Galerie Jens Goethel

Eröffnung am Mittwoch 10. Mai 2017 um 19 Uhr

Solokonzert von Joachim Kühn am

Donnerstag 11. Mai 2017 um 20 Uhr  |  Eintritt 

Fabrik der Künste | Kreuzbrook 10–12 | 20537 Hamburg

Di bis Fr  15–19 Uhr | Sa und So  12–18 Uhr 

 

»Noten bestimmen mein Leben. Ich konnte Noten lesen, bevor ich Worte lesen konnte. Bei meinem ersten Konzert war ich sechs Jahre alt, ich spiele seither Konzerte und habe noch nie ein Jahr ausgelassen. Platten mache ich seit 1963,
also seit mehr als 50 Jahren. Mein Lebenstraum hat sich somit erfüllt,
sagt Joachim Kühn, einer der profiliertesten Jazzmusiker Europas.

2011 wurden die Brüder Rolf und Joachim Kühn mit einem Echo Jazz für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, 2012 erhielten Joachim Kühn und die hr-Bigband den Echo Jazz für das Bigband-Album des Jahres. 2014 folgte eine weitere Echo Jazz-Auszeichnung für Joachim Kühn als »Instrumentalist des Jahres National / Piano«. 

Gerade wurde bekannt: 2017 gewinnt Joachim Kühn für sein Album »Beauty & Truth«, für das er gleich zweimal nominiert war, den Echo Jazz mit seinem New Trio in der Kategorie »Ensemble des Jahres national«. Der Echo Jazz wird am 1. Juni im Rahmen einer Gala-Veranstaltung auf dem Werftgelände von Blohm + Voss in Hamburg verliehen.    

Beziehungen zu unterschiedlichsten Musikern in vielen verschiedenen Ländernder Welt und beständig neue musikalische Zusammenhänge sind stetige Inspira­tionsquellen für den kompromisslosen Pianisten, der aus Leipzig stammt, in Hamburg, San Francisco, Los Angeles und Paris gelebt und vor 25 Jahren auf Ibiza ein Zuhause gefunden hat.

Zur Malerei kam Joachim Kühn durch den Jazz-Schlagzeuger Daniel Humair. Der nahm ihn Mitte der 1980er Jahre mit in die Museen und Galerien von Paris und brachte ihm unterschiedliche Kunst-Strömungen nahe. Das Licht auf Ibiza war dann der letzte Auslöser für Joachim Kühn, selbst zu Pinsel, Farbe und Leinwand zu greifen. Ein Licht, das sich in fast jedem seiner Bilder manifestiert. Bilder, die aus sich heraus strahlen und in denen sich immer wieder die Noten finden, die das
Leben des 73-jährigen Künstlers bestimmen. Kühns Malerei ist entstanden, als er gerade mal nicht am Klavier saß – manchmal auch nachts auf seiner Terrasse.

 »Noten oder ein Bild – beides sind Kunstwerke für mich. Ich male abstrakt, das ist mein Kunstgeschmack, aber ich bin eigentlich offen für alles«, sagt Joachim Kühn.

Die Malerei ist seine zweite Leidenschaft. So wohnt den abstrakten Schöpfungen in Farbe, Komposition und Struktur viel Kraft und Poesie inne. Die Werke werden in einer großen Ausstellung erstmalig in Hamburg gezeigt – eine Präsentation in der Fabrik der Künste, in deren Rahmen Joachim Kühn sowohl im Talk als auch im Konzert als Musiker und Maler gewürdigt wird.

Joachim Kühn
Schönheit und Wahrheit
11.05.17  -  21.05.17

Jakob Roepkes  (lebt in Berlin) serielle Bildtafeln erinnern in ihren suggerierten Narrationen an Votivtafeln und Schaubilder von bisher Ungezeigtem. In  ihrer scheinbaren Eindeutigkeit verleiten sie durch Anspielungen und Deja-Vues zum Weiterspinnen von  unerzählten Geschichten.

Tiere und Menschen durchspielen als Protagonisten der fiktiven Szenenbilder psychische Realitäten und mögliche Einstellungen zur Wirklichkeit .

Die Tiere sind dabei Verkörperungen von Affekten, sind rätselhafte Totems, erhabene Archetypen, deplazierte Störer und animalische Wiedergänger. 

Jakob Roepke
mit + ohne Tiere - Bildtafeln und Reliefs | LOFT VIII
31.03.17  -  28.04.17

Mit 13 Jahren steht Suzanne Levesque auf der Bühne und singt. Während ihre Stimme vor sich hinwackelt, hört sie, wie eine Dame hinter der Bühne urteilt: ‘Suzanne steckt voll in der Mutation.‘

Ein Satz, der ihr mit einem Mal bewusst macht, was da gerade mit ihr geschieht: Eine Verwandlung. Wie bei Kafka. Nur vielleicht sogar noch absurder.

 In der Ausstellung ‘LOLLYGAG’ behandelt Suzanne Levesque diese Phase der ‘Mutation’ in subtilen Portraits kinderähnlicher Wesen und einer Installation aus Mikromomenten.

 Beobachten und Beobachtetwerden gehört zu den großen Themen der New Yorker Künstlerin - doch diesmal wird jeder Blick noch heimlicher und verstohlener. Ihre Figuren sind in die Pubertät geraten - und der Betrachter entkommt keinem der damit verbundenen Gefühlen: Veränderung, Entfremdung, Einsamkeit aber auch Komik.

Suzanne Levesque
LOLLYGAG | LOFT VII
30.09.16  -  02.12.16

Seit der frühesten Jugend und seiner erlebten Flucht in einem Schiffsbauch hat es Bodo Baumgarten immer wieder hingezogen zum Meer, der Ostsee, zu den wechselnden Stimmungen der Gewässer von allen Tages- und Jahreszeiten. Die Atmosphäre des Wassers und seiner Umgebung hat der Künstler durch die verschiedensten Mittel einzufangen versucht: die Zeichnung, die Öl- und Aquarellfarbe, die gefaltete und manuell geformte Pappe und das Papier. Immer stärker gingen über den jahrelangen Schaffensprozess hinweg die Materialien bei der Bildfindung miteinander eine Verbindung ein.

In der aktuellen Ausstellung zeigt Bodo Baumgarten eine ganze Fülle an klein- und großformatigen Werken, die allesamt vom Meer erzählen. Es sind viel eher Objekte, die sich in großer erzählerischer Poesie im gesamten Raum ausbreiten und untereinander in Kommunikation treten, auch wenn jedes einzelne Werk für sich zu stehen vermag. An seinen Wohnorten Paris, Köln und Hamburg beobachtet der Künstler die stark strömenden und sich immer wieder biegenden Flüsse, die Zubringer des Meeres, die Menschen in Verbindung mit dem Wasser und an dessen Ufern. Nicht jedes Motiv wird direkt vor der Natur erarbeitet, manche Idee verselbständigt sich später im Atelier. Koloristisch ergeben sich immer wieder Neufindungen wie im Wasser und im Leben an sich bleibt nichts so wie es ist, alles ist in steter Bewegung und Verwandlung begriffen.

Auf eine lange Schaffenszeit kann Bodo Baumgarten zurückblicken, doch hat er sich immer wieder neu erfunden. Erfahrungen aus allen früheren Entwicklungsstufen fließen in seine heutigen Arbeiten mit ein. Längst haben sich Bodo Baumgartens malerische Werke aus den gängigen Formaten gelöst, werden selbst zu einzelnen Objekten.   Beeinflusst von ihrem Umraum stellen sie in Gesamtinstallationen Synergien her oder bleiben für sich allein. In der motivischen Darstellung hat sich der Künstler immer weiter von der klassisch akademischen Bildanlage von Perspektive und Horizont entfernt.

Der ehemals als Professor an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken tätig gewesene Bodo Baumgarten hat vergangene Theorien von Minimal Art oder der Konkreten Kunst, in deren Kontext seine raumgreifenden, Ideen visualisierenden und auf sich selbst reduzierten Objekte entstanden waren, hinter sich gelassen. Es bleiben in seiner Kunst die beschwingten Rhythmen ungezwungener Fabulierfreude, nicht durch das naturalistische Nachempfinden von Erlebtem, sondern durch die Neukonstruktion. Gewonnene Einsichten in Raum- und Lichteffekte reliefartiger Körper oder wuchtig raumgreifender Installationen bringt der Künstler in seine heute entstehende Kunst mit ein. In seinen Bildern vom Meer wird die Wirkung der Farbe in ihrer gegenständlichen Plastizität in den Schaffensprozess miteinkalkuliert und den dem Bildträger zugefügten weiteren Materialien gegenübergestellt. Wie zu einem atmosphärisch aufgeladenen Stillleben formen sich Bodo Baumgartens Erinnerungsstücke nach der Natur, seine papier collés bilden einen eigenen Bildkörper, formen einen eigenen Kosmos, in den der Betrachter miteintauchen kann.

Bodo Baumgartens Werke finden sich in öffentlichen Stiftungen und Sammlungen, darunter der Hamburger Kunsthalle.

Dr. Annette Baumann

Bodo Baumgarten
mehr Meer | LOFT VI
21.07.16  -  17.09.16

Carina Linge (*1976 in Cuxhaven, lebt in Leipzig) bezieht sich in ihren Fotografien auf die Motive der europäischen Kunstgeschichte bis hin zum 19. Jahrhundert. Auf den ersten Blick meinen wir ihre Bilder bereits zu kennen: Sie erinnern uns an Gemälde der italienischen Renaissance oder an niederländische Stillleben des 17. Jahrhunderts. Doch da ist immer etwas, das uns in die Gegenwart zurückholt. Die Künstlerin nutzt unser Wissen über Allegorien und Symbolik als probates Mittel, um Tiefergehendes über porträtierte Personen zu erzählen. Ihre Arbeiten sind geprägt von Erinnerungen, Projektionen, Beziehungen und Gefühlen, die dem Dargestellten anhaften. Carina Linge bezieht sich auf die Vergangenheit, auf Dinge, die nie da gewesen sind, vermisst oder gar begehrt werden. Scheinbare Leerstände werden vom Betrachter mit persönlichen Assoziationen, Erfahrungen und Sehnsüchten gefüllt. Denn es ist die eigene Imagination, die Begehren provoziert. Durch die Präsentation in Form von Tableaus, werden ihre Arbeiten zudem in ein Bezugssystem gesetzt, das im Zusammenspiel der verschiedenen Motive und Symbole weitere Assoziationen evoziert.

 

Auch Corinne von Lebusa (*1978 in Herzberg, lebt in Leipzig),  thematisiert Sehnsüchte, Ängste, Projektionen. Sie arbeitet mit Zeichenstiften, Aquarell- und Ölfarben und schafft meist kleinformatige, surreale Collagen und Zeichnungen, in denen sie das Beziehungsgeflecht der Geschlechter reflektiert. Mit ihrer subjektiven Mystik erschafft sie uns die wunderbare Welt eines privaten Kosmos. Die Leichtigkeit und Flüchtigkeit scheinbar banaler Gedanken verbergen geschickt die Brüche im Ensemble. Die Bilder der Künstlerin weisen uns die Rolle eines Voyeurs zu, so als schauen wir uns Unerlaubtes an. Die Antwort ergibt sich aus der heiteren Unschuld, welche die Bilder ausstrahlen. Und doch bleibt das Auge im behaglichen Gleiten über die Bildoberfläche hängen, im Augenwinkel erhebt sich ein kleiner Grad, der schmerzt. Eine fehlende Nase, rote Tränen, ein Gesicht bestehend nur aus Augen, schwarze Haut, eine perfekte Brust, halb übertüncht. Helligkeit, Leuchtkraft und Lebendigkeit werden konterkariert von Dunkelheiten, formalen Irritationen und vermögen den Arbeiten von Corinne von Lebusa eine überraschende Tiefgründigkeit zu verleihen. Abgeschnittene Gliedmaßen, merkwürdige Unfälle bremsen uns, lassen in uns nach einer Resonanz auf eine Botschaft forschen.


Ganz gleich ob in stolzer Haltung ausformuliert oder fragmentarisch noch im Entstehen oder schon in Auflösung begriffen, die meist überlebensgroßen Skulpturen aus Holz und Stein von  Laura Eckert  (*1983 in Trier, lebt in Leipzig)  zeigen ein Arsenal von Gestalten, welche das Ideal der Ganzheit obsolet werden lassen. Die wuchtigen Ganzkörper, die Torsi, Köpfe, Büsten teils klassisch erhaben auf Sockeln präsentiert, teils wie zur Obduktion auf Paletten oder Seziertischen abgelegt wirken empfindlich, schutzlos, zerrissen. Die Köpfe ihrer Serie "N.N." mit den fein ausformulierten Gesichtszügen mögen an Porträtbüsten der Renaissance erinnern, doch hinter der schönen Oberfläche arbeitet etwas. Davon zeugen Risse und Wucherungen, derbe Schnitte und Schürfungen, Abbrüche und grobe Ergänzungen des Holzes. Diese Brüche lassen die gefühlte Distanz zum Ideal, die unerfüllte Gegenwart, schmerzlich spürbar werden. Ihre Werke sind konzentriert und vertiefend auf ihr metaphorisches Vermögen ausgerichtet und damit herausfordernde Reflexionen der condition humaine.  

Betrachtet man die Arbeiten der drei Künstlerinnen, spürt ihnen nach, so wird eines ganz deutlich: sie zeichnen ein sensibles Abbild unserer Generation, die sich zwar grenzenlos bewegen und bilden kann, deren Irritationen, Ängste und unerfüllte Sehnsüchte zugleich die Kehrseite jener Freiheit spiegeln, welche die Moderne dem Individuum eröffnet. Doch anders als mögliche soziologische Deutungen des Themas berühren die Arbeiten stark emotional und treffen den Betrachter auch dort, wo die Ratio nur noch wenig Regulationskraft besitzt: in den existentiellen Ahnungen des Zusammenhanges von Verletzlichkeit und Kälte, Sinnlichkeit und Tod.

 

 

Vita - Corinne von Lebusa

1998 begann Corinne von Lebusa ein Studium in der Fachrichtung Mode- und Graphikdesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und setzte es 2001 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in der Fachklasse Malerei bei Arno Rink fort. 2005 bis 2008 war sie Meisterschülerin von Neo Rauch, von dem sie ihr Diplom der Malerei erhielt. 2010 erkannte ihr die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ein Arbeitsstipendium zu. 2012 erhielt sie ein Arbeitsstipendium der Kunstresidenz Bad Gastein.

Ihre Arbeiten befinden sich zahlreichen Sammlungen, wie u.a. in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Olbricht Collection und in der Sammlung SØR Rusche. Institutionelle Einzelausstellungen waren u.a. in der Stadtgalerie Schwaz und im Museum Haus Konstruktiv in Zürich zu sehen. Durch zahlreiche Gruppenausstellungen in New York, Houston, aber auch in Budapest, Wien und Zürich erhielten Lebusas Arbeiten auch international eine hohe Aufmerksamkeit. Lebusa gilt als eine Repräsentantin der zweiten Generation der "Neuen Leipziger Schule".

Vita Laura Eckert

Laura Eckert studierte 2003 - 2005 Ethnologie, Soziologie, Politik und Kunstgeschichte an der Universität in Leipzig und Halle. 2005 begann sie das Studium der Kunstpädagogik an der Burg Giebichenstein in Halle. 2006 wechselte sie in den Fachbereich Bildhauerei bei Professor Göbel und ab 2008 bei Professor Raetsch. Ihr Diplom erhielt sie 2011. 2012 folgte der Umzug nach Leipzig durch ein Atelier- und Ausstellungstipendium des "a room that" der Contas KG auf der alten Baumwollspinnerei (2012-2014). 2012 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Landesverwaltungsamtes Sachsen Anhalt. 2014 wurde ihr der Rambouxpreis der Stadt Trier verliehen. 2015 folgte die erste große institutionelle Einzelausstellung im Drents Museum, Assen in Holland. Zur Ausstellung erschien ein umfassender Katalog.  Ihre Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, Österreich, Holland und Belgien.

Vita - Carina Linge

Von 1997 bis 2000 studierte Carina Linge an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald Kunst und Germanistik (Lehramt). 2000 2006 folgte das Studium "Freie Kunst" an der Bauhaus-Universität Weimar bei Prof. Elfi Fröhlich und Prof. Norbert W. Hinterberger.  

Nach ihrem Diplom im Jahr 2006 erhielt sie jeweils im WS 2007 und im SS 2014 einen Lehrauftrag an der Bauhaus-Universität Weimar. Die Arbeiten von Carina Linge befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, wie u.a. in der Sammlung Deutscher Bundestag, dem Angermuseum Erfurt, den Kunstsammlungen Jena, Fundación Banco Sabadell und in der Sammlung SØR Rusche und wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen präsentiert. Institutionelle Einzelausstellungen waren u.a. in der Kunsthalle Harry Graf Kessler in Weimar, in der Kunsthalle Erfurt und im Kunsthaus Erfurt zu sehen. Im Rahmen von institutionellen Gruppenausstellungen in Japan, USA, Südkorea, Weißrussland, Georgien, Niederlande, Schweiz, Spanien und Österreich wurden ihre Arbeiten auch einem internationalem Publikum vorgestellt.  

2008 erhielt sie ein Arbeitsstipendium für zeitgenössische Kunst des Freistaates Thüringen und 2009 ein Arbeitsstipendium von der Kulturstiftung Thüringen. 2010 wurde sie zudem von der Stiftung Kunstfonds gefördert und für das Artist-in-Residence Programm "Pilotenkueche" in der Baumwollspinnerei in Leipzig ausgewählt. 2014 erhielt sie ein Arbeitsstipendium von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt.

Corinne von Lebusa | Laura Eckert | Carina Linge
"Vielleicht auch nur ein Nachhall dessen, was war, ist oder sein wird" | LOFT V
23.04.16  -  28.05.16

In seiner aktuellen Ausstellung zeigt der Hamburger Künstler Eiko Borcherding (*1977) ein breites Spektrum seines zeichnerischen Schaffens aus den letzten Jahren. Eiko Borcherding gehört zu den aktuell wichtigsten Zeichnern seiner Generation.

In altmeisterlicher Manier beherrscht Eiko Borcherding alle Techniken im Umgang mit dem Zeichenstift. Variantenreich zaubert er Kompositionen aus dem Reich des Symbolischen und Märchenhaften, aber auch von unheilvollen Geschehnissen aus der Natur und Fauna auf das Papier. Der gewählte Bildausschnitt ist Teil der künstlerischen Gestaltung und bricht mit klassischen Perspektiven.

Der präzise Strich, die feine Schraffur gehört genauso selbstverständlich zu Eiko Borcherdings Repertoire wie auch die Drucktechniken der Radierung oder Monotypie. Tierwelten, aufwändige Blumengebinde, Faltenwürfe schwerer Stoffe und Kostüme bilden sich dekorativ oder in ästhetischer Überhöhung auf dem Papier heraus. Felle, das Federkleid von Vögeln, die einzelnen Fasern von Blattwerk und Geäst bleiben detailliert erkennbar. Malerische Effekte entstehen allein durch farbliche Schattierungen und Tönungen, nicht durch das Lavieren, sondern die immer feinteiliger werdende Schraffur. Ausgewählte, auch solche Papiere mit Gebrauchsspuren vermitteln die Anbindung an die Geschichte kunsthistorischer Vorbilder.

Nach der langen Phase des Zeichnens lässt sich Eiko Borcherding jetzt auf neue Experimente und Entwicklungsprozesse ein. Antagonistisch bringt er nun im Druckverfahren auf den verschiedenfarbig getönten Papieren seiner Sammlung die filigrane Struktur des gehäkelten Fadens bürgerlicher Spitzendeckchen zur Geltung und überführt sie in ein Kaleidoskop neuer Ordnungen. Die neu entstehenden Ornamente werden mit abstrakten, geometrischen Formen und farbigen Elementen angereichert. Mit seinen auf Bildträgern montierten Collagen bricht Eiko Borcherding bestehende Systeme auf, um neuartige Organismen und wieder etwas Lebendiges herzustellen.

Dr. Annette Baumann | Hamburg

Eiko Borcherding | NEUE ARBEITEN
Ausstellungsreihe LOFT IV
01.02.16  -  27.02.16
Ulrich Jenneßen | ZEITGEIST
Ausstellungsreihe LOFT III
12.11.15  -  15.01.16
Bodo Baumgarten | Eiko Borcherding | Alekos Fassianos | Dorothy Iannone | Ulrich Jenneßen | Corinne von Lebusa | Gudrun von Leitner | Suzanne Levesque | Daniel Richter | Hua Tang u.a.
Let*s talk about Sex
28.08.15  -  26.09.15

 

 

Durch unermüdliche Aneinanderreihungen und Schichtungen entwickelt Elena Kozlova Raum auf der Leinwand. Punkt für Punkt und Linie für Linie entstehen Wiederholungen, durch die die einzelne Form ihre Relevanz verliert und erst im Ganzen eine Räumlichkeit entstehen lässt. Es ist ein Spiel zwischen Nähe und Distanz,   was den Betrachter zu einem genauen Hinsehen einlädt. Immer wieder wird die Grenze von der zweidimensionalen Leinwand hin zu dreidimensionalen Objekten überschritten. Die fast reliefartige haptisch erlebbare Oberfläche wirkt wie ein Objekt, während ihre Skulpturen scheinbar oder tatsächlich nur aus Farbe bestehen.

Mit beißender Ironie lässt Kozlova Objekte scheinbar oder tatsächlich aus Farbe entstehen. Zum Haufen geschichtete Farbkleckse, sich durch den Raum windende Farbschlangen oder kleine Poser, die sich wie zum Leben erweckte Zeichnungen vom Papier erheben - auf den ersten Blick   könnten sie über Ihre Fähigkeiten als Malerin oder ihre geistige Durchdringung der Materie hinwegtäuschen.
Das Spiel mit der Farbe und deren Transformation in den dreidimensionalen Raum begann sie durch ihr Studium an der HGB Leipzig und der dort herrschenden Übermacht der Malerei. Dem hält sie raffiniert den Spiegel vor, indem sie die Farbe sich verselbstständigen lässt. 
Kozlova ist eine besessene Arbeiterin. Für das gewünschte Bildergebnis scheut sie keine Mühen. Medienübergreifend entstehen so einzigartige Arbeiten, deren Feinheit und Gesamtwirkung absolut überzeugen.

 

 

 

 

ELENA KOZLOVA
Ausstellungsreihe LOFT I
10.07.15  -  18.07.15





Stand E7

Bodo Baumgarten    |    Ulrich Jenneßen  |  Elena Kozlova    

Gudrun von Leitner    |  Suzanne Levesque    |  Hua Tang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Affordable Art Fair Hamburg 2014
13.11.15  -  16.11.14

Galerie Jens Goethel präsentiert in der Fabrik der Künste  

Kreuzbrook 10/12

20537 Hamburg

Öffnungszeiten: Mi So 14 19 Uhr u.n.V.

Vernissage: Dienstag 09.09.2014 um 19Uhr

Begrüßung: Horst Werner

Finissage: Sonntag 14.09.2014 ab 12 Uhr



 



Digitalistische Malerei beschreibt zwei Elemente des künstlerischen  Schaffensprozesses der Arbeiten von Ulrich Jenneßen,  konventionelle Malerei als Ausgangsform und die  digitale Verfremdung, Bearbeitung, Vertiefung und  Veränderung als weiteren Schritt im künstlerischen Prozess. Aber  dieser Prozess ist in Wahrheit sehr viel komplexer und durchläuft  viel mehr Stadien als nur die der Malerei und der Digitalisierung. ln  einer Art Schichtarbeit durchlaufen seine Arbeiten eine langwierige  Prozedur bis zu dem Punkt, an dem der Künstler den Vorgang, das  Bild als vollendet ansieht. Durch bewusstes Laufenlassen oder eine  Unterbrechung der Behandlung durchschreiten die Werke vielschichtige  Stadien der Verwandlung. Jenneßen bezieht dabei das  Unvorhergesehene immer wieder in die Bildgestaltung mit ein, versucht,  die Ergebnisse bildlich festzuhalten. Das von der Norm Abweichende,  das Unvorhersehbare fordert den Künstler dabei besonders heraus.  

Die großen Themen unserer Zeil ,,Migration, Rassismus, Urbanität,  Globalität" inspirieren Ulrich Jenneßen zu seinen Arbeiten.  

Dieter Jaenicke


In der Werkreihe "Atta Girl" schafft Suzanne Levesque sehr persönliche und authentische Bilder. Sie zeigt ein tiefes Verständnis psychologischer Nuancen und versteht sich präzise-zart auszudrücken, um dem Betrachter ein Gefühl irgendwo zwischen Spannung, Vorfreude und Kontrollverlust zu vermitteln. Levesques Arbeiten wirken suggestiv und scheinen an dem Punkt zu spielen, an dem ihren Figuren tragische oder absurde Ereignisse unmittelbar bevorstehen. Diese latente, unbestimmte Vorahnung von Verwundbarkeit ist immer spürbar, sie zeigt, wie ständig greifbar die Möglichkeit der Entwürdigung ist. Der Betrachter wird dabei in die Position eines Unterdrückers gezwungen, eine Haltung, die omnipräsent und dennoch mehrdeutig ist. So hat der Betrachter die Chance, seinen eigenen Blick zu hinterfragen und das jeweilige Objekt zu vermenschlichen oder zu verdammen. Die Figuren, die Levesque erschafft, sind nicht dezidiert männlich oder weiblich, sondern oftmals so ungreifbar wie eines jeden eigene Biologie.

Der Titel ist ein umgangssprachlicher Ausdruck, der meist dazu gebraucht wird, um ehrlicherweise eine positive Meinung über eine Person ausdrücken, kann aber genauso gut unterschwellig vulgär erscheinen. "Atta Girl" nutzt die Leichtgläubigkeit der Ehrlichen und Anständigen aus und provoziert ein Gefühl des Unbehagens. Levesque stellt das Konzept der Bereitschaft zu gefallen gegen die Möglichkeit der Korruption durch Dritte.

Dr. Ralf Busch

 

 


 

 

Ulrich Jenneßen | Suzanne Levesque
Zwischenwelten | Atta Girl!
10.09.14  -  14.09.14