Holger Priess * Galerie

2017 malt die in Hamburg lebende Künstlerin Caroline von Grone in einer öffentlichen Aktion eine Reihe von Porträts in der Katholischen Akademie Hamburg. Sie porträtiert bei diesem Malereiprojekt Obdachlose der Innenstadt und andere Menschen aus dem Umfeld der kirchlichen Situation. Es entstehen lebensgroße Porträts von beeindruckender Präsenz. Die Bilder werden nun erstmals in der Holger Priess Galerie gezeigt.

 

Caroline von Grone ist bekannt für eine Portraitmalerei, die häufig im Kontext von Galerie- und Museumsausstellungen und im öffentlichen Raum realisiert wird. Es entstehen konzeptuelle, gegenständliche Bilder von Bekannten und Unbekannten, Modellen, Freunden und Passanten. Bei den öffentlichen Projekten ist es ein Teil der künstlerischen Arbeit, dass die Besucher der Künstlerin bei der Arbeit mit dem Modell zusehen können und so den Entstehungsprozess der Bilder mitverfolgen.

 

Caroline von Grone hat immer wieder Menschen porträtiert, die auf der Straße leben oder sozial benachteiligt sind. Ihre zurzeit entstehende neue Serie ZHELDEN mit großformatigen Bildern von stehenden Personen wurde im Frühjahr in den Räumen der Katholischen Akademie Hamburg begonnen. Die Ausstellung in der Holger Priess Galerie zeigt alle bisher entstandenen Bilder der Serie. Das Malereiprojekt wird während der Ausstellung ab Ende September im Südschiff der Kirche St. Jacobi Hamburg fortgesetzt.

 

Die Malerei von Caroline von Grone zeigt die Dargestellten jeweils auf einem abstrakten Hintergrund. Die Farbe erscheint skizzenhaft und verdichtet sich, um die Atmosphäre der Person einzufangen. Eine aus der Malerei entwickelte Fragmentarisierung oder Auflösung der Figuren bestimmen die Bilder. Die Präsenz der Farbe und ihr Bewegungsfluss auf der Leinwand unterstreichen die Realität des Individuums und und lässt die Figuren zugleich zeitlos erscheinen, fast schwebend wie eine abstrakte Form im Bild.

Caroline von Grone
zhelden
08.09.17  -  28.10.17

Roman Kochanski, 1983 in Essen geboren, versteht sich eher als ein abstrakt malender Künstler. Auch wenn Pflanzen in Vasen und Töpfen Ausgangspunkt für die neuen Bilder sind, so bemüht er nicht den banalen Gegenstand, um sich in eine Stilllebentradition zu stellen, sondern entwickelt aus den Kuben und organischen Linien eine eigenwillige Farb- und Formfindung für die Malerei. Kochanski schafft Bilder, die mal abstrakt „gelackt“ mal rau und voluminös sind. Das Bild strebt in den Raum, physisch und im Bild.

Der Künstler hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Markus Lüpertz, Andreas Schulze und Tomma Abts studiert und als Meisterschüler 2013 abgeschlossen.

Roman Kochanski
RUT und die anderen
24.03.17  -  20.05.17

Die Ausstellung zeigt neue Skulpturen und Zeichnungen des bekannten deutschen Bildhauers Stephan Balkenhol.

Stephan Balkenhol
Neue Arbeiten - Skulpturen und Zeichnungen
11.12.16  -  25.02.17

Die Ausstellung „Muro und Mehr“ von Caroline von Grone konzentriert sich auf eine Serie von Landschaftsbildern mit sich wiederholenden Szenen eines Pinienhains in der Gegend von Muro am Mittelmeer. Lichtbestimmt, in überzogen pointierter Farbigkeit erscheint derselbe Waldausschnitt je nach Tageszeit leicht unterschiedlich. Das Format, als Einzelstück oder in mehrteiligen Arbeiten, ist jeweils identisch und unterstreicht den das Medium der Malerei reflektierenden Charakter der Werke.

Ein großes Trotzdem begleitet die Idee zu den Muro-Bildern von Caroline von Grone. Wohl wissend, dass ein südländisches Landschaftsmotiv für die heutige Malereikonvention bestenfalls als Kitschpostkarte taugt, hat sie das Waldstück in seiner besonderen Atmosphäre seit acht Jahren immer wieder gemalt. Es entstanden außergewöhnlich intensive Bilder, denen die unmittelbare Erfahrung einer potentiellen Sehnsuchtslandschaft zu Grunde liegt. Zugleich wird in der komplexen seriellen Bildkonstruktion die Grenze zwischen abstrakter und figurativer Malerei hinterfragt.

Die Ausstellung zeigt darüber hinaus Arbeiten aus der Porträtserie „Double Reflection“. In dieser Serie malt Caroline von Grone jeweils zwei Porträts von ein und derselben Person: Ein farbiges Porträt, das nach Modell entsteht, und ein zweites als monochrome Skizze nach Foto. In den gemalten Porträts beeindruckt die Dichte und Lebensnähe innerhalb der Darstellung wie auch die sensible Farbgebung. Die skizzenhaften nach Foto gemalten Werke offenbaren die Stilisierung und das Stereotype eines Gesichtes bedingt durch die fotografische Vorlage. Auch an dieser Serie wird der Ansatz der Künstlerin deutlich, Malerei mit visueller Forschung und Reflexionen über Malerei zu verbinden.

Caroline von Grone
MURO und MEHR
09.09.16  -  15.10.16

 

Nach der spektakulären Einzelausstellung mit ortsspezifischen Wandzeichnungen von David Tremlett 2011/12 in der Hamburger Kunsthalle besteht nun in Hamburg die Gelegenheit, eine neue Wandzeichnung des Künstlers und aktuelle Zeichnungen auf Karton in der Holger Priess Galerie zu sehen.
Seit den 80er Jahren arbeitet David Tremlett ausschließlich mit Pastellkreiden und macht seine Zeichnungen direkt auf die Wände von Museen und Galerien aber auch in Ruinen oder auf Kirchenmauern. Vor dem Hintergrund eines neuen Skulpturbegriffs der conceptual art "moduliert" Tremlett fortan seine Wandzeichnungen mit einfachen Formen in Erdfarben, also mit den reinen Pigmenten. Viele dieser Arbeiten beziehen sich auf emblematische Formen und Muster aus Afrika, Asien und Australien.
David Tremlett (geb. 1945) ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler Englands. Er war 1972 Teilnehmer der documenta 5 und wurde 1992 für den Turner Prize nominiert. Seine Arbeiten wurden in Einzelausstellungen in bedeutenden Museen wie dem Centre Georges Pompidou in Paris, dem Stedelijk Museum Amsterdam und dem Pecci Museum in Prato gezeigt.

Abb.: David Tremlett, "Area #8", 2015, Pastell auf Papier, 107 x 149 cm

David Tremlett
new work and a wall drawing
28.04.16  -  02.07.16

Das außergewöhnliche Werk von herman de vries wurde 2015 im niederländischen Pavillon auf der Biennale in Venedig in einer Einzelausstellung umfassend gewürdigt und einer internationalen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Jetzt besteht auch in Hamburg die Möglichkeit, das Werk des Künstlers näher kennenzulernen.

Die Kohlezeichnungen in der Galerie von Holger Priess sind mit den auf Waldwanderungen gefundenen Reststücken von Feuerstellen gemacht. Mit großem Gestus oder auch mit rhythmischen Stakkato zeichnet de vries auf große Papierbögen, wie bei der japanischen Kalligraphie muss der Strich sofort sitzen, auf anderen Zeichnungen finden sich Strukturen, die an die Anfänge von ZERO denken lassen.

Objekte von herman de vries sind parallel in einer Ausstellung im Ernst Barlach Haus zu sehen.


Abb.: herman de vries, Kohlezeichnung 1.10.2015, Kohle auf Karton, 60,5 x 86 cm

 

herman de vries
Kohleausreibungen
25.01.16  -  02.04.16

Anlässlich des Erscheinens des ersten Werkverzeichnisses der Druckgraphik und Photoeditionen von Stephan Balkenhol im Verlag der griffelkunst wurde diese Ausstellung zusammengestellt. Während die regelmäßigen Editionen für die griffelkunst sehr populär sind, wurden die zahlreichen Einzelblätter nie oder selten gezeigt. Auch die auf Balkenhols Photos basierenden Auflagen sind kaum bekannt.

Für die Ausstellung konnten längst vergriffene Blätter und andere Raritäten zusammengetragen werden. Somit besteht die Gelegenheit, einen wichtigen Komplex im Werk von Stephan Balkenhol näher kennenzulernen.

 

Abb: Stephan Balkenhol "Frau mit Zopf", 2015, Lithographie, 50,5 x 38,5 cm, Auflage 50 Exemplare

 

 

Stephan Balkenhol
Druckgraphik und Photoeditionen
21.11.15  -  16.01.16

Die Ausstellung zeigt drei aktuelle Malerei-Positionen.

Abb.: Roman Kochanski, "Blauer Vogel", 2015, Acryl auf Leinwand, 50 x 100 cm

Nina Kluth - Roman Kochanski - Peter Rösel
Über Malerei
11.09.15  -  17.10.15

 

Anett Stuth ist bekannt geworden durch fotografische Collagen, bei denen sie in ihre Fotografien von Architekturen illusionistisch Bildzitate einmontiert. Bilder aus der Kunstgeschichte wie aus der Tagespresse werden zu vielschichtigen Assemblagen zusammengefügt, mal poetische mal humorvolle Kompositionen entstehen. Neue Bildcollagen aus der Serie "Sein Schein Nichtsein", bei denen das kollektive mediale Gedächtnis das Material für eine Art Sampling liefert, werden in der Hamburger Ausstellung präsentiert.
Darüber hinaus werden erstmals die neuen Landschafts-Bilder in der Holger Priess Galerie gezeigt. Durch die Verknüpfung und "Überblendung" selbst neu fotografierter Landschaften mit gemalten Landschaften der Kunstgeschichte entstehen eigene Bildwelten, die Abbild und virtuelle Wirklichkeiten in der Photographie und Kunst thematisieren.
Anett Stuth (geboren 1965) absolvierte ihr Fotografie-Studium an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, wo sie ab 1991 zunächst bei Arno Fischer und später bei Timm Rautert studierte und 1998 als Meisterschülerin abschloss.

Anett Stuth
- Sein Schein Nichtsein - Collagen
04.06.15  -  29.08.15

I . In irgendeinem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls
gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und
verlogenste Minute der Weltgeschichte, aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Atemzügen erstarrte das
Gestirn, und die klugen Tiere mussten sterben.
Am 4. Mai 1699 sticht Gulliver von England aus in See.
Wir bestimmen heute oft Größen selbst. Glocal anytime, anywhere. Und verlieren uns. Die erforderliche
Anstrengung steigt ständig, frustriert und läßt schließlich die Energien erlahmen, der Ehrgeiz mäßigt sich
und richtet sich auf Kleineres. Verbeamtung, Rente, Biozitronen.
Die Schwierigkeit ist heute nicht mehr, dass wir unsere Meinung nicht frei äußern können‚ sondern Freiräume
der Einsamkeit und des Schweigens zu schaffen, in denen wir etwas zu sagen finden. Repressive Kräfte
hindern uns nicht mehr an der Meinungsäußerung, im Gegenteil, sie zwingen uns sogar dazu. Welche Befreiung
ist es, einmal nichts sagen zu müssen und schweigen zu können, denn nur dann haben wir Möglichkeit, etwas
zunehmend Seltenes zu schaffen: Etwas, das es tatsächlich wert ist, gesagt zu werden.

II. Am 26.3.2015 eröffnen Claudia Pegel und Johannes Albers ihre Ausstellung bei Holger Priess. Es ist eine Reise
in die Gegenwart nach Gullivers Vorbild, wo noch einmal alles passieren kann. Eine Lockerungsübung in
einer scheinbar alternativlosen Realität.

Claudia Pegel und Johannes Albers
Gulliver
26.03.15  -  30.04.15

Die Zeichnungsserie "St. Paul" ist 2010 bis 2015 entstanden und die zentrale Werkgruppe von Martin Assig in diesen Jahren. Neben der Fortsetzung der künstlerische Auseinandersetzung mit der Tradition von Volkskunst wie den religiösen Votivbildern, Textilstrukturen und Art Brut bezieht sich diese Werkgruppe auch stark auf die Zeichnungen von Paul Klee. Die Verbindung der zeichnerischen Strukturen mit Textelementen wie Spruchweisheiten, Stoßgebete und auch Platitüten macht die Zeichnungen von Martin Assig vielschichtig und gibt ihnen bei aller Ernsthaftigkeit machmal auch eine ironische Komponente.

Abb.: Martin Assig, "St. Paul #522", 2014, Kreide, Wachs auf Papier, 39,3 x 30,5 cm

Martin Assig
Die Wahrheit (eins)
20.11.14  -  14.02.15

alte und neue Arbeiten von Martin Assig, Stephan Balkenhol, Joseph Beuys, Jochen Flinzer, Caroline von Grone, Nina Kluth, Wolfgang Müller, Claudia Pegel, Peter Rösel, Maike Sander, Miron Schmückle, herman de vries, David Tremlett, Nikos Valsamakis und anderen

 

bis 17. Dezember 2011 zu den regulären Öffnungszeiten, über Feiertage und Jahreswechsel nach Vereinbarung

Martin Assig, Stephan Balkenhol, Joseph Beuys, Jochen Flinzer, Caroline von Grone, Nina Kluth, Wolfgang Müller, Claudia Pegel, Peter Rösel, Maike Sander, Miron Schmückle, herman de vries, David Tremlett, Nikos Valsamakis
printed material, works on paper, some paintings
10.12.11  -  13.01.12

 

Unter dem Titel "détour" werden in der Ausstellung der Holger Priess Galerie Malereien von Peter Rösel gezeigt. Neben den bekannten Wüstenbildern sind in Hamburg erstmals die neuen Schneelandschaften von Peter Rösel zu sehen. Es sind naturalistisch wirkende Landschaften der Hochalpen mit schneebedeckten Bergen und strahlendem Gletschereis, Landschaften voller Erhabenheit, Zonen der Schönheit und der Stille.

Die Schneelandschaft ist ein neues Motiv im Werk von Peter Rösel. Im Vergleich zu den in den letzten Jahren entstandenen lebhaften Landschaften mit Blumenfeldern und blühenden Wiesen transportieren diese eine Stimmung der Ruhe, die an seine Fata-Morgana-Bilder mit Wüstenmotiven erinnern. Himmel und Erde liegen ganz nah beieinander. Die Szenerie erscheint geradezu überirdisch, weit weg vom Trubel der Welt als ob die Zeit hier langsamer vergeht.

Peter Rösel
Détour
26.09.14  -  08.11.14
Stephan Balkenhol
alles gut!
02.11.13  -  14.12.13

Abbildung: Martin Assig, St.Paul #188, 2012, Pastell und Wachs auf Papier, 39,3 x 30,5 cm

Papierarbeiten von Martin Assig, Stephan Balkenhol, Jochen Flinzer, Olav Christopher Jenssen, Claudia Pegel, Peter Rösel, David Tremlett, herman de vries
on paper
06.09.14  -  20.09.14

 

Die Ausstellung präsentiert neue Arbeiten der in Berlin lebenden Malerin Nina Kluth. Die 1974 geborene Nina Kluth hat in Hamburg an der Hochschule für Bildende Künste bei den Professoren Werner Büttner und Olav Christopher Jenssen studiert.
Nina Kluths Malerei hat ihren Ausgangspunkt meist in Landschafts- und Stadtlandschaftsmotiven. Scheinbar naturalistische Landschaftanklänge korrespondieren mit architektonischen Elementen. Mit malerischen Mitteln wird ein Bildraum entwickelt, der über Landschaft oder Architektur hinausweist.

Abbildung: Nina Kluth, "Rote und grüne Blätter", 2013, Öl auf Leinwand, 160 x 130 cm, copyright Nina Kluth, Foto Fred Dott, courtesy Holger Priess Galerie

Nina Kluth
Good name, Good Number
16.05.14  -  21.06.14

 

Die Ausstellung zeigt neben Selbst-/und Künstlerbildnissen die Reihe der  "Mathematic Boys". Statt vorgegebenen Zahlen folgend die Konturen wohlproportionierter Männer zu zeichnen, verbindet Jochen Flinzer die Punkte mit Fäden über eigenen geometrischen Konstruktionen. Die Rückseiten der Blätter überraschen dann mit einem Gewebe zwischen den entstandenen Einstichpunkten.

Neben diesen sehr zeichnerischen Blättern sind die Arbeiten der Werkgruppe "Im Garten" eher als malerisch zu beschreiben. Fein mit Nadel und Faden nachgezeichnete Umrisslinien von arkadischen Stoffmotiven werden in farbkräftige flächige Strukturen auf der Rückseite transformiert. Beide Seiten des Bildes sind gleichwertig, die klare Zuordnung von Vorder- und Rückseite ist nicht mehr gegeben.

Jochen Flinzer
Künstler im Garten
28.03.14  -  10.05.14
Ausgewählte Arbeiten von Stephan Balkenhol, Olav Christopher Jenssen, Nina Kluth
01.02.14  -  14.03.14
Neue Kunst in Hamburg 2014
10.01.14  -  18.01.14

Stephan Balkenhol, Ausstellungssituation in der Holger Priess * Galerie, Hamburg 2013

Stephan Balkenhol
alles gut!
02.11.13  -  03.01.14

Caroline von Grone führte in Venedig in der Chiesa Luterana 2013 ein Malerei-Projekt durch. Die in Italien entstandenen Arbeiten werden in der Galerie in Hamburg gezeigt.

Caroline von Grone
human being - being framed. some results
27.09.13  -  19.10.13
Charlton, Fulton, Long, Tremlett
soft opening
05.09.13  -  21.09.13

 

"Ich bin ein Künstler, der graue Bilder malt. Aber die Bilder entstehen nicht aus dem Interesse heraus, monochrome Malerei zu machen. Ich sehe nicht das Bild innerhalb seines Rahmens, sondern was mich interessiert, liegt außerhalb."

Seit Anfang der 70er Jahre malt Alan Charlton ausschließlich graue Bilder. Die Oberfläche der bemalten Leinwand ist nicht durch Pinselstrukturen oder die "Handschrift" des Künstlers strukturiert. Die unvorstellbaren Varianten des Graus in den Arbeiten Charltons wirken mitunter farbig, scheinen sich in unterschiedlichen Lichtverhältnissen zu ändern oder dem reinen Weiß und satten Schwarz zuzustreben.
Die auf Keilrahmen aufgezogenen Leinwände sind alle nach einem Grundmodul strukturiert. Die Tiefe des Keilrahmens von 4,5 cm bildet das Maß, das allen Charltonarbeiten zu Grunde liegt. Dieses Modul bestimmt die Größen und Proportionen der Flächen, die Abstände zwischen den Bildteilen, den Abstand zur Wand.
Durch die selbstgewählten Einschränkungen und die Präzision der Arbeitsweise erschließt sich der Künstler eine große Freiheit. Charltons Bilder weisen über das Format hinaus, öffnen sich zur Wandfläche und zum Raum. Die Wahrnehmungsbereitschaft des Betrachters wird durch die Arbeiten gefordert. Und wenn der Betrachter sich auf die grauen Bilder einlässt, eröffnen sich ihm neue "Räume".

Alan Charlton
Vertical Triangle Paintings
12.04.13  -  22.06.13

 

"Letharia" heißt die neue Serie großformatiger Malerei, die Olav Christopher Jenssen in der Hamburger Galerie Holger Priess ausstellt. Die Leinwände sind bedeckt von einem Gespinst zahlloser Farbschichten, die sich zu organischen Formen verdichten und komplexe Bildräume bilden.
Der Begriff Letharia bezieht sich auf die Wolfsflechte, eine in Skandinavien und im Alpenraum auf Bäumen und Dächern wachsende Flechte mit grünlicher Färbung. Die Pflanze hat eine besondere Farbigkeit, ist aber giftig und wurde früher gegen Wölfe eingesetzt.
Olav Christopher Jenssen hat Bilder geschaffen, die mit ihrer Farbe und Struktur anziehend wirken und zugleich auch ein bisschen "giftig". Es ist eine Reflexion des Künstlers über die Verführung durch Malerei und die Dekonstruktion des Bildes.

Jenssen ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Maler und einer der bedeutendsten Künstler Skandinaviens. In den 90er Jahren war er Professor an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, heute lehrt er an der Hochschule in Braunschweig. Seine Arbeiten wurden von zahlreichen internationalen Museen gezeigt, er war Teilnehmer der documenta. Zur Zeit ist auch eine retrospektiv angelegte Einzelausstellung Jenssens unter dem Titel "Enigma" im Museum MARTa Herford zu sehen.

Olav Christopher Jenssen
Letharia
07.01.13  -  28.03.13

 

Die neue Ausstellung von Maike Sander in der Holger Priess * Galerie zeigt zwei Werkgruppen: die im letzten Herbst erstmals im Kunstverein Mannheim ausgestellten "Möbelskulpturen" und neue "Tierarbeiten". Die Skulpturen geben präzise und detailliert in Lebensgröße Tiere wieder. Doch die Figuren scheinen sich an den Rändern aufzulösen. Offene Bereiche der hautartigen Oberflächen lassen den Blick frei auf das Innenleben. Die Tiere wirken lebendig und erstarrt zugleich. Bewegungen des Fliegens und Fallens steigern die Wirkung. Zugleich scheint sich alles aufzulösen.
Alle Skulpturen von Maike Sander sind aus Kartonagen geformt. Punktuell sind die Flächen mit meeralgenblättern überzogen, die eine Anmutung von Haut schaffen. Alles ist leicht, alles ist fragil.

Maike Sander
drinnen und draußen
06.09.12  -  27.10.12

Frjáls framlög fyrir hina íslensku list-   Von Geld und Vögeln

Der einzige in Europa ursprünglich heimische und hier vollständig ausgerottete Vogel ist der nordatlantische Riesenalk (alca impennis). Sein letztes Vorkommen befindet sich auf der Insel Eldey vor der südisländischen Küste. Drei isländische Seeleute schlagen am 3. Juni 1844 die letzten zwei Exemplare des Vogels tot, um sie dänischen Sammlern zu verkaufen.

Die isländische Krone ist die kleinste Währungseinheit der Welt. Auf einem Fragebogen möchte der deutsche Leiter des C.I.A. (Center of Iceland Art) 2007 wissen, wie Moderne Kunst aus Island im internationalen Kunstbetrieb kommerziell noch erfolgreicher werden könnte. Wolfgang Müller entwickelt in Diskussionen mit seinem Berliner Assistenten und Saving-Iceland- Aktivisten Hrafnkell Brynjarsson im Mai 2008 das Kunstwerk Frjáls framlög fyrir hina íslensku list (übersetzt: Kleine Spende für die isländische Kunst).Nur wenige Monate später, im Oktober 2008 verliert die im Zentrum des Objekts in einer Spardose ruhende Währung schlagartig bis zu 75% seines Wertes gegenüber dem Euro. Das Kunstwerk ändert seine Bedeutungen durch aktuelle äußere Einflüsse.

Wolfgang Müller
Ähnlichkeit und Differenz. Objekte, Zeichnungen, Klänge, Daumenkinos und Ähnliches
10.05.12  -  23.06.12

Die Ausstellung zeigt neue Arbeiten von Nina Kluth. Erstmals wird ein Zyklus großformatiger Bilder präsentiert, bei denen durch Bild-im-Bild vielschichtige Räume entstehen. Die Grenzen von Bild, Wand und Raum zerfließen. Nina Kluth thematisiert die Wahrnehmung des Betrachters und vermittelt neue Seherlebnisse.

 

 

Abbildung: Nina Kluth, "Plakat", 2012, Acryl und Öl auf Nessel, 240 x 180 cm

Nina Kluth
Tor und Tisch
23.03.12  -  05.05.12

Ich zeige eine persönliche Bilderauswahl von Künstlern, mit denen ich gerade Ausstellungen gemacht habe beziehungsweise Einzelausstellungen in der Galerie für die nächste Zeit plane.

 

 

Martin Assig, Alan Charlton, Caroline von Grone, Olav Christopher Jenssen, Peter Rösel
BILDER
20.01.12  -  03.03.12

Pflanzen, Steine, Erden aus der uns umgebende Natur verarbeitet herman de vries möglichst unverändert in seinen Kunstobjekten: die Gleichheit und Verschiedenheit natürlicher Formen gleicher Herkunft sind nicht nur gestalterisches Prinzip der Wirklichkeit sondern konstituieren bei herman de vries das Kunstwerk. Die Fundstücke aus der lebendigen und

organischen Welt stehen für de vries nicht nur für Vergänglichkeit sondern sind zugleich auch immer Zeugnisse der Entstehung von etwas Neuem.

 

Seit den Anfängen mit der holländischen Gruppe Nul, die ZERO nahestand, den ersten reinen Naturarbeiten auf und nach den großen Reisen in den 70er Jahren, bis zu den Ausreibungen, Reihungen und zufallgesteuerten Blattarbeiten hat herman de vries ein singuläres künstlerisches Werk entwickelt. Mit Werkgruppen und großen Gartenprojekten war er an internationalen Ausstellungen wie Biennalen Venedig und Lyon sowie an ‚Skulptur.Projekte Münster" beteiligt. Permanente Garteninstallationen wie das ‚Sanctuarium" in Stuttgart und Münster bringen nichtdomestizierte Natur zurück in Großstadträume.

herman de vries
werke aus der wirklichkeit
14.10.11  -  26.11.11

Die Ausstellung zeigt mehrere großen Malereien auf Holz und die neue Serie Zeichnungen unter dem Titel "St.Paul". Der Berliner Künstler malt nahezu ausschließlich mit Wachs. Diese sehr alte Maltechnik der Enkaustik ermöglicht es ihm, Bilder von starker Intensität und besonderer Farbigkeit

zu schaffen.

 

Assigs Bilder zeigen häufig Körperteile, Körperausschnitte oder Frauen in Kleidern. Tradierte Symbole und Zeichen werden zu Strukturen gereiht, die mal ornamental erscheinen und mal organisch wirken.

Martin Assig
Jajaja!
02.09.11  -  08.10.11

Sieben Galerien auf der Fleetinsel zeigen zwei Wochen lang sechs Stipendiaten des Vereins "Neue Kunst in Hamburg". Nach ausgedehnten Reisen zeigen die sechs von Kurator Johan Holten (Kunsthalle Baden-Baden) ausgewählten Stipendiaten des Vereins "Neue Kunst in Hamburg" ihre Arbeiten.

 

Moritz Altmann, Christoph Faulhaber, Tobias Kaspar, Burk Koller, Pauline M"barek und Christoph Rothmeier präsentieren neue Kunst in den Galerien Artfinder, Katharina Bittel, Karin Guenther, Sfeir-Semler, der Produzentengalerie, der Galerie für Landschaftskunst und der Dörrie * Priess Galerie.

 

Dörrie * Priess zeigen Editionen aller beteiligten Künstler.

Neue Kunst in Hamburg 2011 - Sechs Künstler - Sechs Reisen - Sechs Ausstellungen
23.06.11  -  09.07.11

Claudia Pegel (Hamburg) und Anette Guther (Berlin) zeigen in der Galerie neue Arbeiten, die sie speziell für das gemeinsame Projekt entwickelt haben. Anette Guther, die als Kostümbildnerin langjährige Erfahrung mit Stoffen gesammelt hat, beruft sich auf den Ursprung der Textilherstellung, das Weben, und erarbeitet sich ihre eigen Art der Wand- und Raumverkleidung.

 

Die Künstlerin Claudia Pegel antwortet auf die einzelnen Textilien in unterschiedlicher Bildsprache mit ihren figurativen Ölbildern und Zeichnungen. Zwei Arbeitsweisen, die raumgreifend kooperieren, und Ergebnisse, die auch für sich bestehen. Aussparungen, Durchblicke und Enthüllungen stellen ihre Arbeiten in Zusammenhang.

Claudia Pegel und Anette Guther
Warme Wände
28.05.11  -  18.06.11

Ausstellung mit Arbeiten aus dem Kirschblütenzyklus von Caroline von Grone, Blicke durchs Fenster in die Natur, Spiegelung, Porträts vor Natur und Bildern der Kirschblüten.

 

Projekt ANGESICHTSKIRSCHBLÜTEN: 14.-16. April 2011

Die Künstlerin malt in der Galerie Besucher angesichts, vor und unter Kirschblüten(-bildern). Die Modellsituation und die im Rahmen dieses Prozesses entstehenden Arbeiten sind Teil der Ausstellung.

 

 

Caroline von Grone
Angesichts Kirschblüten
08.04.11  -  21.05.11

Die Ausstellung zeigt neue Arbeiten des bekannten Bildhauers Stephan Balkenhol, Skulpturen, Reliefs und Zeichnungen.

Stephan Balkenhol
Neue Arbeiten
27.11.10  -  12.03.11

David Tremlett ist ein zeitgenössischer englischer Künstler, der für seine Wandzeichnungen international bekannt ist. Tremlett entwickelte sein Werk vor allem auf Reisen durch Afrika und Asien. Auf diesen Reisen entdeckte er für sich universelle Zeichen- und Bildsprachen, erkannte die Möglichkeiten, sich mit bewusst einfachen Mitteln künstlerisch auszudrücken.

 

Der Künstler arbeitet ausschließlich mit Pastellkreide, direkt auf die Wand oder auf Papier. Parallel zu der Ausstellung mit Wandzeichnungen in der Hamburger Kunsthalle zeigt die Galerie Dörrie * Priess neue Arbeiten auf Papier.

David Tremlett
ideas on paper
10.09.10  -  06.11.10

Miron Schmückles Arbeiten aus seinen "Botanical Archives" entfalten, ähnlich den historischen Tafelwerken der frühen Naturforscher, einen botanischen Kosmos, bei dem der Betrachter fasziniert und irritiert ist von der naturgetreuen Pflanzenwiedergabe des "Naturforschers" und dem Fantasiedschungel des Künstlers.

Miron Schmückle
illectus eram
26.03.10  -  12.05.10

www.doerrie-priess.de/sander/sander.htm

 

Die aktuellen Installationen und Einzelskulpturen von Maike Sander drehen sich um das Thema "Tier". Die Skulpturen geben detailliert in Lebensgröße Haustiere wieder. Die Körper wirken wie in Bewegungen, die plötzlich angehalten sind.

Die Tierskulpturen sind aus Papier und organischem Material (Meeralgen) geformt. Sie wirken zugleich täuschend echt und abstrakt.

 

Maike Sander
schwere see, mein herz
29.01.10  -  13.03.10

www.doerriepriess.com/kluth/kluth.htm

 

Nina Kluths Malerei hat ihren Ausgangspunkt in Stadtlandschaftsmotiven. Scheinbar naturalistische Landschaftanklänge korrespondieren

mit architektonischen Elementen. Mit malerischen Mitteln wird ein Bildraum entwickelt, der über Landschaft oder Architektur hinausweist.

Nina Kluth
Zwillingskristall
13.11.09  -  16.01.10

Die aktuelle Ausstellung zeigt vor allem neue abstrakte Arbeiten des deutsch-griechischen Künstlers. Nikos Valsamakis Bilder beeindrucken durch den ungewöhnlich dichten Farbauftrag. In unzählbaren Pinselstrichen wird eine fein strukturierte, dichte Farbmasse auf der Leinwand aufgebaut. Die Bilder haben eine starke Farbigkeit mit zum Teil ungeheurer Leuchtkraft.

Nikos Valsamakis
Kontrast
04.09.09  -  17.10.09
Peter Rösel
LECTURE ON PARADISE
07.05.09  -  27.06.09

Bruchstücke der Geschichte, Bilder aus Kunst und Natur, Zitate und Dokumente collagiert Anett Stuth in Ihre Fotografien ein.

Wirklichkeit wird inszeniert. Reale Räume werden von der Künstlerin dekonstruiert und angefüllt mit "Bildern" wieder zusammengesetzt. Die Poetik surrealer Bildwelten verbindet sich mit der technoiden Ästhetik der Bildbearbeitung.

Die Zeit ist in den Bildern nicht fassbar. Die in der Geschichte immer gleichen Bilder zirkulieren in der Fotografie von Anett Stuth. Ihre Fotos sind wie angehaltene Filme, die den Betrachter genauer schauen lassen, bevor sich die Bewegung fortsetzt.

www.doerrie-priess.de/stuth/stuth.htm

Anett Stuth
HEUTE IST VERGANGENHEIT. NEUE FOTOARBEITEN
30.01.09  -  09.04.09
Martin Assig, Alan Charlton, Jorn Ebner, Jochen Flinzer, Wolfgang Müller, Myriam Quiel, Maike Sander, Hanns Schimansky, Maik Teriete
PAPERPOOL
01.12.08  -  24.01.09