Golden Hands Gallery

MASON

aus Dortmund gehört zu den Gründungsv.tern des europäischen Trainbombing wie wir es heutzutage kennen. Über mehr als 3 Jahrzehnte war er dabei für Generationen stilprägend. Seine häufig extrem grafisch anmutenden Arbeiten haben dabei auch immer schon stark polarisiert. Er hat es dabei geschafft ein eigene Stilsignatur zu kreieren, welche sich dem geübten Betrachter mit einem Blick zu erkennen gibt. Mason begann zu einer Zeit, in der nicht damit zu rechnen war, dass Graffiti irgendwann aus seiner Schmuddelecke herauskommen würde und nach und nach in den zeitgenössischen Fine Arts Mainstream vordringen könnte.

Interview zwischen dem Künstler Mason und dem Galerist Christoph Tornow

 

Hallo Mason, bitte erzähle doch einmal kurz von Dir und deinem künstlerischen Werdegang. Bist Du Autodidakt oder hast Du Kunst studiert!?


1986 steckte die Dortmunder Graffitiszene in Dortmund noch in den Anfängen. Tags und Pieces machten sich langsam im öffentlichen Raum bemerkbar und weckten mein Interesse. Nach ein paar Wochen musste ich mein erstes Piece an meiner Schule sprühen. Mit der Zeit wurde das Malen immer wichtiger und auch Strafverfahren und Verurteilungen konnten mich nicht davon abhalten. Mitte der 90er Jahre habe ich mich einmal für ein Studium beworben, die Fachhochschule war aber zu der Zeit noch nicht offen für Graffiti. Gespräche mit Galeristen bestätigten mich dann, auf ein Studium zu verzichten.

 

Warum benutzt Du ein Pseudonym und nicht Deinen Klarnamen? Benutzt Du auch weitere Pseudonyme?


Das Schreiben des Namens ist ja der eigentliche Kern des "American Graffiti", eigentlich ist der Name eine weitere virtuelle Leinwand. Im öffentlichen Raum habe ich weitere Pseudonyme geschrieben, teilweise aus Sicherheitsgründen, teilweise als Abwechslung zur üblichen Buchstabenkombination.

 

Was für Kunst machst Du eigentlich? Ist das Graffiti!? Kann man diese Kunst überhaupt aus dem öffentlichen Raum auf die Leinwand transportieren!?

Ich bezeichne das was ich mache als Graffiti. Allerdings ist das nur noch ein Oberbegriff. Ich denke, dass ich eine Prägung seitens meines Vaters (der Architekt war) nicht leugnen kann. Weiter steht bei mir natürlich die Typografie und nicht das Figurative im Vordergrund. Dann versuche ich meiner Formsprache treu zu bleiben und mich gleichzeitig weiter zu entwickeln.

 

Früher war es ja in einigen Teilen der Graffiti- Szene verpönt kommerzielle Kunst zu produzieren und auszustellen. Heute bekommt man den Eindruck, dass es Personen gibt, die lediglich ein Image kreieren und es kaum abwarten können, dieses als Ihre "Graffiti- Geschichte" - gerne gespickt mit Anekdoten über ihre illegale Karriere - zu verkaufen. Was ich damit sagen will: was früher eher nicht miteinander vereinbar war, Illegalität und Kommerz, erscheint heute als ein gängiges Rezept zur Verkaufsförderung und ein Vehikel zur Unterstreichung der eigenen Relevanz. Was denkst Du darüber?


Wichtig ist eigentlich immer nur das Ergebnis, das fertige Bild. Einige Auftragsarbeiten sind in meinen Augen mitunter grenzwertig, aber schlussendlich ist es dann auch egal ob der Auftraggeber der Kiosk um die Ecke oder die Telekom ist. Für mich war dabei immer nur wichtig mich nicht selbst zu verkaufen. Die meisten meiner Auftragsarbeiten waren kleine Herausforderungen und haben Spaß gemacht. Und ob ein Piece legal oder illegal gemalt ist, sagt nichts über die Qualität der Arbeit aus.

 

Warst Du schon einmal für Deine Kunst im Gefängnis? Lohnt es sich für Kunst ein Risiko einzugehen!? Muss man das vielleicht sogar!?

Ja. Ja. Nein.

 

Denkst Du, dass Graffiti/ Post- Graffiti in der Zukunft mit unserer Generation verbunden sein wird? Wird Graffiti zum festen kulturellen Bestandteil werden so wie Rap!?

Meiner Meinung nach ist sie das schon längst. Ich glaube unsere Kinder sind schon mit dem Verständnis aufgewachsen das Graffiti den öffentlichen Raum prägt.

 

Danke Mason!

 

 

MASON
LINEAR
21.02.19  -  12.04.19

GHG- 4th anniversary show and party

 

Watchin´ how time flies.

Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen, als ich im Jahr 2006 meine erste Galerie in Hamburg eröffnet hatte- die Vicious Gallery in St. Pauli. Vicious Gallery ist nun Geschichte. Unser neues Baby, die Golden Hands Gallery hat mittlerweile Laufen gelernt, besitzt Zähne und kann sprechen. Während wir die GmbH vor 5 Jahren gegründet hatten, ist die Geburtsstunde der eigentlichen Galerie im Jahr 2015 verortet, nämlich mit dem Bezug unserer Räume in der Kaiser- Wilhelm- Str. 87. In dieser Zeit konnten wir ca. 20 Einzel- und Gruppenausstellungen realisieren und uns im Markt mit unserer Position Urban Art, Street Art und Post Graffiti etablieren. Mittlerweile haben wir auch nicht mehr das Gefühl, unsere Position ständig erklären zu müssen, da ein großer Teil unserer Zielgruppe im Klaren darüber sein dürfte, was wir anbieten und darstellen.

 Während wir grundsätzlich versuchen, bei unseren Eröffnungen nicht über die Stränge zu schlagen, wollen wir anlässlich dieses Jubiläums unsere guten Vorsätze über Bord werfen und es krachen lassen. Daher auch diesmal an einem Wochenende.

Ganz nebenbei zeigen wir neue Werke einiger unserer Top- Künstler, es gibt also wenige Argumente nicht zu kommen, es sei denn Celine Dion spielt zeitgleich in der Barclay Card Arena oder ein zugezogener `Hamburger` Schauspieler eröffnet gerade ein neues Restaurant in dem er Leitungswasser für 4 Euro anbietet.

 

Wir freuen uns auf Euer Kommen,

Euer Team der Golden Hands Gallery

MOSES & TAPS™, HEIKO ZAHLMANN, LOW BROS, RACHE, SOBEKCIS
4TH ANNIVERSARY - GROUP SHOW
26.04.19  -  30.08.19