München; Graphische Sammlung/München; Guangdong Art Museum/Guangzhou, China).

Foto: WHISPER, 2014, Eitempera auf Nessel, 80 x 60 cm

SO CLOSE, YET SO FAR
Mojé Assefjah
11.09.15  -  17.10.15

Sommerfest im Galeriehaus:

Freitag, 28. August, ab 18 Uhr

Wir haben am Samstag und Sonntag, 29./30. August, von 12-17 Uhr geöffnet.

 

 

 

 

Foto: Nikola Irmer, Dog Days, 2005Öl auf Leinwand, 140 x 200 cm

SOMMERFEST IM GALERIEHAUS HAMBURG
28.08.15  -  30.08.15

Eröffnung am Samstag, 20. Juni, 18 UhrDie Ausstellung ist auch am Sonntag, 21. Juni, 11-18 Uhr geöffnet.In ihren Fotografien setzt Isabella Berr das Prinzip der Unschärfe konsequent ein, so dass feste Körper, Konturen und Details bis zur Auflösung verschleiert sind. Verbleibende narrative Elemente sowie die Andeutung von Orten und Räumen führen ins Unbestimmbare und muten wie Traumsequenzen in einem Zustand der Erstarrung an. Entstanden im öffentlichen Raum, fast wie im Vorübergehen, sind die Bilder jedoch sorgfältig ausgewählt. Durch die Unschärfe entfaltet Berr in den geheimnisvoll wirkenden Arbeiten eine unaufdringliche Intensität, die im Betrachter Erinnerungen an vertraute Orte und Menschen hervorruft. Statt die Aufnahmen als Beweis dafür zu verwenden, was sich in einem festgefrorenen Augenblick womöglich ereignet hat, kann der Betrachter darüber nachdenken, was sich alles ereignen könnte: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft müssen nicht statisch sein. Erstarrung und Reglosigkeit lösen sich und die Farben und Formen beginnen vor den Augen zu tanzen, vielfache Identitäten und Bedeutungen werden möglich. Die Bilder verführen den Betrachter zu Kontemplation und Loslösung von der "Wirklichkeit" und   zeigen eine Welt, in der sämtliche Bildebenen zu einem einzigen Raum verschmelzen. Ob die Zeit für einige Augenblicke stillzustehen vermag, hängt von der Bereitschaft des Betrachters zu einer veränderten Wirklichkeitswahrnehmung ab. Berrs Fotografien bieten die Möglichkeit, sich dem normalen Wahrnehmungsfluss zu entziehen und über eine ihnen innewohnende Erzählung nachzudenken.Isabella Berr wurde 1963 in Schongau geboren. Sie lebt und arbeitet in München.

2013 ist die umfangreiche Monografie "Isabella Berr: Walking Dreams" erschienen.Hg. von Jürgen B. Tesch, mit einem Beitrag von Holden Luntz.Text: Deutsch/Englisch, 128 Seiten, 62 Farbfotografien.Hirmer Verlag, Sammler Edition, München 2013. ISBN: 978-3-7774-2083-7

 

VOM STILLSTEHEN DER ZEIT
Isabella Berr
20.06.15  -  22.07.15

Eröffnung am Freitag, 8. Mai, 18 UhrUm 19 Uhr führt Jo Schöpfer durch die Ausstellung.Die Werke des Bildhauers Jo Schöpfer im Kontext von öffentlichem Raum und Architektur entstehen in der spezifischen Auseinandersetzung mit Ort, Raum, Inhalt und technischen Bedingungen.Die Ausstellung dokumentiert anhand von Foto-/Modellmaterial und Original-Kunstwerken unterschiedliche Vorgehens ­weisen seiner künstlerischen Arbeit, u. a. folgende Aspekte:1. Nachdem der Bau fertiggestellt ist, wird eine bereits realisierte künstlerische Arbeit zugefügt. Sie wird bestenfalls »ein- oder angepasst «. Eine »autonome « Skulptur (frei stehende Plastik) wird ohne zwingende räumliche Bindung aufgestellt ( »drop sculpture «).2. Nach der weitgehenden Fertigstellung des Bauvorhabens wird der Künstler mit der Aufgabe konfrontiert und die künstlerische Arbeit entsteht in der Auseinandersetzung mit der bereits vorgefundenen Situation und findet hiermit ihre mit dem Ort verbundene Aussage ( »site-specific sculpture «).3. Bereits zu einem frühen Zeitpunkt in der Planungsphase oder der baulichen Realisierung wird der Künstler in das Projekt mit einbezogen. Die künstlerische Arbeit kann in der   Diskussion mit den Planern entwickelt werden und sowohl baulich-technisch als auch inhaltlich in die Architektur eingefügt werden. Die künstlerische Arbeit integriert sich, verschmilzt mit dem Bau und ist als autonome künstlerische Arbeit nicht mehr von der Architektur zu trennen.Alle drei genannten Vorgehensweisen finden in der Praxis Anwendung, entwickeln aber gänzlich unter ­schiedliche Verbindlichkeiten und Bezugnahmen zum Raum, Bau und dessen Nutzung.  Eine Veranstaltung im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers 2015.www.architektursommer.de

SITE-SPECIFIC OR DROP SCULPTURE?
Jo Schöpfer
08.05.15  -  06.06.15

Eröffnung am Freitag, 20. März, 18 UhrVerlängerte Öffnungszeiten am gallery weekend:21./22. März, 12-17 Uhr.Subtil, sensibel, schön die lichten, fließenden Installationen der Bildhauerin Angela Glajcar und die Leichtigkeit ihrer Objekte erfüllen Ausstellungsräume mit Poesie und lassen den Betrachter erstaunen. Dabei arbeitet die Künstlerin mit fragilen Materialien, gerissenen Papierbahnen und zartem Glasgewebe, die durch Schichtungen und Wölbungen plastische Präsenz erlangen und sich mithilfe des einfallenden Lichts zu scheinbar aus sich selbst heraus leuchtenden Körpern entwickeln. Glajcar reißt mitten in die Bahnen Löcher, die im räumlichen Gefüge Durchblicke und Tiefenperspektiven ermöglichen, oder sie lässt die geradlinigen und sauberen Papierkanten großzügig ausfransen, um die innere Materialstruktur bloßzulegen.Das Verhalten des Materials gegenüber Licht spielt eine entscheidende Rolle. Weißes Papier nimmt das Licht der Umgebung auf und bringt so seine vielfältigen Farbtöne zur Geltung. Licht und Schatten zeigen ein Wechselspiel innerhalb und außerhalb der Arbeiten und verwandeln sie in ein multidimensionales Werk. Filigran durchbrochene Planen oder organisch anmutende Objekte mit spiralförmiger Tiefenwirkung haben etwas Mystisches an sich und laden ein, sich in ihnen zu versenken. Gegensätze wie Leichtigkeit und Schwere, Ruhe und Dynamik, Schönheit und Zerstörung sowie Licht und Schatten werden in Glajcars Werken erfahrbar.Die Künstlerin hat für ihre hintereinander gestaffelten Papierarbeiten die Bezeichnung "Terforation" geprägt. Das Wort leitet sich einerseits von Perforation ab, dem Lateinischen foramen = Loch, dem Durchlochen von Hohlkörpern oder flachen Gegenständen. Andererseits lehnt sich der von Glajcar etablierte Terminus an das lateinische terra = Erde an. Damit spielt die Künstlerin auf den Begriff terra incognita = unerforschtes Land oder Neuland an. Die Blicke in die Arbeiten hinein, die jedoch niemals einen kompletten Blick durch die Arbeit hindurch zulassen, können auch als Blicke in unerforschtes Land angesehen werden.Angela Glajcar wurde 1970 in Mainz geboren. Sie studierte von 1991 bis 1998 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Tim Scott, ab 1996 als Meisterschülerin.Im Herbst 2014 kreierte Glajcar für die Kunsthalle Kiel eine beeindruckende raumgreifendeInstallation. In diesem Frühjahr zeigt das MOCA in Jacksonville, Florida, eine monumentale Terforation.In unserer ersten gemeinsamen Einzelausstellung präsentieren wir eine raumgreifende, begehbare Terforation der Künstlerin und neue Papierobjekte.

TERFORATION
Angela Glajcar
20.03.15  -  02.05.15

Eröffnung am Freitag, 6. Februar, 18 UhrJon Groom hat sich der ungegenständlichen Malerei verpflichtet und konzentriert sich auf ein reduziertes Farb- und Formvokabular, dessen Wiederholung einen Vergleich zu einer Mandala oder einem Mantra zulässt. Von den klar definierten, geometrischen Farbflächen geht eine kontrollierte Strenge aus, was für den Maler eine wirkungsvolle Möglichkeit darstellt, sich nicht treiben zu lassen, wie er sagt, sondern die Ratio vorzuschalten. Und dennoch strahlen seine Bilder eine extreme Emotionalität aus, die den Betrachter in den Bann zieht und mit der Groom die Poesie in die Kunst zurück bringt. Wer sich auf seine Arbeiten einlässt, wird beides erleben: Einfachheit und Komplexität. Auf den ersten Blick mutet seine Formensprache einfach an, der Betrachter erlebt jedoch einen vielschichtigen Farbraum-Kosmos von starker Präsenz und suggestiver Strahlungsenergie.In seiner aktuellen Serie der SANDOKAI PAINTINGS überzieht Groom die Holztafeln Schicht um Schicht mit seinen mit großer Erfahrung austarierten delikaten Pigmentmischungen, in die viel Kristallines eingebunden ist. Diese Schichten bzw. diese Haut, geben den strengen geometrischen Flächen Raum und Körper. Sie lassen sie zuweilen in den Raum hinein wachsen, ergreifen den Betrachter und umhüllen ihn mit ihrer Atmosphäre.Der Titel SANDOKAI PAINTINGS ist einem Gedicht entlehnt, einem der wichtigsten buddhistischen Texte, die im Soto-Zen rezitiert und studiert werden. Übersetzt bedeutet er "Die Harmonie zwischen Unterschied und Gleichheit" und stellt die Essenz der Buddha-Lehre dar. Das Sandokai handelt von der Verwirklichung der fundamentalen Einheit innerhalb der Widersprüche und der Dualität, die von unserem Gehirn hervorgebracht werden.Jon Groom wurde 1953 in Powys, Wales, geboren und studierte am Cardiff College of Art (B.A.) sowie an der Chelsea School of Art (M.A.) in London. Im Anschluss daran ermöglichte ihm das Boise Stipendium der University of London einen Amerikaaufenthalt. Er verbrachte eine längere Zeit in London, New York, Mexiko, Italien und Indien. Seit 1978 wird Grooms Werk auf breiter internationaler Ebene ausgestellt und ist in bedeutenden Sammlungen vertreten (u.a. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München/Städtische Galerie im Lenbachhaus, München/Stiftung für Konkrete Kunst, Reutlingen/Victoria & Albert Museum, London/National Museum of Wales, Cardiff/MoMA Museum of Modern Art, New York/Philadelphia Art Museum, Philadelphia).Er lebt und arbeitet in München.

SANDOKAI PAINTINGS 2014-2015
Jon Groom
06.02.15  -  14.03.15

Neujahrsempfang im Galeriehaus Hamburg am Freitag, 16. Januar, 19 Uhr.Eröffnung am Freitag, 5. Dezember, 18-20 Uhr

Nicholas Bodde gestaltet in seiner Malerei Farbanordnungen, die von Weitem wie akkurate, farbintensive Streifenbilder anmuten. Dabei liegt die Konzentration auf horizontalen, parallel verlaufenden Feldern, Bändern und fadenfeinen Linien auf geometrisch geformten Bildträgern aus Aluminium. In der Nahansicht offenbaren sich jedoch die vielfältigen Farb ­materialien und Oberflächenbehandlungen der einzelnen Felder in einer stofflichen Präsenz, so dass eine zusätzliche Tiefenebene entsteht. Neben Ölfarben verwendet der Künstler Acryl und Industrielacke, Kunst-stofffolien und Aquarellfarben. Die Farbmaterialien werden mit Pinseln, Rakeln oder Walzen aufgetragen, die Folien geklebt und die Lacke auf das Aluminium gespritzt - eine Reminiszenz an die industrielle Fertigung, deren perfektes Erscheinungsbild von den anderen Verfahren überlagert wird. Auf diese Weise entstehen unterschiedliche Texturen, die spannungsreich aufeinander treffen: Reliefartig dicke Rillen stehen neben glatten, glänzenden Flächen, raue und strukturierte neben seidigen. Durch die viel ­fältige Palette an reinen Tönen und nuancen-reichen Mischungen wechseln die Farbklänge zwischen starken Kontrasten und zarten Pastellfolgen. Glänzende, reflektierende Felder beziehen die Umgebung in den Bildraum ein, während aufgeraute Flächen haptische Reize auslösen und so als zartes Farbrelief den sinnlichen Charakter von Boddes Malerei betonen.Auch wenn diese Arbeiten mit ihrer geometrisch-konstruktiven Struktur der geometrischen Abstraktion der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts verpflichtet sind, so haben sie und die ihr zugrunde liegende künstlerische Haltung wenig mit den Farb-, Form- und Proportionsdogmen, den errechneten, kalkulierten Bildern der Konkreten zu tun. Abgesehen von seiner Festlegung auf die Streifenstruktur ist die weitere Vorgehensweise des Künstlers intuitiv und spontan. Er defi ­niert sich somit als konzeptionellen Farbmaler, der Strategien des Konstruktiven verwendet und Farbe sowie Farboberflä ­chen in ihrer Vielzahl an Klängen und Modulationen mit investigativer Neugier untersucht.Eine aktuelle Entwicklung im Werk des Künstlers stellt die Serie der "dynamischen" Arbeiten dar, in der Bodde die Farblinien und -flächen nicht parallel setzt, sondern sie in die Raumtiefe richtet und in einer Weise verkürzt, dass sie auf einen gemeinsamen imaginären Fluchtpunkt außerhalb des Bildes zulaufen.  Nicholas Bodde, 1962 in New York geboren, lebt und arbeitet in Bremen, wo er von 1982-89 an der Hochschule für Künste bei Prof. K.-H. Greune und Prof. W. Schmitz Malerei studiert hat.

FARBENSPIEL
Nicholas Bodde
05.12.14  -  24.01.15

Eröffnung am Freitag, 31. Oktober, 18-20 Uhr19 Uhr Einführung durch Dr. Guido SchlimbachKunst-Station Sankt Peter KölnIan McKeever ist bekannt für seine großformatigen Werkgruppen, in denen sich der behutsame Einsatz von Farbe und die stark reduzierte Sprache organischer Formen zu monumentalen Bildern fügen. Anders als diese Arbeiten, die den Betrachter auf Abstand halten, um sie als Ganzes erfassen zu können, laden die kleinen Holztafeln der aktuellen Serie zu einem intimeren Blick und einer direkten Betrachtung ein. Materialität und Farbe sind maßgeblich für die Erfahrung dieser Werke: Die vielgestaltigen Kombinationen von bemalter Leinwand, die der Künstler auf Holz montiert und Schicht für Schicht mit Öl- und Acrylfarbe übermalt, rufen Erinnerungen an die Collagen des frühen Modernismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts hervor. Die für McKeevers Malerei so typischen unzähligen Malschichten führen auch hier zu einem beeindruckenden Zusammenspiel von Raum, Licht und Strukturen.Hours of Darkness, Hours of Light nennt McKeever diese Serie, in der er die Empfindungen von Dunkelheit und Licht in jedes einzelne dieser Bilder bringt und ihnen mit den Möglichkeiten der Malerei Ausdruck verleiht. Vor allem Weiß, Schwarz und Rot dominieren die Tafeln in vielfältigen Schattierungen und führen den Blick des Betrachters auf das Darunter und Dahinter der entstehenden Räume und ihrer Tiefen. Das feine Überlagern, ineinander Übergehen und Überschneiden der pastosen und transparenten Farbschichten ruft Formfindungen unterschiedlicher Prägungen hervor und lässt auf geheimnisvolle Weise Hell und Dunkel entstehen.Ian McKeever zählt zu den bedeutendsten britischen Malern seiner Generation. Er wurde 1946 in Withernsea, Yorkshire, geboren, und lebt und arbeitet in Hartgrove, Dorset, England. Seine Werke befinden sich in renommierten Sammlungen in Europa und den USA, u. a. Tate Gallery/London, British Museum/London, Royal Academy of Fine Arts/London, Louisiana Museum of Modern Art/ Humlebæk, Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft/Freiburg i. Br., Schloss Morsbroich/Leverkusen, Staatliches Museum für Kunst und Design/Nürnberg, Kunsthalle Kiel, mumok, Museum moderner Kunst/Wien, Museum of Fine Arts/Budapest, Metropolitan Museum/New York, Boston Museum of Fine Art/Bosten.Foto: Stephan Brendgen

PAINTED PANELS, 2012-2014
Ian McKeever
31.10.14  -  29.11.14

Eröffnung am Freitag, 12. September, 18-22 Uhr

Verlängerte Öffnungszeiten am gallery weekend:13./14. September, 12-17 Uhr.Jo Schöpfer baut unter Verwendung von patinierter Bronze, gefasstem Glas und eloxierten Aluminiumtafeln transparente Körper und lichte Kompositionen mit einer klaren, der minimal art verpflichteten Formensprache. In seiner Beschäftigung mit Masse, Raum und Volumen bewegen sich die Werke häufig an der Grenze zwischen Bildhauerei und Architektur. Schöpfer arbeitet innerhalb mehrerer Serien, die sich in der Wahl des Materials und der Formgebung unterscheiden. Die THRESHOLDS bilden eine Gruppe mit streng orthogonal angeordneten Stäben und Stegen, in die Glasplatten eingeschoben werden, während die als SFERA benannten Werke aus ineinander ragenden Kreisen bestehen, die miteinander eine unregelmäßige Kugel umschreiben und organisch anmuten. Als UNITS bezeichnet Schöpfer mehrteilige Wandarbeiten aus eloxierten, farbigen Aluminiumtafeln, mit denen er seine Werke in die Nähe des klassischen, zweidimensionalen Wandbildes bringt. Die opake Fläche öffnet hier allein in den Fugen zwischen den Tafeln die Andeutung eines Raumes, während seine Objekte und gitterartigen Skulpturen den umschlossenen und sie umgebenden Raum konstituieren und strukturieren.Die Kombination aus harten, starren Materialien und verschiedenen Oberflächen, die Rhythmik der Linien und Flächen sowie die offenen, lediglich umschriebenen Volumen entfalten eine ganz eigene Kraft. Der Betrachter kann die Skulpturen nur dann genügend erfassen, wenn er um das einzelne Werk herumgeht, es in der Bewegung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und hinein- und hindurchblickt.Parallel zu den Skulpturen, Reliefs und Wandarbeiten entstehen Zeichnungen in Bleistift, Tusche und Aquarell als eigenständige Werke. Kleine, spannungsreiche Formen, die an Schöpfers dreidimensionale Gefüge erinnern, ziehen auf dem großzügigen Umraum des Blattes die Aufmerksamkeit auf sich und beeindrucken durch ihre zurückhaltende Geste.1951 in Coburg geboren, studierte Schöpfer von 1974 bis 1980 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste und Kunstgeschichte an der Universität in Stuttgart. Er erhielt 1985 das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. 1986 wurde ihm der Phillip-Morris-Preis, 1987 das Stipendium der Villa Massimo in Rom und 1989 das Arbeitsstipendium des Kunstfonds e.V. Bonn verliehen.Von 1985 bis 1990 folgte er einem Lehrauftrag an der Universität Karlsruhe. Schöpfer ist Mitglied des Deutschen Künstlerbundes. Weiterhin ist er im Sachverständigenkreis Kunst am Bau im Bundesministerium für Umwelt, Bau und Reaktorsicherheit. Zahlreiche Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum sowie in öffentlichen Sammlungen.Jo Schöpfer lebt und arbeitet in Berlin.

     

ANSICHTSSACHE
Jo Schöpfer
12.09.14  -  18.10.14

Sommerfest im Galeriehaus am Freitag, 22. August, 18-22 Uhr

Wir zeigen vom 12. bis 30. August in der Ausstellung WHITE SENSATION Arbeiten von Joe Barnes (Malerei), Mats Bergquist (Enkaustik-Objekte) und Angela Glajcar (Arbeiten aus Papier). Das zentrale Thema der Ausstellung ist, die unbunte Farbe Weiß in vielen ihrer möglichen Schattierungen, farbigen Nuancen und lichtbedingten Veränderungen als eine Möglichkeit der Kunst in ihren Grundbegriffen zu erleben.

WHITE SENSATION
Joe Barnes, Mats Bergquist, Angela Glajcar
12.08.14  -  30.08.14

Eröffnung am Freitag, 9. Mai, 18-22 Uhr.Verlängerte Öffnungszeiten am gallery weekend:10./11. Mai, 12-17 Uhr.

Nikola Irmer schlägt auf der Suche nach neuen Bildwelten immer wieder ungewöhnliche Wege ein. So führt sie ihr Gespür für Skurriles in die Sammlungen von Tierpräparaten in Naturkundemuseen und deren Depots im In- und Ausland, die für die Öffentlichkeit teilweise unzugänglich sind. Irmer befasst sich in ihren Ölbildern und Zeichnungen seit nunmehr sieben Jahren mit historischen Sammlungen ornithologischer Präparate und Skelette, neuerdings kommen Gläser mit Flüssigpräparaten von Amphibien, Reptilien und Fischen dazu.In veränderten Perspektiven, Ausschnitten und Fokussierungen auf Details einzelner Tiere zeigt sie in ihren Bildern Ansichten auf Regale und Kabinettschränke, die mit ausgestopften Vögeln, deren Skeletten und Gläsern mit Chamäleons und Fröschen überfüllt sind. Die Künstlerin bedient sich dabei einer an die Figur gebundenen, aber dennoch deutlich abstrahierten Malerei. Die realitätsnahe Farbigkeit des Dargestellten wird durch Verwischungen und einen zum Teil gestischen Duktus relativiert. In den mit Flüssigkeit gefüllten Gläsern führen die Spiegelungen der nahen Umgebung und die Aufhebung des Hintergrunds zu einer stark abstrahierten Wiedergabe des Gesehenen.Beim Betrachten der Bilder und Zeichnungen wird deutlich, dass es Irmer weder um eine exakt wirklichkeitsgetreue Darstellung noch um die vollkommene Entzifferung eines Bildinhalts geht, sondern vielmehr um die Malerei selbst.Im vollen Bewusstsein um die Geschichte und Bedeutung der Sammlungen erzählen die Bilder noch eine andere Geschichte. Die Konfrontation mit den Präparaten in den Lagerräumen wird für die Künstlerin so manches Mal zu einer unheimlichen Begegnung, bei der die toten Körper sehr lebendig, wie zu neuem Leben erweckt, aussehen. Jedes der präparierten Tiere hat eine Geschichte, suggeriert dem Betrachter einen Charakter und eine Interaktion mit seiner Umgebung. In ihren Werken verfolgt die Malerin das poetische Potenzial der Naturkunde, das der Praxis des Sammelns und der wissenschaftlichen Forschung innewohnt, gepaart mit dem Wunsch, die Masse an toten Tieren, die zu Lehrzwecken kategorisiert und präpariert wurden, wiederzubeleben und eine Gemeinschaft mit den Tieren zu erschaffen.Nikola Irmer wurde 1970 in Starnberg geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin.1992 begann sie ihr Studium am San Francisco Art Institute, das sie 1993 an der Glasgow School of Art fortsetzte und 1995 mit dem Bachelor of Fine Arts abschloss. Ein im Anschluss daran absolviertes Studium am Hunter College, City University New York, schloss sie 1998 mit dem Master of Fine Arts ab. 2003 erhielt Irmer ein Stipendium der Stiftung Kulturfonds. Seit 1995 stellt sie im In- und Ausland in Einzel- und Gruppenausstellungen aus. 2012 nahm sie an der dOCUMENTA (13) in Kassel teil. Im Rahmen  der Ausstellung "The Worldly House. An Archive Inspired by Donna Haraway’s Writings on Multi-Species Co-Evolution" zeigte Irmer ihr   Projekt "Promethean Boldness".

STILLED LIVES
Nikola Irmer
10.05.14  -  07.06.14

Eröffnung am Freitag, 14. Februar, 18-20 Uhr.Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.Rupert Eder (*1968 Bad Aibling) ist ein Maler im traditionellen Sinne. Fasziniert von den Möglichkeiten und Bedingungen der Malerei, verleiht er den verwendeten Materialien Leinwand, Leinen, Aquarellpapier und einer Vielzahl an Farbpigmenten Wert und Bedeutung. Seine künstlerische Entwicklung führt Eder mit beeindruckender Konsequenz und stetiger Erweiterung fort. So ist über die Jahre ein reich verzweigter Werkkosmos entstanden, in dem sich malerische Interessen mit dem Erleben der Natur und des Lichts vermengen. Stillstand gibt es in seinem Schaffen genauso wenig wie in seinen Arbeiten selbst, denn Lebendigkeit, Dynamik und Farbfreude machen das Betrachten der Bilder zu einem sinnlichen Ereignis.Viele Werke tragen einen gemeinsamen Titel und bilden Serien, in denen Eder bestimmte Gedanken verfolgt und eine formale Sprache erarbeitet. In der Gruppe "space between ears" schafft der Künstler aus jeweils vier Farbbalken rechtwinklige Binnenformen, deren Mitte ausgespart ist. Dadurch ist der Blick auf das Material des Bildträgers ein strukturiertes, dunkles Leinen freigegeben. Die breiten Farbfelder fügen sich häufig aus mehreren nebeneinander gesetzten Pinselstrichen zusammen, die sich an den Eckpunkten überlagern und dort zu neuen Farbmischungen und -wirkungen führen. Während diese Arbeiten eher einer formalen Strenge folgen, tritt in den jüngsten Bildern ein spielerischer Umgang mit den Formen auf. "every word" heißt eine Werkgruppe, in der Eder den Pinsel in alle Richtungen gleiten lässt und den Bildraum in der Bewegung für sich einnimmt. Das so entstehende Liniengeflecht tritt auch hier mit dem offenen Malgrund in Interaktion.In den Aquarellserien "ghost paintings" und "spirit paintings" ruft das Zusammenspiel zart fließender und deckender Farbschichten organisch anmutende Formen hervor, die beim einzelnen Blatt Licht und Transparenz erzeugen.Der Ausstellungstitel "a painting is a painting is a rose" spielt auf Gertrude Steins berühmtes Zitat "Rose is a rose is a rose is a rose" an: So wie allein der Name eines Menschen Bilder und Emotionen auslösen kann, generieren auch Eders Arbeiten beim Betrachten trotz ihrer Nicht-Figuration neben Empfindungen vielschichtige Bedeutungsebenen und Konnotationen.In der Ausstellung werden neue Ölbilder auf Leinen sowie Aquarelle auf Papier gezeigt.

A PAINTING IS A PAINTING IS A ROSE
Rupert Eder
15.02.14  -  15.03.14

Am Donnerstag, 21. November, 18-20 Uhr, eröffnen wir unseren neuen Galeriestandort mit einer Ausstellung aller Galeriekünstler:Mojé Assefjah l Joe Barnes l Mats Bergquist l Isabella BerrNicholas Bodde l Rupert Eder l Jon Groom l Nikola IrmerChristian F. Kintz l Ian McKeever l Ivo Ringe l Jo SchöpferSteven Scott

Ausstellungsdauer 22. November bis 21. Dezember 2013 Di-Fr 13-19 Uhr, Sa 12-16 Uhr u.n.V. Im Januar 2014 nach Vereinbarung.Neuer Galeriestandort Galeriehaus Hamburg, Klosterwall 13.Das Galeriehaus liegt direkt auf der Kunstmeile Hamburg zwischen Hauptbahnhof und den Deichtorhallen.

 

BEST OF
Künstler der Galerie
22.11.13  -  31.01.14

Vom 27. Januar bis 28.  April 2013 istCHRISTIAN F. KINTZ im Museum gegenstandsfreier Kunst Otterndorf zu sehen:Farbe hoch 3 (mit Yuji Takeoka, Werner Haypeter)

Christian F. Kintz versteht die Malerei als einen Prozess, in dem sich Farbe und Oberfläche durch den kontinuierlichen Auftrag vieler Schichten entwickeln. Während sich auf den ersten Blick vielleicht noch der Begriff der monochromen Malerei anbietet, löst sich der monochrome Farbeindruck bei näherer Betrachtung auf. Die Leinwandbilder bestehen nicht aus einem homogenen Farbton, vielmehr geben die zahlreichen übereinander liegenden und glatt gespachtelten Farbschichten von der Seite aus betrachtet den Blick auf das dickflüssig hervortretende Farbmaterial frei und machen die Entstehung des Bildes als Prozess sichtbar. Die Farbentscheidungen werden nach einer ersten Festlegung für eine Ausgangsfarbe Schicht für Schicht aufs Neue getroffen. Der Künstler arrangiert die Bilder unterschiedlicher Formate und Farbgebung zu wandfüllenden Gruppierungen, Reihungen und Gegenüberstellungen und setzt ihre reduzierten, aber von einer starken Präsenz charakterisierten Oberflächen zueinander in Beziehung.Die in den letzten Jahren neu entstandenen Objekte bewegen sich im Grenzbereich zwischen Malerei und Skulptur und lassen direkte Impulse aus der Minimal Art und dem Abstrakten Expressionismus erkennen. Die Verwendung industriell gefertigter Aluminiumkuben begegnet dem expressiven Farbauftrag. Gelenkt durch Farbmenge und verschiedene Techniken des Auftragens sucht sich die Farbe außen und im Inneren des Kubus ihren Weg in alle Richtungen und häuft sich zu organischen Ansammlungen sich vermischender Farbmasse an.Auch mit den Objekten aus seiner aktuellen Werkreihe zeigt Kintz unter Verwendung neuer, vorgefundener Formen und unterschiedlicher Farbmaterialien im impulsiven, gestischen Ausdruck Farbe nicht nur als visuelle Erscheinung, sondern vor allem als Stoff, dem eine physikalische Präsenz innewohnt.Christian F. Kintz wurde 1968 in Freiburg i. Breisgau geboren und hat zunächst in Freiburg (1989-93 Freie Akademie für Bildende Kunst), anschließend in Hamburg (1993-98 Hochschule für Bildende Künste), u. a. bei Prof. Franz Erhard Walther, studiert. Seine Werke, zu denen neben den Leinwandbildern und Objekten auch Wallpaintings, Fotografien und Prints zählen, werden international ausgestellt und befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen (u. a. Haus Konstruktiv/Zürich, Konst pa Andersen/Stockholm, Museum gegenstandsfreier Kunst/Otterndorf, Ege Kunst- und Kulturstiftung/Freiburg).Ab Januar 2013 werden seine Arbeiten in der Ausstellung "Farbe hoch 3" im Museum gegenstandsfreier Kunst Otterndorf zu sehen sein.

WAHNFARBEN
Christian F. Kintz
24.11.12  -  19.12.12

Umbau- und urlaubsbedingt ist die Galerie bis zum 31. Juli 2014 nur nach Vereinbarung geöffnet.

Die iranische Künstlerin Mojé Assefjah entwickelt in ihrer Malerei eine eigene, unverwechselbare Bildsprache von außergewöhnlicher Anmut. Ihre breiten, geschwungenen Farbbänder erschließen den Bildraum in alle Richtungen. In dynamischer Gestik winden sich die Pinselzüge mit ihrer spezifischen Farbigkeit und feinen Struktur über den Bildträger, verdichten und überlappen sich und führen den Blick des Betrachters auf tiefer liegende Ebenen. Die Verwendung der fast in Vergessenheit geratenen Eitempera-Technik und Tusche in vielen dünnen Lasuren ermöglicht der Künstlerin Farbwirkungen, die an die italienische Freskomalerei der Frührenaissance erinnern. Die dunkleren, meist farbintensiven Schlaufen im Bildvordergrund kontrastieren mit der kreidigen Tonalität des Hintergrunds. Obwohl sich die Künstlerin der nicht-abbildhaften Malerei verschrieben hat, vermitteln die Bilder doch eine Idee von Räumlichkeit und rufen Assoziationen an Landschaften hervor. Leichtigkeit und strukturelle Dichte sowie der Wechsel von Transparenz und Opazität, Licht und Dunkelheit kennzeichnen Assefjahs Bildwelten, die eine geheimnisvolle und atmosphärische Qualität in sich bergen.

Mojé Assefjah wurde 1970 in Teheran geboren, ihre Familie siedelte 1986 nach Deutschland über. Sie lebt und arbeitet in München. Von 1992-98 hat sie an der Akademie der Bildenden Künste in München Malerei studiert, ab 1997 als Meisterschülerin von Prof. Jerry Zeniuk. 1999 erhielt sie den Förderpreis für Bildende Künste des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie das DAAD-Jahresstipendium für einen Rom-Aufenthalt. 2013 wird sie im Zuge des Residency program at the International Studio & Curatorial Program (ISCP) ihre Arbeit in New York fortsetzen.Seit 1999 werden ihre Arbeiten regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa und im Vorderen Orient gezeigt. Ihre Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, der Schweiz und in China (darunter Städtische Galerie im Lenbachhaus/München; Pinakothek der Moderne, Bayerische Staatsgemäldesammlung/München; Graphische Sammlung/München; Guangdong Art Museum/Guangzhou, China).

DER ABEND, EIN NICHTS, EINE SCHWALBE SEHR WEIT...
Mojé Assefjah
20.10.12  -  17.11.12

Mats Bergquist wurde 1960 in Stockholm geboren und wuchs in verschiedenen Ländern der Welt auf, darunter in Russland, Polen und China. Heute lebt und arbeitet er im italienischen Bassano del Grappa und im schwedischen Nyköping. Das Interesse und die Offenheit an den verschiedenen kulturellen Einflüssen sowie das meditative und kontemplative Arbeiten finden Eingang in seine Kunst, die von poetischer Sensibilität ist und den Betrachter in ihren Bann zieht.Bergquist selbst bezeichnet sich als Maler, seine Arbeiten sind Malerei, dennoch gleichen die monochromen, vorzugsweise in Weiß und Schwarz gehaltenen Bilder in ihrer physischen Präsenz plastischen Objekten. Der Künstler fertigt sie in einem aufwändigen und disziplinierten Verfahren an, das die über 1.000 Jahre alte Tradition der russischen Ikonenmalerei aufgreift: Die Bildträger aus Holz werden mit einem rauen Leinengewebe bespannt, das erst mit Leim und dann mit vielen Schichten von Kalk bedeckt wird. Wieder und wieder werden die Oberflächen glatt geschliffen und erneut bestrichen. Erst am Schluss trägt der Künstler den Farbträger aus einer Mischung von Farbpigmenten und flüssigem Wachs auf. Auch dieser wird geschliffen und poliert, bis die Bilder ihre teilweise opake, teilweise wolkige und fein glänzende Oberfläche erlangen. Eine Konstante in Bergquists Werk bildet dabei die stets konkav oder konvex gekurvte Form der Holzcorpi.Entscheidend für die Wirkung und Intensität dieser sich auf völlige Reduktion besinnenden Werke ist neben dem Wechselspiel von konkav und konvex die Verwendung verschiedener haptischer Oberflächen: Die weich reflektierenden Wachsmembranen, die aus sich selbst heraus zu leuchten scheinen, treten in Kontrast zu den stark pigmentierten, das Licht völlig absorbierenden Oberflächen.Jedes Bild ist ein für sich stehendes Werk, jedoch entsteht im Zusammenspiel mit den anderen Arbeiten ein spannungsvoller Dialog, der auch auf die umliegende Architektur eingeht. Neben den Bildern an der Wand vervollständigen abstrakte Architekturformen im Raum das Arrangement. Die einzelnen Arbeiten sind verhalten und dennoch spannungsvoll, sie strahlen eine große Faszination und Lebendigkeit aus.Die Ausstellung HYPERICUM zeigt eine Installation monochromer Werke des Künstlers von zur Kontemplation einladender Ruhe.

HYPERICUM
Mats Bergquist
24.08.12  -  22.09.12

Eröffnung am Samstag, 21. Juli 2012, 17-19 UhrSteven Haberland hat sich auf die Porträtfotografie spezialisiert, vor allem auf Musiker aus Klassik, Jazz, Rock und Pop sowie musikalische Newcomer. Er kennt das Musikgeschäft, fotografiert seit über 15 Jahren deutsche und internationale Stars. Seine Bilder zieren CD-Cover und Plakate und entstehen im Auftrag großer Plattenfirmen oder des Künstlers selbst. In den letzten Jahren hat er sein Portfolio um die Gesichter bekannter Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Branchen erweitert. So schmückt beispielsweise sein Porträt von John Neumeier dessen 2010 erschienene Biographie oder sein Foto von Bobby Dekeyser dessen gerade publiziertes Buch.Haberlands feinsinnig inszenierten, markanten Porträts sind eine spannungsreiche Mischung aus Nähe und beobachtender Distanz, es sind eindrückliche Porträts mit Tiefgang. Von Inszenierung hält er wenig und so macht er seinem Gegenüber ungern Vorgaben. Er lässt ihnen Zeit, sich selbst der Kamera zu zeigen, sie sollen "ehrlich rüberkommen". Dabei ist für Haberland die besondere Herausforderung, die Persönlichkeit des Porträtierten, seine Ausstrahlung mit den Mitteln der Fotografie auszudrücken. Die Porträtierten erscheinen dem Betrachter vertraut, eine große Nähe ist spürbar. Es liegt wohl an seinem Gespür für feinsinnig komponierte Aufnahmen, dass Haberland es schafft, einer tausendfach abgelichteten Persönlichkeit eine neue, ungekannte Seite zu entlocken.Die Ausstellung gibt erstmals Einblick in einen weiteren Werkaspekt von Haberland: Seine Polaroids. Diese kleinformatigen Unikate werden von ihm wegen ihrer Unmittelbarkeit, ihrer sichtbaren Bildentwicklung und ihrer Eigentümlichkeit geschätzt. Die Sofortbilder, die häufig als vorbereitende Studien genutzt werden, finden bei Haberland als ein eigenständiges Medium Verwendung. Jede Aufnahme ist einzigartig, es gibt kein Negativ, das mehrfach genutzt werden könnte. In unserer Zeit der völligen Bildmanipulation, in der die Fotografie häufig reine Erfindung ist, wirkt jene Unmittelbarkeit, das Irreversible, welches keine nachträgliche Bearbeitung zulässt, nostalgisch und wie einer vergangenen Welt entsprungen.1967 in Berlin geboren, absolvierte Haberland zunächst eine Fotografie-Ausbildung und arbeitete als Produktionskoordinator für Fototeams in Los Angeles/USA. Seit 1996 lebt und arbeitet er als freier Fotograf in Hamburg. Er ist regelmäßig in Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen, seine Porträts sind in internationalen Musikzeitschriften und Magazinen veröffentlicht worden.Unsere Ausstellung BEHIND THE IMAGE zeigt Porträts verschiedener deutscher und international bekannter Persönlichkeiten. Zu sehen sind u.a. Quincy Jones, Jane Goodall, Bobby Dekeyser und Ulrich Tukur.

BEHIND THE IMAGE
Steven Haberland
21.07.12  -  11.08.12

jkl.jk.

hiö
hjklö
01.01.70  -  01.01.70

Eröffnung am Freitag, 1. Juni, 18-21 Uhr

Seit unserer letzten Einzelausstellung mit dem New Yorker Künstler Joe Barnes vor zweieinhalb Jahren haben sich die Arbeiten einer prägnanten Veränderung unterzogen. Die farbigen Flächen verwandeln sich nun in intensivere, lebendige Farbräume, die durch das umgebende Licht bestimmt und permanent verändert wird.Joe Barnes hat sich der monochromen Malerei verschrieben und zählt auf diesem Gebiet zu den Künstlern der ersten Generation. In seiner Reduktion, Klarheit und Konsequenz schafft Barnes ein Werk, das sich ganz der Auseinandersetzung mit der Farbe widmet. Die Farbe ist das wichtigste Element seiner Malerei, ist zugleich Thema und Motiv, denn er löst sie aus dem Dienst der Form und bringt sie als autonomen Wert zur Geltung. Seine Leinwandbilder waren Anfang der sechziger Jahre, als Barnes seine Künstlerlaufbahn begann, bis in die späten Achtziger ausschließlich weiß. Dann begann er mit leichtem Pastell auf Papier mit Farbe zu experimentieren. Durch die Ausdruckskraft einer einzigen, flächendeckenden Farbe erschafft Barnes Bilder von einer höchst eindringlichen Präsenz. Die vielen lasierenden Farbschichten auf quadratischen oder rechteckigen Bildträgern steigern den Farbwert zu einer außergewöhnlichen Intensität und beginnen bei längerer Betrachtung zu vibrieren. Diese Vibration erzeugt sowohl eine meditative Ruhe als auch eine emotionale Kraft. In seiner 2011 begonnenen Werkserie dient nicht mehr der Pinsel oder die Rolle zum Aufragen des neuen Farbmaterials, sondern der Spachtel. Die haptische Beschaffenheit und die eigenwilligen Tonwerte der nun verwendeten Farbe Interference stellen Barnes vor neue Herausforderungen: Während es ihm in den Arbeiten der letzten Jahrzehnte auf eine möglichst homogene Farbfläche ankam, finden sich nun auffällige Strukturen, die unterschiedliche Richtungen im Werk beschreiben. Die reflektierenden Oberflächen verändern sich lichtabhängig und verwandeln sich in intensivere, lebendige Farbräume, die durch das umgebende Licht bestimmt und permanent verändert werden. Die Bilder dominieren den Raum auf eine ruhige Weise und regen zu einer Feineinstellung unserer visuellen Wahrnehmung an.Joe Barnes wurde in Detroit, Michigan, geboren und lebt in New York City. Seit Beginn seines künstlerischen Schaffens erfährt er große Aufmerksamkeit und Anerkennung (Emily Lowe Foundation Award, Pollock-Krasner Foundation Grant, Adolph and Ester Gottlieb Foundation Grant). Seine Arbeiten werden umfassend in Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, in anderen europäischen Ländern sowie den Vereinigten Staaten gezeigt, und befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, einschließlich Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, New York, und Osthaus Museum, Hagen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

BLISS
Joe Barnes
01.06.12  -  28.06.12

Eröffnung am Freitag, 20. April 2012, 18-21 Uhr.

Isabella Berr setzt in ihren fotografischen Arbeiten das Prinzip der Unschärfe konsequent ein: Während die Stärke der Fotografie traditionellerweise darin besteht, den einen Augenblick dokumentarisch festzuhalten, werden bei Berr feste Körper, Konturen und Details bis zur Auflösung verschleiert. Verbleibende narrative Elemente sowie die Andeutung von Orten und Räumen führen ins Unbestimmbare. Der Bezug zu den Motiven, die die Fotografien einfangen, und ihr Verhältnis zum Betrachter bleiben im Ungewissen. Die Bilder bewegen sich fortwährend im Spannungsfeld von Gegenständlichkeit und Abstraktion.Ähnlich der literarischen Erzähltechnik scheint Berr Elemente der Wirklichkeit, wie Orte, Daten, Figuren, Ereignisse und Zusammenhänge zugunsten eines fiktionalen Geschehnisses zu verändern. Sie verfremdet und verkleidet das Gesehene und stellt dem Wirklichen das ihm innewohnende Mögliche gegenüber. Der Betrachter befindet sich dabei stets an der Schnittstelle von Erlebtem, Erinnertem und Geträumtem. Während durch die Unschärfe viele Details wie weg geschmolzen oder miteinander verschmolzen sind, treten andere bildkompositorische Elemente, Formen und Proportionen umso deutlicher hervor. Die Identitäten von Mensch und Ort bekommen einen neuen Zusammenhang, einen anderen Ausdruck und befinden sich in einem dauerhaften Schwebezustand.Berr lässt eine vielfältige und faszinierende Bilderwelt entstehen, die zugleich verführerisch und irritierend wirkt und dabei immer den subjektiven Sinneseindruck betont.

Isabella Berr (*1963 in Schongau) lebt und arbeitet in München. Seit 1992 ist sie als freie Fotografin  tätig.

im bereich des möglichen
Isabella Berr
20.04.12  -  19.05.12

--- Verlängert bis zum 31. März, Besuche  nach Vereinbarung ---Ian McKeever zählt zu den wichtigsten Vertretern der abstrakten Malerei seiner Generation. Seine überwiegend großformatigen Bilder sind ein beeindruckendes Zusammenspiel von Raum, Licht und Strukturen. Charakteristisch für McKeevers Arbeiten sind der sparsame Einsatz von Farbe und die stark reduzierte Bildsprache organischer Formen.

In der Berührung mit dem Malgrund bildet der Künstler mit der Farbmaterie vielfältige Strukturen aus, lässt sie aufblühen und verschwimmen. So öffnen sich einige Bilder in eine flächenräumliche Weite, während andere sich in stofflicher Verdichtung verschließen. Das feine Überlagern, Ineinanderüber- gehen und Überschneiden der zahlreichen pastosen und transparenten Farbschichten ruft Formfindungen unterschiedlicher Prägung hervor und lässt auf geheimnisvolle Weise Licht und Transparenz entstehen.

McKeever arbeitet immer in Werkgruppen, innerhalb derer die einzelnen Bilder denselben Titel tragen, wie z. B. Twelve - Standing, Sentinel oder Assembly. Hier führt der Künstler fortwährend bestimmte Gedanken und formelle Fragestellungen weiter und erarbeitet eine Art Lexikon mit einer jeweiligen Identität und ähnlichen Motiv-Strukturen. Ihn fasziniert dabei weniger das eine individuelle Bild, sondern vielmehr, wie sich sein Wissen und seine Erfahrungen von einem Werk auf das nächste übertragen.

2008 beginnt McKeever mit der Serie Twelve - Standing, einer Gruppe großformatiger Bilder, von denen wir eine Auswahl zeigen. In dieser Serie dominiert die vertikale Richtung sowohl durch das Bildformat als auch durch die vielen nahezu parallel verlaufenden Adern, die sich durch die Arbeiten ziehen und zu einer lockeren Struktur verdichten. Diese Werke sind schwer in ihrer physischen Präsenz und stehen im Verhältnis zu uns und unserer Körpergröße: sie umgeben uns. Die Bilder balancieren zwischen der Reduktion ihrer sinnlich wahrnehmbaren Form und ihrer hohen emotionalen Intensität.

Ian McKeever, 1946 in Withernsea, Yorkshire, geboren, lebt und arbeitet in Hartgrove, Dorset, England. Seit den 1970ern werden seine Werke regelmäßig in Europa und den Vereinigten Staaten gezeigt und befinden sich in renommierten Sammlungen, u. a. Tate Gallery/London, British Museum/London, Louisiana Museum of Modern Art/Humlebæk, Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft/ Freiburg i. Br., Schloss Morsbroich/Leverkusen, Kunsthalle Nürnberg, Kunsthalle Kiel, Museum des 20. Jahrhunderts/Wien, Museum of Fine Arts/Budapest, Metropolitan Museum/New York, Boston Museum of Fine Art.

Unsere erste gemeinsame Einzelausstellung umfasst Leinwandbilder und Arbeiten auf Papier.

TWELVE - STANDING
Ian McKeever
03.02.12  -  31.03.12

Der britische Künstler Steven Scott erschafft seine Werke aus Licht, wobei seine Projekte von großen, in die Architektur integrierten Installationen bis hin zu kleinformatigen Lichtkästen reichen. Seine formale Sprache verweist auf das Erbe der Minimalisten wie Donald Judd, Sol LeWitt oder auch Dan Flavin, dem Pionier der Lichtkunst. Scott bringt das Licht, das sich übergangslos und leise bewegt und verändert, zum Atmen. Der Betrachter findet sich in still pulsierenden Farbräumen wieder, die nach behutsamen Rhythmen changieren. Dabei variiert die Skala des Farbspektrums, und je langsamer die Zeitabfolge der Lichtbewegung ist, desto weniger vermag das Auge die sich vollziehenden Farbmetamorphosen überhaupt wahrzunehmen. Die Arbeiten erinnern an die vibrierende Kraft der Bilder von Mark Rothko mit ihren verschwimmenden Farbflächen und versetzen den Betrachter in eine kontemplative Stimmung.

Steven Scott (*1955 in London) lebt und arbeitet in Kopenhagen. Seine Projekte reichen von SEVENTY SEVEN einer komplexen, 7 Stockwerke übergreifenden Lichtinstallation im zentralen Atrium des von 3XN-designten Deloitte Headquarters in Kopenhagen, bis hin zu ECSTASY einer Serie meditativer Farbabfolgen, die aus schwarzen Acrylkästen leuchten und die wir in unserer Ausstellung zeigen. Grundlegend für Scotts Arbeiten ist das Verständnis von Licht und dessen Interaktion mit Menschen im urbanen und architektonischen Umfeld. Dabei greift Scott auf einen großen Erfahrungsschatz im Theaterdesign zurück, bevor er vor 15 Jahren mit seiner Lichtkunst begann. Während seiner Zeit als Designer an den einflussreichen Riverside Studios in London arbeitete er mit den weltführenden Ballet- und Opern-Ensembles, mit Filmemachern wie Peter Greenaway und Künstlern wie Sir Anthony Caro.

Im November erscheint die Monografie LUMINIOUS ICONS im Hirmer Verlag. Anhand zahlreicher Fotografien wird das Gesamtwerk des Lichtkünstlers vorgestellt. Der bedeutende Kunsthistoriker Robert C. Morgan nimmt hier erstmals eine detaillierte Werkanalyse vor und verortet Scotts Arbeiten im Kontext Moderner Kunst neben Pionieren wie Mark Rothko und Barnett Newman.

ECSTASY
Steven Scott
04.11.11  -  04.12.11

Ivo Ringe liebt die Malerei. Sei es im kleinen, intimen Format, das einem fast wie ein Porträt entgegenblickt, oder in wandfüllender Größe, die die Körpermaße des Betrachters überschreitet und im Sinne Barnett Newmans als Erhabenes aufscheint und das Bild intensiv erlebbar macht.

Ringe hat eine prägnante Bildsprache entwickelt, die auf wenige Formelemente reduziert ist und damit Struktur und Klarheit schafft. Auf einem aus vielen Schichten bestehenden Farbuntergrund laufen die breiten Pinselstriche diagonal in alle Richtungen, scheinen weder Ausgangs- noch Endpunkt zu haben, als gäbe es keine festgelegten Ränder. In einigen Bildern formieren sie sich zu einer diamantartigen Gestalt und verwandeln die Leinwand nahezu in eine dreidimensionale Skulptur.

Linie, Fläche, Struktur - die Arbeiten sind reduziert und pur und zeigen eine erstaunliche Vielfalt an Variationen auf. Sie bereichern die konkret-konstruktive Kunst, indem Ringe ihnen die Rationalität und Strenge nimmt und sie durch sinnliche Qualitäten belebt. Beim genauen Hinsehen entpuppen sich die Farben als fein austarierte Mischungen vieler Pigmente. Eine vermeintlich schwarze Fläche entsteht aus dem Nebeneinander vieler Dunkelblau- und Violett-Töne. In einem Weiß sind häufig bis zu sechs verschiedene weiße Flächen übereinander gesetzt. Wirken die roten Pinselstriche auf dunklem Untergrund bei dem einen Bild sehr dominant, so entsteht bei einem anderen fast eine Monochromie.

Tritt man nahe an Ringes Bilder heran, werden die Kompositionspunkte erkennbar, die er nach gestalterischen Prinzipien setzt, bevor er sie spontan im Moment des Malens miteinander verbindet. So entstehen die Netzstrukturen fast wie ein all-over, ein sich in alle Richtungen über

die physischen Bildgrenzen hinaus ausdehnendes Raster. Im impulsiven Gestus zeigt sich eine Spontaneität und Energie, die den Betrachter fesselt und in den umliegenden Raum hineinwirkt.

Ivo Ringe (*1951 in Bonn) lebt und arbeitet in Köln.In den 70er Jahren hat er an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Joseph Beuys Bildhauerei studiert, im Anschluss daran freie Grafik bei Rolf Sackenheim als Meisterschüler.

NEW MOMENT
Ivo Ringe
23.09.11  -  22.10.11

In den Sommermonaten Juli und August zeigen wir Künstler der Galerie nach Vereinbarung.

 

Foto: Rupert Eder und Christian F. Kintz.

SUMMER BREEZE
Künstler der Galerie
13.07.11  -  03.09.11

Unsere Ausstellung umfasst neue Ölbilder auf Metall, Leinwand und Holz, Aquarelle und Zeichnungen auf Papier.

Während von den klar definierten, geometrischen Farbflächen in Jon Grooms früher Werkphase eine kontrollierte Strenge ausgeht, entwickeln sich seine neuen Ölbilder unter dem Einfluss der Aquarellmalerei in einer direkten und freien Malweise: Öl auf Metall, Öl auf Leinen und Öl auf Holz - diese Materialien transportieren Transparenz und Opazität in ihrer ganz spezifischen Weise. Groom mixt die Farben und Pigmente direkt auf der Oberfläche, so dass Texturen, Farben und Formen zur Sprache der Bilder werden. Die freien Pinselstriche und die verschwommenen Ränder der geometrischen Farbfelder erzeugen feine Vibrationen und gehen miteinander interaktive Verbindungen ein.

Wie bereits in seinem frühen Werk konzentriert sich Groom auch weiterhin auf ein reduziertes Formenvokabular, und dennoch strahlen die Bilder eine extreme Emotionalität aus, die den Betrachter in den Bann zieht und mit denen Groom die Poesie in die Kunst zurück bringt.

Jon Groom wurde 1953 in Powys, Wales, geboren und studierte am Cardiff College of Art (B.A.) sowie an der Chelsea School of Art (M.A.) in London. Im Anschluss daran ermöglichte ihm das Boise Stipendium der University of London einen Amerikaaufenthalt. Er verbrachte eine längere Zeit in London, New York, Mexiko, Italien und Indien.

Seit 1978 wird Grooms Werk auf breiter internationaler Ebene ausgestellt und ist in bedeutenden Sammlungen vertreten

(u.a. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München / Städtische Galerie im Lenbachhaus, München / Stiftung für Konkrete Kunst, Reutlingen / Victoria & Albert Museum, London / National Museum of Wales, Cardiff / MoMA Museum of Modern Art, New York / Philadelphia Art Museum, Philadelphia).

Er lebt und arbeitet in München.

IN PRAISE OF SHADOWS
Jon Groom
13.05.11  -  11.06.11

Manuel Heyer, 1955 in Hamburg geboren, lebt und arbeitet als Fotograf und Kameramann in München. Ausbildung zum Kameramann und intensive Auseinandersetzung mit Fotografie, Cinematografie und Lichtgestaltung seit den 1970er Jahren. Als Kameramann - Director of Photography - verantwortet er die Bildgestaltung vieler Spielfilme und Serien seit den 1990er Jahren. Zahlreiche Filmprojekte führten Heyer zur Zusammenarbeit mit bekannten Regisseuren wie Ate de Jong, Franz Peter Wirth, Wolfgang Mühlbauer, Daniel Helfer u.v.a. Als Filmemacher und Videokünstler arbeitet er in freien Projekten mit Künstlern und Musikern wie Martin Dessecker, Alex Nüsslein, Claudia Rüegg, dem Munich Instant Orchestra, Karl ein Karl und Ruth Geiersberger zusammen.

Reduktion und Konzentration sind maßgeblich für sein ästhetisches Programm und zeigen sich in Heyers Fotografien und Filmen. Sie dienen dem Betrachter als Projektionsfläche zur freien Assoziation und machen die Möglichkeiten der Imagination erfahrbar. Die Fotografien entstehen in der Natur, in schemenhaft angedeuteten Räumen oder aus dem fahrenden Zug heraus. Mit Schatten und Spiegelungen, mit unterschiedlichen Schärfepunkten auf einem fokussierten Motiv und diffusen Lichtquellen entziehen sie sich der motivischen Eindeutigkeit. Orte und Personen lassen sich nur vage in einer Welt aus fein nuancierten Abstufungen von Grau- und Schwarztönen erahnen und entwickeln einen zeitlosen Eigenklang. Die fließenden Übergänge und vielen Überlagerungen, die wie Schleier über vielen Bildern liegen, lassen eine stimmungsvolle Atmosphäre entstehen und wecken unbewusste Erinnerungsbilder.

In seinen Filmen löst Heyer die Kontinuität auf. Das Sehen überlagert sich mit dem Gesehenen zu neuen Bewegungen und Korrespondenzen, Erinnerungen und Anklängen, wobei fließende Bilder von unvergleichlicher Intensität entstehen.

 

Die Frage nach der Authentizität von Fotografie, ihrer vermeintlichen Fähigkeit, die Wirklichkeit abzubilden, wird von Heyer in Frage gestellt. Vielmehr sind Reduktion und Konzentration maßgeblich für sein ästhetisches Programm und zeigen sich sowohl in den fotografischen wie auch filmischen Arbeiten. Sie dienen dem Betrachter als Projektionsfläche zur freien Assoziation und machen die Möglichkeiten der Imagination erfahrbar.

IMAGO
Manuel Heyer
01.04.11  -  21.04.11

Nach der ersten gemeinsamen Einzelausstellung 2009 freuen wir uns das neue Ausstellungsjahr mit aktuellen Arbeiten von Rupert Eder zu beginnen!

 

Die neuen Werke von Rupert Eder (*1968) handeln von der Kraft der Farbe und der Dynamik der Linie. Als Gegenpol zu dem eher strengen, erhabenen Aufbau seiner bisherigen Arbeiten tritt in der aktuellen Serie erstmalig ein spielerischer Umgang mit den Formen und dem Bildraum auf. Zugleich zieht sich die fortwährende Erfindungskraft immer neuer Farbmischungen und -kombinationen kontinuierlich durch sein Werk.

Der Pinsel gleitet in alle Richtungen und nimmt den Bildraum in der Bewegung für sich ein. Das so entstehende Liniengeflecht bildet Binnenräume, dichtere wie lichtere Partien, in denen der Malgrund mit den Farben und Formen interagiert. Zu dem heiteren, leichten Spiel dieser Schlingen, die sich überlagern und dabei einen Tiefenraum erzeugen, tritt in einigen Arbeiten eine Vielzahl an locker verteilten Farbfeldern ins Bildgeschehen. Die eigenständigen malerischen Elemente dominieren das Gefüge oder ordnen sich im Bildganzen ein. Im künstlerischen Ausdruck entfaltet sich eine Fülle an Erlebtem und Gesehenem. So wird der Betrachter in der Serie FLIP FLOP an die sommerliche Küstenlandschaft Sardiniens mit den besonderen Blau- und Grüntönen geführt, denen man nur dort begegnen kann. Das Erleben der Natur, das Beobachten des Wassers und der sich im Licht wandelnden Farbenpracht zeugt von atmosphärischen Eigenheiten und findet auf einer ungegenständlichen Ebene Eingang ins Werk. Hier nehmen die verschlungenen Bänder und zarten Überlagerungen die Wellenbewegungen und Vibrationen des Wassers auf.

Die Stärke von Eders Arbeiten liegt in ihrer beinahe magischen Einfachheit, die unter Verzicht auf erzählerische oder symbolhaltige Elemente subjektives Erleben sichtbar werden lassen. In bestechend einfacher und dennoch komplexer Weise balancieren die Bilder zwischen formaler Reduktion und sensueller Intensität.

 

Nachdem Eders Werke bereits in mehreren Gruppen- sowie Einzelshows im In- und Ausland zu sehen waren, werden sie im März 2011 in New York ausgestellt: ABOUT PAINTING, Sylvia Wald and Po Kim Art Foundation, New York (Gruppenausstellung mit Joe Barnes, Jon Groom, Ivo Ringe).

FLIP FLOP
Rupert Eder
04.02.11  -  25.02.11

Zum zweijährigen Jubiläum der Galerie zeigen wir Arbeiten von

Joe Barnes, Isabella Berr, Nicholas Bodde, Michael Bogumil,

Rupert Eder, Jon Groom, Steven Haberland, Nikola Irmer,

Christian F. Kintz, Ian McKeever und Ivo Ringe.

 

Die Galerie bleibt vom 23. Dezember 2010 bis 4. Januar 2011 geschlossen.

ACCROCHAGE
Künstler der Galerie
08.12.10  -  22.12.10

Die Leinwandarbeiten mit den vielen übereinander liegenden und glatt gespachtelten Farbschichten geben von der Seite aus betrachtet den Blick auf das dickflüssig hervortretende Farbmaterial preis und machen ihre Entstehung als Prozess sichtbar. Christian F. Kintz arrangiert die Bilder unterschiedlicher Formate und Farbgebung zu wandfüllenden Gruppierungen, Reihungen und Gegenüberstellungen und setzt ihre reduzierten, aber von einer starken Präsenz charakterisierten Oberflächen miteinander in Beziehung.

Die neuen Arbeiten bewegen sich im Grenzbereich zwischen Malerei und Skulptur und lassen direkte Impulse aus der Minimal Art und dem Abstrakten Expressionismus erkennen. Die Verwendung einfacher, industriell gefertigter Aluminiumkuben und die serielle Anordnung mehrerer gleicher Wand- und Bodenobjekte minimieren die individuelle künstlerische Handschrift und stellen einen direkten Bezug zur Minimal Art her. Dem wirkt jedoch die Spontaneität im weiteren künstlerischen Prozess und die Eigenwertigkeit der Farbe entschieden entgegen. Gelenkt durch Farbmenge und verschiedene Techniken des Auftragens sucht sich die Farbe im Inneren des Kubus ihren Weg in alle Richtungen und häuft sich zu organischen Ansammlungen verlaufender und sich vermischender Farbmasse an.

Kintz zeigt im impulsiven, gestischen Ausdruck Farbe nicht nur als visuelle Erscheinung, sondern vor allem als Stoff, dem eine physikalische Präsenz innewohnt. Wie bereits in seinen wandfüllenden Bildinstallationen untersucht der Künstler auch hier das Verhältnis von Kunstwerk zu Wand, Raum und Architektur.

Die Ausstellung FARBKÖRPER zeigt neben einer Auswahl an Leinwandbildern erstmals die neuen Objekte des Hamburger Künstlers.

 

Christian F. Kintz wurde 1968 in Freiburg i. Breisgau geboren und hat zunächst in Freiburg (1989-93 Freie Akademie für Bildende Kunst), anschließend in Hamburg (1993-98 Hochschule für Bildende Künste), u. a. bei Prof. Franz Erhard Walther, studiert. Seine Werke, zu denen neben den Leinwandbildern und Objekten auch Fotografien und Prints zählen, werden international ausgestellt und befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen (Haus Konstruktiv/Zürich, Konst pa Andersen/Stockholm, Museum gegenstandsfreier Kunst/Otterndorf, Ege Kunst- und Kulturstiftung/Freiburg).

FARBKÖRPER
Malerei und Objekte von Christian F. Kintz
05.11.10  -  04.12.10

Auf der Suche nach neuen Bildwelten schlägt Nikola Irmer immer wieder ungewöhnliche Wege ein. So hat sie ihr Gespür für Skurriles zu Teilen einer Sammlung von Tierpräparaten und Pflanzenmodellen im Depot des Museums für Naturkunde in Berlin geführt, die der Öffentlichkeit schon lange nicht mehr zugänglich sind. Eine unüberschaubare Vielzahl an Präparaten oft bunter Vögel aus aller Herren Länder, die während der Forschungsreisen im 19. Jahrhundert im Dienste der Wissenschaft nach Deutschland gebracht wurden, drängt sich dort in hohen Regalen und hinter Vitrinenglas. Irmer hat dort im Museum Stunden mit Zeichnen und Fotografieren verbracht und ihr Skizzenmaterial später im Studio malerisch umgesetzt. So ist die Werkgruppe SHELF LIFE mit Gesamtansichten von Regalen und Kabinettschränken voller ausgestopfter Vögel und Skelette in veränderten Perspektiven, Ausschnitten und Fokussierungen auf Details einzelner Tiere entstanden. Auch Modelle verschiedenster Pilzsorten, zu Lehr- und Anschauungszwecken fein und detailgenau nachgebildet, haben den Blick der Künstlerin auf sich gezogen.

Irmer bedient sich einer an die Figur gebundenen, aber dennoch deutlich abstrahierten und schematisierten Malerei. Die realitätsnahe Farbigkeit des Dargestellten wird durch Verwischungen und einen zum Teil gestischen Duktus relativiert.

 

Nikola Irmer wurde 1970 in Starnberg geboren. 1992 begann sie ihr Studium am San Francisco Art Institute, das sie 1993 an der Glasgow School of Art fortsetzte und mit dem Bachelor of Fine Arts abschloss. Ein im Anschluss daran absolviertes Studium am Hunter College New York City schloss sie mit dem Master of Fine Arts ab. 2003 erhielt Irmer ein Stipendium der Stiftung Kulturfonds. Seit 1995 werden ihre Arbeiten im In- und Ausland in Einzel- und Gruppenausstellungen und auf Kunstmessen gezeigt. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Unsere Ausstellung zeigt erstmals Leinwandbilder und Zeichnungen auf Papier der Berliner Künstlerin in Hamburg.

SHELF LIFE
Malerei und Zeichnung von Nikola Irmer
27.08.10  -  23.10.10

Eröffnung: Freitag, 13.05.2011, 18-21 Uhr

Unsere Ausstellung umfasst neue Ölbilder auf Metall, Leinwand und Holz, Aquarelle und Zeichnungen auf Papier.

Während von den klar definierten, geometrischen Farbflächen in Jon Grooms früher Werkphase eine kontrollierte Strenge ausgeht, entwickeln sich seine neuen Ölbilder unter dem Einfluss der Aquarellmalerei in einer direkten und freien Malweise: Öl auf Metall, Öl auf Leinen und Öl auf Holz - diese Materialien transportieren Transparenz und Opazität in ihrer ganz spezifischen Weise. Groom mixt die Farben und Pigmente direkt auf der Oberfläche, so dass Texturen, Farben und Formen zur Sprache der Bilder werden. Die freien Pinselstriche und die verschwommenen Ränder der geometrischen Farbfelder erzeugen feine Vibrationen und gehen miteinander interaktive Verbindungen ein.

Wie bereits in seinem frühen Werk konzentriert sich Groom auch weiterhin auf ein reduziertes Formenvokabular, und dennoch strahlen die Bilder eine extreme Emotionalität aus, die den Betrachter in den Bann zieht und mit denen Groom die Poesie in die Kunst zurück bringt.

Jon Groom wurde 1953 in Powys, Wales, geboren und studierte am Cardiff College of Art (B.A.) sowie an der Chelsea School of Art (M.A.) in London. Im Anschluss daran ermöglichte ihm das Boise Stipendium der University of London einen Amerikaaufenthalt. Er verbrachte eine längere Zeit in London, New York, Mexiko, Italien und Indien.

Seit 1978 wird Grooms Werk auf breiter internationaler Ebene ausgestellt und ist in bedeutenden Sammlungen vertreten

(u.a. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München / Städtische Galerie im Lenbachhaus, München / Stiftung für Konkrete Kunst, Reutlingen / Victoria & Albert Museum, London / National Museum of Wales, Cardiff / MoMA Museum of Modern Art, New York / Philadelphia Art Museum, Philadelphia).

Er lebt und arbeitet in München.

IN PRAISE OF SHADOWS
Jon Groom
13.05.11  -  11.06.11

Mit der Ausstellung "music in my eyes" präsentieren wir erstmals die 3-teiligen Porträtserien verschiedener deutscher und international bekannter Musiker der Hamburger Fotografen Michael Bogumil und Steven Haberland. Seit 2009 fotografieren die beiden gemeinsam. Mit ihrer Kamera sind sie hautnah dabei, wenn international bekannte Musiker ihr Stelldichein auf Hamburger Bühnen geben. Neben den feinsinnig inszenierten, markanten Musikerporträts Haberlands stehen die Aufnahmen Bogumils. Als "unsichtbarer Dritter" gewährt er dem Betrachter intime Einblicke hinter die Kulissen des Porträt-Shootings und nimmt ihn mit in den spannungsgeladenen Konzertsaal.

Auf beeindruckende Weise gelingt den beiden Fotografen im Zusammenspiel, den Klang nahezu hörbar ins Bild zu bringen, die Musik sichtbar werden zu lassen. Zu sehen sind u.a. Aufnahmen von Ulrich Tukur, Trombone Shorty und Till Brönner.

 

Der 1963 in Hamburg geborene Michael Bogumil hat verschiedenen Fotografen im In- und Ausland assistiert und arbeitet seit 1995 als freier Fotograf mit den Schwerpunkten Architektur, Porträt und Reportage. Bogumil wird regelmäßig in Ausstellungen gezeigt ("the nature of skin", 3. Triennale der Photographie, Kunsthaus Hamburg 2005) und wurde bereits mit begehrten Auszeichnungen prämiert (obs-Award 2007, 2. Platz für bestes PR-Bild).

 

Steven Haberland hat sich auf Musikerporträts spezialisiert, von Klassik über Jazz bis hin zu Rock und Pop und musikalischen Newcomern. Seine Bilder zieren CD-Cover und Plakate und entstehen im Auftrag großer Plattenfirmen oder der Künstler selbst.

1967 in Berlin geboren, absolvierte er zunächst eine Fotografie-Ausbildung und arbeitete als Produktionskoordinator für Fototeams in Los Angeles/USA. Seit 1996 lebt und arbeitet er als freier Fotograf in Hamburg. Er ist regelmäßig in Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen, seine Porträts sind in internationalen Musikzeitschriften und Magazinen veröffentlicht worden.

 

Der Auftritt von Roland Cabezas bildet neben den Fotografien einen musikalischen Höhepunkt. Von Pop über Funk bis Jazz-Fusion - Cabezas ist ein herausragender Gitarrist und Musiker aus Leidenschaft. Er stand bereits mit Größen wie

Toni Braxton, David Knopfler, Laura Pausini, Jan Garbarek und der NDR Big Band auf der Bühne. 2004 tourte er als Support

für Lionel Richie durch Europa, seit 2006 ist er Bandmitglied bei Trilok Gurtu.

MUSIC IN MY EYES
Fotografien von Michael Bogumil und Steven Haberland
24.07.10  -  07.08.10

Finissage in Anwesenheit aller Künstler am Samstag, 12.06.2010, 17-20 Uhr.

 

Besuch der Ausstellung im Juni nach Vereinbarung.

 

Unsere Ausstellung mit Arbeiten auf Papier von fünf Künstlern aus Großbritannien und Deutschland zeigt, dass die nicht-illustrative, vom Gegenstandsbezug befreite Malerei weiterhin von großer Präsenz und Aktualität ist.

 

Rupert Eders (*1968 in Bad Aibling) Arbeiten auf Papier und Leinwand zeugen von einer beständigen Auseinandersetzung mit den Bedingungen und Möglichkeiten der Malerei. Sie lassen sich in lose Gruppen unterteilen, bei denen die malerischen Erfahrungen miteinander verschmelzen und sich in der weiteren Entwicklung zu neuen Bildfindungen verselbständigen. MANHATTAN NOTES ist eine Aquarell-Serie, die im letzten Herbst während einer New York-Reise entstanden ist. Die vielfältigen Blätter zeigen feine Kompositionen aus fließenden Farbflächen und -linien.

 

Während von den klar definierten, geometrischen Farbflächen in Jon Grooms

(*1953 in Powys, Wales) früher Werkphase eine kontrollierte Strenge ausgeht, entwickeln sich seine neueren Arbeiten unter dem Einfluss der Aquarellmalerei in einer direkten und freien Malweise: Die unscharfen Ränder der Farbfelder und die Farbüberlagerungen lassen kommunizierende Beziehungen entstehen, mit denen Groom die Poesie in die Kunst zurückbringt.

 

Jede der Siebdruckarbeiten, die Christian F. Kintz (*1968 in Freiburg im Breisgau) zwischen 2006 und 2007 gefertigt hat, ist ein Unikat. Der Künstler setzt mehrere verschiedene Farbflächen leicht versetzt übereinander, wobei der Hauptfarbton der jeweiligen Arbeit aus einer Überlagerung der vielen Schichten entsteht. In den schmalen Farbstreifen am Rand wird die Entstehung als Prozess für den Betrachter sichtbar.

 

Ian McKeever (*1946 in Withernsea, Yorkshire) zählt zu den bedeutendsten britischen Malern seiner Generation. Seine Werke werden regelmäßig in Europa und den Vereinigten Staaten gezeigt und befinden sich in renommierten Sammlungen. McKeever baut seine Arbeiten mit übereinander liegenden, pastosen und transparenten Farbschichten auf. Das Zusammenspiel dieser zahlreichen Überlagerungen ruft Strukturen unterschiedlicher Prägung hervor und lässt auf geheimnisvolle Weise Licht und Transparenz entstehen. Sein Werk umfasst neben den Papierarbeiten auch Fotografien, Prints und vor allem großformatige Öl- und Acrylbilder, die zueinander in Wechselbeziehung stehen.

 

Ivo Ringes (*1951 in Bonn) Arbeiten sind reich an Struktur und Bewegung. Auf farblich unterteilten oder nahezu monochromen Untergründen setzt der Künstler in mehreren Schichten Pinselstriche, die sich zu einem Liniengeflecht zusammenfügen. Er verlässt dabei die feste, vorweg genommene Vorstellung von einem Bild, um der Wahrnehmung im Augenblick des Entstehens einen Raum zu schaffen. Die Farben und Proportionen geben den Rhythmus eines Bildes an

und erzeugen eine Energie, die sich im Raum entfaltet und für den Betrachter unmittelbar zum physischen Erlebnis wird.

ARBEITEN AUF PAPIER - WORKS ON PAPER
Rupert Eder, Jon Groom, Christian F. Kintz, Ian McKeever, Ivo Ringe
10.04.10  -  12.06.10

Joe Barnes wurde in Detroit, Michigan, geboren und lebt in New York City.

Seit Beginn seines künstlerischen Schaffens erhält er große Aufmerksamkeit und Anerkennung für sein Werk (Emily Lowe Foundation Award, Pollock-Krasner Foundation Grant, Adolph and Ester Gottlieb Foundation Grant). Seine Arbeiten werden umfassend in Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, in anderen europäischen Ländern sowie den Vereinigten Staaten gezeigt, und befinden sich weltweit in privaten und öffentlichen Sammlungen, einschließlich Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, New York, und Osthaus Museum, Hagen.

 

Joe Barnes kreiert durch die Ausdruckskraft der konzentrierten Farbe monochrome Bilder von einer höchst eindringlichen Präsenz. Die vielen lasierenden Farbschichten auf quadratischen oder rechteckigen Bildträgern steigern den Farbwert zu einer außergewöhnlichen Intensität und beginnen bei längerer Betrachtung zu vibrieren. Diese Vibration erzeugt sowohl eine meditative Ruhe als auch eine emotionale Kraft, mit der die Arbeiten den Raum beherrschen.

Auch wenn Spuren des Malvorgangs oder Leinwand- und Papierstrukturen zu erkennen sind, geht es dem Künstler vor allem um die Gleichmäßigkeit in der Gesamtwirkung, bei der die pure, verdichtete Farbe sehr kraftvoll ist. So können die stets monochromen Leinwandbilder und Arbeiten auf Papier als Meditationen gesehen werden, die vom Betrachter erfahren werden. Die leuchtenden, pulsierenden Farbkörper vermitteln den Eindruck räumlicher Tiefe, was durch das Zusammenwirken von Bildformat und farbiger Substanz gesteigert wird.

Der Künstler bevorzugt kleinere Formate, um den jeweiligen Farbton zu fokussieren und dem Betrachter eine konzentrierte Erfahrung zu ermöglichen. Einige Bildträger sind mehrere Zentimeter tief, was diesen Werken zusätzlich einen objekthaft-plastischen Charakter gibt. Die Farben entziehen sich stets einer komplexen, kulturell festgelegten oder individuellen Bedeutungszuweisung.

 

Wir freuen uns die Arbeiten von Joe Barnes erstmalig in Hamburg präsentieren zu können!

JOE BARNES - THE JOYS OF SILENCE
Monochrome Painting
05.02.10  -  27.03.10

Zum einjährigen Ausstellungsjubiläum lassen wir das Jahr noch einmal Revue passieren mit einer Auswahl an Werken der bisher gezeigten KünstlerInnen

Isabella Berr, Nicholas Bodde, Rupert Eder, Jon Groom, Ivo Ringe und wagen einen verheißungsvollen Ausblick auf das kommende Jahr mit Arbeiten von Joe Barnes und Christian F. Kintz.

 

Künstler der Galerie
ACCROCHAGE
13.12.09  -  27.01.10

Nicholas Bodde knüpft mit seinen geometrisch-reduzierten Arbeiten unverkennbar an die Tradition der ungegenständlichen Kunst an und überführt die Ideen konkreter Malerei in eine farbintensive Bildwelt. Kennzeichnend dafür sind klare, stets horizontal ausgerichtete Farb-Linien und -Flächen auf geometrisch geformten Bildträgern.

Der Künstler arbeitet in einer weit gefächerten Palette an reinen Farben und eigenen Mischungen, wobei viele Farben immer wiederkehren, sich aber nie in derselben Arbeit wiederholen. Bodde konfrontiert verschieden gewichtete Farbenergien, lässt sie sich gegenseitig mal intensivieren, mal mindern. Dabei entstehen immer wieder neue Farbklänge: manche Nachbarschaften gehen eine harmonische Verbindung ein, bei anderen Kombinationen beginnen die Flächen zu schwirren und entwickeln ein dynamisches Eigenleben, springen zwischen nah und fern hin und her.

Was auf den ersten Blick wie monochrome, dichte Farbbahnen anmutet, legt bei genauerer Betrachtung die Vielzahl der verwendeten Materialien und Techniken, sowie die Reihenfolge des Farbauftrags offen. Auf den nur wenige Millimeter dicken Aluminiumplatten, einem an sich strukturlosen Malgrund, entsteht eine reliefhafte Oberfläche aus vielen Schichten Öl- und Acrylfarbe, Kunststofffolie und Sprühlack. Die jeweilige Art des Auftragens hinterlässt sichtbare Spuren und so zeugen die feinen Strukturen vom Malen mit dem Pinsel, vom Rakeln, Sprühen und Kleben, vom Rollen und Glätten der Farben, und geben den künstlerischen Entstehungsprozess preis. In Hinblick auf Farbkorrelationen und Oberflächenstrukturen hat der Künstler in den letzten

15 Jahren eine eigene Bildästhetik entwickelt, die von unendlichen Kombinationsmöglichkeiten gespeist wird.

 

Nicholas Bodde (*1962 in New York) lebt und arbeitet in Bremen, wo er von 1982-89 an der Hochschule für Künste bei

Prof. K.-H. Greune und Prof. W. Schmitz Malerei studiert hat.

Seit 2000 nimmt er regelmäßig an den bedeutenden internationalen Kunstmessen teil und stellt im In- und Ausland aus.

Unsere Ausstellung zeigt erstmalig Arbeiten des Künstlers in Hamburg.

NICHOLAS BODDE - NEUE ARBEITEN
Malerei
06.11.09  -  21.11.09

Eröffnung: Freitag, 13.05.2011, 18-21 Uhr

Unsere Ausstellung umfasst neue Ölbilder auf Metall, Leinwand und Holz, Aquarelle und Zeichnungen auf Papier.

Während von den klar definierten, geometrischen Farbflächen in Jon Grooms früher Werkphase eine kontrollierte Strenge ausgeht, entwickeln sich seine neuen Ölbilder unter dem Einfluss der Aquarellmalerei in einer direkten und freien Malweise: Öl auf Metall, Öl auf Leinen und Öl auf Holz - diese Materialien transportieren Transparenz und Opazität in ihrer ganz spezifischen Weise. Groom mixt die Farben und Pigmente direkt auf der Oberfläche, so dass Texturen, Farben und Formen zur Sprache der Bilder werden. Die freien Pinselstriche und die verschwommenen Ränder der geometrischen Farbfelder erzeugen feine Vibrationen und gehen miteinander interaktive Verbindungen ein.

Wie bereits in seinem frühen Werk konzentriert sich Groom auch weiterhin auf ein reduziertes Formenvokabular, und dennoch strahlen die Bilder eine extreme Emotionalität aus, die den Betrachter in den Bann zieht und mit denen Groom die Poesie in die Kunst zurück bringt.

Jon Groom wurde 1953 in Powys, Wales, geboren und studierte am Cardiff College of Art (B.A.) sowie an der Chelsea School of Art (M.A.) in London. Im Anschluss daran ermöglichte ihm das Boise Stipendium der University of London einen Amerikaaufenthalt. Er verbrachte eine längere Zeit in London, New York, Mexiko, Italien und Indien.

Seit 1978 wird Grooms Werk auf breiter internationaler Ebene ausgestellt und ist in bedeutenden Sammlungen vertreten

(u.a. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München / Städtische Galerie im Lenbachhaus, München / Stiftung für Konkrete Kunst, Reutlingen / Victoria & Albert Museum, London / National Museum of Wales, Cardiff / MoMA Museum of Modern Art, New York / Philadelphia Art Museum, Philadelphia).

Er lebt und arbeitet in München.

IN PRAISE OF SHADOWS
Jon Groom
13.05.11  -  11.06.11

Um 20 Uhr findet die Lesung Fragen ans Wasser von Gisela Müller statt.

Die Schriftstellerin und Verfasserin "nomadischer Texte" zeigt im Dialog zur Ausstellung Stadtraumtexte in den Straßen von Eimsbüttel.

 

Isabella Berr lässt den Betrachter ihrer fotografischen Arbeiten im Ungewissen über das Gesehene. Während die Stärke der Fotografie traditionellerweise darin besteht, den Augenblick dokumentarisch festzuhalten, werden bei Berr feste Körper, Konturen und Details bis zur Auflösung verschleiert. Verbleibende narrative Elemente sowie die Andeutung von Orten und Räumen führen ins Unbestimmbare. Dabei bewegen sich die Bilder fortwährend im Spannungsfeld von Gegenständlichkeit und Abstraktion.

Ähnlich der literarischen Erzähltechnik scheint Berr Elemente der Wirklichkeit, wie Orte, Daten, Figuren, Ereignisse und Zusammenhänge zugunsten eines fiktionalen Geschehnisses zu verändern. Sie verfremdet und verkleidet das Gesehene und stellt dem Wirklichen das ihm innewohnende Mögliche gegenüber. Der Betrachter befindet sich dabei stets an der Schnittstelle von Erlebtem, Erinnertem und Geträumtem.

Auffällig ist die starke Präsenz des Menschen. Seine schemenhaften Konturen füllen Plätze, Orte in der Natur und Innenräume, häufig im Moment der Bewegung oder des Handelns wie in einem Standbild eingefroren. Die Identitäten von Mensch und Ort bekommen einen neuen Zusammenhang, einen anderen Ausdruck.

Während durch die Unschärfe viele Details wie weg geschmolzen oder miteinander verschmolzen sind, treten andere bildkompositorische Elemente, Formen und Proportionen, umso deutlicher hervor. Vertikale Linien durchziehen viele der Bilder mit einem abstrakten Muster und erschaffen eine Prägnanz im Unbestimmten. Die Vertikalen rhythmisieren die Bilder und verleihen ihnen gleichzeitig noch gesteigert durch die häufige Verwendung von extremen Querformaten einen filmähnlichen Ablauf. Diese sich im ständigen Wechsel befindenden Gegenpole von Statik und Bewegung, Unschärfe und Prägnanz erzeugen einen dauerhaften Schwebezustand.

 

Isabella Berr (*1963) lebt und arbeitet in München.

Unsere Ausstellung zeigt erstmalig Arbeiten der Künstlerin in Hamburg.

Isabella Berr - orte räume übergänge
Fotografische Arbeiten
28.08.09  -  24.10.09

Ivo Ringe schafft in seiner Malerei einen reduzierten, gegenstandsfreien Bildraum, in dem sich die sinnliche, unmittelbare Wahrnehmung des Betrachters entfalten kann. Seine Arbeiten sind reich an Struktur und Bewegung. Auf nahezu monochromen oder farblich unterteilten Untergründen setzt der Künstler in mehreren Schichten Pinselstriche, die sich zu einem Liniengeflecht zusammenfügen. Dabei entsteht eine sich in alle Richtungen fortsetzende Bewegung, die das Bild und den umliegenden Raum dynamisiert. Bei einigen Arbeiten scheint diese Struktur über die Bildränder hinweg zu wachsen, um sich dort endlos auszudehnen. Bei anderen Werken bilden die Farbstriche eine in sich geschlossene Form mit einer netzähnlichen Binnenstruktur. Diese wirkt monumental, scheint optisch aus dem Bild hervorzutreten und ähnelt somit fast Skulpturen. Die gestischen Farbstrukturen überlagern sich und ziehen den Blick des Betrachters in die Tiefe eines komplexen, mehrdimensionalen Raumes.

In seinem künstlerischen Schaffen verlässt Ringe die feste, vorweg genommene Vorstellung von einem Bild, um seiner Wahrnehmung im Moment des Entstehens einen Raum zu geben. Darum spricht er von seiner Kunst auch als einer "Malerei des Augenblicks". Die Wahl der Farben für ein Bild variiert sehr, je nachdem, wie der Künstler das Werk gewichten will. Die Farbzusammensetzungen sind Schicht für Schicht übereinander gelegte und mit großer Erfahrung austarierte Mischungen und werden für den Betrachter zum sinnlichen Erlebnis.

 

Ivo Ringe (*1951 in Bonn) lebt und arbeitet in Köln.

In den 70er Jahren hat er an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Joseph Beuys Bildhauerei studiert, im Anschluss daran freie Grafik bei Rolf Sackenheim als Meisterschüler.

Unsere Ausstellung zeigt erstmalig Arbeiten des Künstlers in Hamburg.

IVO RINGE - DER MOMENT DES TUNS
Malerei
08.05.09  -  25.07.09

Rupert Eder setzt sich in seinen Leinwandbildern und Aquarellen mit den Bedingungen und Möglichkeiten der Malerei auseinander. In der beständigen Wiederholung und Variation offenbart sich seine unverkennbare Bildsprache von Farbe, Form und Komposition. Eder knüpft an die Tradition der gegenstandsfreien Malerei der Moderne an, einer Kunstform, die sich losgelöst von der wirklichkeitsbezogenen Darstellung auf das Wesentliche konzentriert. BLACK BOOK ist eine Folge von Aquarellen, in die Eders künstlerische Erfahrungen vorangegangener Arbeiten mit einfließen, bei denen zugleich aber auch neue Formfindungen weitere Sinnstrukturen entstehen lassen. Zuvor hat sich der Künstler der literarischen CUT UP-Technik bedient, bei der Texte wortwörtlich zerschnitten und auf eine andere Weise wieder zusammengefügt werden. Das Zerreißen der ursprünglichen Form fand bei Eder erst auf mehreren Bildträgern statt, die vor Malbeginn gegeneinander verschoben wurden. Bei den neuen Aquarellen geschieht das Auseinanderreißen und Wiederzusammenfügen der Form auf einem Papier. Die vielfältigen Blätter zeigen für das Medium charakteristische Kompositionen aus fließenden Farbflächen und feinen, transparenten Überlagerungen, aber auch für das Aquarellieren weniger typische linear-zeichnerische Bildelemente, die sich aus der "Schnitttechnik" heraus entwickeln. Die Wechselwirkungen vom intensiven Schwarz der Formen und den zarten, hell-wässrigen Partien sowie die Formvariationen decken den Reichtum auf, der der Reduktion zugrunde liegt.

Der durch den Titel BLACK BOOK angedeutete Bezug zur Sprache bezeichnet eine Lesart auf malerischer Ebene und steht als Synonym für das Eindringen in einen zuvor noch nicht erforschten künstlerischen Raum. Der Betrachter blickt auf eine Bildwelt, die durch die Verrückung der Form und die eindringliche Intensität der Farbe geheimnisvoll, fast fremdartig wirkt. Das partiell ausgesparte Weiß des Papiers scheint durch und wird bewusst zum Teil der Komposition, wie auch die rohe Leinwand bei Eders Ölbildern und der Spalt zwischen den Bildträgern seiner mehrteiligen Arbeiten. Durch die Intensität einiger Farbfelder erreicht der Künstler, tief in die Fläche einzudringen und einen dreidimensionalen Raum ohne perspektivische Mittel entstehen zu lassen. Die Ölbilder und Aquarelle sind gleichermaßen geprägt von einer nachhaltigen Präsenz, mit der sie im Raum wahrnehmbar sind.

 

Rupert Eder wurde 1968 in Bad Aibling geboren. Er lebt und arbeitet in Dießen am Ammersee.

Von 1991-95 studierte an der Philosophischen Hochschule der Jesuiten in München (M.A.).

Diese Ausstellung zeigt erstmalig Leinwandbilder und Aquarelle des Künstlers in Hamburg.

RUPERT EDER - BLACK BOOK
Malerei und Arbeiten auf Papier
13.02.09  -  25.04.09

Jon Grooms Oeuvre umfasst Leinwandbilder, Aquarelle und wandfüllende Arbeiten (Wandmalerei und großformatige, mehrteilige Aquarelle). Er hat sich der ungegenständlichen Malerei verpflichtet und konzentriert sich auf ein reduziertes Vokabular, dessen Wiederholung einen Vergleich zu einer Mandala oder einem Mantra zulässt. Die strenge, geometrische Form stellt für ihn eine wirkungsvolle Möglichkeit dar, sich nicht treiben zu lassen, wie er sagt, sondern die Ratio vorzuschalten. Und dennoch strahlen seine Bilder eine extreme Emotionalität aus, die im Farbenspiel zutage tritt und den Betrachter in den Bann zieht.

Er wurde 1953 in Powys, Wales, geboren und studierte am Cardiff College of Art (B.A.) sowie an der Chelsea School of Art (M.A.) in London. Im Anschluss daran ermöglichte ihm das Boise Stipendium der University of London einen Amerikaaufenthalt. Er verbrachte eine längere Zeit in London, New York, Mexiko, Italien und Indien. Seit 1978 wird Groom auf breiter internationaler Ebene ausgestellt. 1994 zeigte die Städtische Galerie im Lenbachhaus München einen umfassenden Überblick über sein Werk. 1997 stellte er im Luis Barragan Museum in Mexiko City aus und unlängst zeigte das Ludwig Museum Koblenz seine großformatigen Bilder. In diesem Jahr waren Grooms Arbeiten bei Osborne Samuel, London, in der Ausstellung "Masterpieces of Modern British Art: Selected works from the Derek Williams Trust and National Museum of Wales" zu sehen.

Er lebt und arbeitet in München. Seit 5 Jahren bereist er intensiv Indien.

JON GROOM - ALL IS NOT LOST
Paintings and Watercolours
05.12.08  -  31.01.09