Galerie Sfeir-Semler

Die Ausstellung ist die erste Einzelausstellung von Rayyane Tabet in Deutschland und präsentiert zwei neue skulpturale Installationen, Papierarbeiten sowie eine orts- und zeitbezogene Wandzeichnung.

Waiting For A Manifestation  ist eine vor Ort gefertigte Wandzeichnung im Erdgeschoss der Galerie. Sie besteht aus Strichlisten, die während der Installationsphase der Ausstellung mit Bleistift an die Wand gezeichnet werden. Strichlisten sind eine der ältesten Formen des Zählens und ermöglichen v.a. den Überblick zu behalten bei Prozessen, deren Ende nicht abzusehen ist. Durch Ausstellen dieses zeitlosen Zählsystems, welches sowohl Zeit als auch Raum (aus-)kreuzt, wird Raum zur Interpretation geöffnet. Die Arbeit changiert zwischen der konkreten Natur des Zeichenaktes und der abstrakten Qualität der ihr beigemessenen Bedeutung.  

In der Mitte des Galerieraumes ist  Achilles’ Heel (Achilles Ferse)  positioniert: eine Bank bestehend aus vier Knochen und einer eisernen Kugelstoßkugel. Die Arbeit basiert auf Astragaloi ein altgriechisches Geschicklichkeits-Spiel vergrößert jedoch die einzelnen Elemente. Daraus resultiert, dass zum einen das Spiel seinen ursprünglichen Nutzen verliert. Zum anderen entsteht ein Unbehagen gegenüber der eigentlichen Handlung und vor allem dem Ausgangsmaterial.

Colosse Aux Pieds D’Argile,  eine raumgreifende Skulptur aus Marmorsäulen und Betonzylindern, transformiert die erste Etage der Galerie zu einem weiten Feld. Die Säulen wurden von einer Beiruter Villa aus dem 19. Jahrhundert entnommen, welche  mutwillig  von einer Gruppe Arbeiter zerstört wurde, um den resistenten Besitzer zum Verkauf zu bewegen. Die Betonzylinder sind Materialproben für den Bau eines Wolkenkratzers, der im Anschluss auf dem Grundstück errichtet wurde.

Die Arbeit konfrontiert zwei Varianten desselben architektonischen Elements: der Säule. ­Beide wurden von jenem Ort entwendet, wo einst die Villa stand und heute der Wolkenkratzer. Zusammen    dokumentieren sie eine Zeitspanne von hundert Jahren urbaner Entwicklung.  Sowohl die Villa als auch der Wolkenkratzer reflektieren die Vorstellung, wie Leben gelebt/ gewohnt werden soll. Beide dienen als Ideenmodell dafür, wie unser Umfeld immer von neuem konstruiert, de- oder rekonstruiert wird. Beide wurden verwendet, um Konzepte von Modernität einzuführen und jedes beinhaltet in sich den Kern des eigenen Verfalls.

Rayyane Tabet (1983, Ashqout, Libanon) ist ein Künstler, der die Beziehungen zwischen Geschichte und gelebter Umwelt thematisiert. Seine facettenreichen Installationen überbrücken die Distanz von physikalischer und temporaler Wahrnehmung. Er besitzt einen Bachelor-Abschluss in Architektur von der Cooper Union University in New York sowie einen Master of Fine Arts der Universität von Kalifornien in San Diego. Seine Arbeiten wurden bereits im Stedelijk Museum Bureau in Amsterdam, Centre Georges Pompidou in Paris, Darat al Funun in Amman, als auch dem New Museum in New York ausgestellt. Er ist teilnehmender Künstler der 12. Sharjah Biennale, die am 05. März 2015 eröffnet.

RAYYANE TABET
ONLY GODS NEVER DIE
29.01.12  -  28.03.15
The new space of Sfeir-Semler Hamburg
05.09.13  -  26.10.13

CHRISTINE STREULI - collar size / Kragenweite: 36

Wir freuen uns, die Schweizer Malerin Christine Streuli zu ihrer mittlerweile vierten Einzelausstellung in der Galerie Sfeir-Semler begrüßen zu dürfen.  

Die Künstlerin hat dieses Mal die Räume der Galerie komplett verändert, umgestaltet und in ihre Malerei einbezogen.   Die Ausstellung thematisiert die Handlung des Malens an sich. Der Pinselstrich auf der Leinwand, Malen als Prozess, die Wirkung von Farbe und Raum werden hinterfragt.  

Konsequenterweise wird der Ausstellungsraum selbst Teil ihrer Malerei. "Kragenweite: 36"   ist in enger Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten der Galerieräume entstanden. Der charakteristische Holzboden der Galerie wird von der Künstlerin als Tapete an die Wand gespiegelt. Diese Parkett-Tapete verändert die Raumwahrnehmung des Betrachters, zeigt vor allem aber die installativen und raumverändernden Potentiale ihrer Malerei.  

Der Gestus ist nicht spontan oder emotional, sondern ein analytischer, sezierender Akt mit kritischer Distanz zur Malhandlung. Christine Streuli malt also Malerei! Sie porträtiert den Mal-Duktus, den Pinselstrich auf eine Leinwand. Malen wird zum Bildinhalt, ihre Bilder sind immer eine konkrete Darstellung von Malerei.   Sei es durch die Gestaltung und Veränderbarkeit von Raum durch Farbe, Pinselstriche und Muster, sei es durch die Auslotung und Erkundung der malerischen Spannungen zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion.

Die Bilder balancieren   zwischen Abstraktion und Gegenstand.   Sie vereinen FARBE mit floralen und geometrischen Mustern. Die in Hamburg ausgestellten vier großformatigen   Diptycha sind Stammbäume. Sie erinnern und zitieren historische, traditionell weibliche Tätigkeiten. Sie verleihen der Malerei also einen biographischen Bezug. Jedes dieser Bilder mit dem Titel "Sampler_Origin" trägt die Jahreszahlen 1975 und 2014, die bisherige Lebensspanne der Künstlerin.  

Die Ausstellung   wird so zu einer Art Selbstporträt: sei es durch die Einladungskarte, das mit Farbe befleckte Arbeits-T-Shirt der Malerin, das als Edition angeboten wird, oder durch den mit einer Holztapete getäfelten Raum, der an die Holzarchitektur der Schweizer Heimat erinnert, und nicht zuletzt   durch die auf den Leinwänden dargestellten Stammbäume mit Stickmustern und Pinselstrichen.  

Christine Streuli wurde 1975 in der Schweiz geboren. Sie verbrachte jährlich die Urlaube Ihrer Kindheit bei ihren Großeltern in Tunesien. Sie studierte in Zürich und in Berlin. Sie war Teilnehmerin des International Studio and Curatorial Program New York (2001/02) und erhielt das Yvonne Lang-Chardonnens-Stipendium (2002) sowie ein Stipendium in San Francisco (2005). Streuli war 2003 artist in residence in Kairo, Ägypten, Sie lebte 2010 in London und seitdem in Berlin. 2004, 2005 und 2006 erhielt sie den Swiss Art Award des Bundesamts für Kultur, Schweiz und 2003 den Kiefer-Hablitzel Preis. Christine Streuli hat 2007 den Schweizer Pavillon der Biennale in Venedig bespielt, 2014 war sie Teilnehmerin an der 19. Sydney Biennale in Australien. Sie hatte Solo Ausstellungen u.a. in der Kunsthalle Zürich, 2013 im Kunstmuseum Luzern, 2013 im Haus am Waldsee, Berlin.  

Christine Streuli
collar size / Kragenweite 36
16.05.14  -  23.08.14

Neue Informationen in Vorbereitung

BALTHASAR BURKHARD

in memoriam

 

HAMBURG, 31. January 2014  

 

We are proud to invite you to the opening of an exhibition in memory of our friend and gallery artist  

Balthasar Burkhard on Friday 31January from 7 to 9 pm in the Hamburg Gallery.  

 

The author and theorist Hubertus von Amelunxen will give a laudatio in the honor of the artist at 8pm.

 

This show will include works produced between 1987 and 2010 with a focus on the Beirut project from 2006, "the Sevillia nudes” from 2007, and his last explorations of landscapes and still lives in color.  

 

Balthasar Burkhard was born 1944 in Bern, Switzerland where he lived and worked until 2010. His photographic projects took him all over the world from the temples of Japan to the rainforests of Brazil, to mega cities across three different continents, to the deserts of Namibia, to the Swiss mountains and waterfalls. The artist pulls his viewers through a range of experiences and perspectives, drawing the eyes from extreme close-ups to panoramic landscapes taken from high above the earth.  

 

Considered a pioneer of large format black and white photo printing, Burkhard’s engagement with the micro and macro is also reflected in the range of silver print sizes, spanning from the small to the huge. It is only in the very last years of his life that he printed in color.

 

From the personal to the universal Burkhard’s minimal and concrete photography speaks in a language that is difficult to put in words but resonates with a recognizable truth to the viewer.  

 

The show runs from February 1st to April 12th 2014  

Opening hours: Tuesday to Friday 11 am to 6 pm, Saturday 12 pm 3 pm.

Balthasar Burkhard
in memoriam
31.01.14  -  12.04.14

Haig Aivazian (b. 1980, Beirut, Lebanon) is an artist, curator and writer. Using performance, video, drawing, installation and sculpture, his work weaves together personal and geo-political, micro and macro narratives in its search for ideological loopholes and short circuits. Aivazian holds an MFA from Northwestern University and is a Skowhegan alumni (2011).   His work has been exhibited in Europe, the Americas and the Middle East including the Sharjah Biennial 9 (2009) and Videobrasil (2013).

For this exhibition, Aivazian presents new sculptures, drawings and videos from his ongoing series Fugere, where the artist layers various histories of violence: from a highly televised rebuttal in response to racist insults on the pitch, to the occupation of inner-city neighbourhoods by police; and from the ascension onto an Olympic podium in the first post Soviet Games, to the weight of a dictator’s body as the trap door is released under his feet. History is not just entangled in sports, but also treated like a match, with freeze frames, replays and reverse angles. Here, the notion of time is malleable: the decades separating the release of two models of coveted basketball sneakers can be condensed into a frantic instant where two shoes are hurriedly thrown at an occupying president. These captured moments mark points of analysis that activate the spectator and hero alike, bringing the previously anonymous to the fore and making intimate the distant landscapes of spectacle often utilized in both the political and sports arenas. These arenas serve as a theater a space where desires, violence, escapism, and the human condition are endlessly played out without the pretense of imaginary consequences. This landscape is where the works take their evocative form, revealing fleeting lapses in the standard perception of events and forming new investigative relationships.

 Oversize charcoal drawings of stadium lights intensify the eerie charge of the unknown and the latent in night, sport and surveillance. In an Iteration of the ongoing video project How Great You Are O Son of the Desert!  the infamous headbutt of Zinedine Zidane of the Italian defender Marco Materazzi in the World Cup final in 2006 becomes a time portal into systemic social transgression, class warfare, and violence across histories both intimate and regional. Parting Kisses, presents a set of hand crafted bronze sculptures of petrified historical gestures, monumentalized and reduced. Icons of the conquered and conquering come together, blurring the notions of the heroic and finally the arena itself.

 The exhibition runs from the 2nd of November until the 5th of January 2014. For more information, please contact galerie@sfeir-semler.com

Haig Aivazian
Fugere
01.11.13  -  02.01.14

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Anna Boghiguian.  ZYX XYZ an autobiography - odd times in life

Boghiguian’s work was recently exhibited at dOCUMENTA (13), curated by Carolyn Christov-Bakargiev. Her major installation in the Fridericianum consisted of her drawings and sculptural work, reflective of her sensitive and poetic perspectives on society, politics, and urban life.

Boghiguian’s work was first discovered by Catherine David, who presented her to the world in her project Contemporary Arab Representations, beginning in 2003 in Rotterdam. Attracting much attention and acclaim, her drawings also stirred political debate and controversy, especially in her native Egypt. Boghiguian was born in 1946, an Armenian in Cairo, yet never adopted the city as her home, continuing to have a conflicting relationship with the city today. Living a nomadic life, the artist constantly moved through many cities across the globe from Egypt to Canada and India to France. Immersing herself in the sights and sounds of the city, as well as the literature, poetry and politics of its people, the artist nonetheless remained distant, an outsider in a busy metropolis. Her work offers a unique third person yet omniscient view of modern urban communities.

Anna Boghiguian’s works are dense compositions. In them are often text, images, collected photographs and other documentary material closely interwoven. The intense colors and her spontaneous and expressive drawings are reminiscent of diary entries. They seem to visualize and record momentary experience and perception in its various facets.

The gallery will be showing both early and new works. The more recent works focus on the body in its representations of the ear, mouth and eye, as inescapable bases of existence, expression, and perception. The artist repeatedly rearranges and reworks the drawings created on her travels, thus producing an ever-changing series.

Anna Boghiguian studied political science at the American University of Cairo, Egypt and received her BFA in Fine Arts and Music at Concordia University in Montreal, Canada.

She has participated in international group exhibitions such as Contemporary Arab Representation, Rotterdam (2003-04) curated by Catherine David, which travelled through various European cities, the 11th Istanbul Biennial curated by WHW, and dOCUMENTA (13). As part of her DAAD scholarship she had a solo show at the daadgalerie, Berlin in March 2013.

In the occasion of the exhibition, the artist will be participating in the following events:

Tuesday, 23th May 2013 at 7:30 pm, Kampnagel - Drawing Radical StorytellingCarolyn Christov-Bakargiev in conversation with Anna Boghiguian, lecture and discussion in English

Friday, 24th May 2013 at 7 pm, Sfeir-Semler Gallery, Hamburg

Exhibition walk with Anna Boghiguian and Carolyn Christov-Bakargiev


Anna Boghiguian.  ZYX XYZ an autobiography - odd times in life

Anna Boghiguians Arbeiten wurden vor kurzem auf der von Carolyn Christov-Bakargiev kuratierten dOCUMENTA (13) ausgestellt. Ihre raumgreifende Installation im Fridericianum bestand aus Zeichnungen und plastischen Arbeiten, die ihre einfühlsamen und poetischen Perspektiven auf die Gesellschaft, Politik und das städtischen Leben reflektieren.

Die Arbeiten Anna Boghiguians wurden erstmals von Catherine David entdeckt, die sie in ihr Ausstellungsprojekt Contemporary Arab Representation integrierte, das 2003 in Rotterdam seinen Anfang nahm. Ihre Zeichnungen ziehen viel Aufmerksamkeit und Anerkennung auf sich und führen gleichzeitig zu politischen Debatten und Kontroversen, vor allem in ihrem Heimatland Ägypten. Die Armeniern Anna Boughiguian wurde 1946 in Kairo geboren und wuchs hier auch auf, dennoch hat die sie diese Stadt nie zu ihrer Heimat erklärt. Als Nomadin lebend, zog die Künstlerin konstant durch viele Städte rund um die Welt, von Ägypten nach Kanada, von Indien nach Frankreich. Obgleich sie sowohl in das Leben und die Geräusche von Städten, als auch in die Welt der Literatur, Poesie und Politik ihrer Bewohner eintaucht, bleib sie distanziert, eine Außenseiterin in den lebendigen Metropolen. Davon zeugen ihre Arbeiten, die einen einzigartigen und zugleich umfassenden Blick auf moderne urbane Gesellschaften eröffnen.

Anna Boghiguian Arbeiten sind dichte Kompositionen. In ihnen sind häufig Texte, Bilder, gesammelte Fotografien und anderes dokumentarisches Material eng miteinander verwoben. Die intensive Farbigkeit und ihr spontaner und expressiver Duktus der Zeichnungen erinnern an Tagebucheinträge. In ihnen scheinen momentanes Erleben und Wahrnehmen in ihren verschiedenen Facetten visualisiert und festgehalten.

Die Galerie wird sowohl frühe als auch neue Werke zeigen. Die neueren Arbeiten stellen den Körper als unhintergehbare Basis des In-der-Welt-seins und der Wahrnehmung, über die Darstellung von Ohr, Mund und Auge als unausweichliche Grundlagen der Existenz in den Fokus. Die Künstlerin ordnet die vielen auf ihren Reisen entstandenen Arbeiten immer wieder neu, wodurch sich ständig verändernde Serien entstehen.

Anna Boghiguian studierte Politikwissenschaft an der American University of Cairo, Ägypten und erhielt ihren BFA in Kunst und Musik an der Concordia University in Montreal, Kanada. Sie hat an internationalen Gruppenausstellungen, wie der von Catherine David kuratierten Contemporary Arab Representation (2003-04), die in verschiedenen europäischen Städten zu sehen war, an der 11. Istanbul Biennale und der dOCUMENTA (13) teilgenommen. Im Rahmen ihres DAAD-Stipendiums hatte sie im März 2013 eine Einzelausstellung in der daadgalerie, Berlin.

Folgende Veranstaltungen finden im Rahmen der Ausstellung statt:

Donnerstag, 23. Mai 2013 um 19.30 Uhr, Kampnagel

Zeichnen Radical Storytelling.  Carolyn Christov-Bakargiev im Gespräch mit Anna Boghiguian, Vortrag und Diskussion (Sprache: Englisch)

Freitag 24. Mai 2013 um 19.00 Uhr, Galerie Sfeir-Semler, Hamburg

Gespräch und Führung durch die Ausstellung mit Anna Boghiguian und Carolyn Christov-Bakargiev

 

Anna Boghiguian
ZYX XYZ an autobiography - odd times in life
25.04.13  -  22.06.13

"Ich muss das Bild als eigenständiges Objekt begreifen (...). Die Fertigstellung ergibt sich, wenn die Forderung des Bildes an den Maler als Aufgabe gelöst ist. Und genau dann bin ich dem Bild verhaftet und ich sehe das zum Schluss ganz genau."

(Rolf Rose in einem Interview mit Claus Friede, März 2011)

 

Rolf Rose hat sich schon früh der abstrakten Farbfeldmalerei zugewandt. Er baut Farbe Schicht um Schicht mit unterschiedlich breiten Spachteln und Messern auf den Bildgrund auf. Die Oberflächen der meist monochromen Arbeiten entstehen durch diese übereinanderliegenden Farbschichten, die Rose mit Rakeln oder Stäben aufbricht. Es entstehen reliefhafte Strukturen, deren horizontal oder vertikal gezogenen Furchen den gesamten Bildträger überziehen. Die so bearbeiteten Flächen ermöglichen unterschiedliche Lichtreflexionen und bilden, je nach Material- und Mischungsverhältnis, glänzend-schillernde oder matt-duffe Farbräume. Seine Farbpalette scheint reduziert auf   Schwarz, Anthrazit, Weiß oder dunkle Rot-, Blau oder Brauntöne. Doch verzichtet Rose in der letzten Zeit immer weniger auf Farben. Sie liegen manchmal unter einer dunklen letzten Schicht und kommen über die Oberflächenstrukturierung zum Vorschein.

Rolf Roses großformatige, monochrome Bilder entwickeln einen Objektcharakter, der nicht allein durch den wie gebaut erscheinenden Farbauftrag hervorgerufen wird. Die Bildträger, zentimetertiefe Holzbretter und -Kisten oder auf dicke Keilrahmen aufgespannte Leinwände, sind für sich objekthaft und werden von ihm oft wie Module behandelt und zu Reihen oder größeren Einheiten zusammengesetzt bzw. -gebaut. Es entstehen Diptychen, Triptychen, Tetraden ...

Rolf Rose wurde 1933 in Halberstadt im Harz geboren. Er zog im Alter von 20 Jahren nach Hamburg und schlug sich mit verschiedenen Arbeiten durch. Erst Mitte der 1960er Jahre entschied sich Rolf Rose als Künstler zu arbeiten. Der Autodidakt arbeitete zunächst gegenständlich und später mit strukturierten Objekten, wie z.B. Linoliumkacheln, bis er über das Werkzeug des Spachtels zu dem gleichmäßigen, radikalen und minimalistischen Farbauftrag kam, der seine Malerei bis heute charakterisiert.

Rolf Roses Arbeiten finden sich in verschiedenen öffentlichen Sammlungen, so z. B. im Kunstmuseum Bonn; Museum Weserburg, Bremen; Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen; Hamburger Kunsthalle; Sammlung Falckenberg, Hamburg; Neue Galerie, Kassel; Kieler Kunsthalle; Museum der bildenden Künste, Leipzig; Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; Lenbachhaus, München.

Rolf Rose lebt und arbeitet in Krempe.


Rolf Rose
Zum 80. Geburtstag
14.03.13  -  04.04.13

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In unseren Räumen zeigen wir Skulpturen und Monotypien von GÜNTER HAESE.                                                      

Günter Haese, den wir seit 1986 vertreten, ist ein wichtiger Vertreter der kinetischen Kunst und Zeitgenosse von Piene, Uecker, Mack oder Tinguely, mit denen er auf der documenta III 1964 in Kassel gezeigt wurde.

 Seine Skulpturen aus geschwärzter oder rötlicher Phosphorbronze, goldglänzendem Messing oder Kupfer verführen den Blick, sowohl durch ihre Farbigkeit als auch durch ihre filigranen Strukturen. Ausgangspunkte dieser fragilen Objekte sind geometrische Formen wie Kugel, Würfel, Zylinder und Quader sowie deren Abwandlungen oder Verformungen. Metallfedern, Spiralen, Zahnräder, Unruhen von Uhren, Schrauben, dünne Bleche, Drähte und feinste metallene Gitternetze lötet Haese so aneinander, dass flirrende, abstrakt-poetische Gebilde entstehen, die z.T. an anthropomorphe Figurationen erinnern und gleichsam kosmologische Dimensionen eröffnen.

 Das Besondere an Haeses miniaturartigen, kleinformatigen Skulpturen ist ihre Bewegung. Sie vibrieren und erzittern durch Luft und leiseste Vibrationen im Raum.

Vorläufer seiner ersten freistehenden Skulpturen sind Monotypien und Frottagen von 1959/60, als insgesamt 20 bis 30 Unikate entstanden. Es sind Ausreibungen und Drucke von Gipsskulpturen, die der Künstler zunächst baut, dann auf Papier mit schwarzer Tinte überträgt. Die collagenhaft miteinander in Beziehung gesetzten Materialien der späteren Skulpturen sind in diesen zweidimensionalen Arbeiten deutlich sichtbar - von den Zahnrädern und Spiralen bis zu Haese’s feinen Gittern und Netzen. Hinzu kommen Abdrücke von Schnallen und gestanzten Blechen.

Günter Haese, 1924 in Kiel geboren, studierte in der  Meisterklasse von Ewald Mataré an der Düsseldorfer Kunstakademie zusammen mit Joseph Beuys und Erwin Heerich. In den 60er Jahren wurde er zu prestigevollen Ausstellungen eingeladen:1964 zur Documenta III in Kassel, im selben Jahr widmete ihm das Museum of Modern Art (NY) eine Soloausstellung. 1966  stellt er im Deutschen Pavillon der 13. Biennale in Venedig aus, 1969 auf der 10. Sao Paulo Biennale.

In den folgenden Jahren wurden Haeses Werke in verschiedenen nationalen und internationalen Institutionen ausgestellt und gesammelt: im Museum of Modern Art (NY), Guggenheim (NY), Tate Modern (London), Kunsthalle Düsseldorf, Museum Ulm, Kunstnerneshus  Oslo, Museum Boijmans van Beuningen Rotterdam, Kunsthalle zu Kiel,  Kestner Gesellschaft Hannover...

Günter Haese lebt und arbeitet in Düsseldorf.

 

English version

We will show a selection of sculptures and monotypes by GÜNTER HAESE, an artist we have proudly represented since 1986.

A contemporary of Piene, Uecker, Mack, and Tinguely, Günter Haese is an important representative of kinetic art. His sculptures are made of blackened or red phosphor bronze, gilded brass or copper. They attract the gaze of the viewer through their color and transparency, as well as their delicate structures. The starting point for these fragile objects are geometric shapes such as spheres, cubes, and cylinders and their modifications or variations. These abstracted and poetic objects are brazed out of metal springs, coils, gears, screws, thin metallic sheets, fine wires and grids, combined to create forms reminiscent of anthropomorphic figurations while simultaneously establishing cosmological dimensions. The special feature of Haese"s small-scale sculptures is the movement. The works vibrate and tremble in air and space at the slightest movement or vibration.

Haese’s monotypes and frottages, produced between 1959 and 1960, were the precursors of his first freestanding sculptures, with only approximately 20 to 30 unique pieces created. These works are prints of plaster sculptures originally built by the artist and then transferred onto paper with black ink. The collaging style of the later sculptures is clearly visible in these two-dimensional works - from the gear wheels and spirals to the fine networks, giving impressions of buckles and stamped sheets.

Günter Haese was born in 1924 in Kiel. He studied in the master class of Ewald Mataré at the Düsseldorf Kunstkakademie together with Joseph Beuys and Heerich. In the 60s, his works are displayin several well-known exhibitions and high-profile spaces. In 1964, he presented at Documenta III in Kassel alongside Piene, Uecker, Mack, and Tinguely. In the same year, he became the first German national to have a solo exhibition dedicated to him at the Museum of Modern Art, New York. In 1966, he represented Germany Pavilion at the XXXIII Venice Biennale. In 1969, he also participated in the Sao Paulo Biennial X. In the following years, Haeses’ works have been exhibited and collected in many national and international institutions including:  Modern Museum of Art, NY; the Solomon R. Guggenheim Museums, Tate Modern, Kunsthalle Düsseldorf, Museum Ulm, Kunsterneshus Oslo, Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam, Kunsthalle zu Kiel, and Kestner Gesellschaft Hanover.

Günter Haese lives and works in Dusseldorf.

Günter Haese
Günter Haese "Monotypes. Sculptures 1959-2013 "
24.01.13  -  07.03.13

HAMBURG Sfeir-Semler Gallery is happy to announce the opening on Friday 2nd of November, 7-9PM, of the solo show by the Lebanese artist Etel Adnan.  

An homage to Etel Adnan at Kampnagel, Hamburg will be held on Saturday November 3 with  an interview by Hans Ulrich Obrist and a reading of Etel Adnan"s texts  

Born in Beirut in 1925, Etel Adnan is widely recognized as one of the foremost authors, poets and playwrights of her generation. Writing across languages and continents, she has long been a singular voice in the cultural discourses of the Middle East, and painting has always been a key component to her artistic work. Standing out as one of the most influential women in the Middle East in the literary and artist fields, she says,
 
 "...I’m writing as a person who comes from painting. By that I mean what you do is make your composition. You trust your colors and your shapes, your gestures. You trust that something beyond that will come through even if you don’t know exactly what. You know that you are not just decorating a surface. You know that you are saying more than what meets the eye. In a way this is what we call a collage, but instead of using bits of paper you abstract shapes or planes of color. This is the way I proceed in poetry. I have the need to say something very precise, but I don’t need to say it in a precise way. And I trust that whatever I want to say will come through. That I don’t need to be sequential. I don’t even need to be clear. I have to be clear in my intentions, not in my words..” (1986,  The Non-Worldly World: A Conversation with Etel Adnan. Poetry Flash)
 
Adnan’s solo show in our Hamburg space will feature on the groundfloor new paintings & Leporellos all from 2012, never exhibited before. On the 1st floor we will show a choice of elder works from the 60s to 2010, several of which were exhibited earlier this year at Documenta 13.  
 
Etel Adnan s paintings are almost always small in size. Her canvases range between 25 x 30cm and 40 x 50 cm, seldom exceeding this maximum. Her direct, straight-forward paint strokes and lucid swaths of colour make her devoted investigation of painting a truly fresh, poetic, and unpretentious .
 
Etel Adnan works between Paris and Beirut. Born to a Turkish Muslim father in the Ottoman army and a Greek Orthodox mother, Adnan was caught between a conference of nationalities, religions, and languages. She spoke Turkish with her father, Greek with her mother, French at school, and Arabic in the streets of Beirut, immersing herself in each language and culture, yet separated from it as well. She left Beirut to Paris in 1949 to pursue her PhD in philosophy from the Sorbonne, which introduced her to a vast intellectual world of post-war France. In 1955, she moved to the United States to continue her studies at the University of California in Berkley and Harvard University. It is in California, where she lived until the 90s, that she starts experimenting with painting. During this time, Lebanon and the region experienced civil wars and political upheaval, described in Adnan’s seminal book on the Lebanese civil war,  Sitt Marie Rose. Her books of poetry, fiction, and plays are translated into more than 10 languages. In 2010, Sfeir-Semler Beirut organized the first retrospective exhibition for Etel Adnan’s paintings, drawings, and leporellos. In 2011, Adnan published  The Cost for Love We Are Not Willing to Pay, a notebook for Documenta 13’s series of 100 Notes/ 100 Thoughts. In 2012, Etel Adnan’s paintings and tapestries where displayed in Documenta 13 in Kassel, Germany, curated by Carolyn Christov-Bakargiev. Most recently, a monographic book has been published during the occasion of the Documenta opening, which includes essays by Carolyn Christov-Bakagiev, Hans Ulrich Obrist, and Simone Fattal.
 
The show goes on from November 2, 2012 January 12, 2013
 
An homage to Etel Adnan at Kampnagel, Hamburg will be held on Saturday November 3, 2012 featuring an interview with the artist by Hans Ulrich Obrist and a reading of Etel Adnan"s texts.
 

This event is organized by Kampnagel, Hamburg and Sfeir-Semler Gallery in collaboration with Forum Freies Theater Düsseldorf, Edition Nautilus and Suhrkamp Verlag.

 


 

 

 

Etel Adnan
02.11.12  -  12.01.13

Wir freuen uns  die zweite Soloausstellung von  TIMO NASSERI  "O Time Thy Pyramids" zu zeigen.

In seiner ersten Ausstellung in unserer Hamburger Galerie 2009 beschäftigte sich Timo Nasseri mit der arabischen Arithmetik und deren Einfluss auf die Islamische Architektur. Er zeigte spiegelnde Skulpturen wie "Muqarnas", "Epistrophy" und "Glance" sowie akribische Zeichnungen mit weißer Tinte auf schwarzem Papier.

Seine neuen Arbeiten gehen ebenfalls von der Arithmetik und von der Geometrie aus. Diesmal aber fand Timo Nasseri seine Inspirationsquelle in den Studien des Schweizers Mathematikers Jakob Steiner (1796 1863).

Thema ist wieder die Erkundung der Unendlichkeit.

Der Titel der Ausstellung zitiert Jorge Luis Borges’ "Die Bibliothek von Babel".Der Ausstellungstitel "O Time Thy Pyramids" ist der einzige lesbare Satz eines aus einem "reinen Buchstabenlabyrinth" bestehenden Buches dieser babylonischen Bibliothek. In ihr ist das gesamte Universum enthalten, unendlich, unlesbar. Die bloße Möglichkeit ist hier hinreichend für ein Dasein.

Seine neuen fragil erscheinenden Skulpturen, die Zeichnungen, die kleinformatigen Wandobjekte, die aus verschachtelten Rechtecken bestehende Holzskulptur, erscheinen auf den ersten Blick wie wissenschaftliche Modelle. Nasseri verschiebt hier den Blick von mathematischen Überlegungen des Orients hin zu Überlegungen und Erkenntnissen der Quantentheorie, in der in letzter Konsequenz nicht nur von einem, sondern von unendlich parallel existierenden Universen ausgegangen wird.

Die aus Kupferdraht gebauten Skulpturen nennt Nasseri "Bohrkerne". Sie suggerieren eine zugrundeliegende Ordnung und eröffnen ein Spiel mit Möglichkeiten, die ins Unendliche verweisen.

Die kleinformatigen Zeichnungen, deren Format nicht zufällig an Buchseiten erinnert, scheinen Berechnungen zu sein, die einem Mathematik-, Physik- oder Geografiebuch entnommen sein könnten. Der Künstler bedient sich formel- und modellhafter Darstellungen wie einer Sprache. Deren Bausteine (Linie, Punkt, Strecke, Kurve, Buchstabe, Zahle, kartografische Elemente), assoziiert er jedoch in einer Weise, die zwar den verstehenden Nachvollzug, nicht aber eine Les- oder Berechenbarkeit unterlaufen.

Die Wandobjekte bestechen, frontal in den Blick genommen, durch Symmetrie und Klarheit. Doch schon ein leichter Perspektivwechsel, ein Heraustreten aus der Mittelachse lässt den symmetrischen Aufbau in sich zusammenbrechen, das Objekt gerät aus den Fugen, verzerrt sich anamorphotisch. Die Anamorphose jedoch erzählt, man denke an "Die Gesandten" von Holbein, von einer anderen Wirklichkeit.

Nasseri eröffnet durch sein Spiel mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, z.B. denen des mathematisch Unendlichen, die Perspektive für das Fantastische oder Poetische. Wissenschaftliche Praktiken werden herbeizitiert und in der künstlerischen Praktik anverwandelt und umgewandelt. Der Wille anders zu denken wird sichtbar und ästhetisch erfahrbar.

Timo Nasseri ist 1972 in Berlin geboren und hat dort Fotografie studiert. Neben verschiedenen Förderpreisen erhielt er 2011 den Abraaj Capital Art Prize. Seine Arbeiten waren in verschiedenen Gruppenausstellungen zu sehen, so 2012 in "Wunder", Hamburger Deichtorhallen und Kunsthalle Krems sowie "Sculpture is Everything" in der Queensland Gallery of Modern Art, Brisbane, Australien.

Im September geben wir einen ersten umfassenden Katalog seiner Arbeiten im Distanz Verlag Berlin heraus.


 




Timo Nasseri
06.09.12  -  20.10.12

Wir freuen uns, Ihnen die erste Einzelausstellung von Khalil Rabah in Deutschland vorzustellen.

Der palästinensische Künstler Khalil Rabah ist ein Konzeptkünstler, der mit vielfältigen Medien arbeitet. Sein Verfahren kann als eine Form der künstlerischen Forschung gesehen werden, mit dem Fokus auf Fragen der palästinensischen Geschichte und Erinnerung.

Art Exhibition: Ready Made Representations: 1954-2010zeigt eine Sammlung von Ölgemälden, die auf Fotografien von Ausstellungen palästinensischer Kunst an den verschiedensten Orten weltweit von 1954 bis in die Gegenwart basieren. Das über Jahre gesammelte Fotomaterial stammt aus Zeitungen, dem Internet und Galeriearchiven oder ist von ihm selbst fotografiert. Rabah überträgt seine Recherche in fotorealistische Ölgemälde und produziert eine Serie von Bildern, die die Kunstszene in ihren verschieden Facetten untersucht: die Künstler, Besucher, Kuratoren, Sammler, die Ausstellungsorte und Institutionen sowie die Ausstellungen selbst. Art Exhibition Ready Made Representation: 1954 2010 ist als Versuch einer subjektiven Auslegung historischer und zeitgenössischer   Ausstellungspraktiken zu verstehen.

Gleichzeitig formuliert Khalil Rabah eine institutionelle Kritik, indem er, wie in The Palestinian Museum of Natural History and Humankind oder in United States of Palestine Airlines, in seiner Kunst imaginierte und fiktive nationale Institutionen etabliert. The Palestinian Museum of Natural History and Humankind ist ein über Jahre fortlaufendes Projekt, das Informationen über Neuigkeiten und Projekte des Museums in Newsletters publiziert. Das Museum beinhaltet Disziplinen, wie Paläontologie, Geologie, Botanik sowie Anthropologie und Kunst. Mit seiner Arbeit sucht Rabah national geprägte Diskurse und Identitäten durch uneindeutige, hybride oder transnationale Formationen zu ersetzten und auf diese Weise die offiziellen Geschichtsschreibungen zu hinterfragen.

Khalil Rabah wurde 1961 in Jerusalem geboren und studierte Bildende Kunst und Architektur an der University of Texas. Rabah unterrichtete Architektur an der Bezalel Academy, Jerusalem. Er ist Mitbegründer des Al Mamal Foundation for Contemporary Art, Jerusalem sowie der Art School Palestine, London und ist Direktor der Riwaq Biennale, Palästina. Rabah ist Mitglied des Beirats der Delfina Foundation und der Biennial Foundation, außerdem ist er im Mitgliede im Beratungskomitee   des Ashkal Alwan Homeworks Programm, Beirut, Lebanon

Er war Teilnehmer an wichtigen internationalen Gruppenausstellungen und Biennalen teilgenommen, wie Gwangju (1995), Sydney (1998),  Sao Paulo (1998), Istanbul (2005), Liverpool (2008), Venice (2009) and Sharjah (2010). Seine Arbeiten waren in vielen internationalen Einzelausstellungen zu sehen, z.B. in The Brunei Gallery, SOAS der University of London. Seine nächsten Soloausstellungen werden im Juli 2012 in The Beirut Art Center und im E-Flux, New York gezeigt. Zu den wichtigen Werkgruppen gehören: 50.320 Names  (2007), After 12 Years (2008) und seit 2010 die Arbeit  Biproduct, im Mathaf, Doha in 2010.

 

Khalil Rabah lebt und arbeitet zu Zeit in Ramallah, Palästina.

Khalil Rabah
Art Exhibition: Ready Made Representations 1954 - 2010
11.05.12  -  07.07.12

HAMBURG - Sfeir-Semler Gallery is happy to start the new year with an opening Friday 20th of January, 7-9 pm, of a solo show by the Lebanese artist, Akram Zaatari. This opening coincides with a common opening of all galleries on the Fleetinsel in Hamburg.

 

Zaatari’s practice is tied to the practice of collecting. His work reflects on the production and circulation of images in the Middle East, while considering notions of power, work, social codes / types, fashion, representation and history.

 

This show focuses on Zaatari’s work with photographic documents while building the collection of the Arab Image Foundation. In 1997 Zaatari started a two-year-project traveling, researching, and collecting photographs from families and from photographers while interviewing them with his video camera. Since 1999 has been focusing on the archive of Studio Sherezade, studying, indexing and presenting the work of Hashem al-Madani (1928-), a studio photographer who worked in Sidon from 1948 until this day.

 

On the ground floor he presents five enlarged photographs of bodybuilders taken in the Southern Lebanese port city of Sidon. The images are reproduced from negatives taken by Hashem al Madani in 1948. The negatives have been badly stored and were consequently damaged with time and therefore the images have eroded in contrast with the youth of the bodybuilders depicted in them.

On the first floor we present two video installations, On People, Photography and Modern Times (38 minutes, 2010) and Her and Him (2011). The first tells the stories behind photographic records that Zaatari had researched and collected for the Arab Image Foundation in the late nineties. It questions some of the conventions of photographic preservation, and evokes some of the emotions that ties photographs to their owners while commenting on their loneliness aging. It is the first time it has been shown outside the Middle East. Her and Him is comprised of the video Her + Him Van Leo (32 minutes, 2001) made with a long interview Armenian-Egyptian photographer Van Leo, about conventions related to his work. Next to the video hangs a vitrine of photographs taken by Van Leo himself in 1957 showing an Egyptian young woman photographed while undressing in twelve poses.

 

In the exhibition reception space is shown the full series of Another Resolution, 1998, where Zaatari re-stages photographs of children, using adults, therefore commenting on our photographs contribution in constructing gender.

 

Akram Zaatari was born in Sidon, Lebanon in 1966 and lives and works in Beirut. He is author of more than 40 videos and numerous photographic and video installations and publications.

 

Recent exhibitions include MUSAC, Spain, Kunsternes Hus, Norway, the Istanbul Bienniale, and Videobrasil 2011 where his video Tomorrow Everything will be Alright won the Grand Prize. His works have been acquired by Kunsthaus Zürich; TBA, Vienna; Tate Modern, London and Centre Pompidou, Paris amongst others. His exhibition The Uneasy Subject opens at MUAC in Mexico on January 28, 2012.

 

The exhibition runs from the 20th of January to the 31st of March 2012. For more information, please contact galerie@sfeir-semler.com

Akram Zaatari
The End
20.01.12  -  31.03.12

Im Laufe eines Monats hat Masuyama täglich Blumensträuße vor schwarzem Hintergrund fotografiert und die sukzessiven Zuständen ihres Verfalls festgehalten. Wie schon in den Leuchtkästen seiner früheren Werkgruppen, z. B. den Serien zu J.W.M. Turner und Caspar David Friedrich, ist jedes Stillleben aus Einzelbildern zusammengesetzt. Masuyama montiert die Fotografien auf zentimeterdicke, sechseckige Holzplatten, die durch offen sichtbare Trägerkonstruktion mit einander verbunden sind. Die wabenartigen Gerüste bilden gewissermaßen Architekturen für die Fotografien. Die Stillleben sind weniger Bilder im klassischen Sinne als vielmehr skulpturale Fotografien oder fotografische Skulpturen.

Masuyamas Arbeiten beruhen zunächst auf Versuchsanordnungen. Der Concept Art der 1960er und 70er Jahre vergleichbar, bezieht er das tägliche Erfassen von Zuständen von Dingen oder sich wiederholender Handlungen des eigenen Lebens systematisch in seine Werke ein. Zeit und Raum bilden hier gewissermaßen den Grundton. Die Concept Art und andere zeitgleiche Formulierungen waren jedoch mit der Etablierung der Idee als Kunstwerk und der Forderung des "Ausstieg aus dem Bild" verbunden. Masuyama arbeitet mit konzeptuellen Strategien, macht jedoch etwas anderes. Er produziert Bildobjekte, die sich z.T. explizit auf europäische Bildtraditionen, wie die romantische Landschaftsmalerei oder, wie in der Ausstellung zu sehen, auf das barocke Stillleben beziehen.

Masuyama orientiert sich hinsichtlich der äußeren Form und der inneren Struktur seiner Blumenstillleben am Aufbau eines Insektenauges. Das gewölbte, nicht zwingend runde Facettenauge, besteht aus hunderten sechseckiger Einzelaugen, die immer Ausschnitte wahrnehmen. Die Fotografien der Sträuße werden nicht, wie in den anderen Werkgruppen, mit Mitteln der digitalen Bildbearbeitung überlagert oder in einer Abfolge miteinander verschmolzen. Er zerlegt sie stattdessen in sechseckige Bildausschnitte und setzt diese zu einem neuen Bild zusammen. Das zeitliche Nacheinander der Zustände wird so in eine Simultaneität des Ungleichzeitigen überführt. Dem Kaleidoskop vergleichbar, das den Blick in den Raum zerteilt und ein diskontinuierliches Bild entstehen lässt, wird hier ein Zeitraum aufgespalten und neu geordnet. Dennoch sind die Kompositionen nicht völlig diskontinuierlich. Die zeitlich länger zurückliegenden Ausschnitte konzentrieren sich in der Bildmitte, während sich die zunehmend verwelkten Blumen an den Rändern finden. Die kompositorische Verdichtungen im Bildzentrum und Auflockerung an den Rändern entspricht dem traditionellen Bildaufbau von Blumenstillleben. Gleichzeitig bleibt das Ausschnitthafte immer sichtbar, da die Zwischenräume zwischen den Bildteilen explizit und bildstrukturierend stehen bleiben.

Die neue Videoarbeit ist ein bewegtes Selbstportrait des Künstlers. Täglich zur gleichen Zeit aufgenommene Aufnahmen, in denen der er immer wieder, das am Tag zuvor gemachte Foto in der Hand hält, werden in ihrem zeitlichen Verlauf abgefilmt. Der so produzierte Sog in die Tiefe suggeriert Unendlichkeit.

Hiroyuki Masuyama wurde 1968 in Tokio geboren. Er studierte von 1989 1993 an der University of Fine Arts and Music in Tokio Malerei und Wandmalerei. 1995 führte ihn ein DAAD-Stipendium an die Kunstakademie nach Düsseldorf in Klasse von Magdalena Jetelova. Von 1999 2001 setzte er seine Ausbildung an der Kölner Kunsthochschule für Medien fort. Hiroyuki Masuyama lebt und arbeitet in Düsseldorf. Im Sommer 2011 wurden seine Arbeiten in einer Soloausstellung in der Kunsthalle Gießen gezeigt. Seine große Arbeit "0", eine hölzernen Kugel, von 260 cm Durchmesser, in deren Innenraum abertausende winziger Fiberglasleuchten das Sternenfirmament der nördlichen und südlichen Hemisphäre kreiert, ist in der Ausstellung "Wunder" in den Deichtorhallen Hamburg bis zum 5. Februar. 2012 zu sehen.

 

Hiroyuki Masuyama
Kaleidoskop
28.10.11  -  07.01.12

Wir sind stolz den Fotografen F.C. GUNDLACH gerade im Jahr seines 85-jährigen Geburtstags mit einer weiteren Einzelausstellung präsentieren zu können. Die Hamburger Exponate sind eine Auswahl aus seiner Schau in der Sfeir-Semler Gallery/Beirut im Frühjahr 2011. Die für unsere Ausstellung ausgesuchten Photos nehmen den Betrachter mit auf eine Reise in den Orient! Der Focus liegt dabei auf Modefotografien, entstanden im Libanon und Ägypten der späten 50er und 60er Jahre, dem sogenannten "Golden Age" von Beirut und Kairo. Sie veranschaulichen Gundlachs spezifische Auffassung von Modefotografie: Es ging ihm nie darum ein Kleidungsstück einfach zu fotografieren, sondern immer darum den Zeitgeist zu dokumentieren, wie er sich auch und vor allem in der Mode manifestiert. Diese Photos wurden meist nicht im Studio bei Kunstlicht, sondern bei Tages- oder bei nächtlicher Beleuchtung...auf der Strasse, in der Natur, an fernen "locations” gemacht, in Konfrontation mit Technologie (Autos, Flugzeuge) oder Architektur! Seine Fotografien reflektieren deshalb neben den Moden und Schönheitsvorstellungen immer auch Einflüsse des aktuellen Lebensgefühls und der zeitgenössischen Kunst. So präsentiert Gundlach beispielsweise die Courrege Mode der 60er Jahre als Phänomen der geometrisch-architekturalen Op Art vor der Inkarnation geometrischer Architektur: den antiken Pyramiden der ägyptischen Pharaonen!

 

F.C. Gundlach wurde 1926 in Heinebach geboren und studierte von 1947-1949 bei Rolf W. Nehrdich an der Akademie für Moderne Lichtbildkunst in Kassel. Seit Ende der 40er bis in die 80er Jahre arbeitete er für viele Magazine, u.a. für Elegante Welt, Film und Frau, Revue, Sternund Brigitte. Als Gründer der CC (Creative Color) und der PPS (Professional Photo Service) in Hamburg brachte FCG in den 60er Jahren die professionelle Farb- und Studio-Technologie aus den USA nach Deutschland. Seit den 70er Jahren war FCG auch als Galerist und Kurator tätig, gründete 2000 die F.C. Gundlach Stiftung und drei Jahre später das Haus der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg. FCG war Professor an der HdK, Berlin und ist Ehrenprofessor der HfBK, Hamburg, er wurde mit verschieden Preisen und Ehrungen ausgezeichnet.

 

F.C. Gundlach
The Middle in the 50s and 60s
02.09.11  -  22.10.11

In unseren Hamburger Galerieräumen im 1. Stock präsentieren wir nach ihrer ersten Soloschau 2011 in der Sfeir-Semler Gallery/Beirut mit Harem die zweite Einzelausstellung der ägyptischen Künstlerin HODA TAWAKOL. Es werden Arbeiten aus der Beiruter Show und neue Arbeiten gezeigt. Am Samstag, den 3. September um 17 Uhr wird Hoda Tawakol in unseren Galerieräumen und in der Produzentengalerie in ihre Arbeiten einführen.

 

Das Werk Hoda Tawakols reflektiert ihren biografischen Hintergrund zwischen den Kulturen des Nahen Ostens und des Westens. Dabei geht es ihr insbesondere darum tradierte Zuschreibungen des Weiblichen zu hinterfragen. Die künstlerischen Arbeitsmaterialien, der sie sich bedient, stammen nicht aus dem Kunstbedarfsladen, sondern aus dem Lebensalltag: Stretch-Stoffe, Bikini-Stoffe, Nähgarn, Nylon, Kunsthaar, Leder, Luftballons, Barbiepuppen. Sie spannt die Stoffe über Keilrahmen, die Sie wiederum zerschneidet, vernäht, zerstört und zu Quilts und Patchworks zusammenfügt. Sie thematisiert Bekleidung, Mashrabiyas oder verhüllende Überlappungen. Deren Farbigkeit wird offensiv als Gegensatz zum schwarzen Shador der verhüllten Frauen im orthodoxen Islam eingesetzt.

In Ihren Skulpturen - es sind Masken aus Haar oder Gesichtsrüstungen, Barbiepuppen, Falkenhauben aus Filz oder Leder - hinterfragt Sie die Verdeckung, die aufgezwungene Bekleidung der verhüllten Frauen, die nur durch den Mann existieren darf, die Frau als Gefangene, und nicht zuletzt Ihre Stellung in einer Männerwelt!

Bei den Barbiepuppen entreißt Tawakol diese umstrittene westliche Schönheitsikone fast gewaltsam der vertrauten Spielzeugsphäre und stellt sie in einen ganz neuen Kontext, der durch eines ihrer Hauptthemen definiert wird: die Dynamik des Zeigens und Verdeckens. Die Puppe wird mit Stretch-Stoff verhüllt, der wie eine zweite Haut den Puppenkörper umspannt, ohne Ihr einen freien Blick oder die Freiheit der Bewegung zu erlauben. Das im arabischen Raum als Symbol für Weiblichkeit zunehmend verhüllte Haar wird selbst zum Schleier. Diese Umkehrung von Verdecken und Sichtbarmachung wird zum großen Haargeflecht, zu Strähnen, die sich dann von einem Punkt wuchernd und bedrohlich auf der Wand ausbreiten. Diese Haarskulpturen sind gleichsam Rüstungen, die innen leer sind und nichts mehr verdecken. Die mannskopfgroßen Falkenhauben, eigentlich dazu da den Jagdtrieb des Raubvogels zu bändigen, werden bei ihr zu Masken, die den Blick des Trägers - ob Mann oder Frau - einsperren.

Hoda Tawakol wurde 1968 in London geboren, hat ägyptische Eltern, wuchs in Paris auf und studierte seit 2006 an der HfBK in Hamburg in der Klasse von Andreas Slominski. 2011 machte sie ihr Diplom. Hoda Tawakol lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Hoda Tawakol
Harem
02.09.11  -  22.10.11

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Wir freuen uns Sie zur Eröffnung der Ausstellung von Moritz Altmann am Donnerstag 12. Mai 2011 in Anwesenheit des Künstlers einzuladen. Dies ist seine zweite Einzelschau in unserer Hamburger Galerie.

 

Der 1975 in Marburg an der Lahn geborene Moritz Altmann studierte in München an der Akademie der Bildenden Künste und dann an der Hamburger HfBK, wo er 2007 bei Pia Stadtbäumer sein Diplom machte. 2010 erhielt Moritz Altmann das Reisestipendium des Vereins "Neue Kunst in Hamburg", das ihn nach Sevilla und in die Türkei führte.

 

Die unter dem Titel ifrit versammelten zwischen 50 und 100 cm hohen Objekte, alle aus glasierten gebrannten Ton, erinnern sowohl in ihrer Form als auch in ihrem ornamentalen Dekor an Gefäße, an wertvolle Pokale oder überdimensionierte Flakons für Öle und andere aromatische Essenzen, wie man sie aus Kleinodien-Sammlungen, Wunderkammern oder aus barocken Stillleben zu kennen meint. Doch handelt es sich gerade nicht um edle kunsthandwerkliche Gebrauchsgegenstände. Spätestens auf den zweiten Blick wird deutlich, dass sich die Objekte jeglicher Funktion entziehen. Sie zitieren schmuckvolle Gebrauchsobjekte, erscheinen wie deren übergroße Abbilder und sind autonome Kunstwerke.

 

Moritz Altmann bearbeitet den Ton auf eine Weise, die dem Erdigen des Materials Raum gibt. Die Oberflächen sind nicht geglättet und fein ziseliert, sondern erscheinen rau, fast brutal. Trotz ihrer fesselnden Eleganz in der Form bleibt ein Widerstand des Materials sichtbar und wird geradezu in Szene gesetzt. Die Glasur ist auf einigen der Skulpturen pastos und verschwenderisch aufgetragen, so dass eine satte, manchmal blasige Oberfläche entsteht. Sie erscheint unkontrollierbar in ihren schillernden bis abgründig matten Effekten, sowie in ihrer Farbigkeit von bleiernem, fast schwarzen oder silbrigen Grau bis hin zu unwahrscheinlichen Goldtönen. Sie entfaltet eine faszinierende Sogwirkung und wirkt zugleich abstoßend.

 

Konfrontiert wird das Eigenleben des Materials mit der formalen Gestaltung der Skulpturen. Moritz Altmanns künstlerisches Interesse gilt dem Ornament als einem Oberflächen strukturierenden und gestaltenden Element. Entsprechend beschäftigen ihn okzidentale und orientalische Ornamentsysteme und die Möglichkeiten ihrer Synthese. Der Bauschmuck spätbarocker Architekturen haben Moritz Altmann ebenso beeinflusst wie deren scheinbar regelloses Dekors, das ganze Gebäudefassaden überwuchert. Erinnert sei an spanischen Architekten und Bildhauer José Benito de Churriguera, also an den Churriguerismus.

 

Abgesehen von den sie krönenden Spitzen oder Harpyien ist jede Skulptur aus einer sich wiederholenden ornamentalen Form, einem von Voluten gerahmten sich konvex wölbenden Oval zusammengesetzt. Die unterschiedliche Gestalt der Skulpturen ergibt sich aus der Größe und Anordnung des modulartigen Ornaments. In der Gesamtschau und in jedem einzelnen Werk wird deutlich, dass die sichtbare Gestalt ein gesetztes und zugleich ein zufälliges Endprodukt ist. Die Arbeit Karabasan macht dies besonders augenfällig. Die raumgreifenden Auswüchse sind, ähnlich wie Fraktale, verkleinerte Wiederholungen ihrer selbst.

 

Moritz Altmanns Skulpturen bewegen sich stets zwischen widersprüchlichen Polen, sie schillern wie ihre Glasuren: zwischen Okzident und Orient, Abgeschlossenheit und wuchernder Offenheit, Einzigartigkeit und Wiederholung, Kunstgewerbe und Kunst, Verführung und Ekel, Historismus und surrealer Zukunft, Versteinerungen und flüssig heißer vulkanischer Lava. Verstärkt wird dies durch die Titel der ausgestellten Arbeiten. Denn Namen wie Ifrit, Nazgül oder Melegim gehören zu Feuer-Dämonen, Geistern, Engel oder anderen schattenhaften Wesen die in den Zwischenwelten angesiedelt sind.

 

Moritz Altmann
Ifrit
12.05.11  -  18.06.11

HAMBURG - Galerie Sfeir-Semler is pleased to present My Leap into the Void, Rabih Mroué’s first one-person exhibition in Germany. An opening reception will be held on January 21, 2011 from 7-9PM, with an introductory lecture by the artist at 8PM.

 

After the Lebanese Civil War’s official end in 1990, Rabih Mroué, working primarily in theatre and across various experimental dimensions of performance, began to address key questions surrounding the formulation of historical narratives, the practice of recording or archive-keeping, and the intersection between personal memory and the country’s contentious history. Running throughout Mroué’s artistic and theatrical work is a keenly introspective commentary on the artist’s responsibility, the place of fiction in history, and the conditions in which an artist may speak the truth.

 

Grandfather, Father and Son (2010) presents the intellectual pursuits of the artist’s immediate family (his grandfather, his father and himself), synchronized with the chronology of Lebanon’s conflicts. A short story that the son wrote during the war and published in Beirut’s daily Communist-party newspaper presages a real-life bombing in his family’s apartment. Displayed in vitrines, the handwritten manuscript of a mathematical treatise that the father wrote is considered by the son as an act of resistance, and triumph, against the Israeli invasion of 1982. And displayed on the wall is the library card-catalogue system that organized the grandfather’s book collection; but rather than systematizing this body of literature, this disordered index becomes a portrait of the grandfather’s idiosyncratic organization of knowledge.

 

The exhibition will feature a number of video works including Noiseless, in which Mroué takes on the identities of a slew of missing persons, morphing into portraits from newspaper reports and exploring the notion of disappearance as both a fantasy and a condemnation. I, the Undersigned, a two-channel video, pairs a quivering portrait of the artist alongside a list of apologies for his actions during the war, addressing the public in a formal contract binding him to his apology. Against the reality of a political landscape in which almost no official apology has been issued from the war, Mroué has articulated the impossibility of legal language to adequately deliver regret, devolving instead into an endless, looping apology that is made of words and nothing but words. I Miss the Bad, Old Days (2010) furthers Mroué’s interest in storytelling and it’s intersecting relationship to history. Set within an illuminated old manuscript, the artist has written the story of Soviet diplomats kidnapped in Beirut in 1985 and the violent KGB mission that attempted their rescue.

 

Rabih Mroué (born Beirut, 1967) is an actor, director, playwright, and visual and performance artist. He is a contributing editor for The Drama Review (TDR) and KALAMAN, as well as a co-founder and board member of the Beirut Art Center. In 2010 Mroué was awarded an Artist Grant for Theatre/Performance Arts from the Foundation of Contemporary Arts, New York and the Spalding Gray Award. His first one-person exhibition premiered at BAK in Utrecht in 2010. Recent exhibitions and performances include Performa 09, New York, 2009; 11th International Istanbul Biennial, Istanbul, 2009; Tarjama/Translation, Queens Museum of Art, New York, 2009; Sharjah Biennial, Sharjah, 2009; Soft Manipulation Who is afraid of the new now?, Casino Luxembourg, Luxembourg, 2008; Medium Religion, Center for Art and Media (ZKM), Karlsruhe, 2008; HomeWorks, Beirut (2010, 2008); Festival d’Avignon France (2009). Tanzquartier Wien, Vienna (2009); HAU 2 at the Hebbel Theatre, Berlin (2008); Festiva d’Automne France (2009), Seimens Art Program, Munich (2006), Sfeir-Semler Gallery, Beirut (2006); Les Subsistances, Lyon (2004), KunstenfestivaldesArts (2002) among others. He lives and works in Beirut.

 

Rabih Mroué
My Leap into the Void
21.01.11  -  31.03.11

Untitled, 2009 (GI 2 508 174), Oil on canvas, 90 x 120 cm

Bert de Beul
Paintings
12.11.10  -  08.01.11

HAMBURG - Galerie Sfeir-Semler is delighted to announce the first one-person exhibition at the gallery by the Palestinian artist Taysir Batniji. An opening reception with the artist will be held on September 9 from 7pm to 9pm.

 

Born in Gaza in 1966, Batniji lives and works in exile in France. His work, which includes a diverse range of photographic projects, sculpture and conceptual installations, engages his liminal political situation in highly varied and deeply poetic ways. As the title of this exhibition suggests, Batniji’s work mines the interplay between constant migration and endless stasis, the perpetual instability and simultaneous paralysis that marks his political and personal experience.

 

In "HG0809”, Batniji has imagined a real-estate company offering homes in Gaza. As he is not permitted to return, Batniji worked for nearly two years with a Palestinian photographer to take precise images of houses damaged during the 2008-2009 war in Gaza. With these images in serene, still lighting, empty of people the artist has created real-estate advertisements. The plain language of these advertisements creates a fiction that temporarily suspends the political context of these homes and imagines them purely material real-estate. The images transport an almost unthinkable sense of tranquility, beauty and possibility in a devastated place, weaving together the tenuous irony, poetry and political reality of Batniji’s Gaza. It is a fantasy, at once funny and also profoundly complex, that a home in Gaza might ever be available as "4 rooms, 2 sitting rooms 2 bathrooms with garden and sea views”.

 

In an early sculptural work titled "Une fenêtre en voyage”, a large photo of the sky is folded and taped to an old, used window, a wide-open vista now made material and tethered to its frame in a dream of transporting a particular sky view through a particular window. "Valise” shows an old suitcase filled with sand, an attempt to fit a while geography inside a suitcase while simultaneously weighing it down. A new work, "Sablier”, show an hourglass tipped on its side, time frozen inside these two fragile glass bulbs. The overturned hourglass takes on the symbolic shape of infinity, but we see a temporal stand-off with no sand flowing, signaling both timelessness and paralysis.

 

In "Watchtowers”, Batniji presents an index of 26 photographs of Israeli watchtowers that keep surveillance over the Palestinian territories, self-consciously attempting the typologies of Bernd and Hilla Becher but within a radically limited set of political conditions. Where we expect to see the Becher’s crisp documentation of architectural variances in these structures, we see instead photos just slightly out of focus and off-kilter. As with "HG0809”, Batniji commissioned these photographs despite obvious risks and restrictions. The result is a typological documentation marked by the hindered circumstances of its own making and the compromised position of the photographer. The Becher’s attempt to capture a fading history of industrial architecture is here subverted in Batniji’s attempt to capture the urgent political realities of his present day.

 

"Untitled (key marks on rolled textile)” again animates an indexical recording of a Palestinian reality, here focusing on the tradition of Palestinian refugees safeguarding the keys to their old houses. These antique keys might have been kept safe in rolled bits of cloth, and the artist imagines that these keys have recorded their own temporality and history in rust on the cloth. It is as if the artist has unfurled a collection of these precious keys to find that they have disappeared and left only their ghostly imprint.

 

Also on view will be a number of installations that address Batniji’s experience of art-making and placelessness. With materials that range from delicate pencil shavings to cast concrete, Batniji’s installations suggest something of the unconscious spaces of artistic labor. With so much trouble about geography and earthly places, Batniji’s installations perhaps invent a kind of interior, psychological place: a private drawer lined with mirrors, a bed made of street concrete.

 

Taysir Batniji’s work has been included in biennials and international exhibitions throughout Europe and the Middle East, including the 2007 Sharjah Biennale, the 2nd Riwaq Biennale in Ramallah (2007), and Dreams and Conflicts: Utopia Station at the Venice Biennale in 2003, among many others. One-person exhibitions include 2004’s "Transit” at Witte de With Center for Contemporary Art, Rotterdam, "Fathers” at Darat Al Funun in Amman, Jordan, and others. His work is included in international museum collections, including the Georges Pompidou Centre, Paris, the F.N.A.C. Paris, and the Victoria and Albert Museum, London. Batniji received a B.A. in Fine Arts at the Najah University in Nablus, Palestine, Ecole de Beaux art Bourges, France, St. Denis-Paris VIII in Paris, France, before receiving a post-diploma from the College of Fine Arts in Marseille, France.

 

Taysir Batniji
Mobile Home
10.09.10  -  02.11.10

RICHARD NONAS In situ Installation & Sculptures

"”Art is a way of making the word bigger…Ambiguity is what interests me . And immediacy..tension is what I want…I grab what I grab; remember what I remember: skew it and use it. And forget the rest. Or try to.” Nonas, 1998/2010

 

For over 40 years, the Antropologist Richard Nonas has been creating intensely physical and immediately emotional works by carving, joining, stacking, arranging, re-working and even painting his essential materials of wood and metal. Describing the origins of his art practice, he writes: "I saw that simple objects, physical things and places an ax, a mountain, a box, pieces of wood roughly stacked could convey complex human emotion in an unmediated, undivided and instantaneous way.”

 

For his first show with Galerie Sfeir-Semler, Nonas has installed two Insitu Sculptures in two spaces of the gallery : one in Steel , the other in Wood. The artist has grouped around these simple strongly minimal pieces, on the wall, small stacks of wood or of steel forming profoundly captivating elementary geometries, with painted surfaces peaking out from within these piles of raw materials. Out of layers and pieces, Nonas creates new wholes, new forms that reveal the artist’s deeply felt investigation into volume, weight, material, surface and the interaction, unity and poetic implications of these elements.

 

Based in New York, Richard Nonas (born 1936, New York) has exhibited internationally since the 1970s many of You might remember his Installation in the Gardens of the Documenta 1976- with exhibitions across the US, Europe and Asia, including one-person shows at the Walker Art Center in Minneapolis, the Socrates Sculpture Park in New York, MAMCO in Geneva, and major art galleries from New York to Tokyo. From May 15 August 22, 2010, Nonas will have a one-person exhibition at the Musée d’art moderne de Saint-Étienne Métropole called "Shoots Good, Not Straight”. For more information, please visit www.mam-st-etienne.fr.

 

ROBERT BARRY Recent Work

A major protagonist and pioneer of Conceptual Art, Robert Barry has been making language-based artwork since the sixties. By arranging words in lists, circles, or scattered compositions on paper, canvases, mirrors, videos, walls, windows, floors and buildings, Barry’s work has explored meaning and its various modes of communication and display. By selecting a potent set of single words, the artist provides viewers with suggestions and possibilities for the relationships between words themselves, between words and images (and words as images), and between words and viewers.

 

For this show of new work, Barry will present one list of words directly on the wall in silver mirrored text. A second list of words will continue from the wall onto the floor with words in various colors. Every other word in these lists is flipped upside-down, creating a kind of double-direction of meaning in which words address each other and the viewer from oscillating perspectives. Large works on canvas and on paper show words against a grey background, continuing Barry’s investigation into the rich, wordless possibilities of color paired with direct but various significations of language.

 

With solo shows in major venues around the world, Robert Barry has established himself as one of the foremost artists in the continuing history of Conceptual Art. His work has been included in many major public and museum shows and collections such as documenta 5,6,7, the Museum of Modern Art in Frankfurt, the Stedelijk Museum in Amsterdam, PS1 in New York, Kunstmuseum Luzern, Switzerland, Moma New York and Los Angeles and many others. Born in New York in 1936, he lives and works in Teaneck, New Jersey.

 

RICHARD NONAS / ROBERT BARRY
Recent works
28.05.10  -  28.08.10

Günter Haese has been making mobile sculptures since the late 1950s. In 1964, he became the first German artist after the second world war to have a solo exhibition at the Museum of Modern Art in New York. He participated in Documenta in Kassel in 1964 and went on to represent Germany at the Venice Biennale in 1966. His fragile, delicate sculptures are in many important collections include the MoMA and the Guggenheim in

New York and a number of German museum collections.

 

His sculptures are small in size and made of phosphor bronze wires in metallic and black colors. Every movement in the air or vibration in a room brings them to movement. These tenuous wire compositions become light, poetic constellations. They are precious indeed, with Haese"s small oeuvre consisting in just around 400 sculptures over his

decades-long career.

Günter Haese
Neue Skulpturen
30.03.10  -  08.05.10

Elger Esser -Combray(Arc-en-Barrois), Frankreich, 2007, 122 x 139 x 6 cm

 

Galerie Sfeir-Semler is proud to announce our 4th exhibition of works by Elger Esser (*1967, Stuttgart). This exhibition will feature new landscape photographs as well as the artist’s new series of large-scale heliogravures inspired by Marcel Proust.

 

Esser studied photography at the Düsseldorf Academy under Bernd and Hilla Becher, but he has been called "the heretic of the Becher class.” (Britta Sachs - FAZ 19.01.2010) Veering from the Becher’s visual language of stark, concrete documentation of architectural typologies in specific historical moments, Esser animates his landscapes with profound sentiment, atmosphere and poetry. His lush pictures are pin sharp and deeply precise, but removed from our identifiable time in history to become dreamlike fantasies of a place as it might exist in one’s imagination.

 

On view will be a selection of Esser’s landscape photographs, vivid sweeps bathed in hues of blue and yellow ambience. These landscapes stem from the Veduta tradition of 19th Century travel painting, inviting the viewer to gaze into expansive pastoral scenes, empty of people or the markers of contemporary life. Amid these natural landscapes, Esser allows details - fragments of architecture, a bridge, a jetty, a stony wall - to suggest infinity, a place out of time, a kind of mirage. His quiet, meditative, ethereal images are simultaneously vast and vivid, with the sea, rivers, or water opening up to the sky on a brilliantly nuanced pictorial surface.

 

In addition, we will present Esser’s new heliogravures that conjure Marcel Proust’s imaginary town of Combray with images taken at sites around France. These black and white photo-engravings printed on cotton paper use an antique method of printing that was developed at the dawn of photography and was widely used as a method of illustrating fine publications at the end of the 19th Century. Calling upon his interest in the history of art, photography and literature, this printing technique brings to Esser’s images the most delicate, detailed range of blacks and whites printed at large scale (122 x 139cm, a highly unsual size for heliogravure). The heliogravure emerged from the earliest explorations of photography, aiming to capture and preserve images in time. The poetry of this technique, its relationship to literature and book illustration, the stillness and mystery of Esser’s sites, the indefinable temporality of these images all bring the viewer into their own "recherche du temps perdu,” illuminating the atmosphere of our past, our history, our memory.

 

ELGER ESSER
Landschaften - Veduten - Ansichten - heliogravüren
29.01.10  -  20.03.10

Raad’s ongoing project titled Scratching on Things I Could Disavow: A History of Art in the Arab World proceeds from the recent emergence in the Arab world of a new infrastructure for the visual arts comprising arts festivals, workshops, fairs, biennales, museums, galleries, funds, schools, journals and collections, among others. These developments, when viewed alongside the geo-political, economic, social, and military conflicts that have consumed the region in the past few decades, form a rich and knotty ground for creative work. Raad’s exhibition presents forms and stories made possible by this ground.

 

Raad refers to the three works in the show (which include sculptures, photographs, and mixed media installations) as stage sets from a forthcoming play about the history of art in the Arab world.

 

The exhibition expands upon Raad’s The Atlas Group, a 15-year project that examined the social, political, psychological and aesthetic ramifications of the various wars that have been waged in Lebanon.

 

Walid Raad was born in Chbanieh, Lebanon, in 1967. His work has been exhibited in prominent national and international exhibitions. Most recently, his work was the subject of "The Atlas Group: A Project by Walid Raad,” a one-person show at the Photo Espana 2009 at the Reina Sofia Museum, Madrid. Earlier this year "Scratching on Things I Could Disavow” was exhibited at REDCAT, Los Angeles. Raad’s work has also been presented at Documenta 11, Kassel (2002), Homeworks, Beirut (2005), the 2000 and 2002 Whitney Biennials, the 2003 Venice Biennale, the Kitchen, New York (2006) and the Hamburger Bahnhof, Berlin (2006). In 2007 Raad was awarded the Alpert Award, presented by CalArts, Los Angeles and in 2009 he was the recipient of a John Simon Guggenheim Memorial Foundation Fellowship. In 2009 Raad was nominated for the HUGO BOSS Price 2010.

 

Raad lives in Beirut and New York and has been an Associate Professor of Art at The Cooper Union’s School of Art, New York, since 2002.

 

WALID RAAD
Scratching on Things I Could Disavow - A History of Art in the Arab World: Part 1_ Volume 1 _ Chapter 1 (Beirut: 1992 - 2005)
13.11.09  -  16.01.10

Epistrophy III, 2009, Stainless steel, polysterene, wood, 186x202x88cm, unique

Timo Nasseri
GHAZAL
04.09.09  -  31.10.09
SWISS MADE
DANIELE BUETTI . BALTHASAR BURKHARD . GERDA STEINER & JÖRG LENZLINGER . CHRISTINE STREULI
08.05.09  -  15.08.09

Parallel Universes offers the spectator the gift of ubiquity. The title nods at the "Multiverse theory", the hypothetical set of multiple possible universes embracing together all of reality.

 

Mirza"s work exposes the coexistence of past and present layers of war and peace realities. Through her visual constructions of horror and leisure, she challenges the gap between politics and entertainment. Manipulating images from the 1975 and 2006 Lebanese wars, Mirza targets the sacred cow of the war photograph to reveal the contraptions of truth lying behind.

 

The artist softly disturbs the viewers" comfort with surreal representations. Parallel Universes" reciprocal intrusions bring the spectator"s self into conflict. "Where were these pictures taken? Are they "real" or "false"? Where does the picture begin and where do I end? Mirza eliminates the surface of the photograph, forcing the viewer to renegotiate their habitual relation to images.

 

Like a mirror, Parallel Universes incorporate the spectator"s gaze in the fabric of the image itself.

Randa Mirza
PARALLEL UNIVERSES
30.01.09  -  21.03.09

MARWAN, Köpfe Juni-Juli-Aug, Sept, 2004, 164 x 228cm

MARWAN
Malerei
30.01.09  -  21.03.09

Choice. Choosing. To choose. What is more basic?

Choosing which artists to include in the exhibition,

then asking the artists to choose two works themselves to put in the exhibit, for whatever reasons. I chose mature artists, no one under 50, who have been around a while. Friends, whose work I’ve known for years. Each one with a strong individual style, whose work requires close examination. Artists whose work should be given more opportunity to be seen more often. I chose not to include young emerging artists, paintings, or any of my work.

The artists were asked to give a reason why they chose those two works. If they chose to.

I guess I chose these artists because I just wanted to see more of their work in a proper exhibition space.

 

Robert Barry, November 2008

 

William Anastasi, Dove Bradshaw, Peter Downsbrough, Tadaaki Kuwayama, Maurizio Nannucci, Richard Nonas, Chris Williams
CHOOSING Kuratiert von Robert Barry
28.11.08  -  27.01.09