LKB/G

LKB/G freut sich, die erste Einzelausstellung Dans Le Djassa des ivorischen Künstlers Armand Boua (*1978) in Deutschland präsentieren zu dürfen. Bouaverarbeitet in seinen Werken das von Gewalt und den Auswirkungen der politischen Kämpfe geprägte Leben von Straßenkindern in Westafrika.

 

Die Folgen des Bürgerkrieges, der die Elfenbeinkünste zu Beginn des 21. Jahrhunderts erschütterte, sind bis heute spürbar. So sind sie Ausgangspunkt der künstlerischen Auseinandersetzung Armand Bouas mit dem Trauma einer Nation. Im Fokus seiner Betrachtung stehen dabei die zu Tausenden die Straßen Westafrikas bevölkernden Kinder, die in Folge von Gewalt und politischen Auseinandersetzungen von ihren Eltern und Familien getrennt wurden. Wie Boua streifen sie durch die Straßen Abidjans, ehemalige Hauptstadt der Elfenbeinküste und bis heute größtes städtisches Ballungsgebiet des Landes.

 

Mit sensiblem Blick nähert sich der Künstler den Kindern, gleich einer Antinomie des täglich Erlebten. Dieses ist vielmehr geprägt von den Erinnerungen an die Vergangenheit und den realen Ängsten vor dem Kommenden, so haben die auf der Straße lebenden Kinder mit Gefahren wie Entführung, illegaler Adoption, Zwangsarbeit, Zwangsprostitution sowie Organraub zu kämpfen.

 

In seinen Malereien und Collagen gelingt es Boua jedoch, die Kinder nicht schier als bloße Opfer darzustellen. Vielmehr schafft er eine Narration, die es erlaubt, sie als Ausdruck von Unschuld und Hoffnung anzusehen. Boua findet das Material für seine Arbeiten auf den Straßen der Stadt, er sammelt Gegenstände, die er mit abstrakter Malerei verbindet. Immer wieder trägt er neue Schichten von Acryl oder Teer auf den Bildgrund, zieht ihn ab, bearbeitet ihn weiter. Die Technik lässt an das Entstehen von Erinnerungen denken – der Addition und Verarbeitung von Eindrücken.

 

Für seine erste Ausstellung in der LKB/G hat Boua weitere Szenen des täglichen Lebens von Straßenkindern geschaffen. Häufig werden diese auch als „les Shèguès“ bezeichnet. Das eigenständige Leben hat sie nicht nur eigenen Sozialformen und Überlebensstrategien erlernen lassen, sondern auch eine ihnen ganz eigene Sprache – Le nouchi. Diesem Slang entlehnt der Künstler die Titel seiner Werke.

 

Boua studierte an der National School of Fine Arts und dem Technical Centre for Applied Arts, Abidjan, CI.  Seine Arbeiten sind u.a. Teil der permanenten Sammlung des Minneapolis Institute of Art.

 

Die Vernissage findet am 9. Mai 2018, 19:00 Uhr statt. Die Ausstellung läuft vom 10. Mai bis 2. Juni 2018 in der Galerie LKB/G, Wexstrasse 28, 20355 Hamburg. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte hello(at)lkbgallery.com.

 

LKB/G ist eine Galerie für zeitgenössische Kunst aus Hamburg mit Fokus auf unterrepräsentierte Positionen des Globalen Südens. Besonderer Augenmerk liegt dabei auf Afrika und der Karibik. 

Armand Boua
Dans Le Djassa
09.05.18  -  02.06.18

LKB/G zeigt die erste Einzelausstellung von Daniel Melim in Europa. Er ist bekannt für seine Murals. Sein “Mural da Luz” wurde als das berühmteste von São Paulo ausgewählt, was bemerkenswert ist, da São Paulo auch die Heimat anderer hervorragender Street Artists wie OsGemeos, Nunca, Cranio und Eduardo Kobra ist. 

 

In seiner neuen Ausstellung Rouge beschäftigt sich Daniel Melim mit der Wahrnehmung von “Frauen” in unserer Gesellschaft und damit, wie er die Behandlung des Themas im Allgemeinen wahrnimmt. Er konzentriert sich auf typische Klischees und Stereotypen von Frauen, mit Bezügen zu Pop Art. 

 

Daniel Melim geht damit auf ein brennendes Thema ein, welches in der Vergangenheit relevant war und auch in der Zukunft sein wird. Dabei weisen ganz grundsätzliche Fragen den Weg in seiner Arbeit. Gleichberechtigung, Empowerment oder Chancengleichheit können als Überschriften dafür verwendet werden. 

 

Nicht erst nur durch die #MeToo-Debatte sind dies lange bestehende und sehr präsente Probleme. In den Werken bezieht er sich mit Hilfe von Texten oder auch Statistiken auch auf Gewalt gegen Frauen (Brasilien ist eines der Länder, die viele Fälle von Gewalt gegen Frauen haben). Aber auch Gedanken über Schönheit im Kontrast zu weiblichen Gefühlen und anderen Ausdrucksformen fließen mit ein. Der Kontrast von Schönheit und Farben spiegelt sich in verschiedenen Ebenen und Texturen sowie der Komposition wider.

 

Die Vernissage findet am 25. Januar 2018 um 19 Uhr statt. Die Ausstellung läuft vom 26. Januar bis 24. Februar 2018.

Daniel Melim
Rouge
25.01.18  -  24.02.18

Vernissage am 14. September 2017 ab 19 Uhr.

 

LKB/G präsentiert in der kommenden Ausstellung ART TRANSPOSITION: Kampala - Nairobi - Hamburg das Werk von drei Künstlern aus Uganda - Denis Mubiru, Waswad und Xenson, und zwei Künstlern aus Kenia - Boniface Maina and Shabu Mwangi. Die Ausstellung wird von Robinah Nansubuga kuratiert.


Als Vertreter der jungen Generation der ostafrikanischen Künstler nehmen sie alle an einem intensiven künstlerischen Austausch zwischen Kampala und Nairobi teil. Die kuratorischen Projekte in Nairobi und Kampala brachten die aufstrebenden Künstler zusammen und enthüllten die gemeinsamen Merkmale ihrer Oeuvres.

 
In ihren Kunstwerken erforschen die Künstler die Ideen von Selbstfindung, Identität, kulturellem Gedächtnis und Persönlichkeit. Um sich zwischen den Grenzen von Abstraktem und Figurativem zu bewegen, erhalten sie ihre Inspiration im kulturellen Erbe ihres Vaterlandes. 


Die Künstler adressieren den Betrachter ganz persönlich und direkt. Und dies hat auch in Deutschland schon erste Aufmerksamkeit erregt: einige dieser jungen Künstler haben an der Gruppenausstellung Kampala Contemporary teilgenommen, welche als Nebenveranstaltung der aktuellen documenta 14 in Kassel stattfindet.

 

Ausstellung vom 15. September bis 13. Oktober 2017.

ART TRANSPOSITION: Kampala - Nairobi - Hamburg
14.09.17  -  13.10.17

Dear History: It’s Not Me, It’s You umfasst Arbeiten von Buhlebezwe Siwani, Grace Cross und Thania Petersen. Die Ausstellung der drei Künstlerinnen nutzt Kunst als Mittel für die Wiederbelebung des komplexen Erbes Südafrikas, der historischen Erzählungen und der ästhetischen Bilder. Die Arbeiten werden aus einer sehr weiblichen Perspektive dargestellt, in einem Versuch, sich sowohl körperlich als auch konzeptionell, mit der lieblosen Ehe zwischen der kolonialen Vergangenheit und der patriarchalischen Gegenwart zu befassen. 

Der Titel lehnt sich an die berühmt-berüchtigte und unaufrichtige Floskel „It’s not you, it’s me“ zum Beenden einer Beziehung an, welches umgedreht ein direktes Statement bezogen auf die systematische Geschichtsschreibung wird, die in den ausgestellten Werken in Frage gestellt wird. Die von Candice Allison kuratierte Ausstellung zielt darauf ab, historische Ereignisse und tief subjektive Erfahrungen, verlorene Kapitel, vergessene Helden und unbesungene Heldinnen der Geschichte, die durch den Kolonialismus vergessen wurden, wieder in Erinnerung zu rufen. 

Offen und mit dunklem Humor tritt die Ausstellung den westlichen Idealen der Schönheit, Macht, Sexualität und Spiritualität entgegen. Die ausgewählten Werke unterstreichen durch die Anerkennung und Umarmung der Kraft der Geschichte ihre unendlichen Möglichkeiten der Erfindung und der Neuerfindung.    

Dear History: It’s Not Me, It’s You
01.07.17  -  22.07.17

La vida es corta pero una sonrisa sólo precisa un segundo - das Leben ist kurz, aber ein Lächeln ist nur die Mühe einer Sekunde.
In einem kurzen kubanischen Zitat lässt sich die Lebenseinstellung vieler Kubaner sehr gut zusammenfassen. Kuba ist ein Land im Umbruch. Dabei bewegen die kubanische Bevölkerung nicht nur die sich verändernden Beziehungen mit den USA, sondern auch soziale Umstrukturierungen. Und trotz der jeweiligen äußeren Bedingungen - die Kubaner schaffen es jederzeit ihrem Alltag ein Lächeln abzugewinnen.

Auch die neue Generation kubanischer Künstler begibt sich mit frischen Themen auf unbekanntes Terrain. Hierfür kuratiert LKB/G in der zweiten Ausstellung eine Komposition der jungen kubanischen Künstler Miguel Alejandro Machado und Orestes Hernández. Unter dem Titel Fantasía Cubana – Feliz, Feroz, Amén! zeigen Sie ihre Werke. Ihr “Comicstil” ist dabei ein elementares Stilmittel, welches beide Künstler eint. LKB/G verbindet über Ländergrenzen hinweg und unterstützt junge Künstler des Globalen Südens auch dieses Mal, um internationalen Dialog zu starten.    

Fantasía Cubana – Feliz, Feroz, Amén!
02.06.17  -  18.06.17

Die Welt ist ein globales Dorf. Das wusste schon Marshall McLuhan. Die Digitalisierung befruchtet und fördert gleichermaßen und unaufhörlich den gemeinsamen Austausch über Ländergrenzen hinweg. Dennoch haben Kreative und Kunstschaffende aus dem globalen Süden dadurch keinen leichteren Start in die internationale, westliche Kunstszene. LKB/G setzt sich ganz speziell für diese Seite des Kunstmarktes ein und formt mit dem Galeriekonzept eine neuartige Plattform für zeitgenössische Kunst auf Augenhöhe.

 

LKB/G startet mit einer Komposition der südafrikanischen Künstler Vusi Beauchamp und Io Makandal sowie des ghanaeschen Künstlers Gideon Appah. Unter dem Titel Arising African Perspectives werden die Kunstwerke gemeinsam kuratiert und gegenübergestellt. Außerdem zeigen wir einen Auszug von bisherigen ostafrikanischen Künstlern der Millerntor Gallery.

Arising African Perspectives
05.05.17  -  27.05.17