Magnus P. Gerdsen

Im Rahmen unseres jungen Programms GERDSEN CONTEMPORY zeigen wir in Raum 1 unserer Galerie Arbeiten des Salzburger Künstlers Paul Raas.

Mit seiner besonderen Kombination künstlerischer Techniken erzeugt Raas eine außergewöhnliche Tiefenwirkung und gibt so einen einzigartigen Ausblick auf sein bevorzugtes Motiv der Himmels- und Gebirgslandschaften.

 

 

Abb.1: ohne Titel, 2016, Mischtechnik auf Holz, Ø 94 cm

Abb. 2: ohne Titel, 2016, Mischtechnik auf Holz, Ø 66 cm

Paul Raas
Neue Arbeiten
15.02.17  -  31.03.17

"Das Werk von Eduard Bargheer stellt den wahrscheinlich wichtigsten Beitrag Hamburgs zur Malerei der Moderne dar", so schreibt sein Biograph Volker Plagemann. Museen bestätigen diese Aussage durch ständige Präsenz und prominente Ausstellungen von Bargheers Arbeiten.  

"Mehr Licht"  war der Wunsch, der Eduard Bargheer veranlasste, nach Afrika zu reisen.  Dort inspirierte ihn die gleißende Helligkeit, die den Lichteindruck Italiens und seines geliebten Domizils auf der Insel Ischia noch steigerte, zu neuen Bildlösungen.    

Der aus Hamburg stammende Maler gelangte im Süden durch die Überführung von  Licht in Farbe  in Gestalt seiner prismenartig aufgebauten Landschaftsarchitektur zu internationaler Berühmtheit.    

Mit unserer Ausstellung "Hamburg - Forio - Casablanca"   zeigen wir einen umfassenden Überblick über das Oeuvre des Malers und dokumentieren anhand der Orts-bezeichnungen den künstlerischen Prozess vom linearen Pinselduktus als Mitglied der elitären Künstlervereinigung "Hamburgische Sezession" über die Kernzeit seiner mosaikartigen Formsprache in leuchtendem Kolorit, zu der er unter dem Eindruck des mediterranen Lichts auf der italienischen Insel Ischia fand, bis zur Steigerung seiner Farbigkeit und Aufnahme neuer Motive unter dem Einfluss der Reisen nach Afrika.

Eduard Bargheer (1901-1979)
MEHR LICHT! Hamburg - Forio - Casablanca
06.02.15  -  31.03.15

Aus unserer Reihe JUNGE KUNST IN HAMBURG zeigen wir ab dem 12. September MALEREI von Heinz Rolefs.

"Um eine Landschaft zu malen, muss man sie kennen. Ich kenne meine Heimat und ich male sie."  Dieser Satz Gustave Courbets ist die Grundlage für die malerische Erfassung der Stadtlandschaft Hamburgs durch Heinz Rolefs.  "Ich habe diese Stadt immer wieder gemalt und gezeichnet. Ich kenne ihr Licht, ihre flache Räumlichkeit - die weiten und die nahen Blicke"  so äußert er sich über die Stadt, die ihn immer wieder   inspiriert. Überraschend vielfarbig und hell, in variantenreichem Colorit überträgt er die Atmosphäre Hamburgs in seine Bilder. Der urbane Charakter steht dabei nicht im Vordergrund, das Schrille, Schnelle wird vermieden, vielmehr geht es um die Erfassung der ästhetischen Reize und des landschaftlichen Charakters der Hansestadt. Rolefs will sie nicht realistisch und detailgetreu wie eine Vedute malen, denn er malt nicht was er weiß, sondern was er sieht. Verschiedene Blickwinkel auf ein Motiv werden zu einem Bild zusammengefasst. Die gestaffelten Flächen transportieren differenzierte Lichteffekte. Farbe und Licht verschmelzen - Hamburg leuchtet in dieser positiven Stimmung.  

Zum Künstler: Heinz Rolefs (*1953 in Ibbenbüren, lebt und arbeitet in Hamburg)

Studium der Malerei in Münster bei Professor Hans Griebentrog

Einzel- und Gruppenausstellungen in D, AU, PL, SE.

 

Abb.: "Baumwall bei Nacht", 2014, Öl auf Leinwand, 100 x 140 cm

HAMBURG UNTER FARBE
Neue Bilder der Stadt von Heinz Rolefs
12.09.14  -  12.10.14

Wir setzen unsere Reihe "Junge Kunst aus Hamburg" fort und zeigen Arbeiten von THOMAS KAISER (*1948 in Hamburg):


Schüler von Max H. Mahlmann (Hochschule für Gestaltung, Hamburg)

Mitbegründer der Künstlergruppe programme

erste Ausstellungen ab 1976

ab 1984 Umsetzung binärer Prinzipien in der konkreten Kunst

Lehrbeauftragter an der Hochschule Wismar

Einzel- und Gruppenausstellungen in CH, D, DK, F, GB, NL

vertreten in Privat- und Firmensammlungen sowie Museen.  

 

Abb.: "diagonal g+i.k+g", 2013, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm

THOMAS KAISER
Junge Kunst aus Hamburg
06.06.14  -  12.07.14

Als neueste Position unserer Galerie zeigen wir in Raum 2 Malerei des jungen Hamburger Künstlers Rasmus Hirthe.  

 

 

 

 

 

 

 

Abb.: "Strandbad", 2013, Mischtechnik, ca. 90 x 120 cm

RASMUS HIRTHE
Junge Kunst aus Hamburg
01.03.14  -  15.04.14

Abb.:  Eduard Bargheer (1901-1979), "Heller Morgen auf Ischia", 1961, Aquarell auf Bütten, ca. 22,5 x 32,5 cm, signiert, datiert, rückseitig ein weiteres Landschaftsaquarell, P. a. A.

 

SOMMERGÄSTE
Eduard Bargheer, Klaus Fußmann, Oskar Koller, Kai Quedens, Max Peiffer Watenphul und andere
05.09.13  -  10.10.13

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Im Sommer 1916 hielt sich Anita Rée auf Initiative von Carl Georg Heise in Blankenhain bei Weimar auf. Heise war Schüler des Hamburger Kunsthistorikers Aby Warburg und zu der Zeit Assistent bei Gustav Pauli an der Kunsthalle.

Am 23. Juli 1916 schreibt Anita Rée ihrer Freundin Alexandra Povòrina: "Wissen Sie eigentlich, daß Blankenhain der Sitz von vielen Irrenhäusern ist und daß die Irren auf der Straße herumlaufen? Und laut aus den Irrenhäusern heraus singen? Sie sehen, der Ort, an dem ich jetzt meine Tage verbringe, ist dazu angetan, die schwierigsten und quälendsten Konflikte in der Seele eines Malers hervorzurufen: Hie Ingres - hie van Gogh."1

1  Bruhns, Maike,  Anita Rée. Leben und Werk einer Hamburger Malerin 1885-1933,  Verlag Verein für Hamburgische Geschichte, Hamburg 1986, S. 43.

 

 

 

Das besondere Objekt (Abb.):

Anita Rée (1895-1933), "Irrer", 1916, Aquarell, Kohle, Bleistift, 34x26 cm, signiert, Provenienz Privatsammlung Hamburg.  Die Arbeit  wird  von Maike Bruhns in das Werkverzeichnis  der Arbeiten Anita Rées aufgenommen.

KÜNSTLER DER GALERIE
Klassische Moderne - Gegenwart
01.05.13  -  29.06.13

Der 1919 gegründeten Künstlervereinigung "Hamburgische Secession" ist es zu verdanken, dass die Mitglieder mit ihren in den "Roaring Twenties" entstandenen Arbeiten überregionalen Ruf erlangten. Die Mitglieder waren frei in der Wahl der Ausdrucksform - wichtig in der Zeit ständig wandelnder Stile und -Ismen - verpflichteten sich aber zu hoher Qualität und Professionalität in ihrem künstlerischen Schaffen. Das von den Künstlern selbst oktroyierte Elitebewusstsein ermöglichte ihnen den Anschluss an die internationale Moderne und ein jünger Künstler wie Eduard Bargheer konnte sich geehrt fühlen, in die Ausstellungsgemeinschaft aufgenommen zu werden. Die bereits 1933 einsetzenden Repressalien der NS-Regierung gegen die avantgardistische Secession und besonders gegen deren Mitglieder jüdischer Herkunft setzte der Blütezeit Hamburgischer Kunstgeschichte ein jähes Ende. Eduard Bargheer verließ Hamburg, nachdem einige seiner Arbeiten als verfemt geltend aus der Kunsthalle entfernt worden waren und siedelte nach Italien um. Dort fand er unter dem Einfluss des konstant hellen, südlichen Lichts zu neuen Bildanlagen und Farben. Nach dem II. Weltkrieg galt er als international anerkannter Maler, war auf den Biennalen und Documenten, den wichtigsten Schauen moderner Kunst, vertreten, erhielt Lehraufträge und seine Arbeiten wurden von diversen Museen angekauft.  Wir zeigen Gemälde der Secessionsmitglieder Gretchen Wohlwill, Kurt Löwengaard, Erich Hartmann, Emil Maetzel und in diesem Kontext frühe Arbeiten Bargheers, die sich mit der Atmosphäre des Nordens und den sich ständig ändernden Lichtverhältnissen beschäftigen. Einen besonderen Fokus richten wir auf die Kernzeit seines künstlerischen Schaffens in Italien, wo er die Tektonik der Fischerorte auf Ischia nutzte, um der Übertragung von Licht auf Papier oder Leinwand Form zu verleihen.  

Abb.: Gretchen Wohlwill (1898-1962), "Mädchen am Fenster", um 1930, Öl auf Leinwand, 92 x 70,5 cm, signiert

 

 

Eduard Bargheer und die Hamburgische Secession
Gemälde, Aquarelle, Graphik
22.01.13  -  30.03.13

Unser kunsthistorisches, sammlerisches und händlerisches Interesse gehört seit Jahren Eduard Bargheer (1901-1979), einem der wenigen Hamburger Maler, die überregional und international museal vertreten sind.

Kontinuierlich erwerben wir besonders qualitätvolle Beispiele seines Å’uvres, in allen von ihm angewandten künstlerischen Techniken; in diesem Jahr präsentieren wir unsere Kollektion von den Anfängen des Malers als Mitglied der elitären Künstlervereinigung "Hamburgische Sezession" bis in die Kernzeit seiner mosaikartigen Formsprache in heller, leuchtender Palette, die er unter dem Eindruck des mediterranen Lichts auf der italienischen Insel Ischia entwickelte.

Schon in den 1930ern erfolgreich mit Einzelausstellungen in namhaften Galerien und Verkaufserfolgen in private und öffentliche Sammlungen, widmete er sich zunächst den spezifischen atmosphärischen und klimatischen Bedingtheiten der norddeutschen Landschaft in fließendem, Linien und Flächen betonendem Pinselduktus. Es ist mehr der Einfluss Edvard Munchs als der expressive Gestus und die Symbolfarbe des frühen deutschen Expressionismus, der die stilistische Orientierung des jungen Malers prägt. Angeregt durch Segeltörns auf der Elbe, zeigt er die Charakteristika des Nordens unter Beibehaltung des lokalen Kolorits. Nach der Ausstellung "Entartete Kunst", 1937, galt seine Kunst während der NS Zeit als verfemt und Bargheer beschließt, dauerhaft in Italien zu leben und zu arbeiten. Schon während früherer Reisen dorthin hatte das südliche, kontinuierlich helle Licht einen nachhaltigen Eindruck auf ihn ausgeübt, der sich zunehmend in seinem Werk manifestiert und sukzessive zu einer kompletten Wandlung in Bildaufbau und Palette führt. Folgt er im Norden einer flächigen Komposition in gedeckter Tonigkeit, schließt er im Süden die Bildstruktur in Form leuchtender,  prismenartiger Farbflecken zusammen. Bargheer verzichtet auf Details, denn Ziel der Bildfindung ist nicht die Schilderung einer Ferieninsel; vielmehr dient die Architektur Ischias der Übertragung von Lichterlebnissen auf den Bildträger. Die gebaute Komposition steht in spannungsreichem Widerspruch zum Medium Aquarell, das Bargheer eindeutig bevorzugte. Es ist ein schnelles Medium, das nach Meisterschaft verlangt, weil es nicht korrigiert werden kann und den Zufall in die Bildfindung integriert.

Farbigkeit, Bildaufbau und das Oszillieren zwischen Gegenstand und Abstraktion unterscheiden das Å’uvre  Bargheers vom Mainstream der deutschen Kunst nach ’45, dem Informel. Es gelang ihm, durch seine unverwechselbare Formsprache, in der er alle Nuancen seiner Palette in vielfachen Farbmosaiken deklinierte, zu Lebzeiten Erfolg und Ruhm und nach seinem Tod überzeitliche Geltung zu  erlangen: Nach dem zweiten Weltkrieg erhielt er Lehraufträge in Hamburg und Berlin, nahm an den ersten Biennalen und Documenten teil, Arbeiten wurden von Museen in Deutschland, Italien, USA etc. angekauft. Eduard Bargheer fand umfangreiche Erwähnung in der deutschen Kunstgeschichtsschreibung und wird nun in seiner Heimatstadt durch den Bau eines Museums gewürdigt werden.  

Mehr zu Eduard Bargheer: www.galerie-gerdsen.de

EDUARD BARGHEER (1901-1979)
Gemälde, Aquarelle, Grafik
23.11.11  -  12.01.13

 

Zwei  international erfolgreiche Künstler eröffnen mit ihren "Korrespondenzen in Farbe" die Saison in der Hamburger Galerie Gerdsen. Der Kölner Nikola Dimitrov und Susanne Lyner aus Basel pflegen trotz der Eigenständigkeit ihrer Positionen regen Austausch über das zentrale Anliegen ihrer Kunst: Die Konzentration auf die Farbe als bildnerisches Mittel, ohne Referenz an Gegenständlichkeit. Beide Künstler arbeiten seriell und wiederholen bestimmte Bildregeln in immer neuen Variationen, um dem Gesamtwerk Konsistenz zu verschaffen. Die Künstler verfolgen dabei unterschiedliche Impulse, um sich auf die reine Farbwirkung zu konzentrieren.

Nikola Dimitrov  nutzt die Interaktion von Malerei und Musik zur Strukturierung seines rhythmischen Farbauftrags, das Notat ist klar und deutlich oder durch Schattierungen differenziert; mal folgt sein  Pinselstakkato der Musik, mal ist es umgekehrt. Trotz des präzisen Resultats bleibt der Malprozess ablesbar, aber die außerordentliche Bildwirkung begründet sich nicht aus dem malerischen Gestus, sondern durch den linearen Aufbau: Es fehlt der Mittelpunkt. Der Verzicht auf Konzentration desorientiert den Betrachter und die Farbe beginnt zu tanzen. Die scheinbare Bewegtheit eröffnet immer neue Seheindrücke.  

Susanne Lyner beschäftigt sich mit den plastischen Möglichkeiten von Farbe. Sie verleiht ihr Volumen durch das Spritzen, Gießen und Werfen von Fäden aus Acryl zu dickichtartigen oder luziden Verstrickungen. Auf Bildträgern oder als Objekt fordert der vielschichtige Auftrag von Linien und Schlaufen zu immer neuen Entdeckungen heraus. Die filigranen Farbgewebe entstehen in einem Spannungsfeld zwischen Kalkül und Zufall. Oberflächenstruktur und Innenaufbau der bunten oder monochromen Farbkörper bergen  eine visuelle Kostbarkeit, die vom Betrachter mit allen Sinnen begriffen werden will.

Moderne Malmittel lassen bei beiden Künstlern die Farbe leuchten, bringen das gesamte Spektrum einer Farbskala in Erscheinung. Die Helligkeit, das Strahlen des Kolorits sorgen für positive Stimmung - in Aussicht auf graues Wetter ein angenehmer Nebeneffekt dieser strukturierten und durchdachten Kunst.

Weitere Informationen unter www.galerie-gerdsen.de

 

Susanne Lyner und Nikola Dimitrov
"KORRESPONDENZEN IN FARBE"
14.09.12  -  20.10.12

Kai Quedens ist als bekannter Vertreter moderner norddeutscher Landschaftsmalerei in wichtigen privaten wie öffentlichen Sammlungen vertreten. Die Galerie Magnus P. Gerdsen zeigt neue Arbeiten in dem vom Künstler präferierten Malmittel Eitempera. Quedens malt vertraute Orte, die vielen Betrachtern bekannt sind, ohne in kleinteilige, detailverliebte Heimatdarstellungen abzudriften. Charakteristisch sind seine Wiedergabe witterungsbedingter Atmosphäre in zeitgemäßer Palette und die innovative Flächen/Raum-Bearbeitung.

 

 

 

 

 

Kai Quedens
"LAND SCHAFFT BILDER". Neue Arbeiten von Kai Quedens
12.06.12  -  07.09.12

Kai Quedens ist als bekannter Vertreter moderner norddeutscher Landschaftsmalerei in wichtigen privaten wie öffentlichen Sammlungen vertreten. Die Galerie Magnus P. Gerdsen zeigt neue Arbeiten in dem von ihm präferierten Malmittel Eitempera. Er malt vertraute Orte, die vielen Betrachtern bekannt sind, ohne in kleinteilige, detailverliebte Heimatdarstellungen abzudriften. Charakteristisch sind seine Wiedergabe witterungsbedingter Atmosphäre in zeitgemäßer Palette und die innovative Flächen/Raum-Bearbeitung.

 

 

 

Abb.: "halagbil (Halligbild)", 2012, Eitempera auf Leinwand, ca. 100 x 120 cm, signiert

Kai Quedens
"Land schafft Bilder". Neue Arbeiten von Kai Quedens
12.06.12  -  31.07.12

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In einer Winter-Accrochage zeigt die Galerie Magnus P. Gerdsen einen repräsentativen Ausschnitt aus ihrem kunsthändlerischem Programm.

So zeigen wir zum Beispiel Arbeiten von Emil Nolde und Otto Mueller sowie Aquarelle und Ölgemälde von Arnold Fiedler und Eduard Bargheer, wichtige Vertreter der überregionalen Hamburgischen Kunstgeschichte. Den hellen, von südlichem Licht durchdrungenen Arbeiten Eduard Bargheers widmen wir einen eigenen Raum.

Auch wenn er nicht so grau ist, wie oft beklagt wird. Der Hamburger Winter bedarf der Aufhellung und so präsentieren wir eine Reihe von Blumenstücken von u.a. Klaus Fussmann, Siegward Sprotte und Heinrich Stegemann.

 

 

Abb. Eduard Bargheer (1901 - 1979), "Stadt am Meer", 1952, Aquarell, 22 x 28 cm, signiert, datiert ("Weihnachten 52") und gewidmet, P. a. A.

 

Nolde, Fussmann, Gilles, Fiedler u.a.
WINTER-SALON
02.01.12  -  29.02.12

Wie auch die Hamburger Kunsthalle mit ihrer aktuellen Ausstellung der Kollektion Wilhelm Werner, eröffnet die Galerie Magnus P. Gerdsen ihr Herbstprogramm mit einem Highlight der regionalen Kunstgeschichte: "Die Hamburgische Sezession und ihre Wegbegleiter". Auch hier stammen die meisten Objekte aus einer privaten Sammlung, die mit großer Fachkenntnis und Kreativität die vielfältigen Positionen ihrer Mitglieder und Zeitgenossen integriert. Jahrelang wurde sie nur in privatem Rahmen gezeigt und jüngst publiziert.

Fasziniert von den Arbeiten, der stilistischen Mannigfaltigkeit, der nach Alter, Geschlecht und Biographie bunt zusammengesetzten Sezessionisten, zeigen Sammler und Galerist einen substanziellen Überblick. Selbstverständlich sind die großen Namen der Künstlergruppe vertreten, die seit ihrer Blütezeit zwischen den Weltkriegen nationalen, ja internationalen Ruhm erlangten: Anita Rée, Eduard Bargheer, Dorothea Maetzel-Johannsen, Rolf Nesch u. a. Es werden aber auch die Nebenwege beleuchtet und weniger prominente Zeitgenossen herausgestellt.

 

Durch diverse Forschungsprojekte, Publikationen und rege museale wie kommerzielle Ausstellungstätigkeit ist die künstlerische Produktion der Hamburgischen Sezession heute wieder im Focus der Kunstgeschichte. Besondere Würdigung erlangt sie durch die Nachfrage am Markt und die Platzierung in privatem Kontext.

Der eigene Anspruch, kein "geistlos herab geleiertes Handwerk" innerhalb der Vereinigung zuzulassen, die gute Dokumentation ihrer Geschichte und der trotz überregionaler Reputation erhaltene lokale Charakter ihrer Arbeiten, machen die Sezession zu einem anspruchsvollen Sammelgebiet.

 

Abb.: Emil Maetzel (1877 1955) "Junges Paar, 1921, Aquarell und Tusche, 46 x 30,5 cm, signiert, datiert

 

DIE HAMBURGISCHE SECESSION
Wegbegleiter und Zeitgenossen
23.09.11  -  19.11.11

Bei der Münchner Künstlerin Sonja Weber ist der Name Programm: Ihre Bilder sind gewebt. Auf Grundlage von Fotos entstehen Arbeiten aus sehr feinem Jacquardgewebe, die auf Keilrahmen gezogen werden. Thematisch beschäftigt sie sich mit dem Festhalten eines Moments. Indem sie Flüchtiges fixiert und in ihr künstlerisches Konzept überführt, betont sie die Einzigartigkeit des Augenblicks und verleiht ihm besonderen Wert. Mit der Konzentration auf einen bestimmten, ganz kurzen Ausschnitt scheint die Zeit still zu stehen. Um diese Aussage zu transportieren wählt sie Wellen, Wolken und Lavaströme. Diese Motive liefern unzählige Varianten von Formationen, die sich nie wiederholen. Auch in ihrer neuesten Werkgruppe "Dazwischen" verfolgt sie die Idee des fixierten Moments konsequent weiter und setzt während der Autofahrt vorbeiziehende Wälder in ihre künstlerisches Konzept um. Anders als bei den kontemplativen Wassern und Wolken liegt hier der Focus auf der Geschwindigkeit. Sie betont Polaritäten von Schärfe und Auflösung, Ruhe und Bewegung, denn im Hintergrund liegt der Wald als Ort der Erholung im Vordergrund ziehen die Bäume schnell vorüber.

 

Abb: Ohne Titel, 2011, Jacquardgewebe auf Keilrahmen, 90 x 115 cm

 

Sonja Weber
"SEE MEER LICHT" Neue Arbeiten von Sonja Weber
16.06.11  -  18.08.11

Bruno Kurz setzt sich mit den Kernthemen der Malerei auseinander: Material-Farbe-Licht. Die offenkundige Ästhetik der in strenger formaler Reduktion geschaffenen Farbräume ist ebenso Teil des künstlerischen Konzepts wie der Ausdruck von Zurückhaltung. Die kompositorische Grundlage von Bruno Kurz’ Farbräumen ist die Landschaft, die in ihrer konsequenten Abstraktion Projektionsfläche für eigene Assoziationen bieten. Die Farbflächen verändern sich je nach Lichtstimmung und Standort des Betrachters. Dabei ermöglichen die sensiblen Differenzierungen in den entwickelten Farbflächen mit ihren subtilen Verläufen einen Ruhepol in der visuellen Aufgeregtheit unseres Alltags.

 

 

 

Abb: Bruno Kurz, "Indus-Light gelb", 2011, 160 x 160 cm

   

 

 

Bruno Kurz
Farbpassagen
29.03.11  -  06.05.11

"Versuch einer Hyroglyphe", 1956

Mischtechnik

 

Conrad Westpfahl Berlin 1891- 1976 Wetzhausen

 

1910 - 1912 Studium bei Emil Orlik in Berlin

1913 Akademie in München bei Habermann

1913 - 1914 Paris, Akademie Ranson, Schüler von Felix Vallotton

1914 - 1918 Kriegsdienst

1918 - 1926 in Berlin, Ausstellungen an der Berliner Akademie und mit der

Berliner Secession

1921 Meisteratelier an der Dresdner Akademie

1926 - 1930 rege Reisetätigkeit u.a. in die Provence, nach Italien, Paris und Nordafrika

1932 Wohnsitz in Paris, Begegnungen mit Max Ernst und Pablo Picasso; erste . abstrakte Collagen entstehen

1934 - 1939 Schließung seiner Stuttgarter Ausstellung durch das NS Regime, Emigration

nach Griechenland

1936 - 1939 Berufsverbot in Deutschland, Ausstellungen in Athen

1939 Rückkehr nach Deutschland, Ausstellungsverbot

1940 - 1950 Domizil und Atelier in Pöcking bei München

ab 1944 Bekannschaft mit E.W. Nay, Werner Gilles, Günter Franke und Fritz Winter

1946 Beginn seiner zahlreichen Publikationen über Kunst

1947 Teilnahme an der legendären Ausstellung "Extreme Malerei" in Augsburg

1950 Johannes Itten (Bauhausmeister) fordert ihn zu Beiträgen am "Darmstädter Gespräch" über abstrakte Kunst auf

1951/52 Erste Ausstellung rein abstrakter Arbeiten im Kunstverein München

1953 Teilnahme an der Biennale in Sao Paulo

1954 Berufung als Gastdozent an die Landeskunstschule Hamburg

1955-57 Teilnahme an Ausstellungen der Gruppe Zen 49 inkl. deren Wanderausstel lung in den USA

1956 1. Preis Dankspende des Deutschen Volkes

1958 Marzotto-Preis

1961 Ehrengast der Villa Massimo in Rom

1962 Ehrengast der Villa Romana in Florenz

1963 Seerosenpreis der Stadt München

1964 - 1966 Aufenthalt in Griechenland

1976 Umzug nach Wetzhausen; Ehrengast der Villa Massimo in Rom;

Zu Lebzeiten: 55 Einzel- und 70 Gruppenausstellungen

 

Westpfahls feinsinnig meditative Arbeiten sind dem Deutschen Informel zuzuordnen. Diese lyrische Richtung gegenstandsloser Kunst entstand in Deutschland nach dem II. Weltkrieg unter Einbeziehung französischer Entwicklungen der Ecole de Paris und des amerikanischen Abstract Expressionism und Action Painting. Die informelle, gestische Malerei steht im Gegensatz zur geometrischen Abstraktion der Vorkriegszeit und betont stark die psychische Verfassung des Malers; Emotion und Spontanität haben Primat vor Perfektion, Vernunft, Reglementierung, wobei die Farbe zum zentralen Bildelement wird. Narrative Momente werden konsequent verweigert, jegliche Darstellung von Menschen und Dingen, auch in abstrakter Form, sowie ein kompositorisch konstruierter Bildaufbau abgelehnt, dafür Spontanität und Intuition des Künstlers gefördert. Durch die starke Betonung des Malprozesses sind die Bilder als Spuren des Malvorganges, als individueller, direkter Gestus des Künstlers zu verstehen.

Westpfahl reflektierte zeit seines Lebens in starkem Maße seine eigene künstlerische Produktion sowie die Kunst seiner Zeit und publizierte zahlreiche Vorträge und theoretischen Schriften, weshalb er als "peintre philosophe" von Kritikern und Künstlerkollegen geschätzt wurde. Zu seinen Freunden gehörten Ernst Wilhelm Nay, dessen Abhandlungen über ungegenständliche Kunst Westpfahls Arbeiten nach dem Krieg nochmals einen wichtigen Impetus verliehen, Fritz Winter, Ruprecht Geiger. Mit ihnen und weiteren Apologeten progressiver Kunst nahm er an den Ausstellungen der Gruppe ZEN 49(Gründungsmitglied z. B. Willi Baumeister), die auch durch die USA tourten, teil und lieferte damit einen maßgeblichen Beitrag zur deutschen Avantgarde: mit seinen abstrakten Arbeiten stellt sich Conrad Westpfahl in die erste Reihe der deutschen gegenstandslosen Maler (Kunstkritik zu seiner ersten Einzelausstellung nach dem Krieg).

Nach dem verheerenden Einschnitt, den die NS Zeit in das gesamte kulturelle Leben und für jeden einzelnen Künstler bedeutete, startet Conrad Westpfahl in den 50er Jahren mit einem kompletten künstlerischen Neuanfang. Hatte er bereits in den 30ern in Paris über die Collage begonnen, gegenstandslos zu arbeiten, vollzog er den Schritt ins Gestische nun rigoros. Zunächst verwendete er noch statisch anmutende Formen, sukzessiv wird die Bildstruktur immer bewegter. Er entdeckt die Vorherrschaft der Linie als Bildlösung, durch seinen ungereglt aufgetragenen Pinselstrich entstehen leichte, zarte oder heftig erregte Farbräume.

Inhaltlich lässt er sich häufig von der Betrachtung unterschiedlicher Landschaften, die er auf vielen Reisen kennenlernt, inspirieren. Bei deren Übersetzung ins Bild bildet er das Gesehene freilich nicht ab, sondern malt innere Landschaften, überträgt seine Gestimmtheit gegenüber der Natur und der immer schnell lebigeren Zeit, so daß das Inswerksetzen erlebter Orte einen stark selbstreflektorischen Moment birgt.

Westpfahl hat es sich nie leicht gemacht, seine scheinbar unbeschwerte Kunst entstand vor dem Hintergrund elaborierter Überlegungen des woher und wohin seiner Bilder. Er selbst zitierte Paul Klee: Der Blick in den Malkasten ist wichtiger als der Blick in die Natur. Später kommentiert Westpfahl diesen Ausspruch: Der Blick in den Malkasten ist Gefahr, ist das Chaos! Dieses Chaos formt aus ihrem Innersten etwas, was sie nicht kennen: Sie müssen also in dem Moment, wo sie auf eine Farbe oder Linie reagieren, reagieren wie aus ihrem innersten Bewegtsein her. Und dieses Bewegtsein ist dasjenige was nachher als geschlossene Schwingungsfläche manifest wird.

 

Viola Stohwasser-Gerdsen, April 2009

CONRAD WESTPFAHL (1891 - 1976)
EIN KÜNSTLER DES DEUTSCHEN INFORMEL
20.04.09  -  22.05.09

Das Galeriegespräch

 

Innenansicht der Galerie


Unsere Reihe DAS GALERIEGESPRÄCH wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Wir freuen uns über Ihren Besuch! Unterhalten statt Unterrichten ist unser Motto.

Viola Stohwasser-Gerdsen und Ihr Team von Gastdozenten der Kunstgeschichte, Archäologie, Fachleuten aus der Praxis,Sammlern und Künstlern möchten ihr Wissen und ihre Begeisterung an Kunst und Kultur mit Ihnen teilen. Bitte melden Sie sich tel. an. Kostenbeitrag: Eur 15,- incl. Getränke und Gebäck.

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