Jens Goethel Kunstvermittlung

Eröffnung  Mittwoch 9. Mai 2018 | 19 Uhr 

 

Jazz-Konzert  Franco Ambrosetti  & Vladyslav Sendecki

Donnerstag 10. Mai 2018   20 Uhr 

Fabrik der Künste | Kreuzbrook 10–12 | 20537 Hamburg

Di bis Fr  15–19 Uhr | Sa und So  12–18 Uhr 

 

»Das Leben an sich ist fantasievoller als die Menschen«, sagt Marcello Togni, seit mehr als 20 Jahren Fotograf in den Straßen von Paris. Er hält das Alltägliche, Zufällige mit der Kamera fest, besser könnte es nicht inszeniert werden. Togni ist der diskrete Beobachter an der Hausecke, im Szenelokal, hinter den Autos, am Schaufenster oder vor den abgerissenen, übermalten Plakaten, die in der fortschreitenden Veränderung, Übermalung oder Zerstörung durch Wind, Wetter und Menschen zu neuen Motiven werden.

Paris – seit jeher die Stadt der Verliebten, die Stadt der Philosophen, Literaten, Künstler, Musiker, Architekten, Modedesigner und Bohémiens. Eine internationale Metropole mit Menschen jeglicher Couleur aus aller Herren Länder. Pulsierendes Leben in den Quartiers mit den unendlich vielen Cafés, Restaurants, Bars, Galerien, Museen und Geschäften. Marcello Togni ist der Suchende im Fluss der Großstadt. Hinter jeder Ecke wartet Neues, Unbekanntes, Spannendes, Lebendiges. Eine Übereinstimmung von Fotografie und Musik.

Auch der Jazzmusiker weiß nicht genau, was kommt – die nächste Note, die nächste Melodie, der nächste Akkord, das nächste Solo. Er baut auf die musikalischen Strukturen, die seinem Solo unterliegen, er spürt den Rhythmus und die Energie. Der Trompeter drückt die Ventile seines Instruments, der Fotograf den Auslöser.

Der Jazz und die Großstadt – hier die Kunstform, da der Lebensraum, in dem diese Kunst- form blüht. Bei Marcello Togni wird beides zur »Songcity«. Wenn Fotografie und Jazz
im Rahmen der Ausstellung »Urban Moments« in der Fabrik der Künste in Hamburg aufeinandertreffen, dann ist das eine Familienangelegenheit. Franco Ambrosetti ist der Stiefvater von Marcello Togni. Mit ihm kommt ein international bekannter Jazztrompeter zum Konzert in die Hamburger Fabrik der Künste. In Lugano als Sohn des Schweizer Industriellen und Jazz-Saxofonisten Flavio Ambrosetti geboren, hatte Franco Ambrosetti zwei Karrieren im Blick: die des Unternehmers und die des Jazz-Musikers. Er hat sich nicht für das eine oder das andere entschieden, sondern für beides. Seine Kreativität und die Kunst der Improvisation haben ihm stets den Weg durch seine Aufgaben als Firmen-Chef und als Jazzmusiker geleitet.

In der Fabrik der Künste wird Franco Ambrosetti (Swiss Jazz Award 2018) am Piano begleitet vom polnischen Pianisten Vladyslav Sendecki, der seit mehr als 20 Jahren der NDR Bigband angehört. Er wird bei dieser Gelegenheit auf einem Steinway SPIRIO Flügel spielen. 

Marcello Togni
»Urban Moments«
10.05.18  -  21.05.18

Eröffnung am Mittwoch 10. Mai 2017 um 19 Uhr

Solokonzert von Joachim Kühn am

Donnerstag 11. Mai 2017 um 20 Uhr  |  Eintritt 

Fabrik der Künste | Kreuzbrook 10–12 | 20537 Hamburg

Di bis Fr  15–19 Uhr | Sa und So  12–18 Uhr 

 

»Noten bestimmen mein Leben. Ich konnte Noten lesen, bevor ich Worte lesen konnte. Bei meinem ersten Konzert war ich sechs Jahre alt, ich spiele seither Konzerte und habe noch nie ein Jahr ausgelassen. Platten mache ich seit 1963,
also seit mehr als 50 Jahren. Mein Lebenstraum hat sich somit erfüllt,
sagt Joachim Kühn, einer der profiliertesten Jazzmusiker Europas.

2011 wurden die Brüder Rolf und Joachim Kühn mit einem Echo Jazz für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, 2012 erhielten Joachim Kühn und die hr-Bigband den Echo Jazz für das Bigband-Album des Jahres. 2014 folgte eine weitere Echo Jazz-Auszeichnung für Joachim Kühn als »Instrumentalist des Jahres National / Piano«. 

Gerade wurde bekannt: 2017 gewinnt Joachim Kühn für sein Album »Beauty & Truth«, für das er gleich zweimal nominiert war, den Echo Jazz mit seinem New Trio in der Kategorie »Ensemble des Jahres national«. Der Echo Jazz wird am 1. Juni im Rahmen einer Gala-Veranstaltung auf dem Werftgelände von Blohm + Voss in Hamburg verliehen.    

Beziehungen zu unterschiedlichsten Musikern in vielen verschiedenen Ländernder Welt und beständig neue musikalische Zusammenhänge sind stetige Inspira­tionsquellen für den kompromisslosen Pianisten, der aus Leipzig stammt, in Hamburg, San Francisco, Los Angeles und Paris gelebt und vor 25 Jahren auf Ibiza ein Zuhause gefunden hat.

Zur Malerei kam Joachim Kühn durch den Jazz-Schlagzeuger Daniel Humair. Der nahm ihn Mitte der 1980er Jahre mit in die Museen und Galerien von Paris und brachte ihm unterschiedliche Kunst-Strömungen nahe. Das Licht auf Ibiza war dann der letzte Auslöser für Joachim Kühn, selbst zu Pinsel, Farbe und Leinwand zu greifen. Ein Licht, das sich in fast jedem seiner Bilder manifestiert. Bilder, die aus sich heraus strahlen und in denen sich immer wieder die Noten finden, die das
Leben des 73-jährigen Künstlers bestimmen. Kühns Malerei ist entstanden, als er gerade mal nicht am Klavier saß – manchmal auch nachts auf seiner Terrasse.

 »Noten oder ein Bild – beides sind Kunstwerke für mich. Ich male abstrakt, das ist mein Kunstgeschmack, aber ich bin eigentlich offen für alles«, sagt Joachim Kühn.

Die Malerei ist seine zweite Leidenschaft. So wohnt den abstrakten Schöpfungen in Farbe, Komposition und Struktur viel Kraft und Poesie inne. Die Werke werden in einer großen Ausstellung erstmalig in Hamburg gezeigt – eine Präsentation in der Fabrik der Künste, in deren Rahmen Joachim Kühn sowohl im Talk als auch im Konzert als Musiker und Maler gewürdigt wird.

Joachim Kühn
Schönheit und Wahrheit
11.05.17  -  21.05.17