Galerie Mathias Güntner

Einzelausstellung von Joachim Grommek mit großformatigen Arbeiten auf Baumwolle.

 Eröffnung: 7. September, 18 Uhr

Abb.: o.T., 2017, Acryl/Baumwolle, 270 x 200 cm

Joachim Grommek
HIGH END
08.09.17  -  04.11.17

Das Reduzieren ist eine alltägliche Operation. Es ist uns aus Wirtschaft und Technik, aber auch aus Sprechhandlungen geläufig. Mit wenigen Worten alles zu sagen – ein Ideal schon der antiken Lakonier-  ist das Gegenteil des ausufernden Schwatzens. Unsere Welt ist überkomplex und unüberschaubar. Die „Reduktion von Komplexität“, ursprünglich ein Begriff aus der Systemtheorie, ist das, was wir täglich tun müssen, um handlungsfähig zu sein. Wir gewichten. Das heißt, spontan oder kalkuliert treffen wir Entscheidungen auf Basis nur weniger – für uns wichtiger- Variablen. Details filtern wir aus. Das Reduzieren führt zur Verdichtung. Mit anderen Worten: „Less is more“.

Im Prado, Madrid, hängt ein kleines, querformatiges Gemälde von Tizian: zu sehen ist ein diagonal gelegtes Kreuz, in der oberen linken Ecke der Kopf des Joseph von Aremathia, unter dem Kreuz das Gesicht Jesu und seine Hand, die das Kreuz trägt. Und Christus schaut dir direkt ins Gesicht, man fühlt sich betroffen, würde am liebsten hinlaufen und helfen. Nichts sonst gibt es auf dem Bild: keinen Hintergrund, d.h. keinen Himmel, keinen Baum, keinen Vogel. Es  gibt keine ablenkenden Details, die es gewöhnlich ermöglichen, sich ein Stück weit zu entziehen. Kein Ausweg. Es ist diese Konzentration auf das wenige Wichtige, die eine so eindringliche Wirkung erzeugt. Das wenige Wichtige zeigt auch Pieter Claesz‘ berühmtes Stillleben in Rotterdam: nur einen Hering, einen Glasbecher Bier und ein Stück Brot - im 17. Jahrhundert die Grundnahrungsmittel der Niederländer.

Die 7. Ausstellung zum Thema „Reduktion“ (die erste in Berlin, die zweite in Köln, die dritte in Frankfurt/M, die vierte in Antwerpen, die fünfte in Berlin, die sechste in Bonn) zeigt Reduktionen unterschiedlicher Art. Rob Scholte dreht die von holländischen Hausfrauen nach Motiven von Vermeer gefertigten Stickbilder herum, signiert sie und stellt sie aus. Auswählen, herumdrehen, signieren, ausstellen – ganz so wie Duchamp 1917 mit seinem Urinoir verfuhr. Die Arbeitsmethode besteht aus nur vier Schritten. Charlotte Posenenskes (1930-1985) Wandarbeit besteht aus einem grauen Rechteck, das mittels einer einzigen diagonalen Faltung (1966) aus der Fläche in den Raum ragt. Kirstin Arndt zeigt 4 gleiche, einfache Stahlblechwinkel, aufrecht stehend und weiß, von Licht und zartem Schatten umspielt. Michael Reiters bewegliches Gitter (jolly trellis) mutet entmaterialisiert an: dünne, mit einem Nylonfaden verbundene, geometrisch angeordnete, bewegliche Röhrchen. Cécile Dupaquiers weiße „Tableaus“ heben sich nur durch kaum merkliche lange, flache Wölbungen von der weißen Wand ab, in der sie zu verschwinden scheinen. Henrik Eibens Reliefs dagegen sind auf Grund der Abteilisierung, der Verwendung unterschiedlicher Materialien, der Zerklüftung der Oberfläche und der Mehrfarbigkeit recht komplex. Reduziert erscheinen sie durch eine gewisse Strenge. (Burkhard Brunn, 2017)

Kirstin Arndt, Cécile Dupaquier, Henrik Eiben, Charlotte Posenenske, Michael Reiter, Rob Scholte
Reduzieren als Verdichtung
02.06.17  -  24.07.17

Gluno, 2016, C-Print, 92,5 x 122 cm, Foto ©Thorsten Brinkmann

Thorsten Brinkmann
PARADIECLIPSE
03.02.17  -  06.05.17

Drawing 089, 2015
Ausstellungsansicht CCA Andratx Kunsthalle, Zeichnung, Holz, Grafit, 240 x 370 x 20 cm, Foto: Holger Schmidhuber

Isabelle von Schilcher
BRIGHT DARK
11.11.16  -  21.01.17

Zufall und Stille, 2016, Raumzeichnung, Gummibänder, Folienschrift, Foto ©Felix Krebs

Brigitte Waldach
ZUFALL
09.09.16  -  05.11.16

Charlotte Posenenske, Spachtelarbeit (Taunuslandschaft), ca. 1961, Acryl auf Papier, 42 x 56 cm

Charlotte Posenenske, Sid Gastl, Martina Wolf
KONZEPTUELLE LANDSCHAFTEN
24.06.16  -  24.07.16

Ausstellungsansicht 2016, Galerie Mathias Güntner Hamburg

Jörg Rode, Björn Siebert, Jan Köchermann
RETHINKING IMAGES
08.04.16  -  02.06.16
Alfons Lachauer
ROULETTE
12.02.16  -  26.03.16

Inge Krause, ohne Titel (Farbverlauf), 2002/2007

Ausstellungsbesprechung in ARTFORUM International

Ausgabe Februar 2016

INGE KRAUSE
SOMETHING TO LOOK AT
21.11.15  -  16.01.16

Endre Tót, Inside rain, 1973

Im Rahmen der Ausstellung fand am 8. September 2015 die zer0>demo von Endre Tót statt.

Video: zer0 demo Hamburg

Endre Tót
1967 bis hier
11.09.15  -  07.11.15
Kathrin Affentranger, Jenny Feldmann, Anna Grath
AFFENTRANGER FELDMANN GRATH
05.06.15  -  11.07.15

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Zur Ausstellung von Gerold Tagwerker erscheint der zehnte Band der Publikationsreihe "Let"s talk about", die von der Galerie Mathias Güntner herausgegeben wird: Der Künstler im Gespräch mit einem schreibenden Gegenüber.
Band 10 mit Gerold Tagwerker und Nora Sdun.
 
In Kürze werden dann auch die Bände 6 bis 10 als 5-bändiges Paket im Schuber im Textem Verlag erscheinen / Text: Nora Sdun.

 

GEROLD TAGWERKER
_safe
27.03.15  -  23.05.15

Ausstellungseröffnung: 29. Januar 2015, 18 Uhr

Gemeinsame Eröffnung mit den Fleetinsel-Galerien.

Bernhard Frue / Christina Zurfluh
QUI FAIT QUOI
30.01.15  -  14.03.15

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Mit der Eröffnung der Ausstellung von Joachim Grommek erscheint der neunte Band der  Publikationsreihe "Let"s talk about...", die von der Galerie Mathias Güntner herausgegeben wird:  Der Künstler im Gespräch mit einem schreibenden Gegenüber.

Band 9 mit Joachim Grommek und Nora Sdun.

Joachim Grommek
kick down beach babyface
06.09.14  -  25.10.14
Jörg Rode
gebrauchte Welt
12.06.14  -  12.07.14
Thorsten Brinkmann, Boran Burchhardt, Bogomir Ecker, Jan Köchermann
Glückliche Krieger, Part IV
25.04.14  -  31.05.14
Torben Giehler, Joachim Grommek, Inge Krause, Isabelle von Schilcher, Gerold Tagwerker
Glückliche Krieger, Part III
22.03.14  -  19.04.14

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Mit der Eröffnung der Ausstellung von Susanne Kutter erscheint der achte Band der  Publikationsreihe "Let"s talk about...", die von der Galerie Mathias Güntner herausgegeben wird:  Der Künstler im Gespräch mit einem schreibenden Gegenüber.

Band 8 mit Susanne Kutter und Nora Sdun.

Susanne Kutter
ti penso sempre
01.02.14  -  14.03.14

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Mit der Eröffnung der Ausstellung von Thorsten Brinkmann erscheint der siebte Band der  Publikationsreihe "Let"s talk about...", die von der Galerie Mathias Güntner herausgegeben wird:  Der Künstler im Gespräch mit einem schreibenden Gegenüber.

 

Band 7 mit Thorsten Brinkmann und Nora Sdun.


Thorsten Brinkmann
Mexican Style
06.09.13  -  26.10.13

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Mit der Eröffnung der Ausstellung von Alexandra Ranner erscheint der sechste Band der
Publikationsreihe "Let"s talk about...", die von der Galerie Mathias Güntner herausgegeben wird:
Der Künstler im Gespräch mit einem schreibenden Gegenüber.

Band 6 mit Alexandra Ranner und Nora Sdun.

Alexandra Ranner
07.06.13  -  13.07.13

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Mit der Eröffnung der Ausstellung von Boran Burchhardt erscheint der fünfte Band der
Publikationsreihe "Let"s talk about...", die von der Galerie Mathias Güntner herausgegeben wird:

Band 5 mit Boran Burchhardt und Dagrun Hintze.  

Boran Burchhardt
3D §87 Deutschlandbilder Essen_Heidelberg_Hamburg
13.04.13  -  01.06.13

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Zur Eröffnung der Ausstellung von Marc Lüders erscheint der vierte Band der Publikationsreihe "Let‘s talk about", die von der Galerie Mathias Güntner herausgegeben wird: Der Künstler im Gespräch mit einem Gegenüber, ein innerer Monolog im Außen gespiegelt.

Band 4 mit Marc Lüders und Dagrun Hintze.

"Letzlich bleibt eine Form von Einsamkeit - weil dieses Figur, die da auf dem Foto steht, auf die Foto-Oberfläche gemalt ist, sich zwar optisch einbindet in die Umgebung, sie aber nicht wirklich erreichn kann. " (Dagrun Hintze / Marc Lüders)

Die Galerie bedankt sich bei allen Freunden und Unterstützern der Publikation und bei VAST FORWARD.

 

 

 

Marc Lüders
25.01.13  -  16.03.13

Red Hot Favourit, IVS & FLK


Videoarbeit, Installation und Performance

"Im Laufe meiner eigenen Erfahrung mit einer Galerie habe ich begriffen, dass ein Kunstwerk, das in
Zeitschriften weder besprochen noch reproduziert wird, kaum den Status von "Kunst" erlangt". (Dan Graham)

Isabelle von Schilcher & Franziska Lena Kluw
10.11.12  -  12.01.13

Aktuell wird Jan Köchermanns begehbare Installation Dead End Heedfeld in der Ausstellung "Lost Places" in der Hamburger Kunsthalle gezeigt.
Diese Arbeit wird mit der Installation in der Galerie durch ein achtes Tunnel-Modul erweitert.


:::::::::::::::::::: Let‘s talk about ::::::::::::::::::::

Zur Eröffnung der Ausstellung von Jan Köchermann erscheint der dritte Band der Publikationsreihe "Let‘s talk about", die von der Galerie Mathias Güntner herausgegeben wird: Der Künstler im Gespräch mit einem Gegenüber, ein innerer Monolog im Außen gespiegelt.

Band 3 mit Jan Köchermann und Dagrun Hintze.


Die Galerie bedankt sich bei allen Freunden und Unterstützern der Publikation und bei VAST FORWARD.

Jan Köchermann
Dead End Heedfeld - Tunnel 8
07.09.12  -  28.10.12

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Mit der Eröffnung der Ausstellung von Bernhard Frue erscheint der zweite Band der Publikationsreihe "Let"s talk about...", die von der Galerie Mathias Güntner herausgegeben wird: Der Künstler im Gespräch mit einem Gegenüber, ein innerer Monolog im Außen gespiegelt.

Band 2 mit Bernhard Frue und Dagrun Hintze:
"Als Jugendlicher hast du fast nur Gesichter gezeichnet, das ist immer noch ein Fetisch für dich, wenn du mit jemanden sprichst, starrst du ihm irgendwann nur noch auf die Lippen oder aufs Gebiss. Das kann manchmal unangenehm sein." (Dagrun Hintze/Bernhard Frue)


Die Galerie bedankt sich bei allen Freunden und Unterstützern der Publikation und bei VAST FORWARD.

Bernhard Frue
Things Thicked Me
12.05.12  -  07.07.12

:::::::::::::::::::: Let‘s talk about ::::::::::::::::::::

Mit der Eröffnung der Ausstellung von Jörg Rode legt die Galerie eine
Publikationsreihe auf, die in Zukunft regelmäßig erscheinen wird:
Der Künstler im Gespräch mit einem Gegenüber, ein innerer Monolog im Außen gespiegelt.
Den Anfang mit Band 1 machen Jörg Rode und Dagrun Hintze.
»Das Verschwinden war schon immer ein Thema, und diese neue Form der ästhetischen Gleichgültigkeit
bietet es wieder an, auf eine ganz andere Art. Ob das stimmt, ob das der richtige Punkt, ob das
erfahrbar ist oder nur ein Caspar David Friedrich in heutig, wird sich zeigen. Aber es weiß auch keiner,
was der Betrachter damals vor dem Pissbecken gefühlt hat. « (Dagrun Hintze/Jörg Rode)

Im Rahmen der Ausstellung findet ein Künstlergespräch statt.

Die Galerie bedankt sich bei allen Freunden und Unterstützern der Publikation
und bei VAST FORWARD.

Jörg Rode
Poesie der Gleichgültigkeit
24.03.12  -  05.05.12

In ihrer ersten Ausstellung in Hamburg zeigt Christina Zurfluh Arbeiten aus den letzten drei Jahren, die sich mit den Überschneidungen und fließenden Grenzen von Malerei und Bildhauerei und deren Wirkungen im Raum auseinandersetzen. Es ist ein Thema, das die Künstlerin seit vielen Jahren interessiert und das sie in einer Intensität und Radikalität und Ernsthaftigkeit auslotet, wie es nur wenige KünstlerInnen vermögen. Es geht weder um eine Gewichtung von Materialität und Form, Zufall und Konzept oder Fläche und Objekt, noch um deren Ausschlussverfahren. Es geht vielmehr um die Verknüpfung dieser Pole zu einem Körper, in den man hineinblicken kann. Zurfluhs Arbeiten schöpfen aus der langen Geschichte der Malerei und bauen durch spielerisches Experimentieren mit Materialität und Erfahrung neue Räume für die BetrachterInnen auf. Die Künstlerin schafft abstrakte, schwere Körper aus geschichteten, aufgerissenen oder geschliffenen Acrylschichten, aber auch leichte, strömende Malerei auf Plastikfolien, die vor oder nach dem Farbauftrag gefaltet und nach einer von der Künstlerin bestimmten Einwirkungsdauer wieder geöffnet werden. All diese Objekte können in ihrem unterschiedlichen Erscheinen (in Gewicht, Ausdehnung, Farbigkeit, dem künstlerischen Eingriff und zufällig ablaufenden Produktionsprozessen) visuell gedacht und mittels eines mentalen Simulationsverfahren für den Blick in den eigenen Körper genutzt werden. Zurfluhs konstruierte Schichtmodelle mit dem Titel "Black" bieten Denk-Räume, die sich von außen nach innen - wie in einer Erinnerungslandschaft - hinein in die Unebenheiten dieses Volumens öffnen. Die Arbeiten auf Plastikfolie mit dem Titel "Strom" erschließen sich im umgekehrten Denkvorgang von innen nach außen, und entwickeln durch das "innere" Fließen der Farbe und den dadurch in Gang gesetzten unbeeinflussbaren Veränderungsprozess eine Dynamik, die auch den umgebenden Raum in seinen Begrenzungen in Bewegung bringt. "Das Gedächtnis ist der Körper des Denkens", sagt Paul Valery. Christina Zurfluh schafft abstrakte Körper in denen das Gedächtnis wiedergefunden werden kann.

Text: Gabriela Gantenbein

Christina Zurfluh
In Bluethe
21.11.12  -  17.03.12

"Dieses Schwarz hat physische Präsenz. Indem es das Dargestellte so sehr mit Verschattung und Verdunkelung belegt, wird es zum eigentlich Greifbaren dieser Bilder. Und doch führt es einen in aller Anschaulichkeit auch nahe ans Nichts. Einhüllendes Dunkel formt hier die Aufmerksamkeit aufs sich Entziehende aus. Das geschieht beinah haptisch: Man tastet sich regelrecht mit dem Blick in die Bilder hinein, und wie bei der Gewöhnung der Augen ans nächtliche Dunkel schält sich zunehmend deutlich der Eindruck von konkretem Raum heraus. Dementsprechend lassen sich die Bilder nicht fokussieren, Raum bleibt darin Ausdehnung von ungewisser Tiefe. In dieser Seherfahrung liegt etwas Faszinierendes und still Hypnotisches, bezeichnenderweise auch etwas, das sich nicht verbraucht. So zeigen diese Bilder nicht nur die Sujets knapp vorm Verschwinden, sie formulieren auch eine Grenze von Sichtbarkeit selbst und treffen dabei den Blick um Übergang zur Imagination." (Jens Asthoff)

Inge Krause
Nahe dem Nichts
12.11.11  -  14.01.12

Im Sommer 2011 erschien im Hatje Cantz Verlag die Monographie

JOACHIM GROMMEK OHNE EICHHÖRNCHENGRÜN.

Das Buch wird im Rahmen der Ausstellung präsentiert.

 

"Joachim Grommeks Arbeiten stellen unsere Wahrnehmung auf die Probe und sind

ein subtiler Kommentar zu Grundfragen der Malerei. Die auf den ersten Blick der

geometrischen Abstraktion verpflichteten Gemälde scheinen vertraut und entziehen

sich gleichzeitig jeder Einordnung. Bunte Klebestreifen unterschiedlicher Breite überziehen

den Bildträger Spanplatte. Dabei handelt es sich um ein klassisches Trompe

l’oeil, denn der Künstler malt die scheinbar applizierten Klebebänder in einem aufwändigen

Verfahren auf eine Spanplatte, die er weiß grundiert und nochmals als

Spanplatte malt. In den jüngsten Arbeiten wählt Grommek auch Aluminium als Träger

und lotet Möglichkeiten größerer Formate aus. Die Gemälde wie auch die raumbezogenen

Installationen sind Zeugnis einer kontinuierlichen künstlerischen Recherche,

die die Kunst selbst auf den Prüfstand stellt." (Text: Oliver Zybok) (Abb.: Joachim Grommek, o.T., 2011, Lack auf Aluminium, 65 x 50 cm)

Joachim Grommek
Kung Fu Panda III
03.09.11  -  29.10.11

Abb.

Boran Burchhardt

Glückliche Krieger, 2007/2011

Lambda-Print auf Aluminiumrahmen

150 x 114 x 3 cm

Aufl. 5 + 2 AP

Glückliche Krieger - Brinkmann, Burchhardt, Chrobok/Faulhaber, Fruehwirth, Grommek, Krause, Köchermann, Kutter, Ranner, Rode, Schappert, von Schilcher, Sudenburg, Tagwerker
Gruppenausstellung
11.02.97  -  02.04.11

Alexandra Ranner (*1967 in Osterhofen, lebt in Berlin) arbeitet mit doppeltem Boden. Sie stellt real begehbare Großskulpturen oder kleinere Raummodelle her, schafft fotografische Abbildungen von selbst gebauten Räumen, spielt mit einer Realitätsebene, für die das Modell selbst die Vorlage bietet. Man könnte in ihrer Arbeit auch von einer "Raum-Umkehr-Situation" sprechen. Verdoppelungen, Verzerrungen, Spiegelungen sind Teil ihrer künstlerischen Strategie.

Die Video-Arbeiten von Alexandra Ranner sind seltsam verrätselt und unterlaufen herkömmliche Erzählstrukturen. In ihrem aktuellen Video Silencio Súbito (Mann), das den Ausstellungsraum der Galerie dominiert, lauscht ein Mann angestrengt in die absolute Stille hinein. Der Raum ist karg ausgestattet. Ein Vorhang, der seitlich zu erkennen ist, bläht sich skulptural auf. Plötzlich und unerwartet wird die über dieser Szene lastende Stille zerrissen. Ranner spielt auch hier mit der diffusen Erwartungshaltung des Betrachters und führt eine Art leer laufende Suspense vor.

Alexandra Ranner ist seit 2007 Professorin für bildende Kunst an der UdK Berlin. Ihre Arbeiten wurden u. a. in folgenden Institutionen gezeigt: Arsenale (49. Biennale in Venedig), Statements (Förderkoje Art Basel), 1. International Triennale of Contemporary Art Yokohama, Kunstmuseum Wolfsburg, Kunsthalle Münster, Kunstmuseum Bochum, Kunstverein Hannover, Museo de Bellas Artes de Santander, MUMOK Wien... Aktuell ist ihre Arbeit auch im MARTa Herford, in der Ausstellung "Unsichtbare Schatten Bilder der Verunsicherung", zu sehen.

Alexandra Ranner
Nebenmeer
10.09.10  -  23.10.10

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Thorsten Brinkmann (*1971 in Herne, lebt in Hamburg) zeigt bei seiner dritten Einzelausstellung in der artfinder Galerie neue Arbeiten, die explizit das Verhältnis von Subjekt und Objekt, von Mensch und Ding untersuchen.

Figurative Skulpturen zeigen sich als Kombination aus Ding und Körperfragmenten. Die Grenzen zwischen Objekt und Subjekt werden aufgeweicht. Den Gegenständen wächst eine organische Qualität zu, während Körperteile gegenständlich erscheinen.

In seinen Fotografien hat Brinkmann das Sujet "Stillleben" neu entdeckt. Sie lassen ein assoziatives Spiel mit kunsthistorischen Referenzen zu, wie bereits seine Selbstportraits. In den Bildern ist die ursprüngliche Funktion der Objekte oftmals nicht mehr zu identifizieren. Ihre Bedeutung hat sich verschoben. Die Beziehung zwischen Signifikant und Signifikat wird dem Betrachter als eine brüchige vorgeführt.

Die Arbeiten von Thorsten Brinkmann wurden bis Anfang des Jahres im ICP New York gezeigt und sind aktuell in der Museumsausstellung "Das Fundament der Kunst Die Skulptur und ihr Sockel in der Moderne" in Heilbronn vertreten. 2010 werden seine Arbeiten u.a. in folgenden Institutionen zu sehen sein: Gerhard Marcks Museum Bremen, Arp Museum Remagen, Columbus University Ohio, Fotofestival Knokke, Fotofestival Lüttich. Im Herbst 2010 würdigt das Kolbe Museum in Berlin Thorsten Brinkmann mit einer Einzelausstellung.

 

Thorsten Brinkmann
Milkymaid im Upperfloor
30.01.10  -  15.05.10

Boran Burchhardt (*1973 in Hamburg) beschäftigt die Frage nach dem Rest von Performances. Dabei hinterfragen seine Werke die Verzichtbarkeit dieses Prozesses. Eine Plastik ruft die Erinnerung an eine Performance wach, ohne dass diese für den Betrachter stattgefunden hat.

Jacob Dahlgren (*1970 in Stockholm) untersucht die Formen malerischer Abstraktion, die im Alltag zu entdecken sind. Seine Materialien sind häufig triviale Gebrauchs- und Alltagsgegenstände, die er spielerisch komponiert. Die Formensprache rekurriert auf Seherfahrungen, die an Konstruktivismus, Op Art, Minimal Art und Pop Art erinnern.

Joachim Grommek (*1957 Wolfsburg, lebt in Berlin) nimmt Spanplatte, grundiert diese weiß, und nutzt nun ein Repertoire verblüffender Trompe-l’œil-Effekte: Durch die malerisch perfekte Illusion von Spanplattenoberflächen und verschiedenfarbiger Klebebänder stellt er Kompositionen her, die einst "ungegenständlich" genannt wurden.

Ola Kolehmainen (*1964 Helsinki, lebt in Berlin) ist einer der prominentesten Vertreter der "Helsinki School". Im Zentrum seiner Arbeit steht die Auseinandersetzung mit der Grundstruktur von Architekturfassaden: Raster, Symmetrie und Serialität. Diese minimalistische Formensprache unterläuft Kolehmainen mit "störenden" Details.

Gerold Tagwerkers (*1965 in Feldkirch, lebt in Wien) zentrale Motive Licht, Raster und Spiegel stehen gemeinhin für die Ausübung von Kontrolle. Mit Hilfe ästhetischer Interventionen gelingt es dem Künstler, Licht, Raster und Spiegel als Agenten der Kontrolle und Ordnung vorzuführen und gleichzeitig auszuhebeln.

 

Boran Burchhardt, Jacob Dahlgren, Joachim Grommek, Ola Kolehmainen, Gerold Tagwerker
COLOUR URBAN STRUCTURES
14.11.09  -  23.01.10

Jan Köchermann (*1967, lebt in Hamburg) beschäftigt sich seit 1996 mit dem skulpturalen Element Schacht. In den letzten Jahren hat Köchermann diverse Groß-Installationen im öffentlichen Raum realisiert, zwei davon in Hamburg: Im Kaispeicher A in der Hamburger Hafencity brach er mit einem sieben Meter langen Schacht den Ausstellungsraum zur Elbe hin auf (2002); 2006 baute er eine reale Fußgängerunterführung an der Außenalster in der City Nord als Skulptur nach.

 

Jan Köchermann inszeniert Risse in der Wirklichkeit und spielt mit den herkömmlichen Realitätserfahrungen des Betrachters. Dabei entstehen immer wieder neue, unerwartete Räume bzw. Raumsituationen: Sei es die mit Wasser geflutete Galerie mit den schwebenden Hochhäusern im dritten Stock der Admiralitätstraße (2007) oder der

Nachbau eines 26 Meter langen Fahrradtunnels, an dessen Ende ein riesiges Leuchtkastenbild dem Betrachter suggerierte, er befände sich eigentlich an der Hamburger Außenalster und nicht im Kunstraum Düsseldorf (2004).

 

Neben den klaren und durchaus harten skulpturalen Setzungen arbeitet Köchermann auch in kleineren Formaten und entwickelt modellhafte Räume mit Filmprojektionen oder irritierenden Rauminszenierungen. In "Krakerts Keller", seiner dritten Einzelausstellung in der Galerie, konfrontiert er den Betrachter u.a. mit atmosphärisch-ambivalenten Innenräumen, die ihn dazu einladen, die Geschichte im Kopf zu Ende zu erzählen.

 

Anlässlich der Ausstellungen in der artfinder Galerie und im Kunstverein Braunschweig erscheint ein Katalog mit Texten von Dagrun Hintze, Prof. Michael Lingner, Hilke Wagner und Florian Waldvogel.

Jan Köchermann
Krakerts Keller
05.09.09  -  07.11.09

BLACK TO BLACK

Bernhard Fruehwirth (*1968, lebt in Wien) sucht immer wieder Kontextverschiebungen auf, Umbesetzungen von Funktion und Bedeutung. Er ermöglicht unterschiedliche Lesarten von zeitgenössischen Phänomenen, die er symbolisch und psychologisch auflädt und in ein eigenes, spielerisches System stellt.

 

Inge Krauses (lebt in Hamburg) Interesse gilt den Bildern der Massenmedien. Sie benutzt Fotografien aus Zeitungen, Magazinen, Katalogen u.s.w. als Vorlage, reproduziert diese in einem speziellen zeichnerisch-malerischen Verfahren und stellt durch konzeptuelle Eingriffe in die so entstandenen Bilder eine (kritische) Distanz zum Gezeigten her.

 

Roland Schapperts (*1965, lebt in Köln/Berlin) Arbeiten erproben mediale Transformationen. Der Künstler erforscht die Möglichkeiten einer Erzählstruktur bei stillstehenden und bewegten Bildern, hinterfragt die Autonomie des Einzelbildes und untersucht die Wechselwirkungen verschiedener Medien untereinander.

Bernhard Fruehwirth, Inge Krause, Roland Schappert
BLACK TO BLACK
08.05.09  -  25.07.09

Joachim Grommeks Malerei lässt sich nicht ohne das Verhältnis zur Moderne, ohne das Spiel mit den Referenzen denken. Grommek benutzt handelsübliche Spanplatte, grundiert diese weiß, und nutzt nun ein Repertoire verblüffender Trompe-l’œil-Effekte: Durch die malerisch perfekte Illusion von Spanplattenoberflächen und verschiedenfarbiger Klebebänder stellt er Kompositionen her, die einst "ungegenständlich" genannt wurden. Joachim Grommek wurde 1957 geboren und lebt in Berlin.

 

Rolf Roses Arbeit steht in der Tradition von Farbfeldmalerei und Minimal Art und verlängert die Geschichte der amerikanischen Malerei in die Gegenwart hinein. Mit Hilfe mehrerer Farbschichten baut Rose oszillierende Farbräume, die ihre Lebendigkeit aus der Struktur des mit einem Spachtel aufgetragenen Farbmaterial beziehen. Diese Farbräume weisen einen Bezug zu russischen Ikonen auf und auch zu den vom Goldgrund geprägten Hintergründen in der Malerei der Gotik. Rolf Rose wurde 1933 geboren und lebt in Hamburg.

 

Joachim Grommek - Rolf Rose
31.01.09  -  21.03.09

Roland Schappert (*1965, lebt in Köln) "führt in seinen Arbeiten klassische Medien an ihre Grenzen, dehnt ihren Erfahrungsraum durch das ‚Verstreichen’ von Zeit. Diese zeitliche Erfahrung bestimmt wesentlich den Wahrnehmungshorizont der Werke. Malerei, Zeichnung und Skulptur werden mit zeitbasierten Medien Video, Klang, Lichtinstallationen ... zusammengeführt und an ihren Berührungspunkten zu grundlegenden, erkenntnistheoretischen Fragestellungen verdichtet." Stefanie Kreuzer, in: À rebours  

"Höchstens einzelne Buchstaben sind noch zu erkennen, der Rest ist Geste und Wink, Bild und Struktur. Indem diese Auslöschungen auf das Auftragen von Firnis zurückzuführen sind, kehrt sich die Intention des Bewahrens um. Der schützende Überzug verwandelt sich hier in ein zerstörerisches und zersetzendes Element." Arne Zerbst, in: Das helle Dunkel

Zur Ausstellung erscheint das Künstlerbuch Reflect me the light von Roland Schappert im Salon Verlag, Köln. 96 Seiten mit 113 Abb. und Texten von Stefanie Kreuzer, Annette Tietenberg, Thomas Wulffen und Arne Zerbst.

Roland Schappert
THE SHADE OF THE DARK IS ANGRY
29.11.08  -  24.01.09

Der aus der Mode gekommene Begriff Unbild bezeichnet in alten Lexika eine Monstrosität.

 

In seiner ersten artfinder Ausstellung stellt der in Hamburg lebende Künstler Christoph Faulhaber drei Projekte vor:

In Ich wie es wirklich war berichtet Faulhaber über die Folgen des Projektes Mister Security. "Der Ausgangspunkt für Mister Security ist die Frage, ob es verboten ist, die amerikanische Botschaft zu fotografieren." Verkleidet als Angestellter einer Sicherheitsfirma observierte Faulhaber mit seinem Künstlerkollegen Lukasz Chobrok verschiedene Botschaften und gab auf Nachfrage an, den öffentlichen Raum zu überwachen, um die Sicherheit zu erhöhen. Tatsächlich führte die erhöhte Sicherheit zu großen Verunsicherungen. Sie wurde gar als Bedrohung wahrgenommen, wie die Ausweisung des Künstlers aus den USA, mit der das Projekt einen vorläufigen Höhepunkt erlebte, zeigt.

Fidelity Real Estate ist wie ein Ausflug in das Schaufenster eines Immobilienhändlers. Bei näherer Betrachtung korrespondieren die Abbildungen und Beschreibungen der vorgestellten Objekte jedoch nicht miteinander. Heruntergekommene und verfallene Häuser werden von einer Agentur in Florida als luxuriöse und begehrenswerte Immobilien in "Boomtown" Havanna angepriesen. Ist das die Zukunft, die uns nach geplatzten Immobilienblasen oder bevorstehenden politischen Veränderungen in Cuba erwartet?

Auch Guantanamo Auffanglager Hamburg hebt eine Immobilie in einen neuen Kontext. Nachgebildet ist ein Verhörraum von Camp X-Ray, der nun als provisorisches Auffanglager für die

(Ex-)Häftlinge des Militärgefängnisses Guantanamo Bay dienen soll. Es knüpft damit an die Diskussion um die Aufnahme der ehemaligen Insassen in Deutschland an. Nach der Ausstellung wird die Kiste an verschiedenen Standorten, u.a. in Hamburg und Berlin, aufgestellt.

 

Alle drei Projekte verweisen auf monströse Folgen gesellschaftlicher und ökonomischer Entwicklungen, wie den mit der Angst vor dem Terror einhergehenden Freiheitsverlust, die durch Spekulationswut ausgelöste Finanzkrise oder der Verlust der Humanität, für den Guantanamo steht.

Christoph Faulhaber bezieht mit seinen fragenden, konzeptionellen Annäherungen an gesellschaftliche Prozesse aber nicht allein eine kritische Position. Er erreicht durch seine Intervention eine Verselbständigung der Prozesse, wird dabei selbst vom Provokateur zum Spielball und entlarvt so auch die Nicht-Greifbarkeit der Phänomene.

Die politische Dimension seiner Arbeiten wirft die Frage nach dem ihnen innewohnenden Kunstbegriff auf. Faulhaber laboriert zwischen Kunst und Wirklichkeit, Bildern und Nicht-Bildern, zwischen Einflussnahme und Ohnmacht.

 

Christoph Faulhaber
Unbild - Pictures and Non-Pictures
18.04.09  -  02.05.09