LEVY Galerie

Die LEVY Galerie freut sich, dass die Galerie alexander levy unter dem Titel „Unboxing“ erstmals die Künstler des Berliner Galerieprogramms in den Hamburger Räumen präsentiert: Julius von Bismarck, Felix Kiessling, Fabian Knecht, Daniel Mohr, Nik Nowak, Colin Snapp, Vicky Uslé und Sinta Werner (Eröffnung: 06.11.2017, 19-21 Uhr).

„Unboxing“ - ein Begriff aus der Netzkultur - beschreibt Videos, in denen Insider sich beim Auspacken neu erworbenen Lieblingsgegenstände filmen und diese für einen potenziellen Kennerkreis veröffentlichen. Für die Ausstellung hat die Galerie alexander levy Werke ihrer Künstler zusammengestellt um diese zum ersten Mal im Hamburger Rahmen zu zeigen. Die 2012 in Berlin gegründete Galerie konzentriert sich auf die Präsentation von jungen nationalen und internationalen Künstlern, die sich kritisch und häufig ironisch mit unserer Gegenwart auseinandersetzen. Der Fokus liegt hauptsächlich auf konzeptionellen Positionen, die unsere Wahrnehmung hinterfragen, soziale Gesellschaftsstrukturen reflektieren und naturwissenschaftliche und politische Themen subversiv aufgreifen. Sie fordern unsere perzeptiven Gewohnheiten und Erwartungen heraus – „entlocken“ uns gewissermaßen aus den Boxen unseres Denkens. Maßgebende Rolle spielt bei den Künstlern das Reisen, wobei sie weltweit im urbanen und natürlichen Raum Projekte realisieren, aus denen ihre finalen Arbeiten resultieren. Viele der in der Ausstellung gezeigten Werkserien heben einen bestimmten Ausschnitt unserer Umgebung, unserer Realität, unserer Umwelt hervor und erschaffen durch die Isolierung dieses Ortes und die Fokussierung unseres Blickes eine neue Aufmerksamkeit und Beschäftigung mit der jeweilig angestoßenen Thematik. Dafür kombinieren und kontrastieren die Künstler sogenannte alte und neue Medien: von der kinetischen Skulptur über Videos, Fotografien, Skulpturen bis zur Malerei.

Die Malereien von Vicky Uslé und Daniel Mohr zeigen die Natur aus einem anderen Blickwinkel – Daniel Mohr in einem Zusammenspiel aus Abstraktion und Figuration und Vicky Uslé durch einen changierenden Duktus harter Kanten und weicher Rundungen, womit sie den Kontrast zwischen Natur und urbanen Raum thematisiert.

Sinta Werners Kunst spielt mit der Beziehung zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, Realität und Abbild, physischer Präsenz und Projektion. In ihren Fotocollagen nutzt sie die Verdoppelung physischer Realität durch Schnitte und Faltungen um eine Irritation und Täuschung des Auges hervorzurufen.

Nik Nowaks Arbeiten stellen zentrale Fragen zur Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Durch seine künstlerische Praxis hinterfragt er unseren Umgang mit Technologie. Seine medienübergreifenden Werke befassen sich häufig mit der Wirkung von Sound sowie mit der Rolle von Soundsystemen als kulturelle Transmitter oder akustische Waffen.

Die Künstler Julius von Bismarck und Felix Kiessling konzentrieren sich in ihren Arbeiten auf konzeptuelle, oft wissenschaftliche Ansätze und hinterfragen die Grenzen und Parameter menschlicher Wahrnehmung und entwickeln damit ein erweitertes Naturverständnis.

Colin Snapp beschäftigt sich mit dem Thema des Tourismus als grundlegendes Phänomen einer mobilen Weltgesellschaft. Seine Arbeiten kreisen um die fotografische und cineastische Tradition, die Faszination des Alltäglichen und die Beziehung zwischen Reise und Wahrnehmung.

Fabian Knecht untersucht gesellschaftliche und hierarchische Denkweisen und lässt die Grenzen zwischen Lebenswelt und Kunstsphäre verschwimmen. Sein künstlerischer Aktivismus spiegelt soziale und politische Prozesse der Vergangenheit und Gegenwart wider.

Als Ergänzung zum Ausstellungsraum wird ein Schiffscontainer – eine Videobox -  im Garten der Galerie installiert, indem aktuelle Videoarbeiten der Künstler gescreent werden. 

Julius von Bismarck, Felix Kiesling, Fabian Knecht, Daniel Mohr, Nik Nowak, Colin Snapp, Vicky Uslé, Sinta Werner
UNBOXING - alexander levy zu Gast bei LEVY | alexander levy invited by LEVY
07.11.17  -  22.12.17

LEVY Galerie freut sich, dass nun auch Jan Henderikse zu dem Kreis der von uns vertretenen Künstler gehört. Aus diesem Anlass präsentieren wir vom 12. September bis zum 31. Oktober 2017 die Ausstellung Jan Henderikse. Zwischen ZERO und POP ART: Arbeiten 1967-2017. Jan Henderikse (*1937 in Delft) ist einer der wichtigsten Repräsentanten der niederländischen Gegenwartskunst. Zusammen mit den Künstlern Kees van Bohemen, Henk Peeters, Armando und Jan Schoonhoven gründete er 1959 die Gruppe Nul - eine parallele Künstlerbewegung zur deutschen Gruppe ZERO. Seine aus alltäglichen Materialien entstandenen und von einer "Ästhetik des Banalen" sprechenden Assemblagen, Montagen und seriellen Reihungen zeigen in der Tradition des Readymade Anklänge an Nouveau Réalisme und Pop Art. Arbeiten von Henderikse wurden in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, u.a. in den großen ZERO-Retrospektiven in New York, Berlin und am Stedelijk Museum Amsterdam. Er lebt und arbeitet heute in Antwerpen und New York. Zur Ausstellung erscheint en Katalogbuch im Kerber Verlag. 

Jan Henderikse
Zwischen ZERO und Pop Art: Arbeiten 1967 - 2017 | Between ZERO and Pop Art: Works 1967 - 2017
12.09.17  -  31.10.17

LEVY Galerie freut sich am 19. Juni 2017 die Ausstellung Werner Berges 100+ zu eröffnen. Werner Berges (*1941 Cloppenburg) ist ein Pionier der deutschen Pop Art, der seine Bekanntheit bereits in den 1960er und 70er Jahren erreichte. Er steht heute im Mittelpunkt der Wiederentdeckung und -anerkennung des "German Pop" im Kunstbetrieb. Sein Hauptthema - der weibliche Körper - findet in seinem Oeuvre eine endlose Multiplikation und Serialität in einem Vexierspiel von gemalten, herausgeschnittenen und foliierten Kreisen, Rastern, Farbstreifen und Linien. Die Ausstellung 100+ umfasst hundert kleinformatige Arbeiten aus dem Jahr 2017 sowie einige großformatige Werke aus früheren Jahren, die in ihrer Ausdifferenzierung an Posen und Silhouetten den Typus der Frau mit seiner in der Warenwelt genutzten Erotik an den Rand der Verfremdung bringen und die Utopie von Schönheit hinterfragen.

Werner Berges
100+
20.06.17  -  14.07.17

LEVY Galerie freut sich am 15. Mai 2017 die Ausstellung Man Ray zu eröffnen. Der in den USA geborene (*1890) und in Paris gestorbene (†1976) Fotograf, Maler und Objektkünstler zählt neben Marcel Duchamp zu den bedeutenden Vertretern des Dadaismus und Surrealismus und gilt aufgrund der Vielschichtigkeit seines Werkes als avantgardistischer Impulsgeber für die moderne Fotografie und Filmgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts.

Bekannt ist Man Ray für seine zahlreichen inszenierten Porträtfotografien zeitgenössischer Künstler aus der Hochphase des künstlerischen und literarischen Lebens im Paris der 1920/30er Jahre. Über Albert Giacometti lernt er dort auch Meret Oppenheim kennen, die ihm Model in der berühmten Akt-Fotoserie Erotique voilée steht. Schon früh sucht er seine  Unabhängigkeit in seinem Schöpfungsdrang nach neuen Wegen zu bewahren. So sind seine Ölbilder Kompositionen aus futuristisch-kubistisch anmutenden Figuren und lebhaften Farben. Er schult ebenso seine Fertigkeit im Zeichnen und experimentiert mit Objekten, die er zu Schwingungen bringt oder die ihm als Modell für seine Fotoarbeiten dienen. Indem er die Ästhetik des Medium Fotografie mittels Photogrammen („Rayographien“), Solarisation und Mehrfach-belichtungen ausweitet erhebt er sie zur Kunst und integriert die resultierenden neuen Inspirationen später in seine wieder aufgenommene Malerei.

Man Ray, als Sohn jüdisch-russischer Einwanderer mit dem bürgerlichen Namen Emmanuel Radnitzky in Philadelphia geboren, lebte vor allem in New York, bevor Frankreich seine Wahlheimat wurde.

Die Ausstellung in der LEVY Galerie präsentiert um die 45 Werke unterschiedlichster Werkphasen und Medien: von Papier- über Öl auf Leinwand- bis vor allem zu Foto-Arbeiten. Für weitere Informationen und Abbildungsmaterial wenden Sie sich gerne an uns.

Man Ray
Arbeiten | Works
16.05.17  -  14.06.17

LEVY Galerie freut sich am 13. März 2017 die Ausstellung Eduardo Arroyo - Parejas zu eröffnen. Am 26. Februar dieses Jahres wurde der seit Jahrzehnten von uns vertretene spanische Künstler 80 Jahre alt (geb. 1937 in Madrid). Die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlichte in ihrer letzten Samstagsausgabe aus diesem Anlass einen umfangreichen Artikel über ihn unter dem Titel: "Von Männern mit Hüten, die auf dem Kopf gehen". Wir zeigen in unserer Ausstellung dieses unverwechselbaren Protagonisten des "Figurativen Realismus", der sich ebenso als Schriftsteller, Theatermacher und Bühnenbildner einen Namen gemacht hat, eine Auswahl an farbigen Zeichnungen auf Papier aus den letzten 40zig Jahren seines Schaffens. Ab Juli 2017 wird Eduardo Arroyo mit einer großen Retrospektive in der Fondation Maeght in Saint-Paul-de-Vence geehrt.

Für weitere Informationen und Abbildungsmaterial wenden Sie sich gerne an uns.

Eduardo Arroyo
Paare | Parejas
14.03.17  -  28.04.17

LEVY Galerie freut sich, das Jahr mit der Ausstellung Corinne von Lebusa – Herz frisst Liebe zu beginnen. Als ehemalige Meisterschülerin von Neo Rauch zählt Corinne von Lebusa (*1978) zu der Nachfolgegeneration der „Neuen Leipziger Schule“. 

Die Künstlerin arbeitet mit Zeichenstiften, Aquarell- und Ölfarben und schafft meist kleinformatige, surreale Collagen und Zeichnungen auf Finnpappe, in denen sie das Beziehungsgeflecht der Geschlechter thematisiert. Im Mittelpunkt der intimen Arrangements stehen ihre grazil-femininen, verträumten Lolitas: In neckischer, sinnlicher und fein-witziger Manier posieren sie, rekeln sie sich, geben sich hin. Wie bei einem Tagtraum schweift ihr Blick entweder in die Ferne oder zielt durchdringender direkt auf den Betrachter, der in der Rolle des Voyeurs diese Szenen zwischen heiterer Unschuld und „unerlaubter“ Sinneslust erspäht. 

Lebusa präsentiert ihre Arbeiten zum Teil in kreisrunden Wand-Installationen und formt so einen übergeordneten Erzählstrang, dem der Betrachter in beschwingt spannungsvoller Erwartung immer weiter folgen möchte. Das einzelne Werk als malerische Momentaufnahme agiert dabei wie ein Film Still, das die hintergründige Narration einzufangen vermag. Die erzählerische und emotionale Feingliedrigkeit verleiht den Werken eine überraschende Tiefgründigkeit und Schwere.

Zu Lebusas Werken zählen auch abstrakte Kompositionen, für die sie u.a. fotografische und farbige Papier-Vorlagen mit malerischen Mitteln kombiniert und collagiert, mit Formen und Farbtönen komponiert und neue Gedankensplitter schafft, die mit den vorherigen, surreal-figurativen Arbeiten kommunizieren.

1998 begann Corinne von Lebusa ein Studium in der Fachrichtung Mode- und Graphikdesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, das sie 2001 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in der Fachklasse Malerei bei Arno Rink fortsetzte. 2005 bis 2008 war sie Meisterschülerin von Neo Rauch. 2010 erkannte ihr die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ein Arbeitsstipendium zu, 2012 die Kunstresidenz Bad Gastein (Österreich). Die Künstlerin lebt und arbeitet heute in Leipzig.

Corinne von Lebusa
Herz frisst Liebe | Heart Devours Love
17.01.17  -  22.02.17

Die Ausstellung Maîtresse hat ihren Ursprung in dem 1976 produzierten Film des französischen Filmregisseurs und -produzenten Barbet Schroeder Maîtresse. She will open your eyes mit den Schauspielern Gérard Depardieu und Bulle Ogier. Karl Lagerfeld war damals für die Kostüme und Allen Jones für das Filmplakat-Design verantwortlich, in dessen Mittelpunkt eine verführerische dunkelhaarige Domina im Lackoutfit mit Lederpeitsche steht. In vielfacher Ausführung und im Spiel mit Posen, Farben und Raum hat sich das Motiv der Maîtresse bis 2015 zu einer eigenständigen Werkgruppe in Jones Œuvre entwickelt. Die Ausstellung umfasst großformatige Arbeiten auf Leinwand, Zeichnungen, Studien auf Papier, eine neu entstandene Siebdruckserie sowie Archivmaterial.


Allen Jones (*1937, Southampton), der zu den bedeutendsten und international bekanntesten britischen Künstlern der Pop Art zählt und entscheidend am Durchbruch dieser neuen figurativen künstlerischen Position in den 1960er Jahren beteiligt war, wird im kommenden Jahr seinen 80. Geburtstag feiern.

Allen Jones
Maîtresse
08.11.16  -  23.12.16

Friedrich Einhoffs Leinwand-, Karton- und Papier-Arbeiten bestechen durch ihre feinspurigen Farb- und Stoffmaterialitäten, die aus einer Oberflächenbearbeitung mit Acryl, Kohle und Erde hervorgehen. Sie lassen den Eindruck taktiler Membranen entstehen, die in ihren erdigen Beige- und Grau-Tönen eine körperliche Qualität sowie in ihren tiefen Grün- und Schwarz-Farbstufen einen irdischen Tiefensog entwickeln. Körperfragmente und Figurenspuren drängen aus der Verdichtung zur Auflösung und erzählen uns von einem fraglichen Sein-Zustand. Die vermittelte schicksalhafte Aussichtslosigkeit erinnert an die existenziellen Bildwelten von Pieter Brueghel, Francisco de Goya bis Francis Bacon und absurden Szenarien von Franz Kafka bis Samuel Beckett: „Innerhalb dieser düsteren Metaphorik platziert Einhoff das Fragment zwischen Kunstgeschichte, Poesie und Montageästhetik der Moderne in Fotografie wie Film. [...] so erscheinen in den neuen Arbeiten Körperlichkeit, Gestik und Mimik der Figuren maskiert, eliminiert, explosionsartig zerrissen oder durch äußere Einwirkung chemisch-physikalischer Prozesse verätzt, verbrannt, geschmolzen und zersetzt.“ Die Werke berühren den Betrachter direkt auf sensorisch-emotionaler Ebene. Die Ausstellung präsentiert anlässlich des 80. Geburtstages des Künstlers einen umfassenden Einblick in sein Schaffen der letzten drei Jahre.

Friedrich Einhoff, geboren 1936 in Magdeburg, studierte von 1957 bis 1962 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Alfred Mahlau, Willem Grimm und Kai Sudeck. Von 1978 bis 1991 unterrichtete er als Professor für Malerei und Zeichnung im Fachbereich Gestaltung an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg. Im Jahr 1979 war er Preisträger der Werner Otto Stiftung, 2008 erhielt er die Plakette der Freien Akademie der Künste Hamburg und 2009 den Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift. Friedrich Einhoff lebt und arbeitet in Hamburg.

 

 

Friedrich Einhoff
Neue Arbeiten - Anlässlich seines 80. Geburtstages
13.09.16  -  26.10.16
Sommerpause
16.07.16  -  29.08.16

"Es ist die alltägliche Gegenwart der Dinge, in der sich uns die Welt zeigt, doch meine besondere Zuneigung gilt den Gegenständen, die Spuren menschlicher Bearbeitung zeigen."

Friedrich Meckseper  

Die LEVY Galerie freut sich den Künstler Friedrich Meckseper (*1936) in einer Werkschau seiner Leinwandarbeiten aus den Jahren 2000 bis 2015 zu präsentieren.

In den Bilder des Malers, Zeichners und Radierers entfalten sich in minimalistischer Anordnung technisch präzise gezeichnete Alltagsgegenstände in einer geheimnisvollen Präsenz: Geometrische Körper, Ambosse, Grenzsteine, Werkzeuge, Zahnräder, Sprungfedern, Schornsteine, Uhren oder Labyrinthe sind in seltsam isolierten, raum- und zeitlosen Kompositionen ihrem eigentlichen Gebrauchszweck enthoben. Die surrealen Arrangements und Raumlandschaften erzählen von den Spuren menschlicher Weltvermessung und technischen Fortschritts, sind unter ihrer realistisch kühlen Oberfläche Ausdruck zugleich von Utopie und Nostalgie.

Mecksepers technische Faszination wurzelt in seiner Mechanikerlehre zum Lokomotivkonstrukteur, die ihn auch zu der Anfertigung eines Dampfbootes sowie zu seiner wiederholten Überquerung der Alpen mit einem Gasballon in den 1970er und 1980er Jahren anregte.

Zwischen Surrealismus, Magischen und Phantastischen Realismus nimmt Friedrich Meckseper mit seiner eigenständigen Ästhetik neben Künstlern wie Konrad Klapheck einen wichtigen Platz in der deutschen Nachkriegskunst ein. Im Zuge der Wiederentdeckung dieser (fein-)mechanischen Malerei, die ihren Ursprung in den 1970er Jahren findet, werden Ausstellungen in naher Zukunft u.a. am Städel Museum in Frankfurt realisiert.

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalogbuch im Kerber Verlag mit einem Text von Belinda Grace Gardner. Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich gerne an die Galerie.

Friedrich Meckseper
Anlässlich seines 80. Geburtstages
07.06.16  -  08.07.16

 

Die LEVY Galerie freut sich den in Berlin lebenden Künstler Daniel Mohr, 1976 geboren und ehemaliger Baselitz-Schüler, in einer Werkschau seiner neuen, zwischen 2014 und 2016 entstandenen, großformatigen Öl-auf-Leinwand Arbeiten zu präsentierenDie oft nur angedeuteten männlichen und weiblichen Aktfiguren bewegen sich in ihre zersplitterten, fragilen Leiblichkeit, die ihr bloßer Körper signalisiert, vor einem erweiterten Horizont einer von Unterbrechungen gestörten "conditio humana". In diesem existenziellen Zwischenzustand, zwischen An- und Abwesenheit, zwischen Materialisierung und Demateriali-sierung, entfaltet sich das Bildgeschehen in einer "bildeigenenen Zeit". Mohr zerlegt seine Szenen, die in den Raumlandschaften von Parks, Wiesen und Stränden spielen, durch malerische Überlagerungen und Verschiebungen.  

Mohrs Werke, die des Öfteren von kunsthistorischen Vorlagen Inspiration beziehen, verhandeln vorrangig Fragen der Wahrnehmung - ähnlich den Protagonisten des Impressionismus, die in ihrer Lichtmalerei implizit das Sehen selbst zum Thema machten und reflektieren einen gegenwärtigen Seinszustand, der von Auflösungserscheinungen und Beschleunigungen digitaler Gleichzeitigkeit erfasst ist. So werden seine Gegenstände, Figuren und Landschaften nur momenthaft in Intervallen und Ruhezonen sichtbar, bevor sie sich in einem pastellen Farbenspiel, in Raum- oder Zeitebnen verlieren.[1]

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Broschüre mit einem einführenden Text von Belinda Grace Gardner. Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich gerne an die Galerie.

[1] Vgl. Belinda Grace Gardner, "Bild-Zeit. Daniel Mohrs multitemporale Malerei", in: Ausst.-Broschüre, LEVY Galerie, Hamburg 2016.

Daniel Mohr
Neue Arbeiten
26.04.16  -  02.06.16

Nach einer frühen Karriere als Illustrator und Werbegrafiker wird Richard Lindner (*1901 - †1978) mit seiner unverwechselbaren Bildsprache zu einem der wichtigsten Wegbereiter der Pop Art. Auf eigentümliche Weise gelingt es ihm die grotesk-karikaturistischen Elemente der Neuen Sachlichkeit mit der farbintensiven, collagenartigen Flächigkeit der Pop Art zu vereinen und zwischen der Kulturwelt Europas und der Nordamerikas zu oszillieren.

Im Anschluss an die große Werkschau Richard Lindners 2015 in der Stiftung Ahlers Pro Arte in Hannover gibt diese Ausstellung mit Arbeiten auf Papier seit langem einen umfassenden Einblick in das zeichnerische Oeuvre des Künstlers. Die Werke belegen, wie akribisch Lindner an seinen Kompositionen arbeitet, bevor er das Ergebnis auf meist großformatigen Leinwänden in Öl ausführt. Die Zeichnung ist das Medium, in dem Lindner seine Beobachtungen zu einem Thema durchläuft. In weichen, reduzierten Strichen erprobt er seine Gedanken über mehrere Blätter bis er sich schließlich auf eine Komposition konzentriert und (z.T. farbige) Akzente im Detail und der Ornamentik setzt und Flächen und Formen kontrastierend zusammenfügt.

Bevorzugt wählt er das Motiv des Paares, um Rollenbilder zu thematisieren und die gegenseitige Anziehung zwischen Mann und Frau wie in einem erotischen Puzzle zu verbildlichen. Dabei ist es vor allem das Panorama der New Yorker Halb- und Unterwelt, das er zu Bildern psychologischer Verfremdung, leeren Konsumstrebens und sozialer Zersplitterung wandelt. Ergänzt durch eine Anzahl an Aquarell- und Farbstiftarbeiten lässt die Ausstellung seine persönliche Vision der FUN CITY auferstehen.

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalogbuch im Kerber Verlag mit einem Text von Belinda Grace Gardner.

 Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich gerne an die Galerie.

Richard Lindner
Fun City
16.02.16  -  20.04.16

Die Skulpturen, Objekte und Rauminstallationen von Annette Streyl (*1968) kreisen thematisch um die vom Menschen gestaltete symbolische Ikonen- und Architekturwelt, die die Künstlerin in Hinsicht auf ihre formal-ästhetischen wie auch soziokulturellen Verflechtungen liest und befragt.

Annette Streyl zeigt in dieser Ausstellung zwei in inhaltlicher und technischer Hinsicht unterschiedliche Arbeitsgruppen, die innerhalb der letzten beiden Jahre parallel entstanden sind:

In ihrem Werkblock Museum für Arme bezieht sie sich in der Technik des Holzreliefs und der Stein-Bearbeitung auf die Porträtreihen Hans Holbeins d.J. Durch die gestalterische Montage von Kopf und Körperformen ironisiert sie in surrealistischer Manier die Realitätskonstruktionen und Überhöhungen von Ikonenbildern zu Zeiten der Renaissance. Zugleich fragen ihre Arbeiten aber auch nach den "humanistischen" Bewegungs- und Denkfreiheiten von heute.

Der Werkkomplex Forms of Constraint von 2014/15, auf Leder und bedrucktem Stoff gestickte Grundrisse von Gefängnis- und Überwachungsbauten, verweist in seiner stofflich-feinsinnigen Formensprache auf die Fragilität der politischen und sozialen Strukturen sowie Hierarchien, in denen sich der Mensch vermeintlich dauerhaft einrichtet. Wie bereits bei ihren früheren Strickobjekten, die kulturell signifikante Gebäude und Alltagsmarker textil nachstellen, wird hier eine als weiblich-häuslich konnotierte handwerkliche Tätigkeit das Sticken - als Versuch weiblicher Disziplinierung und Sozialisation hinterfragt.

Die ausgebildete Steinbildhauerin und ehemalige Meisterschülerin Franz-Erhard Walthers lebt und arbeitet in Hamburg.

Anlässlich der Ausstellung erscheinen zwei Katalogbroschüren mit jeweils einem einführenden Text von Claus Mewes. Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich gerne an die Galerie.  

Annette Streyl
Forms of Constraint & Museum für Arme
12.01.16  -  10.02.16

Die LEVY Galerie agiert seit 45 Jahren im internationalen Kunstbetrieb und hat im Laufe dieser Jahrzehnte vor allem in der europäischen Galerienlandschaft eine erstrangige Stellung erworben mit zwischenzeitigen Standorten in Paris (für 3 Jahre), Madrid (für 15 Jahre) und Berlin (für 3 Jahre). 1970 von Thomas Levy (*1947) gegründet, baut sie auf ein vielseitiges Programmzwischen Surrealismus, Nouveau Réalisme und Pop Art. Vom Ausstellungsmanagement, über die Kunstvermittlung und Kunstberatung bis zur Künstlerbetreuung werden konzeptorientierte und medienübergreifende Werkschauen mit begleitenden Publikationen in einem ständigen Wechsel realisiert.

Die LEVY Galerie vertritt exklusiv als Erstgalerie die Künstler Eduardo Arroyo, Friedrich Einhoff, Johannes Hüppi, Allen Jones, Richard Lindner, Marc Lüders, C.O. Paeffgen, Mel Ramos, Daniel Spoerri, Ernesto Tatafiore und Wainer Vaccari und betreut den Nachlass Meret Oppenheims in enger Zusammenarbeit mit deren Familie. Die Künstler sind weltweit in institutionellen Einzel- sowie Gruppenausstellungen und öffentlichen wie privaten Sammlungen vertreten, haben wichtige Preise und öffentliche Aufträge erhalten.

Anlässlich des Jubiläums am 31. Oktober präsentieren wir in einer Gruppenausstellung Werke von 45 Künstlern für 45 Galeriejahre. Darüberhinaus geben wir einen Überblick über die rund 250 Publikationen, die in diesen Jahren begleitend erschienen sind.

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich gerne an die Galerie.

45 Jahre LEVY
Gruppenausstellung: 45 Künstler für 45 Jahre
17.11.15  -  23.12.16

 

Die LEVY Galerie freut sich mit der Ausstellung Superman im Supermarkt dem bedeutenden, US-amerikanischen Popart Künstler Mel Ramos (*24. Juli 1935) anlässlich seines 80. Geburtstages eine Hommage zu widmen.

Mel Ramos, Popartkünstler der ersten Stunde, entwickelt ab 1963 eine Vorliebe für eine aufreizende und verführerische Bildsprache. In typischen Popartfarben bevölkern Beautyqueens und nackte Hollywoodstars kombiniert mit Artikeln der Warenwelt seine Bilder. Gemäß der Werbeästhetik aus Magazinen oder Reklamen positioniert er die weiblichen Körper in erotischen, teils vulgär anmutenden Haltungen auf Konsumgüter und thematisiert damit das Dauerthema der Werbebranche "Sex Sells". Trotz der Klarheit seines Bildaufbaues und ausgewogenen Formenspiels arbeitet Mel Ramos wie viele Künstler der Pop Art auf zweifacher Ebene, denn seine Werke sind Ausformulierungen einer erotischen Phantasie, die ein grundlegendes Werberaster für Marketingstrategien darstellt. So entlarvt Ramos die Strategien der Werbebranche, indem er sie zitierend und ironisierend zur Schau stellt.

Im Mittelpunkt der Einzelschau wird das zeichnerische Werk des Künstlers unter dem Thema Pin-Ups und Produkte stehen. Dazu wird ein Supermarkt in der Galerie aufgebaut, der alle Artikel, welche auch seine Zeichnungen und Bilder zeigen, ausstellt. Der Gedanke des "Artist`s Shop", wo "high" und "low culture" verschmelzen, wurzelt in Popart-Traditionen der 1960er Jahre. Die Ausstellung "American Supermarket" in der Bianchini Gallery in New York feiert bereits 1964 den Akt des Kaufens und Verkaufens als Happening und verwischt damit bewusst die Grenze zwischen Kunst und Ware, Beobachter und Konsument. Dieser Fetisch des Objektes, seiner gekonnten Zurschaustellung und Re-Kontextualisierung kulminiert im Oeuvre von Mel Ramos bis in die Gegenwart.

Anlässlich der Ausstellung wird ein zweisprachiger Katalog (dt./engl.) mit einem Text von Konstantin Jacoby im Kerber Verlag publiziert. Zudem wird ein Kunstbuchobjekt mit dem Titel "The Mel Ramos Pin-Up-Product-Paintings-Picture-Book" in einer limitierten Auflage erscheinen.

 

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich gerne an die Galerie.

Mel Ramos
Supermann im Supermarkt - Anlässlich Mel Ramos’ 80. Geburtstages
15.09.15  -  30.10.15

 

Die LEVY Galerie freut sich unter dem Titel SYSTEM PLURAL Arbeiten aus den aktuellsten Werkserien des Künstlers MARC LÜDERS (*1963) zu präsentieren.

Das Å’uvre Marc Lüders zeichnet sich durch die subtilen Einbrüche der Malerei in den Bildraum der Fotografie aus. In seinen Photopicturen werden gemalte schwebenden Objekte und topografisch entortete, realistische Figuren in eine anonyme, urbane Landschaft oder einen symbolisch befrachteten Naturraum hineinversetzt. In jüngster Zeit tauchen Transparente Figuren in seinen Bildern auf, die Formen und Farbigkeit der ursprünglichen Fotografien von einsamen Wald- oder rotierenden Jahrmarkt-Szenerien - durchscheinen lassen. In befremdlicher Weise lösen sie sich in ihrer Durchsichtigkeit mehr und mehr von ihrer temporären Umwelt ab. Die formale Verschmelzung der beiden Medien Malerei und Fotografie führt im Werk von Lüders zu einer anhaltenden symbiotischen Interaktion zwischen  menschlichen, räumlichen und kulturellen Parametern.

Marc Lüders ergänzte sein Studium an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg mit einem Studium der Anthropologie und Philosophie in Mainz. Neben einem Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg erhielt er ein Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo für die Casa Baldi in Olevano Romano. Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten, nationalen sowie internationalen Sammlungen. Er lebt und arbeite heute in Hamburg.

Es ist Katalogbuch (dt./engl.) im Kerber Verlag erschienen mit einem Text von Wolf Jahn.

 

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich gerne an die Galerie.

Marc Lüders
System Plural
19.05.15  -  17.07.15

»Il Spoerri sagt man in Italien, wenn der Mensch etwas Großes sagen möchte. «[1]

Mit der Ausstellung IL SPOERRI möchte die LEVY Galerie Daniel Spoerri (*27. März 1930), einem der bedeutendsten Vertreter der Gegenwartskunst und Begründer der Eat Art, anlässlich seines 85. Geburtstages eine Hommage widmen. Im Mittelpunkt der Eizelschau stehen die Fallenbilder, von denen er die ersten bereits in den 1960er Jahren unter der französischen Künstlerbewegung Nouveau Réalisme erstellte. Bis heute komponiert er diese ›eingefangenen Überreste von alltäglichen Realitäten‹ aus einem nicht enden wollenden Materialfundus und variiert dabei zwischen Medien wie Bronze, Holz, Papier bis hin zu Porzellan. Für Spoerri sind Kunst, Kochen, Essen und dessen Werden und Vergehen alle Teil eines Lebenszyklus, der beim Betrachter in überlieferten und tradierten Sinneswahrnehmungen ankert, die es aufzuwühlen und zu irritieren gilt. Die Präsentation wird ›Tischgelage‹ in einer Vielfalt an Assemblagen umfassen ganz nach dem künstlerischen Kredo:

»Das Leben lässt sich nicht reduzieren auf den Tod. Und auch nicht auf das Leben. (…) Auch nicht auf eine Technik oder einen Gedanken. Nicht auf das Lächerliche, und auch nicht auf das Erhabene. «[2]

Neben dieser Werkgruppe die danach auf der Art Basel 2015 in der Feature Section gezeigt wird möchten wir darüber hinaus eine als Überblicksschau angelegte Auswahl seiner Multiples zeigen. In identischer Materialdiversität begleiten sie sein Werk bis in jüngste Zeit. Hierzu gesellen sich Arbeiten aus seiner neuesten Serie Fadenscheiniges Orakel von 2014/15, die Textcollagen in Stickbildern vereinen. Sie geben ein aktuelles Zeugnis seines sowohl humorvoll als auch kritisch positionierten Schaffens, das stets Genre-, Gattungs- und Horizont-überschreitend angelegt ist.

»Jede Spoerri-Arbeit ist eine Feier des ›Es gibt‹. «[3]

Daniel Spoerri wurde in Rumänien geboren, floh mit seiner Familie in die Schweiz, zog später für ein Tanzstudium nach Paris, lebte, arbeitete und lehrte daraufhin in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Heute betreibt er das Ausstellungshaus Spoerri in Hadersdorf am Kamp sowie in Seggiano in der Toskana seinen Künstlergarten Il Giardino. Im Frühjahr 2015 wird er im Martin-Gropius-Bau in Berlin eine Eat Art Performance Nacht realisieren und ab Mai auf der Weltausstellung Expo 2015 in Mailand in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen den Schweizer Pavillon gestalten.

 

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Kerber Verlag mit Texten von David Galloway und Arnold Stadler.


Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an die Galerie.



[1] Arnold Stadler über Daniel Spoerri in einem Brief an Thomas Levy (2014).

 

[2] Edb.

 

[3]Ebd.

 

Il Spoerri - Oder Es Gibt
Anlässlich Daniel Spoerris 85. Geburtstages
31.03.15  -  13.05.15

Manchmal kommen sie wieder... Der italienische Maler Wainer Vaccari (geb. 1949 in Modena) stellt in seinem neusten Werkkomplex die sinnliche Wahrnehmung und Abbildbarkeit einer sich in fortwährender Metamorphose befindlichen Wirklichkeit in Frage. Die rund dreißig ausgewählten Gemälde und zwanzig Papierarbeiten offenbaren eine sich vom Realismus gelöste figurative Bildsprache, die zwischen »post-impressionistischer Lichtmalerei und digitaler Matrix «[1], zwischen Verdichtung und Auflösung der Materie, changiert.

 

Die Werke entführen den Betrachter in die für den Künstler so typischen rätselhaften Innen- und Traumwelten, bevölkert von leiblichen männlichen und weiblichen Protagonisten. In manieristischem Pathos befinden sie sich in einem Kräfteaustausch mit den sie umgebenden Urelementen. Begleitet von einem ikonografischen Repertoire an symbolträchtigen Gefäßen, Relikten und räumlichen Markern irritieren sie den Betrachter auf magische Weise, wollen ihn dazu bewegen, die Dimensionen und immanenten Strukturen des menschlichen Seins zu ergründen.

 

In mehrjähriger Auseinandersetzung mit quantenphysischen Theorien hat der Künstler ein besonderes Interesse für die nicht sichtbaren, atomaren Interrelationen unserer Umwelt entwickelt. Auf formaler Ebene zeigt sich das an den feinstofflichen, abstrakten Farb- und Formpartikeln - Kreise, feinste Striche, filigrane Schwünge, Drei- und Vierecke -, die sich über die zum Sprung in die schwindelerregenden Urtiefen unserer Wirklichkeit bereiten Figuren legen.

 

Wainer Vaccari war zunächst als Grafiker und Illustrator tätig, widmete sich dann ab den 1970er Jahren ausschließlich seiner künstlerischen Karriere und lebt und arbeitet heute in Modena, Italien. Seine Werke sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland vertreten.

 

Es ist Katalogbuch (deutsch englisch italienisch) im Kerber Verlag erschienen mit Texten von Prof. Dr. Herwig Guratzsch und Belinda Grace Gardner.

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an die  Galerie.



[1] Belinda Grace Gardner: Das unergründliche Spiel der Atome, in: Ausst.-Kat. Wainer Vaccari A volte tornano, LEVY Galerie, Hamburg, Kerber Verlag, Bielefeld; Berlin 2014, S. 19 (S. 17-21).

 

Wainer Vaccari
A volte tornano | Manchmal kommen sie wieder
20.01.15  -  24.03.15

Im November und Dezember 2014 präsentiert die LEVY Galerie eine Zusammenstellung an Malereien und Papierarbeiten des deutschen Künstlers Max Neumann, der zu einem wichtigen Vertreter der figurativen Gegenwartskunst zählt. Die Werkauswahl umfasst sowohl großformatige Öl (und Acryl) auf Leinwand- sowie kleinformatigen Öl auf Fotografie-Arbeiten, von denen der Großteil in den letzten beiden Jahren entstanden ist.

Der Maler und Grafiker (geb. 1949 in Saarbrücken) zielt mit seinen rätselhaften Figurationen in entrückten Bildszenerien und geheimnisvollen Porträts nicht auf das subjektive Abbild eines Individuums, sondern auf die Kristallisation des unverwechselbaren Sinnbildes des Menschen. Dabei entwickelt er einen Personenstil, der alle Hinweise auf Persönliches tilgt - so weichen beispielsweise bei seinen Öl auf Foto-Arbeiten die Gesichter hinter einem Gitterraster zurück und bleiben in ihrer zugleich beunruhigenden und anmutigen Silhouette als symbolhafte Träger menschlicher Zustände stehen. Die visionäre Vielschichtigkeit dieser Bilder stellt den Künstler in die Traditionslinie der Surrealisten.Neumann erzählt keine Geschehnisse, sondern zeichnet emotionale Zustände nach, wobei dem Betrachter ein Spiegel der eigenen Träume und Ängste, Obsessionen und Phantasmen vor Augen gehalten wird.

Auch der formale Aspekt ist dabei von großer Bedeutung, so sind die Bildelemente in der Fläche perfekt austariert und lassen in ihrer Bildsprache klare grafische, manches Mal sogar kalligrafische Züge, entdecken, die ein konstruiertes Übereinander an Wirklichkeitsebenen und die atmosphärische Schattenornamentik begünstigen.

Max Neumann studierte an der Hochschule für Bildende Künste Berlin, wurde mit dem Florentiner Stipendium der Villa Romana  ausgezeichnet und erhielt eine Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Neben zahlreichen weiteren Ehrungen wurden ihm 2003 der Iserlohner Kunstpreis und 2004 der Grand Prix de S.A.S. le Prince Rainier III de Monaco übergeben. Seine Arbeiten befinden sich im Besitz vieler öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland wie in der Neuen Nationalgalerie in Berlin, dem Museum Folkwang in Essen, der Hamburger Kunsthalle, dem Museum von Caen in Frankreich oder dem Museum of Modern Art im japanischen Toyama.

Der Künstler lebt und arbeitet heute in Berlin.

Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an die Galerie.

Max Neumann
Bilder und Papierarbeiten
11.11.14  -  19.12.14

Jacques Schumacher entpuppt sich nach einer langen internationalen Karriere als Porträt- und Akt-, Mode- und Lifestyle-Fotograf als Dadaist des neuen Jahrtausends. Jahrzehntelang haben seine phantasievollen, eigenwilligen und oft auch sehr amüsanten Bilder das Foto-Design in Magazinen und in der Werbung geprägt. Spielerisch erweckt der Fotograf dabei tote Dinge zu einem neuen Dasein. Künstlerische Anerkennung erhielt der 1933 geborene Holländer durch diverse Ausstellungen und Buchpublikationen im In- und Ausland.

Er schafft Rätselbilder und Bilderrätsel und verwirrt mit seinen Bildern - die Fragen stellen, ohne Antworten zu geben - wie ein Kind, das durch seine Fragen die Erwachsenen aus der Fassung bringt. Dass Lebensfreude überall blüht, sogar im Abfall, zeigt uns Jacques Schumacher eindrücklich in seinen Fotografien. Mit seiner Monografie gibt er uns eine Anleitung zu einer Weltsicht durch das Prisma des Humors an die Hand.

Es erscheint ein umfangreiches Fotokunstbuch im Kerber Verlag mit einem Text von Dr. Eva Gesine Baur sowie eine Collector`s Edition Selbstbildnis mit Stielaugen, 2013, Farbpigmentdruck auf Hahnemühle FinArt Pearl, 27,5 x 34,5 cm in einer Auflage von 50 Exemplaren zum Preis von 360 (inklusive Buch).

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich gerne an die Galerie.  

Jacques Schumacher
Every Thing Is A Life (mit Buchpräsentation)
28.10.14  -  31.10.14

Johannes Hüppi (*1965 in Baden-Baden) besticht in seiner subtilen, gegenständlichen  Malerei durch eine besondere narrative Qualität, die ihren Handlungsrahmen in den vertrauten Szenerien von Bergketten, Wäldern und Wasserquellen findet und mit einem Figurenrepertoire agiert, das sich besonders dem nackten, weiblichen Antlitz in seiner wandelnden Gestalt als Geliebte, Mutter oder Muse widmet. In ihrer physisch eindringlichen Präsenz und raffinierten Lichtführung dominieren die Körper den mit verstreuten Requisiten ausgestatteten Naturraum und scheinen den Betrachter in eine rätselhafte und geheimnisvolle Welt der Phantasie fern der Realität entführen zu wollen. Hüppi arbeitet dabei bevorzugt in Werkserien um jeden dieser inneren Projektionsräume eingehend beleuchten zu können.

Johannes Hüppi studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf, führte ein Atelier u.a. in den U.S.A, Italien, der Schweiz, Spanien, Frankreich und Korea und war als Dozent an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig sowie an der Universidad de las Américas (UDLA) in Puebla in Mexico tätig.Seine Werke sind in diversen öffentlichen Sammlungen in Deutschland und der Schweiz vertreten. Anlässlich seines 50. Geburtstages 2015 sind mehrere Museumsausstellungen u.a. am Museum Franz Gertsch in Burgdorf geplant.

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich gerne an die Galerie.

Johannes Hüppi
Neue Arbeiten
02.09.14  -  22.10.14

Die LEVY Galerie freut sich, in der Gruppenausstellung it`s PopArt ? Werke unterschiedlichster Gattungen von Künstlern wie Eduardo Arroyo, Werner Berges, Peter Blake, Saskia de Boer, David Hockney, Horst Janssen, Allen Jones, Peter Klasen, Fritz Köthe, Richard Lindner, Christopher Makos, C.O. Paeffgen, Mel Ramos, Daniel Spoerri und Andy Warhol u.a. zu präsentieren.  

Die Ausstellung vereint damit einige der wichtigsten Vertreter der PopArt aus den USA, England, Spanien und Deutschland von den 1960er Jahren bis heute. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den zeitgenössischen Post-Pop-Tendenzen. Wie der Titel der Werkschau schon andeutet, werden aber ebenso ungewöhnlichere künstlerische Randpositionen berücksichtigt, die das Gedankengut dieser Kunstbewegung facettenreich aufgreifen. Die Auswahl zeigt, welche weitreichenden Auswirkungen diese bunte, drastische und humorvolle Kunstrichtung mit ihrer plakativen Bildsprache auf die Neudefinition des Kunstwerkes hatte und inwieweit sie auch heute noch die internationale Kunstszene beeinflusst.

»Die PopArt war die erste Kunstrichtung im 20. Jahrhundert, die einen so raschen, breiten und publikumswirksamen Erfolg hatte. Der Grund dafür war: Sie spiegelte die Bestrebungen einer jungen Generation wieder, die ihren Weg in einer aggressiven, von ›popular culture‹ geprägten städtischen Landschaft suchte. Die Pop-Künstler sind bis heute zentrale Figuren der Kunstszene geblieben. Besonders bemerkenswert ist, dass ihr frühes radikales Engagement nachfolgende Generationen von Künstlern noch bis in die jüngsten Zeit beeinflusst hat. «[1]  

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Galerie.

 


[1] AUSST.-KAT.: Die Pop Art Show, Museum Ludwig Köln, hrsg. v. Marco Livingstone, München 1992.

 

It`s PopArt ?
13.05.14  -  11.07.14

Die LEVY Galerie freut sich, in einer Doppelausstellung die gemeinsame Werkserie Mano a Mano | Hand in Hand der Künstlerfreunde und kollegen Eduardo Arroyo und Bruno Bruni zu präsentieren.

Entstanden sind rund 40 gemeinschaftliche Arbeiten auf Papier, die alte sowie neue Kompositionen von beiden Künstlern in spielerischen Collage-Synthesen vereinen. Das Vorgehen ist eine Anlehnung an die surrealistische Methode des Cadavre exquis, die dem Zufall und dem Grotesken bei der Entstehung von Bildern Raum gibt:

"In ihrer aktuellen Kooperation begegnen die rätselhaften stilisierten Gestalten und fragmentarischen Szenen von Eduardo Arroyo den filigranen, realitätsnah gezeichneten Pflanzen, Tieren und menschlichen Figuren von Bruno Bruni. So unterschiedlich die Ansätze der beiden Künstler sind, so spannungsreich treten sie in einen Dialog miteinander: die Fortsetzung eines langjährigen Gedankenaustauschs auf visueller Ebene. […] Durch die Zusammenkunft der Bilder werden magische Energien freigesetzt, aus denen sich immer wieder neue Geschichten entfalten, die von jedem Betracher, jeder Betrachterin auf eigene Art und Weise weitergesponnen werden können. Die individuellen stilistischen Ansätze der Künstler bleiben als markante Statements im Zwiegespräch der Bilder erhalten.” (Text: Belinda Grace Gardner)

Bereits 1987 waren der in Paris und Madrid lebende Maler, Grafiker, Schriftsteller und Bühnenbildner Eduardo Arroyo (* 1937 Madrid) und der in Hamburg, Hannover und Pesaro lebende Maler, Grafiker und Bildhauer Bruno Bruni      (* 1935 Gradara) in einer Doppelausstellung in der LEVY Galerie vertreten.

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalogbuch im Kerber Verlag mit einem Text und Interview von Belinda Grace Gardner. Zudem erscheint eine Collector`s Edition, Jeu de hasard, in einer limitierten Auflage von 150 Exemplaren  und 100 Artist`s Proofs mit einem von den Künstlern signierten und nummerierten Faksimile-Print.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Galerie.

Eduardo Arroyo & Bruno Bruni
Mano a Mano / Hand in Hand
18.03.14  -  07.05.14

Die LEVY Galerie freut sich unter dem Titel Instrumente Arbeiten aus den aktuellsten Werkserien des italienischen Künstlers Ernesto Tatafiore (*1943) zu präsentieren. Der Betrachter sieht sich in dem Oeuvre des Neapolitaners einer einzigartigen poetischen Form der thematischen Malerei gegenüber. Diese sucht Bezugspunkte in der europäischen Geistesgeschichte und den dem menschlichen Sein und Tun zugrunde liegenden Dualitäten. So erzählt uns der Künstler als Moralist und Utopist in einer visuell farblich starken Bildwelt von den scheinbar unvereinbaren Instrumentarien menschlicher Existenz wie Tugend und Laster, Freiheit und Zwang, Eros und Thanatos, Natur und Kultur, Geist und Körper.

Herwig Guratzsch betont die anhaltende "überbordende Phantasie” des Künstlers: "Mit ihr versetzt er nachwievor Berge, läßt Vulkane ausbrechen, verdreht Fische, versenkt Schiffe, begeistert sich an schönen Busen und den erotischen Reizen hinreißender Frauen”. Jedoch begegnen wir in der Ausstellung "einem veränderten, ja neuen Tatafiore". Denn dieser "breitet das Instrumentarium seiner Asservatenkammer unbedenklich weiter aus und sorgt sich nicht um retardierende Passagen. Er klaubt seine gesammelten Atelierutensilien zusammen. Allerdings reduziert er neuerdings ihre sprühende Vielfalt, um auf das Einzelstück nun stärker den Ton zu setzen."

Ernesto Tatafiore, Psychoanalytiker, Maler, Zeichner und Objektkünstler, wurde 1943 in Neapel geboren, wo er bis jetzt lebt und arbeitet. Sein Werk gehört zu den bedeutendsten und vielschichtigsten der italienischen Kunst der Gegenwart und ist in Museumssammlungen weltweit vertreten.

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalogbuch im Kerber Verlag mit einem Text von Prof. Dr. Herwig Guratzsch.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Galerie.

Ernesto Tatafiore
Instrumente
14.01.14  -  12.03.14

Die LEVY Galerie freut sich eine übergreifende Werkschau des Künstlers Frank Wiebe (*1959) zu präsentieren. Der Betrachter sieht sich in den Bildkompositionen des Hamburger Malers der Welt in ihren physikalischen und biologischen Erscheinungen gegenüber. Dabei kommt ein Wechselspiel zwischen Transparenz und Opazität, Dichte und Auflösung, Stillstand und Prozess zum Vorschein, das nicht nur die Gesetzmäßigkeiten natürlicher Phänomene, sondern gesellschaftlicher Grundkonstellationen erforscht.

Das Betrachterauge wandert über das Terrain der Leinwand vorbei an vertikalen oder horizontalen Farbflächen, pastosen offenen oder verschlossenen Strukturen und begegnet freischwebenden Versatzstücken, die in einem nicht begrenzten Dunkel an Raum verortet sind. Diese  "Topografie der imaginären Landschaft"  (Jürgen Doppelstein) birgt ein Spektrum an Komplementärfarben, die das Sehvermögen direkt angehen.

Frank Wiebe arbeitet mit dem Mittel der Destabilisierung und Zerstreuung um Gedanken- und Wahrnehmungsdiskurse bei seinem Gegenüber anzuregen. Durch die Koexistenz seiner Formenkonstellationen entzieht er sich dem genauen Zugriff und lässt eine Assoziationskette in Gang setzen, die ein Nebeneinander vielfältiger Bedeutungsebenen betont. So hat auch das Prinzip der Werkserie das Ziel, das Repertoire aller Möglichkeiten auszuschöpfen.

Frank Wiebe studierte Malerei an der Universität der Künste Berlin, war danach in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland vertreten und erhielt zuletzt den Ernst-Barlach-Preis 2011. In der LEVY Galerie ist er nun vornehmlich mit neuen Werkserien wie  The Last Resort  und  Heligoland  zu sehen.

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein  Katalogbuch  im Kerber Verlag mit Texten von Jürgen Doppelstein, Belinda Grace Gardner und Katharina Henkel sowie eine  Collector`s Edition  in einer limitierten Auflage von 50 Exemplaren mit einer vom Künstler.

Frank Wiebe
The Last Resort
02.12.13  -  08.01.14

Die Ausstellung wirft als Hommage an die Künstlerin anlässlich ihres 100. Geburtstages Licht auf die Rezeption und Reflexion ihres Werks durch künstlerische Wegbegleiter und nachfolgende Kunstschaffende wie Hans Arp, Marcel Jean, Maurice Henry, Max Ernst, Man Ray, Dieter Roth, Daniel Spoerri. Ferner wird ein Querschnitt aus dem umfangreichen Werk Meret Oppenheims präsentiert.                              
Parallel zur Ausstellung erscheint ein  Katalogbuch  im Kerber-Verlag mit Texten von Simon Baur, Belinda Grace Gardner, Werner Spies, Christian Walda und Lisa Wenger sowie eine +150 Ex.  Vorzugsausgabe  "Kleiner Komet" (1970, Farbserigrafie, 23 x 17 cm).

Meret Oppenheim
Gedankenspiegl
22.10.13  -  22.11.13

"Die dreidimensionalen Objekte, die vom Schau-Platz der Leinwand aus direkt in unsere Lebenswirklichkeit hinüberwandern, aktivieren mehr als nur unseren Augensinn. Ihre Körperlichkeit vergegenwärtigt vielmehr die eigene leibliche Präsenz vor dem Bild. Gerade hieraus speist sich das Paradox, wonach die Objekte   unmittelbar mit dem Raum interagieren, in den sie hineinreichen, ohne dass man des gezeigten Sujets wirklich habhaft werden könnte. […] Jones erhebt den Betrachter folglich zum Mitschöpfer seiner Werke, indem er dessen Leistungen im Sehen kontinuierlich herausfordert. Die Freiheit, mit der er in seinen Bildern ‚High‘- und ‚Low‘-Tendenzen kombiniert,   führt immer wieder zu Brüchen innerhalb seiner Arbeiten, die es über den Akt der Reflexion auf Seiten des Betrachters zu überbrücken gilt. Wahrscheinlich gibt es kaum einen geeigneteren Ort als die Bühne […] um diese Spannungen spielerisch in Szene zu rücken und sie dem gleißenden Licht der Scheinwerfer schonungslos auszusetzen."  

(Text: Jonas Beyer)

 

Allen Jones (* 1. Sept. 1937) gehört zu den bedeutendsten und international bekanntesten britischen Künstlern. Am Royal College of Art studierte er mit R.B. Kitaj, Peter Philipps und David Hockney. 1961 waren sie entscheidend am Durchbruch einer neuen figurativen künstlerischen Position beteiligt, die unter dem Begriff Pop Art in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts eingegangen ist.Die Beschäftigung mit den Themen des Fetischismus und der Obsession findet Widerhall in Jones` Sujets aus Sport und Tanz, für die er das Spannungsverhältnis zwischen Figuration und gestischer Abstraktion auszunutzen weiß.

 

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation im Kerber Verlag mit einem Textbeitrag von Jonas Beyer.

Allen Jones
Melody Maker
03.09.13  -  09.10.13

PRESSEMITTEILUNG

 

Daniel Spoerri Waschrumpeln

30. April 12. Juli 2013

Eröffnung: 29. April 2013, 19-21 Uhr

 

Daniel Spoerri, leidenschaftlicher Sammler kurioser Fundstücke, Archäologe der Trödelmärkte und Großmeister der Assemblage, zeigt in der neuen Ausstellung bei LEVY seine Serie Waschrumpeln. Das inzwischen selbst historische Waschrumpel (Waschbrett) dient dabei als Bühne für seine mal bösen, mal grotesk humorvollen, mal poetischen Erzählungen vom Vogelspinnenmassengrab, dem weinenden Alligatorbaby oder den neugierigen Enten. Dabei verwendet er in der Tradition der Assemblage Materialien wie Muscheln und Korallen, Objekte aus Holz, Metall oder Keramik, naive Fetischfiguren und alte Puppen, galvanoplastifizierte Tierteile oder den Rastazopf eines 72-jährigen indischen Gurus.

 

Warum Waschrumpel? - "Erstens verschwinden diese frühesten Waschmaschinen mit mühsamem Handbetrieb gerade (...). Einige erinnern sich noch, dass sie die Großmutter gesehen haben, wie sie diese Bretter aus gewelltem Zinnblech und Holz im Waschtrog benutzte. (...) Dann blieben sie aus Sentimentalität eine Generation im Keller stehen und jetzt, da die Erinnerung an die Großmütter und Tanten verblassen, tauchen sie dort wieder auf, wo auch die alten Fotos, Kleider und all der veraltete Plunder sich wieder findet: auf Flohmärkten und in Altwarenläden.

 Zweitens: Sie haben ein handliches Format, weil sie ja von Hand mit beiden Händen benutzt wurden; als Hintergrund für Assemblagen also sehr geeignet; ähnlich, aber doch verschieden im Detail sagen wir mal praktisch und optisch interessant.

 Drittens: Sie erzählen von Arbeit, von Mühe und Qual der Frauen, vor allem der Armen." (Daniel Spoerri)

 

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation im Kerber Verlag mit Texten von Daniel Spoerri. Parallel wird eine große Einzelausstellung im Museumsberg Flensburg präsentiert.

 

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Galerie.

Daniel Spoerri
Waschrumpeln
30.04.13  -  12.07.13

PRESSEMITTEILUNG

 

Dieter Roth Ein Versuch

15. Januar 12. März 2013

Eröffnung: 14. Januar 2013, 19-21 Uhr

 

"Dann rasierte er sich alle Haare weg. (...) Und da lag er also eines Tages in der Galerie 33, die er in Bern gegründet hatte, mit ohne Haare herum und sagt: "Ich schäme mich, dass ich gestern gesoffen habe" und das ist sein Problem und meines auch. Nicht das Saufen, das ist eher eine Tatsache als ein Problem, aber das man sich alles so schön ausdenkt, wie es sein sollte und könnte, und dann kommt es anders! Wenn man aber säuft, dann weiss man, dass alles anders kommt, und hat keine Überraschungen mehr, weil man schon auf Überraschungen gefasst ist. Aber damals, an dem Morgen, an dem er sich in der Galerie 33 schämte, war es noch eine Überraschung, dass alles anders kam, als er dachte, und darum zog er seine Decke über den Kopf und wollte mir nichts anderes sagen als dies.   (...)

Und dann bekam er Kinder und auch eine Frau und landete vorläufig für immer in Island. (...) Und das tat ihm gut, denn er glaubte immer, dass er niemanden nötig habe, und alles wollte er allein machen, und als ich ihm einmal schrieb, dass wir alle irgendwo am selben Teig knabbern, antwortete er mir, dass sei typisch für mich, und vielleicht ist diese Antwort typisch für ihn und grossartig, weil es bei ihm stimmt, und wer weiss überhaupt ..." (Text: Daniel Spoerri)

Textauszug: Anekdotomania. Daniel Spoerri über Daniel Spoerri, Museum Jean Tinguely Basel, Osterfildern-Ruit 2001, S. 256-258

Dieter Roth, 1930 in Hannover geboren, lebte und arbeitete als Aktions- und Objektkünstler, Grafiker und Schriftsteller  u.a. in der Schweiz, Dänemark, Island und den Vereinigten Staaten. Lehraufträge an der Yale University, New Haven, der Watford School of Art, London und der Kunstakademie Düsseldorf. 1982 gestaltete er den Schweizer Pavillon auf der Biennale in Venedig. Retrospektiven neben anderen in Basel, Köln, New York, Luzern und zuletzt in Salzburg. 2013 wird er mit einer großen Einzelausstellung im Museum of Modern Art, New York geehrt.

 

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation im Kerber Verlag.

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Galerie.

Dieter Roth
Ein Versuch
15.01.13  -  12.03.13

CoBrA Alechinsky, Appel, Corneille, Jorn, Lucebert, Pedersen

13. November 2012 8. Januar 2013

Eröffnung: 12. November 2012, 19-21 Uhr

Einführung von Peter Femfert, Frankfurt

Geöffnet Di-Fr 10-18 Uhr und nach Vereinbarung

 

 

Zum Ende des Jahres zeigt LEVY Galerie eine große museale Ausstellung der Künstlergruppe CoBrA mit Arbeiten von Pierre Alechinsky, Karel Appel, Corneille, Jacques Doucet, Asger Jorn, Lucebert und Carl-Henning Pederson.

Die CoBrA-Gruppe wurde 1948 in Paris von den hier gezeigten Künstlern aus Copenhagen, Brüssel und Amsterdam gegründet. Die königliche Giftschlange steht nach dem Grauen des zweiten Weltkriegs in ihrer Unkonventionalität und Spontanität für eine radikale Konfrontation mit der Kunsttradition. In der bewussten Abkehr von ästhetischen Normen wird das Ideal in einem kompromisslos infantil-naivem Lebensgefühl gesucht. Anders als die ebenfalls radikalen -Ismen zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird dieser Gestus aber nie zu einem übereingekommenen Formenkanon artikuliert. Schon nach drei Jahren zerbricht die kraftvolle Einheit der Gruppe und die Künstler finden in unterschiedlichen Richtungen ihre eigenen Lösungen.

 

Die Ausstellung in der LEVY Galerie zeigt in einem umfassenden Überblick die Entwicklungen der Jahrzehnte währenden künstlerischen Auseinandersetzung der Mitglieder von CoBrA seit den 1940er Jahren bis ins 21. Jahrhundert und weist so ebenfalls die nicht zu unterschätzenden Einflüsse auf anschließende Strömungen wie Informel, Abstrakten Expressionismus, Neue Wilde bis hin zur Pop-Art Bewegung nach.

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Galerie.

 

CoBrA
Alechinsky, Appel, Corneille, Jorn, Lucebert, Pedersen
13.11.12  -  08.01.13

"Friedrich Einhoffs Malerei lässt sich als subtile Weiterentwicklung zentraler Errungenschaften der Moderne beschreiben: einerseits stehen die menschliche Figur, ihre formale Reduktion und ihr Ausdruck im Mittelpunkt seines Werkes. Andererseits spielen stets Elemente eine Rolle, die nicht unmittelbar gegenständlich lesbar sind. Amorphe Formen können als Ausdehnungen auf der Fläche, aber auch als Abstraktionen von Körperformen aufgefasst werden.  


Einhoffs, von immer wieder ein Tasten und Suchen ausdrückenden Konturen und Linien ausgehende Malerei ist farblich sehr zurückhaltend. Graue und braune Töne dominieren; koloristische Akzente sind sehr sparsam gesetzt. Auch bei großformatigen Bildern ist die Nähe zum Zeichnerischen und Grafischen spürbar. Größere Partien, bei denen aufgetragene Farbe wieder weggenommen wurde, erinnern an die krisselige Struktur von Flächenätzungen bei Radierungen.  

Die dominierenden Schlieren, Schatten und Abreibungen erinnern an Bilder, die Wasser-, Brand- oder andere Schäden erlitten haben. So stellt Einhoffs Vorgehen auch präzise heraus, was ein gemaltes Bild und eine (analoge) Fotografie auf der Materialebene gemeinsam haben: Es sind Oberflächen, die mit Substanzen bedeckt sind, die sich mit der Zeit verändern können. Der Titel der Ausstellung Dunkelkammer verweist wiederum auf diesen Prozess künstlerischen Schaffens." (Text nach Ludwig Seyfarth)  

Friedrich Einhoff, 1936 in Magdeburg geboren, studierte von 1957 bis 1962 bei Alfred Mahlau und Willem Grimm an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, wo er 2008 die Plakette erhielt. Im Zusammenhang mit dem Hans Platschek Preis 2009 erschien eine umfangreiche Monographie.  

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation im Kerber Verlag.  

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Friedrich Einhoff
Dunkelkammer
25.09.12  -  06.11.12

Birgit Brandis Strata

14. August 18. September 2012

Eröffnung: 13. August 2012, 19-21 Uhr

In Anwesenheit der Künstlerin

 

Gerasterte Metalloberflächen in rostigen Brauntönen, wie unten am Hafen oder eine stilisierte Agave wie eine Supernova im Weltraum. Tausende Meilen unter der Meeresoberfläche oder inmitten floraler Triebe wie auf Wandverkleidungen Victor Hortas. Die Arbeiten von Birgit Brandis (*1976 in Heidelberg) sind offensichtlich abstrakt, aber in hohem Maße assoziativ und bewegen sich zwischen den Grenzen von Fläche und Raum.

Technische Variationen von Druckverfahren spielen dabei auf unterschiedliche Weise mit kunsthistorischen Strömungen und den Wahrnehmungsprinzipien des Betrachters. So scheinen übereinanderliegende Linien an Formerfindungen des Action Painting zu erinnern, sind hier jedoch keinesfalls Spuren impulsiver Schöpferkraft, sondern in zeitraubender Kleinarbeit aus dem Druckstock geschnitzt. Die mehrfach, in unterschiedlichen Farbabstufungen übereinander gedruckten Motive führen so von der abstrakten Flächigkeit in die Tiefe.

Der Titel der Ausstellung Strata (lat.: Schichten) wird als Begriff in der archäologischen Forschung verwendet um unterschiedliche Ausgrabungsschichten zu klassifizieren, geologische oder historische Ablagerungen der Zeit im Raum. Diese Vielzahl von Schichten ist auch in Brandis Werk immer erfahrbar und verweist so auf den Arbeitsprozess selbst. Diesem Gedanken folgend sind ihre Arbeiten als poetische Karten lesbar, in denen die Legende entfernt wurde: Farben und Formen decken unergründliche (zeitliche und   räumliche) Ebenen auf, analytisch aber gleichzeitig ohne Inhalt oder Bedeutung.

 

Der Katalog Birgit Brandis - Portfolio No. 1 ist anlässlich des Graphikpreises der Griffelkunst erschienen.

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Galerie.

 

Birgit Brandis
Strata
14.08.12  -  18.09.12

"Ein belebter Park, der sich nahezu in jeder Stadt vorstellen ließe: Hier trifft man sich, geht gemeinsam mit Freunden über den Rasen spazieren, schreitet das Areal zusammen mit seinem Hund ab oder durchkreuzt es mit dem Fahrrad. Immer wieder hat Daniel Mohr (*1976, Bad Hersfeld) seine Parkansichten als Schauplätze menschlicher Zusammenkunft inszeniert.

Es ist die zarte, in hellen Tönen auf die Leinwand aufgetragene Farbe, die der Maloberfläche von Mohrs Arbeiten zuweilen den Anschein einer Membran verleiht. Ohne Widerstände meint man, mit dem Auge in die Tiefe seiner Werke vordringen zu können. Zugleich aber lässt uns die flächige Wiedergabe der Bildkomponenten an der äußeren Haut des Bildträgers verweilen. Entsprechend oszilliert der Blick zwischen räumlicher Erfahrung und Flächenwahrnehmung.


Die Impressionisten haben es vorgemacht, indem sie beliebte Ausflugsorte wie La Grenoullière oder La Grande Jatte zum Ausgangspunkt nahmen, um sich mit ihren künstlerischen Belangen am ausgelassenen Vergnügen von Freizeitgesellschaften abzuarbeiten.

Bei Betrachtung einzelner Bilddetails wird aber deutlich, dass die eigentliche Bewegtheit dieser Werke nicht vom gewählten Motiv, sondern mindestens ebenso sehr von dessen Umsetzung herrührt. So lässt sich die Ab- und Zunahme der Helligkeitswerte auf seinen Gemälden direkt ablesen, indem jede einzelne Valeur in Form einer kompakten geometrischen Fläche an die nächstliegende angrenzt, sei es in konzentrischen Kreisen oder in einem Raster horizontal bzw. vertikal nebeneinander gereihter, breitflächiger Bahnen. Das Muster aus sich wiederholenden Grundformen lässt die flächenorientierte Komponente dieser Bilder in den Vordergrund treten, während das zwischen den repetierten Formen sich entfaltende Lichtgefälle den Arbeiten ihre Tiefe verleiht.

Dort, wo es nicht nur um das Was des Dargestellten, sondern auch und vor allem um das Wie der Darstellungsart geht, lässt sich im engeren Sinne von einer selbst-bewussten Malerei sprechen. Sie besinnt sich ihrer Mittel und damit ihrer Möglichkeiten und Grenzen." (Text: Jonas Beyer)

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation im Kerber Verlag.


 

Daniel Mohr
Phasenverschiebung
08.05.12  -  29.06.12

Eduardo Arroyo Arbeiten von 1975 - 2011

20. März 3. Mai 2012



Das Kunst-Event im März: Die große Arroyo-Ausstellung in der Hamburger Galerie Levy


Zum 75. Geburtstag des spanischen Künstlers Eduardo Arroyo präsentiert Galerie LEVY eine Ausstellung mit 150 Werken aus seiner Schaffenszeit von 1975 - 2011.

Eduardo Arroyo gilt als einer der profiliertesten internationalen Künstler, dessen Arbeiten unter anderem auf der Biennale von Venedig, im Guggenheim Museum New York, im Centre Pompidou in Paris und im Centro de Arte Reina Sofia in Madrid präsentiert und gewürdigt wurden; darüber hinaus hat er sich als Schriftsteller und Theatermacher einen Namen gemacht. Erst Ende 2011 wurde ein von Eduardo Arroyo verfasster Kunstführer über den Prado, Madrid veröffentlicht. Zudem wird Arroyo im Juli 2012 als dritter lebender Künstler nach Francis Bacon und Cy Twombly mit einer Ausstellung im Prado Museum geehrt.

Die Ölbilder, Papierarbeiten und Skulpturen zeigen eine auf- und anregende Schau des Multitalents. Zur Eröffnung der Ausstellung am 19. März 2012 wird der Künstler persönlich anwesend sein, weitere Stationen folgen anschließend in Wien, München und Frankfurt. Im Kerber Verlag erscheinen ein umfangreicher Katalog sowie eine Collectors Edition in limitierter Auflage.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Galerie.

 

Eduardo Arroyo
Arbeiten 1975-2011
20.03.12  -  03.05.12

Die scherenschnitt-scharfen Konturen einer dunklen, technoiden Konstruktion versperren die Sicht auf strudelnde Blautöne, die als dickflüssige Turbulenzen hinter den Gerüsten verfließen. In einem anderen Gemälde sind es die filigranen schwarzen Verstrebungen verflochtener Äste, die zusammen mit den strengen Linien parallel verlaufender Leitungskabel den Blick in die Wolken überlagern.

 

Der Berliner Künstler und Autor Sven Drühl (*1968, in Nassau an der Lahn) hat im ersten Fall eine Industrieaufnahme des bedeutenden Protagonisten neusachlicher Fotografie Albert Renger-Patzsch von 1950 adaptiert. Im zweiten Fall basiert seine malerische Transposition auf Eclipse II, einer 1999 entstandenen Landschaftsaufnahme des zeitgenössischen Fotokünstlers Wolfgang Tillmans. Beide Szenarien, konstruierte Industrie- und organische Naturstruktur, gehören zum Fundus ausgewählter Bildvorlagen, aus denen Drühl seit zehn Jahren bei der Realisierung seiner meist großformatigen Malerei schöpft. Sein visuelles "Alphabet" setzt sich dabei aus kunsthistorischen Versatzstücken der letzten 200 Jahre zusammen. Diese reichen von den Landschaften eines Caspar David Friedrichs und anderer Künstler des 19. Jahrhunderts, Architekturentwürfen, fotografischen Ansichten und künstlerischen Darstellungen moderner und nachmoderner Bauwerke von Frank Lloyd Wright bis Kenzo Tange und von Ed Ruscha über Günter Förg bis hin zu Eberhard Havekost. Dabei versteckt sich die Referenz zum Künstler als Signatur im Titel des Werks.

 

Die Verbindung zwischen Berglandschaften, Bäumen im Wald und modernen oder modernistischen Bauten wird erkennbar: Sie alle haben etwas Konstruktives, Zusammengesetztes. Sie bergen scharfkantige Umrisse und ineinander greifende, teils fast geometrisch anmutende Elemente. Den Landschaftsdarstellungen, die der Künstler in seiner charakteristischen Mischtechnik mit Ölfarbe, Lack und Silikon in reduzierter, von sparsamen Grün- und Gelbakzenten durchwirkten Farbpalette in Schwarz-, Weiß-, Blau- und Grautönen generiert, sind architektonische Aspekte bereits eingeschrieben. Nahtlos gehen sie in die fragmentarischen Architekturansichten über, die den zweiten Strang in Drühls Arbeiten bilden.

 

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation im Kerber Verlag.

Sven Drühl
Strategien gegen Architekturen
17.01.12  -  13.03.12

Nach unserer Ausstellung mit Max Neumann 1998 zeigen wir endlich wieder neue Arbeiten der letzten zwei Jahre in unserer Galerie in Hamburg.

 

In seinen meist titellosen Bildern beschäftigt er sich mit dem ganz eigenen unverwechselbaren Sinnbild des Menschen. Seine Figuren wirken auf geheimnisvolle Weise entrückt, sowohl anmutig und beruhigend, wie gleichzeitig gefährlich und hintergründig.

Wie Prof. Dr. Guratzsch in seinem Text zur Publikation der Ausstellung schreibt, "begegnet uns ein anderer, über die Ergebenheit in die Rätsel der Nacht und ihre schwer zu bändigende Unheimlichkeit hinausgewachsener Neumann. Die meisten in Mischtechnik auf mittelgroßem Papier gebrachten Bilder lassen zwar die Nacht als dominante Größe zurück, aber der aus ihr resultierende Spuk treibt durchaus seine Blüten. Grotesk, surreal sind die Mittel, um das "dunkle Fieber" zu bändigen, und auf köstliche Weise wird die Karikatur als künstlerisch ernst zu nehmende Aussage gestreift."

Die Leinwände sind meist von klaren Linien und Formen bestimmt, die ihren Charakter und Tiefe durch das starke Auftragen von Farbschichten erlangen.

Neben vielen weiteren Ehrungen erhielt Max Neumann (geb. 1949) 1986 den Villa Romana Preis und 2004 den Grand Prix de S.A.S. le Prince Rainier III de Monaco. Seine Arbeiten sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland vertreten.

 

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation im Kerber Verlag.

 

Max Neumann
Neue Arbeiten
15.11.11  -  10.01.12

Sie ist das bekannteste Gesicht seit Menschengedenken!

Nachdem die Ausstellung durch 14 Museen in den USA und Kanada gewandert ist (2005-2011), zeigt LEVY Hamburg einen repräsentativen Ausschnitt dieser großartigen Ausstellung in seinen Galerieräumen. Präsentiert werden Gemälde, Zeichnungen, Graphiken und Skulpturen, die sich mit Identität und Identitätsverlust, mit Rollenwechsel und Transformationen des Hollywoodstars auseinander setzen.

 

Das Phänomen Marilyn Monroe fasziniert seit Jahrzehnten ebenso die Welt wie auch die Kunstwelt. Wie keine andere Frau vor ihr stand sie für Glamour und Sexappeal und wurde dadurch zum Idol der Fünfziger und Sechziger Jahre und zu einem Mythos nach ihrem Tod. Dabei war die junge Norma Jeane Baker, als sie mit braunem langem Haar nach Hollywood kam, noch kein Glamourgirl und Sexobjekt. Erst die Studiobosse Hollywoods machten sie zum Geschöpf, Marilyn Monroe, dem platinblonden Vorzeigeprodukt der Filmgesellschaften, und damit zur bekanntesten Kultfigur der Welt. Als Inbegriff des Weiblichen wurde "MM" zum Jahrhundertmythos und zur unvergleichlichen, unerreichbaren Ikone des 20. Jahrhunderts.

 

Die Ausstellung zeigt, wie sich Künstler verschiedenster Stilrichtungen, wie Daniel Spoerri und Ernesto Tatafiore, Corinna Holthusen und Saskia de Boer, Allen Jones und Marc Lüders, Cheng Yuzheng und Ekkehard Tischendorf, Annette Streyl, Werner Berges und Antonio de Felipe sowie viele weitere, mit der vielschichtigen Person und dem Mythos Marilyn Monroe auseinandersetzen. Diese Kombination präsentiert den Balanceakt zwischen den beiden Gegenstücken Norma Jeane und Marilyn Monroe und macht die besondere Faszination der Ausstellung aus. Es werden bewusst keine persönlichen Erinnerungsstücke ausgestellt, um ein Hervorheben des Glamour-Aspektes zu vermeiden. Vielmehr nimmt die Ausstellung eine analytische Position ein und fängt so das Wesen dieser zweiseitigen und einzigartigen Frau mit den Arbeiten herausragender Künstler ein.

 

In der Ausstellung sollen die Bezüge zwischen den Kunstwerken und Marilyn Monroe deutlich gemacht werden und nicht zuletzt vor Augen führen, dass der ewig junge, unsterbliche Filmstar auch für die Künstler der Gegenwart eine schier unerschöpfliche Projektionsfläche bietet.

 

Die Ausstellung wurde unter anderem in folgenden Museen gezeigt:

Boca Raton Museum of Art, Dayton Art Institute, The Art Gallery of Nova Scotia, Fine Arts Center Colorado Springs, Chicago Cultural Center, The Andy Warhol Museum Pittsburgh und in der McMichael Canadian Art Collection.

 

Alexander Sairally

(Kunsthistoriker)

 

Marilyn Monroe - Legende, Mythos, Ikone
27.09.11  -  04.11.11

LEVY freut sich sehr, unter dem Titel Zeichnungen 1978-2011 die zweite Einzelausstellung von Wulf Kirschner(*1947 in Kiel)in den Hamburger Galerieräumen zu zeigen. Wie der Titel es schon offenlegt, konzentriert sich die Ausstellung auf das zeichnerische Werk des Künstlers.

 

 

Kirschner, der an der Hamburger Hochschule für Bildende Kunst Malerei und Grafik studierte und durch einen Schweißkurs zur Bildhauerei kam, wurde bisher vor allem über seine abstrakten und poetischen Stahlskulpturen identifiziert. Doch die Beschränkung auf Kirschners skulpturale Arbeiten wird seinem Å’uvre nicht gerecht. Parallel zu seinem bildhauerischen Werk und begleitend zu diesem hat er sich kontinuierlich dem Bereich der grafischen Kunst gewidmet. Stahlskulptur und Arbeiten auf Papier bedingen sich gegenseitig, das eine Medium scheint ohne das andere Medium nicht denkbar.

 

Seine 1998 entstandenen Frottagen verweisen auf dieses Zusammenspiel, gehen doch in diesen Arbeiten Stahlskulptur und Grafik eine unauflösbare Symbiose ein. Während des Abreibungsvorgangs drücken sich

die Schweißnähte in

den darüber gelegten Papierbogen

und hinterlassen Reliefspuren,

die wie verschlüsselte Hieroglyphen wirken.

 

 

Die Linie ist das verbindende Element in Kirschners skulpturalen Arbeiten und seinem grafischen Werk. Durch die parallel gesetzten Schweißnähte ensteht auf den Stahlskulpturen eine bewegte, ja farbige wie auch grafische Oberflächenstruktur. Sie entwickeln ein Eigenleben, verlaufen wellenförmig wie eine ferne, unbekannte Schrift, die sich in die Unendlichkeit verliert, weil sie im Auge des Betrachters zu flirren anfängt und der Blick schweifen muss. Der Herzschlag-Rhythmus und das

 

Zittern der Hand beim Schweißen bleiben an den krakeligen Linien ablesbar.

 

 

 

Auch in den Zeichnungen vollzieht sich ein solches Spiel der Linien. Jonas Beyer (Hamburger Kunsthalle)schreibt über Wulf Kirschner: " Oft reichen nur wenige Striche, mit rascher Geste vom Künstler zu Papier gebracht, um den unbehandelten weißen Partien des Blattes eine Tiefe zu verleihen, in der die Linien ihr freies Spiel entfalten können." Dieses anmutige Spiel vollzieht sich im Rahmen selbst gesetzter Grenzen, die von einer übergeordneten geometrischen Form bestimmt werden. Innerhalb dieser läßt er der Motorik seiner zeichnenden Hand gänzlich freien Lauf.

 

Prozesshaftigkeit und Vergänglichkeit werden bei einer intensiven Beschäftigung mit Kirschners stillen Werk erfahrbar und schärfen die eigene Wahrnehmung.

 

Die Ausstellung wird von einem Katalog, der im Kerber Verlag publiziert wird, begleitet, der sein umfangreiches zeichnerisches Werk dokumentiert. Texte von Andreas Stolzenburg (Leiter Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle) und Jonas Beyer (Hamburger Kunsthalle) führen sehr gut in Kirschners Arbeiten auf Papier ein.

 

Alexander Sairally (Kunsthistoriker)

 

Wulf Kirschner
Zeichnungen 1978 - 2011
24.08.10  -  21.09.11


Sommerpause 2. Juli - 15. August 2011

"Ich kann jeden noch so banalen Bau sorgfältig in seine Einzelteile zerlegen und aus genau diesem Material eine wunderbare neue Architektur schaffen." (Stefan Wewerka, 1968)

 

LEVY Hamburg freut sich, das umfangreiche Werk des Universalkünstlers und documenta 8 Teilnehmers Stefan Wewerka zu zeigen. Die Ausstellung präsentiert Skulpturen, Möbel, Objekte und Zeichnungen und ermöglicht damit einen konzentrierten Überblick auf sein Å’uvre der letzten Jahrzehnte.

Stefan Wewerka, 1928 in Magdeburg geboren, studierte von 1946-50 Architektur (u.a. bei Max Taut)an der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin. Zusammen mit Werner Rausch legte er 1948/49 den Grundstein für den Wiederaufbau des Studentenheims Eichkamp. Nach seiner Rückkehr aus Paris (1962-63) arbeitete Wewerka in Berlin im Architekturbüro von Hans Scharoun. Seit den sechziger Jahren betätigt er sich auch als Zeichner, Graphiker, Maler, Bildhauer und Designer. Ende der siebziger Jahre begann seine Zusammenarbeit mit der Firma TECTA, für die er höchst individuelle Möbel entwarf. Berühmt sind vor allem seine Stuhl-Skulpturen, in denen sich bildende Kunst und Design auf unvergleichliche Weise verbinden.

 

Von der Architektur ausgehend durchzieht sein Gestaltungswille alle künstlerischen Gattungen. Ob ein Stuhl durch einen gezielten Eingriff zur Skulptur wird oder eine von ihm entworfene Skulptur aufgrund ihrer Gebrauchsfähigkeit zum Stuhl, ist gleichbedeutend. Wesentlich ist ihm das plastische Ergebnis. Indem er durch verändernde Eingriffe bekannte Dinge aus ihrer Alltäglichkeit herauslöst und sie gleichzeitig als Entwerfer in den Dienst der Zweckmäßigkeit stellt, betont sein Werk den unauflöslichen Zusammenhang von Kunst und Leben.

Bazon Brock hat Stefan Wewerka treffend als einen "Grossmeister des Antifundamentalismus" beschrieben, der, "durch Ermunterung der Dinge zur Schieflage, zum Eigensinn und zur blühenden Vieldeutigkeit und Mehrwertigkeit", über die puristischen Kulturwächter und strengen Designfunktionäre mit Witz triumphierte und sich seinen Platz in der neueren Kunst- und Designgeschichte eroberte.

 

Stefan Wewerka
NAHAUFNAHME
10.05.11  -  01.07.11

LEVY freut sich sehr, unter dem Titel Fenster zum Hof die erste Einzelausstellung von Johannes Hüppi(*1965 in Baden-Baden)in Hamburg zu zeigen. Er gehört mit seinem Å’uvre zu einem der profiliertesten Künstler der jüngeren und mittleren Generation in Deutschland und der Schweiz.

Das Werk von Hüppi beeindruckt durch seine malerische und erzählerische Qualität. Dem Betrachter tritt aus seinen Bildern die Wirklichkeit entgegen und lädt zu einem Dialog mit seiner Kunst ein.

 

Johannes Hüppi gelingt es auf eindrucksvolle Weise, die Malerei mit dem Film zu verbinden und aus den Stärken beider Medien eine atmosphärische Dichte zu entwickeln, die sicht- und spürbar wird.

In Hüppis Bildwelten übernehmen Frauengestalten eine dominante und vielschichtige Rolle. Sie verkörpern als Repräsentantinnen das Weibliche (Mutter, Geliebte, Muse), dessen Fundament auf einem durchgängigen Grundtraum und Phänotyp basiert. Sie sind jedoch in ihren Eigenschaften und emotionalen Verfassungen variabel wie die Liebesgeschichten selbst, die der Künstler in seiner Malerei erzählt.

 

Belinda Grace Gardner geht in ihrem einfühlsamen Katalogtext auf die Merkmale in Hüppis Werk kurz und prägnant ein. "Seine filmästhetisch durchdrungene, zwischen höchst subjektiv und kühl-distanziert oszillierende Bildsprache nimmt die Betrachter mit auf eine intime Reise durch Landschaften und Interieurs, Alltags- und Traumregionen, in denen seine Protagonistinnen warten und flanieren, sich ausruhen und der Liebe hingeben. Der romantische Realist Hüppi, der über viele Jahre unermüdlich unterwegs gewesen ist zwischen Ländern und Kontinenten, bevor er sich mit Frau und Kind im Schweizer Idyll niedergelassen hat, erzählt seine Geschichten von Liebeslob und Liebesverlust nicht in Gänze und schon gar nicht zu Ende. Sondern überlässt das Weiterspinnen der Phantasie seines Publikums und dessen Erfahrungshorizonten, die so ebenfalls Teil seiner Kunst werden. Dass nicht fortwährend alles eitel Sonnenschein ist in der von Hüppi ausgebreiteten Liebeswelt, liegt in der Natur des Menschen und der Liebe. Der Maler hat auch den dunkleren Kehrseiten des Liebesglücks, das ebenso wie das Leben selbst potenziell auch die eigene Vergänglichkeit in sich birgt, wiederholt Form gegeben."

 

Im Kerber Verlag erscheint eine von Jean-Christophe Ammann herausgegebene Monographie, die einen sehr guten Einblick in Johannes Hüppis Å’uvre der letzten 20 Jahre gibt.

 

Bilder in öffentlichen Sammlungen:

Museum Frieder Burda, Baden-Baden, Kunsthalle Recklinghausen, Städtische Galerie Delmenhorst, Bouwfonds, Da Hoevelaken, NL, Kreissparkasse Reutlingen, Museum Ludwig Forum, Aachen, Ulmer Museum, Museum für Neue Kunst, Freiburg, Sammlung des Bundes, Bonn, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt

 

Kunst am Bau:

Deckenbild, Rathaus Ludwigsburg; Deckenbild, "Drei Könige”, Basel

 

Johannes Hüppi lebt und arbeitet in Basel.

 

Alexander Sairally (Kunsthistoriker)

 

Johannes Hüppi
FENSTER ZUM HOF
21.03.11  -  04.05.11

WEGEN DES GROSSEN ERFOLGES HABEN WIR DIE AUSSTELLUNG BIS ZUM 4. MÄRZ 2011 VERLÄNGERT!

 

LEVY Hamburg freut sich sehr zu ihrem 40jährigen Galeriejubiläum eine von Belinda Grace Gardner kuratierte Ausstellung zu zeigen.

 

Das Ausstellungskonzept knüpft lose an die Exposition surréaliste d’objets an, die ihrerseits die Wunderkammern des Barock weitergeführt hat. Der erste Teil des Ausstellungstitels bezieht sich auf Meret Oppenheims Bronze-Objekt desselben Namens in der Form eines Ohrs, das die Künstlerin 1933 nach einer Zeichnung schuf, die sie angeblich in Giacomettis Pariser Atelier angefertigt hatte. Das Objekt und die Zeichnung Meret Oppenheims, deren Nachlass von der LEVY Galerie betreut wird, bilden den Ausgangspunkt einer Zusammenstellung von Werken ausgewählter KünstlerInnen, die durch den Geist des Surrealismus über die Epochen hinweg verbunden sind. Damit wird ein zentraler Themenstrang des Ausstellungsprogramms von LEVY ins Schlaglicht gerückt. Arbeiten langjährig vertretener KünstlerInnen der Galerie treten dabei in einen spannenden Dialog mit internationalen Gast-Positionen.

 

Die freie Kunstkritikerin und Autorin Belinda Grace Gardner lebt in Hamburg und war u.a. die Kuratorin der Ausstellung True Romance: Allegorien der Liebe von der Renaissance bis heute (Kunsthalle Wien, Villa Stuck, München und Kunsthalle Kiel).

 

Das Ohr von Giacometti
(Post-) Surreale Kunst von Meret Oppenheim bis Mariella Mosler
01.11.10  -  04.03.11

LEVY Hamburg freut sich vom 31.August 15.Oktober 2010 die Ausstellung Mel Ramos Zeichnungen / Drawings zu zeigen.

Neben Künstlern wie Tom Wesselmann, Andy Warhol und Allen Jones gehört Mel Ramos zu den Künstlern, die sich am intensivsten in ihrem Werk mit den Themen Erotik, Sex, Fetischismus und Obsession beschäftigen.

 

Frauen, Frauen, Frauen oder Sex, Vergnügen und Unterhaltung, diese grelle, aufreizende und verführerische, teilweise auch vulgäre, Bildsprache artikuliert sich dem Betrachter aus Ramos Bildern. Mit dieser libidinösen Aussage, dass Kunstpuristen nicht nur die Schamesröte ins Gesicht treibt, sondern auch bei den selbsternannten Sittenwächtern der Kunst, das Schicklichkeitsempfinden hoher Kunst zu verletzen scheint. In vulgär-vitaler Positionierung drapiert Mel Ramos seine Pin-up-Girls auf gemalte Warenartikel. Mit diesen sogenannten »Commercial Pin-ups «, wurde Ramos Ende der 60er Jahre berühmt.

Auf den ersten Blick können seine Arbeiten für eine typische Produktwerbung gehalten werden. Die scheinbar sinnwidrige Kombination eines sonnenverwöhnten californischen Pin-up-Girls mit einer gigantischen Zündkerze vor rot gefaßtem Firmenemblem (A.C. Annie) hat jedoch etwas befremdend Surreales. Trotz der Klarheit des Bildaufbaus und dem ausgewogenem Formenspiel arbeitet Ramos, wie viele seiner Pop Art-Malerkollegen, mit doppeltem Boden, denn seine Werke sind Ausformulierungen einer erotischen Phantasie, die ein grundlegendes Werberaster für Marketingstrategien darstellt. Mehr noch, indem er die triviale Glamourgestik emblematisch zu einem Faszinosum der Personendarstellung erhebt, parodiert Ramos die hohle Kommerzialisierung der Triebbefriedigung. Sexualität und Gebrauchs- bzw. Genussartikel verschiedenster Art identifizieren sich in der gemeinsamen Werbesteigerung. Damit hat sich Mel Ramos mit zu einem der streitbarsten Künstler der Gegenwart entwickelt.

 

Die Ausstellung bei LEVY Hamburg konzentriert sich zum ersten Mal nur auf das zeichnerische Werk von Mel Ramos. Alle Phasen von den 1960ern bis heute werden anhand von Entwurfsskizzen und Zeichnungen des Künstlers veranschaulicht und demonstrieren seinen unnachahmlichen Stil, in dem er sich mit den Mythen des Alltags und den synthetischen Träumen der Medien- und Werbewelt auseinandersetzt.

 

Im Kerber Verlag erscheint ein Katalog mit einem Textbeitrag

von Professor Dr. Klaus Schröder (Direktor Albertina, Wien) und eine Collector’s Edition zum Preis von € 99,00, die in einer Auflage von 750 Exemplaren mit einer nummerierten und handsignierten Offset-Lithographie (16 x 23 cm)erscheint.

 

Mel Ramos
Zeichnungen
30.08.10  -  15.10.10

Holz ist das Material, aus dem Thorsten Passfeld (*1975 in Dinslaken) seine Wandobjekte, Skulpturen, Installationen und sogar ganze Häuser baut. Passfeld studierte zunächst Malerei an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Aber es drängte ihn über das Bildnerische immer wieder hinaus und zu einem Material hin, das er mit seinen eigenen Händen direkt bearbeiten und aus dem er auch autonom größere Strukturen entwickeln konnte.

 

In seiner ersten Einzelausstellung bei LEVY zeigt der Künstler unter dem Titel Du konntest es nicht sein Liebling vom 11. Mai 9. Juli 2010 aktuelle farbige Wandobjekte, die reliefhaft aus einzelnen Holzteilen zusammengesetzt sind. In diesen Arbeiten gehen Holzobjekt und Sprache eine ironische Verbindung ein und der skulpturale Umgang mit dem Holz kommt hier wieder mit seiner ursprünglichen Neigung zur Malerei zusammen. Passfeld dekonstruiert in seinen Arbeiten die kleinbürgerliche Welt hölzerner Spruchbände und statt der Maximen idyllischer Biederkeit finden sich auch die Imperative, deren Befolgung die soziale Akzeptanz in entgegengesetzten Milieus verspricht: "Bitte lässig, sportlich, erfolgreich, beliebt + schön werden".

 

In ihrer Materialästhetik unterlaufen Passfelds Holzobjekte bewusst die herrschenden Kriterien des Kunstbetriebs. Der Künstler stellt die Frage, ob der wahre Kleingeist nicht dort zu finden ist, wo man auf Ästhetiken und Materialien respektlos herabblickt, weil sie nicht dem entsprechen, was man cool findet oder zu finden hat.

 

Alexander Sairally (Kunsthistoriker)

 

Thorsten Passfeld
Du konntest es nicht sein Liebling
11.05.10  -  09.07.10

"Seit 40 Jahren arbeitet C.O. Paeffgen in Köln in verschiedenen Kunstmedien und in selbst gewählter Freiheit. Seine Werke sind Kommentare zum Leben ohne Moral und Botschaft." Erich Wischke, 2005

 

COPs erste Einzelausstellung in Hamburg!

 

C.O.Paeffgen (* 1933 in Köln) ist einer der wichtigsten deutschen Künstler, der nun mit dieser Einzelausstellung seine Premiere in Hamburg geben wird. Gezeigt werden bei LEVY eine Auswahl von wichtigen Gemälden, Umwicklungen und Objekten aus den Werkgruppen der 70er bis 90er Jahre und aktuelle Werke.

 

Seit den 1960er Jahren setzt sich der Autodidakt Paeffgen, angeleitet durch die Pop Art, mit Themen und Figuren der Zeit auseinander. COP ist ein aufmerksamer und kritischer Beobachter und das Bildmaterial für seine künstlerische Auseinandersetzung liefert Ihm die stätig wachsende Bilderwelt der Massenmedien.

 

In C.O.Paeffgens Werken scheint auf den ersten Blick alles hübsch, einfach, trivial und leicht lesbar zu sein. Doch der Betrachter sollte sich davon nicht täuschen lassen und in Acht nehmen!

Vor COPs humorigen Hintersinn ist der Besucher nicht gefeit. Der Künstler ist nicht nur ein Zeitreisender, sondern er begleitet voller ernsthafter Intensität die Zeit, pickt sich Ereignisse und Szenen aus den Zeitläufen, die er mit seinem kräftigen Lineament abstrahierend und negierend umrandet. Sein Duktus ist von einer tieftintigen Sattheit durchtränkt sei es mit dem Füllfederhalter, Filzstift oder Pinsel ausgeführt. Die manchmal vibrierenden Konturen sind unruhig und was COP als Schlüsselszenen in den Bildern der Zeitungen und Magazine wahrnimmt, formt er in ironischer Brechung um. Mit Hilfe dieser künstlerischen Methode arbeitet Paeffgen seine Neuinterpretation der dargestellten Szenen und Charaktere heraus. Seine Umrandungen, Umwicklungen und Kisten verführen den Betrachter zum schmunzeln und regen diesen gleichzeitig zum Nachdenken an.

 

Den Hintersinn in seinem vielfältigen Werk zu entdecken, die vermeintlichen Trivialitäten umfassender zu deuten, wird für die Besucher ein Vergnügen sein und Ihnen nicht nur die Augen öffnen, sondern auch neue Denkräume erschließen.

 

Alexander Sairally (Kunsthistoriker)

 

 

C.O. Paeffgen
23.02.10  -  28.04.10

"Die zeitlosen Schönen und Großen werden plötzlich in zeitgenössische Pop- oder Sportstars verwandelt und erfahren nun eine ganze neue Form der Bewunderung."

Petra Roettig/Sabrina van der Ley

 

Die LEVY Galerie freut sich sehr, unter dem Titel IDOLS, die zweite Einzelausstellung mit aktuellen Arbeiten der Hamburger Künstlerin Annette Streyl (*1968) zu zeigen.

 

Die gelernte Steinbildhauerin und ehemalige Meisterschülerin Franz-Erhardt Walthers an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, Annette Streyl, hat in den vergangenen Jahren ein beachtliches und vielfach ausgestelltes Werk geschaffen. Streyls Arbeiten kreisen um die Erfahrungswelt des Alttäglichen, um die von Menschen erschaffene und gestaltete Umwelt, das die Künstlerin nach dem Ausdrucksgehalt der Architekturen in Hinsicht auf seine formal-ästhetischen wie auch auf seine soziokulturellen Bedingungen befragt. Sie ist eine Spurensucherin, die die Architektur und die sie schmückenden Bildwerke liest und entzaubert.

Seit Mitte der 1990er Jahre setzt sich Streyl in ihrer künstlerischen Arbeit mit den Themen Architektur und Raum auseinander. Insbesondere die Bedeutungsebenen und -strukturen von Architektur thematisiert Sie in ihren Rauminstallationen und Sandsteinskulpturen. Die machtvolle emblematische Bildwirkung und -sprache der Architektur wird in Streyls Werk sichtbar und nachvollziehbar.

In ihrem jüngsten Werkkomplex IDOLS aus den Jahren 2008/09, spielt Annette Streyl mit dem Schönheitsideal mittelalterlicher Kunst und knüpft damit gleichzeitig an ihre früheren Strick- und Steinarbeiten an.

 

Der ewige Traum eines jeden Paparazzo

Sie ist von edler Gestalt, grazil, elegant, verfüherisch und geheimnissvoll. War diese Frau die Jackie O., Marilyn Monroe oder Michelle Obama des Mittelalters? Nicht nur ihre zahlreichen Bewunderer und Verehrer hielten sie und halten sie noch immer für die schönste Frauengestalt des deutschen Mittelalters und der Kunstgeschichte.

 

Uta von Ballenstedt, Markgräfin von Meissen, der heutigen Generation besser bekannt als Uta von Naumburg. Sie steht im dortigen Westchor des Doms gemeinsam mit ihrem Gatten Ekkehard als vorzüglich gearbeitete Sandsteinskulptur des 13. Jahrhunderts unter der zwölfteiligen Stifterfigurengruppe. Seinen negativen Höhepunkt erreichte der Kult um Uta in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts, als die Nazis die steinernde Figur zur Inkarnation der deutschen Frau stilisierte, Wallfahrten in den Naumburger Doms organisierten und eine Photoabbildung sie als vornehmste Hüterin deutscher Kunst in der Ausstellung "Entartete Kunst" unter 600 verfemten Werken der Moderne propagierte.

 

In ihrer Werkserie IDOLS analysiert Annette Streyl die auratische Qualität der Uta und einiger Heiligenfiguren von Tilmann Riemenschneider. Ihre handmodellierten Repliken der Köpfe dieser Figuren sind in leichter Untersicht dargestellt und stehen auf hellen Steinsockeln, die im oberen Bereich, fast wie Siegerpodeste aussehen. Petra Roettig und Sabrina van der Ley gehen in ihrem Textbeitrag auf das Verhältnis von Figur und Sockel ein: "Durch das lange Brennen des Tons erzielt die Künstlerin eine ungewöhnlich dunkle, steinartige Patinierung der Figuren, die sich von dem hellen Material der Sockel kontrastreich abheben und so Skulptur und Träger in ein neues Verhältnis setzt. Diese Kombination der perfekten Bildnisbüsten mit den reduziert-sachlichen Treppensockeln, die beinahe eigene konkrete Skulpturen sind, verblüfft. Die Künstlerin zitiert hier nicht nur Riemenschneider, sondern auch sich selbst mit ihren Architekturen in Steintafeln."

 

Baldachinartig eingerahmt werden diese Ensembles aus Figur und Sockel von einem silber-graufarbigen Fanschal.

 

Die Art und Weise der Präsentation dieser IDOLS verdeutlicht Annette Streyls Intention, den, insbesondere in Großausstellungen demonstrierten, unkritischen Kult um historische und zeitgenössische Künstlergrößen zu entlarven.

 

Im Hatje Cantz Verlag erscheint ein Katalog mit Textbeiträgen von Harald Falckenberg, Dagrun Hintze, Petra Roettig/Sabrina van der Ley und Alexander Sairally.

 

Annette Streyl
IDOLS
12.01.10  -  17.02.10